Rummer 5. Petta «, >o 8. Februar 1901. XII. Pettauer Zeitung. Erscheint jeden F»onmag. Brei» für Pettau mit Zustellung ins Hau»: Monatlich 80 h. vierteljährig K 2.40, halbjShrig K 4 HO, ganzjährig K S —. mit Postoersendung im Jnlandc: Monatlich 85 h, vierteljährig K 2.60, halbjährig K 6.—, ganzjährig K 9.60. — Einzelne Nummern SO k. Handschriften werden nicht zurückgestellt. Ankündigungen billigst berechnet. — Beitrüge sind erwünscht und wollen llngsten« bü Freitag jeder Woche eingesandt werden. Parlamentarische Streift lichter. ES gibt ReichSrathSabgeorduete, welche ihre Wähler im Wege der Presse über alle wichtigeren Vorkommnisse de« parlamentarischen Leben» im Lausenden halten »nd solche Abgeordnete könnte man al» Jdeal-Vertreter bezeichnen, da sie dnrch ihre Gerichte an die Blätter de« Wahlbezirke» zehnmal mehr zur Jnsormation und Ausklärung der Wählerschaft beitrage», al» rvenn sie alljährlich in sämmtlicyen Wahlorten Rechenschaftsberichte erstatten würden. Nun unbesorgt. Herr Dr. Wolsf-h a r d t. die .Pettauer Zeitung- ist sich ihrer In-feriorität allzusehr bewusSt. um Eigenberichte au» Wien überhaupt anzustreben, wir haben obige Betrachtung nur al» EntschuldignngSgrund vorausgeschickt, wem, wir gelegentlich Vorgänge in den deutichen Parteien falsch beurtheilen oder — überhaupt nicht begreifen könne». Da» .Grazer Tagblatt" vom 31. Jänner bringt an leitender Stelle einen Eigenbericht über die erste Sitzung de» parlamentarischen Verbände» der Deutschen Volks partci. au» welchem zu entnehmen ist, das» der radikale Flügel bei der Voistand»wahl mit seinem Eandidaten Dr. Derschatta unterlegen ist. Dr Der schalt« erhielt 12, sein Gegeucandidat Abg. Kaiser 3b Stimmen. Weiter» erfahren wir. das» Abg. Stein wender sanft. Abg Ma y red er euer-gijch abgelehnt wurde, aber über die meritvrischeu Beschlüsse de» Verbände» weiß da» ..Tagblatt" nur. das» sie mit .selten«? Einmüthigkeit" gefasst wurden, da» Organ der Dorischen Volkspartei in de» Alpenländeru ist also in dem wichtigsten Ein buchen Romantik! .Weiß der kuckuck, wo da» Mädel aus ein-mal die romantische» Launen herbekommen hat!" schimpfte der Geheime Commerzienrat Bankier Goldstein. .Na, von mir doch nicht!" opponierte die wohlgenährte Mama „Von mir etwa?" knurrte Papa. .Ich sollte meine», daß ich schlechterdings unfähig wäre für solche romantische Einfälle!" .Wie überhaupt für jede» Einfall," bemerkte Mama Goldstein pikiert. Und nachdem sie sich eine Weile gestritten hatten, käme» sie dahin überein, daß e» absolut nicht herauszubekommen wäre, von wem die merkwürdige Laune DollyS, ihres GoldtöchterchenS, eigentlich herrühre. Dolly, ein Goldfisch in fast idealer Gestalt und noch viel idealerer Ausstattung sollte nähm-lich heiraten. Da» war an sich eine gute Sache und sie stimmte darin mit ihren Eltern vollkommen überein. Darüber hinaus aber hörte die Übereinstimmung auf. Dolly liebte nun einmal wie närisch ihren Erich, denn berühmten, zu allen tolle» Sti eichen aufgelegten Maler; und das paßte den Goldsterns nicht. Wohingegen das Mädchen durchaus de» Grafen Ego» von Trottelburg heirate» sollte, und das paßte der Dolli wieder nicht. Unbegreiflich! Was das Punkte nicht besser insormiert als die .Pettauer Zeitung." Immerhin lassen sich jedoch auS den spär-lichen Nachricht?» einige Schlußfolgerungen ziehen. ES zeigt sich, das» die .gemäßigten" Elemente im Verbände über eine bedeutende Mehrheit ver-fügen, dass dieselben im Club diese Übermacht zu gebrauche» wisse», dass sie jedoch nach außen hin. siehe die Ablehnung Mayreder» und Stein« wender», dem Radicalismu» Concessionen mache». WaS aber die sonstige» Beschlüsse de» ClubS anbelangt, so ist die Thatsache, dass dieselbe» nicht veröffentlicht werden, hinreichend zu deren Beurtheilung. ES wird offenbar .diplo-matisiert" und nicht ganz mit Unrecht. Niemand ist im Abgeordnetenhause in Zweifel, das» die ganze Herrlichkeit in Kürze wieder zu-sammenbreche» wird, aber jede kluge nationale Partei überläßt mit Vergnügen dem Gegner de» Ruhm, angefaiige» zu haben und e» wäre geradezit blamabel gewesen, wHin sich schon vor den sicher zu erwartende» Stürmen die ArbeitSun-sähigkeit des Hauses au» den Rivalitäten der ver-schiedene» Clubs ergebe» hätte. Offenbor au« diefew Grunde wurde die Frage der deutschen Semeinbürgschast vertagt und damit die beste Lösung in dieser Angelegenheit gesunde». Die gewalttätige und tü»stlichk Ver. bindung der Elub« hätte ebenso zu MiiShelligkeiten geführt, wie eine vorzeitige übereilte Amputation. Run lässt man da« Ding kristallisieren und im Laufe der bevorstehenden Debatten werden sich alle wahrhaft Deutschgesinnten des Hause« vo» selbst zusammenfinden.__ Mädel bloß gegen den Trotlelburger hatte?! Er war reich, o. wie reich! Er war äußerst chic, brauchte täglich vier Stunden, um seine Toilette »u arrangieren, und den Rest des Tage» dazu, sich tadellos zu amüsieren. Freilich fjitte er da« Pulver nicht erfunden; aber war ein Graf dazu da, da« Pulver zu erfinde»? Alle« in allem . . . Gtaf Trottelbnrg war einfach ,»'widersteh' lich. Da» war auch so eine vertrackte Laune vo» der Dolly. den Grasen nicht unwiderstehlich, sondern unausstehlich zu finden; aber Mama ließ nicht locker. Und Papa? Nun. der war mit Mama immer einer Meinung. Wenn'« auf ihn allein angekommcn wäre . . . Gott, er war ja nicht so! Aber in seinem Hause gab'S Subor» dinationl Er hätte sich am Ende gar kein Gewissen daraus gemocht, wen» seine .bessere" Hälfte einmal nicht recht behalten hätte! Aber um GotteS willen keine Opposition! Dolly aber hatte ihren Kopf für sich. Sie liebte Erich und wußte, daß sie wieder geliebt wurde; basta! Und ivenn eS möglich gewesen wäre, sich heimlich mit ihrem Maler zu verinäh-leu - wahrhaftig sie hätte e» gethan. Einer vollzogenen Thatsache wäre auch Mama Goldstein machtlos gegenübergestanden. Und Papa Goldstein hätte vielleicht äußerlich geschimpft und innerlich gelacht; zuzutrauen war'» ihm. Aber die beiden Alten wachte» mit ArguSaugen über da» reni-tente Töchterchen. Aufruf. Die Deutschen Schönstem» (bei Eilli iik€tan*/ v*<4 mark) sind endlich am Ziele eine deutsche Privat-schule vom deutsche» Sch»lverein, i» Wie» zu er-halten. Nachdem dieser Verein ohnedies die Erhaltung«-kosten, welche 6000 Kronen jährlich betragen werden, leistet, so ist e« unmöglich, dass derselbe die ganze» Baukosten, die sich a»f 40.000 Kronen belaufen, trägt. Wie unbedingt nothwendig eine deutsche Schule hier ist, beweist, daj» der deutsche Schul-verein den jährlichen Erhaltungsbeitrag von 6000 Kronen leistet. Wir stellen daher au alle Jene, die mit »»» fühlen und denke» die Bitte, uns durch Spende» S verhelfen, da« feit Jahrzehnten angestrebte erk zu vollenden und sich dadurch nicht niir den Dank der Jetztzeit zn erwerben, sondern sich auch einen Denkstei» für spätere Generationen zu setzen und wird jede Spende in eiu Ehrenbuch, welches für immerwährende Zeiten im Archiv der Schule aufliegt, eingetragen. — Jeder, ob Groß ob Klein trage sei» Schärflei» bei. auf daf« e» heiße stet« deutsch und frei. Beiträge erbitten wir au den Schallthaler Spar- »nd Credit Vtrein in Schönstem bei Cilli, Steiermark. welcher auch die EmpfangSbcstätigun-gen ertheilt, oder aber an die Schriftleitung diese» Blatte»._ Versammlung der Weinbau-treibenden. Montag den 28. d. M. versammelten sich zahlreiche Weinbautreibcnde unserer Stadt im Gras Ego» von Trottelburg konnte partout nicht begreife», weshalb Dolly nicht mochte. DaS war doch einfach unerhört, und scheußlich blamable obendrein ! Nach geistreicher Diplomatenart wollte er der Sache aus den Grund kommen und hatte bei der Angebeteuen direkt angefragt, weShalb sie feinen Antrag auöschlüge. Und was hatte sie geaniworlet? da« wäre ihr alle» viel zu fade! Eiu bischen Romantik müßte dabei fein, eine kleine Entführung, eine Flucht, eine heimliche Trauung, ein elterlicher Doppelflnch mit obligatem Verstoßenwerde»! DaS wäre doch eine Sache! Da« köunte man sich gefallen lassen! Aber so mir nicht« dir nicht« verhandeln, vom Eltern» hauS iveg und mit dem väterlichen Segen auf« Standesamt schleppen . . . DaS ist absolut nicht ihr Geschmack. Einem Liebhaber, der so nüchtern und ledern, wird sie niemals ihre Hand reichen. Graf Trottelbnrg war nie sehr geistreich; in diesem Augenblick sah man's ihm aber auch an. Fliegenden AlhemS, noch znsammenschauernd u»ter dem Eindruck de» Unerhörte», daS er soeben au« dem Munde eiueS Mädchens der guten Gesell-schaft vernommen, hatte er die Kun>c Papa und Mama Goldstein mitgetheilt. Nachdem die beiden Alten festgestellt hatte», das« sie nicht wüßten, von wem die Dolly diese romantische Laune geerbt habe, war die Mama auf einen sublimen E'nsall gekommen. Sie berief ihre» Schützling zu sich und sagte ihm: wenn es Gasthofc Schrei zur Besprechung der Frage bet Rebla»» Nothsta»d»-Darl«he». Herr Perko begrilßle die Anwesenden im Name» de» Action«-AuSschnffeS und ichlug vor. Herrn Bürgermeister O r » i g zum Vorsitzenden zu wähle». (Wird ei»-stimmig angenommen.) Run erhob sich nemrdingS Herr Perko, mm da« Referat z» erstatte». Er verwies auf die »in Borjahre sta»gesu»dc»e Versammlung der Weinbautreibenden. in welcher et» Ausschuß bestehend aus den Herren Hintz e. 011, Josef LeSkoschegg. Pi«k und Perko gewählt wurde. Hicvo» feie» die Herien O t t. H i » tz e und Pisk, Letzterer wegen Krankheit zurückgetreten. Der Ausschuß sei vo» der Anschauung ausgegangen. dass die Regierung nicht nur ver-pflichtet, sondern auch thatsächlich geneigt fei, dem nothlnde»dcm Weinbau? aufzuhelfen und so wurde die bekamt? Denkschrift verfasst, welche durch eine Deputation, bestehend aus den Herren Ornig, Kaiser und Perko dem Statthalter, dem LandeS-anSschuße. dem Ackerbanminister und dem Minister-Präsidenten persönlich übergeben wurde. Dass dieser Schritt nicht vergebens war. zeigte sich an der Reise de» Herr» Hofrath Mach, fowie an der Thatsache, das« nun endlich im letzien Jahre sämmtliche städtische Weinbauer, welche um un» verzinsliche Darlehe» ansuchte», dieselben erhielten. Endlich sei über Filrsprache de« Herr» Bürger-Meister«, de« Herr» Bezirkshanptmannes »»d de« Statthalter«, sowie aus Grund eine» Gesuche« der Stadtgemeiud? 