Arettag, den s. August 187Z. Jahrgang. Die ^Ma»b«rger Seituna" nscheiut jeden Sonntag, Mittwoch und Freitag. Preise — für Marburg: ganzjährig 6 fl., halbjährig 8 fi., vierteljährig 1 si. »0 k; für S»pell«»g _ins Haus monatlich 10 kr. — mit Postversending: ganzjährig S fl., halbjährig 4 fl., vierteljährig 2 fl. ZusertionSgebShr S tr. pr. Seile. Hin Aefutt als „Hespenst." Haß Oerede vom Vespmste in der Wiener Hofburg erinnert an eine geschichtlich beglaubigte Thatsache, die uns Ziegler. Realis und Noffrt erzählen. Knrfurft August II. von Sachsen kehrte im Jahre lS92 au« dem ungarischrn Feldzuge »ach Wie» zurück^ um dem Kaiser Leopold seine Ehrfurcht zu dezeigen. Der Kaiser Leopold l. empfiag u»d behandelte den Kurfürsten mit einer Aufmerk-samteit uud Anszeichnung. die vor ihm noch keln proteftautischer Fürst am Wiener Hose ersahren hatte. Glänzende Feste wurden ihm zu Ehren angestellt, von denen eius dos andere in buntem Gemisch verdrängle. Mit dem Prinzen Joseph (nachmaligen Kaiser Iosrph I.) hatle der Kurfürst ein inniges'griundschastSbüudmß geschloffen. Früh eines Morgens erbat sich der Prinz den Besuch seines geliebten Gastes. Ungesäumt begab stch dieser zu ibm und war nicht wenia erstaunt, den Prinzen ganz bleich, entst'llt und fast verwirrt im Bett« zu treffe«. »Eottl" rief der Kurfürst, „was ist ituer Liebden begegnet?" „Die alleeschrecklichste Begebeuheit", erwiderte der Prinz; „hören Sie nur: heute Rachts hatte ich kaum ein . paar Stunden geruht, als eine schreckliche Erscheinung stch mir darbot. Es eröffnete fich «it große« Gelöse die Thür meines Schlaf gemaches und unter Kettengtklirre trat vor mein Bett eine hagere weiße Gestalt, die mich mit dumpfe« hohlen Toae so ansprach: „Prinz Joseph! Ich bin ein« abgeschiedene Seele des FegfeuerS — aus ein höheres Gcheiß verließ ich den Aufenthali der Pein, dir zu künden, daß dein Freundschafts bundnlß mit dem Kurfmstin dich in den Abgrund der Hölle stürzen wird. Ich komme, dich zu war uen ; gib auf deu kel^erischen Freund — trotze nicht der Allmacht oder erwarte de« Feuerpfuhl. In drei Tageu stehst du mich wieder; ich haare deines Entschlul'^es." Unter Kettengerasiel verschwand die Gestalt. Entsetzen band mir die Zunge, so daß ich meine Diener nicht zu rufen vermochte; erst später gewann ich so viel Krast. an der Klingel zu ziehen — mein Kammerdiener fand mich fast l,bloS. jetzt bin ich gefaßter — ich will meine Sünden tiereuen, mich besserii, und so hoffe ich Gnade von dem Allerbnrwer zu erlangen. Treten auch Sie in den Schoß der alleinseligmachenden Kirche und erringen Sie so daS himmlische Paradies." Der Kurfürst, ein Helldenker, bemühte fich. die nächtliche Erscheinung alS Traumbild, als Phantasiespiel zu erklären. Der Prinz jkdoch blieb staudhast dabei, er Hab? vollkommen gewacht und richtig beobachtet. „Aber wäre nicht ein absichtlicher Betrug möglich ?- — „Wer würde sich unterstehen, mich aus so derbe und plumpe Art zu hmter« gehen?" „Der Anschein spricht sreilich gegen die An« nähme, aber die sündenbleiche Schaar der Pfaffen, die dtn kaiserlichen Hof kobalirend umschleichen, zahlt mitunter unternehmende GenieS. VieUeichl will man me'ne Wenigkeit gern von hier entfernen, weil man wähnt, ich decke Eurer Liebden so manche ihrer Gchelmenstücklein aus?" DaS fand Eingang, und als der Kurfürst hindeutete, ob Joseph'S Beichtvater ihren Freund-schastSbnnd gutgeheißen, gestand der Prinz ganz