Ni. 393. «iännmtlation«pl«i«: Im «omptoii ganzj. st. II. ba!b>. ft. 5 50. Yili bit HuNelluna in« Hau« halb». 50 tt. Mit der Po« n»n,j. st- lb. Yalbj, 7 5«, Samstag, 30. Dezember. Infeiticn«gcbüi: Fill llline Inserate b<» ,» » feilen «5 fr., glößni per Zeile « Ir.; bel öfteren Wiederholungen P«t ><Tra.l5" ^"^Ü^"'^"' Nameu: „Zur goldenen S?«ü i,-« ,s b'^ den Mtttclpuntt der einzigen SNahe des klmm, Dorfes; ganz nahe dabei lagen die und mehrere Kaufläden. Oest- lich schlössen slch sanbere Arbeiterhütten an, die theils dicht anemauder gebaut waren, theils einzeln inmitte blühender Garten standen. Die Wohlhabenderen des Qoch'v, der Geistliche, der Arzt. einige pensionierte ^Wclerc und mehrere verwitwete Damen wohnten anf der westlichen Seile in lphm Häusern, die von giM'n. von hohen Mauern umschlossenen Gärten umgeben wareu. Alle diese Einzeluheiten wurden Clifford von dem geschwätzigen Wirt bereitwilligst mitgetheilt. Derselbe gab ihm den Bescheid, dass gegenwärtig keine Familie Fulgor m Duwniugham lebe. wohl aber früher in Birmmg-House, cinc M.'ilc westlich gelegen, eine Familie gleichen Namens gewohnt habe. „Sie zogen vor ungefähr zwanzig Jahren fort." ergänzte der Wirt nach einigem Nachdenken seine An« gäbe. „Nach dem Tode des alten Herrn siedelte die Witwe nach London über, gieng dann inö Auslaud, wie ich hörte, und ist dort vor mehreren Jahren eben- falls gestorben. Die Fulgors waren angesehene Leutt uud der alte Herr hinterließ seiner Frau ein sehi schönes Vermögen, über das sie ganz frei verfügen tonnte, weil keine erbberechtigten Verwandten vo» Handen waren." „Mit Ausnahme der Tochter," warf Clifford ein. „Der Tochter? Dieselbe starb vor ihrem Vater uud liegt hier auf dem Kirchhof begraben. Sie war des alten Herrn einziges Kind. Ich kann sie mu noch sehr gut vorstellen, sie war ein schlankes junges Mädchen, hatte Haare, die so goldig wie die Sonne, uud Augen, die so blau wie die Vergißmeinnicht waren. Sie war das Herzblatt ihres Herrn Vaters, und die Leute sagen, dass er aus Kummer über ihren Tod gestorben sei." Diese Beschreibung brachte Clifford ganz nuße, Fassuug, denn sie ließ seine Reise nach Downingham als eine vergebliche erscheinen. Die Achnlichkeit der Lady Romondalc mit der Verstorbenen erschütterte wiederum seinen Verdacht, dass sie Emmy Reynold sei. Aber passte diese Beschreibung nicht auch auf Emmy, so wie er sie einst gekannt hatte? „Wie alt war diese Miss Fulgor, als sie starb?" „Ungefähr siebzehn Jahre?" Das war auch Emmys Alter, als er sie kannte. „Wie hieß sie?" „Miss Alice. Sie trug, so viel ich weiß, den Namen ihrer Mutter. Dieselbe hat Miss Alice sehr geliebt, und als sie nnn so allein in der Welt war, verkaufte sie Airmiug^House uud verließ ihre Heimat. Sie verlebte den Nest ihres Lebens in Italien. Dort ist sie auch auf ihreu Wunsch, wie die Leute sagen, 2522 Se. Majestät der Kaiser geruhten diese Ansprachen mit folgenden Worten allergnädigst zu erwidern : „Ich danke Ihnen für die Versicherungen treuer Hingebung, welche Sie Mir soeben ausgesprochen haben und die Mich stets mit gleicher Freude und Genugthuung erfülle«. Nicht minder herzlich danke Ich für die Erinnerung an die 25jährige Feier Meiner Vermählung, welche Mir und der Kaiserin und Königin so unvergessliche und rührende Beweise der Liebe und Anhänglichkeit aller Meiner treuen Völker gebracht hat. Es gereicht Mir zur Befriedigung, Ihnen auch diesmal sagen zu können, dass die Ne> ziehungen der Monarchie zu allen auswärtigen Mächten fortdauernd die freundschaftlichsten sind. Ich hoffe, dass die Segnungen des Friedens Meinen Völkern ungetrübt erhalten bleiben werden. Das innige Einvernehmen zu dem deutschen Kaiserreiche bietet Mir eine verstärkte Bürgschaft dafür, dass jene allgemeine Beruhigung eintreten werde, welche der friedlichen Arbeit ihre volle Entfaltung sichert. Wenn auch die Nachwirkungen des Krieges in den Gebieten des türkischen Reiches noch nicht behoben sind, darf doch erwartet werden, dass die consequente Durchführung des Berliner Vertrages auch auf der Balkau.Halbiusel den vollen Frieden und in seinem Gefolge bessere Zu« stände bringen wird. Meine Regierung hat mit Ernst und Sorgfalt die Aufgabe verfolgt, den durch Vernachlässigung uud Wirren von Jahrhunderten schwer geprüften Ländern Bosnien und Herzegowina die Wohlthaten der Ordnung, Sicherheit uud Cultur zuzuwenden. Bei dem fortschreitenden Erfolge dieses Friedenswerkes und nachdem in Ausführung des Berliner Vertrages im vollsten Einvernehmen mit ^r. Majestät dem Sultan die Besetzung einiger Garnisonspuutte im Sandschak Novibazm, Dank der musterhaften Führung und Haltung Meiner Truppen, friedlich erfolgt ist, louute Ich schon im Laufe des Jahres und jüugst abermals beträchtliche Verminderungen des Truppenstandes in jenen Ländern eintreten lassen; es ist dadurch möglich geworden, die Ausgaben für die Occupation iu namhafter Weise herabzusetzen. Was Ich im vorigen Jahre als anzustrebendes Ziel bezeichnete, dass die Verwaltung vou Bosnien nnd der Herzegowina aus den Mitteln dieser Länder bestritten werden könne, geht bereits in diesem Jahre seiner Verwirklichung ent gegen. Ordnung in der Vel waltung uud Sicherheit in den Rechtsverhältnissen werden die reichen Hilfsquellen dieser Länder in zunehmendem Maße erschließen. Aus den Vorlagen, welche Ihnen Meine Regierung zur verfassungsmäßigen Behandlung übergeben hat, werden Sie eutnehmen, dass dieselbe der