Zeitung. Nr. 385. Präiüimcratloneprei«: Im Comptoir ganzj. ss. li '.',,lbj. N. 5.5». yilr biüZustcllunss in« Haus halb». ,,0 lr. Mit der Post ganzj. st. ,5, halbj. fi. 7.50. Freitag, ll. December Inserti «nsnebühl bi« lo Zeilen: ,mal «0 li., lm.80lr.,, 3m. I fi.; sonst pl.Zeile Im. «lr.,«m.«f»,, 3m. i0?i. u.s. w. Inl. dnrch die Stellung von Amtswcgcn (§§ 45 bis 47); »1. dnrch die regelmäßige Stellung und im Kriegsfalle durch Einrcihuug der zur Ersatzrcservc Vorgemerkten, welche das dreißigste Lebensjahr noch nicht überschritten haben. m Fric den schon nach einer einjährigen activen Dienstleistung, vom Tage des Diexstantlittes gerechnet, in die Reserve übeischt nnd sind, im Falle sie ihre Stndicn fortsetzen, znr Wahl der Garnifon, fowic dcS Jahres für die cin> jährige Dienstleistung bis znm 25. Lebensjahre bcrcch ligl. Sie dürfen, wenn sie die Kosten der eigenen Wohnung tragen, nicht casernirt werden. Wclchc Lehranstalten res In» und Auslandes den Obergymnasien odcr Obcrrcalschulen in dieser Bczich-nng gleichgestellt sind. dann in welcher Weise dic gemischte Cumimssion zusammcn^csctzt ist, sowie die Gegenstände nnd die Art der Prüfnng werben von dcm Landesministemnn im Einvernehmen mit dem RcichS-lriegSminislerium festgestellt. Auch Mittellose der Eingangs bezeichneten Kate-go,ie, wenn sie sich über ihr« Mittellosigkeit, dann über ein tadellos sittliches Betragen nnd in den Hauptge. gcl'sländcn mit Vorzugöelassen oder mit Maturitäts« zeug Nissen odcr mit Zeugnissen über eine mit dcm Ergebnisse der Befähigung zurück, gelegte Staatsprüfung ausweisen, sind znm einjährigen Freiwilligendienstc zuznlassen und während dcS. selben ans dcm gemeinsamen Kriegsbudget zu bekleiden, auszurüsten nnd zn verpflege». Wenn dic in diesem Paragraphc angeführten Frei« willigen die fur Reserve- und Landwcyrofsicicre vorgc> schricbene Prüfung entsprechend abg.lcgt und den cin-jährigcn Dienst vollstreckt haben, sind sie nach Maßgabe der bestehenden odcr eintretenden Abgäl'g: und nach ihrem Rai'gc uls Officieisaspirantcn zu Reserve-osficiercn zn c>nennen. Dicsc Offieierc sind üuicrhalb ihrer weiteren Wehrpflicht noch zn drei Waffeniibnügei, in der jedesmaligen Daner von längstens vier Wochen bciznziehcu, Bei eiüer Mobil'sinüig sin? dieselben innerhalb von 9 Jahren je nach Bclarf und Ei'tschcdul,g dcs Reichs' kricgslninistclS cnlwcrcr in« Heere ode» in der Landwehr, nach 9 Iahreu aber ihrer gesetzlichen Beslimmnng gemäß in dcr Landwehr zu verwenden. § 22. Berufsseeleute, welche sich sowohl bezüglich ihrer allgemeinen Bildung, als auch über ihre mit gutem Erfolge an inländifchcn oder ausländischen nantischcn Schnlcn vollendeten Studien dnrch Zeugnisse oder durch eine entsprechend abgelegte Prüfung ausweisen, werden in die Kriegsmarine znm einjährigen Freiwilligcndicnst angenommen, ohne zur Sclbstbckleidung nnd Sclbst-oerpfiegnng verpflichtet zu sein, und nach gut abgelegter Prüfung so wie nach Maßgabe des Bedarfes zu Ma-rincreserveofficicren ernannt. Diese Rcservcofficicrc sind im Falle eines Krieges znm Marinedienslc j^dcr Art verpflichtet. § 23. Mcdiciner können den einjährigen Freiwil-ligcndienst in Militärspitälern, Veterinäre als thier-ärztliche Praktieanten bei einem Cavaleric- oder Artillerie-rcgimcnte odcr bei einer Fuhrwescnsfcldescadron leisten, wenn sie die Befähigung dazu nachwcifcn. Im Kriege werden dieselben, in Uebereinstimmung mit ihrer Dienstpflicht, entweder im stehenden Heere lKriegsmarine) oder in der Landwehr, anch in Feldoder anderen Spitälern verwendet. § 24. Pharmaceuten können den einjährigen Frei-willigcndienst in den Militärapothckcn leisten und werden im Kriege analog den wehrpflichtigen Aerzten verwendet (§ 23). § 25. Die Cqndidatcn des geistlichen Standes jeder gesetzlich anerkannten Kirche nnd Ncligionsgesell« fchaft werden, wenn sie in das stehende Heer (Kriegsmarine) oder in die Landwehr eingereiht worden sind, über ihr Ansuchen zur Forlsetzung der theologischen Studien beurlaubt. Nach Erhalt dcr höheren Weihen, beziehungsweise nach geschehener Erncnnnng zu Seelsorgern, werden die Vctrcffeudcn in dic Liste dcr Militärscclsorgcr verzeichnet uud tönucu im Kriegsfalle mich Maßgabe ihrer Wehrpflicht entweder im stchcudcn Heere (Kriegsmarine) oder in dcr Landwehr, anch in Feld- oder stabilen Spitälern als Seelsorger verwendet werden. Geben aber diese Candidatcn dic theologischen Stu» dien und den geistlichen Beruf auf, fo sind sie zum Waffendienste einzuberufen. (Fortsetzung folgt.) Der Ilistizminislcr hat folgende Bezirksgerichts-adjnnctcn über ihr Ansnchcn in ihrer jetzigen Dienst« cigenschaft an andere Dienstorte übersetzt: 1. Den Sigmund Rutkowski von Uhnow nach Dobromil, 2. dcn Ladislaus Maknlski in Krosno nach Knlitow, 3. dcn Michael Slonecki von Zbaracz nach Kossow. 4. dcn Alexander Karatnicki von Milowka nach Zablatow, 5. dcn Joseph Pancicwicz von Hussiatyn nach Rymanow nnd 6. Easimir Ritter v. ManastcrSki von Czortkow nach Kosno. Dcr Inslizministcr hat zn Bezirksgcrichtsadjnnctcn im Lembcrgcr Obcrlandcsgcrichtssprengcl ernannt: 1. Den Gcrichtsadjnnctcn dcs Zloczowcr Kreis-gerichtcS Johann Dabrowski für Brody, 2. dcn Gcrichtsadjunctcn deS Lcmbcrger Landes-gcrichtcs Franz Kicrnig für Turka, 3. den Gerichtsadjnncten des Zloczowcr Krcisgc-richtcs Heinrich Droacki Ritter v. Ost row für Burstyn, 4. den Obcrlicutenant-Auditor Franz Zagorski fnr Drohobycz, 5. den Obcrlicntcnant-Auditor Friedrich Hasen-öhrl für Snczawa in dcr Bukowina, 6 den Lieutenant und Auditorsprakticantcn Eduard Link für Czortkow, 7. den Auscnltautcn Theophil Wol Ski für Nad-zicchow, 8. dcn Anscultantcn Victor Lcwicti für Nie-mirow, i). dcn Auöcultantcn Johann Lisicniccki für Kalusz, ' 10. den Auscultantcn Emil Sajcwicz für Dolina, l i. den Auskultanten Leon Alois Roszkiewicz für Hussiatyu, 12. den Auscultantcn Victor Ladislaus Frank für Kamionka strumilowa, 13. dcn Auscultautcn Alfred de Do lea a Ko-walcwsti für Zbaracz, 2112 14. den Auscultanten Roman Ritter v. Iaminski filr Uhnow und 15. dcn Anscullanten Stanislaus Rudrof für S'.