für Vaterland, Kunst, Wissenschaft und geselliges Leben. M^ 9V« lZRll8e«3 öS« 7. VOOSlNvor. R847» Der fatale Genosse. Novelle von Leovold Kordes ch. (Schlitz.) "^Tls nach mehrere!, Wochen die Gräfin von ihrem Krankenlager wieder aufstand ( die Aerzte hauen einstimmig an ihrem Aufkommen verzweifelt) schlieb sie an eine ihrer vertrautesten Freundinen nach B^'^ f^i^enden Brief: „Geliebte ?lmalie!" »Bevor der Engel des Fiiedens mir hinüber winkt, »wo alle Täuschungen aufhören, wollte ich noch mein gram-»verzehrtes, gebrochenes Herz gegen eine Freundin erleichtern, „die mir in den schönen Tagen meiner Jugend Alles war; »wollte ich noch von Dir, theure Feundin, hiermit schiiftli-«chen Abschied nehmen für immer. — Staune nicht, meine »Liebe, über diesen tragischen Aligang, staune nicht bei Er-W »blickung meiner unsichern, fast unleserlichen Züge; Deine „schrecklich betrogene A u g u st e > schreibt dieje Zeilen mit zitternder Hand am Grabesrand?, und gibt Dir alle Deine »gewiß gutgemeinten Glückwünsche, die Du ihr vor wenigen »Monaten zu ihrer Veimahluna. gesendet, weinend zurück! »Sie werden sich nie erfüllen." — »2^ habe vor meiner Vermahlung viele Briefe mit »Dir gewechselt, wie Du denn auch immer mein innigstes „Vertrauen besessen hast. Du wrißr, wie der Baron S^* »in unser Haus kam, wie er durch seine Bildung, seinen »Anstand und sein anspruchloses Wesen Alles bezauberte; „denn der geheimnißvvlle Schleier, den er fein über seine »Vechaltnisse zu ziehen wußte, dabei aber doch, wie die Auf-»richtigkeil selbst aussah, verlieh ihm in meinen Augen einen »eigenen Reiz. Es war ihm ein leichtes, meinHerz zu fesseln, »und, unabhängig wie ich war, gab ich ihm am Altare die »Hand. O mein Vater, warum mußtest du deiner Tochter »so früh entrissen werden, daß sie allein blieb bei der wichtigsten Wahl im Leben! —Wir waren vermahlt. Las; mich »über mein Glück in den ersten zwei Monaten schweigen; »wozu die kurze, selige Erinnerung? — Endlich fuhren wir »auf unsere etwas entfernte Herrschaft R^ in Polen. Als »wir des letzten Nachmittags in einem Dorfwirchshause hiel-»ten und Pferde wechselten, drangt sich ein fremder Mensch »in verdächtiger Tracht mit einem Bliese zu meinem Gemahl. »Dieser nimmt, erbricht, wiid leichenblaß, knirscht mit den »Zähnen, und ruft: »Schnell, nur schnell ein Pfeid!" Auf »meine ängstlichen Fragen drückt er mich stürmisch an seine »Brust, spricht unzusammenhängend von einer unglücklichen „Duellgeschichte, deßhalb er eilends forc müsse, verspricht in »zwei Tagen auf das Schloß nachzukommen, küßt mich, »schwingt sich, ungeachtet meiner Thränen, auf's Pferd und „sprengt fort. Meinen Schmerz kannst Du Dir denken. Die »Wiilhsleuce versuchten mich zu ciösten ; ich blieb über Nachr „do:i u„d fuhr erst Morgens darauf nach R^^. Wie halte „ich mich auf den Empfang meiner Unterthanen gefreut! „aber ach ! jeder ihrer Vivacrufe war ein Dolchstich für meine „Brust. Zehn Tage voll des gräßlichsten Kummers, GrameS »und der Angst vergingen. Er kam nicht. — Ich glich mehr »einer Leiche, denn einer Lebenden. Endlich am Abende des »zehinen Tages überraschte er mich. Wie bald ist ein