offen, daß er ihn schon gar ost davon abgemahnt und ihm sogar die Absolution verweigert habe, wenn er den Umgang mit dem kekerischen Fürsten nicht aufgäbe. „Jetzt haben wir. waS wir brauchen," rief August, den dies freimüthige G.ständntß sehr erheiterte; er beschloß. daS Gespenst zu entlarven. Die beiden Freunde gelobten fich ein unverbrüch-licheS Stillschweigen und trafen eine gegenseitige Abrede. Am Abend deS dritten TogeS ließ fich Anguft zum Scheine auskleiden und begab sich zur Ruhe. Doch kaum hatte er seine Lakaien entlassen, als er sich durch eine Tapetenthür in daS Gemach deS Prinzen verfügte. In einem Berstecke barrte er hier der Mitternacht. Mit dem zwölften Glockenschlage trat die Bermummung mit allem Schreckens-Apparate der ersten Nacht ein. „Prtnz Joseplil" ertönte die tiefe Stimme wieder; aber im selben Augenblicke verhallte fie unter dem Riesenarme deS Kurfürsten, der die Gestalt an der Gurgel gefaßt hatte und sie zu Boden warf. „Wer bist du?" donnerte der Kurfürst. „JesuS Maria und Joseph!" heulte der Geist; ^ich diu der Pater Hugo." — „Nichts da. Pater Hugo; du bist eiue arme Seele auS dem Fegfeuer — uUons mit dir dorthin, wo du hergekommen bist." Mlt diesen Worten packte August den Vermummten, öffaete daS Fenster und stürzte ven Geist hinab iu den Wallgraben. Die Wucht der Kelten, die in der stillen Nacht schauerlich klirrten» beschleunigte den Stlirz. Früh fand man die zerschmetterte Leiche deS Gespenstes, in dem man einen Handlanger von Josephs jesnitischem Beichtvater enldetkte. Letzterer ward vom Hofe entfernt und der Geist aus dem Fegfeuer kam uie mehr wieder. Die That bewirkte dem Kurfürsten große Theilnahme und Bewunderung, und triumphiteud über diese elende Zntrigue der Väter der Gesellschaft Jesu verließ er Wien. Zur Geschichte des Hages. Alle polnischen Blätter inGa-lizien haben sich mit dem hundertjährigen Tkauerftste der Theilung befaßt. Die meisten glaube«, Aeullletp«. Ver Hlodte von St. Anna. Vo» Gtto kudwig. (Fortsetzung.) Bon der Wunde wußte Niemand. Man erinnerte fich nur. daß Frau von SiegSfeld — lichtiger Fran von Preuffach — in einer nicht ' anzugebenden Periode ihreS DortseinS unwohl gewesen und mehrere Tage auf ihrem Zimmer geblieben war. Anch der HauSarzt, welchen der Richter zufällig im Schlöffe traf, entsann fich jener Uupäß' ' lichkeit der fremden Dame; er wollte sie jedoch nicht eigentlich krank, uur sehr abgespannt und in deprimirter GemülhSstimmuog gesunden haben. DaS Fränlein Hedwig von Kettler, die älteste Tochter deS HauseS. brachte beiläufig einen Umstand zur Sprache, den der Richter der Aufzeichnung Werth hielt. Frau von Preuffach hatte zu Anfang September 1816 Blumenrode verlaffen. obwohl sie früher WillevS gewesen, biS zum Ok tober zu verweilen. Briese von Hause, sagte man, hätten ihren Entschluß zur srühern Abreise bestimmt. Einige Zeit nachher hatte ihr Hedwig geschrieben und unter andern Begegniffen deS Ta-geS auch beiher erwähnt, daß man im Gebirge einen beraubten uvd grausam ermordeten Offizier gefunden habe. In AlbertinenS Antwort aus diesen Brief, welchen daS Fräulein vorlegte, fand sich die Stelle: „Also in Euerm schönen Gebirge gibt eS auch schauerliche Raub- und Mordthaten? Der unglückliche Offizier! Es ist doch nicht Einer von Deinen ritterlichen Anbetern, die auS Frankreich kamen? Verhüte das der Himmel! Schreibe mir doch, wenn Du mehr davon erfährst. Vergiß eS nicht." In einem