Finanzlage der Monarchie volle Rücksicht getragen und alle Anforderungen ausgeschlossen hat, welche nicht durch die Mir und Ihnen gleich theuercu Interessen der Monarchie und durch die Stelluug, welche sie unter den anderen Mächten einnimmt, unabweislich geboten erscheinen. Ihr erprobter Patriotismus, Ihre bewährte Einsicht werden Sie in der Erfüllung Ihrer verfassungsmäßigen Thätigkeit leiten. Ich vertraue daraus uud heiße Sie auf das herzlichste willkommen." Parlamentarisches. Der Kunstw eiu-Ausschuss des Abgeord« netenhauses hielt am 16. d. M. unter Vorsitz des Obmannes Gvafen Ch. Kinsky eine Sitzung, welcher von Seite der Regierung Mimsterialrath Ritter von Ri< naldini und als Experte der Abg. von Zallinger bei- wohtnen. Auf der Tagesordnung stand die Special-debatte über den vom Subcomitc (Freiherr von Dipauli, Dobler,' Karton) vorgelegten Entwurf, welcher nach eingehender Debatte mit wenigen Aenderungen in folgender Fassung zum Beschlusse erhoben wurde: „Gesetz vom . . . betreffend Erzeugung und Verkauf von gallisierten, Petiotisierten oder auf anderem Wege künstlich erzeugten weinähnlichen Getränken. Mit Zustimmung der beiden Häuser des Reichsrathes finde Ich anzuordnen wie folgt: § 1. Die Erzeugung von Getränken nach der Art und Weise, welche gewöhnlich Gallisieren oder Petiotisieren genannt wird, so wie jede andere wie immer geartete Fabrication von weinähnlichen Getränken (gewöhnlich Kunstwein genannt) darf nur als erwerb- und einkommensteuerpflichtiges Gewerbe betrieben werden. Bei einer auf den Eigenbau und die eigene Mostfechsung beschränkten Einkellerung wird zum Behufe des Gallisierens oder Petiotisierens, insofern das auf diesem Wege erzeugte Getränk nicht zum Verkaufe gebracht wird, eine Anmeldung dieses Verfahrens als erwerb» und einkommensteuerpflichtiges Gewerbe nicht erfordert. § 2. Abgefehen von der durch andere Gefetze verbotenen Verwenduug von gesundheitsschädlichen Stoffen ist die Benützung von un< vergährbare Bestandtheile enthaltendem Stärkezucker zur Vermischung mit Wein oder zur Erzeugung vou Getränken nach § 1 unbedingt untersagt. A 3. Der Beweis, dass in uubefugter oder geheimer Weise das Gallisiereu, Petiotisieren oder was immer für eine Fabrication weinähnlicher Getränke betrieben wird, kaun sowol unmittelbar auf chemischem Wege als auch mittelbar durch audere Beweisarteu erbracht werden. § 4. Getränke, welche auf die im § 1 bezeichnete Art und Weise entstanden sind, dürfen weder im großen noch im Detail unter der einfachen Bezeichnung: Wein verkauft werden. Sie sind daher in den Preislisten, Ankündigungen und sonstigen Verkaufsanzeigen mit einem unterscheidenden Namen zu bezeichnen, welcher unzweifelhaft ihre Herstelluugsweise erkennen lässt, tz 5. Getränke, welche auf die im ^ 1 bezeichnete Art und Weise entstanden sind, unterliegen, wie bisher, derselben Verzehrungssteuer wie Wein. H 6. Uebertretungcu dieses Gesetzes werden von den Gewerbebehörden mit einer Geldstrafe von 25 bis 600 st. bestraft, welche im Falle der Uneinbringlichkeit in Arrest in der Dauer von 5 Tagen bis 4 Monaten umzuwandeln ist. Zugleich tritt bei jeder Uebertretung dieses Gesetzes die amtliche Publicierung des Straferkenntnisses auf ortsübliche Weise und durch Einschaltung in die Landeszeitung, und zwar auf Kosten des Schuldige», ein. Zugleich verfallen im Wiederholungsfälle die beanständeten Getränke zu Gunsten des Armenfonds jener Gemeinde, in der die Uebertretung begangen wurde, wofern dieselben nicht als gesundheitsschädlich auf Kosten des Schuldigen zu vernichten sind. Eine Uebertretung des § l dieses Gesetzes innerhalb der Linien geschlossener Städte wird bei Ausmessung der Strafe als besonders erschwerender Umstand angesehen. H 7. Mit den» Vollzuge dieses Gesetzes sind die Minister des Innern, der Finanzen, des Handels und des Ackerckbaues betraut." Die Engländer in Afghanistan. Als Major Cavagnari in Kabul ermordet wor» den, da sahen die Engländer zwar ein, dass es mil den Erfolgen in Afghanistan ein eigenes Bewenden habe und dass man dort nie recht dem Frieden traue» begraben. Sie hatte keine Verwandten und vermachte ihr Vermögen wahrscheinlich an milde Stiftungen im Auslande." Obschon der alte Wirt noch lange und viel von dem Glanz und dem Reichthum der Fulgors erzählte, so erhielt Clifford doch keme weiteren Anhaltspuntte für Lady Romonoales Identität. Er zog sich bald zurück und begab sich am nächsten Morgen nach dem Frühstück nach der alten Dorfkirche. Er betrat den Kirchhof uud begann eifrig die Inschriften auf den alten Grabsteinen zu studieren. Endlich fand er in dem sonnigsten Winkel des Friedhofes die Faiuiliengradstättl' der Fulgors. Es waren viele Grabsteine, größtentheilö aus früherer Zeit, nur zwei aus der Jetztzeit, die diesen Namen trugen. Den beiden letzteren widmete Clifford besondere Aufmerksamkeit, denn sie bestätigten die Aussage seiues Wirtes. Es waren zwei einfache weiße Marmurblöcke; auf dem einen stand: „Zum Gedächtnis an William Fulgor, der im Alter von 5)9 Jahren am 25. Oktober 1854 aus diesem Leben schied, mit der Hoffnung auf ein anderes Leben." — Die andere Platte trug folgende Worte i „Zllin Gedächtnis des einzigen Kindes von William und Alice Fulgor, Alice, welches am 26sten Mai 1854 starb, in» Alter von 16 Jahren und zehn Monaten. Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen." Diese mit Gras überwachsenen Gräber gaben Clifford viel zu denken. Lady Romondale, die zwar auch Alice hieß, konnte unmöglich eine geborene Fulgor sein, denn die verstorbene Alice war, wie hier ja bestätigt stand, das einzige Kind von Mr. und Mrs. Fulgor gewesen. „Die alte Frau wird sie wegen ihrer großen Aehnlichkeit mit ihrer verstorbenen Tochter an Kindesstatt angenommen haben," murmelte er vor sich hin, dem Ausgang des Friedhofes zuschreitend, „das fcheint mir die einzig richtige Erklärung. Die wirkliche Alice wäre älter als Lady Romoudale. Ich denke, es ist bewiesen, dass die Lady die wirkliche Alice Fulgor nicht sein kann." Um sich volle Sicherheit zu verschaffen, veranlasste er den Kirchendiener dnrch eine wahrscheinlich lautende Erzählung und durch die Gabe eines Goldstückes, ihm Einsicht in die Kirchenbücher zu gestatten. Er fand die Jahreszahl der Vermählung von William und Alice Fulgor, der Geburt lind des Todes des einzigen Kindes, und überzeugte sich ferner, dass iu der ganzen Pfarrei nur diese eine Familie Fulgur jemals gelebt habe. „Leben am hiesigen Orte noch alte Diener von Mrs. Fulgor?" fragte Clifford. „Meines Wissens lebt nur noch eine alte Dienerin Namens Mrs. Blunt hier," antwortete der Gefragte. ,Sie war die Amme der Tochter gewesen und ist in Birming-Honse geblieben, bis der alte Herr starb. Da sie eigene Familie hatte, die sie nicht verlassen konnte, folgte sie ihrer Herrin nicht, als diese nach London übersiedelte. Mrs. Blunt bewohnt die Strohütte, die an der Ostseite des Dorfes, imnitte zweier hoher Häuser, steht." lFortsehung folzt.) könne. Aber die rasche Genugthuung, welche sie sich, und zwar wider Erwarte«, zu verschaffe» wussten, erzeugte große Befriedigung und schläferte bald d« Besorgnisse ein, welche man gehegt hatte. Vielsnts wurde freilich damals darauf hingewiesen, dass d>e Engländer sich in ein Unternehmen eingelassen haben, für welches kaum ein passender Abschluss zu finden ftl und das eine Quelle unuuterbrochener Verlegenheit zu werden droht. Denn dass mit dem vorläufigen Verbleiben in Kabul im Grunde wenig gewonnen se>» lag doch klar auf der Hand. Man hat es hier mtt einem Volk zu thun, welches jeder fremden Herrschaft abhold, zugleich aber nicht einmal gewöhnt und willens ist, dem eigenen Herrscher Gehorsam zu leisten. Was nützt es den Briten, mit einem Khane einen Friedensschluss zu machen, oder sogar zum Zweck eines solchen einen anderen Khan einzusetzeu, wenn ein solcher gar nicht die Mittel in der Hand hat. das, was er nach der einen Seite hin verspricht, auf der anderen Selte auch halten zu können? Nasch genug hat sich die Wahrheit dieser Verhältnisse gezeigt. Statt ruhige Winterquartiere haben die Engländer neue Kämpfe in Kabul vor sich und unter Umständen, welche viel verhängnisvoller sind, als die vorangegangenen Kämpfe. Die Afghanen wussten wohl, was sie thaten, indem sie die Winters^ zeit zu einem neuen Anfall auf ihre verhassten Gegner benutzen. Soweit sich aus deu bisherigen Depeschen schließen lässt, wurden die Engländer durch den Angriff ziemlich überrascht. Sie haben denselben zunächst zwar abgewehrt, es hat aber allen Anschein, als ob ihnen dies nicht leicht geworden wäre. Dle Frage drängt sich auf, was nun weiter geschehe werde. Denn die Afghanen werden sich nicht abschrecken lassen und sie werden auch nicht willens sein, auf dtt günstigen Chancen zu verzichten, welche sich ihnen ganz zweifellos darbieten. Man bedenke nur, es ^ Winter, die Zahl der englischen Truppen, welche sich in Afghanistan befinden, ist nicht groß und, was die Hauptsache ist. die Verbindungen sind ohne V"sis, sind lang, schwierig und all' den Unbilden des Winters mlsgesrtzt. Ist dieser streng, dann kann es in jenen hochgelegenen Landschaften nur zu leicht geschehen, dass die Truppen in Afghanistan durch längere Zeit aus sich selbst angewiesen bleiben und den doppelten Kamp! gegen den Feind und für ihre eigene Existenz führen muffen. Denn die Afghanen werden es vermeiden, alles auf einen Wurf zu setzen, und es mit den vielerlei Künsten des kleinen Krieges versuchen. Dies ist aus' reibend, ermüdend und zum Schlüsse verderblich. 3^ Jahre 184 l war die Situation eine der heutig^ ziemlich analoge. Mau traute auch zu viel den asgh^ nischen Worten, und mitten im Winter brach dann das Unheil los. Als sich die Briten endlich zum RückM entschlossen, war es schon zu spät, und die KhenM' Pässe stehen heute noch in einer furchtbaren Erinnerung' General Roberts wird dessen eingedenk sein und des-halb lieber den Versuch machen, sich in seiner Posits zu behaupten, um wenigstens seinen Soldaten ^ Gefahren und Mühseligkeiten eines GebirgsmarsH" zn ersparen. Ob er aber solange auszuhalten vermag, bis/^ Wechsel der Jahreszeit' es erlaubt, ihm von'ruckl^ Hilfe zu bringen und ihn aus seiner peinliche»» ^ zu befreieu? Vielleicht wird sich die indische Regie""" zn dem Versuche eines Entsatzes schon jetzt entschließ^' Aber es braucht Zeit, bis mau ein Armeecorps an " Grenze versammelt und ausrüstet, und dann w"! dieses Corps die Pässe passieren, in deren Berthe'" gung die Afghanen den besten Bundesgenossen Winter finden. Inzwischen mag General Roberts sty"; wie er es fertig bringt. Denn er mnss ja auch ' zwischen sich den Lebensunterhalt für seine Leute ve schaffen, und die Afghanen werden vor allem ^ Augenmerk darauf richten, die Engländer von dm Seite zu packen. . So sind denn neue Sorgen über das H^ Lord Beaconssields gekommen' und die Lorde" ' welche er mit solchem