lieben- «^ »des Wc>d beschwichtiget und beschwatzt! Gläubig hing mein ^ »Auge an ihm. Alles, was er vorbrachte, nebst der Entschul- ' „digung seines so langen Ausbleibens, nahm ich für bar; »erlasse mir das Detail — es dienc zu nichts. Er war so »liebevoll gegen mich. Feste folgten auf Feste, da er daran „Freude zu haben schien, und Besuche drängten auf Besuche." »Nach etwa drei Monaten, eines Nachmittags — ich , »war mic meinem Gemahl eben im Garten — verlangt ein ! »fremder, abentheuerlich gekleideter Mensch mit dem Baron ! »geheim zu sprechen. Ich zog mich zurück, nichts BöseS be- ^ »sorgend. Da höre ich plötzlich Lärm, springe herbei und »sehe, wie mein Gemahl den Fremden uncer Schimpfworten ^ «heftig gegen die Brust stößt. Zorneinflammc wender sich ! »dieser zu mir und rufc: „„Gnädige Frau! Sie sind betrogen, ! »dieser Ihr Gemahl ist---------"" aber blitz!chnell fällt der Ba- ! »ron über ihn, und sie walzen sich am Boden. Ich verlor »meine Sinne. Als ich erwachte, röchelte der Fremde mit »dem Tode ringend im Sande — von meinem Gemahl er-»würgt. Dieser aber war bereits auf dem schnellsten Nenner «davon, und Niemand hörte seitdem etwas von ihm. Bei »dem Todten fanden sich verdächtige Waffen und das Gebricht erkannte in ihm einen Räuber von der polnischen ^ »Gränze. Diese Nachricht, die meine schrecklichen Ahnungen ' »in Bezug der Verhältnisse meines Gemahls zum vollen »Lichte heraushob, war wohl geeignet, jrdeS weniger fühlbare — 3W — »Herz, als das meine, zu brechen. Ich lag mehrere Tage be-»wußclos. Die Aerzce sprachen mir das Leben ab; allein »die gütige Vorsicht fristete es mir so lange, daß ich Dir, »geliebte Freundin! noch diese Zeilen schreibe» kann. Gene-»sen, vollkommen genesen werde ich nie, möchte es wohl »auch nichc." — »Mein Herz ist so erleichtert, mir ist jetzt so wohl, »da ich weis«, das; ein fühlendes Wesen versteht, welche große »Prüfung der Himmel für meinen Leichtsinn mir auferlegt. »Lebe wohl! Ich werde recht ruhig sterben, denn ich hege der »irdischen Wünsche keinen mehr, als etwa den, Dich, liebe »Freundin, noch einmal umarmen zu können." — Deine innigste Freundin Auguste Gräsin von Z^" Die unglückliche Geschichte unserer Dulderin erregte allgemeines warmes Interesse für sie. Sie wurde aufrichtig bedaueic, und der Fürst von ^^ kam selbst, die schöne Leidende zu trösten. Sie aber lächelte zu all' dem Troste, den man ihr spendete, und wußte wohl, wie wenig sie mehr seiner bedürfe. Ihre Krankheit, ein hartnäckiges Brustleiden, die ihr einige Zeit Erholung gelassen, kehrte zurück. Sie legte sich, um nicht mehr aufzustehen. Einige Tage vor ihrem Hinscheiden rasselte eine Equipage vor das Schloß- Wie .in einer Vision rief die Kranke: »Geht, holt sie herauf, es ist meine Amalie!" Und sie war es wirklich; als sie heraufkam, wurde sie von der Kranken jedoch nicht mehr erkannt. Wenige Tage darauf weinten die Glocken der Umgegend um ihren Verlust. Im H^^schen wurde eine gefahiliche Näubeitruppe eingefangen. An ihrer Spitze stand Baron S"^. I^ ,^ wirklich Baron, allein durch leichtsinnige Schulden auf Abwege gerathen. Als man ihm nach gepflogenen gerichtlichen