40000 Kronen Darlehe» mit Bericht ans Jntabulatio» vo» der Regierung bc-willigt worden. E» habe sich also gezeigt, das« die B>streb»»g?» de« Ausschüsse«, welche a»sang« vielseitig bespöttelt wurden. keineSiveg« »utzlo« waren, sondern wertvolle Erfolge zeitigten. Redner spricht den Wunsch au« dass auch die heute la-gende Bersammlung im gleichen Sinne weiter arbeiten möge zum Besten de« Weinbaues und der Allgemeinheit »ud dass derartige Besprechungen öfter» im Jahre abgehalten werde», damit die Weiiibautreibendeu rechtzeitig über ihre Interessen informiert werden können. Herr Josef L e S k o j ch e g g theilt mit, das« der Ausschuß seine Reise »ach Wie» a»s Koste» deS landwirtschaftlichen BereincS unternahm und stellt deu Antrag, besagtem Vereine sür diese wirk-same Förderung der guten Sache den Dank der Anwesende» auSzusprechcu. Richt minder gebühre den Herren Ornig, Kaiser und Perko der Dank der Versammelten, sowie dem Herr» Hof-rath Mach und dem Gemeinderathe der lande«-fürstlichen Kammerstadt Pettau. ihm wirklich um Dolly zu thun und er wirklich «»> ganzer Ma»n wäre, so müßte er wissen, wa« er jetzt zu beginnen habe. Trottelburg war geradezu starr. Entführe» Unter heimlicher Mitwifsenschaft der Eltern? Kanu man denn da« machen? Da« ist doch gar nicht gebräuchlich. Aber doch chic, da« mußte mau sagen. Gut also I Und nachdem er vo» Mama noch besondere Geheimiustructione» empfangen hatte, trat er wieder vor Dolly und sagte: ,,Gnädige« Fräulein, ich kann ohne Si? nicht leben. Sie müssen mein werden, und ich bin bereit, alle« für Sie zu wagen . . . „Aber ohne eiu bischen Romantik . . ." „O. mein gnädige« Fräulein! Die Roman-tik werden wir gar nicht mehr entbehren können. Ihre Eltern scheinen nichts mehr von unserer Verbindung wisse» zn wollen . . ..Und da sind Sie bereit, mich heimlich zu entführen?" .Dazu und zu noch viel mehr." „O, das ist reizend! Ja. wenn Sie da« fertig bringen . . . eine heimliche Trauung . . . . mein Gott, ich wäre ja zu glücklich!" Und Graf Trottelbnrg frohlockte. Er wollte e« f?riig bring?». Also ganz h?imlich. bei Nacht und N?b?l — Üb?r Hamburg nach Großbritanni?n — Gretna-Green — ?« lvar zn köstlich. (Schiuf» Mal.) Herr Perko stellt den Zusatzantrag, in«-besondere deni Herrn Bürgerm?is!?r Ornig den Dank d?r Versammelten auSzusprech?». da di? bi«h?r erzielte» Erfolge hauptsächlich seiner E»?rgi? und feinem Eifer zu danken sind Sämmtliche An-träge werden einstimmig ang?non»nen. Herr Jos?f L?«koschegg kommt nnn auf j?n? 40000 Krön?» zn sprechen, welch? d?r Staat . der Stadtg?m?i»de bewilligte und sprach^sein Erstaune» ans. das« aus ei» Gesuch der Stadt zu Gunsten städtischer Besitze, ein Betrag bewilligt wird, welcher ,zu gleichen Theile»" für städtische nnd ländliche Besitzer bestimmt sein soll. Durch 4 Jahre hab?» nur die ländlichen Besitzer Vorschüsse erhalte», indes die Städter, wen» si? »och jo bedürftig waren, prinzipiell abgewiesen wurden. ES beabsichtige Niemand, die ländliche» Weinbauer z» verkürzen, e« könne aber der Stadt kaum zugemutet werde», statt ihre» Weinbauer», welche dringend Hilfe bedürfen und für welche die Stadtgemeinde ansuchte — d«n ländlichen Besitzern Gelder zu vertheilen. Der ganze Bor-gang mache den Eindruck, al« ob die Regierung thatsächlich dem Wunsche der Stadt entspreche» wollt?, im letzte» Augenblicke aber von böswilliger Seite jene Klausel i» den Erlas« geschmuggelt worden sei. um die Stadt- und Landbevölkerung gegen einander aufzuhetzen. Die« werde jedoch nicht gelingen, sonder» man werde einen Au«° »veg finden, um Land nnd Stadt zu befriedige». E« sei überhaxpt zu beobachten, da!« gerade jene Factoren. welche in erster Linie verpflichtet wären, de» Weinbau zu fördern, nur geringe« Interesse und wenig guten Wille» zeigen. Die Deputation wurde nirgend« so abweisend und kalt empfangen wie beim Lande«au«schusse Grafen A t t e m «. In Brück habe man vor kurzem eine Försterschule errichtet, welche lediglich dazu diene, dem Groß-grundbesitze billige« Forstpersonal zu liefern, für Untersteierniark habe man aber kein Geld. Da« arme Land Krain mit geringerem Weinbane leiste ?be»so große Beiträge idtai«ab-geordneten der Stadt LandeSauschus« Dr. K o> k o s ch i n ? g g, welcher die Znschrist de« Au«-schliff?« nicht ?inmal einer Antwort gewürdigt habe. ES sei jedenfalls unpassend, daiS der Landtag«-abgeordnete sich feit Jahren im Bezirke nicht mehr blicken lasse, obwohl derselbe Noth leide nnd dringende Wünsche habe. Herr Bnrgerm?ist?r Ornig gibt zu. das« d?r Landtag zu w?nig für d?» Weinbau leiste, er verweist jedoch auf die Thatsache, das« in Folge der Abstinenz der Stoven en überhaupt nur 4 Unter st eirer im Landtage sitzen, welche selbstverständlich uicht« ausrichten können. E« ergehe ihm in dieser Beziehung nicht besser wie d'm Grafen A t t e m S und Herrn Dr. K o k o f ch i n e g g. e« fei daher ungerecht, gegen die deutsch?« Abgeord»?ten zu wettern, man möge lieber die Landbevölkerung darüber ansklären. das« sie vo» ihren Vertretern schmählich im Stiche gelassen werde. Herr Le«koschegg verweist in feiner Erwie-derung auf den Erlas« de« Lande«au»schusse« Z. 46510, do. 25 Feb.uar 1900, an die landwirtschaftliche Filiale Pettau, in welchem au«ge-fproche» wird, das« im Jahre !8Sv um 250000 fl. gesetzlich begründete Vorictiußgesuche eingereicht wurden, jedoch nur 90000 fl. vertheilt werde» konnten, weil nicht mehr bewilligt war. Der La»de«anSschnß sei sich also vollkommen klar über die Lage unser?« Weinbau?« und thu? trotzdem nicht«. Auch die Herren Weinbaucommissäre. sowohl de« Staate« wie de« Lande«, könnten viel Gute« stiften, wenn sie — wollten, e« mache jedoch den Eindruck, al« ob die Herren die Arbeit scheute», welche mit größeren Subventionen selbstverständlich wächst. Herr Perko gibt nun eine R?ihe vo» Auf. klärungen über die Verfassung der BorfchusSge-suche. Dieselb?» seien jedesmal auf 2 Joch zu beschränke» und habe» aus 600 G»lde» zn laute». Die Drucksorte erhält man bei der Bczirk«haupl-Mannschaft »nd zwei Beilagen müßten von» Vorsteher jener Gemeinde in welcher der Weingarten liegt, ausgefüllt werden. Wer mehrere Weingärten hat. kann doppelt und dreifach:c. ansuche». Der halbe Betrag wurde »ach dem Rigolen, die zweite Hälfte dann ausgezahlt, wem, die Reben bereits veredelt sind. Weingartenbesitzer. welche mit der Anlage bereit» fertig sind, haben Anspruch aus sofortig? AuSbezahlung de« Gesammtbetrage». Wer größere Weingärten hat. ist berechtigt, jede« Jahr für weitere zwei Joch anzusuchen. E» entwickelt sich nun über diese Punkte ein? lebhaste Debatte, au welcher sich die Herr?» Jos. Fürst, LeSkoschegg. Scheuchenbauer u. Kratzer betheiligeu u. in deren Verlaufe Herr Perko eine Reih? weiterer werthvoller Aufklärungen erteilt. Nun hätte al» letzter nnd wichtigster Punkt der Tagesordnung die Gründung einer Weinbau» genoff'nschaft besprochen werden sollen, derselbe wird jedoch wegen vorgerückter Stunde von der Tagesordnung abgesetzt und dem neuergänzten AuSschusie. bestehend au« den Herren Ornig. Kaiser. R o ß m a » ». Perko und Josef LeSkoschegg Überlaste», in dieser Frage eine neue Versammlung einzuberufen. Herr Perko gibt noch in kurzen Umrissen ein Bild der segenS-reiche» Wirksamkeit, welche ein? derartige Genosse»-schast entfalten könnte, woians der Vorsitzende die Versammlung mit DaukeSworten an die Er-schienenen schließt. Erste ordentliche Gemeinde-ralMtzun». Am 30. Jänner fand eine ordentliche Ge-meinderathSsitznng nnt?r dem Vorsitze de« Bürger-meister« Herrn Josef Ornig statt. Nach Ver-lesung de« letzt?« SitzungSprotocoll?