Eifer zn pflücken sich dein ,^ wollen nicht ungestört grünen. Angstvoll sieht nw' England den Nachrichten aus dem aMM" H lande entgegen, und man hat das bittere Gefilyl, i " nichts thun zu können, um die Landsleute vor c« verderblichen Lose zu bewahren. Sie bleiben stcy , überlassen und müssen ihrer eigenen Kraft uno " dcmer und dem Glücke Englands vertrauen. ^oro" consfield mag aber einsehen, dass man da emer u wältigen Ausgabe von ganz erheblichen Folgen gcu ^ übersteht. Denn wird'das "gllsche Heer m " vernichtet, so mnss man sich s""^ ""chst"/"^ ^f für einen a/waltiaen Kriegszug rüsten "°" "^ t das Prestige des englischen Namens m Asten Veiz ^^M'hm aber fichrt ein solcher ^ welche Mittel wird er durch seinen Krieg gegen Afghamstau siH "1 n ^ ^ wall gegen dm russischen Einfluss 1«"^" U^.isse wird es jetzt gerade dnrch den Zwang der ^ ^ cms einen Weg gebracht, welcher schließ ch ^ ^ sammcnstoss mit Nnssland m Asten fuhr" l -^ muss ganz Afghanistan bezwingen oder ganz ^ Position daselbst verzichten. Unternimmt e» 252!, steres - so schließt die ,.Tr. Ztg.". der wir den vorstehenden Artikel entnehmen, — so nähert es sich bis auf weniges jenem Punkte Merw, dem auch die Russen zustreben. Um Merw concentriert sich sodann die Fwae der Vorherrschaft in Centralaften. Nicht leicht wird den Engländern ihr Erfolg m Afghanistan werden, und sie werden dazu Zeit brauchen, aber heute schon kann man sagen, dass mcht mehr ihre freie Wahl, sundern eine eiserne Nothwendigkeit ihre Entschließungen lenkt, und dass sie langen und schweren Verwicklungen in Asien entgegengehen. Denn halt sich auch General Roberts, bis ihm Hilfe wird, so ist jedenfalls zur Genüge erwiesen, dass das bisherige System gegenüber Afghanistan unhaltbar sel und dass man sich zur vollen Eroberung entschließen oder aber dem fatalen Lande den Rücken kehren muss. Zur Situation in Bulgarien. Die unbehagliche Situation, in welcher das neue Fürstenthum Bulgarien durch das unsinnige Vorgehen der Liberalen nur allzulange sich befunden hatte, lst, wie man weih, endlich durch die Auflösung der Skup-schtina vorläufig abgeschlossen worden. Zur Vorgeschichte dieses Entschlusses schreibt man der „Pol. Corr." aus Sofia, 8. d. M.: „Nachdem der Fürst Herrn Kara« welow zur Bildung eines Cabinets aufgefordert hatte, wartete er geduldig zwölf Tage auf das Resultat. Der Fürst wollte nicht ohne Gründe ernster Natur die Verantwortung für die Auflösung auf sich nehmen. Karawelow, dem es in erster Linie um Befriedi-gung "seines Ehrgeizes zu thun war, wendete sich an die verschiedensten Persönlichleiten, selbst solche, die notorisch für einen Ministerpostcn gar nicht geeignet sind Die halbwegs intelligenten Personen wollten von einem Portefeuille unter Karawelow absolut nichts wissen. Derart in die Enge getrieben und von seiner eigenen Partei verlassen, aber um jeden Preis sich an ein Portefeuille klammernd, schlug Karawelow endlich dem Fürsten folgende Ministerliste vor: Karawelow Inneres. Slawe'jtow Unterricht, Guschew Finanzen, Zankow Aeuheres, Stojanow Justiz. Der Fürst nahm die Liste entgegen und dankte verbindlichst. Man wusste aber nicht, was dieser Dank zu bedeuten habe. Auf die Frage: „Accrptiert der Fürst die Liste Kara^ welows?" tonnte niemand Auskunft geben. Hie und da tauchten wohl Gerüchte von der bevorstehenden Auflösung der Nationalversammlung auf, doch legte man denselben keine große Bedeutung bei. Mittlerweile nahm die Aufregung im Lande zu. Mehrere Städte richteten an den Fürsten Adressen, in welchen das MisKtrauen gegen die Nationalversammlung ausgedrückt und der Fürst gebeten wurde, dieselbe auf» zulösen und die Regierung selbst in die Hand zu nehmen. Unter diesen Städten befanden sich auch die großen und intelligenten Städte Rnstschuk und Si-stowo. Hierauf traten die Auflösungsgerüchte mit arößerer Bestimmtheit auf. Es hieß. die Auflösung werde am ü. Dezember erfolgen. An diesem Tage traf jedoch die Nachricht von dem missglüchen Attentate auf den russischen Zaren ein. weshalb die Nationalversammlung ihre Sitzung auf den nächsten Taq den 6. Dezember, verschob. Das Publicum war zu dieser Sitzung sehr spärlich erschienen, denn mm, hatte keine Ahnung von dem, was vorgehen sollte. Die Liberalen erschienen in sehr gedrückter Stimmung, Karawclow selbst schim seinen ganzen Müh eingebüßt zu haben. Nach Eröffnung der Schung er-folgte d>e Namensverlesnng, die 102 anwesende Deputierte eraab. Der Präsident verkündete sodann, dass der Minister des Innern eine Mittheilung zu machen habe Der Minister bestieg die Tribüne und verlas einen fürstlichen Ukas, besagend: „Da dle Maiontat ein Cabinet zu bilden nicht vermocht hat so wird dle Nationalversammlung aufgelöst; demnach haben die Devutierten den Saal zu verlassen. „Es olgte ein Moment tiefster Ruhe und egan. «en d e Abgeordneten den Saal zu verlasse^ Plötzlich gefiel s einem Ultra-Liberalen, °er wegen ehrenruhre-"scher Artikel gegen die Regierung zu zweitägiger Haft dnurthM worden war, in den Ruf auszubrechen: ..Es lebe das bulgarische Volk und d.e Constitution ' Zwei oder drei Stimmen wiederholten diesen Ruf Sodann hörte man den vereiMlten Ruf: „Es l b dec Fürs'" Während des Hmausgeheus lärmten die Ultra-Liberalen; selbst Karawelow fasste w.eder Muth und sagte laut: ..Bulgaren! Man hat m r vorgeschlagen ein Ministerium mtt zwe, früheren M,m-ster3 zu bilden; ich habe es mcht angenommen Ich Will nicht das lecken, worauf ich gespuckt habe." Bekanntlich ist das Gegentheil wahr, und hat Karawelow alle Anträge des Fürsten accevtiert, semer Parte: zedoch die Wahrheit verheimlicht. , ^ ..