Nr. 299. Montag, 30. December 1895. Jahrgang 114. Vl«nnmer»Non»preie: Mit P ° stt> elsenbung : «»nziähiia fi. Ib, halblichrlg si. ? 50, Im E ° mptoll : I D,e «Laib Zeit,, erscheint «glich, mit «««nähme der Vonn. und Feiertage, D«e »bmlnlftrati,« befindet l!ch »anMhrig st. ,1. halbiährl« st, 5 5«, FNr die Zustellung ins Hau« ganMrlg ft. l, — InsertionsgtbUr: Für " Eongrestplatz Nr. 2, ble «edactlon Vahnl,°,gas,e 3tr. 15. Sprechstunden der Redaction von 8 bl, 11 Uhr vonnittaa« llewe Inserat« bi« zu 4 Zeilen 35 tr., größere per Zeile « tr.: be! öfteren Wleberhoümgln por Zelle 3 kr, V Unfranlierte Uri^ werden ulcht angenommen, Mauuscrlpte nicht zurückgestelli. PräMMmümz-Gmlalllmg. Mit 1. Jänner beginnt ein neues Abonnement auf die Dailmcher Zeitung. Die «Laibacher Zeitung» tritt in ihren 115. Jahrgang. Sie wird auch künftighin bestrebt sein, durch forgfame Auswahl des Sloffcs und Vertretung aller öffentlichen Interessen sich die Sympathien ihres Lesepublicums wie bisher zu erhalten. Im localen Theile wird der Leser über alle Tagesereignisse eingehend unterrichtet, die neuesten Begebenheiten aus allen Welttheilen sind in den telegraphischen Nachrichten enthalten. Die fesselnden Original-Feuilletons der «Laibacher Zeitung» erfreuen sich allgemeiner Be« liebtheit, ebenso wird für belehrende und spannende Lecture im Romantheil des Blattes gesorgt werden. Alle Vorkommnisse auf dem Gebiete der Kunst werden, wie bisher, in ausführlichster Weise fachmännische Würdigung, neue Erscheinungen auf dem Gebiete der Literatur eingehende Besprechung erfahren. Dem Volkswirtschaftlichen wird die größte Aufmerksamkeit zugewendet, und eine große Anzahl von Correspondents in den wichtigsten Orten des Landes berichtet über die wichtigsten localen Ereignisse. Mit! 1. Jänner beginnt ein größerer, fesselnder Roman von einem bekannten und beliebten Schriftsteller. Die Prii,lumerations - Vedingungen bleiben ^ unverändert und betragen: ^ mit Mvtlsenlmng: für «aibach: ganzjährig . . 15 fl. - kr. ganzjährig . . Ill st. - lr. halbjährig . . 7 . »O » halbjährig . . » » 50 . vierteljährig . » > 7» » vierteljährig . « » 75 » monatlich... K » »S » monatlich... — » »» » Für die Zustellung ins Haus für hiesige Abonnenten per Jahr 1 Gulden. zM" Die Pränumerations - Beträge wollen portofrei zugesendet werden. Jg. u. Kleinmayr K Fed. Hamberg. Amtlicher Meil. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 20. December d. I. den griechisch'katholischen Erzbischof, Cardinal Dr. Sylvester Sembratowicz zum Stellvertreter des Land-marschalles in der Leitung des Landtages im Königreiche Galizien und Lodomerien sammt dem Großherzog-thume Krakau allergnädigst zu ernennen geruht. Badeni m. p. Jeuilleton. Das Ainöerzimtne^. Stimmungsbild von O. Wohlbrück. (Fortsetzung.) Die beiden waren sehr traurig. Endlich kam ihnen der Gedanke, ein Kind anzunehmen. Sie giengen ins Waisenhaus. Die junge Frau verliebte sich gleich beim Eintreten in einen zehn Monate alten Jungen, der mit großen, offenen Augen in der Wiege lag und am Daumen lutschte. Er hieß Paul, und die Eheleute sagten gleich, nachdem sie ihn zu sich genommen: unser Paul. Unser Paul, sagte auch die Martha, die damals ein hübsches achtzehnjähriges Ding war, und: unser Paul. schmunzelte der Martin, welcher Gärtner- und Kutscherdienste zugleich versah, und über den kleinen Weltbürger hinweg in Martha's dunkle Augen blickte. Unser Paul war in der That ein allerliebster kleiner Kerl, um den sich alles in dem großen Hause drehte, denn das Kinderzimmer, so groß es auch war, schien für den Knirps zu klein. Den ganzen Tag hörte man seine kleinen Schritte treppauf, treppab, seine Spielsachen lagen überall herum, nur nicht in dem großen Glasschrank, und das ganze Haus, der Galten, die Laube, waren sür ihn ein Kinderzimmer. ... Er war noch nicht vier Jahre alt, da brachte man ihm ein ganz kleines, niederes Zimmerchen. Das war so klein, dass man ihm die strammen Veinchen ganz eng zusammenpressen und die Hände aus der Vrnft kreuzen Seine k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 13. December d. I. den Ingenieuren d.'s niederdsterreichischen Staatsbau» dienstes Gustav Vozdech und Franz Berger den Titel und Charakter eines Oberingenieurs allergnädigst zu verleihen geruht. Badeni m. p. Se. l. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 19. December d. I. in Anerkennung ihrer zufriedenstellenden Dienstleistung dem k. und k. Hoffourag^Magazins-Verwalter Simon Hübner und dem k. und l. Leibbereiter Hermann Stößner das goldene Verdiensttreuz mit der Krone und den k. und k. Leibkutschcrn Anton König und Josef Walter das silberne Verdienstkreuz mit der Krone allergnädigst zu verleihen geruht. Se. t. und l. Apostolische Majestät haben mit > Allerhöchster Entschließung vom 14. December d. I. dem Straßenmeister Anselm Sekner in Völkermarkt in Anerkennung seiner vieljährigen, sehr ersprießlichen und belobten Dienstleistung das silberne Verdienstkrenz mit der Krone allergnädigst zu verleihen geruht. Der Ackerbauminister hat den bergbehördlichen ^Ndjuncten Ferdinand Zach zum Bergcommissär und den Aergingenimr Ferdinand Iastrzebski zum provisorischen Bergcommissär im Stande der Bergbehörden ernannt. Nichtamtlicher Meil. Weihnachtsbetrachtungen. Mehrere Wiener Blätter haben in ihren Weihnachtsbetrachtungen die innerpolitische Lage der Monarchie zum Gegenstande genommen. So schreibt das «Fremdenblatt»: «Wir in Oesterreich haben allen Grund, das Fest mit gehobenem Gefühle und mit ge« steigerter Zuversicht