üatyn. Nichtamtlicher Theil. Dic neue ClibinelMdung in England. Der Rücktritt Disraeli's stand fest seitdcnl das Ergebniß der Wahlen in England, Schottland und Irland bekannt war. Abcr cr ist schneller erfolgt als man erwartete. Man vermuthete, daß DiSraeli erst nach einem seiner Politik feindseligen Votum dcs neuen Parlaments die Königin um seine Entlassung bitten werde. Darüber wäre höchst wahrscheinlich länger als ein Monat verstrichen, da das Parlament bald nach seiner Consli-tuirnng in die Wechnachlsfcrien gchcn wird. So kommt der gewandte und geistreiche Staatsmann der siegreichen Partei zuvor, und vollführt dcn doch nnuermeiolich gewordenen Schritt nicht ohne eine gewisse Grazie. Dies, und seine Ablehnung des ehrenvollen Ruheplatzes im Oberhaus, deutet darauf, daß er zu ferneren Kämpfen bereit und von dem Bewußtsein erfüllt ist, daß seine Zeit wieder loiinucn werde. Man kann lanm sagen, daß die Tories, wie in . ulten Zeiten, auch jetzt von den Whigs abgelöst werden. Dic Parlamcntswahlen und der durch sie bedingte Cabinetswcchsel bedeuten etwas anderes. Es ist nicht mehr die alte in sich geschlossene Whigpartci die ans Ruder tritt, es ist eine nach unten ureiter angelegte und cutschicdencr vorwärts strebende Partei. Einen Theil der früheren Whigs hat sic in fich aufgenommen, während andere in dcn Wahlkämpfcu erlegen sind. Bor allem bedeutet die Berufung Gladstone's zur Königin den entschiedenen Entschluß oder wenigstens die Resignation, .die vorgeschlagene Aufhebung der Staatö-kirche in Irland auszuführen. Dicfc große Maßregel, deren fpätere noch verborgene Folgen fast bedeutungsvoller sein werden als ihre nächsten speciell für Irland berechneten, wird denn anch ganz den Charakter der iu» ncrcn Politik des nencn CabinctS bestimmen. Um diesen Mittelpunkt wird fich alles drehen, und die ganze Kraft und Kunst der Opposition wird sich daran üben die bis zurAuSarbcitung und Durchführung dcö Gesetzes sich crgc« benden Schwierigkeiten zu schärfen, sie unter sich zu verbinden, und ans dem Eckstein der ncncn Verwaltung einen Stein zu machen, über dcn sie zuletzt doch noch stürzen kann. Wir hoffen, daß dies nicht gelingen wild. Abcr erinnern möge mau sich doch, daß, uls die großen E> Hebungen Irland (1641, 168^, 17W) endlich zur Per» einignng mit Ongland geführt haltcu, schou damals ein Plan in dem Vordergrund stand, der zwar nicht Anf-hcbung der Staatölirchc in England hieß, der aber für die damaligen Verhältnisse doch eine ähnliche Tragweite hatte wie hcnte dieser radicalere Plan. Des jüngcrn Pilt Plan nach dem Siege war es, mit der Union beider Lander Maßregeln zu verbinden, die von dem Geiste voller Gclcch!inkcit gegen dic ssacholiken Irlands eingegeben waren. Pitt ging auch mit Entschiedenheit ans Werk. Ader selbst dieser gewaltige Staatsmann, mit seiucm ungewöhnlichen Einflnß, tonnte ans diesem Gebiete nur unvollkommen mit seinen Plänen dnrchdlingcn. So groß waren die Schwierigkeiten ans die er hicr stieß, die man ihm größtcntlicils künstlich bcnitete. Macau-luy sagt sehr richtig darüber: „Wäre cs ihm l^Piit) möglich gewesen, diese edlen Zwecke zu verwirklichen, dann würde die Union eine Wahrheit geworden sein. Sie würde sich in dem Geiste der großen Majorität der Iiländcr mit der bürgerlichen und der religiösen Freiheit uerschwistcrt haben. Daö alle Parlament in College Green würde dann nur von einem kleinen Hänfen abgestandener Jobbers und Unterdrücker vermißt worden sein, wahrend sich die Notion im ganzen desselben mit dem Ekel u»d der Verachtung erinnert halle, wlläic der lyraunischstcn nnd innerlich faulsten Vcr< sammlung gebührte, die je in Europa berieth." Seit-dem sind mehr als zwei Generationen unter Quacksalbereien dahin gegangen. Gewiß ist cs jctzl leichter als damuls Gerechtigkeit gegen Irland zu üben. Abcr die vorgeschlagene Maßregel >st auch radicalcr, und von ihrer principiellen Conception vis zur Durchführung im einzelnen ist viel zu thun. Die Mehrzahl der englischen Grasschastswllhlcn abcr hat bewiesen, wie fest in diesen Kreisen nvch die allen Vorurtheilc sitzen. Und dennoch scheint cS, daß sie vielmals gebrochen werden. Wer die politische Loge Europa's unbefangen über» schaut, der wird sich sagcu, daß höchst wahrscheinlich in die Zeit der ncueu Verwaltung nnter Gladstone erschüt-ternde Ercignisic von großcr Tragweite fallen. Ist dem so, dann gesellt sich zu einer großen Aufgabe nach innen eine nicht mmdcr bldcutungsuollc noch außen. Mit Recht lst man daher daraus gespinnt-. wer jetzt mit dem Staatssceretariat des Auswärtigen betraut werden wird? Znr Zeit wo wir diese Zeilen schreiben, ist darüber „och keine endgültige Entscheidung gefaßt. Man uauulc zuerst das greise Haupt dcr alten Wh'gpartci, dcu Grafen Russell, für dicscu Posten. Es ist möglich, daß dc> selbe lrotz seiner 76 Jahre dcr Versuchung nicht widerstände nochmals auf dicfcn Posten zurückzukehren. Wie cS bisweilen ali^ezcichnetc Rechtsgelchrtc odcr Aerzte gibt die hier und da einige mittelmäßige Verse machen, und die zuletzt dahin gelangen das gering zu schätzen, was sie vortrefflich verstehen, uud das in den Vordergrund zu stellen, worin sie allezeit nur Stümper waren, so scheint auch Lord Russell cun Abende seines langen verdienstvollen Lebens einem krankhaften Reize dic auswärtige Politik Großbritanniens zu leiten, nur schwcr zu wicdcrstchcn. Und doch ist so ziemlich jedermann darüber einig, daß sein in Worten großes, in Thaten kleines Debüt auf dieser Bühne des öffentlichen Lebens höchst unbefriedigend war. Seine Kraft nnd fein Verdienst lagen allezeit nach einer anderen Seite hin. Während die Nachwelt über Russell als Minister des Auswärtigen die Achseln zncken wird, wird sein Name unter dcn geschichtlichen Größen allezeit glänzen wegen der vorurthcilsfreieu Einsicht, des sittlichen Ernstes, dcr Zähigkeit und Stetigkeit, womit cr die in seinem Hanse fcstgcwnrzcltc freisinnige Politik im iuncrn Staatslcbcu wandclloS vcr-trctcn und während einer langen fleckenlosen Lausbahu im Geist unserer Zeit fortentwickelt hat. Denn, in dcr That, seit jenem Russell, welcher unter Karl dem Zweiten ans dem Schaffott endete, bis anf nnscrn Lord John stand diese allarislokratischc Familie immer unter den ersten im Kampf gegen jede Art von Willtürherrschaft und gegen blindes ererbtes Vorurtheil. Außer Rufscll wurde dann noch Wodchoufe genauut. Jetzt scheint die Vcrnfnng Graf Clarendons an das Staatsfccrctarint des AnSwärtigcn, und die Annahme dieses An.tcS dnrch ihn, die größte Wahrscheinlichkeit für fich zu habcu. ES mag daher angezeigt fein hier mit wenigen Worten an einige hervortretende Momente aus dcr Lanfbahn dieses Staatsmannes zn erinnern. Das eine oder andere kann vielleicht als ein Fingerzeig für