« wird zur Erledigung der Tagesordnung geschritten. Zn Punkt 1 beantragt die RechtSsectiou, betreff« der Käsern-bauten erst dann e>ne bindende Erklärung abzu-gebe», wenn die Frage, ob Pettau in die 7. oder 8. ZinSclasse gesetzt wird, erledigt ist. Dieser An-trag wird angenommen. Zu Punkt 2, unverzinsliche Darlehen an Weingartenbesitzer, theilt Herr Bürgermeister mit. das« e« sich nun herau«-gestellt habe, das« 20000 Krouen der Stadt und 20000 Kronen der Vezirk«hauptmauuschaft. erstere zur Bertheilnng an Die städtische, letztere für ländliche Weingartenbesitzer bewilligt feien. E« fei daher die Angelegenheit völlig geklärt uud jeder Zweifel ausgeschlossen. Der Bürgermeister spricht weiter den Wunsch au«, e« fei vom Gemeinderathe zur Bertheilung de« Dailehen« seinerzeit ein Eomit6 einznsetzen. da er keineswegs gesonnen fei, allein die Verantwortung zu tragen. Wird zur Kenntni« genommeii. Der freiwilligen Feuer-wehr wird die bereit« bewilligte Subvention von 200 K flüssig gemacht. DaS Gesuch de« Herrn G r a h e r »mMauthbesreiung für Ziegelfuhren zu seinem Nenbaue in Haidin wird abgewiesen. Die Handel«- und Gewerbekammer in Graz richtet an den Gemeinderath eine Eingabe, in welcher sie bittet, ihre Anträge b?treffS Ausgestaltung d?« P?rsonenv?rk?hr?« aus der Südbahn zu unier-stützen, in dem Sinne, dass außer den bereit« mit!. Februar eingesührten Schnellzügen noch z,ve, Schnellzüge in'« Leben treten sollen. Der Gemeinde rath schließt sich diesem Wunsche an. unter der Bedingung, das« dies? n?u zu cr?irenden Verbin-düngen Anschlüsse nach Petiau erhalten. ' Der Jahresbericht de« städtischen Kinder-garten» wird genehmigend z»r Kenntnis genommen. Dem Gesuche d?r ?vang?lischen Kirchenge« — 3 ~ mtindc um Gewährung der Subvention im Bei rage von 50 K wird stattgegeben. Ein Antrag dk» Herr» Dr. T r e i t l ans Erhöhung der Subvention aus 100 K wird abgelehnt. Weiter« weiden der Altertrenteucasse deS Handwerker-vereine» 30 K nnd der kaufmännischen Fort« bildungSschule 200 K bewilligt. DaS Offert einer ,GlatteiSbestreuung»maschine" wird abgelehnt. Die Stadtgemeinde Knittelseld hat eine Aetiou gegen den Kohlenwucher unter-nominen und bittet ui» Mitwirkung. Wird an» genommen. Über eine Eingabe der GntSvcrwaltung Oberpettau um Beitragsleistung zur Erhaltung deS nach Oberpettau führenden Wegr« entsteht eine lebhafte Debatte. ES wird beschlossen, mit der GatSverwaltung in Verhandlung zn treten. Die Gymuastaldirectio» dankt für die dem Stude»tenui'.terslützungSverei»e im Borjahre ge-währte Subvention von 100 K mit der Bitte, den gleichen Betrag auch in diesem Jahre zu bewilligen. Der Antrag wild angenommen. Der Boranschlag des SiadtschulralheS Pettau wird zur Kenntnis genommen, das Gesuch deS Comitö» zur Errichtung eine« Kriegerdenkmale« in Graz um Beitragsleistung wird abgewiesen. Nun wird der StadterweiternngSplan vorgelegt, welcher drei Varianten zeigt. Hauptgewicht legt die Section auf den Anschlus« jener Theile der Gemeinden Kartschowina und Neudors, welche die bi» zur Um» gebungSschule reichende Ecke im Stadtgebiete bilden. Der weitgehendste Antrag schließt die sogenannte „Neue Welt" und Oberpettau sammt der Ring» straße. sowie alle zwischen der Ringstraße und der Villa Rosen gelegenen Theile der Gemeinde Kartschowina und Neudorf ein. Herr Gemeinde» rath S e l l i » s ch e g g regt auch die Einbezie» hung der Waitschach an, der Bürgermeister wird beauftragt, mit den Nachbargemeinden in Verhandlungen einzutreten und seinerzeit Bericht zu erstatten. Der Antrag auf Beuennung einiger »amen» loser Straßen und Neunummerierung der Hauser wird mit Rücksicht aus die im Zuge befindliche Stadterweiterung vertagt. Über den unregelmäßigen Gang unserer Thurmuhr entwickelt sich eine lebhafte Debatte, in deren Verlaufe der Bürgermeister verspricht, den Perpendikel einpüiike» zu lassen und auch für eine genauere Regulierung der Uhr Sorge zu tragen Zum Schlüsse beanständet Herr Dr. Treitl die mangelhafte Straßenreinigiing und erklärt, seine Stellung als Obmann der SanitätSsec» tion niederlegen zu müssen, fall» nicht Abhilfe getroffen wird. Der Hm Bürgermeister erklärt sich bereit, weitere zwei Straßenkehrer anzustellen, sowie die StraßenreinigungSarbeite» ans da» strengste zn Überwachen. ch ch ch Wir sind bekanntlich nicht gewöhnt. Beschlüsse unseres löblichen Gemeinderaihk» einer Kritik zn unterziehe», aber wenn wir diese» Recht bisher nicht auSiibten. so geschah die» nur darum, weil wir eben mit dem einverstanden waren. waS im Gemeinderathe beschlossen wurde. Der Beschluss deS Gemeinderathe», die Reube-nennung der Straße» zu vertagen, ist uns offen gestanden, nicht verständlich. Da die Straßen de» kanntlich so „ummerielt werden, dass die Hau», nummern vom Centrum hinau»lause» und da doch nur solche namenlose» Straße» benannt werden sollen, »selche dermale» im Stadtgebiete liegen, so ist e» auch der au»schweifendsten Fm>. taste nicht erklärlich, wieso die Stadterweiterung die Straßenbenennung und Häusernummerierung verhindern soll. Die» wär, nur in dem Falle richtig, wenn da» letzte Hau» an der Etadtgrenze Nr. 1 erhalten sollte. Thatsächlich ist e» hente dem Fremde» schwer, sich in einer Stadt zu orientiere», i* weicher viele Gasse» gar nicht be-nannt nnd die HanSnummeru wie Kraut und Rübe» durcheinander geworfen sind. Die geringe Ausgabe für Straßentafel» scheint uu» viel dringender nnd nothwendiger, al» mauche andere vom Gemeinderathe bewilligte Subvention. Localnachrichten. (vrotscher Cnreoerriti.) Am 24. v M. hielt der deutsche Turnverein Petto» seine diesjährig-Hauptvcrjainmluiig ab. bei welcher der Sprech-wart de» Vereine», Herr Dr. Treitl. den Bor» sitz führte. AuS dem ThätigkeitSberichte ist zu eninehmen, dass der Mitgliederstand sich im verflossenen Jahre ans 62 ausübende und 31 unter» stützende, zusammen S3 Mitglieder belief. Am 20 Jnni wurde eine Sonnwendfeier veranstaltet, bei der der hiesige Deutsche Gesangverein, der stets bereit ist, völkische Veranstaltungen zu unterstütze», durch L'edervorträge sei» Möglichste» zum Gelingen beitrug. Am 26. August veranstaltete der Verein unter der itrammen Leitung de» Herr» Con» rad Sommer ein BereinSschai» und Wetturnen, zu dem 16 Wetlnrner antraten. Vier Mitglieder giengen als Sieger hervor, während drei mit AunerkeiinungSurkunde» bedacht wurden. In 169 Stunden wurde von 1978 Mitgliedern geturnt. Die Einnahmen beliesen sich im Jahre 1900 ans 970 Krone» 99 Heller, die Ausgaben a»f 730 Kronen 36 Heller, somit sich ein Säckelstand vo» 240 Kronen 63 Heller ergibt. Die Neuwahl hatte folgende» Ergebnis: Sprechwart Dr. Ernst Treitl. Turmvart Konrad Sommer, Zeuqwart Jgnaz LeSkolcheq. Säckelwart Han» Wegschaider, Schristwart Aloi» Freund und Sangwart Her. mann Kersche. Al» Beisitzer wurden von den unterstützenden Mitgliedern in den Turnrath ent» sendet: Professor Dr. Ägidiu» Raiz und Karl Wessely. Der Vollversammlung folgte die Kneipe, in deren Laufe die Neuwahl de» KneipauSschusse» vorgenommen wurde. Sie hatte folgende» Ergeb» ni»: Kneipwart Conrad Sommer, dessen Stellver-treter Hermann Kersche, Säckelwart Fritz Slawitsch. Ai'eipschreiber Karl Arnusch. Fahnenjunker Michael Mülleret und HvrnsuchS Fran, Machalka Mit der „Wacht am Rhein" wnrde darauf die Kneipe geschlossen. Zlihrksversammlung dr» Mosealvrreines.) Am 26 Jänner versammelten sich die Mitglieder deS Musealvereine» im Extrazimmer der Gast» wirtschaft „Deutsche» VereinShauS' zur Erledi-gung folgender TageSerdniing: 1. Verlesung der letzten VerhandlungSschrift. 2 ThätigkeitSbericht deS Obmannes. 3. Rechenschaftsbericht deS Zahl-meisterS. 4. Anfällige Anträge. 5. Neuwahl deS AnSschnsseS. Herr Professor Ferk begrüßt die Erschienene» aus da« herzlichste und beantragt, von der Verlesung de« Protokoll« der letzten Sitzung abzusehen. (Wird angenommen.) Hieraus gedenkt der Obmann der vielen Wohlthäter und Förderer de« Vereines, besonder» des steierm. LandeSauSfchusse», der löblichen Stadtgemeinde Pettau und des Vorschnßvereine« und dankt denselben sür die bewilligten Subventionen. Ebenso gebühre der Stadtgemeinde besonderer Dank sür die vielen und großen Opfer, welche dieselbe in, abgelaufenen Jahre aelegentlich der Eröffnung de« Museum« brachte. Referent spricht die Hoffnung an«, der Gemeinderath werde auch in Znknnst »in geneigter Förderer der VereinSinteressen bleiben. Ferner wird der Dank ausgesprochen den Herren Professor B r i g o l a. I. G s p a l t l nnd A, Schröfl sür ihre Mühewaltung anläßlich der Verlegung der Bibliothek in« Gymnasium. Der Obmann bringt weiter« zur Kenntnis, dass e« ihm gelungen ist, vom .Herrn Univ.-Profeffor Luschin iu Graz zwei Münzen zu erhalten, welche in Pettau aeprägt wurden nnd als besondere Seltenheit gelten. Weiler« gedenkt der Obmann der Erwerbung einer Bibliothek von 113 Bänden um 40 Kronen, darunter Werke, welche nicht ein-mal die Grazer Bibliothek besitzt. Dann hat der Berein von der Firma C i e «l a r in Graz eine Kiste Bücher, darunter einen vollständigen Con-verfationSlexicon zum Geschenke erholten. Endlich wird alle» Gönnern »nd Spendern in Pettau und Friedau der Dank des Vereines auSyesprochen. Der Obmann stellt nun den Antrag, einen Pro- iectionS.