in eine Festigkeit all jener Verhältnisse und in einen Triumph jener geistigen Strömungen zu feiern, von denen das Gedeihen unseres Vaterlandes abhängt. . . . Dass die innere politische Beruhigung, die Abklärung der parlamentarischen Zustände und dass vor allsm die Stärkung der Regie-rungs-Autorität in den letzten Monaten erfreuliche l Fortschrille auszuweisen haben, das wird niemand bestreiten wollen. Ganz besonders wird die merkliche Hebung der öffentlichen Autorität jedem Freunde des Neiches eine Genugthuung bereiten-» Das Blatt wür- mussle, um nicht überall anzustoßen. Da lag er nun ganz still und bleich — hingerafft von der Bräune. Ein schwarzer Mann trug ihn mit Martins Hilfe über die Treppe, auf der er so viel herumgesprungen, durch den blühenden Garten, in dem er so gern gespielt. Das Kinderzimmer wurde abgeschlossen. Selten, nur in feierlichen Augenblicken, schlichen sich die Gatten verstohlen hinauf, um zu weinen und von ihren Kindern zu fprechen. Denn sie hatten zwei Kinder gehabt; das erzählten sie jedem, der es hören wollte, nur fügten sie nicht hinzu, dass ihr eigenes Kind todt zur Welt gekommen und dass das lebende nicht ihr eigenes gewesen. Jahre vergiengen. die Eheleute hatten sich ganz zurückgezogen von der Welt, die nichts anzufangen wusste mit dem sonderbaren Menschenftaar, umgeben von den zwei treuen Dienstboten, die ebenfalls in kinderloser Ehe lebten. «Es ist uns eben nicht beschieden!» sagten die beiden Frauen, wenn sie vor den Feiertagen im Kinderzimmer groß nin machten. «Wenn unser Herrgott mir aber von selbst ein Kind in den Weg führt, dann nehme ich es doch zu uns,» meinte die Frau Baurath. Martha nickte, und im Winter spähte sie manchmal am Morgen vor das Hausthor, ob nicht ein kleines, in Lumpen gehülltes Ding ausgesetzt worden. In den Zeitungen stand ja oft so etwas, und ... mau konnte nicht wissen . . . Martha hatte sich die DenlungS- und Redeweise ihrer Herrin angewöhnt. digt die Stellung, welche das Cabinet Badeni in mehreren bedeutsamen Fragen eingenommen, und resümiert: «In stets deutlicheren Umrissen erblickt man die nah-ende Zukunft. Wir freuen uns, dass das Parlament innerlich bereits so gefestigt ist, dafs es ihr ohne Zagen entgegensehen kann. So hat denn Oesterreich allen Grund, das lichtvolle Fest mit Zuversicht und festem Glauben zu begehen. Welch stärkere Bürgschaften könnte es denn wünschen als die Allianz der Krone, der Re-gierung und der überwältigenden Mehrheit des Hauses, deren große Zwecke bereits in die Zukunft hineinleuchten.» — In ähnlichem Sinne äußert sich die «Presse», indem sie bemerkt: «Groß wird der Dank für eine Regieruug fein, deren rühmlichstes Bestreben es ist, die friedlichen Intentionen, wo sie sichtbar vorhanden sind, zu fördern, wo sie noch latent schlummern, zu erwecken und zur Bethätigung zu bringen. Noch kein Vierteljahr ist Graf Vadeni im Amte, und schon zeigen sich überall die Spuren und Erfolge seines emsigen Bestrebens, die österreichischen Volkslrä'fte zu sammeln und über die alten Gegensätze hinweg zu vereinigen. Am stärksten haben diese loyalen Bemühungen die parlamentarische Thätigkeit beeinflusst. Ist doch das Merkwürdige gelungen, die Berathung des Staatsvoranschlages viel weiter zu fördern, als man es irgend hoffen durfte. Aber außer dem Budget haben diese wenigen Wochen der parlamentarischen Saison eine verhältnismäßig große Ausbeute an legislativer Arbeit geliefert, und es ist als besonders erfreulich zu bezeichnen, dass hiebei die gesetzgeberische Initiative der Negierung sich in einer entschieden socialreformatorischen Richtung bewegt hat. In der lebhaften Thätigkeit, welche im Anschlüsse an diese Initiative vom Par« lamente entwickelt wurde, darf man das Zeugnis einer frischfröhlichrn Arbeitsfrendigkeit erblicken, die uns die beste Bürgschaft dünkt für das Gelingen der großen Aufgaben, die dem Reichsrathe im kommenden Jahre bevorstehen.» — Das «Extrablatt» schreibt: «Das wahrhaft apostolische Walten des weisen und gerechten Herrschers, unter Dessen segensreichen Hort die Völker Oesterreichs von der Vorsehung gestellt worden sind, bezwingt mit sichtbarlich wirkender Zaubergewalt den inneren Feind dieser Völterfamilie. Der opfermuthige Vatersinn unseres Kaisers, die Seinem Herzen entstrahlende allumfassende Liebe, bändigt allgemach die Furien des Hasses, glättet die hochgehenden Wogen feindseliger Leidenschaft. Die erleuchtete Weisheit des Herrschers hat auch die rechten Männer zu Werkmeistern ausersehen, um Seine völkerbeglückenden Intentionen zu verwirklichen. Eine unsagbar schwere Auf« Nun waren 25 Jahre seit dem Tode des kleinen Paul vergangen, und nun schien der ersehnt« Wunsch doch in Erfüllung gegangen zu sein, das Kinderzimmer war wieder von Licht und Luft überflutet, und Kinder« lachen erscholl in dem stillen Raum. . . . «Hunger hab ich!» erklärte der kleine Gast mit großer Bestimmtheit. Bald saßen Bauraths unten im kühlen Cs«-zimmer, Paul zwischen beiden auf einem hohen Kinder» stühlchen. Er ließ stch's schmecken. Die beiden Alten jedoch vermochten kaum einen Bissen zu essen, sie fütterten abwechselnd das Kind und waren außer sich vor Freude. Fast hätte sich ein kleiner Streit entsponnen, denn der alte Herr wollte durchaus nicht erlauben, dass der Kleine so viel Brot esse, das sei nicht gesund; seine Frau aber fürchtete wieder, das« das Tröpfchen Min ihm schaden könne. Wäre Martha nicht im entscheidenden Augenblick ins Klnderzimmer geeilt, um dort von eimm Gestell das Buch über Kinderernährung