sein künftiges Wirken gelten. Er steht bereits im vor-gerückteu Alter, denn cr ist im Jahre I8(D gcborcu. Von Haus aus für das diplomatische Fach gebildet, ist "^ im Gegensatz zu Graf Rüffelt — die auswärtige Politik seine eigentliche Domäne, anf der er sich heimisch fühlt. Spanien, dessen Zustände in der nächsten Zeit die Eabincttc noch lebhaft beschäftigen, nnd vielleicht manchen über die Grenze des Landes hinansgehcnde» Einfluß übcu werden, kennt Clarendon aus eigner An-schanung genau. Er lebte seit 1833 läugcrc Zeit als Gesandter in Madrid, und gewann daselbst einen großen persönlichen Einfluß, den cr damals mit Nutzen zur Acscstignng dcr konstitutionellen Cinrichtungcu geltend machte. Unter dcn Whigverwaltung von 1839 bis 1841 bekleidete cr das Amt eines Großsicgclbcwahrcrs und das eines Kanzlers des Herzogthums Lancaster. Nach dcr Anflösung dcS Whiginiuislerinlus befand cr sich unter den thätigsten OppositionSmitglicdcrn gegen die toryislischc Partei. Als abcr Sir Robert Peel unit seiner großen Rcformmaßregcl in Betreff der Gclrcidczöllc auftrat, trieb er seine Partcistcllung nicht bis zur Bekämpfung derselben, vielmehr trat cr im Obcrhausc des Parlaments (dessen Mitglied er seit dem Tode seines kinderlosen Oheims im Jahre 1838 ist) entschieden für dieselbe ein. Er hat sodann noch verschiedene Aemter verwaltet, wenn die Whigs am Ruder waren. Wir wollen hier adcr nur an seine Verwaltung tes Staalssccretariatö des Auswärtigen erinnern, welche 185)3 unter Aberdeen bcgaun, und anch nach dcm Sturz Aberdccns noch unter Palmcrston fortdauerte, bis zn dessen Rücktritt im Jahr 1858. Zwei Dinge verdienen aus jener Z^it scincs Wirkens gerade heut erwähnt zn werden. An dem Pariser Congrcß von 1856 nahm er als elfter Bevollmächtigter Englands theil, nnd trat persönlich in lebhafter Weise für die Integrität und Selbständigkeit der Türkei, und gegc'.l die Uirlenfcind-lichen Tendenzen Rußlands ein. Sodann war feine Politik überhaupt von dem Gedanken einer gemeinsamen wcstmächtlichen Politik, wovci England uud das napolconischc Frankreich Hand in Hand zu gchnt hätten, durchdrungen. Es wurde ihm sogar, als cr für die Eonspirations-Bill nach dem Altentat anf Napoleon mil Lebhaftigkeit ciutrat, der Vorwnrf zn großer Gefälligkeit grgeu Napoleon gmacht, was ihm eine Zeit lang iu der öffentlichen Mciuuug schadete. Es scheiuen sich überhaupt sehr freundliche persönliche Beziehungen zwischen Napoleon nnd Clarendon ausgebildet zn haben, wie cr denn auch 1864 , mit einer geheimen Mission an ersteren betraut, nach Vichy ging. Bekannt ist schließlich noch Clarendons Theilnahme an den Londoner Eonferenzen im Jahre 1864 als zweiten Bevollmächtig, ten Englands. (A. A. Z.) Oesterreich. Mien, 9. December. (Die ungarischen Steuer-rückstäude.) Die „Wr. Avdpst." schreibt: In jüngster Zcit ist die "Nachricht aufgetaucht und vielfach rcprodu-cirt worden, daß dic ungarischen Steucrrnckstäudc vou Iahrcsaufang bis Ende November vierzig Millionen Gul-dcu betrageu. Ein Wiener Blatt glaubte diese Angabc noch dnrch die Mitthciluug ergänzen zu dürfen, daß dcr k. ungarische Finanzministcr regelmäßig nur jene Bc-träge an die gcmciusame Reichscassc in Wien abführe, welche ihm nach Äcstrcituug dcr Laudcsbcdürfnissc erübrigen, nnd daß demnach Ungarn mit feinem Beitrage zu dcu gemeinsamen Auslagcu um fast cbcu so viel im Rück» stände sei, als die oben erwähnten Steuerrückständc betragen. Wir sind iu dcr Lage, diesen Behauptungen anf das allerbestimm teste entgegenzutreten. In beiden Theilen der österreichisch - ungarischen Monarchie wird dcn übernommenen Verpflichtungen vollkommen entsprochen, so daß in manchen Monaten sogar mehr als die fälligen Quoten au die gcmciusamc Ecutralcafsc eingehen. Schwankungen, wodurch ein oder das andere mal einer der bei' dcn Theile mit 1 bis 2 Millionen in Vorschuß odcr Rück stand sich befindet, kommen wohl nicht in Betracht, da dies in dcr Natur dcr Easscmanipulatiou liegt. Die in dcr erwähnten Notiz berührten Stcncrrückständc in Ungarn riihrcu aus dcn Jahren 1850 bis 1867 her nnd liegen nach dcn Ansglcichsgcsctzcn außer dem finanziellen Verhältnisse der beiden Rcichsthcile zu dem gemeinsamen Finanzministcr. Sic können anf die Lcistungspfiicht und currcntc Lcistniigsfähigtcit der beiden Theile daher in teincr Beziehung von Einflnß sein. — (D ic Religions eo mini ss ion.) Die „Wr. Abdp." schreibt: DaS gestrige „Wiener Tagblatl" macht in seinem Lcilart't'cl die Verhandlungen dcr im Ministerium dcS Innern tagenden „Rcligionscommission" zum Gegenstand einer Reihe von Anführungen, die wir nicht uubcanlivorlct lassen können. Zur Nichtig' slcllimg des SachucrhallcS und zur Beleuchtung dcr im „Wiener T^gbl." gegen die Regierung erhobenen Anklagen erhalten wir von competcntcr Seite die nachstehenden Aufklärungen: „Die am Samstag im Mini-sttlium dcS Innern statlgcfundcne Bcralhui'.g wurde dadurch vcianlaüt, daß bei den unteren Orgaucu sich divergireudc Ansichlcu über das Sectcnwcscn gebildet hatten nnd es dahcr nothwendig c>scheinen mußte, sich über eine gleichartige Auffassung und Anwendnoa. der bestehenden Gesetze zu einigen. Es handelte sich hiebet indlß gar nicht uin ciue Beschlußfassung und um nnmillclbarc Weisungen an die Exccntivorgaue, sondern nur um Oricntirnng über die Voikommnissc nnd nm Be» sprcchung der bei A> wndunq der Gesetze sich ergebenden Zweifel. Dcr Meinnngöaustailsch hatte lediglich dcu Hauptzweck, die zweifelhaften Fragen zu beleuchten nnd daö Malcrialc für die eventuelle Informirnng nnd Schluß» fafsnng des Ministcrratheö zn sichten und zn sammeln." Das Gutachten des Comity bei welchem das Miuislc-rium für CulluS und Unterricht nicht durch dcn Weihbischof Kntschter, soudcru durch dcn Sectionschcf Glaser vertreten war, ist übrigens, wie wir versichern dürfen, in liberaler Auffassung dcr Verhältnisse abgegeben wor< dcn und hat iu keiner Weise einer rigoroseren Praxis uud einer strengeren Gesctzesanölcgung das Wort geredet. Der Laibacher Turnverein <,Slikol" gegen die .Messe." (Schluß.) Ve'lheidigcr Dr. Ncuda bitlct, daß ans den Ur< lheilS^ründen dci! Landcögciichtcö Laib^ch im Processe dcr Sokolislcn, welche cr dem Gerichtshöfe übergibt, die crst.lt vier Facicn, sowie die erschwerenden nnd die mildernden Umslände zur Voilesnna, gelaufen. Suctcc glaubt, daß dieser Proceß in kcincm Zu» sammcnhangc mit dem gegenwärtigen stchc; übrigens würt'c