später» Briefe, au« dem Jänner 1817, hieß eS im Postskript: „Hast Du nichts mehr von der Mordthat im Gebirge gehört?" Die Worte waren unterstrichen. Fräulein Hedlvig gab an, ihreS Erinnerns habe sie Nichts Näheres melden können, weil sie selbst wenig mehr von der Entlelbung deS vermeinten Offiziers ge-hört habe. Während der Richter diesen Verhören oblag, meldete sich bei ihm der SchuUehrer. ein in der Gegend geachteter Musiker und überreichte ein Blatt, welches er, »vie er sich ausdrückte, „gewis sem umlaufenden Verlauten nach, richterlichem Auge nicht vorenthalten dürfe." Er hatte eS vor längerer Zeit in einem Musikalieuhefte gefunden, daS er der Frau von SiegSfeld während ihres Aufenthaltes im Schlosse geliehen und nach ihrer Abreise zurückerhalten hatte. Es war anscheinend daS unvollendete Konzept eines Briefes, der Inhalt dieser: „Ich achte die Gesinnungen, aus welchen Ihre Warnung hervorgeht; aber mein Entschluß ist gefaßt. Ich werde ihn sehen. Verhältnisse, an welchen mein Lebensfrieden hängt, müssen eine Entscheidung finden. Darum habe ich alle Bedenken bei Seite gesetzt. Furcht ist mir fremd. X. kennt mich. Er weiß, daß in entscheidenden Momenten die Schwäche meines Geschlechts" — Auf dem leeren Räume fanden sich noch einige bedeutungslose Worte und Silben, wie man fie beim Probiren einer Feder hinwirst. Der Brief war unverkennbar von der uui» genügend bekannten Hand der Frau von Preussach. Mit dem eingesammelten Rüstzeuge ve»seheu, begann nun der JlistruktionSrichter die Berhüre mit der Verhafteten wieder. Wir dürfen kaum erwähnen, daß es der vorige, geordnete Richter war; sein diensteisriger Ersatzmann war nach jenem einzigen Verhör außer Funktion getreten. baß die gerechte Sache schlietlich sutlea werde und «ur einet (Kraj) blickt mit Bksorgniß in die Zu-fünft. So lange die Gkscllschast sich nicht gründlich ändere, sei eine Wiederherstellpn.j deS ReichrS vnmÜglich; die zerrütteten Zustände innrrhalb dieser Gesellschaft gebe» jedoch nicht viel Hoffnung, daß bald ein günstiger Umschwung eintreten werde. Die Konferenz Oe st erreich-Un-garn's nnd Deutschlands über die soziale Frage ist aufgeschobcn — wegen der schlechten Aufnahme, welche Vieser Borschlag in der öffevtlichrn Meinung gefunden. Die Regi?. runge» wollen stch ^uvor „eine genaue Kenntniß der Noti»stände auf sozialem Gebiet verschaffen" . sogen die Halbamtlichen. Die französische Regierung läßt die Jesuiten ruhig gewähren und befürchtet man ela noch entschiednereß Bergeben der leßtercn. sobald ihre Führer mit neuen Weisungen Von Rom znrückgetommen. Nermlfehte Rachrtchten. (Frankreichs Staatsschulden.) Die Staatsschulden Frankreich« betragen neunzehn Milliarden Franken, was eine jährliche ginsenlasi von Sö0 Millionen zur Folge hat. (Heerwesen.) Das preußische KriegS» Ministerium hat im Einverständniß mlt dem Mini' sterium des Innern die Verfügung erlassen, im Falle eiser Mobilmachung zur Bildung der Park^ kolonnen baS Material, soweit dasselbe nicht frei» händig angekauft oder mikthiveise erlangt wird, derart zu beschaffen, daß die Pferde ausgehob»«, die Wagen und Geschirre jedoch gestellt und nach den bestehenden KriegsleistungS-GeseKen erworben werden sollen — eine Einrichtung, welche dem Lande wesentliche Erlv<>gcn ist deS Angeklagten natürliche Wehr. Der Richter kämpft dagen mit den Waffen der Beweise. So stellt sich eine Gleichheit »M Streite hkr. Die Stimme der Gesellschaft