«pparat um den Preis von 250 fl. an» zuschaffe» welcher sowohl für wissenschaftliche, al» für unterhaltendt Votträge einen wettvollen Be-hels bieten würde. Dieser Antrag w.rd ange-nommen Der Obmann beantragt weiter», da sür die Ausstellung der naturhistorische» AbUxi-lung nicht genügend Platz vorhanden sei. ihm iu N/statten, dieselben dem Marburger Museum »u überlassen. Allerdings widerspreche sein Wunsch dem «stistsbriefe. er hoffe jedoch, das« sich die Hindernisse überwinden lassen. Wird abgelehnt Z" Pu"'t3"st."tet H'rr S chröfl den Reche,w schastsbericht für daS VereinSjahr 1900 Die M.tgliederzahl hat sich von 47 anf 73 vermehrt und der Eassasiand ist trotz vieler Ausgaben al» ein günstiger zu bezeichne». E» wird dem Zahl» metster Herrn S ch r ö f l über Antrag des Ob. manne« der Dank durch Erheben vo» den Sitzen ausgesprochen. Herr S ch u l f i n k beantragt, den Herrn Obmann, Professor Ferk. da derselbe die Obiiiannstelle leider nicht mehr anzunehmen gedenkt, zum Ehrenmitgliede und Ehrenobniaiin des Vereines z» ernenne», welcher Antrag vo» der Versammlung freudigst begrüßt wird. Dr. v. F i ch. t e » a u spricht sich mit lebhaftem Bedauern dahin au«, das« nach den Satzungen de« Vereines die Ernnenung eines Ehrenmitgliedes ein Monat vor der Generalversammlung beantragt werde» muss. Auf di.se Aufklärung fasst die Generalversammlung den Beschluß, sich auf eiu Monat zu vertagen und auch die Neuwahl deS AuSschnffeS in die TageSoldnnng der in einem Monate einzube» rufender Versammlung aufzunehmen. (Der Zwligverrin peltan) de« Verbände» Alpenländischer Handelsangestellt, r hält am Son». tag den 3. Februar d. I. abend« 7 Uhr im Hotel „Stadt Wien" seine diesjährige General. Versammlung ab, zu welcher auch der Führer der alpeiiläudischeu Handelsangestellten Herr Carl Lack »er nebst einigen anderen Herren au» Graz sei» Erscheinen zugesagt hat. Herr Lackner wird einen Vortrag über SlandeSangelegenheiten halte» »nd ergeht hiermit a» alle Herren Kauf, leute, sowie an alle Herren Angestellten, ohne Unterschied, ob dieselben Mitglieder vorgenannter Bereinigung sind oder nicht, die höfliche Einla-laduug, sich an diesem Vortrage recht zahlreich zu betheilige». (Ladeauftalt des prttanrr fiauDtrrices.) Der Badebejuch im Jahre 1900 war folgender: 350 Warmbäder 1. Classe, 3268 Warmbäder 2. Classe, 210 Warmbäder 3. Classe, 622 Volks-dampfbäder ohne die 7-maligen Garnisonsdampf» bäder, 85 Douchebäder, zusammen 4811 Bäder. Baffi»., Frei« u. Cabiuen-Dranbäder: 2176 Ääder zu 10 Heller, 3858 Bäder zu 20 Heller, 1278 Bäder zu 30 Heller, 250 Schwimm» leclioiieu, zusammen 7516 Bäder ohne Stu» denten» nud Saisonkarten. Täglich sind Wannen, und Dampfbäder zu habe». (/cufriirreitschaft.) Vom 3. Februar bi» 10 Februar, 3 Rotte de» 1. Zuge«, ZugS» führer Laurentschitsch. Rottführer Wratschko. Feueranmeldungen sind in der SicherheitSioach» stube zu erstatten. (Äidjlrr-flränjdjcii.) Auf vielseitiges Verlangen veranstaltet der auch hier bestbekannte Proseffor der Tanzkunst, Herr Eduard Sichler am 4. Februar d. I in de» unteren Casino» Lokalitäten in Marburg ein Kränzchen, welche« gewiss eines der hübschesten der gegenwärtigen Fasching Saison sein wird. Dass ein sehr ani» mierter Verlauf iu Aussicht steht, bürgt schou der gute Ruf, der diesem Kränzchen vorangeht. DaS rege Interesse, welches sich bereit» unter allen frühere» Eichler-Schülern sowie deren Freunde und Bekannte kundgibt, läßt darauf schließen, das» ein würdiger Verlauf zu erwarten steht. Die Musik wird die beliebte Südbahii'Werki'tätten. kapelle besorgen. Handel, Gewerbe und Land-wirtschaft. Schneeballeitsyfte«. Da« Wiederauftauchen de» Schueeballeu-oder wir e« neuesten» genannt wurde, de» Rabattsystein« veranlasste den Verbund der öfter-reichlichen Fahrradhändler, bei de» Behörden Schrille gegen diese» Schwindelsystem zu unter-nehmen. Bereit» vor längerer Zeit tauchie ein neue» System der Berliner Fahrradwerte Willy Schlawe auf. um billige Rädcr in großen Massen unter da» Publikum zu bringen. Da» System wird schamhaft Multiplex-Systern genannt, ist aber nicht» andere», al» da» verpönte und bei un» in Osterreich verbotene Schnkebolljyst>m. Die Firma hat sich uu» seit Monate» speciell Österreich al» Absatzgebiet ihre» beglückende» System» erkoren, wa« un« veranlasst, da. speciell in der Provinz, bereit» einige Multiplex-Räder zum Absätze ge-langten, der Sache »älMzutreten. Im Prospekte heißt e» vielversprechend, das» jeder ei» erstclas-sige«, hochelegantes Fahrrad kostenfrei er-werbtn könne. Diese» Schuerballensystem erklärt sich solgendermiße»: der Erste erhält einen An-zohlungSschein mit Coupon». Derselbe wird nur bem Erste» umsonst geschickt, den späteren Inte-ressenten mit 28 Mark berechnet. Der Erste braucht die 28 Mark erst zu erlege», bi» er die anhängenden vier Rabattscheine a» v'er Personen verkaust hat. Sobald die» geschehen und von den vier Käufern der Rabattscheine jeder wiederum einen Auzahlung«schein gegen Baarzahlung von 28 Mark direct gelöst hat, hat der erste Anspruch auf ein Multiplex-Rad im Werte von 183 Mark. ES ist also ganz klar, das» diese» ganze System daS mehrfach erwähnte Schneebällen-syslem ist. Ein »»lauterer Wettbewerb mit gleichzeitiger Schädigung de» Publikum», und hat. wie wir erfahre», der Fahrradhändlerverband bereit» Schritte unternommen, um dem immer mehr über« handnehmenden Unfug de» Mnltiplex System« zu steuern und auch die comprtente» Behörde» sollte» im Interesse unserer heimischen Industrie die Sache nicht nur al» unlautere» Wettbewerb auffasse», sondern das ang'vriesene System einer Prüfung unterziehen, wonacy sie zu dem Resultate gelange» werde», das» e» mit dem Schneeballen-syslem, welche» nach dem Erlasse de» Handel»-Ministerium» im Einvernehmen mit dem Mini-sterium de»Innern vom 14. April d.I., Z. 11.605, verboten wurde, identisch ist. Der angezogene Erlas» lautet: .Die Behörden sind angewiesen, gegen Verkäufer und Käufer von Schneebälle»-systeM'Eonpon» vorzugehen." Thatsächlich ist e» dem Fahrradhändlerverbande gelungen, einige Be-strafungen zu erwirken. Die» betrifft uun die auiwärtige Firma, und wir warnen nnseren Leserkrus eindringlichst, aufzusitzen und in irgend einer Art und Weise sich an dem Multiple;-System zu betheiligen. Da» Traurige an der Sache aber ist, das» eine Wiener Firma, e» ist die bekannte Firma Greger. sich nicht scheut, an dem Nutze», den die Firma Schlawe erhofft, zu participieren. Die Greger Fabrik stellt Multiplex-Fahrräder her, indem sie einfach auf ihre Maschinen die Multi-plex-Marke anbringt, und wurden bereit» auf diesem Wege vo» der Firma Greger circa 200 Räder gegen Anweisung von Mnltiplexscheinen angebracht. Dabei betheuert die Firma Schlawe, nur Original-Multiplex Räder zu liefern, der Leser ersieht also, iu wa» diese angebliche Originalität besteht. Der beste Beweis, das» Greger de» unlautere» Wettbewerb der Mnltiplex-Machen-schasi einsieht, erhellt daraus, das« er nicht den Muth hat. sür seine traurige Handlungsweise ein-zustehen, denn er gebraucht Name» feiner eigenen Angestellten, um die Räder in den Handel zu bringen, und die einjährige Garantie geschieht durch seinen Werksührer mit Angabe von dessen WohiiungSadresse. Der Verband der Fahrrad-Händler hätte diese Handlungsweise feiten» der Firma Greger nicht verdient. Eine Intervention de» Verbände» wie» Greger erst vor zwei Tagen i» der brü»kesten Weife ab. Nun wissen unsere Sportrollegen. wa» e» mit den Mnltiplex Räder für eine Bewandlui» hat. und wir haben ihre Abstammung nachgewiesen. Das» die Räder nicht hoch Prima sind, wie sie angepriesen werde», liegt wohl klar aus der Hand, und das» diese Art Geschäfte Beuachtheiltgung jede» Einzelneu bedeutet, ist ebenso klar. Wir hoffen, das» sich die Behörden bald mit den Multiplkx-Rädern befasse» werden, Wir aber rufe» entgegen dem Prospekte mit seinen hochtrabenden Phrase» unsere» Sportcollege» »u: .Kauft ja keine Multiplex-Fahrräder!" Heinrich Kaiser. Rvuömachung. Mit Rücksicht a«f den herrschende» Mangel a» geschulten MeliorationS-Arbeiter» in Steier-mark Hot der Lande»-Au»schus» beschlossen, vorn 4. bi« einschließlich 9. März 1901 durch deu Lande» Enlturingenieur, Herrn Eduard S i m o n y, einen 6 tägigen Drainage-Cur» in Oberradkersburg abhalten zu lass,« und zu diesem Zwecke SStipendien z u 20 Kronen zu bewilligen, um entfernter wohnenden und unbemittelten landwirtschaftlichen Arbeitern oder Dienstboten die Theilnahme an diesem Enrse zu ermöglichen. Der Zweck dies«» Enrse» ist nicht nur in der Heranbildung berufsmäßiger Culturarbeiter gelegen, sondern derselbe soll auch den Laudwir» the». insbesondere den Kleingrundbesitzern Gelegen-heit bieten, sich mit der Au»kührnng von unter-schiedlichen Melioration»-Aebriten. namentlich aber der Drainage mit gebrannten Thonröhre», ver-traut zu machen. Der Cur» beginnt am Montag den 4' März 1901 um 10 U h r vormittag» im Gast Hause de« Herrn Josef P r a t sch e r (EiSkellerwirth) i» Oberradker»-bürg. Der Unterricht wird unentgeltlich ertheilt und besteht neben gemeinversiäudliche» Unterweisungen über die einzelnen Arten von Meliorationen, über da« Abwäaen de» Boden«, über die Handhabung der einkochen Meßinstru-mente u. s. w. der Hauptsache nach in praktischen Übungen. Al« Demonstration«.Object dient eine in der Nähe de« genannten