Erhebungen den Tod der Gräfin meldete, grämte er sich noch vor dem Ablaufe seines Prozesses im Gefängniß zu Tode. Mic seinen Genossen ging die Themis ihren eisernen Gang. Irische Mahrehen und Sagen. Von C. uon K. I. Der Elfenborn. (Fortsetzung,) Nohrah lächelte ihn an und, sachte das Pförtchen öffnend, stahl sie sich auf ihr Kammerchen und schlief bald ein in laucer lieben Gedanken an die Möglichkeit, daß ihre Aeltern des Geliebten Werbung guc heißen würden. — Fest schlief sie mehrere Stunden , da — mit einem Male fuhr sie mit einem lauien Schrei von ihrem Bette auf. »Der Brunnen! der Brunnen!" kreischte sie, »ich habe versäumt, den Stein wieder hinzuschieben! Es kann noch nicht Morgen seyn! — Nein, nein, nein, der graue Tag dämmert eben; ich will laufen, was ich kann, und komme noch zeitig genug!" Wie sie den wohlbekannten Pfad hinflog, rötheren sich die Gipfel der östlichen Berge vom nahen Kommen dcr her- aufsteigenden Sonne. Ist das der erste Sonnenstrahl, der jene Höhe vergoldel? Nein, es kann nichc seyn, sie kommt noch frühe genug! — Nohrah hatte jetzt eine Stelle e» reicht, von der aus sie, noch cin Paar hundert Schritte ent-ferni, auf den Brunnen hinab sah. Da stand sie wie ein Steinbild; ihre Augen starrten, die ein, Hand griff wild an die Stirn, die andere zeigte weit hinaus. Die Morgensonne schien hell uuf den Fleck, und die Quelle, sonst so still, ergoß jetzt einen wilden, schäumenden Strom, der reißend schnell das Thalgeländ übelsiuthece. Schon stürzten die erschreckten Dörfiler aus ihren Hültcn, aber immer noch stand Nohrah regungslos; noch immer reckte sich ihre Hand nach der ver-häi'gnißvollen Stelle aus. Fort und fort ergoß sich der Scrom, und schon nahce der Schwall dem Orte, wo sie stand. Eulin, der sie überall gesucht harte, rannte auf sie zu; sein Fußtritt weckte sie aus ihrer Betäubung, und mit dem gellende» Nuf: »Meine Aeliern! rette siii Dingen nichc viel über die geringe Fertigkeit hinaus ging, mit der er sein Bauergücchen bewirthschaftete. Er war in der ganzen Gegend wegen seines ungeselligen Wesen) bekannt; sein' Yerdfeuer loderce nie tröstend dem wegmüden Fremden, und der schnöd abgewiesene Bettler suchte nie wieder seine ungastliche Thür.. Kurz, er lebte recht der Menschheit zur Schande und sein Name war zum Sprichwort geworden im Land. — 391 — Hans, so hieß der Lümmel, kehrte eines Nichts von einem Jahrmärkte in der Nachbarschaft Heini; da Hölle er, wie er eben einem dunkeln reißenden Bache an einer Furt sich näherte, von der allerlei Mord- und Gespenstergeschich' ten im Schwange gingen, ein Aechzen, das. wie er mcinre, nur von einem gemarterten Geiste kommen konnte. Er hielt sein Pferd an; all' die Schaudermähren, die man von die. sem finstern Thalgrunde sich erzählte, fielen ihm mit einem Male ein, und als Noch ein tiefer EchmerzeuZseufzer und »och einer ihm in's Ohr klang, da sträubte sich sein Haar, brach ihm der Angstschweiß am ganzen Leibe aus, stockce ihm, troy deZ Branntweins, den er Nachmittags in seiner schmutzt gen Weise allein getrunken haite, das Blut im Herzen. Als aber die grausigen Töne abermals und abermals erschollen, so faßte