^ . ^-l° ^ ..Was nun geschehen wird ist noch ungewiss Karawclow und seine Clique, dle fich schon m de Wnisterstühlen sahen, sind durch die Enttäuschung, die sie erfahren, noch unversöhnlicher geworden und pre-digen den Hass qegen die angeblichen Unterdrucker. Eben trifft die Nachricht ein. dass m der K'rche in Tirnova die von der Kanzel verlesene Nachricht von d« Kammcrauflösunq mit großem Jubel aufgenommen wurde. Die Bevölkerung schritt sofort zur Unterzeich' nung eiuer Adresse, in welcher dem Fürsten für diesen l Act der Klugheit und Festigkeit, der das Land vor der Anarchie'gerettet, der Da»k ausgesprochen wird." Oassesneuigkeiteu. — (Erste» österreichisches NundeS- schießen 1880.) In der am 16. d. M. abgehaltenen Sitzung des Vorstandes des österreichischen Schützen« buudes. welcher auch der Präsident deS Gesammt-ausschusseS, Graf Adolf Podstacky-Liechtenstein, und dessen Stellvertreter Dr. Bernhard Nechi beiwohnten, berichtete der Bundesvorstand Dr, Eduard Kopp über die bisherigen Vorarbeiten für das erste österreichische Bundes-schießen. Einen Haufttbestandtheil des Festes soll ein Schützenzug vom Burgthore in den Prater zur Militärschießstätte bilden. I„ dem Iuge sollen alle Landsmannschaften in ihren Nationallostümen vertreten sein. Auf dem großen Platze vor der Frauz-Iosef.Kaserne soll eine folcnne Feldmcsse gelesen und die Weihe der Bundesfahne vorgenommen werden. Für die künstlerische Gestaltung des Iuges soll die Mitwirkung der Künstlergenossenschaft gewonnen werden. Das Bundes» schießen wird auf der Militärschießstätte abgehalten werden. — („Hans Ivrgel von Gu m pol ds lirchen.") Die Redaction dieses Volksblattes, welche durch lange Jahre von Anton Langer geführt wurde, hat der Schriftsteller Carl Costa übernommen. Herr Costa ist als Verfasser mehrerer Possen von durchschlagendem Erfolge bekannt, — (Auch ein Nothstand.) Iu Innsbruck sind. wie man dcn „W. Med. Blättern" von dort schreibt, alle Hotels mit Lungenkranken überfüllt, die dort an der Klinik Heilung suchen. IndeS ist der Preis des XllU'on dan/oiourn wieder um 2 kr. per Gramm iu dir Hühe gegangen, also zur allgemeinen Noth auch die Noth an >lcltl<)i» liLnnoicum getreten. - (Der Mar morlo loss für Stuttgart.) Das im Vintschgau gebrochene riesige Stück Marmor, welches zur Anfertigung einer Vildgruppe für einen öffentlichen Garten iu Stuttgart bestimmt ist und ein Gewicht von mehreren hundert Centner» hat, ist am 11. d. M. glücklich in Meran angelangt. Jede Brücke, welche der Marmorkoloss zu passieren hatte, musste ge-stützt und zu seinem Transport ein eigener Wagen ge-baut wrrden. 24 Pferde zogen an der schweren Last. Das stattliche Fuhrwerk mit dem blendend weißen Marmorstücke war um halb 12 Uhr mittags bis an das Stadtthor Meraus gekommen. Da zeigte es sich. dass dessen Erbauer offenbar leine Ahnung hatten, welche Größen dereinst aus dem Vintschgau hier einziehen lünnten. Der Boden unter dem Thorthurme war bereits so weit als möglich ausgegraben, aber noch iinmrr wollte das hoch und weit geöffnete Thor den wandelnden Berg nicht schlucken. Wie das Ross vor Troja stand das marmorbeladene Fuhrwerk da. an« gestaunt von einer großen Volksmenge, die demselben auch schon eiue große Strecke entgcgengezogen war. End» lich kam der Niesenwagen, dem außer der Kraft der 24 Pferde noch große Winden zuHilfe kamen, in Be, wcgung. passierte glücklich das Stadtthor und den Renn. weg und stand um halb 6 Uhr iu der Nähe des Ho° tels ..zur Post". In Bozen kommt der Marmorloloss auf die Eisenbahn, aus welcher wieder ein eigens con-struierter Waggon desselben harrt, um ihn dann mit des Dampfes Gewalt au seinen Bestimmungsort Stutt. gart zu bringen. Die Gruppe, welche aus dem Stücke gemeißelt werden soll und aus dem Rohen schon go meißelt ist. stellt Eberhard den Rauschebart vor. — (Gustav Dore). der Illustrator der Bibel. Dantes, Cervantes u. s. w., ist gegenwärtig mit der Illustration der Dramen Shakespeares beschäftigt. — (Die Entdeckung Amerikas.) Bei einer Prüfung Einjährig-Freiwilliger im Vadischen wurde ueulich ein junger Mann gefragt, was er über die Entdeckung Amerikas mitzutheilen wisse, und antwortete: „Dass es den, Papste PiuS IX. gelungen sei. die un-fehlbaren Beweife beizubringen, dass Christoph Columbus, getrieben von seiner lirchengläubigen Begeisterung, einen kürzeren Weg zu dem heiligen Grabe aufzufinden, diese Länder für die Kirche erobern, ihr Seelen und Schätze gewinnen wollte, aber auf dieser Reise zufällig Amerika entdeckt habe. Der Examinator, sehr verblüfft ob dieser Antwort, fragte den jungen Manu. wo er diefeu Unsinn her habe? Dieser erwiderte ganz unbefangen: „DaS sei zu lesen im (ultramontanen) „Bübischen Beobachter" 1879, Nr. 222." Allgemeine Ueberraschung. Manschlägt den „Beobachter" nach, und siehe da, der junge Mann hatte es da gelesen; denn genau daS stand darin! Es ist ein belgisches Wochenblatt, dem der „Beobachter" die Entdeckung über Eolumb.,s entnahm, mit dessen Selig. keitSsprechungsprocesse man bekanntlich in Rom beschäftigt^_________________ __________________ Locales. — (Vom Agra rtage) Per in Wien am 17. d. M. nach vorangegangenen längeren Gerathungen i geschlossene Agrartag beschäftigte sich in seiner letzte» l Sitzung auch mit zweien von der lrainischen