.N »49. Dinstag am K2 December »848. Henogthmn Krmn. Ha id ach, am I I. December !848. Die gan^ unerwartet eingetroffcnc Nachricht von dem Entschlüsse Sr. Majestät, unseres vielgeliebten Moilarchcn, Kaiser l Ferdinand des Gütigen, Oesterreichs erhaben» > Kaiserkrone, die der Undank verblendeter Unterthanc» i Ihm zur Dornenkrone umgewandelt, mit den be- . sten Segenswünschen für eine glücklichere Zukunft auf da5 , jugendkrästige Haupt Seines durchlauchtigsten Neffen, ! unsers dermal regierenden Kaisers Frau; Joseph I., l Majestät, zu übertragen, nachdem auch der un mittet bare Thronfolger und kaiserliche Bruder, Herr Erz herzog Franz (5arl, daraus verzichtet,—diese Nach. richt hat in La i bach und gewiß im ganzen treuen , Lande Krain, neben tiefer Wchmuth das Gefühl des innigsten Dankes gegen den milden Herrscher, ' den liebevollen Vater angeregt, der durch i3 Jahre ! und 9 Monate Sein theures Leben, ohne Rücksicht . auf eine immer schwankende Gesundheit, nur dem t Glücke Seiner Völker gewidmet, und durch Seine Engelsmilde und durch das unermeßlich Vi e le, dab < Er in der kurzen Dauer Seiner Regierung für Oesterreichs Wohlfahrt und Glück gethan, sich in den ^ Blättern der Geschichte ein unvevgängliches Denkmal ^ gesetzt; denn gewiß, eine danlbanre Nachwelt wird , neben den glorreichen Namen Ntaria Theresia lind ! Joseph I!., laut Ferdinand 1. als denjenigen nen- > Nt», der vollendete, was Jene begönne»,! ' Der erste Act Seiner Regierung war Milde, die < Amncstirung der Hochverrather aus Galizicn und j Italien. — Wie haben sie ihm gelohnt! > In allen Provinzen des großen Reiches, auch ! in der unseren, entstanden Kunstftraßcn, Gebäude , und Anstalten, dem öffentlichen Wohlc, der allgemei- ! nen Sicherheit, der Humanität gewidmet. Was vor i Ihm für ein Mährchen aus Tausend und einer Nacht « gegolten, Er hat es verwirklicht. Ein Netz von Ei. ! senbahncn überzieht den weiten Plan der Monarchie, . und mit Sturmescile braus't ein gebändigtes Element, der Mcnsckendand gehorsam, durch Oesterreichs Län-der, als Mittler und Träger ihres Wohlstandes, und ! selbst über das Meer ließ Er eine Brücke für die Ewigkeit bauen, nnch der Stadt d«r Wunder, ihr zum Segen, und sie lohnte Ihm — mit verrath. Den Verkehr der Gedanken zu beschleunigen, vertraute Er ihre Beförderung dem Blitze an, rincn Draht als Leiter spannend, der me seinen wichtigen Dienst versagte, außer cs zerriß ihn — der Verrath. Des Wissens Schätze zu sammeln und zu mch-ren, sie nutzbringend sür uns zu mache», , gründete Er eine Akademie der Wissenschaften, und stattete sie reich nnt Mitteln aus. Ihren Früchten sehen wir erst entgegen, sie reisen nur im Frieden, den nicht Er gebrochen ! Vtaria Theresia und Joseph II. mcMen d,n Leibeigenen zum dienstbaren Unterthan; Ferdinand der Befreier aber erhob den Dienstbaren zum freien Staatsbürger, gab ihm das Recht, durch selbst gewählte Vertreter das Vaterland neu zu lonstituiren und heilsame Gesetze zu postuliren ; Er brach die Fesseln, die seit Jahrhunderten das freie Wort getragen, die Ncde, die Presse, das Vereins, recht, die Wehre, Alles gab Er frei! — Wie wurden diese Freiheiten gebraucht? Was thaten die Männer unserer Wahl, Sein und unser Vertrauen zu rechtfertigen? Was hat die freie Presse, was di, Vereine, was die Voltswehrc zum Heile des Vaterlandes gethan? — Tausende von Leichen, durch sie — von Bruderhand gefallen, und rauchcnde Ruinen chemaligen Wohlstandes geben Euch die Antwort oaraui? — Was hat es genützt, daß eine überwiegende Mehrzahl Treugesinnter die Gesinnung und Verblendung dcr Minderzahl nicht getheilt, wenn diese überwiegende Mehrzahl muth . und thatlos die Hände in den Schooß gelegt, als es galt, die Wehr im Kampfe sür Recht und wahre, auf Gesetz und Ordnung gegründete Freiheit zu erheben; wenn sie entfloh, wo cs galt, fest zu stehen, wenn sie sich auch heute nicht scliämt zu schweigen, wenn die complo mittirten Amncstiedränger seit 6. October behaupten, es sey nur eine unbedeutende Miuderzahl gcwc--sen, vor der sie, die große Mehrzahl, feige den Kampf gescheut? Wo Er hiilblickte, der kaiserliche Märtyrer, aus Seine wohlthätigen Schöpfungen, auf Seine Vol. ker, die Er so gerne glücklich gesehen, überall trat Ihm Muthlosigkeit, Undank, selbst Verrath entgegen! doch n ein, n i ch t überall war eö so ! Einige Sonncnblicke waren doch auch Seinen sturmbewcgttn Kummertagcn gegönnt. Auch Seiner Armee haltc Er Seine väterliche Sorgsalt zugcwrndet, eine bedeutende Abkürzung der Dienstzeit, die Verbesserung ihrer Lage, eine dcque-m.re und gefälligere Uniforminmg, Beschränkung der Lciblsstraftn auf entehrende Verbrechen, Belohnung lind Beförderung des Verdienstes ohne Rücksicht aus Stand und Geburt, tine zeitgemäße Stellung des feldärzllichen Dienstes und viele andere heilsame Re^ formen waren das Werk Seiner Negierung. Die dankbare Armee hat sie erkannt, dic g l o r reiche, hel de n m ü t h igc, die treue, die siegreiche österreichische Armee hat Ihm ihren Dank bethätigt, hat die treulosen äußern, und die ve» räthlrischen innern Feinde des Vaterlandes zu Boden geschmettert, die Monarchie gerettet, und wird den Verrath auch dort noch vernichten, »^ cr seine letzte Zufluchtsstätte gefunden. Die Armee