Verlautbart durch den Mund der Geschivorenen, entscheidet zwischen Klüger und Beklagten, wer obsiege, wer unterlikge. Die uns vorliegenden JnstruktionSverhand-lungen veranschaulichen lebhakt die Herrschaft die-ses Prinzips Bor, Seiten deS Richter» — eine offene, rückhaltlose Vorhaltung der b,schwerenden Umstände und bündige Fragen über jeden Ttzat-umstand. Wo die Antwort verweigert wird — ruhige V rzeichnung deS WeigernS; — nirgend ein ferneres Andringen und Zumulhen. Und die Angeschuldigte? — Sie beharrt in ihrem festen und undurchdringlichen Schweigen. Ihre stets wiederholte Erklärung ist: treffend die Erforderuisse und den Nachweis des gejeKlichen Veslaodes gastlicher Orden und Kon-t,regationtn", hlnkitivicsen. sofern cS stch um die Gründung neuer Konvente handelt. Ja dieser Beziehung verfügt die obige Verordnung: „Handelt tS sich um die Gründung neuer Konvente von geistlichen Orden oder Kongregatioaea. welche in Oesterreich bereits geseplich bestehen, und ergeben stch Nicht etwa besondere Bedenken, so ist die polltische LandeSst«lle ermächtigt, dem Bischöfe (der dieselbe von drr der beabstchtigteo Errichtung emes neuen OrdenshkuseS in Kenntnit» zu setzen hat) die Zustimmung zu geben; fie hat jedoch hievon dem Ministerium für Kultus und Unterricht die Anzeige zu erstatten. . . . Ergeben sich besondere Anstände, so ist die Sache dem genannten Ministerium vorzulegen." Die Frage aber, od eiuzrloen Personen geistlichen Standcs, die nicht österreichische Staatsangehörige sind, die Nieder-ll'ssung in Oesterreich zu gestatten sei, »vird im Ministerialerlaß dem „Ermessen und dem Takte des Statthalters zur Biurtheilung überlaffen". (Steierniärkische Thierarzneischule.) AkvijchtN dem Ackerministerium und dem steiermärtischen Landesausschuffe schweben seit' vier Wochen Unterhandlungen ivegen Um-»vandlung der Grazer HufbeschlagS'Lehranstalt in eine Thierorzneischule. ivelche das Reich zu erhalten hätte. Der LandeSauSschuß hat nämlich dieses Ersuchen an das Ackerbauministerinm gerichtet, und es ist alle Aussicht dazu vorhanden, daß es mehr Erfolg haben werde, als ein ähnliches, im Jahre 1870 an den damaligen UnterrichtSminister gestelltes. DaS Land erbietrt sich, dem Reiche die jetzige HufbeschlagS-Lehranstalt mit allen Neben-gebunden, deren Gesammtiverth. etwa 158.000 sl. beträgt, unentgeltlich zu überlasten, wenn der Staat sich bereit erklärt, eine dreiklafftge Thierarzneischule INS Leben zu rufe». Die noihlvendigen Herstel-lungSarbeiten kämen aus 57.000 st.; die Erhaltung der Anstalt würde jährlich 10.300 fl. kosten. Das Land verpflichtet sich übrigens nicht bloS zur un-entgeltlichen Ueberlassung der jetzigen HufdeschlagS-Lokalitäten, sondirn anch zur Erhaltung einer gewistrn Anzahl von Bezirks-Thierärzten. Marburger Berichte ^O b e tRe a l f th u l e) Der ^Zweite JahreS-bericht^^ der hi«sigen Ober-Realschule (1872) ist nun gedruckt erschienen. Dtrsclbe bringt die Haupt» anficht deS SchulgebäudeS und die Grundriste, grzeichnet Von Herrn Proflstor Joseph Jonasch. Den Schninachrichten g-hen zwei gediegene Abhandlungen vor: „König Samo" von Herrn „Ich will mein Gewissen mit keiner Lüge beflecken, es ist belastet ohne dies. Die Wahrheit tvird keine Macht mir entreiß n l" Nur einmal rang die Gewalt deS Augenblicks der Berhasteten einen AaSruf ab, welchen Preuffach, als einen „Schrei deS mahnenden Ge» wlsiens". vielfach glostirt hat. ES tvar bei der Vorlegung