herunterzuholen, der Streit wäre nicht so leicht geschlichtet worden. Nach Tisch wurde der Kleine ausgezogen, gewaschen, in ein frisches, feines Leincnhemdchen gesteckt und unter die Decke gelegt. Während er müde mit den Augen blinzelte, unterhielten sich die Gatten von der Erziehung, die sie dem Kinde zu geben beabsichtigten. t 60 Procent der Mac-Kinlry-Sätze, die übrigen zo^ Pflichtigen Waren, außer Zucker, mit einem Ai^ zuschlag von 15 Procent der jetzigen Sähe belegt. Tagesneuigleiten. — (Fachconferenzcn von Director^ und Fachvorständen der Staats-Gewerb^ schulen.) «m 27. d. M. vormittags fand in Wie» ^ erste Sitzung der Fachconserenzen von Direcloren ^ Fachvorsländen der Staatö-Gewerbeschulen statt, an bc^" Fachschulinspectoren, mehccre Landesschulinsvectoren, so^ die Pirectoren und Fachvorstände der Staats-Geniel^ schulen in Wien. Prag, Pilsen, Vrlinn, Lemberg, Reichs berg. Birlitz, Krakau, Trieft, Salzburg, Graz. Innsb"" und Czernowih theilnahmen. Der Herr Unterrichtsmin>l" begrüßte die Erschienenen mit warmen Worten, bezeichn" die Gesichtspunkte, von welchen aus die Unterrichts^ waüung die Conferenz einberief, und betonte die b/lv^ ragende Bedeutung und die vorzügliche Leistung ^ gewerblichen Bildungswesens in Oesterreich. Der H^ Minister gedachte der um die Entwicklung der gMl' lichen Schulen in Oesterreich verdienten Personen ^ nahm schließlich die Vorstellung der einzelnen Mitgli^ der Conferenz entgegen. Nachdem Sectionschef ^ Lalour die Aufgabe der Confcrenz skizziert und " wesentlichsten Punkte der Tagesordnung kurz bespro«, hatte, wurde unter dem Vorfitze des Ministerial^ von Haymerle der erste Gegenstand der Tagesordn" ^ nämlich die Frage dcr eventuellen Abänderung des "^ planes der höheren Gewerbeschule,«, in Berathung g^ ^ — (Process gegendle international Cassen ein brecher.) Am 27. d. M. hat ve»c "^ Vudapester Strafgerichte die SchlufSverhandlung g^" z internationalen Cafseneinbrecher Dimitri Papacosw, A"^ Stalio, Perille« Affmdalis und Stesan Ristic bego^ . Die Anklage bezieht sich nur auf die in Ungarn 0""°^ Elübriiche. Ple Angeklagten werden nach dem gkgk" '^ durchgeführten Processe in der Reihenfolge, wie die "^^ lieferungsbegehren gestellt wurden, den ausländisch^ ,^ richten übergeben werben. Die Verhandlung dürfte e Tage in Anspruch nehmen. 3>ie «lngellagten erlls"" > filr nicht schuldig. ^ — (Transport lebender Seefisch" H Deutschland hat man in jüngster gelt neuerlich VM"»^ mit dem Transporte lebender Seefische unternommen hicbei bedeutende Erfolge erzielt. Ueber diese ^""' ,^ meldet die «Wchr-Zeitung»: Der leyte vom 3><^"^g «Erna» vorige Woche in Bremerhaven eingebrachte " ^ lebender Seefische hat den Landtransport nach ^ Ai^ vortrefflicher Weise ausgehalten. Um Tage nach der ^ tunst in Berlin wurden die Flsche auf den Anlage« ^ Firma Ehrenberg in Moabit von Vertretern d" ^ Horden in Augenschein genommen. Alle Vesichliger w ^ erstnunt über den erzi-lten yroßm Ecfolg. AM ,^ ftandsfähigslen erweisen sich nach den bis jetzt sl"A^ ^ Erfahrungen Kabeljau und Rochen. Von dem > .^<,s, Z Transports, der am 24. November in Berlin em « Laibacher Ieitung Nr 299. ____________________________2607_______________________ 30Mcember 1695. wurden dem Aquarium eine größere Zahl Kabeljaus über. »eben. die nach Monatsfrist säst sämmtlich noch leben, i'iach dem Ausfalle der bisherigen Versuche. Seefische «bend zu transportieren, darf die Ausführbarkeit des Unternehmens als außer Frage gestellt betrachtet werden. Es wird nur noch darauf ankommen, einmal die Fang« weise aus dem Meere so zu verbessern, dass die Fische dabei so wenig als möglich beschädigt werden, und dann sür ihre Ausbewahrung bis zur Landung geeignete Vorkehrungen zu treffen. — (Die Kuppelung der Eisenbahn-Waggons.) Die jetzige Art der Verbindung zweier Wsenbahnwaggons ist, wie bekannt, eine sehr gefährliche. Wenn zwei Waggons miteinander verbunden werden, muss ein Mann sich ins Schienengeleise begeben und drei Manipulationen vornehmen, nämlich einen schweren Ning in einen Widerhaken legen und zwei schwere Kelten» Paare miteinander verbinden. Bei dieser Arbeit find schon viele Personen verunglückt. Die Elsenbahnverwal« tungen haben daher wiederholt hohe Preise ausgeschrieben, damit eine die Arbeiter schützende Kuppelungsart hergestellt werde. E« scheint, dass es nunmehr in England gelungen ist, eine solche automatisch wirkende Kuppelung zu construieren. Eine Preisausschreibung hat zur Folge gehabt, das« 300 Projecte überreicht wurden. Von diesen wurden allerdings 90 Procent als ganz unverwendbar ausgeschieden, 34, von welchen sieben automatisch wirlen sollten, der Prüfung unterzogen und sechs thatfächlich prämiiert. Einer dieser Apparate wurde jüngst in London produciert und als pralticabel erkannt. An jedem Waggon ist eine Schlinge und ein Haken angebracht. Wenn die Waggons gegeneinander geschoben werben, so gleitet die Schlinge über den Haken des nächsten Waggons und längt sich darin, wenn die Pufferfedern den Rückstoß der Waggons bewirken. Durch einen von außen hinein« geschobenen Stift wird die Schlinge im Haken befestigt. Beim Auseinaiiberluppeln wird zuerst der Stift heraus gezogen, dann werden die Waggons gegeneinandergeschoben, hiebei gleitet die Schlinge aus dem Haken heraus und die Waggon« find getrennt. — (Elektrische Schlitten aus dem Eise.) Die Elektricität scheint wkklich die einzige Kraft für NeförderungSzwecke werben zu wollen. Während man in Amerika daran geht, den großen Fernverkehr durch elektrisch betriebene