Land-. Wirtschaftsgesellschaft gestellten Anträgen, zu :ren Vertretung der Reichsrathsabgeordnete Herr Pr. !oklular als Referent fungierte. Der erste dieser nträge zielt dahin, im Gesehgebungswege Vorkehrungen ifür zu treffen, dass die von den in Execution stehen-m Schuldnern wenige Tage vor der Feilbietung aus losheit häufig vorgenommene absichtliche Beschädigung nd Demolierung der Executionsrealität rechtlich ver-indert werden könne. Es ist dies ein Vorgang, der im Schaden der Tabulargläubiger in Kram bekanntlich hon wiederholt vorgekommen ist. ohne dass die drehenden Gesetze die nöthige Handhabe hiefür bieten, m gegen derartige, den Realcredit arg gefährdend« üswillige Schuldner strafgerichtlich vorgehen zu können, lach dem diesbezüglichen Referate des Herrn Dr. Po» lukar wurde vom Aarartage folgende Resolution zum Beschlusse erhoben:. „Der Agrartag erkennt angesichts er in bedauernswerte«; Weise zunehmenden Prteriorie-ungeu der in Execution stehenden Realitäten durch die kxecuten als dringendes Bedürfnis, dass diesen Uebel-tänden einerseits durch wirksamere Beschränkungen des dispositionsrechtes deS Execute» in Ansehung der exe->uierten Realität, andererseits durch Strafsanctionen gegenüber Deteriorierungen, welche geeignet sind, die deckuug der Tabulargläubiger zu gefährden, im Gesetz« ;ebung3wegc ehemöglichst begegnet werde." — Ium jweiten von der krainischen Landwirtschaftsgesellschaft zur Discussion angemeldeten Gegenstande referierte Herr Dr. Plitlular in Gemeinschaft mit dem Vertreter der ,'teiermällischen Gesellschaft, Herrn Dr. Schmirger, über das Thema: „Wie ist das Forstgesetz vom 3. Dezember 1852 zu ändern, dass die infolge der Uebergriffe der Waldwirtschaft einer rationelle» Alpenwirtschaft entgegenstehenden Hindernisse beseitigt und die Viehzucht in den Alpen in die ihr gebürenden Rechte, wie dies in dec Schweiz der Fall ist. eingesetzt werde?" Nach länge«! sachlicher Erörterung, an welcher sich auch Delegierte aus den Flachländern betheiligten, einigten sich dir Re» fcrenten und die Versammlung auf die Annchme folgender Resolution: „Der Agrarlag spricht seine Ueberzeugung dahin aus. dass im Interesse der Viehzucht und zum Schuhe anerkannter Rechte in den Alpen-ländern eine Abänderung der Paragraph« 9 und ll) des Forstgesehes vom 3. Dezember 1852 in dem Sinne nothwendig erscheint, dass die Ausübung des Weide» rechtes durch die forstculturclleu Maßnahmen der Walo» eigenthümer nicht beeinträchtigt werde." Eine Anzahl weiterer Beschlüsse enthält Directive« für die erwünschten Abänderungen des Forstgesehes. — (Todesfall.) In Stranje, im Decanate Stein, ist der dortige Pfarrer Herr Michael Kmrtli kürzlich gestorben. Derselbe war im Jahre 1824 in Iirklach geboren und durch 30 Jahre Priester gewesen. — (Weihnachtsfeier der Feuerwehr) Wie seit einer Reihe von Jahren veranstaltet die hiesige freiwillige Feuerwehr auch heuer für ihre Mitglieder und deren Familien eine Weihnachtsfeier. Dieselbe findet am Stefanitage. Freitag den 26. d. M.. im Glassalon der Casinorestauration statt, welcher dem Vereine von der Casmodirection zu diesem Behufe ausnahmsweise überlassen wurde. Für die Mitglieder wird ein groher Christbaum aufgestellt, bei dem sich dieselben gegenseitig durch versiegelte Bescherungen überraschen, wa» Gebern und Empfängern in der Regel viel Scherz verursacht. Das Fest. bei dem eine Musikkapelle mitwirkt und m,t dem auch andere kleinere Unterhaltungen verbunden sind. ist nicht bloß aus die Verrinsmitglieder beschränkt, sondern gegen ein bescheidenes Entree allen Freunden des Instituts zugänglich. Um die Kosten des Arrangements theilweise hereinzubringen, veranstaltet das Comiti eine Verlosung, zu der es die erforderlichen Gewinsts auch heuer im Wege einer freiwilligen Subscription aufzubringen hofft. Bei den großen Sympathien, deren sich der wackere, unermüdlich thätige Verein in Laibach all. seits. ohne Unterschied des Parteistandpunktes. erfreut, wird es daran auch nicht fehlen, dass sich gewiss zahl» reiche Freunde desselben finden, die herzlich gerne durch eine Kleinigkeit dazu beitragen werben, jenen Wackeren, die jahrein jahraus unverdrossen und aufopfernd über unser Hab und Gut wachen, einmal im Jahre einen vergnügten und heiteren Abend zu verschaffen. Waren es doch im Laufe des heurigen Jahres allein 15 Brände, bei denen die Feuerwehr intervenierte, hievon ein großer Theil außerhalb der Stadt, was für die Mitglieder in der Regel mit erhöhten Mühen und Anstrengungen verbunden ist, Der letzte Brand (am 5. September in der Krakau) war seit dem Bestehen deS Instituts bereits der hundertneunzehnte, an dessen Löschung dasselbe mit» wirkte. -7- (Kinderbetheilung.) An der am hiesigen Karolinengrunde bestehenden Excurrendoschule fand gestern Nachmittag in Anwesenheit des Schulleiters Herrn Velar und mehrerer schulfreuudlich gesinnten Damen und Herren eine Vetheilung der dortigen Schulkkinoer statt, die bekanntlich dem ärmsten Theile der noch in den Laibacher Gemeindeverband gehörenden Morast« dauern angehören. Die l. l. Uebungslehrerin Fräulein Marianne Fröhlich, die Anregerin dieser nun schon das dritte Schuljahr hindurch fortgesetzten Betheilung, die an der genannten Schule seit Jahren auch den Unterricht in den weiblichen Handarbeiten unentgeltlich besorgt, hat auch heuer zu diesem Behufe in bekannten 2524 schulfreundlichen Kreisen eine Sammlung veranstaltet, an der sich nebst vielen