war der eine Sonnenblick! Sein kaiserliches Geschenk der Freiheit sprach auch die Gleichberechtigung aller Nationalitäten aus und Jubel erfüllte die slavischen Stämme Oesterreichs, und sie standen auf wie ein Mann, sür )h", sür das bedrängte österreichische G csa m mtv a t erla nd; sie zogen sort, aus ihren heimatlichen Gefilden, und röthete» in weiter Ferne, wo es Noth that, die fremde, die feindliche, wenn gleich vaterländische Erde nnt ihrem treuen Blute; sie siegten, und ihnen verdanken wir cs vor allen, wenn Oesterreich ein einiges, freies Reich verjüngt aus dem Kampfe gegen Treu losigkcit und Verrath hervorgeht; denn ohne sie hätten seine eigenen Söhne im Bunde mit Fremdlingen Oesterreich bereits zertrümmert. Dieß war der zweite Sonnenblick: Wohl uns, daß er auch unser treues Ländchen Kraiu ohne den kleinsten Schattensicckcn vergoldet! Wer des Lebens bittere Kelche verkostet, der weiß es __ der bittersten Einer ist der Un dank! Zu viel hat das Baterhcrz davon getrun-ten! durch Milde, durch Liebe wollt' es herrschen, nicht mit dem Donner der Geschütze, nicht mit dt,n Schwerte, und doch mußt' es so kommen! Dem Vater brach der Muth, die Krast, die Hoffnung , auf friedlichem Wtge das Werk zu Vollen, den, das er liebevoll begründet, und daß Er und Sein durchlauchtigster Bruder in Ihrer Liebe sür Oesterreichs Völker diese Vollendung mit der Krone auf Franz Joseph !. übertragen, ist uns die sicher, ste Bürgschaft sür eine glückliche Zukunft! Die Krone von Oesterreich, der kostbarste schmuck der Erde, war bis zu den Märztaqen gar leicht zu tragen. Ein Wort, ein Blick war Gebot für nahe an Vierzig Millionen Getreuer! Seit den Märztagen sollten Liebe, Dankbarkeit, retlicher Wille, Bür„e,pfli i t und Einsicht das edlere Bindemittel seyn zwischen Fürst und Vaterland. Es ist anders gekommen, und wie die Verhältnisse Oesterreichs heute bestehen, hat Kaiser Franz Io« seph mit Oesterreichs Krone nicht den leichten schim« mernden Schmuck, Er hat die schwerste Last der El» de aus Sein jugendliches Haupt genommen, und daß Er die rosigen Freuden der goldenen Jugend mit den unabsehbaren Sorgen und Mühen der Regierung , der Regeneration eines vom Verrathe un. tergrabenen, dem Zerfalle nahen Niesenstaates ver< tauscht, daß Er damit beginnt, alle die uns zu Theil gewordenen Freiheiten und ihren Ausbau zu gewährleisten, müßte Ihm unsern Dank, unsere Liebe, unser Vertrauen gewinnen, selbst wenn der Oesterrriäier aus dcm trunk'nen Taumel unserer be-daurrlichcn Zeit nicht jene treue Anhänglichkeit geret. tet hätte, mit der er vo^ jeher an seinem angestammten Regentenhausc festgehalten. Allein der Kaiser und Seine kräftige, einsichts» volle Regierung suchen nicht Sein Glück nur, sic wollen das Unsere, und wenn nicht die Dankbar, keit, so will cs der eigene Vortheil, daß wir sic ill ihrem Streben unterstützen. Das Heil un,crer Zukunft liegt in des Kaisers und in des Reichstages Händen. Dem Kaiser und Seinen verantwortlichen Rath.-gcbern unser Vertrauen! — Ihr aber, Männer auf der Linken, die Ihr das Vertrauen Eurer Wähler verwirkt, geht in Euch, hört auf, sardinische, Frankfurter oder magyarische Parteigänger oder Söldlinge zu seyn, werdet wo möglich wieder ehrliche, gute Oester eicher, oder wenn Ihr es nicht könnt, wenn Ihr hört, daß Ihr das Vertrauen Eucrer Eommittenten nicht mehr besitzt, macht Würdi. gerenPlatz: denn wißt, indem Ihr gegen den Euch kundgegebenen Willen Euerer Eommittenten aus Eueren Sitzen verharrt, zerreißtIhr ihre moralische Verpflichtn na, Eliere selbst erdachte, noch durch ein sanctionirtes Go setz normirte Unverletzlichkeit zu achten; und Ihr, die ein Mißverständniß, ein Zufall in den Reichstag ge, führt, und die Ihr keine jener Eigenschaften der In-tclligenz besitzt, die das große Werk der Regeneration des Vaterlandes erfordert, räumt verständigern Männern unseres Vertrauens Eure Sitze ein —Euch und Eueren Kindern zum Heile! Und du, überwiegende Mehrzahl der Gutgrsinn. ten in Ocsterrcict), erwache, rlmannc Dich, stehe ein sür Dein eigenes Wohl, gebrauche das freie Wort, die freie Presse und wenn es Noth thut, schwinge sie» gend die freie Waffe zum Schuyc des constitutionel-len Thrones, der Versassung, der wahren beglückenden Freiheit, der Ruhe, der Ordnung und Sicherheit im Innern, wie es die tapfere Armee gethan! dann wird Dir nicht mehr die Schmach werden, die Sclaven» fesseln einer anarchischen, geringen Minorität zutragen, dann wird das Opfer nicht vergebens gebracht seyn, das Kaiser Ferdinand, Erzherzog Franz (5arl und Kaiser Franz Joseph I. Oesterreichs äMcrn gebracht. ^ l»r. Laib ach, am 9. December. Wir erhalten s« eben von der steierisch, ungarischen Gränze nachstehende Emrcspondcnz: 764 Am 5, December setzte sich Hr. General Graf Nugent mit stillem Armeecorfts von Pcttau in Be- -wegung nach Radkersburg, wobei die Truppen den < nächsten nnd kürzesten, wenn auch durch den Spätherbst beschwerlichsten Weg über Ternovec und Dreifaltigkeit einschlugen. Leider würd« der Abmarsch un- ^ sercr kriegslustigen, kampsbegeistertcn Schaaren durch ^ ein unseliges Ercigniß getrübt, dessen trockenen Ver. lauf, um der böswilligen Fraubaserei entstellender Er- ^ zählungen zuvorzukommen, wir hier in gedrängter 5 Kürze mittheilen. Ein Ossicier der Division des ita- ^ lienische», Regimentes Este stritt sich am Platze vor z dem Nathhause zu Pettau mit dem städtischen Vor. , spannsconnnissär, Herrn Magisiratsbcamten Koh out, ^ weil der von ihm verlangte Vorspannswagen noch .