er so viel Much, um zu fragen, was er für die gemauerte Seele thun könne, die ihm hier in diesem schauerlichen Grunde in den Weg komme. »Um deS Himmels willen," sagte die Stimme, «bringe mich nach einer Menschen wohnung; ich bin kein gemarterter Geist, sondern ein armer, heimathloser Wandeier, der auf dem wilden Moor verirrt ist und hier sich hingelegt hat, um >u sterben, denn durch da? reißende Wasser habe ich mich uichl aelraul. Möge es dir mit Barmherzigkeit vergolten werden in der Stunde der Noth und am Tage der Bedrängnis;!" Von seinem Geisterschr.ckeu erlösi, erweichte sich des Bauers Seele zur Menschlichkeit. In einer Regung von Mitleid, wie er nie zuvor empfunden, stieg er vom Pferde und sah ausgestreckt auf der naßkalten Erde einen hochbelag-ten Mann mit weißem Barce, der augenscheinlich schwer niedergedrückt war von der Last der Jahre und des Elends. Er wickelte den armen Greis in seinen warmen Oderrock, setzte ihn auf den saltel, sich selbst hinten auf und rill langsam nach Hause. Sein Weib lächelte über den ungewöhnliche»» Anfall von Gastfreiheit und meinte, nur ein Wunder könne sein ungeselliges Gemüth zur Freundlichkeit und Güte umgestimmt haben. Der elende Fremde erhielt, was ihre Speisekammer vermochte; er wurde auf einem warmen Lager g,ebelcei und halle bald in festem Schlaf seil, Herzleid vergessen. (Fortsetzungfolgt,, Traumb ü cklei n. ^llus der oPannonia,") 5 Wenn es Jemanden iräuml, er höre ganz in der Nähe einen Mann gewaltig schreien, dem üdeidiesi kein Leio geschieht; so kann dieß bedeuten, daß er sich im Theater nahe beim Souffleur bcfinde. 5 So es Jemanden iräuim , er hätte plötzlich eine a/oße Anzahl Freunde erhallen, so bedeutet dieß, daß er aus der Lotterie gewinne», oder eine gioße Erbschaft machen wird. ^ So Jemand den Tiaum hätie, er habe nuen Champagner.-Rausch, so kann dieß bedeuten, daß er zum Vorsteher eines Mäßigkeitsvereins gewählt wird. ^ Es hat Jemand den Traum, er befinde sich in einer Menagerie, und fühle Hörner auf dem Kopfe, so bedeuiet dieß/ daß er bald heirathen wird. ^ Wenn es Jemanden träumt, er sieht einen Vogel, der mit einem Fuße auf dem Erdboden, mit dem andern in den Wolken steht, der Voael hat Elfenbeinzahne und ist im Gesichte roth gefärbt, so wird er ün Theater eine moderne Tänzerin sehen. ^ Wenn es Einem N'äumt, er wird Mitglied einer gelehrten Gesellschaft, so bedeutet dieß, daß er zu einem Festessen geladen wird. " " Wehle. Feuilleton. Der Letzte der Schärfeuberge. __ Ei, sehr q? achtres Blaic de"r R^sidei^ berichtete im Ocicber d.I, den Tod deS Letzten der S chä r f e n b e r g e , eineS st e y r i s ch e. N He rre ngesch lech tes. Da die Stammburg der Tch ärfen-berge (Scharfenberg) annoch in Unterkrain sieht, so müssen wir jenes wackere Herrengeschlechc für Krain rindiciren, und mag auck die Sache Diesem oder Jenem geringfügig scheinen: ist mau doch an andern Orcen geneiat, die Sreinchen zum Tempel des VaterlandruhmeS auf fremden» Felde zu suchen. IIl8ttt»l Q <»< 8 <5«tt»0llve» K«k08. — Gegen eine uncer diesem Tiiel im »Wandeiei" vom 6r.M. vorgekommene Zumuchung. daß die Gi!