anderen Spendern von Geld oder Naturalgaben auch die trainische Sparlasse mit einem Vetrage von 50 st. betheiligte. Aus dem Er» trägnisse wurden 15 Knaben mit Winterstiefeln und warmen Jacke», dann 22 der dürftigsten Mädchen mit vollständigen Anzügen und 14 Mädchen theilweise bekleidet. Diese Gaben werden den Kindern und deren Eltern namentlich im heurigen strengen Winter sehr er» wünscht gekommen sein. Mit der Vertheilung, die nach einer angemessenen Ansprache des Schulleiters vorgenommen wurde, war auch eine Ausstellung der von den Schülerinnen dieser Anstalt angefertigten weiblichen Handarbeiten verbunden. Am Schlüsse des kleinen Festes wurden die Kinder von Frau Mateusche mit einer Jause bedacht. — Die Schulleitung ersucht uns, allen, die zur Ermöglichung dieses WohlthätigleitKaltes in irgend einer Weise beigetragen haben, im Namen der beschenkten Kinder auf diesem Wege den herzlichsten Dank auszu« drücken. — (Zur Statistik der Concurs«) In den neun Oberlandesgerichtssprengeln der Monarchie wurden im Jahre 1878 1442 Concurse beendet, darunter 522 von den im Wiener Sprengel befindlichen Gerichten. Das Verhältnis der Activen zu den Passiven stellt sich am ungünstigsten im Grazer Oberlandesgerichts' sprenget, in welchem die Activen pr. 1.625.024 si. 21 kr. durch die Passiven pr. 3.859.768 st. 60 kr. um mehr als das Doppelte überschritten erscheinen. Im Verhältnisse zur Vevöllerungszahl hatten Vorarlberg und Nieder« osterreich die meisten, Kärnten und Krain die wenigsten Coucurse. In ganz Cisleithanien entfiel ein Concurs auf je 15,155 Personen. — (Specialausftellung des Drechslergewerbes.) Das k. l. Handelsministerium theilte der Handels- und Gewerbekammer in Laibach mit. dass von der zweiten deutschen Drechslerversammlung in Leipzig der Beschluss gefasst worden ist. zur Zeit der Ostermesse 1880, d. i. vom 19. März bis 18. Mai 1880. eine große Specialausstellung des Prechslcrgewerbes in dem für die diesjährige kunstgewerbliche Ausstellung in Leipzig errichteten Gebäude abzuhalten. Diese Ausstellung soll mit Rücksicht auf die vielfachen, zwischen den Fachgeuossen von Deutschland und Oesterreich-Ungarn bestehenden Beziehungen die Gebiete der beiden genannten Staaten-complexe umfassen und dem Gegenstände nach auch auf die dem Drechslergewerbe nahe verwandten Fächer der Viloschnitzerei und Elfenbeingraveure sich ausdehnen. Da diese Ausstellung für die österreichische Industrie, insbesondere für Drechsler und Bildschnitzer, von her» vorragender Bedeutung zu werden verspricht, so macht das Handelsministerium auf dieses Unternehmen speciell aufmerksam und empfiehlt der Kammer dessen Förderung. Da« Handelsministerium ist bereit, diesbezügliche Anmeldungen, welche bei der Kammer etwa einlangen werden, sowie einschlägige Anfragen entgegenzunehmen und dieselben dem von dem Ausstellungscomite in Leipzig für Ocstereich bestellten delegierten Herrn Ed. Hanauöel, Professor an der Wiener Handelsakademie und an der Fachschule für Drechsler, zu übermitteln, welcher sich für die Durchführung dieser Aufgabe die Unterstützung des Handelsministeriums erbeten hat. Die Handels« und Gewerbekammer in Laibach nimmt demzufolge Anmeldungen zu dieser Ausstellung entgegen und ist bereit, allfällige gewünschte Aufklärungen zu ertheilen. tlenefte Post. vriginal'Telegramme der „Laib. Zeitung." Wien, 19. Dezember. Die Reichsrathsdelegatioll nahm ohne Debatte in zweiter und dritter Lesung die Vorlage betreffs Bestreitung der gemeinsamen Auslagen für Jänner und Februar 1880 an. Wien, 19. Dezember. Die parlamentarische Aus-gleichsconferenz in der Wehrfrage beschloss mit aUen gegen eine Stimme, den tz 2 des Wehrgesehes zur Annahme vorzuschlagen. Das Präsidium führte Schmerling. Verlin, 19. Dezember. „Wolfs Bureau" demen-tiert, dass Oesterreich die deutschen Propusitionen abgelehnt und einen sechsmonatlichen Meistbegünstigungs-vertraq vorgeschlagen habe. London, 19. Dezember. Ein Cabinetsrath erörtert heute die Situation in Afghanistan. Calcutta, 18. Dezember. Gough brach am 17ten Dezember nach Kabul auf. Die Verbindung mit Gough wurde am 18. Dezember hergestellt. Berlin, 18. Dezember. Das Abgeordnetenhaus setzte die Berathung der Elbinger Petition gegen die Entscheidung des Cultusministers wider die Simulta-nisierung der Volksschulen fort; es lehnte bei namentlicher Abstimmung mit 247 gegen 147 Stimmen den Antrag des Abg. Gneist ab, die Petition der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen, und nahm mit großer Majorität den Ausschussantrag an, über die Petition zur Tagesordnung überzugehen. Paris, 18. Dezember. Die Kammer verwarf mit 257 gegen 226 Stimmen das Amendement wegen Wiederherstellung der Gehalte der Erzbischöfe und Bischöfe im Sinne der Senatsbeschlüsse. Paris, 18. Dezember. Es ist alle Aussicht vorhanden, die Eiuigunq der republikanischen Gruppen herzustellen. Grivy beschränkte den Minister Freycinet nicht iu Personalfragen bei der Reconstruierung des Cabinets. Madrid, 18. Dezember. In einer veröffentlich» ten Erklärung der Senatoren und Deputierten der Minorität über die Nichttheilnuhme an den Sitzungen stellen dieselben einen politischen Charakter ihrer Hal-tuug in Abrede. London, 18. Dezember. Amtlich wird aus Calcutta unter dem 17. d. M. gemeldet: Gmeral Roberts nimmt im Lager vo:i Sherpur mit 7000 Mau» eine starke verschanzte Stellung ein und hat Vorräthe für fünf Monate. Die ursprüngliche Position war zu