-nicht angekommen war. Die Entschuldigungen stießen . auf barsche Gegenreden und als Hr. Kohout zum . Weggehen sich wendete, hieb der Ossicicr mit blan. ker Klinge nach ihm. Kohout sing den Hieb an Korb und Unterklinge auf, wurde aber zu gleicher ^ Zeit von einem eben dazu tretenden Ossicier des ita. . lienischen Regimentes Wimpfen in die Weiche gcsto- ^ chen. Die Wunde durch Nachbohren oder Umdrehen der Klinge war tödtlich. Der uilglückliche Beamte schleppte sich noch bis in das Ratbhaus, lebte noch 7 ; Stunden und verschied bei klarem Bewußtseyn um 4 Uhr Nachmittags, , Graf Nugent sicherte sogleich die Existenz der < Witwe und der sieben unversorgten Kinder, beruhigte , die schmerzlich aufgeregte Stimmung und begann die , versprochene Genugthuung mit der augenblicklichen < Verhaftung dcr Thäter. c Am 7. Dec. Nachmittag um » Uhr sand die t Bestattung des unglücklichen Opfers barscher Ueber- l killing unter Begleitung der au5 allen N.'chbarorten < erschienenen Repräseiltanten der Garden und der Bc > völkcrung Statt. > Ueber den Einfall, oder besser Raubzug, durch > welchen dic Ungarn im vorigen Monate in Polstr^u und Frida» ihre feindlichen Gesinnungen bethätigten, kommen uns aus authentischer Quelle immer mehr Nebcnumstände zu, welche wir unsern liefern vorzule» gen uns beeilen. l Dcr Einfall der Nebellen nach Steiermark bc-qann an, 8. November früh zwischen 4 und 5 Uhr ^ mit dein Erscheinen von tt ungarischen Rällbern, welche mit wildem Gcpolter vor dem Gränzzollainte hielten ' Und den Einnehmer heraus verlangte». Letzterer (Hr. ^ Alois Sarnitz), Vater einer zahlreichen Familie, ^ erschicn — nachdem er vorsichtig früher die kaiserliche ^ Lasse geborgen hatte. Einer aus der Horde, welcher als Officicr sigu-sirte, hielt dein Einnelimer die Klinge auf die Brust und fragte, ob in oder nächst dem Amtshause kaiserliche Truppen verborgen seyen. Aus die Verneinung der Frage gaben seine Genossen ein Zeichen und der Einmarsch der Rebellen begann. Sie waren nach Augenzeugen in Polstrau 4 bis 5000 'U.'ann stark und führten l'2 zum Theile recht gut, zum Thsile sehr öuitt bespannte Geschütze mit sich. Die Invasionstruppe, in seltsamer Mischung von Trachten und Waffen allcr Art, rückte scheu und still, ganz im Emllange mit dem gcsindelh^sten Aussehen, durch Polstrau gegen Fridau, von wo man in weniger als znci Stunden bereits die Kanonade ver-nahm. Schade, daß die Rebellen nicht bis zu den verschanzten Anhöhen von Großsonntag gekommen waren; Ungarn l)ätte seit den Tagen dcr Peltaucr Gra-sen hier das sechshundertjährige Jubiläum feiern kön. ncn, keinen aus seinen Kriegern von diesen Höhen mehr heimkommen zu sehen. In Fridau von den kaiserlichen Truppen mit großem Verluste an Todten und Verwundeten ge-worsrn, nahn, die Horde den wirren Rückzug über Polstrau, überall Plünderung versuchend, aber aus Furcht v^r den nachsetzenden kaiserlichen Waffen nir gcnds lange verweilend. Eine ihrer Kanonen schlepp, ten sic dcmoutirt mit sich. DaS Zollamt entging dcr angedrohten Bcraubmig, nachdem dcr Einnehmer scinc letzten Lcbcnsmittcl gutwillig den Magyaren verabreicht hatte. Wie ferne Perczels Absicht, bei Lcgrad eine j Brücke zu schlagen, an der Tapferkeit dcr Illyrier , scheiterte, haben bereits die öffentlichen Blätter gegeben, t 1' ... r (Eorrespondenz.) Görz am 3. December 1848. Wie man hier die Gleichberechtigung der Staats- ' bürger verstehe, kann man aus Folgendem entnehmen: ^ Der provisorisch zusammengetretene Gemeinde-rath der Stadt Görz hat in seiner Sitzung vom 18. ^ October l. I. beschlossen, sich aufzulösen, und einen ^ andern, — wie er sich ausdrückt — aus breiterer " Basis zu wählen: dcr Gemeindevertretung Platz zu machen. Zu diesem Behufe erließ er ein Wahlgesetz, " nach welchem von der passiven Wahlsähigkcit ausgeschlossen sind: n) die wegen eines Verbrechens oder ' schwerer Polizei-Ucbcrtrctung Abgeurtheilten, und li) " die k. k. Beamten, Darin besteht also die breite Basis des Wahl-gcsetzes, daß mit den Verbrechern die k. k. Beamten von der Wählbarkeit ausgeschlossen sind. Während in der Ncichsversammlung viele, ja sehr viele t. k. Beamte als Volksvertreter an der Berathung des wichtigsten Staatsgesetzcs, dcr Verfassung, Theil nel). ^ inen, ist ihnen in Görz die Möglichkeit benommen, ihre bürgerlichen Rechte als Gcmeiudemitglieder aus ^ zuüben. — Wir fragen den provisorischen Görzer Gc meiudcrath, wer ihn berechtiget habe, über eine ganze ^ blasse Staatsbürger und Geineindrglieder diese «nni !