Eisenbahnzüge zu besorgen, hat man in Petersburg Schlitten erbaut, welche, durch Elektricität betrieben, auf dem Eise dahingleiten. Bei der großen Dauer des Frostes in Russland, während dessen der überwiegende Theil des Fährverkehrs durch Schlitten erledigt wird, hat man naturgemäß ein große« Interesse daran, sich von der immerhin schwierigen Vewgung der Pferde auf dem Eis möglichst zu emancipieren — aber elektrisch betriebene Schlitten ist gewiss tin ä« siöois! Local- und Provmzial-Nachrichten. Krainischer Landtag. Erste Sitzung am 28. December 1895. Der ersten Sitzung des neugewählten lrainischen Landtages gieng ein Hochamt in der Domlirche voran, das durch den Abgeordneten Canonicus Klun celebriert wurde und dem Herr Landespräsident Baron Hein, Herr Landeshauptmann Otto Detela sowie die Land-tagsabgeordneten anwohnten. Die Sitzung, zu welcher sämmtliche Abgeordnete erschienen waren, begann um 11 Uhr vormittags. Landespräsibent Baron Hein eröffnet (deutsch und slovenisch sprechend) der Versammlung, dass mit Allerhöchstem Patente vom 12. December der neugewählte Landtag zu seiner gesehmäßigen Thätigkeit einberufen Worden sei und begrüßt namens der Regierung die Abgeordneten. Der Landespräsibent gibt ferner bekannt, dass Seine Majestät der Kaiser den Abgeordneten Otto Detela zum Landeshauptmann unb dcn Abgeordneten Grafen Leo Auersperg zu dessen Stellvertreter allergnäbigft zu ernennen geruhte und stellt beide dem Hause vor. Der Landespräsident weist hieraus auf die Aus-gaben hin, die dem Landtage erwachsen werden. Die Aus« gäbe des gegenwärtigen und künftigen Landtages sei Lewis« leine leichte. Schwer werde sich das Land von den Schäden erholen, die eS durch verschiedene Elemen-larlatastrophen erlitten, die von eingreifender Rück« lviilung auf die LandeSfinanzen und umso empfindlicher seien, weil das Land auch an seinem Eigenthum schweren Schaden erlitten habe und dadurch zu bedeutenden Investitionen gezwungen werde. Die Aufgabe des Landtages könne sich jedoch nicht allein darauf beschränken, die Interessen des Landes zu wahren, sie bestehe auch darin, vorzusorgen, dass die Belastung der Bevölkerung nicht eine zu große werde und die hochwichtigen wirtschaftlichen Maßnahmen, welche be-gönnen wurden — Straßenbauten, Bewässerungsanlagen und dergleichen mehr — auch ihre Fortsetzung finden. Redner schließt mit der Versicherung, der Landlag könne der Förderung und Unterstützung seiner Arbeiten seitens der Regierung versichert sein. Der Landeshauptmann leistet sodann die Angelobung w die Hände des Landesprästdenten. j Landeshauptmann Otto Detela erklärt den Land« tag für eröffnet, begrüßt (slovenisch unb deutsch sprechend) die Abgeordneten und den üandespräfidenten. Durch die Gnade Sr. Majestät des Kaisers auss neue zum Landeshauptmann ernannt, trete er sein Ehren« aml im Vertrauen auf Gottes Hilfe mit dem festen Willen an, soweit es in seinen Kräften licge, dasselbe zum Wohle und zur Ehre des Heimatslandes auszuüben und auf jenem Pfade auszuharren, welchen die Treue und Ergebenheit zum erlauchten Herrscher, die Vater» landsliebe und Gerechtigkeit weisen. Er bitte da« hohe Haus um wohlwollende und vertrauensvolle Unterstützung. Auch von Seite des Herrn Landespräsidenten erbitte er wohlwollende Unterstützung; er sei umso fester überzeugt, dass der hohe RegierungSvertreter dieser Bitte willfahren werde, da er ja sein Wohlwollen schon bisher durch sein wohlthätiges Wirlen zum Segen des Landes bewiesen habe. Mit der heutigen Session beginne ein neuer Abschnitt und sämmtliche neugewählte Abgeordnete treten ihr Mandat mit dem besten Vorsatze an, dasselbe zum Heile und Nutze des Landes auszuüben. Die gegenwärtige Lage des Lande« zeige sich leider nicht in rosigem Lichte. Krain, nach der Mehrzahl seiner Bewohner aus die Landwirtschaft angewiesen, suhlt schon geraume Zeit die Folgen der großm agrarischen Krise, unter der die europäische Landwirtschaft seufzt. Bei den ungünstigen Verhältnissen, unter denen die Landwirtschaft im ganzen Lande schwer zu leiden habe, sei besonders der Hinblick auf Unter« lraln, wo die Phyloxera die fruchtbaren, ertragreichen Weingärten zum größten Theile vernichtet hat, trostlos. Ein neuer Schicksalsschlag habe Kcain heuer getroffen unb die Wunden, welche die Erdbeben«Katastrophe dem Wohlstände der Landeshauptstadt und anderer Bezirke geschlagen, werden nicht fo schnell vernarben! Redner sordert die Abgeordneten zu gemeinsamer ersprießlicher Arbeit auf, was nur möglich sei, wenn der zwecklose Parteihader zurücktrete. Der Landtag habe in der Weihnachtszeit, im Zeichen des Friedens begonnen und wie die Himmelsbotschast Frieden allen Menschen verkündet, die guten Willens sind, möge Friede unter uns walten und Gott werde die Thätigkeit des neuen Landtages segnen! Die Abgeordneten des Großgrundbesitzes, welche er herzlich begrüße, werben gewiss, getreu ihren Traditionen, loyal bei allen Arbeiten zum Wohle des Lande« mit' wirken. Heutzutage lausen die Interessen des Großgrund« besitze« in vieler Beziehung mit jenen des bäuerlichen Besitzes parallel. Er sei daher überzeugt, dass in allen wirtschaftlichen Fragen jene Harmonie zutage treten werde, welche die Folge dieser Interessengemeinschaft sei. Redner habe betont, dass die Thätigkeit des Landtages im Zeichen des Friedens beginne; mit den Ge-sühlen tiefen Dankes müsse man sich daher vor allem erinnern, dass unser erlauchter Herrscher ein Schirm und Hort des Friedens nicht nur für Oesterreich, sondern auch Europa sei. Der sehnlichste