mit der Verlesung sozusagen eine Ehrcnbclcitn» nung gegen die vcruilheillcn Milglieder deS „Iuzni Sokol" begnügen werden, denn dieselben haben ihr: Sliafe bereits abgebüßt, mau könne ihnen also nicht nochmals die bcgaugencn strafbaren Handlungen vor« werfen. Dr. Ncuda: In dem heule incriminirlen Artikel ist nur von Sokolistcn die Rede, nicht nbcr speciell von den Mitgliedern des neuen Vereines „Sotol" und die Verlesung soll dcu Nachweis liefern, daß die angeführten Melkmale anf dcn „Inzni Sokol" passen-Wenn abcr der Herr Privattlägcr meint, daß ich das Vergehen dcr Elirenbcleidi^nng begehen würde, so din ich dem gegenüber vollkommen rnhig und gefaßt, und bin bereit, auf eine Ehre» beleidigungs-Klage Rede nnd Antwort zu stehen. Ucbrigcus hat das Landcsncricht Laidach, iudcm eS in die Ausfulgnng einer Adschrift dcr Aclcn znr Benützung in diesem Processe willigte, wohl dargclhan, daß dic Verlesung eine berechtigte ist. Svetec: 3ch habe am Ende gar nichts einzu« wenden. Prüf.: Sie nehmen also die erhobene Emwcn-dung zurück? — Svetec: Ich vrot«stire nicht gcg.u die Verlcsuug. ^ ^.^. -. Der Präsident schlägt die überreichten Sch.ls- ten auf. .... 5 Svetec: Es wäre nur die Schw,erlglett, daß ich dann Anlaß haben könnte, das ganze Urtheil verlesen zu lassen. - Präs.- Ih" Rechte blc.bcn Ihnen qanz lmucrlümmcrt. , ., - < , . ^>. ' ^ Nunmehr werden die Urlhctlsgrmide verlesen. D.c Excesse dcr Mitglieder des „Iuzm Sokol" gcgcn die Deutschen, welche Geaenstand des Laibachcr Processes bildeten, sind wohl nicht ans dcr Ermncrung verschwunden. Bci einem Ausflüge des deutschen Turnverein« nach Römcrbad wnrde anf dem Rückwege Mitgliedern desselben von Sotolislen ins Grsicht gespuckt uud Ohrfeigen gegeben; bei dem Leichenbegängnisse eines Post/ bcamten, dcr Mitglied dcs Vcrcins war, sang man die russische Volkshymnc und entblößte dabei daS Haupt, 2113 und Abends wurde Dculschcu zugerufen: „Komm her, deutscher Hund." Endlich wnrde bald darauf um Mitternacht cmer der am Rückwege von Nömcrbad nnßhan-deltcn deutschen Turner, )tlnucus Tamboruiuo, wclchei die polizeiliche Bcstrafuug eilus ^ccdcutcu herbeigeführt hatte, von Sololislcu angefallen, und als er sich in ein Halis fluchtete, uud ihm ein Huuslmcht zu Hilfe kou,-men wollte, der letztere herausgezerrt und deicnt mal» trätirt, das; er zwei Verletzungen am Kopfe und vierzehn auf den Rücken erhielt. Als erschwerend wird im Urtheile angeführt der ganz ungewöhnliche Skandal, mit dem die Excesse be« glntct waren, die große Indignation, die sie hervor« gerufen, der gcstöltt Flicde der Nacht im Centrum der Stadt und di.' große Gefährlichkeit der Mißhandlungen des Hauökm'chlc?, .',lö u^i'.dcrnd die Aufregung durch dm voihcrgcgangeucn Conflict, und daß die Sokolistcu eine gcw'ssc Billigung ihicS Thuns in der fortdauernden Ai'wcsenhcil dcs Vmgcllmisters Costa, als ihres Vor> sitzenden sahen. Auf verschiedene Frageu dcs Vorsitzenden und der Votantcn wird constalirt, dl)ß der Verciü „Sokol" gegründet worden, als der „Iuzni Sokol" wegen gcmcin-schädlichcr Tendenz »on der Regierung sistirt wurde, und zwar in der Borau5sicl>t, daß die von dem sistirlcn Berrmc erhobene Bclufuug keine Folge habcn werde. Herr Svctcc nimmt hierauf daö Wort, uu, sci-nen Schluß.nilrag zn stellen. Man hade aus dcm Processe in ^aibach einen politischen Proccß gemacht, allein dies sci nicht richtig. Excesse scicn wohl vorgefallen und es feien zufällig Drusche, gegen die sich die Angriffe gerichtet; allein mau lonnc »icht sagcn, daß der Haß gcgc» die Dcnlschcn daran Schnld gewesen. Rcd< uer geht nun daran, die Vorgänge, welche Gegenstand dcs Processes warcn, in mildcrcm Lichte darzustellen, als die Urlheilsgründe fic schildern, versichert nbcr, er wolle sich in eine Kr>tit dcs Processes nicht einlassen. Der Staatsanwall sclbft hade zugcstandcn, daß anch dic andere Partei Schnld treffe. Vorbereitet sci dcr Exceß um Mitternacht nicht gewesen, das rcsnltire ebeu daraus, daß Mitternacht dic Zeit gewesen. Thalsachlich sci Vürgermcistel Cosla dcr Vorschndlcistnng angeklagt gewesen, er sci al?cr ii, all^n Instanzen uichischuldig erklärt worden. Ucbrigens aber scicu alle dicfe Excesse vom „Inzni Sotol," nicht aber vom „Sokol" verübt worden, und an den Excessen der Bauern habcn keiner« lel Sotolist.'u thcilgcuommcn. Als erschallend bctrachict dcr Nedncr, daß der Arlitcl cinc großartige Vc-leumdung enthält, daß er iil einem viclgelcscuen und wcllv.rbrcitctcn Journale erschienen, und daß er mit Rücksichtslosigkcit und Maßlosig-kcit geschrieben wurde; als mildernd, daß der Redacteur der „Presse" nicht mit den Vcrhallnisscu vcrlrant ist, und seine Nachrichten uou ^culcn crhaltt', die aus Par-tei-Inlercssc ülicrlrcibcn nud rnlstcUcn. Er bcaulragt elne dicimonalliche Arreststrafc und dreihundert Gulden Cllulionövcrlust. Vertheidiger Dr. Neuda: Dcr Artikel, gegen w.lchcn sich die Antlage richtet, ist keine trockene histo« lische Auoci,'audcrsctzung, vou der man Nüchternheit nnd Gcmcsscuhcit der Sprache erwarten kann; er ist iu gehobcuem, schmiiugoollcm Tone nnd mit ansflammcu dem, cdlcm Zoine über die Unbill geschrieben, die den Deutschen in Krain zu Theil geworden. Dcr Turn-verciu, ciocr dcr Hanftlfactl'rm bei dcr Agilation gegen die Deutschen, war cs, gegcn welche sich del Artikel richtete; vou dcm späler gegründeten „Solol" war da< mals noch nichlS bekannt. Worin sie Folgen dieser Hctze beslaiUcn, daS ist uns heute nochmals lebhaft vor Angcu getreten. Wie würden die Bauern Klains, die seit Iahrhundertcn niunalö gegcu die Deutschen anfgc^ trclcn, dazu kommen, Plötzlich wehrlose Bürger auf dcr Straße auznfallc», wenn nicht rinc solche schonungslose Hctze vorhergegangen wäre? Gesteht nicht dcr Herr Prwmllägcr fcldst. daß es der Animosität zuzuschreiben ist, wcun Dcntschc um Mitternacht aus nationalem Hasse Plötzlich ül'crfallcn wcrdc»? Und wenn wir heule vom Plivaltlägcr gchöil haben, daß di^c»igcn in ilrain, die sich Dclllschc ncn»ci,, das Dcnlschthnm nur als Mäste uornchmcn, daß sie elicnso gut Italiener sein würden, wenn das herrschende Ncgimc ein italienisches wäre, wenn man uns das hier sagt in dicscnl Saale und in einer deutschen Sladt, was muß mau nicht erst in dcr Heimat selbst der Landbcl'ölkctling sagen, die mit ihrer primitiven Bildung das Wahre vom Unwahren nicht zu uulcischci-deu vermag. Wcnn dergestalt die Stimmnng ist, die die s!o> uemschc Partci