<5 «Üminutlo zu verhänge!,? Wir halten dieß >ür eine Anmaßung ohne Gleichen; in einem democra^ lisch-constitutionellen Staate kann über die persönli " chen und politischen Freiheiten dcr Staatsbürger nur die gesetzgebende Gewalt, nie und nimmermehr aber ^ ein willkürlich zusammengesetzter Gemeindcrath ohne allen Mandat einen Beschluß lessen. So lange also ^, das Reichsgrundgesetz, oder eine audcre von einem ^ competentcn legislativen Körper erlassene Bestimmung ! oie Beamten irgend eines politischen Rechtes nicht ,ür verlustig erklärt, steht es Niemanden zu, so et-was, wenn auch nur prooisorisch, zu verfügen. ' Auch ist es höchst ungerecht, elne ganze Elasse ^ ron Staatsbürgern wegen der bloßen Möglichkeit, daß ciill'ge von ihnen geneigter seyn könnten, die Sache der Regierung, als jene des Volkes zu ucrsech' !. ten, von der Betheiligung an der Verwaltung dcr Gemeindeaugclcgcnheitcn auszuschließen. Verdient und qcnieslt ein Beamter das Vertrauendes Volkes nicht, , so wird man ihn ohnehin nicht wählen — findet aber . das Gegentheil Statt, so ist es nicht abzusehen, I warum >nan dem Volke die Möglichkeit benehmen ^ soll, den Mann seines Vertrauens wählen zu können. Erwägt man noch zu allen» dein und schließlich, ,, dasi es hier eine Partei gibt, die liberal seyn will, ^ und daß von eben dieser Partei die Verdrängung ^, der Beamten von allen politischcn Berechtigungen ', geprediget wird, so kann man nicht umhin, zu gla». ^ ben, daß sie Freiheit will, — aber nur für sich. ^ I. Doliak. (Korrespondenz) Marburg, am 8 Dec. ^ Vor einer Stunde (4 Uhr Nachmittag) alarmirte ^ Trommclschlag die Nationalgarde, welche sich äugen- ' blicklich zadlrcich auf dcm Erereierplatzc einfaild. In ' Folge Ministerial-Erlasses war die Aufforderung zur ' Mobilmachung eines Theiles derselben gegen die re- ' bellischen Ungarn ergangen. Einstimmig erklärten sich ^ alle Garden auf der Stelle bereit, den Garnisousdicnst ' in vollem Umfange sammt Begleitung aller Trans, porte ?c. übernehmen zu wollen. Dem Mobilwerden < st.nid einerseits das Bedenken entgegen, daß der mo> l mcutaneAusmarsch einer geringen Anzahl hier für den l Wachtdienst und die Gewerbe nachtheilig wirken müßte; andererseits die bittere Erfahrung gegenüber, daß im ! October, alö ein Theil unserer Garden freudig gsgen Wien eilen wollte, um Recht und Eigenthum , die Kai.- > scrburg und Natioualschätze gegen die Proletarier zn schützen, mit wahrer Henkel lust in hundert hämischen Pamphleten über die Marburgcr hergefallen wurde, freilich nur von solchen, die keines klaren und chrli chen Strebens fähig, Blödsinn und Bosheit des lie. ben Ichs gar so gcrnc dem Nichtich in die Schuhe schieben möchten. Mit dem Augenblicke, als ungari. I schc Horden es wagen sollten , den Boden der Steier mark in feindlicher Absicht zu betreten, jenen Boden, der seit sechs Jahrhunderten fest und trcu mit Oesterreich vereint zu den -sichersten Bollwerken westlicher Civilisation gegen orientalische Barbarei gehört — stehen die Marburger Garden alle für Eiucn, Einer für alle, wie einst gegen König Mathias und Soli man den Großen untcr der Aegyde des öster. rcichischen Aars mit Blut und Lcben für das geliebte Kaiserhaus an den 3an5esgränzen. Verdächtigen konnte Blödsinn und Wahnwitz unser Streben, aber nie die Energie vertilgen, nie die Loyalität schwächen, die uns für Gott und Vaterland zur Begeisterung für den jugendlichen Hoffnungsstrahl Kaiser Franz Joseph eben so entstammen, wie sie uns zum ewigen Danke für Ferdinand den Guten begeistern. ?... Von der Dräu. (Schluß.) Die Besorgniß, daß Graf Wicken bürg viel. leicht aushören dürfte, unserer Steiermark als Gou« verneur vorzustehen, hat alle Guten, mithin beinahe ganz Steiernwrk mit Angst und Wehmuth erfüllt. Wer die Geschichte des Landes, die Stimmung der Parteien, die feile Thätigkeit roher und schlauer, vf. fener und geheimer Wühler seit den Mälztagen kennt, und da weiß, daß in Steiermark nicht Ein blutiges Opfer dem Moloch dcr Volsbewcgimg gebracht wur« de, der weiß auch, daß dieß beinahe allein Wik» lenburg s weiser Leitung zu verdanken sey, fühlt, auch, daß Jeder sich selbst brandmarke, der über den wackersten Ehrf der Provinz ein anderes Urtheil fällt als — Er hat sich selbst geopfert. Baß Steiermark in der Welt einen andern Ruf genießt, als noch vor einem Decennio, war W i cke n bura/b Werk durch die Versammlumz der Naturforscher l«^, der L<,nd. und Forstlvitthe t«4li; wenn Gratz an Bauten und An-stalten mit Prag und Mailand wetteifert, so ist es seit 1830, also seit Wicken burg's Provinzial'Ver. waltung geschehen; ließ sich hie und da der alte Egoismus der Menschen nicht eben so schnell zum Streben für das Gute und Schöne umformen, so vergesse man nicht, daß ja noch ein großer Theil der alten Generation vorhanden ist. Wicken bürg hat seit März im Kleinen treu das milde Beispiel Fer» dinand des Gütigen nachgeahmt. Die Verachtung allcr Biederen wird Jene treffen, welche die Kritik des Blödsinnes und der Bosheit an den Ruhn» eines Mannes legen, der sie erhoben und gehalten, und sonst keinen Fehler gehabt hat, als gerade die Huld und Güte, mit dcr er solche Menschen erhoben und gchallcn hat Nicht Einer dieser Parasiten stand nämlich auf i» den Tagen, als tolle Dcmocratcn Wicken burg's Abdankung verlangten. Ihr Schwei, gen und das Verlangen wahnwitziger Demagogen wird von dcr öffentlichen Meinung dcr Gutgesinnten aus gleiche Weise, als Verrath und Treulosigkeit, ge. richtet werden. Von Außen bis zu den Gletschern der Sulzbach, von den Alpcuhöhcn des Hochlandes, wel< chcs den stattlichen Grasen zu seinen Penaten zählt, bis zu den Rcbgcländen dcr Wendengaue, deren Be, wohner mit ihm manch herzliches Wort