Wunsch des geliebten Monarchen sei auch der Friede zwischen seinen Völkern! Der Landeshauptmann Mießt seine Rede mit folgenden Worten: «An der Schwelle eines neuen Jahres stehend, erheben wir unsere innigste Bitte zum Himmel: »Gott beschütz«, erhalte nnd segne unsern geliebten Monarchen, Seine Majestät Kaiser Franz Josef 1., dem wir in unverbrüchlicher Ergebenheit begeistert ausrusen: Slava! Hoch!» Die Versammlung erhob sich bei der patriotischen Kundgebung unb stimmte in dieselbe begeistert mit drei« maligen Slava- unb Hochrufen ein. Landeshauptmann Detela conftatiert die Beschluss« sähigleit des Hauses und es leisten sodann sämmtliche Abgeordnete die Angelobung in die Hände des Landeshauptmannes. Landeshauptmann-Stellvertreter Gras Leo Nuers-perg erklärt, der ehrenvollen, durch die Gnade Seiner Majestät an ihn ergangenen Berufung Folge zu leisten und erbittet sich die Unterstützung des Hauses. Es wird zur Tagesordnung geschritten. Die ein« gelangten Petitionen werden den betreffenden Ausschüssen zugewiesen. Ueber Antrag des Abg. Klun werden die Abg. Baron Liechtenberg unb Kersnil zu Ordnern, über Antrag des Abg. Murnil die Abg. Dr. Schaffer und Zitnik zu Verificatoren gewählt. Abg. Klun beantragt von der Wahl eines Verifi, cationsausschusscs Umgang zu nehmen, nachdem gegen leine Wahl Protest erhoben wurde; die Verification wäre in der kommenden Sitzung nach der Berichterstattung des Landesausschusses in Behandlung zu nehmen. Der Antrag wird angenommen. Die Sitzung wird auf eine Viertelstunde unter» brochen. Abg. Murnik stellt namens des Landesausfchufses den Dringlichkeitsautrag aus provisorische Weitereinhebung der Landesumlagen im Jahre 1896. Der Antrag lautet: Da mit Allerhöchstem Patente vom 12. December 1895 der lrainische Landtag aus den 28. December l. I. einberufen worden ist, wird es bei dem geringen Zeiträume von drei Tagen zwischen dem Zusammentritte de» hohen Landtages und dem Beginne des Jahres 1896 nicht möglich sein, das Landesbubget und die zur Bedeckung der Landeserfordernisse nothwendigen Umlagen für das Jahr 1696 im laufenden Jahre festzustellen, und es tritt daher die Nothwendigkeit ein, für die Weiterelnhebung der Landesumlagen vom 1. Jänner 1696 an bis zur endgiltigen Feststellung der Landesumlagen pro 1896 Vorforge zu treffen. Es steht außer Frage, dass zur Deckung der Abgänge beim Landes- und Normalschulfonde im Jahre 1696 Umlagen zumindest in dem für das Jahr 1695 festgesetzten Ausmaße erforderlich sein werben, unb au« dem Grunde stellt der Lanbesausschuss den Dringlichkeitsantrag: Der hohe Landtag wolle beschließen: I. Zur Deckung der Abgänge beim Landes- unb Normalschulfonde pro 1896 sind vom 1. Jänner 1896 an bis zur endgiltigen Feststellung der Landesumlagen pro 1896 alle jene Umlagen einzuheben, welche im Jahre 1895 vorgeschrieben waren, und zwar: 1.) für den Landesfond: ^l) ein 40ftroc. Zuschlag zur Verzehrungsstcuer von Wein, Wein- und Obstmoft und vom Fleische; b) selbständige Auflagen: von dem Verbrauche von Liqueuren und allen versüßten geistigen Flüssigkeiten ohne Unterschieb der Gradhältigleit per Hektoliter 6 fl.; von dem Verbrauche aller übrigen gebrannten geistigen Flüssig« leiten nach Graden des 100theiligen Alloholometers vom Hektoliter 18 lr.; o) ein 28proc. Zuschlag auf die volle Vorschrelbung aller directen Steuern sammt Staalszuschlägen. 2.) sür den Normalschulsond: ein lOproc. Zuschlag auf die volle Vorschrelbung aller directen Steuern sammt Staatszuschlägen. II. Der Landesausschuss wird beauftragt, für den Beschluss »ud I. unverzüglich die Allerhöchste Genehmigung einzuholen. Der Antrag wird ohne Debatte einstimmig an« genommen. Die Berichte des Landesausschusses über Rechnung«, abschlüsse und Voranschläge werden den Ausschüssen zugewiesen. Die Wahl in den Finanz», Verwaltung«- und Rechenschaftsbericht - Ausschuss ergab folgendes Refultat: In denFinanzausschuss wurden gewählt die Abgeordneten: Hribar, Kulan, Klun (Obmann), Ritter v. Lenlh, Luckmann, Dr. Majaron, Murnik, Dr. PapeZ, Povse, Dr. Schasser (Obmann-Stellvertreter), Freiherr von Schwegel, Dr. Atnll. In denNerwaltungsausschuss wurden gewählt die Abgeordneten: Globoönit. Ielovsel, Kersnil (Obmann - Stellvertreter), R. v. Langer, Lenaröiö, Baron Liechtenberg (Obmann), PalG Dr. Papej. In den Rechenschaftsbericht-Ausschus« wurden gewählt die Abgeordneten: Erwin Graf Auer«, perg (Obmann-Stellvertreter), AHman, Grasselli (Obmann), Kersnil, Luckmann, Pfeifer, Schweiger, Baron Wurzbach. Mit dem Wunfche auf ein glückliches neues Jahr schloss der Landeshauptmann die Sitzung unb beraumte die nächste aus den 3. Jänner 1896 an. * Ehristbaum-Feier im «Collegium Marianum». Das mustergiltig geleitete Waiseninftitut «Collegium Marianum» gehört zu jenen ausgezeichneten Grünbungen edelster Nächstenliebe, die pionnierartig die Wege zeichnen, auf denen eine Besserung der allgemeinen Verhältnisse und Zustände angebahnt werden kann, denn zu dem Wichtigsten gehört zweifellos Vorsorge zu treffen, dass der Nachwuchs nicht verkümmere und aus verlassenen Kindern gute Menschen erzogen werden. Friede und Zufriedenheit waltet in den freundlichen, lichten Räumen des stattlichen Baues auf der Polana; die wohlerzogenen, blühend ausfehenden Knaben sind in herzlicher Liebe ihren sanften Erzieherinnen zugethan. Ordnung und Reinlichkeit herrscht in den Zimmern und Lehrsälen, für Verlöstigung und die Pflege der Elternlosen ist aufs beste und reichlichste gesorgt, ja eine gewisse Behaglichkeit gemahnt an den trauten