bcl>crrschl; wenn die persönliche Freiheit so bcdroht ist, daß dcr Bingcrmcistcr den roh.stcn Ex-ccsscn zusieht, ohne auch uur ein Wort dcr Abwehr zu habcn; wcnn cin Kampf auf ^cbeu uud Tod entzündet wird, nnd während die Deutschen einzig und alkin mit den Waffcn der Cultur tcnnpfcn, von ihren Gcgncru zu Dreschflegeln, Stöcken uud Stcincu gcgriffcn wird — soll da„n ein Blatt, das sich seiner Anfgabc bewußt ist, kein Wort der Verachtung für solches Trcibcn, kein Wort der energischen Zurückweisung habcn? Allerdings hcit dcr Vcicin „Sokol", der hcutc als Kläger auftritt, bis jctzl nicht solche Vorwürfe anf sich geladen, aber vou diesem Vcrciuc „Sokol" war damals keine Rede; er ist wic ein Phönix aus der Asche dcs „Inzni Sokol" hervorgegangen, und dieser letztere Vcrcin nahn, wohl an dcu Excessen dcr Bauern tcinen Thcil, allein es ist kein Zweifel, daß er sie verschuldet hat. Dcr Rcdner weist nuu darauf hin, daß alles das, was der ArtiÜl sagt, vollständig auf den aufgclööteu sloucnischen Vcrcin Anwendung hat, uuo schildert dc-laillirt die Scene, von welcher er sagt, daß sie überall, wohin die Nachricht gedrungen, MWimmung, Trauer und Entrüstung hclvorgc»ufcn. Man l'at die rufsifchc Hymne gcsungcn und das Haupt entblößt, als wcuu man gänzlich daran vergessen hätte, daß cS noch cinen öslcrrcichischcn Kaiser nud rincn österreichischen Ka>scr° staat gibt; mau hat dicjcnigeu Landesverräter genannt und mit dem Aergslen bcdioht, luclchc ihre deutsche Sprache und ihre Rechte als Deu'sche nicht opfern wollicu. Wl'un qcsagt wuroc, daß dic Sokolistcu ihre ehrlichen Landlcutc längs dcr ganzen Rcichsstraße im Hinterhalte poslircn, so ist dicö allerdings nur bildlich zu nehmen, aber cs fehlt dem Bilde dic traurige Wahrheit nicht. Vicrhnudtttfüufzig Luibachcr Bürger habcn ciuc Beschwnde an d>e Regierung gerichtet, in welcher sie — nicht nm Belagerungszustand, wie man ihnen zu imputncn suchte, — wohl aber nm energischen Schutz gegen die Bedrohungen gebeten, denen sie fortwährend von Seite der Slouenen ausgesetzt sind. In dieser Beschwcrdcfchrift sind Spottgedichte augeführt, welche gegeu einen Führer der Dcuischen, den Abgeordneten Dcfchman, circulircn. Einige dieser Strophen lauten: „Ewig werden wir Dich vcrflnchcn, Sogar im Grabe Dir tcine Rnhc wiwschen, Die Erde wcrfc Dich ans Tageslicht Wo immer Du begrabe» fciu mögest. Dic Geier mögen Dich benagen, Deine zerstreuten Gebeine mögen im Sonnenlichte vermodern, Das vet dienst Du Missethäter Zur Warnung der Vcrräther. Dies merket euch wohl, Sloveuen. Ihr ValcllandSfrcundc, die ihr die Heimat liebt, Wohin gelangt ein solcher Heuchler Und Vcrräthcr des Vaicrlandcö! Wenn cs nun erwiesen ist, daß die Angriffe gegen „Iuzni Sokol", desfcn Agitation alle diese Blüthen trieb, nur der Wahrheit entsprachen, so kann umsowc-nigcr dcr neue Verein „Sokol", wcil cr zufällig den« felbcn Namcn führt, daö Strafgesetz in Anspruch nehmen. Wenn cin Herr Mayer ohnc jcdcö wcitcre Kennzeichen unlauterer Handlungen beschuldigt würde, köuntcn darum alle Mayer Wiens Ehrcnbcleidigungeklagcn erheben? Es mag zu bedauern sein, daß dcr ucugcgrüildctc Verein denselben Titel wählte, welchen dcr frühere Vcrcin mit seinen verderblichen Tendenzen besaß; wir können dies bedauern, aber verantworten können wir es nicht. Dcr Rcdncr appcllirt zum Schlüsse an die Richter, daß sie — nicht als deutsche — sondern einzig und allein nach Gesetz und Rccht cin Nichtschulbig fällen mögcn. Herr Svctcc rcplicirt auf dic Rede dcs Vertheidigers. Es fcicn glühcndc Ncdcfarbcn, mit welchen dcr Vorredner die Lage der Deutschen in Krain geschildert, aber cS scicn nnwahrc Farben. Die Excesse seien Einzclfälle gewesen, die jeder sloocnischc, wic deutsche Patriot bedauere. Es sci uicht richtig, daß die Baucru zum crstcumale gegcu Deutfchc sich crhobcn; sie habcn sich zur Zcit dcr Baucrutricgc gcgcn die dcutschcu Glltsbcsitzcr erhobcu. Die russische Hymne sci allerdings gcsuugcn worden, aber nur so lauge, bis sie — verboten, wurde. (Hcitcrkcit.) Die russische Volks--Hymne sci aber nichts Unpatriotischcs, da Oesterreich Nußlnüd noch vom Jahre 1^49 her zn Dank ucrpstichtct sei. (Erneuerte Hcitcrkcit.) Rcducr erklärt weiter die Lieder gcgeu Deschmann damit, daß derselbe kein Deutscher sci nud vou der slovcuischeu Sache, dcr cr früher diente, erst später abgefallen sci. Dcr Ncdncr bchartt dabci, daß dcr Verein „Sotol" beleidigt worden. Dcr Vertheidiger cntgcgnct mit einer kurzen Dnplik, in welcher cr unlcr andcrm sagt: Entweder dcr Vcrcin „Sokol" ist ein neuer uud will die Tendenzen des vorherigen uicht fortsetzen, dann sollte cr sich durch Augriffe, dic gcgcn den sislirtcn Verein gerichtet werden, nicht verletzt fühlen; odcr cr bildet nur ciucn Deckmantel für die Fortdauer dcs aufgelösten Vereins, dann verdient cr gleichfalls bekämpft zu werden. Dcr Gerichtshof erkennt nach längerer Vc-rathnng: dcr Angeklagte sei nichtschuldig. Die Urthcilsgründc stützen sich darauf, daß dcr Vcrcin ..Sokol" lein Klagcrecht habe, da dcr Artikel keineswegs gcgcn ihn gerichtet gcwefcn. Herr Svctcc behält sich die Äcrnfuug vor. Hassesneuigkeiten. — Sc Mailslät der Kaiser und König habcn der Gcsellschasl zur Fördeluna. dcs Ausbaues der Tblnm spihc der Fla»ciscanri-.Miche in Salzburg 800 si. allergou-digst zu biwillig.ll geiubt. — (Sturm.) Wie in Wien wülblte am L. d. aucb in Prag lin sciioccoühnlichcr Ortan. Derselbe richtete an Gebäuden, Bäumen:c. große Verwüstungen an, ja selbst ein Menschenleben fiel ihm zum Opfer. In einer Fabtil lu Nubrnlsch stürzte nämlich dcr grohe Schornstein ein u«d ellcklug einen Albciler. Am Hradschln wurde ein Soldat »chwer verlchl. Dei Sturm halte eine sehr große Ausdehnung und aus vielen Städten dei Monarchie liegen Berichte vor, wie arg er gcwitlhscbaftct. Von seiner Ausdehnung und Hesligteil gibt auch die Thatsache Zeugniß, daß am tt. d. von Mittag au bis um Mitternacht sämmtliche Tele: graphenleitungcn unterbrochen waren. — (Aus Wieliczta.) Die „Oeslen. C." melvet, Herr Vergratl) Foelteile isl am 6. d. M. nach Wien zurück« gllehlt und bestätigt die beruhigenderen Nach'icbten, die aus khlcr Hm von Wieliczla vo,liegen. Zwei Dampfmaschinen zur Wosseiht'bung sind bereits im Gange unv in etwa 2 bis 3 Wochen werden zwei weitere Maschinen aufa.esl.Ht sein, welche hilneichcn melden, um jedes w'itere Steigen des Wassers abzuhalten, während eine sNnfte Maschine von 250 