>?figurenhändler Gortscheer-buden seyen, werden diese leßcern in der „Gegenwart" Nr. 267 vom 18. v. M. von einem geachteten Kramer in der Residenz (Ieuko) wacker in Schutz genommen, wobei derselbe zugleich die Geschichte der Gom'cheer, ihren Handel und Wandel im Umrisse erzählt. Recht so! Solche Berichtigungen verdienen Anerkennung u»d tragen zur Verbreitung der Kemmnß unsers Vaterlandes bei. Wenn wir nur ernstlich wollceu, auch unser Ländchen müßte mic der Zeir mehr und besser, den Uebelwollenden zum Trotze, gekannt und gewürdigt werden. Lampenuoth in Gratz — Durch die mehr ins Leben aeireiene praccische Anwendung deg Lunar - und So-larlichces sind die Bestellungen auf neue, für diesen Zweck vollkommen einaerichleie Lampen bei dem Geschäfcscomptoir in Gratz so zal)!ieich geworden, daß es unmöglich ist, alle Theilnehmer der neuen Beleuchlungsalt in so kurzer Zeit zu befriedigen, da hierorts in'chc Lampen genug vorräihig, noch so schnell erzeugt weiden können. Es wurden daher in dem »All«. Anzeige - Blatte" bereicS alle Lampenfabrikanren der österr. Monarchie aufgefordert, Muster ^ Eremplare von ihren Lampen an das Geschäfcs-Eompcoir von Fra n ken ste in's k. k. priv. Lunai- und Solaibeleuchtung in Gratz einzusenden, und gleichzeitig ihie billigsten Preise bekanin zu gedeu, woruach man in die Laae gesetzt seyn würde, solche Lampen, welche durch ihre solide Construclion allen Anfordeiunaen für den genannten Zweck einsprechen, dem Publikum besonders zu empfehlen, und den Erzeuaein an allen 'Oicen der österr. Monarchie einen ausgldehnten Absatz zu verschaffen. — Lam-penfabrikanlen, welche auf diese An eine Geschäftsverbindung lnic dem PrivilegimiiZinhaber emzuaehe geneigt sind, werden dann auch de,ln Publikum öffentlich als solche dekannr gegeben, welche die prir. mechanilchen Vorrichtungen (mit dem Pcilenlstämpel versehen), die jedoch von den Theilneh-mern au? den CommissionS-Niederlagen des Erfinders bezogen weiden müsse», in alle Gattungen von Lampen anzubringen berufen wurden, zu welchem Ende dieselben eine vollkommene Unterweisung erhalten. Noch ein Praslin. — Der Großvater des Herzogs voi, Praslin, des Urhebers des gräßlichen Mordes m — 392 — der neuern Zeit , hac, wie wir in einem englischen Blatte lesen, seine Hand ebenfalls mic den, Blute einer unschuldigen, tugendhaften Frau befleckt, wenn auch mit niinder empörender Rohheir und nichc nach kalter Neberlegung; auch er ermordete ein Weib, wenn sie auch nichi das seinige war, und das Wappen der Pra5!iüZ wnrde schon danials einen unoeriilgbaren Flecken erhalten haben, wenn die Justiz in jener Zeit eine so unpart'iische geivesen wäie, wie jetzc. Daö ^Annual-Register" von l768 erwählt den Vorfall in einem Briefe aus Paris, wie folgt: »Das neue Jahr beginnt mit d^m Berichte über einen höchst tragischen Vorfall, in welchem unser Gesandter an dein Hofe von Neapel schwer belheiligr ist. Der Vicomie de Choiseul nämlich, unser Gesandter, warf seine Augen auf eine junge Dame aus guter Familie in Neapel, beniißce jede Gelegenheit, ihr die leidenschaftlichsten Belheuernngen seiner Liebe darzubringen und überhäufte sle, um seinen Zweck ,;u erreichen, mit Aeicheüken, aber