Gasthause» gelegene, den Herren Otto und Adolf Z o r z i n i gehörige versumpfte Wiese, welche tbeilweise mit offenen Gräben, theilweise mittelst Röhren-Drainage trocken gelegt werden soll. Außerdem werden die Cnr»tbeil»ehmer Gelegenheit habe», jene Arbeiten kenne» zu lernen, welche bei der Jsolirnng von Gebäude» gegen eindringende» Grnnhwaffer und Nässe überhaupt in Anwendung kommen. Landwirthe oder landwirthschaftliche Arbeiter, welche an diesem Curse auf eigene Kosten theil» nehmen wollen, werden hiemit eingeladen, sich Montag, den 4. März 1901 um halb zehn Uhr Vormittag» im Eiskeller-wirtShause in O b e r r a d k e r » b u r g einznfinden, wogegen Gesuche um Verleihung von Stipendien (die eigenhändig geschrieben werden müssen), bi» längsten» 20. Februar 1901 beim steiermärkischen LandeS-AuSschusie in Gro* einzureichen sind. Schlichlich wird noch bemerkt, das» für eine gute Verpflegung und billiqe Unterkunft der Theil-uehmer Vorsorge getroffen wurde und zwar Frühstück. Mittagessen nnd Nachtmahl einschließlich de» Nachtlager», höchsten» 2 Kronen täglich. Humoristische Wochenschau. Der Ankauf eine» .Projektionsapparate»' hat meine Fantasie lebhaft erregt. E» ist die» eine Art Lalerna magica, welche jede» Bild resp, jeden Gegenstand 40000-mal vergrößert auf einen Schirm «flectiert. Wie also Herr Proseffor Ferk meint, man könnte Landschaften und Personen aus diese Art erscheinen lassen, begreife ich nicht. Herr Professor Ferk ist zum Äcispiel fchon ohne Projektionsapparat ein großer Mann, mit Mfe deS Apparate» und feiner 40000 fache» Vergrößerung könnten nur ganz bestimmte Detail» z. B. ein Schnurrbarthaar gezeigt werden. Ebenso wäre e» mit Städtebilder». Der Apparat könnte da höchste»» ein Küchenfenster oder eiue besonder» interessant« Firnialasel zeigen. Da» eigentliche Feld für solche Projektionsapparate sind Typhus-baccillen, Flohschnauzen und Piieumoniekokken. welche heute in Pettau schwer erhältlich sind. Höchsten» Typhuibaccille» wären zu haben und diese nur im Straßenkanal oder auf dem Acker beim Krankenhause. Da ich schon bei Sanität»-frage» angelangt bin. sällt mir der Antrag ein, welche» unser verehrter Herr Dr. Treitl im Gemeinderate gegen die Straßenverunreinigung stellte. Ich antworte ihm frei nach Schiller: Der Mensch begehre nicht »u schauen, o je, Wa« der Himmel gnädig bedeckt mit ®chmutzung beklagt sich in seiner letzten Nummer, das« wir ihm seine „deutschen Anhänger" abtrünnig mache» wollen. Nun die Geschichte mit den .deutschen Anhängern" wird ivohl nicht ernst gemeint sei», e» handelt sich offenbar nur darum, den unglücklichen Geld-gebern de» Unternehmen» einen blauen Dunst vorzumachen. Wenn die .Südsteirische" deutsche Anhänger haben wollte, so würde ihr da» nicht nur keine Kosten machen, sondern sogar große Ersparnisse einbringen. Sie brauchte nur in ihrer nächste» Nummer die Erklärung veröffent-lichen, das» sie ihr Erscheine» einstellt. Sie wäre damit der Anerkennung aller Deutschen sicher und ich verpflichte mich im Name,l sämmtlicher Pettauer Abnehmer, das« wir auf die Rückzah-lung der Lbonnemeiit« verzichten. Wa« thut man nicht alle», un, Ruhe zu haben! Unser allverehrter Herr Bürgermeister ist gewiß ein ronrilianter Man», aber die .Süd-steirische" läßt weder ihn, noch seine Vorfahren in Frieden. Gottlob kümmert sich heute niemand um da» Gegrunzc der spodqjo ätajerske pranice. Alles Zerbrochene •us Glas, Porzellan, Steingut, Marmor, Alabaster, Elfenbein, Horn, Meerschaum, Gipa, Leder. Hole, sowie alle Metalle etc. etc. kittet dauerhaft Ruf« MMrtlohtar U n I versalkltt das beste Klebemittel der Welt In Gütern k 90 nnd 80 kr. bei W. BlaaK*. PetUa. (Ausjrichuung.) 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I . t,»inlull»itoor-b«M«l ». rrfA«inrii ant flaata ornrn ffilirntita kr« •dttrlrugr« itüidi t>K Oo»tMrcif|< »der nuttclH ¥o|an»ci[n*t) »ela«»»ritt MRtcni tn Praklische kandwlrttz. JlllT. i«ti>i ürjit««. ffi. jdiuut flr .Vlita. Iiilt! IM4. djllfcfln! tidflilj ilt G>.- «•jjormut, Aovjjjhrig fl. 4, M|l*rl( fl. 1. Sk» Der ®fk in «oiHia6n( fl 1. 9ratcaaaiaura gratl« aal (raata. Annoncen für alle In- and aoeländlsohen Journale, FaohMltaohrlften, Kalender etc. besorgt am besten and billlgcten du im besten Rufe »eH 38 Jahren bestehende erste Osterr. Annonoen-Bareau TOB A. Oppelik's Nachfolger Anton Oppelik, WniN, L, Orttnangergaaee 12. aat UlwUr laMai, *cwU Grosses Lager , aller gangbaren So.-ten von Geschäftsbüchern In starken Einbftndan in der Buch- und Papierhandlung W. Blanke, Pettau» Die I Als ■ «er Annonce ist nur dann vo» Er>o!g, ivenn ma!i' i» der Wahl der BlSiter, in Au»-ftm u -g und At'asiung der «n-»eige zweckmäßig vnrgehl. 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Oieaer Kriaterweln Ist au» vorzüglichen, heilkräftig befundenen Kriutem mit gutem Wein bereitet und stirkt und belebt de* Ver-dauungaorganlimu» dea Menschen. Kräuterwein beseitigt Verdauungsstörungen und wirkt fördernd auf die Neubildung gesunden Blutea. Durch rechtzeitige» Gebrauch des ikräuterweineS werden Magenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte nicht säumen, ihn rechtzeitig zu gebrauchen. Symptome, wie: Kopfachmerzen, Aufstossen, Sodbrennen, Blähungen, Übelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen veralteten MApenlelden um so htstiger auftreten, verschwinden ost nach einigen Mal Trinken. und deren »«angenehme Folge», wie Beklemmung, ^luylvrrnopsnng Xv«^km«r-en, «er-Klopfen. ScMsflosigkeit, sowie Blutstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem (Hämorrhoidal-leiden) weiden durch SrSuterweiu oft rasch beseitigt. Lräuterwein behebt Un»erckauiichkeit und entfernt durch einen leichten Stuhl untaugliche Stosse au» dem Magen nnd den Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Sliit- mangel, E..tKrDiu.g»5s?Z eine» krankhafte» Zustande» der Leber. Bei Appetitlosigkeit, unter nervöser Abapannung und 6eraUthsverstlmmung, sowie häufigen Kopf- schmerzen, schlaflosen Nichten, siechen oft solche Personen langsam dahin. —" Kräuterwei» gibt der geschwächt?» LebenSkrast einen frische» Impuls. tkräuterwei» steigertdcn Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel an. beschleunigt die Blutbildung, beruhigt die erregte» Nerven »nd schasst neue Lebenslust. Zahlreiche Anerkennungen und Dank- schreiben beiveisen die« Krlaterwtll ist zu haben in Flaschen & fl. I.IO »nd fl. I.— iu den Apotheke» von P«tt,«, CatUaberg, Uari»din, Rohittcb, Fadktri-burg, maredi, U>ladl»t*-Tti»trirx, öonoblu, Cilli, UlindUth-Cud»-b«rg, rtlarbarg u. s w. sowie in Jttkrmark und ganz vttemid)- Ungar« in den Apotheken. Auch versandet dit Apotheke in PETTAU 3 und mehr Flasobtn Kräuter-wein zu Orifllnelpreiaen neoh eilen Orttn ö«t»rr«loh-Ungern9. Vor Nachahmungen tvird gewarnt. Man verlange ausdrücklich Ruvsrt Mlriod'sOdsQ Hräutcrweitt. Mein Kräuterwein ist kein Geheimmittel! seine Bestandtheile sind: Malagawem 4K0.0, Weinspril 100,0, Glycerin 100,0, Rothwcin 2+0,0, ikbereschensast 150,0, Kirschsaft »LO.O, Manna 30,0, Fenchel, Anis, Helene«-Wurzel, amerik. Urastwurzel, Euzianwurzel. KalmuSwurzel, aa 10,0. Diese Bestandtheile misch« man. Danksagung. Für die vielen herzlichen Beweise aufrichtiger Theilnahme während der Krankheit und anläßlich des Ablebens unserer lieben, guten Gattin, bezw. Tochter, Schwester und Schwiegertochter, der Frau Amalie Matzl, geb. Arnufch soic'e für die zahlreiche Betheiligung am Leichenbegäng. .nsfe und die schönen Kranzspenden, sagen wir Allen u.iseren herzinnigsten Dank. Die trauernd Hinterbliebenen. Pitta». im Iäuuer 1901. Beste Wichse der Welt! 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Mache auch aufmerksam auf mein gut sortiertes Lager von Delicateaaen, Wein, 8ttdfrttohten und Speoerei- waren. 3.5&4 Kundmachung Für die diesjährige HeereSergänznng findet die Losung der I. Alters- clofse, d. i. der im Jahre 1880 geborenen, und zur Etadtgenieinde Pettau zuständigen StellungSpflichtigen Montag den 4. Februar 1901 um 9 Uhr vormittag« in der Stadlamtskanztei statt. Hievon werden die StellutigSpflichtiaen, deren Eltern oder Bormiin-der mit dem Anhange verständiget, daß den StellungSpflichtigen das persönliche Erscheinen zur Losung freigestellt ist und daß für die Nicht-erscheinenden ein Mitglied der LosungScommisfion da« LoS ziehe» wird. Stadtamt pktlan, am 30. Jänner 1901. Der Bürgermeister 3. «inig. Schutzmarke: Anker LIHIMEKT. CAPSICICOMP. aus Richter» Apotheke in Prag, ist al« vortüsttchft« sch«erzfttUrn»e Et«- eeibuttg allgemein anerkannt; zum Preise von 80 b , fr. 1.40 und 2 fr vorrätig in allen Apotheken. 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Die, leite 11» »w 1*11 betagtsten «irto-citlttn alt Nil eltulge Wmri ,e,t-> Bu|. «allen der Ha-tt. ,»r gitdetnng de« BachMlmrt derselben, ,»r etirhmj bei frttriobeul annfannt werben, fit befördert 1*1 Am» einen »allen teil' ligen ttariiouM «ab derlei!» Ich»n nach hitMM »«brauche lomtl be» Jhibf«, ,1« -u-b Bortbaate Mlirllchn >la», und gülle u»d betM^ct ditielben »et früb-»ett>«t» »t »tauen M« i» ba« kdchfte tlln. Prall cinee Tiegel» I fl., > fl., z fl., 5 » PiMtvrr-andt ll|lkh bei Voreinsendung Betrage» ode/ nültelet Poetnachnahme der icatuen Welt aui der Fabrik, wohin alle Auftrlife tu richte« «Ind. Anna CsUlaö, Wien, I., Seilergasse 5. 