Pfecdekraft aufgestellt wird, um die Grube vollständig zu entwässern. Der Nücktehr des Generalinspcctors Frei' Herrn v. Veusl wurde sür Mittwoch Abends entgegengesehen. — (Die wälschtitolis chen Landesschüz» z e n.) Am I. d. M. wurden die Lande«schllhen Wülsch» Tirols nach Beendigung der einmonallichen Wasfenübungen wieder in ihre Heimat entlassen. Das Resultat dieser er« ften Ablichtung, schreibt der „T- B." kann bei allen drei Bataillonen (oder 13 Compagnien) in jeder Beziehung als cin vorzügliches bezeichnet werden. Durch die einsichtsvolle, aufopfernde Thätigteit der Commandanten und aller damit betrauten Ossicicie, so wie dulch die glücklichen Anlagen, den besten Willen und regen Eiser der Mannschaft selbst, hat diese nunmehr die nöthige Fertigkeit in allen zur Lan-desuertheioigung erforderlichen militätischen Uebungen, ins» besondere aber im Schiehen eine fast wider Erwarten lo-benswerthe Sicherheit erlangt. Obschon die Witterung im allgemeinen nicht günstig war, da es im verflossenen Monat häufig regnete, tonnten doch in den letzten Tagen schon Uebungen im Manüonren auf den Halbgebirgen vorgenommen weiden. Die Bekleidung dieser Schützen, ein brauner Nock, hat sich als plaltisch erwiesen und wirb von den Schützen selbst für diese Jahreszeit als gelignet und warm anellannt. Das Betragen dieser Leute war in jeder Hinsicht unladelhast: von Excessen hat man nirgends etwas gehört: sogenannte verkommene Subjecte gibt es nach der Versicherung der Officiere verhältiüszmüßig sehr wenige. Was aber besondere Bemerkung verdient, ist, daß gerade die Compagnien dcr Greuzbrzille Ala und Niva vollzählig zu de» Uldüngen erschünen sind. Von einer Renitenz war nirgends die Rede, die meisten Abwesenden hat die Compagnie von Iuoicarien, Äezirt Tione und Condino, da die ärmere Classe der dortigen männlichen Bevölkerung des lieben Brotes willen alljährlich gezwungen ist, wenigstens sür liluge Monate der kälteren Jahreszeit im Auslande, meistens in der Lombardei, Arbeit zu suchen. — (Räuberhauvtmann Iuhasz todt.) Ueber» einstimmenden Nachrichten zufolge ist der gefürchtet? Räuber« hauptmann Iuhasz in der Gemeinde Karos (Somogyer Comital) in dcm Stalle eines doitigen Bürgers Namens Lakalos von diefem selbst und dessen zwei Brüdern durch Beilhiebe und Hcngabelsliche getödtrt woidcn. Iuhasz hatte zwei Doppelflinten und mehrere Revolver bei sich, war jedoch aus dcm Grunde nicdt im Stande, sich zu wehren, weil ei sich in vollständig betrunkenem Zustande befand. — (lOOOFriedrichsd'or zuverdiene n.) Dcm „Münchener Vollsvoten" wird solgendes Preisaus-schreiben an das Berliner Abgeordnetenhaus zur Veröffentlichung zugesandt: „Trotz aller entgegenstehenden Nachrichten spricht sowohl die „Köln. Ztg." als der „Kladderadatsch" von dem vielen Gelde, welches Preußen an den Kurfürsten von H.ssen bczahit habcn soll. DaS letztgenannte Blatt bcmellt sogar, Preußen habe sich „erbarmt," dem Kuisülsleu „uicl hunderttausend Thaler" zu „schcolen." Um der Sache endlich aus den Grund zu tommen und die preußischen Lügner zu entlarven, wird daher hiemit ein Preis auZgcscht uud werben demjenigen Mltglieoe des pieu« ßischcn Abgeordnetenhauses 1000 Friedrichsd'or versprochen-chen, welches einen Pfrmng nachweisen lanu, den der Kurfürst vou Hessen aus preußischen G.ldecn oder Casjen erhielt. Ein Kuihcsse." — (Ein Volksvertreter als Todtschlüge r.) Dcr neapolitanische Deputise Matina feuerte am 3. Octo« ber d. I. während des Gottesdienstes von seinem bause aus einen Schuß in die Kirche S. Giorgio a Toledo ab. Der junge Alchitctt Cavaliere Marziani, welcher in der Nahe des Hochaltars lnüte, wurde durch den Schuß so «»glücklich in deu Ecdcnlel getroffen, daß schli.ßlich die Am. pulalio» nothwendig wa«d. Der Oheim des jungen Man->,eö, March.» Amali, wurde durch die Sch.eclensnach.icht ,° blossen, daß er vom Schlage ^uhrt wurde und ver-,ch>cd. M.tina hatte den Schuh seinem Nachbar de Simone llnem Pamnmt.efahücanten, zugedacht, weil der Rauch von oessen Wr.lstütte den Balcon des D.pulirtcn belästigte. Der Generalprocurator von Neap,l verlangt nun, noch A,t. ä5 dcr Veriasjung, von der Kammer die E.mäcdti. ^ung, den D.puliiten Malina unter Pioceß stellen zu dür« sen. Cs ergibt sich aus den Acten, daß Malinc» im Iabre 1949 in Ealcrno seinen Land?mann Saosevtlino n,ii einem Beil gllödlet hat, wcil derselbe vorher mit vem Vruder Malina's einen Streit gehabt, nxlckec einem O^ss"'l>auec gegen die Liberalen Ae»sall g.tlatschl halte. Matina wulde damals auf 6 Jahre relrgirt. 2114 Locales. — (Nekrolog.) Der gestern Morgens verschiedene hochwurdige Domprobst Herr Anton Kos, zugleich General-viccir, Lcindtagsabgeordnetcr u»d Landesausschuh-Stelloertretel für die Curie der Stildte und Marlle, Ritter des Franz-Ios.phö-Ordens, war am 3. Juni 1805 zu Ablmg in Obrr< lrai» grborn. Nach Vollendung der theologischen Studien wlltde er am 20. August 1628 zum Priester geweiht. Er wurde als Notar in der fürstbifchüflichen Ordincniatskanzlei llngesllllt, als welcher er das Vertrauen dc^ hochseligen Vischoss Wolf in hohem Grade besaß. Später wiitle er in der Seelsorge, als D.chant in Kcainbura, wurde zum lHhrcndomherrn ernannt und lan, im Jahre 1858 als Dom-probsl nach Laibach. Nach dem Tode des Bischofs Wolf leitete er durch ein Jahr die Diöccse. Wohlthätigkeit und Herzensgute zeichneten den Verstorbenen in hlchlin Grade aus. Das Lcichcnbea.a'ngmb findet morgen Vormittags nach vorausgegangenen Ereqnien von der Domtirche aus statt. — (Die wiss e » s ch a st l i che n Casinovor. l r H g e) wuldln durch Heil» Prof. Nilter v. Perger gestern sehr glücklich eröffnet. Cr sprach über dic velschic-denen Giftstoffe unter Vorzeigung von Präparaten delslltnn in sehr fließender Weise und mit pilanlcu Nutz' onirendnngen sür die Medizin, deren Quacksalbereien mit den melalliscwn Giften, besonders dem Quecksilber er tlt'sfeod chanittelisnte und filr die Indu flri?, in Vczug auf die Tavilenfärbung, die sogenannten Panier Gräser (ncucir-tiger Kopfputz) u. s. w., schliehlich die NuthwenDigteit der Ellrnntnis', betonend, durch welche der Mensch den Stoff beherrscht und stinen Zwecken dienstbar macht, dts Wissens, „Welches allein freimacht." Die Versammlung gab am Schlüsse ihie volle Vcfnrdigung über den geistvollen u»d höchst belehrenden Vortrag zu erkenne». — (Co n st it u tio n e ll c r Verein.) Der Ausschuß beehlt s>ch hicmil, tie Herien