in ihrer Lau. dcösprache wechselten, ist nur Eil» Laut dcr Verel)» rnng und Liebe -- für ihn — Ein Laut, der nur den Separatisten, manchen kleinen Amtstyrannen und jenen Wenigen, die nichts wissen und alles wollen, zum Mißtone wird. Was mußte Wickeuburg leiden, da er offen als Gastsrcund des ritterlichen I e II a öi« auftrat, da er mit gewohnter Liebenswürdigkeit den Redacteur eines Grcitzerblattcs behandelte, dcr eben den Gratzern »icht zu Gesicht stand; was mußte er leiden, weil er klug genug war, in leinen Ausschuß, den die Zeil. umstände geboten, auch einen Theil seiner Gegner aufzunehmen und somit Leuten den Mund zu stopfen, die ihre Redesreihrit sonst zu Ueblcrem miß. braucht hätten, die aber durch seine Klugheit an eine vernünftige Berathung gebunden waren. Man frage in Etciermark den Landmann, man frage den Bürger, man frage jeden Bedrückten, der, wenn ' nicht mit Hilfe, doch mit Tr^st beglückt die Hofburg I verließ, ob er ein anderes Urtheil fällt, als: unend. 765 lich gut muß unser Kaiser seyn, der uns einen Gou. verneur von solcher Herzensgute gad. Daß der Beste Undank, Mißgunst und schiefe Urtheile erntet, liegt im Geiste der Gemeinheit, und jeder Verkannte, den, jene drei herben Früchte aus der reinsten Aussaat er-wucksen, darf sich mit dem Beispiele unsers Kaisers trösten. Die hämischen Neider, die elenden Verleum. der möge für jetzt ihr Gewissen richten, für die Zu? kunft entgehe»» sie dem unparteiischen Urtheile der Ge-ichichte gewiss nicht, — so ferne ihre Namen wichtig genug sind. — Auch die Untcrsteiermark im Allgemeinen entging der beliebten Medisancc, die sich vom Kasse heische in die Journalistik gezogen zu haben scheint, nicht so gänzlich. „Ein NldolentesVolk!" schmähten die Radica-len, weil es uns nicht beifiel, Wien zu Gunsten einer magyarischen Schilderhcbung zu unterstützen; „ein Rebellen Volk"! tobten die Servilen, weil man dri uns mit keiner Lunch > Justiz gegen den Landsturm austrat; „nieder mit den Deutschen!" brüllten über. spannte Ultraslavisten in fanatischer Gesellschaft; „fal. scheö Wendcngeschlecht!" murrte der kurzsichtigere Deut' sche; und was that bei all drm unser Bürger und ilandmann? er arbeitete ruhig, zahlte seine Steuern, ließ seinen Kaiser und die eintretenden Verbesserungen hoch leben; konnte sich ein einiges, großes Oester. reich nur so denken, wie ein einiges, glückliches Steicr-mark, und wü'lschte den Koriphäen jener vicr toben, den entgegengesetzten Winde nicht ein Mal Slricl lmd Schwert, sondern in angestammter Gutmüthig. k,it nur die beschaulichen Hallen cincs geiäumige!» Narrcnhauses. Es soll uns wundern, wenn nicht mancher Schadenfrohe im Stillen sich freut über den Raubzug, mit welchen« die Magyaren, vermuthlich um nachbar« liche Sympathien zu wccken, unser wehrloses Stadt, chen ssridau beglückten; gab es doch Manchen. de» sich grimmig geberdete, weil am I. November sieben, zig Ka„o„ensalven auf den Verschauzungen von Groß' sonntag den hochtrabenden miganschc» Nachbarn die Herstellung der Ruhe in Wien verkündeten. Wie ge. wisse radicale Blätter mit hämischem Jubel jeden Un< fall unserer Armee in Italien vergrößerten, jeden Sieg derselben entstellten; so gilt Aehnlichgesinnten jeder Banditcnstreich unserer Gegner als Heldenthat, während sie weislich schweigen, daß nnsere Wehr. manner des stcirischcn Regimentes Piret bereit« wie die Mauern standen im ungarischen Kugelregen, und einzelne Dragoner Reiterthatcn wagten, <ür welche weder Eitelkeit noch Beutelust — sondern der ehrliche Muth und die gute Sache die Triebfedern waren. Möge manches nicht unwichtige Ereigniß, mancke Ansicht über Stimmung und Zustände an derDrave miser nachbarliches Krain aus parteiloser Feder er-fahren und freundlich ausnehmen. I»... Nationalgarde. Verhandlungen des Verwaltnngörntheö in den Sitzungen am am 2tt Vtov. und ll December d. I. Einige Urlaubsbewilligungen werden aufbegrül,' dete Gesuche ertheilt. Mthrcre Zahlungen aus dem Gardefonde werben angewiesen. Die Anzeige, daß Se. Excellenz Herr F. M. Graf v. Radetzky keine Gewehre für die G.nde mehr verabfolgen könne, wird zur Wissenschaft genommen. Der Commandant der 5. Compagnie, Herr Mü hl eisen, verzichtet zu Gunsten des Gardrfondes auf fein Guthaben für mehrere, der Compagnie gelei. stete Auslagen, welches Geschenk mit Dank zur Wissenschaft genommen wird. Der h. Gilb. Präsidial. Erlaß, womit bedeutet wird, daß das Aerar nicht in der Lage sey, die an-gesuchten Gewehre für die Garde zu erfolgen, wird zur Kenntniß genommen. Dem Ansuchen Sr. Excellenz, des He.rn Carl Grasen v Welspcrg, als Ehrenmitglied der Laibacher Nationalgardc beizutrctcn, wird mit Vr» gnügen entsprochen. Ein Antrag zur geregelten Einbringung der Na-zahlungen auf Abschlag der für die Uniformen ' ertheilten Vorschüsse, wird nicht nur als dringend ' nothwendig anerkannt, sondern anch in den Moda-' litäten einstimmig gutgeheißen, indem ein großer ! Theil des Gardcv.'rmügens auf solchen Vorschüssen ' aushastet, auf deren ordnungsmäßige Einzahlung ge- > sehen werden müsse. Der Antrag, daß Bchuss des Wachtdien, ' st es und zwar für jede Compagnie 12 Stück Car> - tuche mit Bajonnetscheiden im Accordwege aus >'iicch- > nung des Gardesondcs beigeschasst werden niögen, wllrde genchnnget. I o h. B a u m g a r t n c r, N. G. Commandant. Wien Se. l. k. Majestät haben mit allerhöchster Ent- . schließung vom ,. l. M. die Versetzung des Staats.