Familienkreis. Mit den besten Eindrücken verlässt der Besucher die wohlthätige Anstalt, auf der sichtlich Gottes Segen ruht. Das Werk edler Menschen, kann sie auch fernerhin der Unterstützung jedes Menschenfreundes sicher sein! Der freundlichen Einladung zur Christbaum«Feier haben wir stets mit großem Interesse Folge geleistet, denn die Produktionen der Zöglinge geben ein lehrreiches Spiegelbild der erfolgreichen Lehrthäligleit und Er-ziehungslunst der Anstalt, sie zeigen, welch echt religiöser und patriotischer Geist in derselben herrscht. Die vorgestern stattgesundene Feier zeichneten Landes« Präsident Baron Hein, der hochwürdige Domftropst Dr. Klosutar, mehrere hochwürdige Domherren, die Landesausschüsse Murnil unb Dr. Schaffer, meh« rere Landtagsabgeordnete und zahlreiche andere Hono« ratioren durch ihren Besuch aus. Die Gäste wurden in liebenswürdiger Weise durch den Präsidenten des Vincen tius'Vereines, den hochw. Herrn Propst Dr. Iarc und den Director der Anstalt Dr. Lampe empfangen. Laibacher Zeiwng Nr. 299. 2608 30. December 1895. Die Vorstellung eröffnete ein prächtiges, sinnig zu« fammengeftelltes Weihnachtstableau, dem verschiedene von Zöglingen ausgeführte musikalische und deklamatorische Vortrage, unter denen eine patriotische Huldigung freu« digen Wiederhall fand, folgten. Die Sicherheit und verständnisvolle Auffassung der Declamationen, die Correct« helt und die von tüchtigem Studium zeugende Ausführung dei musikalischen Vorträge, die gediegene Vehandlung des gesanglichen Theiles ttregte allgemeine Bewunderung und fand reichen Veisall. Vor dem Feftspiele begrüßte der hochw. Präsident des Vincentius"Vereine», Propst Pr. Iarc, die Anwesenden, wies auf die schweren Schäden hin, welche die Anstalt durch die Erdbeben-Katastrophe erlitten und sprach namens des Vereines dem Landespräsidenten und der lrainischcn Sparcasse den wärmsten Danl für die ge» währten großen Unterstützungen aus, die es ermöglichten, dass dies Institut nicht nur alle Reconftructionsarbeiten durchführen lonnte, sondern auch den nöthigen Weiter-ausbau in Angriff nehmen könne. Mit den innigsten Segenswünschen für alle Gönner und Wohlthäter der Anstalt schloss der hochw. Herr. Ein wunderhübfches patriotisches Feftspiel «Hoch Oesterreich» machte in erhebender Weise den würdigen Beschluss der schönen Feier. Die Zöglinge erschienen in der Landestracht, bewehrt mit den Wappen der einzelnen Kronländer, trugen ein die Eigenart und den Patriotismus der Voltsftämme preisendes Gedicht abwechselnd in deutscher und slovenischer Sprache vor, dem eine entsplechende musikalische Illustration folgte. Schließlich fcharten sich alle Vertreter der verschiedenen Voltsstämme um die Büste des geliebten Herrfchers und brachten demfelben ihre Huldigung dar. Der Eindruck dieser finnigen, patriotischen Kundgebung war ergreifend und die Zuschauer lonnten fich von dem schönen Bilde fast nicht trennen. Der Feier folgte die Christbescheiung an 160 Zög« linge der Anstalt, die die reichlichen Gaben dankbaren Herzens freudig entgegennahmen. Der Herr Landespräftdent und die übrigen illustren Gaste nahmen wiederholt Veranlassung, dem Director dec Anstalt hochw. Dr. Lampe ihre volle Anerkennung über die ausgezeichneten Leistungen der Zöglinge auszudrücken. Auch dem Musil-lehrer Herrn Ianezit gebürt für seine ersprießliche Thätigkeit warmes Lob. __________ ^. — (Sitzung des k. k. Landesschulrathes für Krain am 19. December 1895.) Nach Cr« öffnung der Sitzung durch den Herrn Vorsitzenden theilte der Schriftführer die seit der letzten Sitzung im currenten Wege erledigten Geschäftsftilcke mit, welche Mittheilungen genehmigend zur Kenntnis genommen wurden. In Erledigung der Tagesordnung wurde über die Gesuche von Schülern der hierländischen Mittelschulen um Stundung der Schulgeldzahlung entschieden. Einigen Uebungsschülern, bezw. Schülerinnen und Zöglingen dcs Kindergartens, wurde die Befreiung von der Entrichtung des Schulgeldes gewährt. Bewilligt wurde: die Erweiterung der vier-classigcn städtischen deutschen Knabenvollsfchule in Laibach auf fünf und die Erweiterung der fünfclaffigen städtischen deutschen Mäbchenvoltsfchule in Laibach auf sechs Classen. Ernannt wurden u. zw.: Für die Oberlehrerstelle an der vierclassigen Vollsfchule in Mitteldorf der definitive Lehrer in Morobitz, Georg Erler, für die neu systemifierte neunte Lehrstelle an der ersten städtischen Knabenvollsschule in Laibach der definitive Lehrer in Schifchka. Franz Gale, und für die neucreierte Lehrstelle oxtra, »wwm an derselben Volksschule der bisherige Auehilsslehrer Engelbert Gangl, für die vierte Lehrstelle an der vierclassigen Knaben« vollsfchule in Gottschee der provisorische Lehrer an derselben Schule, Rudolf Schlenz, sür die vierte Lehrstelle an der vierclasfigen Knabenvollsschule in Oberlaibach der definitive Lehrer in Slerbina im Küstenlande, Alois Luznil, für die Lehrstelle an der einclaffigen Volksschule in Scharfenberg der proviforische Lehrer in Auber im Küftenlande, Josef l^ucel und für die zweite Lehrstelle an der zweiclassigen Volksschule in Nltlag die provisorische Lehrerin ebcndoit, Emilie Kren. Schließlich wurden einige Subventionen für Meliorierung von Schulgärten bewilligt und wurde über die Verleihung von fechs Professor Franz Metelto'schen und von drei Gartenvereins - Prämien für Landschullehrer entschieden. * (Deutsches Theater.) Wenn nicht alles trügt, eröffnen fich dem deutschen Theater in der zweiten Hälfte seiner Spielzeit günstigere Aussichten und unsere