Vereinsmitgliedrr zur siebenten Veiscinimlung, wclchc beule den II.Dlccinber 1866 um 7 Uhr Abends im Saale dlt Echiehsla'lte statifindcl, höflichst liiizuladen. Tagesordnung: I. Besprechung des sla'olischcn BudgllS sür das Jahr 1809 : 2. Besprechung des neuen Wehrgesetzeo. — Nach der Versammlung eine gesellige Zusammcntunst beim „Stern." — (Eisenbahn Laibach^Taruis.) Nach Wiener Blättern soll das Haus Gcbrüoer Klein sich um die (5on-cession bewcrbcn. — (Mi l i läru er än d er u n ge n.) Der Unter» lieutenant Johann Suschnit vom I^santcrie « Regiment Nr. 17 wulde zum Tragoncr-Negiment Nr. 10 verscht. — (K rantenstand im allgemeinen Kraul e u-bause im Monate November 1808.) Am Schlüsse des Monates Oktober sind in der Behandlung verblieben 338 Krante, 128 Männer und 210 Weiber. Zugewachsen sind im Monate November 209 Kranke, 127 Männer und 82 Weiber. Bc'l'aüdclt wurden 255 Männer u,>d 292 Weiber. Entlassen wurden 180 Pcrsoucu, 110 Männer und 70 Weiber. Gestorben sind 3 Männer und 9 W.ibcr, so verblieben in der Behandlung 355 Kranke, 142 Männer und 213 Weiber. — (Eine Lehrstelle sür lateinische und griechische Philologie) ist am Go'izcr Gymnasium zu bes»kc». Gehalt 945, evrulurll 1050 fl. ilunculsttrmm bis C'üde d. M. bci der l. l. Slatthallerei zu Tuest. — (Der Flnanzwach-Oberauf jeher Ioh. M o r r e) ist slit 25. November, wo er in dienstlicher An« g»Iegr»heit sich vc» Rudolssweilh entfernte, am 27. aber zurucltehren follte, vcischwuodcn. Telklbe wird jcht amllich zur Rückkehr binucu 14 Tagen aujgcsordett, wioligcns mit Entlassung bedioht. — (Theater.) Die vorgestrige Reprise vou Laubc'ö „V üseu Zungen" war rccht fleißig einstudirt, und waren es besonder« die Darsteller der Christiane v. Macl (Frl, Mahr), Ka'.oliuc von der Straße (Fr. Schmidts), des Rath Fischer (Herr Stefan), welche ihre Aufgabe recht befriedigend losten. Frl. u. Stcfany (Miuona) reichte zwar nicht ganz an die Höhe ihrer Rolle, aber wir müssen Fleiß und ernstes Streben an ihrer Leistung anerlenncu. Herr Müller als Rentier Soda, lieferte ein töstlicheö Ciharaltcrbild ano eiumr Gusse, wie wir e«z an diesem tüchtigen Schauspieler gewohnt sind, Herr Moser gab dm Laii-dedpräsidentcu rccht wirtsam. DaS Hans war lridcr schwach besucht.--Wic wir eifahreu, wird dasVeucficc dcs Frl Mahr^ einer recht beliebten Darstellerin, deren tomischcö Talent uns schon niaucheu vergnügten Abend bereitete, kommcndcll Dienstag stattfinden. Eö steht diesmal den Theaterfreunden eiu besonders genußreicher Theaterabend bcuor, Dcu Persönlichen Bcmilhuugeu des Frl. Mahr ist es gelnugcu, die brim Grazer Piibliknin so bclirbtc Opercttensäugeriu Fr. Maria Rott als Gast zu gewinnen. Sie wählte zu diesem Zwecke Offcnbachs melodiöse und hier sehr beliebte Operette: „Die schöne Helena," welche neu eiustndirt nud in Scene gesetzt wird und worin die geschätzte Gastiu dic Titelrolle spielt. Bekanntlich exccllirt Fr. Nott in dieser Rolle nicht nur dnrch ihre impoiiirrnde und cinnehnieudc Erscheinung, sondern leistet auch i» künstlerischer Beziehung Vor-zügliches. Wir siud daher überzeugt, daß das Publicum diesen seltenen Anlaß nicht vorbeigehen lasseil und sich sowie der verdienten Bencficianliuu eiuell vergnügten Abend bereiten wird. Die gestrige „ T ro v a t o r e" » A u ff ü h r u n g bot durch tie Ncubesehuug der Partie der „Zigeunerin" erduhtes Interesse. Fil. Pich on hat unsern Erwartungen aber nicht ganz entsprochen, es scheint ihr für diese Rolle das erforderliche Stimmmatenale zu fehlen, auch machte das schnelle Tempo dem Fcäultin, das vorzugsweise im getragenen Gesänge lff.ctuirt, vttl zu schassen. Fll. Iel lincl biachte ihre im gesanglichen ganz vortreffliche Leistung dulch einen ttwas verständlicheren Vottrag, nls gewöhnlich, zur erhühlcn Wirkung. Herr Ander sang die Titellolle miede, ganz wacker, auch H^rr Gölt ich brachte einiges rccht hübsch zu Gehör. DaS Publicum sp^ndtte den Genannten wieder^ holten AcisaU. Das Misereie wir wieder die Klippe, an der der Chor scheiterte. Das Orchester hielt sich ziem» lich gut. Neueste Psß. Wien, 10. Dcccmbcr. T^aö AbgcorductcnlMis, welches he»tc lviedcr zusnniincntritt, wird seine Ardcitcn bis zuui 20. d. Äi. fortsetzeli n„d dcnm dic Wcil)inichli<-und ^lcujahröfcricl« cmtrctcil, welche biü ziini 1^. Iülmcr dauern sollen. Pest, V. December. ^Pr.) Sc. Majestät der Kaiser wird Montag abreisen. In Hoftrcisen ucrlantet, daß die 5laisclin bis znm 20. d. Vi. hier bleibt. Ein allerhöchstes Handschreiben dankt dem Grafen Andrassy wärmstcnö siir sein bisheriges Wirken als Minister-Präsident. Pest, 9. December. (Pr.) Die Stadtrepräscntanz beschloß, eine Hcgrnßungs » Adrcssc an den Erzherzog Joseph, als Commandanten der ungarischen Landwehr, sowie eine Dankadresse an den Kaiser fiir diese Ernennung zu richten. Paris, l>. December, Dcr „Monilcnr" dcstä tigt, d^ß die Gesandten Frantrcichs, Englando nnd Nuß' lands bci dcm Vlinistcr dcs Acnßein in Athen ciuci! Collcctiuschlitt tnachten, um dcnsclbcn auf die schweren Folgen luifmertsam zu machcn, welche eine aggrcssiuc Politik nach sich zirhcn tönnlr. Pnris, Ü. Dcccmbcl'. Der „Vloullcur" schreibt iu seinem Bulletin anläßlich dcr gespannten AczichuN' gen zwischen der Ti'nlci und Gliech ill^ind: Wir sind glncklich, das zwischen dcu Machlcn erzielte Einvcrnch^ mcn zu eonswlirm, um gcmcinsaiu eincn versöhnliche» Einfluß auszuüben. Acznglich Numänici^s sagt d>r „Monilcur" : Dic zahlreichen Beweise vou Sympathien nud Iutcrcssc, welche die Mächte Rumänien gaben, gc-währle» Vtlünäiucu Nechtc, aber legten demselben auch Pfl,chtcn auf, deren wichligste dic Achtung dcö suzerai-nen Hofes ist. Madrid, 9. December. Die Aufständischen i,-Eabix verlangen cincn Waffenstillstand, welcher wcn> schciulich gewährt wcrdcu wild, damit sic das Munich palitälsgcbäudc uud die benachbaiten Häuser ucrlasse,! können. Dic Miliz- und Freiwilligencoiporalionen pro< testirlN allcrwärlö gegcu den Aufstand in Eadix. Ncw-Vork, 7. December. Der Eongrcß wurde eröffnet. Die Botschaft dcs Präsidenten ucrlhcidigt seine ReconstructionSpolltik, spricht sich für baldige Auf-uahmc der Barzahluug. Reduction dcs Papiergeldes auö, bczcichuct die Verhandlungen über dic Alabama-Frage in Folge dcs englischen Eabinctöwcchsels snr noch nicht erledigt, die im Kriege zwischen Paraguay und Brasilien angebotene Vcrmittlnng dcr Union sei abgelehnt worden. Dic Reduction dcr Armec durch Znriick-zichung dcr Truppen aus den Südstcmtcu wird"in dcr Botschaft empfohlen. DaS Comit'! für dic auswärtigen Augclcgcuhciten wurde vom Repräscutantcnhausc mit der Redigirung eiucr Resolution beauftragt, durch welche der Präsidcut zur Abberufung dcs americanischcn Gesandten in London aufzufordern sei. Telegraphische WccliscIcourse. ooiii 19, December. 