- l und Confcrenz,Rathes Freiherrn von i5 cbzeltern- i Collcnbach in den wohlverdienten Ruhestand, m l Folge dessen unterlhänigsten Ansuchens, zu gcnehmi- . gen und demselben als Merkmal der allerhöchsten . Anerkennung seiner langjährigen, treuen und eifrigen , Dienstleistung das Commandeurtreuz des ungarischen » St. Stephan' Ordens zu verleihen geruhet. Sc. Majestät, der Kaiser, haben mittelst Aller- . höchster Entschließung vom 30. November d. I. nach- - benannten, theils dmch ihr ausgezeichnetes Betragen ' vor dem Feinde, theils durch ihr erfolgreiches Wirken ^ für die Armee während des letzten Feldznaes in Ita-° lien verdienstlich gewordenen Offizieren, Militär-Beain. l ten und sonstigen Individuen, nachstehende Beloh. nungen allergnädigst zu verleihe« geruht, und zwar. l Den Orden der eisernen Krone 1. Classe , den F. M> L. von W och er und Grasen Thurn. Denselben Orden II. C lasse: den F. M. L, Graf Lichnowski, Fürsten Ed. l mund Schwarzenbrrg, Heinrich Baron Rath, den» ' G. M v. Slipplikatz und Oberst Tcybcr des Inge > nieur'Corps. Denselben Orden III. Cla sse: den Obcrstlicut. und Corps > Adjutanten Tande > und von Wojecichowski, dem Oberstlieut. von Odelga > von E. H. Ernst Inf. Nr. 48, und Pittingcr von der > Artillerie. , Den Majoren: Baron Schlcchta des Pionnicr- ' Co,ps, Gyurich von Liccancr Gränz-Reg. Nr. l, von ! Oliva von der Artillerie, v. Dcsimon von E. H. Ernst Ins. Nr. 48, v. Münzer vom vacant Reisin' gcr Ins. Nr. l8, Gras Castigliune des Jäger-Reg, Kaiser, Contc Besozzi des Ingenieur-Corps, Eeyf-sert von Gyulai Ins. Nr. 33, von Schiller des Ge^ neral-Quartiermeisterstabes, O^f H^yos von Noy.-nebury Dragoner Nr. 4, Eberhard von Kaiser. Jäger, Adjutant beim lomb. vrnet. General Commando, Baron Lcycamp, Flügel/Adjutant beim F. M. Grasen Radctzky. Den Hauptlcutcn und Rittmeistern: Brand vom l0. Jäger Bataillon, von Brandenstein von Gcppm, Ins. Nr. 43, von Kühn, John, von Pakeny, von Ramming, Giani, Krismanic des General-Quartier-meisterstabes, August Holzer von Paumgartten Inf. Nr. 22, v, Rad<> des IngenieurCorps, Mauler von Haugwitz Ins. 9lr. 38. Czcrmük und Hauska des Pionnicr' Corps, Graf MenSdorss von Rcuß Hus. Nr. 7 und Battling von Radctzky Husaren Nr. 5. Den Oberlicutencmten: Langlachner vom Pion-nier-Corps, Krzis, Heußcr und Schäscr von Kinski Inf. Nr, 47, Graf Bissingen von ProhaSka Inf. Nr. 7, Eisler des 2. Artillerie. Neg. und Hammer der Garnisons - Artillerie. Das C om m and e urkreuz des Leopold. Ordens. Den F. M. L.: W. Haynau, Franz Gras Schassgotsche und dem G. M. Grasen Strassoldo. Das Ritterkreuz dieses Ordens. Dem G. M. v. Susan, den, Obersten Grasen Festctics von Radetzky Hus. Reg. Nr. 5, Grasen Per-gen von Haugwitz Ins. Nr. 3s, v. Perrin von Rei-singer Inf. Reg, Nr. l8, v, Nagy des G. Q. M. Stabes, Grasen Kiclmannsegge vom Paumgartten Inf Reg. Nr. 2l, v. Haradauer von Wocher Inf. Nr. 25, Baron Bianchi von Kinski Inf. Nr. 47, v. Pfanzetter des G. Q. M. Stabes, von der Nüll des Ottochaner Gränz Reg, Nr. 2. Den Oblrstlieutenanten: v. Martini von Haug-witz Ins. Nr. 3s, v. Lillia von Gyulai Inf. Nr. 33, Bauer, Commandant des l l. Jäger. Bat., v. Schmerling des G. Q. M. Stabes. Den Majoren: Grafen Vetter von Boyncburg Dragoner, v. Ettingshauscn vom Ottochaner Gränz-Reg. Nr. 2. Den Hauptlruten: Wagner und Mollinari des G. Q. M. Stabes, Grasen Ewckau von Prohaska Inf., Grasen Ncipperg des Ingenicnr-Corps, Grasen Salis von Kinski Inf Nr. 47, Joseph Holzer vom Paumgartten Inf.-Rcg Nr. 2l und dem Capitänlieutc-nant Cavallar vo-n E, H. Franz Carl Ins.-Regi» mcnt Nr. i>>. Bas goldene geistliche A c rd icn stk reuz. Dem Caplan Czerkas vom Fürsienwärther Ins. Reg. Nr. 56, und dcm Caplane Askamovich vonl 2. Banal »Gränz Neg. Die große goldene Vcrd ic nst. M ed a i ll e. Dem Militär - Vcrpsiegs . Oberverwalter Stock, dem Feldtricgs'Commissar Noe, den Rgts.-Aerzten Dr. Wurzian und Dr. Römer. Die mittlere goldene V erd i e n st Mcda ill e. Dem Oberarzte Dr, Wache. Die klcil, e goldene 3; dem Ka-nonier Howatschek der Garnisons.-Artillerie, den Ge» meinen Adler und Lorcnz Duschek des Fuhrwesens Corps, dem Gemeinen Modrich des Ottochancr Gränze Bataillons, dem Feldwebel Sivkvvich, Corporal Ter^ qovcbich und Gemeinen Gozak des Szluiner Gränz. Bataillons. Die silberne Ta psc rk ei ts. Med ai ll e ll C l a ss e, An Cadet-Feldwebel Sekullich, Gemeinen Ma, paich und Seseragi.h vom Ottochaner Gränz > Ba' taillon. Ausierdcn, noch !2 derlei Medaillen zur Verthci- lung unter die würdigste Mannschaft Se. Majestät, der Kaiser, haben ferner in a. g. Würdigung der Verdienste, welche sich der F. M. L. Baron Augustin und der G. M. Carl Ritter von Mertens, im Sitze der Kriegs > Verwaltung durch thatkräftiges Einwirken auf Bcischassung der Kriegs--Mittel für die k. k. Armee in Italien zu erwerben in dem Falle warcn, diesen bcidrn Generälen, und zwar dem crstcrn, den Orden der eisernen Krone I. Classe und letzterm das Commandeurkreuz dc5 Leo. pold-Ordens huldreichst zu verleihen geruht. Nömische StmNen. Die „Allgem. Zeitung" vom 