Voraussagung, mit dem Engagement einiger hervorragender Kräfte werde fich die alte Theaterfreudigleit des Publicums wieder einstellen, scheint einzutreffen, denn die samstägige Aufführung der Operette «Der Ober-steiger» fand vor total ausverlauftem Haufe statt und errang einen stürmischen Erfolg. Herr St raher fpielte und sang den Obersteiger mit jener Frische und Gewandtheit, die ihn zum erklärten Liebling des PublicumS gemacht hat; er bot kurz gefugt eine brillante Leistung, die in dem anmuthigen Walzer von der schönen Müllerin ihren Höhepunkt erreichte. Das echte Operettenfeuer des Künstlers theilte sich auch den übrigen Hauptdarstellern mit, ja sogar der Chor trat diesmal mit ungewohnter S,ch«helt in die Schranken. Elegant in der Erscheinung, sang Fräulein Seidl (Comtesse), trotzdem sie gegen eine stimmlich? Indisposition anzukämpfen hatte, mit jenem Geschmacke und jener Zartheit im Ausdrucke, die das Publicum schon bei ihrem ersten Auftreten bestochen hatten. Schauspielerisch gestaltete die Künstlerin ihre Rolle decent und anmuthig. Fräulein Lindner war als Spitzenklöpplerin Nelly voll elastischer Lustigkeit und erfreute durch feinpolnlierten Eesangsvortrag. Hcrr Winter hatte sich diesmal seiner Partie sehr liebevoll angenommen und fand neben Fräulein Seidl verdiente Anerkennung, die wir auch Frau Felix nicht versagen können, die sich augenscheinlich nach besten Kräften bemühte, ihr Möglichstes zu leisten. Herr Felix bot mit seiner gesunden Komik als Zwack eine höchst ergötzliche Charge, Herr Ramharter (Tschida) und Herr Bar» rett (Dusel) wussten ihre albernen Rollen so geschickt mit Ranken ihres eigenen Darstrllungswitzes zu umkleiden, dass ihnen die stärkste Lachwirlung auf das Publicum sicher war. Die Regie zeugte ebenfalls von dem frischen Leben, das mit Herrn Straßer in der Operette eingezogen ist. Das Werk war durch Herrn Kapellmeister Stephan sorgsam vorbereitet, unter dessen Dirigierung sich das Orchester sehr wacker hielt. Die Ausstattung erschien bis auf die Vergkapelle, deren primitive CoftÜ-mierung in grellem Gegenfatze zu den netten Bergknappen stand, recht gefällig. Das Decorative des zweiten Actes einfchliehlich der beiden «Grotten» war seinerzeit bei der Erstaufführung der Operette bei weitem sehenswerter und der Situation angemessener. Die Operette dürfte bei dem durchschlagenden Erfolge noch öfters ihre Anziehungskraft ausüben. 11 Fabrikat lS"hn9laC* I »««»He« '* I («7)12 *.m*Htt*e*W0, __ Saffiaefcr geitttttp 3lx. 290. ________________________2609________________________30. $e«m&et: 1895. Course an der Wiener Börse vom 28. December 1895. «°«l>e« ow«^« EoursblMe Sta«lt«» 99 ?b >n Noten verz. F«bruar-«lulluft »9 45 »8 Ut> .. Silber verz. Iünner'Iull »9-«» »»«l> ., » „ »pril'October 3S So luu.- °b4«r 4°/, Gtantswse . Lbo fi. 143- . ,44 — «ever b°/, ., ganze boo I. i4l. üu l46 t.0 ""« 5°/, „ Fsnftel loo I. il.«-- lLb - >»»4« E»/<°/« 1,4-— «»- -"/.»/»«ubolph-V, i, S, (biv. St.) Mr 1000 fi. «om..... —>— «-— ^°/<> dto. i. «ronenw. steuerf, (did. St.), für 2U0 ttr. «om. . . S? 4» 95'4l> ^/n Borarlberger Vllhn in Vilb., 2W u, 1000 ft. f, iou ft. Nom. —-— —-— ^/» dt«. in »ronenw. steutrf.,400 U, 8U0 von 20N st. ü, W. pr. Stuck . »!>?'?» 8b»'?i bto, Linz «ubwel» ^00 ft, 0. W, 5'/.°/,........ 244'— 245-äl) 0U». Talzb.-Iir.^ou fl.ö, W.ü°/n »»2- »»? — «llliz.l>><,rl.Uud»,'N.«0 LI« 50 «eld »«« Vo» Vtsate znr Zabln»« iibn-nommene »lfenb.'Pfior.' vbN»»tlone«. Elisabethbahn «W u. »00« Vl. für L00 M. 4°/»..... 11?«»I1?'?K ltllsabethbahn. 4UU u. »ooa M. »00 M. 4«/„..... l»0 - 121 — »»anz-Iofedh.»., En«. 1«34,4<>., ,« ?5 99 b« «alizlsche Karl-Ludwig V0'?0 litt,,»» bto dto. per Ultimo .... i»0-»5 i»l'l)t> bto. Rente in Kronenwihr., 4«/,„ steuerfrei für80«KronenNom, 98 10 9»'3l» 4°/^ dto, dw. per Ultimo , . 93 l»b 9» »5 dto.St. /^/„ «lü-lu iz«-»0 dto. bto. Silber 1N0 fi., 4»/,» „ lOU'bv 101 50 bill. Etllals.Obl!g. (Ung, 0ltb,) v, I. 187», 5"/o..... 1^0— llii - dt°,4>/,°/l>2chanlre8°l'Ubl,'c)bl. 98-5- 4°/, ullgarllche (10« fi, Ü.W.) . 9^>^z 9«>z5 Hnd»l» Lssenll. Anleh»». Donau-Neg.Loie 5°/^. . . . 127-50 128'b<> bto, «nlelhe 1878 , . 105-— 10« 50 Anleben der Stadt Gbr,, . , 112- —-— Unlehen d, Stadtgemeindc Wien 104 - inz-. Unleben d. Etadtgemelnbe Wien (Silber ober Gold) , , . . l2»-t>0 «»» K« PiümleiiN,,!, 0 Etllbtgm, Wien 161 — 1^2- «öisebau'UnIthen. verlosb, b'/, 100-. .,1 VS'50 «eN» «are llsanbbrtsft (fur«00fi.). «ooci.allz,0ft.in50I.vl,4«/«. 1«»'— ^'— dto. „ „ tnb« „ 4°/„ W—- «9- dt«. Pram.-Vchldv. »"/<,, t.ltm. 114^0 11!»- dto. bto. »°/°,lI. Gm. 117-8°, 11» - N.'vsterr.Lalides'Hyp.'Ulrst. 4«/„ 99«»'wU bt» Oest.-un«. Vnnl Verl. 4'/,°/n , -— — — bto. dto. ,. 40/2 . . !00'— !<« »<1 dt«. bw. ü«Mr. ,. 4»/, . . ll»0 — 1«X> »0 Tvarcasse,l.eft..8NI.5>/,<>/, vl. lNI-50 — — Vriorität»»Vbligatlon«n (für INC ft,). Ferdlnanbl-Nlirdbnhn Vm I88S 9»'- 1l^ — Oesterr. Nordweftbahn . . . 10» b« 10» ül, Staatsbahn....... »16 - «8 — Südbahn k »«,,..... 1«b— I«? — dto. k b°/o..... 131 >»5 131-ki Nng.'galiz. Vahn..... 10S »0 10? !»0 4°/, Nntertralner Nalinen , 99 en 100-— DiV»rft z«s« (per Stück). «ubapest-Nasllica (Dombllu) . ?'— 1'bU (lreditlose IN0 ft...... 2UU — lw» — Llaruilosc 4« ft. CM. , . . »l, 00 5b'5<> 4°/,Donau Dampfich. 1U0fl,T«l». 130'- l3l," Ofener Lose 40 ft...... 6<»-zi> SN vu Palsfy-Lose 4<> ft. CVt. . . . bk'— 50 b" Rothni Nreuz.vest.Ges, v., 10fl. 18». l»6<> Ni°tlM»reuz, Una.Ges.v,,5st. 10 80 10,» «ubolph-Lose IN ft..... li»-- 24>» Lalm-Lose 40 si. CM. . . . «8>2b b9'25 St.-Gcno!