100-300 Gulden monatlich können Personen jeden Standes In allen Ortschaften, sicher und ehrlich ohne Capital und Risico verdienen, durch Verkauf gesetzlich erlaubter Staatspapiere und Lose. Anträge an Ludwig Österreicher, VIII., Deutschegasse Nr. 8, Budapest. 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Ich wußte, wohin ihr Sehne» und Sinne» ging und was die tiefsten Furchen ans ihrem Antlitz gezogen uub die Lippen so schmerzlich zittern machte. .Ich bring' Dir Giaiiettas Gruß!' daS Wort schwebte mir aus der Zunge — da fiel mein Blick aus Marcoj er war ausgestanden und lehnte die Flinte gege» die Wand; dabei sagte er mit dumvs grollender Stimme: »So, nun ist'» gut, die Kngel verfehlt nicht ihr Ziel/ und Marianna fuhr anf, ihr Gesicht erhellte sich: „Recht. Marco, Dn bist mein Sohu, von meinem Stamme, die andere kenne ich nimmer, mag sie sterben oder verderben! Eher soll die Hand mir verdorre», als daß ich die ihre berühre mit mutterlichem Druck. — Dock) warum zögert Deine Rache so lange, Marco? Zwei Monde sind vergangen und noch steckt Dein Messer in der Scheide, die Kugel in der Flinte, noch hast Du Paolos Spnr nicht gefunden. Was zögerst Du?- .Hab' Geduld! Der Winter treibt den Fuchs ans dem Gebirge i»S Thal und den Bandit aus der Macchia." .Aber die Zeit vergeht nnd sie entkommen iiberS Meer." .DaS ist so leicht nicht; Paolo trägt seine Habe nicht im Gurt, zurücklassen kann er sie nicht, noch hat er nichts verkauft — und der Bertauf ist schwer vor der Ernte. Ueber kurz oder lang wird er sich zeigen, und dann — mein Ang' ist scharf und meine Sand ist sicher." Paolo hielt inne. Gianetta hatte ihm atemlos zugehört. .Weiter!' forschte sie ängstlich. .Ist Dir dies nicht genug? Mir war es schon zu viel — meine Finger zuckten schon am Hahn der Flinte — wäre er nicht der Bruder meines Weibes! Leise glitt ich vom Fenster herunter — ich hatte mich am Weinstock, der das Haus bekleidet, hinauf-geschwungen — kaum bewegte sich ein Blatt der Rebe; behutsam schlich ich über den Hos, aber der Sand knirschte unter meinen Füßen. Du hörte ich plötzlich Marco rufe»: .Wer ist draußen? Antwort oder ich schieße!" Re-gnngSloS blieb ich stehen, verdeckt vom Stamme des Oelbaume» an der Hofmauer. Der Hahn der Flinte knackte, dann vernahm ich Marianna: .Es war wohl nur eine Katze, die über den Hof schlich." sagte sie. Ich stand still, den Atem sogar anhaltend, ich sah, wie Marco am Fenster blieb und hinaus-spähte; glücklicherweise war die Nacht Pech-schwarz, der Mond hinter Wolken verborgen, und er bemerkte mich nicht. Erst als das Licht erloschen und alles ka schlasen schien, schlich ich mich weg. Aber an daS Thor malte ich Deinen und meinen Namen." »Paolo, warum hast Du dies gethan? Warum höhnst Du ihn noch?" rief Gianetta erschrocken. .Was hab' ich ihm gethan?" entgegnet« Paolo leidenschaftlich. »Ist der alte Haß zwischen seinem und meinem Hanse nicht langst Da» Hofman» HaiiS in Berlin. (Mit r»xt> 1 versöhnt? Ist nicht genug Blnt geslosien und kleot auch »»rein Tropfe» a» meiner Hand? Hab' ich vielleicht den Bruder Mari-aunaS vom Fels des San ApViana herabgestürzt, hab' ich ihn iu die Wildnis des Monte Einto gejagt? Ist er in die Macchia gegangen? — war's nicht vielmehr der Bater meines Baters, dem die Gentili all dies zufügte» — und warum? Weil er sei» Weib verteidigte, de», der es wagte, das freche Auge zu ihr zu erheben, niederschoß! Wer hätte mehr Ursache zur Rache als die Ribetti? U»d habe» wir sie nicht alle abgeschworen, die schreck-liche Bendetta, sollte nicht alles vergessen sein? Hab' ich nicht ein Recht, nm Dich zn werbe», so gut wie der andere? Ja, ein besseres! Hätte »icht eure ga»ze Sippe froh sei» solle», daß der Versöhnung letztes Wort die Verschwägerung sein konnte, nach oft gesehene»! Borbild! Hat Marco zu grolle», weil ich ihn be-siegte in» ehrlichen Kampsspiel? War ich nicht bereit, ihm die Gelegenheit zu geben, mich auch in den Sand zu werfe»? Was antwortete er mir darauf? .Nicht zum Spiel will Marco den Kampf, zum blut'gen Ernst.' Und mir znckte das Mesier in der Scheide nnd dennoch ließ ich es stecke» nm Dich, Gianetta. Hätte ich eS damals gezogen!" .Paolo!" .Und warum nichtI Leben wir nicht, al» laste Blutschuld aus unS!" rief er leidenschaftlich. .Sollten wir es tragen?" .Sprich nicht so, Paolo; Dn hast mir gelobt. Mir zur Notwehr das Messer zn ziehen, ihm keine Kugel nachzusenden, wo immer ihn Dein Auge erspäht, nnd Du hältst Deinen Schwur." .Ja, ich halte ihn; aber, bei der Ma-donna, e« ist schwer!" Gianetta wußte wohl, wie schwer uud wie er in seinem Rechte war, wenn er Marco an-klagte. Sie wußte es nur zu gut. Ihn traf keine Schuld. Richt wie ein Bandit war er in das Haus der Gentili geschlichen; er hatte um die Tochter geworben nach alter Sitte und strengem Brauch, durch die Beste» aus seiner Freundschaft sandte er die Brautgabe; sein HanS stand bereit für sie, obgleich er wußte, die Gentili verweigern ihm die Toch-ter. — Erst als Marco den Brautwerber» die Thür wies, als er und Marianna das Mädchen wie eine Gefangene hielt nnd ihr daS Recht nahmen, den Gatten zu wählen, wo und wie sie will — wie es der freien Korsin zusteht — da hatte er sie entführt, aber als fein rechtliches Weib — der Priester verband sie durchS Sakrament. Und seitdem lebten sie das unstete Leben des von den Sbirren Verfolgten, und doch hatten sie nichts verbrochen, kein Blut klebte au ihren Hände», kein mörderischer Gedanke besteckte ihre Seele». Aber der Fl»ch des schrecklichen Brauches, der da» ganze Bolk elend macht, haftete an ihrer Ferse »nd sie büßten, was andere frevelhaft verschuldet. Paolo hatte nicht wagen dürfen, sei» junges Weib in sein HanS zu führen, eS wäre nicht sicher gewesen vor der Rache deS Bruders, den weder die Mah-nnng des Dorfgeistlichen, noch die Weigerung seiner Sippe, die Sache zu der ihren zn machen, milder stimmten — er hörte nur auf Marianna allein, die nicht ruhte und rastete, die fort nnd fort da? Feuer der Leidenschaft schürte. 18 ■fr- Cln rauhe» Dasein führten sie Im Kampfe mit einer rauhen Natur; PaoloS Jagdbeute, die Kräuter, Wurzel» »nd Beeren, die Gianetta samniclte, wäre» die Nahrung, die sie oft mit Leben»-gesahr errangen, da» Wasser de» BerganellS und die Milch, die ihnen ein Hirte »»weilen für wenige Centime» bot, ihr Trank. Echo» waren sie heimisch in dem u»> wirtlichen Gebiete de» Nvtondo und Einto, die Hirten des Niolo waren ihre Freuude — war doch Gianetta» Bater einer der ihren gewesen und sie ein Kind der Berge — der Bandit, der vor den Sbirre» floh, rastete a» ihrem Feuer. Sie war nicht Unglück-lich — der Korse bedars wenig sür sein Leben; ist er srei in seinen Bergen, hat er sein Fucile und sein Messer, so ist er zu-frieden. Auch ist er nicht einsam in der Lede; die Felse» erzählen ihm die Geschichte seine» Bolke«, die Thaten Sampirros Fürst Radiliu, der »eie deutsche Botschafter. nnd der Helden, die mit in Pari». sHü leit.) ihm und nach ihm rangen gegen den Genuesen, die in Lied und Sage schon an seiner Wiege erklangen. Und er fühlt sich selbst ein Mann, ein Held, der Ahnvt würdig. Auch war Paolo nicht einsam; mit ihm war Gianetta, da» Mädchen, da» er liebte, um da» er gekämpst hatte, da» er er-obert, errungen. Sie teilte alle» mit ihm. ein starke», korsische» Weib. Wären sie unten im Paese geblieben, Gianetta hätte bald da» Lo» der grauen ihre» Bolke» geteilt, sie wäre die Dienerin ihre» Mannes geworden, die Magd de» Hause». Wohl hätte er sie geliebt, aber nicht al» seinesgleichen, sondern al» erkaufte» Eigentum, mit dem er schalten kann, wie er will. Hier in den Bergen ist sie sein Genosse, sei» Gefährte, sein greund; sie be-gleitete ihn zur Jagd durch die Schluchten, an den Abgründen ent-lang, sie erklimmte mit ihm die steilen gelsen, sprang nach ihm über den tosenden Bach und trotzte mit ihm den tausend Gefahren, die ihnen täglich drohten, nicht von de» Elementen allein, sondern auch von dem nimmer ruhenden Bruder, der ihre Spur verfolgte, sie nötigend, stet» ihr Obdach zu wechseln. Aber kein Schrecknis machte Gianetta zittern, Paolos Liebe ließ sie stark und kühn werden, wie die ihre ihn alles tragen lehrte. Nichts Geringe» war e» für Gianetta gewesen, die Schönste Ihre» Dorfe», die zärtlich geliebte Schwester und Tochter, alle» zu verlassen und dasür die Gefahren de« Leben« in der Macchia ein-zutauschen, da» sie genugsam kannte au» den Erzählungen, die an jedem geuer kreisten. Freilich wußte sie, daß e» vorübergehend sei. daß Paolo mit ihr In ein fremde« Land ziehen wollte — aber davor eben graute ihr noch mehr al» vor dem Banditenleben: lieber alles dulden, al» die Heimat missen; sie hoffte noch auf Versöhnung, nur wann der Tag endlich anbrechen werde, wo ihr Hoffen erfüllt, daran wagte sie nicht zu denken — wie viele Monde konnten darüber kommen und gehen I — 4. Der