ausgedehnt, der Rückzug wurde mit verhältnismäßig geringem Verluste bewerkstelligt. Eiu Angriff der Feinde auf die Position des britischen Heeres ist nur unter schweren Verlusten möglich. Roberts glaubt, der Feind werde bald zur Erlangung vou Nahrung sich zerstreuen müssen, inzwischen aber würde die Räumung Kabuls den Freind ermuthigen uud dürfte auch die Erhebung der Stämme auf der Verbindungslinie herbeiführen. Der Gouverneur von Dschcllalablid ist geflohen, aber bereits befriedigend ersetzt. Aufgefangene Briefe detaillieren die Arrangements über den Augrist auf Kabul und fordern die Kuviauis zur Erhebung auf. Aehnliche Briefe wurden au die Schimvaris-, Mohmuds' und Afridisstämme gesandt. Oberst Gough berichtet, dass sich alle Stämme vor seiner Front erhoben hätten, daher eiu weiterer Vormarsch ohne Verstärkungen unausführbar sei. General Bright sendet die entbehrlichen Verstärkungen. 1'/, Regimenter Infanterie, ein Cavallerieregiment und eine Batterie find nach der Front aus Peschawer abgegangen, wo eine größere Reservedivisiou gebildet wird. Falls die Stämme nicht selbst auseinandergehen, wird eine stinke Streitmacht behufs Wiedereröffnung der gestörten Verbindung vorgeschoben. London, 18. Dezember. Die „Times" melden aus Kandahar vom 17. d. M.: „Zwischen den ein« geborneu Truppen uon Herat und Kabuler Truppen fand unweit von Herat ein Zusammenstoß statt. Der Ausgang des Kampfes blieb unentschieden; indes nahmen die Kabuler den Gouverneur gefangen, procla» mierten einen neueu Gouverneur und besetzte» die Citadelle von Herat." Petersburg, 18. Dezember. Der „Regierungsbote" meldet: Die Erwartungen, dass der Zustand der Kaiserin infolge des Aufenthaltes im südlichen Klima sich bessern werde, ist nicht in Erfüllung gegangen. Im dem chronischen Leiden der rechten Lunge ist keine Veränderung zum Besseren eingetreten. Gegenwärtig complicierte sich das Leiden durch Hmzu-treten der Pleuritis. Cetinje, 18. Dezember. Die in Gusinje versammelten albanesischen Stammeshäuptlinge erklärte« angesichts der türkischen Functional, den Widerstand gegen Montenegro zu erneuern, falls dieses Gusmje besehen will. Die Albanesen erhalten immer neue ZU" züge, selbst von den katholischen Albanesen. Konstantinopel, 18. Dezember. Die ane-chischen Mttglieder der Grenzregulierungscomnusstoll übersandten der Türkei ein Memorandum, in welchem sie eine neue Grenzlinie im Norden der Thäler des Kalamas und des Peneus aufstellen und von den Türken die Aufstellung neuer definitiver Grenzlinien verlangen, anderenfalls sie eine neue Conferenz M unnöthig erachten und neue Instructions aus Wen einholen würden. Telegraphischer Wechselkurs vom 19. Dezember. Papier - Rente S3 65. — Silber. Rente 70 20. — 2K "' Rente 80 85. - 1860er Staats-Anlehen 130 25. — Vank-NctitN 838. — Credit. Actien 285 30. — London 116 80. — Silver - —. K. t. Münz. Ducaten 5 54. — 20- Franken - Stuse »31. — 100.Reichsmarl 57 75. Wien, 19. Dezember. 2'/, Uhr nachmittags. (Schlusscurs^) Creditactien 285 6l>. 1860« Lose 13050. 1864er Lose 166 5», österreichische Rent« in Papier 68 6.°». Staatsbahn 271--> Nordbahn 230 50, 20.Frankenstücfe 9 31'/,, türkische Lose 15 6V, ungarische llrrditactien 265 40. Uloudactien 628 —, österrcichl!^ Ylnsslobanl i:>8 l'O. Lombarden 7« 75. Unionbanl 9750. ° ' Clavier» und Harmonium-Magazin in Graz. bei. ......— H^nvs^^i^s ?^"' 18. Dezember (1 Uhr.) Die Vürse interessierte sich mit außerordentlicher Lebhaftigkeit für Montanwerte verschiedener Kategorien. Andere Papiere standen "" lv( l l^t/l. Hintergrunde und wurden wenig gehandelt. ____ Papierrent«........ «865 6875 Vilberrente........ 70 30 70 40 Voldrente......... «0 8b 80 95 Lose. 1354........ 125—125 50 1860........ 131 — 131 25 . I860 (zu 100 fl.j . 13420 135 . 1864........ 16575 I«7 — ^ng. Prämien««nl..... 10« 75 10725 «redit-L.......... 17850 178 — 3iubols«.ü......... 18 2b 1875 Prämienanl. der Stadt Wien 119 25 11950 Donau-steuulierungs-Lost . . 1l3b0 114 — Domänen»Pfandbriefe . . . 143 75 144 Oesterr. Schatzschein« 1361 rück» zahlbar......... 1012b 102 - Oesterr. Schahscheine 1382 rück» zahlbar........ 10! 2b 102" Ungarifche Goldrcnte .... 9590 9610 Ungarische Eisenbahn-Anleihe . 116' 116 i0 Ungarische Eiscnbahn-Nnleihe, Cumulativstücle...... 114 11425 Ungarische Schahan». vom I. 1874.......... - - — - Anlehen der Ttadtgemeinde Wien in N. «...... 10040 10030 «elb Wa« l Grun»entl«ftun«s'vbll°>- Oesterreichisch, ungarische Vank 850 851 — Unionbant ........9« 30 9?- Nertehrsbant....... 13050 18075 Wiener «anlverein..... 139 50 140' Uctlen »«„ tran»>«rt Unterueh-«nn«en. »eld Ware Älföld'Vahn .......14175 142' Donllu.Dampfschiff..Geselllchaft 592 593 Elisabeth.Westbahn.....17850 179 — l ««Id ware ! Aerdinllnd« ^< ^ Ziebenbiirger Nahn .... "-40 ^.^.. Ztaatsbahn 1. Em.....6850 ^^ ^.idbahn a .^/. ...... l^«^ Ü2b0 Devlfen. -,r ^??5 Aus deutsche Plätte..... "^ ^ London, kurze Ächt . . - - "°^ ^lO Looduii. lange Sich» - > - > ^^ ^ggo Par<<< .......... ' Geldlsrten. Ducaten. . - - 'st" "5 st. 56 tt- Napoleo„sd'or . » . 61 » " - Deutsche Reich«- ^ . Nuten .... 5? . 75 , i»> , ^ ^ Zilberqttlden . . — ^ « " Mainilch^rm'dentI.n-tu^«.Mli.!atim',.'^ ,«,'lo !)6 50 War!' 97 5«. ,<>Z0 bis ««chtr««: Um 1 Uhr 15 Minuten notieren: Papierrente 68 65 b<« 68 75 Vilberrente 7030 bis 70 40. Voldrent« 80 90 bis 8l Credit 284 30 bis 264 50. A«g" ^' 1«lb0 London 11675 bi« 11? 10 Napoleons s3l bi» 932. «ilber —' bis —- -