4. December meldet aus Rom vom 25. Nov. 4 Uhr Nachmittags: Das Ministerium hat die Abreise des „Pontifer,« der von unheilvollen Rathschlägen fortgerissen worden sey, an» gezeigt. Galletti veröffentlicht einen Brief, welchen jener für den Marchese Sacchctti zurückgelassen hat, in welchem er dem Minister Galletti die Sicherheit der Habe und der Personen, namentlich seiner Umgebung, die nichts von seinem Plan gewußt habe, ancmpsiehlt. ! Diesen Brief verlas Galletti in der Kammer dcr De 766 putirten und erklärte, daß er darin eine Bestätigung des Ministeriums fthe. Sterdiili verlangte für das Ministerium ein Vertrauensvotum, welchem Eanino Schwierigkeiten entgegenstellte. M.'miani suchte dieselben niederzuschlagen, indem er ertlarte, er habe zwar seinen Eintritt in das Münsterium gestern noch an Bedingungen geknüpft, die er jetzt ader fallen lassen wolle. Auf die Forderung (5anilw's, zur Errichtung der Constituante zn schreiten ^entgegnetc er, daß man zwar an die Eoniöoeration sofort Hand anzulegen habe, aber dieß und so vieles Andere ließe sich in cinen, Augenblicke nicht thun, Gallctti trat dann vermittelnd auf, lind bestimmte die Aufgabe dahin, daß die Konföderation nicht bloß die Fürsten, son. dern auch die iUölkcr zu begreifen habe. Die Kam-mer erklärte sich insoweit permanent, als drei Sec-tionen gebildet werden sollen, welche abwechselnd per-mancnd sitzen und das Recht haben sollen, die Kam» mcr jeden Augenblick zusammenzurufen. Bis jetzt ist alles ruhig, und die Bürg.-r scheinen rücksichtlich der Ausrechtdaltung der Ordnung guten Muth zu haben. Römischen Zeitungen vom 25. Nov. zufolge (heißt rß in obiger Zeitung)—dcßgleichen nach alißcrordcntli-chen Beilagen der „Florentiner Alba" vom 27. Nov. — hieß es in Nom allgemein: In Gesellschaft nicht des französischen, sondern des spanischen Gesandten habe der Papst in der Nacht vom 2^. ans den 25. Nov. seine Flucht bewertstelligt *), und zwar zunächst aus dem Quirinal nach San Pietro, wo er sich aus der Tiber eingeschifft. Ueber die nächste Richtung seiner Flucht, nach Civitavecchia nämlich, war kein Zwei. fel; aber wohin er sich von dort wenden würde, dar» über trug man sich mit verschiedeuen Vermuthungen: die Einen versicherten , er sey an Bord eines cnglis^en Kricgsdampfers nach Malta abgesegelt; Andere mm,.-ten — und diese Ansicht fand mehr Glauben —er sey nach dem BenedictincMoster von Monte Easino, in» Königreich Neapel, aber nahe an der römischen Gränze, entflohen, wo sich bereits auch v>elc <5 ,.(5r c»!f.m>". sagt die »Alba« .mitten diii-ch t!sG»ardi., Ci« vic.,. vcrftcckt i» tine», Tranbvorlwaqcn dcs Paü.Nlcc'''; 0cnn da« !>>>s!t wol.'l si»^u»o j>i,!.>2/.<,, c>bglcl.i! uoscrc W^rt.r» Der Papst >st, verderblichen Rathschlägen nachgebe!,», (l!'il.>«'Mlll<) <<:» iun^.^li coiltii^Ii), in heutiger Nachl voit Ron» abgereif't. In diesen feierlichen Augenblicken wird das Ministerium den Pflichten nicht entslchcn, welche das Heil des Vaterlandes und das vertrauen des Papstes ihm aufgelegt hat. Alle Anordnungen lind getroffen, auf daß die Ordnung, ^ebcn und Eigenthum der Bürger geschützt seyen. Eine Commission soll sogleich ernannt werden, welche in Permanenz sitzen wird, um mit der ganzen Strenge des Gesetzes Jeden zu strafen, der ein Attentat gegen die öffentliche Ordnung und das Leben der Bürger wagen würde. Alle Truppen, alle Bürgerwachen seyen unter den Waffen in ihren Quartieren bereit, dahin zu eilen, wo man ihrer Hilfe bedürfen möchte. Das Ministe-rium wird, vereint mit der Reprasentantcnkammer und dem Senat, jene weiteren Maßregeln fassen, welche oie Umstände gebieter'.fch erheischen. Römer! vertraut auf uns, behauptet euch würdig des Namens, welchen ihr tragt, und antwortet mit Seelengrösie auf die VerleumDUNg cucrer Feinde. Rom. 25. Noo. E. H. Mlizzarclli, Präsident. Gius. Gallctti. Gius. ^unati. Sterbini. P. Eampelw, G. B. Sercni." Der Deputirtcnrath erklärte sich in permanenter Sitzung, und ernannte drei Scctioncn, welche von acht zu acht Stunden mit einander abwechseln sollten, ermächtigt im Namen der ganzen Versammlung zu handeln. »Die Stadt", schließt die „Alba" ihren Bericht vom 25. Noo Abends, »ist vollkommen ruhig; Jeder geht als ob uichts uorgciallen wäre, seinen Berussgeschäf. tcn nach; Alle sehen ein , daß der Papst nur durch die schändliche Kamarilla zu dieser tadelnswerthrn Hand-lung verleitet worden ist, welche durch diesen Staats-streich das gemeine Nolk aufzuregen lind eine furchtbare Reaction zu bewirken ho>fte. Zwischen dem Volke, der Eivica und den Truppen waltet die beste Harmonie, su daß nichts zu besorgen seyn dür>te. Alle Kardinäle und sonstige Personen, die irgendwie blos^ gestellt seyn düritcn, haben Rom verlassen." Die li beralen römischen Blätter äußern sich mit ziemlicher Mäßigung über die Handlung des Papstes; anders aber die radicale Presse im übrigen Italien, wo eine solche uoch bestehen kann Rom, 27. November. Nach Zeitungsberichten von diesen, Datum war Rom ruhig. Der .