Sommer vtrging, schon stiegen kalte Nebel aus den Schluchten ans, rauher wehte der Wind in den Kronen der Bäume und pfiff um die gelSzacken ein trauige» Sieb. Gelb färbte sich das Moo», und die Blüten der Erika fielen ab, die feinen Blätter der Waldrebe hingen welk an den verdorrten Ranken. Schwere Wolken verhüllten die kahlen Zacken des Rotondo und wichen keinem Eonnenstrahle mehr, unter ihrem feuchten Druck erlosch daS Feuer, das Gianetta anzündete, die erstarrten Glieder zu wärmen. Mehrmals war Paolo in letzter Zeit hinabgestiegen, nach dem Verkauf seiner Habe zu sehen, jedesmal vergeben»; die Ernte de« Oelbaume» war gering gewesen, die Freunde hatten kein Geld zum Kaufen und fürchteten dazu noch Marco Genttli, welcher den nicht ungestraft lassen werde, der Paolo die Hand zur Hilfe bietet. Wohl stieg in Paolo der Gedanke oft auf: ich will heimgehen und mit meinem Weibe mein Hau« bewohnen; e» soll meine Burg sein, die ich verteidige bi» zum letzten Atemzuge. Aber er zögerte immer, er wußte nur zu gut, daß im Augenblicke, wo er zurück-käme, der Baum, den er pflanze, der Acker, den er pflüge, nicht gedeihen werde, daß der rote Huhn ihm aus» Dach fliege und sein Weib nicht sicher sei selbst an seiner Seite. Wieder war er hinab-gezogen auf verborgenen, vielfach verschlungenen Wege», denn Marco war ihnen näher und näher gerückt, befreundete Hirten hatten e» ihnen mitgeteilt, und Paolo» scharses Auge entdeckte seine Spur. Zum letzten Male wollte er mit den Freunde» beraten. Gianetta hatte ihn ein Stück Wege» begleitet, bis zur Eapanne, einer bekannten Hirtenfamilie, wo sie auf ihn warte» sollte; den» ungern ließ er sie allein in der rauhen Zeit, wo die Rächte so lang und gefahrdrohend sind. Die Hirten waren arme Leute; Mann. Weib und ein Hättslei» Kittder, die Elter» des Mannes, ein unverheirateter Bruder der grau, alle lebten beisammen, patriarchalisch in dem höhlenartigen Raum. Die Ziegen- und Schafherde war nicht zahlreich und gab kaum Milch genug zur Nahrung und zur Bereitung des süßen Broccio, den die größten Kinder nach dem Dorfe am Fuße des Gebirges trugen, für dessen Erlös sie Oel und Salz heimbrachten; die Leute aber klagten nicht; ihre Bäter und die Bäter ihrer Bäter hatten so gelebt, warum sollten sie es anders wünschen für sich und ihre Kinder? — .Erwarte mich nicht vor dem dritten Morgen," sagte Paolo beim Abschiede zu Gianetta; »will es die Madonna, steigen wir dann alsbald zusammen hinab." Laiige verfolgte Gianetta de» Scheidende» mit den Blicken, und als er endlich hinter de» Felsen verschwand, zwischen denen sein Weg sich in vielfacher Windung hinzog, da ging sie traurig zur Hütte ihrer Wirte. »Welche Gefahren mögen seiner warten, wird er wiederkehren und wauu siude» wir endlich eine Heimat?" .Die Heiligen schützen ihn und sühren ihn heim!" antwortete eine kindliche Stimme aus ihren lanten Gedanken. Sie sah sich um, es war die zwölfjährige Tochter des Hirten, ein brannlockiges, fonngebräuntes Mädchen mit blitzenden Augen und roten, schwellen-den Lippen. Sie stand auf einem Felsvorsprung und sprang jetzt mit der Behendigkeit einer Ziege herab zu Gianetta. »Sei nicht betrübt I Komme mit mir, ich zeige Dir die scheckigen Ziegen und die Lämmer, und dann winden wir Kränze von den Blättern der immergrünen Eichen und stecken rote Beeren hinein, nnd wenn Dein Geliebter heinikehrt, schmücken wir Dich und ihn damit." Die herzlichen Worte de» Kindes verjagten für einen Augen-blick GianettaS Trübsinn. Sie selbst war ja noch halb Kind, und die Ersahrungen der letzten Mo-nate hatte» ihr den Kindersinn noch nicht ge-raubt. Sie folgte der Kleinen wil-lig. die ihr mit Stolz ihre Herde zeigte und ihren Reichtum pries. Die Mutter und die Geschwister gesellten sich bald zu ihnen. und Gianetta nahm teil an den Arbeiten der Frau und sah den Spielen der Kinder zu. Sich nach so langer Zeit wieder im Kreise einer ga-milie zu finden, berührte sie wohlthuend, aber eS rief auch das Sehne» »ach dem Verlorenen wach. Jede» Wort der Liebe der Geschwister, die Ehrerbiet-ung, mit der alle den Groß-eitern begegneten, ja selbst die kleinen Zwiste der Kinder ersüllten ihr Herz mit einem traurigen Erinnerung»-weh. War e» nicht auch so gewesen im Hause MariannaS, hatten sie und Marco sich nicht auch so geliebt, und hatten sie nicht ge-wähnt, sich niemals zu trennen? War Marianna« Sorge für 1 August Wilhel« von Hosmaa». <«>t Text.) Modellier« von Hid»Ing. ihre zarte Kindheit nicht die gleich« gewesen, wie die Sorge dieser Mutter, und hatte sie sie nicht mit derselbe» ehrerbietigen Liebe geliebt, wie diese Kinder die Eltern? Ist alles nun für ste gestorben, gewichen dem eine» unendlichen Gesühle der heißen Liebe für den einen, den Feind ihres Hause»! Rein, nein, die Liebe lebt noch, sie kann nicht tot sein! Und wenn sie geschlafen hat. schlafen mußte in der letzten schweren Zeit, so ist sie jetzt neu erwacht, mächtiger als zuvor und läßt sich nicht mehr unterdrücken durch die neue Liebe. Aber der Bruder hat Rache geschworen, Marianna flucht — der Schwur des Bruder», der Fluch der Mutter lastet auf Gianetta so schwer, wie die Felsen de» Monte llinto, nnd nimmer kann unter die-ser Wucht die zarte Blume de» Glücke» gedeihen. Paolo mag wohl zurück-kehren, oberer wird nichts ausgerichtet haben, den» feiner wird wagen, ihm z» helfen-sie wer-den verbannt bleiben in die Berge, wenn sie nicht vor-ziehen, in die Fremde zu fliehen mit Zu- rücklassung aller Habe und ein elende» Le-ben zu führen al» Bettler im fernen Lande. — Aber wie, wenn Paolo nicht zurück-kehrt? Lauert die mörderische Kugel nicht überall aus ihn. ist er sicher vor Marco» Mes-ser?Oderwenn seine eigene ttugel denGeg-ner trifft; er ist rasch, und wer bürgt, daß er sein Ber-sprechen halten kann? Gia-nettsl schaudert — nein, nein. e» kann, «»darf nicht so kom-men! — Aber doch malt si« sich nun da« Schrkcklichst« au», all«» ist möglich, sie kennt ja die beiden Gegner. Und sie selbst, feige und unthätig, weilt sicher in der Hirten-Eapanne, sie freut sich de» Sonnenschein» und der Berge, der Blumen u»d des blauen Himmels. Sie lacht wohl auch und scherzt, wäh-rend auf die andern drr Tod lauert I Warum zögert sie, war»», hat sie nicht schon lange gethan, wozu eine mahne»de Stimme in ihrem Inner» sie ausrief: Geh', versöhne die Mutter, den Bruder, und sei e» aus Kosten Deines eigenen Glückes, das Du erkauft haft durch den schweren Fluch. Geh', trete zu ihnen und sprich: Marianna, Marco, ich habe gkkehlt, ich kehre heim zu euch und «ntsage dem Gatten, bis ihr ihn, und mir verzeiht. — Wie? Ihm entsagen? Niemals! Ist die andere Stimme denn schon verhallt, jene Stimme, die so laut zu ihr sprach, als sie, an dnn Altar der Klosterkirche knieend, den Segen des Priesters eutpfiug? Der Patient. Nach dem ®cm3lbc von H. B «ver. (Mit l«xt.) — Nein, Gianetta entsagt nicht! Und wenn tausendmal das kor« sische Weib den Gatten dem Bruder opfern ko»nte und dafür ver-herrlicht ward in Lied und Sage, Gianetta begehrt diesen Ruhm nicht. Sie hat Treue gelobt und Treue hält sie bi» in deu Tod. — Aber warum soll sie die Versöhnung nicht erflehe», warum sich nicht der Mutter, dem Bruder zu Füßen werfen, warum ihn» nicht da» Messer aus dem Gurt ziehen und da« Fucile seiner Hand entreiße»? — Weil sie nichts ausrichten wird, weil sie Marcos Starrsinn kennt, weiß, daß Marianna nicht aufgeben wird, was sie sechszig Jahre lang genährt hat. aufgeben in dem Augenblick, wo der langgeschworene Haß offen hervorbreche» dars, wo sie die Rache kühle» kann, welche ihr Lebens« zweck ist! — Gianetta dach-te den ganzen Tag und könn-te keine Lösung linden. Rur halb hörte sie. wa» ihre Wirte zu ihr sagten. »«echanisch folgte sie allem und ihr Herz nahmannicht» teil. Das Seh-»e» nach Ma-riauna und dem Bruder, die Sorge um de« Gatten nagten an ihr. Je niehr die Stunden vor-rückten, desto ruheloserward sie; als die Sonne sank und sie Paolo nahe wußte, ließ es ihr keine Ruhe niehr.Jetztwar er am meisten bedroht, die Dämmerung ist dem Feinde ein Schutz, uud aus jedem Bu-sche kann die mörderische Kugel kommen. Sie verließ die Steinbank vor der Hütte, wo sie mit der Hirtensrau gesessen , »nd schlug die Richtung «in, die Paolo am Morgen ge-nomme» hatte. Sie ging ab- sichtSloS, ohne Plan, dem rauschenden Bach »ach. der an der Ea-paniia vorbeischäumte. Schon war es düster, und tiefe Schatten ließen die Schluchten noch dunkler, die Felsen ungehturer erscheinen; eisig wehte der Nachtwind uud kalte Nebel stiegen aus deu Klüften empor. Gia-netla achtete »icht daraaf; ihr war, als müsse sie trotz Nacht u»d Duttkel hittabeilen, Paolo suchen, ihn warnen vor den Gefahren, die ihr Auge Überall sah. DaS Brause» deS Windes, sein Pfeifen in de» Zweigen der Lärchcnbäume, tief unten in den Abgründen uud hoch oben auf den Felse», war ihr wie geisterhaftes Rufen. Sie hörte die Stimme ihres Gatten, die ihren Ramen rief; ihr dünkte, es sei ein unterdrückter Schrei, der klang wie das Auf-atme» eines schwer Kämvfenden. der Gott und die Heiligen zur Hilfe anfleht in verzweisluugSvollem Ringen. Lausche,^ stand 20 «unÄlauetta still: hat er wirklich ge-rnsen, oder ist eS sei» Geist, hat die mörderische tingel ihn erreicht, ist er tot und kommt seine Seele, die Geliebte zn holen? — AberglSu-bisch, wie alle Korsen, zit-terte Gia-netta unter dem Wahne; scheu blickte sie um sich, in de» Ne> belu sah sie gespenstische Schatten, die sie umschwebte»; bebend horchte sie in die Fer»c. Nnr das Rauschen des Windes und des Wassers drang an ihr Ohr, kein Büchsenknall, kein menschlicher Fußtritt weckte das Echo der Berge. Zögernd blieb sie gebannt an einer Stelle. Ihr ist's, als ragen riesenhafte Arme zwischen den Felsen hervor und umklammern sie mit fester Hand. Soll sie denn nicht hinab, den Geliebten zu suche», den Bruder versöhne», ehe es zu spät ist? Was hält sie hier oben? Sie will hinab, die Heiligen werde» sie schütze». Aber halt, was ist dies — sie ist festgehalten, die Geister-Hände haben ihr Kleid gefaßt, sie kann nicht von der Stelle. — „Heilige Madonna, hilf!' Ein grelles Lachen antwortete ihr — »nd doch ist es nur der Schrei einer Nachteule und an einer Steinzacke hängt ihr Gewand. Aber sie ist erstarrt: die Geister haben sie gefangen. (Oottfttnnq folgt) ■JifUI «ei,»»,Ist. ftrtWr: ..