vergebens; sie blieb kalt und unerbittlich gegen ihn. Eines Tages zog er endlich in Wuth und Verzweiflung seinen Degen und durchbohrte sie damit. Einige sagen , sie sey auf der Stelle gestorben, andere behaupte», sie jey zwar noch nichc codc, aber tödllich verwundet. Der König von Neapel, der über die Thai empöit war, schickte sogleich einen Courier hierher und uüser König berief den Gesandten zmück, der sich nun in der Bastille befindet. Dieser betrübende Vorfall erschütterte den Vaier des Oesancc.n, den -Öeizog oon Praslin, so sehr, das; man für jein^eben fürchtet, und das; er sich gan; vom Hoie und der Gesellschaft zurückgezogen Hai." — Jener Herzog, der Väter deö Gesandten, haue früher mir einem Manchen in Verbindung gestanden, die merkwürdiger Weise auch Deluzy hieß. Gin V3ieuer Journalist — hac in der letzten Gücerlotlerieziehuna, l l>.()8'l3 ein neues italienisches Journal: ,.ll pul! ^ l-» l'u " welches ei»? Verbindung der deutschen und der italienischen Literatur bezwecken soll, und Vilderl-eigaben < wie auch Müden enthalten wird, herauszugeben. 1- Auch in Ungarn wird mit 1. Jänner >8'l8 eine neue ungarische , periodische Zeitschrift (wahrscheinlich in Peslh) erscheinen- Der Titel heißt i ,.AI.1 g )> u l> I«i5." Der Inhalt dieser Zeitschrift wird Mittheilungen aus dem Gebiete der Naturwissenschaften enthalten, und die k. ungarische naturwissenschaftliche Gesellschaft ist es, welche ticse Zeitschrift herausgibt. 'i' Weil wir gerade von neu entstehenden Zeitschriften reden, so möge noch erwähnt werden, daß, laut Nachrichten aus Wien, lll-. li» A. Frankl seine trefflich rediqirten ..Nonntligsblatter" mit Neujahr M8 eingehen zu lassen beabsichtigt. Wir wolle» dieser Nachricht vorderhand noch keinen vollen Glauben schenken ; wäre sie aber wahr, so verliert Wien in den «Sonntagsblattern" ein? der gehaltvollsten und besten Zeitschriften. Die Zeit ter Almanache ist gekommen; man sieht sie von allen Falben und Größen, arm und reich ausgestattet. Aber, wie viele Gattungen von Almanachen es auch imm>r geben maq — einen Almanach in oberösterieichischer Mundart gab es l'isher noch nicht. Auch ein solcher soll in's Leben treten; die Dichter St elzha miner und Kalten-brunner beabsichtigen die Herausgabc. Wir glauben jedoch, daß die Nplacke des schlickten Landvolks in Almanache eben so wenig passe, als ein Almanach für den einfachen Bauer. — Statistische Vücher hat man häufig, aber nicht mit — Bildern! — In Wien bei Bermann kann man nun auf eine mit Bildern versehene „Statistik des österreichischen Staates» sul'scribiren. Den Männern vom Fache dürfte diese literarische Erscheinung so empfehlenswert!) , als willkommen scyn. Leopold Kord esch. E h a r a d e. (Viersylbig,) Ich ball' in den letzten Veidcn Die Ersten in Schutz und Bann, Und unter meinen Freuden Da setz' ich sie oben an- Wohl sind's schon einige Jahre, — Wie doch die Zcit verlauft — Als ich vom letzten Paare Das Erste und Ganze gekauft. Das Ga n ze, geräumig, geziert, . Ist dennoch den Ersten zu klein — Was diesen das Ganze, das wird War Vielen lie Wclt noch seyn! — R- Riegler. Verleger: Ignaz AlvisGdler v. Kleinmayr.