('or,-, l.iv." meldet aus Rom: Das ganze diplomatische Eorps hat Rom verlassen. Der spani-fche Gesandte hat sich nach Civitavecchia begeben, um sich dort eiiizilschiff'n, man weiß aber nicht wohin. In dcn Städten Tiooli, Vclletri, Albano und andcrn in der Umgegend von Rom ist die Republik ausgerufen worden. Gleicdes wird aucb bier geschehen. Verzeichnis derjenigen milden Beiträge, welche über Aufforderung deS Herrn Presch l, Blzirkscommissärs zu Obervel. lacb in Kärnten, für die durch Wasser verunglückten Bewohner von Obervellach bei dem Redacteur dieser Zcitung eingegangen und bereits längst an den bc» nannten Bezirks. Ehef eingesendet worden sind: Vom Herrn Gottlieb Kerschbaumer vo» Treuenfeld, k. k. Gub, Eoncipisteu in Lmbach . . . 2 fi. Von der Frau K. H. . . . . 2 Aus Bischl'stack von N. N. .'.... , ' Vom Herrn ^ranz Mally, Lcderhä'ndler . . l " Vom Herrn Hardtenberg......., " Vom Herrn Johann Kasttllitz, k. k Guder» »ial-Registranten ....... 2^ zusammen: 9 st. ..Doctor Wesp.',« Dc» Papst wollte man zum Bischof von Nom erklären und ihn aus dem Quirinal nach St, Io. haun im Lateran versetzen; Andere sagen, aus's Land, iil's Gebirg hinaus, in ein Kloster nach Subiaco. Königreich beider Sicilien. Der »IVlouiwi'li 'I'o^imo" vom 30. November berichtet: Briefe aus Neapel vom 27. versichern uns, daß Papst Pius IX. sich in der Verkleidung eines Kapellans des bairischen Ministers Grafen v. S pa ur nach Gaeta begeben hat. Derselbe Minister brachte dem König von Neapel das Schreiben, in welchem der Papst demfelben seine Ankunft in Gaeta antun» digt. Der König erließ sogleich Befehle, daß alles in dem Pallastc hergestellt werden sollte, um den Papst würdig zu empfangen, und er selbst hielt Heerschau über ein Bataillon Grenadiere, und verfügte sich so» dann mit der königl. Familie aus das k, Dampsdoot, um zur Begrüßung eines so hohen Gastes abzugehen. Der König war Morgens darauf, wie er es verspro« chen hatte, noch nicht zurückgekehrt; aus dieser Ver. zögeruug schließt man, daß der Papst mit ihm zu. rüctkehren und seinen Aufenthalt in Portici oder (Za» scrta nehmen werde. Im Gefolge des Papstes besin-den sich die Eardinä'le Macchi, Tosti, Bosondi, Mat. tei, Gazzoli, und unter den andern Prälaten die Monsicinori: Piccolomini, Mcdili und Delia Porta. Dcn Tag nach der Antunfc des Papstes in Gaeta langte auch der französische Gesandte in Rom, Herr von Harcourt, an. Verleger: Ist«. Al. A l c l u »» a y r. Vcr^tttwurtlicher Ilcdnctcu, : Hteuvuld ^ u l d c s ch. Ortrcid-Vurchschttillo-Preise !U ^!ailach am !). Decenlber 18^8. Marktpreis e. Ein Wicucr Metzen Wei^e» . 5 ft. l>''. — ., " » — — Kern . . . 3 „ »2 >» — __ Gerste . . . -- » ... " __ — Hirse . . . 2 » 54 « — __ Heiden . . 2 .. >c)'/< » __ ^ H,,.cr . . . l « 38"/4 ., K. 51. Ll'tto.liehungcu. Iu ^I.l! >lll, üi. Dl'lemdcr It^k: 45). 77. «i. l.'>l0 am Ili. Dcccm« der ^l^^ in Wien ^.l)alt.>n irtll'cn. Iremden-Hn.teige der hier Äugefonlmcucn und Äbssercisten A m 5. Dele Nl be l. Hr. Fla»z Aschcr, F,,b,lks Vexvalter, von Tl'iel'l nach ^>of. — Hr. S>g!?lmu>b '^rnIU, Ha»deI0l»,a:in, von G^ih nach Klaa/»fml. — H>. Fla»i 0. Sario»,. Ha»deI,,'ma!N>, ven Tr,est „ach Slssck, — Hr. Joseph v. <^arzcllolll, Pnoac, nach Senosetsch. — Hr. Pctei Boldiil^baus, FablirS-^esi^er, oo» Tiiest »ach Wien. De>, <; ^^ Icch^m, P^pov,«':, Kallslnan», ro» Ag'am nach TneN. Hr. 5ia"z V.,k, Purat, von Trn'st "ach Wl.,1. ^ H.-. Joseph Marcom^, Ver. ,vcllte>-, vo« Gö^ „^^ W>^>. Den 7. Hr. Jose»!) Korbnly, Handclsmani', oon Tll'st »ach Klage», fl»t. — Hr. Georg Legal, Negozianc, -> ". Hr. Georg Vo'cman, Oclieral Secretäl' der k. k. pr,o. ^ic»^ ^«t.'cul-ul,l'i«u; l'eid.» roil Graß nach T"cst — H>'. a»< Vrqel, (^lit-Hbeßtz.'r. vo» C,ll, ,,^ch Tri^st. — >>r, Malh,a5 Schliltler, Fabiit^beschei, vo» KIaae»fll,t nach Wie». D^l >l. i^"!. H^lnietle i/eb.r, k. k. ^and>echtö.-Secretärs'Tochter, vo» Oiatz nach Veiona. — Hr. ^/at!)ili)Schl>ster, H^nbelöman», von Wicn mich Tr>c^. Hr. ^dler v. Dunnelchcr, k. k. Tilblinal - Nach, von Trlest »ach Wien. __ Hr. Seraph,» Böigen, :1«'ego.- zi.u,l, von Iüliöbiilck — Hr. Carl Klmn, Hanolungo-Geschafisflchrer, vo» Wien. Z. 22?il. (l) Einladung all die l>. 'r. trainischm Herrell Gutsbesitzer. In dcr Kanzlei der krainisch - ständischen Realitäten-Inspection zu ^aidach im Lanohause liegt, und zwar bis Ende December ltt^«, eine schon von Mehreren gefertigte Petition aii daü hohe Justiz - Ministerium um (5'rlassung eines Moratoriums, bezüglich der Rückzahlung der auf Dominical-Gütern versicherten (Capitalien und Interessen, zur beliebigen Mitfertigung von Seite jener IV ^ . Herren Gutübesiher bereit, welche mit > dem Inhalte derselben einverstanden sind. , Z. 2273. (Y Im (§olloredo - Kaffehhause sind mit ^. Jänner ?54!) folgende Zei-' tungen zu vergeben: die „Wiener ' Zeitung," „Gratzcr," „Augsburgcr . Allgemeine" u. „Aaibacher Zeitung." Z. 2278. (!) G. Grras, Zahlltunstler, empfiehlt sich zum Einsetzen von künstlichen Email-Zähnen, nach neuester amerikanischer Methode, ohne die geringsten Schmerzen zu verursachen, indem diese Methode auf einem mechanischen Befestigungs«System beruht, nichts destowcniger aber nicht allein zur Verschönerung des Gesichtes und zur deutlicheren'Aussprache, sondern zum Zerkauen der Speisen ebenso, wie die natürlichen zu gebrauchen sind. AllNlcrkmlss. Da mein Aufenthalt hier nur auf kurze Zeit beschränkt ist, so bitte ich, mich so bald als möglich mit Aufträgen zu beehren. A dresse. Obere Gradi