5>pe>c. Metalü^ies ^>l». — 5ilierc. M^tiilliqiicö mit Mai- imd ^tovembcr-Z!„seil^<.00. — 5pcrc.3ialio»c,l-Anlehen61 iukohlenaschc. Man glaubt allgemein auf dem ^'a»de, daß die Slcnltuhleiiasche nicht nur ungeeignet ist, dcu Boden zu dünge» und zu verbessern, soiideru den Acker sogar Uüfnichtbar macht. Iil Fulgc dessen suchen sich dic ^cmdwirthe derselben auf jede Weise zn' cutlcdiqei,, streuen sie längs dcr Wege, gerade sc, als handle es sich um ganz nutzlose lleben-estc. Die Mmge dcr auf diese Weise jährlich ver o-rei-e» Äsche ist btträchtlich. Tilser Thatsache gegenüber berichtet ein i'andwirlh fcl^eudc^ Experiment: Er füllte im Herbst drei Vlnmeülöpse mit reiner Sleinlohleuaiche und säete in den ersten NoMn, in deu zweiten Ha>rr und in den drillen Lrdbccr'öriier, Diese Töpfe wurden dann in eine Nabalte dcö Gaitcnö einge-giaben nnd sich selbst nde>lassen Die Keimniif, vollzog sich währen« deö Wiuierö naä) Wunsch und im folgenden März halten dic Pflanzen das beste Andsehen. Im April standen die drei Pflin,;eu iu üppigster Vegetation. Trr NoMii nud Hafer lamen uollständiss zur Reife, die siörncr waren groß, gläiizrud. sehr schwer; das Stroh halte beim No.MN eine Hohe »on 1.40 Me« ter und beim Hafer l.10 Meier. Die Erdbeeren waren in traf-lilistcr Vegetatic,» bi« zn,n October, wo man sie anö den Töpfen nehml'N mnßle. In der Erde sind sie nun die grünsten nnd Iräfligslen von der ganzen Aussaat. Tiefer Versuch zeigt also, daß die Cleinlohlenasche ohne Znsatz von Erde oder Dünger ausreicht, um bis znr Reife den Roggen nnd Hafer mit Nahrung zu verschen, und die Erdbeeren ein ganzes ^ahr laug zn speisen. Die Sleinlohleuasche tanu auch in Folge ihrer Beschaffenheit den Vodeu lockerer inachen n»d somit in Fällen vun zn festem Erdreich sehr mltzli! sein; sie würde also gleich;eilig al« Dünger und zur Bodenverdessernng dienen. Dieser Schluß folgt aber nicht nur ans dein erwähnten Experiment, scmdern anch aus der chemischen Analyse, die mehrere Chl'iniler ausgeführt. Diese Untersuchungen ergaben, das; die Stciittohleiiasche in vcr-chirdeuen Vrrhälliiissen, je nach dem Ursprung, cn'hätt: schwefelsaures Kalk, verschiedene Verbiuduug^n von Säuren mit nlka-lischeu Erd,n, lohleusauren Kalt, Thon nnd Kieselsäure. Am 9. December. Stadt Wic«. Die Herren^ Herzog, K^ufi., uou Grnz. — Braune, Ap'lhter. nnd z-l, f,ni, von Go:,schee. — »)iru er, Priui,ier, uo,> Klagcnfurt, — Peharz, Co ton.Erzeug r, von Äienmnlt!, — Samuel, Kauf,,,,, uou Diipp ldors, — Puha r, Kaufm, uon B i!i,n. Elefant. Die Herren: Hribar, P.iuatier, von Jesse.,itz. -3chmidt-ö ecarli. Oprujänger, nn^ Kastnr, l. t. Hof- u,,d GrichtöAduocat, von Wien, --- Wein r, Handelsm., vou Kauischa. — Kutscher, l. t, Vnpsl gs-Vcrw,llcr, vou Zain, — Schmalz, l, s, iutmant. uou j'lagcufu t, - Kr zan c, Haudclsm., von Stnvica. Landschaftliches Theater. H c u t e.-(3i>l Ni»g. Original.I»lrig»e»stiick iu 5 Allen vu» Charlotte Aiech-Pfeiffer. M orgcn: Zum Vortheile der Frl. Pichou, Nv,,l!,'o und Illlic oder Montechi uud (faftnletti. Oper i» 4 Atten, nach dem Italienische» von Georg Ott. Musil vou B. Velüni. « u. Mg.> ^'30.22 '^'^.l ' RÖ.I^ftsg" heiter " IN !i „ N. z ^62 H. ^. 3.? vtO. mäß, heiter 0.^ ,0 .. Ab. , : 32 <>.. ' — 2,« NO. schwach heiter NachtZ heiler. Morgens uu, 5 Uhr hefliger NO,, stoßweise stl!ru,i!ch. '>pciier Bcwultn^ g Vormittag völlige Ailfheileruug, Klarer, founiger Tag. Intensives Äbendrölh. Da^ Tagcsmitlcl der Wärme ^0^8", um 1.5° über dein Normale. Verantwortlicher Redacteur: Ignaz u. K l c i n m a y r. Dürjcnbcricht. Wien, i) Deccmbcr. Gllnstige Tendenz bei andauernder Kauflust, bcsoudcrö fiir Lost. Devisen und Valuten steifer. Geld abodaut. vessentliche Schuld. k. des Staates (für 100 fl.) Geld Waare In ü. W. zu üpLl. sllr 100 fl. 55.40 55.5N dctto v. I. 1«»>« .... 60.«5 60.95 dctto rückzahlbar (?) . . . Ercö.) rlickzahlb iu 37 I. zu 5, pEt. filr IM) st. 7.^.__ 75.^, Nat-Anl.mil Iäu,-Coup. zu 5"/„ «4.70 ^s> 59 35 detto mit Mai-Eonp. „ 5 „ yo,io ^.^^j drtto.....„ 4j„ f.^.25 si275i Mit Vcrlcs, v. 1.1839 . . . ik<;.^ 1^,7 ^. „ „ „ 1^5,4 . , . 85,50 ««.__ „ ,, „ I«0 109 80 3c>m0'3icnteusch, zu 42 I. «u«t. 24 50 85.. Dumaincu 5pcrc »n Silber 112 50 113.--6 der Kronlaudcr (für W0 fl.) Gr.-Entl.-Oblig. Niederosterreich - zu 5"/« A- 88 50 Oberijsterreich . „-^" A'" ^"^" Salzburg .... „ " „ «/-— ««- Geld Waare Bijhmcn .... zu 5°/« 91.75 92.50 Mähreu .... « 5 „ 89.— 89.50 Schlesien .... „ 5 „ 88.50 89.- Slerermarl ... „ 5 „ ^?8.— H9.— Ungarn.....„ 5 „ 7?.75 78..- Temcser-Vanat . . „ 5 „ 77.— 78.-- Crnatreu und Slavouien „ 5 „ 78.— 79.— Oalizicu .... „ 5 „ 7 „ 5 „ 77.50 78. Tcin.V. m. d.V.-E. 18«7 „ 5 „ 77,25 77.50 Actien (Pr. Stllcl), Natioualbank...... 077— 679.- Kaiser Ferdiuauds-Nordbahn zu 1000 fl. EM.....1970.—1975 — Kredit-Anstalt zu 200 sl, ü. W, 24U.70 246 80 N.ü, E««com.-<5es.zl'500fl. ö,W. 6 vcrloSbar zn 5"/^ 97 90 98.10 C. M. 1 Nüliouttlb.auflj.W.verloöb.5,, 93.30 93 50 Uug. Bod.-Cred.-Anst. zu 5'/, „ 92.— 92.50 Allg. üst, Bodcu.Crcdit'Austall verlIöbar zu 5"/^ in Silber 106.— 106 50 dto.m33I.nlckz.zu5pCt.iuö.W. 86.25 86,75 kose (pr. Stlicl.) Crcd.-?l.s.H,u.G.z.I00st.ö.W. 152— 152,25 Dou.-Dmpfsch,-G.z.100fl,CM. 93.50 94,— Sladtgem. Ofen „ 40 „ 0. W 32.25 32 75 Esterhazy zu 40 fl. CM. 160.— 170,— Salm «40.. „ . 4150 42.50 Geld Waare Palssy zu 40 fl CM. 32,-^ !jg.— Elary „ 40 « .. . 36.— 37.— St. Geuois „ 40 „ „ - 33,50 84.— Wiudischgriltz „ 20 „ „ . 20.— 21.— Waldsteiu „ 20 „ « . 2150 22.50 Keglevich « 10 „ „ - 14.50 15.50 Rudolf-Stiftung 10 „ « . 13.50 14,25 Wechsel (3 Mon) Augsburg flir 100 fl sildd. W. 99.50 !>9 60 Frankfurt a.M. 100 fl. delto f,c) ^ ^^ Hamburg, silr 100 Mark Vanka 87 50 87 75 London für 10 Pf, Sterling . 118.80 119.... Paris M 100 Franks . . . 47.29 47 gs, (5ourS der Gcldspvteu G1 lr. 5 st. 61 lr. Napolecmsd'or . . 9 „ 50 „ 9 ,. 51 ,, Rufs. Imperials . .. „ ^. __ _ „ Verciuölhaler . . 1 .. ?l> „ 1 ^ 75.' „ Silber . . 117 ^ 35 ^ ^7 ^ 59 „ Kraiuische GrlmdcullllNungo-Obligntloneu, Pri» Ulltuattnurg: 86,50 Geld, 90 Waare,