« Luse 4N ft, CM. . <>7--- »« — Walbftei» Lose 20 fi. CVi, . . 5»' - 55-— WindischssrHh t^ose 20 ft. 6M. . b. Aodei!^ditanstalt,l,Vm. , —'— lV'5<> dto. dto. II. «, >«» — Laibacher Lose...... «3'ljO »4>!» 1«ü-^ »ankere««, Wiener. 100 fl. . !1»9-l»U 140 «1 N°bn.°«nst,,Oeft,,200fi,S.40°/o !4»U — 440-. «rbt.Mnst.f, Hand. u.V, 160 fl. — — —-— dtu, dto. per Ultimo Veptbr. »b? 5^ »5» 6« «reditbanl, «llg. ung., «00 ft. . »9»-.. «00 - Deposttenbanl, «ll«,, 200 fi. . 3»» — «40 — U«!Npte.«»tI.. Ndröft., 500 fl. 810 - 830 — Giro»». Cafsenv., Wiener, «O0ss. «76— «80 — HypoH?H.,0eft.,«00fl.z!b°/<,,0'-. Donau' Dampfschiffahrt» - Ves,, OeNerr,, boo ft. «M. , . .418- 4»s — Dul-ÄodenbacherE'V, 2Wfl.E. 72'— 74- sseldinll»b«-Nl>rbb,lcx>0fi,LM. 838« 3400 Uemb.-Vz?rn°w,°Iassn,-> Eiseob.- Gesellschaft 20« ft. 3. . , . «8?'—z»»-. Lloyd, oest.Iriest, 500 si. «M. «li- 470- . Oefterr. Nordwestb. 200 ft. N, , 276 7K L7? ?e dtll. bto. slit. U) 200 ft. S. 27««5 279 2i Prag DuzerTlsenb. lsiNfl.s. . 9»— »S- Staatlleisenbahn 200 ft. H. . . 851 — »h«>— Subbadn 2<>0 fl, H..... 98— M-- Lübnorbb. Verb.-N. 200 fl. VM. 212 — »i»-- Tramwat,-V«z.,Wi.,1?0fl.«.W. 477— 481 — dto. Vm.l»»?,»<>oN. . . . ..-— — — V«lb W«, l««»»v°V«l., SieueWr., Prto- rltH»'«ctin> 100 fl. . . . 1«l! — 104 — Nng.-aallz. Eisenb. 200 ft. Hllb« »0^ — »04 — Unss.Westd,al> GraH^cM.s. »in Wien, 100». 280 — »»u — waggoil'Leihanft., «llg., in Pest, 80 ft......... 480-— 4«» — Wr. «augelellschaft 100 ft.. . ,1,7-.. n»- . Wiemrb>rasr Ztegel'Nl-tien^Hti. »89 — ,«« -, P»«ts»n. Amsterdam.......99«t, 100-. Deutsch, Pläye......K93«, ^9 «I» Londuu........5i2l'»5 1»» l>0 Pari«.........>«'!»«» «10 S', P?!er«bur«......! —'— —'-- Kaluten. Ducaten........ 57? 5 79 20'Frano»«Ttückc.....j 9 SO 961 Deutsche Neichlbanlüotr» . . ! 59 3«. »»'40 Italienische Uauknotcn . . . ! 4410 4420 Pler,«ubel.....> I 1 U7.! 1«, || Kramisclie Influstrie Gesellsclian. Laut Beschluss Apt General-Versammlung werden die am ! 5 9* «F&nxm^X* 1996 fälligen Dividendenscheine i l der Prioriiäts-Actien mi< fI. 25 und der • »: Stamm-Actien mit f I. 15 per stuck ! l bei Herrn I_. CJ. Lnckiiiaiiii in I.aihaoli und bei Herren H {< Vogel «& tfoot in Wien 1., FiihrichgaNMe 7, eingelöst. 8 aooooooooooooooooooooooooooa 0 Selbst Verlag von K3sl HudablUnJgg, Graz, Landhaus. 0 X Das Rechnungswesen im öffentlichen Wirtschafte -Leben. Fol. (8 autogr. Seiten) /( V n. fl. —20, per Post fl. — 25 Y 0 Unternehmer-Gewinn, Capital-Zins und Arbeits-Lohn in der Buchhaltung Fol 0 Q (5 autogr. Seiten) n. fl. —-20, per Post fl. —-24 Q 0 Nicht realisierte Cours- oder Preis-Differenzen und außerordentliche Ereignisse in a der Buchhaltung. Fol. (13 autogr. Seiten) n. fl. —-30, per Post sl. —-35 Y \) Buchungen vor und nach Austritt eines Gesellschafters mit Berücksichtigung von 0 ß Stamm-Vermögen und von circulierendem Vermögen. Fol. (14 autogr Seiten) A Z (5769) n. sl. —30, per Post" fl. -4 J{ V Versuch einer algebraischen Darstellung der doppelten Buchhaltung. Fol. P Q (4 autogr. Seiten) n. fl. —-20, per Post fl. —24 ' Q 0 Staatsbuchhalter Hüglis Kritik meiner Monographie «Die cameralistische Rubrik D _ und das doppische Conto, Graz, 1894». Fol. (17 aulogr. Seiten) Q On. 11. —-30, per Post fl. —-35 X _. Die Summe der täglichen Losung als Ersatz für Buchhaltung. Fol. (27 autogr S.) X Q n. fl. —-50, per Post sl. —-55 0 Q Die Buchführung der Filialen und deren Einfügung in die Buchführung der Haupt- Q X anstalt. Fol. (00 autogr. Seiten) n. fl. 1—, per Post fl. 1-07 X T Kritik der von F. Hügli, Staatsbuchhalter in Bern, dargestellten «Constanten» Buch- I 0 haltung. Fol. (114 autogr. Seiten) n. sl. 1-50, per Post fl. 1-62 Q 0 Des Verfassers Schrift: Die cameralistische „Rubrik" und das doppische 0 0 „Conto", Graz, 1894, welcher auf der internationalen Buchhaltungs-Aus- fi A Stellung in Lyon 1894 die silberne Medaille zuerkannt wurde, wird dem- Y 0 nächst in 2. Auslage erscheinen. — Die Schriften sind gegen Vorher-Einsen- Q A dung des Preises (Buchhändler 25% Rabatt) erhältlich. A DOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOD Landes-Theater in ßaibach.' 55. Vorst. (Im Abonnement.) Ungerader Tag. Montag den 30. December Vperetten-Uufsührnng: ! Auftreten des Tenor l. t. priv. Karltheater in Wien. Her Obersteiger. Overettr in drei Acten von West nnb Held ^ Mnsif von Zeller. Anfang halb 8 Uhr. Ende gegen 10 Uhr, 5t». Vorst. (Im Abonnement) Gerader Tag. Mittwoch den 1. Jänner Auftreten des Tenor überoimmt !u^a,inill. * Familie Albert Samassa. " Albert Schaffer f. Frau. * Ivtw Vilkar. ^ Familie Karl Pleschlo. * Johann Svitil, l. l. Baurath, s. Frau. (5636) 3—2 St. 24.754. Oklic. C. kr. za m. del. okrajno sodišèe v Ljubljani naznanja, da se je v izvr-šilni zadevi Urše Tomšiè iz Predal (po dr. Hudniku) proti Francetu Tom-äicu iz Malega Gaberja postavil umrlim zemljeknjižnim upnikom Antonu, Ma-riji in Marjeti Habjan, posestnik in cenilec France Koäak iz Male Raßne skrbnikom na ein, ter se mu je vroöil tusodni odlok z dne 31. oktobra 1895, flt. 22.435. C. kr. za m. del. okrajno sodiööe v Ljubljani dne 6. decembra 1895. (5569) 3—3 St. 4317. Razglas. O tožbi Marjane Perko iz Korn pol j St. 36 proti Jožetu Germu iz Kompolj st. 59, sedaj neznano kje v Ameriki zaradi 100 gld. s pr. postavil se je ložencu skrbnikom na èin Jože Samec iz Kompolj ter se je njemu vroöil dotièni tožbeni odlok, glasom katerega se doloèi narok k skrajšani razpravi na 17. januvarja 1 896, ob 8. uri dopoldne pri tem sodiäcu. j C. kr. okrajno sodiSèe v Velikih Laöcah dne 4. decembra 1895.