«litt (stau-leinttlemrntlnt, ftxtbuUi jlnbii« auf einmal I» kiibl mir gegenüber »nd wellen meinen ehelichen Un-«tag zurück V Mir Ichein«. Siehaben stch lehr «u mel ■ neniRachteil verändert!" Winterlieb. ?ir trfiumt, Ich ruhte wieder vor meine« Vater» Hau». Und schaute srühlich nieder g»'« alte Thal hin««»; Die Luft mit linden Spielen Sing durch da« Frühll»g»laub. Und Blütenflocken fiele» Mir über Prust und Haupt. Al« ich erwacht, da sUmmert Der Mond vom Walde«rand; Im falben Scheine schimmert Um mich «In fremde« Land, Und wie Ich rlngiher sehe: Die Flocken wäre» Si», Die Gegend war vom Schnee«, Mein Haar vom Alter weih. Joseph Freiherr von «ichendorsi. JÜULSHSl^, DaS Hosmann Hau» in Berlin. 3» unserer denkmal«fr»hen Zelt Ist e» eine gute Abwechslung, wenn einem berühmten Manne nicht immer bloß ein bildnerische» Monument gesetzt wird. Die Deutsch« «rheinisch« G«sellschaft. diese grSßte, über dreitausend Mitglieder zahlende Bereinigung von Shemikeli, aller Lüuder, hat daher gut gethan, da» Andenke» ihre» Mitbegründer« und verdienstvolle« ersten Presidenten, dr» unvergeßliche» Professor» August Wll-Helm von Hosmann (1B18—1802), in einer andern monumentalen Form zu ehre». Sie widmete ihm, unterstützt von Fachgenossen In der ganzen Welt, und namentlich von der deutschen chemischen Industrie, ein Hau», da» seinen Namen trügt »nd den Zwecken dient, denen da» Leben und Streben de» ge< feierten Forscher, galt, Am 20. 0ktob«r v. I. Ist da» Hosmann.Hau» seiner Bestimmung übergeben worden. Da» Bauwert liegt Im vornelimen Tiergarten-viertel, in der kleine», lauschigen Eigi»inunds:.aßc. Die A»»sühru»g war aus Grund eine» engere» Wettbewerbe» dem Baurat Cito March anvertraut, dem Berlin schon manche reizvolle Architektur verdankt. Die Fassade au» schlest-schem Sandstein zeigt die Forme» der Frührenaiflaure in einfacher, schd» ge-gliederter FlSchc»beha»dlung: die beide» Hauptgeschosse, zwischen denen in kleinem Frie« die Inschrift „Hofmann.Hau»' hervortritt, mit flach au»ge. bauchten Fenstern, die reiche» Licht svendc» und mit einem altanartigen Auftritt bekrönt sind; da» dritte Grschoi» in abweichender Feusterordnung, belebt durch einen ornamentierte» Frie». endlich da? mit roten unglaslerte» Ziegel» eingedeckte Giebelstockwerk. I» da» Hau» teilen sich wlsteiischastliche und in-dustrlelle 0rga»lsat!o»«n. Die beide» Hauptgeschosse sind da» Helm der Deut-schen Chemischen Gesellschaft: die zwei obersten. In stch durch eine Treppe verbundenen Stockwerk« haden die Ber»s»g«nossenschast und der verein zur wadrung der Interessen der chemischen Industrie Deutschland» inn«. Da» Erdgeschoß bewohnt die Haulverwollung ?repvr»hause steht I» der Hohe !>>» zweite» Stuckweilc» i» riucr Flachuilche da» l» rulilger Wurde auigejuvl» Marniordenkmal A W. vo» Hosmann», der dozierend im Schmuck« d«» Pro-s«ssor«ntalar» erscheint. Da» I» seiner Art vollkommene Bauwerk, für dessen Srrichtung 000,000 Mark zur versügung standen, wird den Stiftern dauernde Freude bereiten und der emie selbst hoffentlich «In« Qu«Ue r«ich«r Fort, entwickluug sei» Im Geist« A. W. von Hosmann». ftiirst von Radolin. Der anstatt de» in den Ruhestand tretenden Fürsten Münster zum Botschafter In Pari» ernannte Fürst von Radolin, der bl»her den gleichen Posten !» Peter»burg bekleidet hatte, steht !«tzt im 60. Leben»-jähr«. Fürst Hugo Radolin, dessen Hau» Im Posen'sche» «rbg«sesse» ist. wid-mete sich nach B«e»dig»ng seiner juristischen Studie» dem diplomatische» Dienst. Wahrend de» russtsch-türkische» Sriege» 1877/78 bekleidete «r da» schwi«rig« Amt de» Geschüsi»trüger» in Konstantinopel, dann würd« fr Gesandter in Weimar und im Jahr« 1R83 HosiuarschaU de» nachmalige» »«lser» Friedrich, der ihn nach seinem SI«gi«rung»a»tritt Im Jahr« 1888 zum Oberhof- und Hau»marschall ernannte und In de» Fürstenstand erhob. Kaiser Wilhelm !l. verlieh ihm di« Würd« dr» Küuigliche» tbersttruchseß. l802 kehrt» Fürst Radolin In der Sig-iischast all Botschafter nach Konstantinop«! zurück, um Im Frühjahr 1896 diesen Posten mit dem in Petersburg zu vertaufchen. Er gehört somit zu unseren «rsahr«»st»n und «rprobtrst«» Diplomat«». Der Patient. Waldmau» ist «I» Opfer seine» Berufe» geworde« und hat Im Kampf mit seinem Erbfeind« Reinecke «In« «hrrnvoll« Wund« davon-getragen. Run erntet er den wohlverdient«» Loh» sür seine Taps«rkeit: «r wird von schdnen Hünde» verbnnde» und gepflegt und darf stch einig« Zag« der Ruhe freuen. Er weiß, daß sein« Pfi«geri»»e» e» gut mit ihm meinen und lüßt sich mit stoischem Gleichmute di« Wunde ««»waschen und de» ver-band anlegen. Sein sonst so trotzige» Gemüt ist welch geworden, und über jede» Wort de» Bedauern» quittiert «r mit «in«m dankbaren Blick. Aber In seinem tapfern kleinen Herzen kocht ein stiller Groll, und weh« d«m Füch»-lein, da» ihm nächsten» in den Weg komme» wird! Münne hat Ihm sürchter-llche Rache geschworen. Baterfr«»tztn. Vater (der seinem Jungen bei der Ausgabe gehols«n hatt«>: »Nun. wa» hat d«r L«hr«r zu d«r Uebersetzung gesagt?' — Johny: .Sr hat gesagt, daß Ich jeden lag dümmer werd'.' Knter Rat — nicht teuer. Fra« «.: .Wissen Sie nicht etwa» Neue» al» Geb«rt»tag»geschenk sür meine» Mann?' — Frau B.: .Sagen Sie ihm heute, daß die Rechnung von Ihrer Schneiderin 300 Mark betrügt, und an seinem Geburt»tag sagen Si« ihm, daß fle nur >00 Mark betrügt. Sie haben feine Ahnung, wie «r stch freuen wird.' Behandlung der Flaschenkorke. Die Flaschenkorke muß man, unmittelbar bevor ste verwendet werden, mit stedendem Wasser abbrühe» und noch feucht und warm zum verkorken verwenden. Da» beim Zusammendrücken de» Korke» In der Maschine alleufall» -»»gedrückte Wasser wischt man mit einem reine» Schwümmchen ab. bevor man die zu verkorkende Flasche darunter stellt. Kitten von Bernsteinsache». Um Bernstelnstücke zu kitten, muß man bie Bruchflüchen sorgsültlg reinigen. Die» geschieht z. B bei «Zigarrenspitze» mit einer in Alkohol getauchte» Feder. Dann bestreicht man die z» vereinigenden Stellen mit einer shrupdlcken Lösung von hartem Koval ln Aether, schnürt die Stücke mit Bindfaden fest zusammen «nd wischt den «»»tretenden Kitt, so lange er weich Ist, vorsichtig mit «wer Feder ab. Man kann auch Mastirpulver mit «twa» LeinGI zusammenschmelze» und diesen Kltt auf di« vorder er-würinte» Stück« austrage». Die Kittung ist unmerkbar, wenn man den Gegen-stand nachher mit einem in Alkohol getauchten wollenen Lappe» rein putzt. Auch Eanadabalsam wird zu dem Zwecke verwendet, doch fallen die damit ver-einigten Stücke beim Erwärmen wieder leicht a»»«inand«r. Scherz Rätsel. Cin Ver», kein Stirn ist mein« lkrste. »nd meine Zweite Ist nur land, wenn du mich lösest und »erbiuvest. Tann hast du KHt und auch «erstand. Karl Staubach. Logogriph. Im T ei brodelt, wallt und zisch«, Und Thür und Thor mit K e« schlieft«! Toch Hai ein M dafür da« Wort. Nimmt'» damit manchen Zweifel fort. Johanne» He»pe. I ° L o M l E l E o n I Fiillritsel. Werde» die leeren Felder I» nebenstehender Fiau richtig au»getüNt. so bezeichnen die sich ergebend,.. «Sorte! I> «inen mannl. «Sornamt». i) «ine Sind« >>l «in ylllsstgkei«»maß. 4) »in alte» S) am englischer Naturforscher, »te Anfang»- und ilndbuchssaben vo» ode» nach _____uchj unten aelelen, nenne» den lli sranzSflschen «taa,»manne». amen eiiu» berühmten I. kserr^. Aiitigrimm-Homonq«. Tem Heide» »iemf» nach blut gem Lira»», Aetrünk wird'», nimm da»Htr» lieran». a« ist. (in so e» nun vo» hinten. Hl» >?lutz im Ungarland zu finde u. Auflösung folgt in nächster Hummer. Auslösungen auS voriger Rummer: Te» Rtitsel»! Schatte». — Te» «naaramm»! Nud«r, «ab,, «rab. Sehne, Leid — üiomnn—ftalxl. — Te» »ilderrflllel«: Ktfet mit der Schaufel arbeitet, kann keine Seide spinne«. Alle Nechie »ortet,-iten. ... Beraatwortliche Redaklio» von ilrnst Plelflee. gedrxiti u»d i,erau»gcgedca von «rrin-r «d Pleisfer in «tuiig.iil.