der blutigen seidenen Binde, die man bei der Leiche gefunden h.itte. Albertine bebte zurück und r.ef in heftiger Bewegung: „Weg damit — um GotteS Willen l — Blut.' ich kann kein Blut mehr sehen!" Medr! — Dieses Wort war eS, daS Preus-sach als hochbedeutsam hervorhob. Der Brief, welchen der Schullehrer zu Blu-menrode hergegeben, schien die Verhaftete beson« derS stark zu offiziren. ES war unverkennbar, dieses Blatt hatte sie nicht in den Händen der Justiz vermuthet. Der Richter hat die Verhaftete mehrfach auf ihr Blsugniß hingewiesen. Beweise zu ihrer Rechi-fertigung aufzurufen. Ihre steie Erwiderung ist: „Ich kann solche Beweise nicht führen. Der Schleier, der rine unheilvolle Begebenheit deckt, darf mit meinem Willen nie gelüftet werden. So weit, wie diese Sache nun gediehen ist. werde ich kein Wort für mich reden ; und Verhieße die Stimme oer Richter mir den Tod oder ewige Einkerkerung, ich würde den Spruch ohne Widerrede empfangen. Prof. F. Fasching und: „Ueber den Antheil der Wurzeln bei der Ernährung der Pslnnzen", von Hrn. Prof. Anton Franz Reibenschuh. Lesen <1^-schichtsfriunde die erstere mit ungetheiltem Interesse, so werden Verehrer der Naturwissenschaft und Landwirthe sich von letzterer i> hohem Grade angezogen fühlen. Den Schnlnachrichteu zufolge besteht der Lehrkörper aus sechs Professoren und drei Supplenten. Die Zahl der Schüler belief sich auf 127; daaou besochten 48 die erste, 42 die ziveite, 20 die dritte und 17 die vierte Klaffe. In Bezug auf den Fortgang erhielten 9 die Bor« zugSsklaffe. 69 die erste, Sl die zweit«, IS die oritte Klosse. 100 waren Deutsche. 26 Glaveu, 1 Magyar — 126 katholisch. 1 evangelisch. Vom Schulgelde waren 35 Schüler befreit; der Be^ trag des Schulgeldes belief sich auf 872 p. im Winterhalbjahr, auf 752 fl. im Sommerhalbjahr. Stipendisten gab es 4. An Lehrmitteln zählte die Anstalt: Lehrerbibliothek 272, Schülerbibliothet l05 Werke, physikalische Apparate ISS. GeSMetne 13 Holzmodelle und 20 Drohtmodeve, Zeichnen 28 Werke und 474 Vorlagen, Ehemie 20 Apparate, Gesang 15 Piecen, lvilderiverke lÜ, Tafeln 65, Zoologie 436 Stücke, Bota^rik 150 Pflaazen-spezis, Mineralogie 295 Naturstücke, Instrumente 4, Wandkarten 60. Atlanten 7, Glabns 1. (Aufgefundene Leiche.) Nahe bei Fi^iedau ward am 29. v. M. ein männlicherLeich»i»m ans Ufer geschwemmt. Der Verunglückte, ei« blond' haariger Knabe von ungefähr fechzehn Jahren, war ganz nackt und dürfte beim Badeu ertrnakeu lein. (A ushilfskafse.) Die AuShilfskaffe hat bis Ende Juii 32 918 fl. 2S kr. eingenommen und an Rückzahlungen, Darleihen . . . S2.055 fl. 48 kr. ausgegeben; der Ueberschn^ de» trägt somit 862 fl. 75 kr. (Gewerbe.) Im vorigen Monat wurden bei der hiesigen Bezirkshauptmannschaft folgende Geiverbe angemeldet: Schmtede, Unter-Xeddorf, Joseph Friedrich — Schuhmacherei, Gams. Franz Pirker — Handel mit Landeserzeugn'ffen. Zogeu-dorf, Jakob Mlineritsch — Nagelschmiede, Heil. Kreuz. Franz Skrabel — Wagnerei. Unter-Puls-gau, Andreas Kerche — Mauthmühle, Trefternitz, Joseph WieSthaler j. Handel mit Landeser« zeugniffen, Pöltschach, Anion Grund — Schuhmacherei. Hrastje, Markus Gradifchnit — Schneiderei. Dobrofzen, Johann Fraß — Handel mit gemischten Waaren, Hölldorf, Simon Bellag. Gasthäuser tvurden eröffnet in: Samarko, 3oha«n Wreßnik — Unter-Neudorf. Joseph Friedrich — Schleinitz, Joseph Wregg St. Benedikteu, Für die Welt bin ich abgrstorben; nur i« Kerker öder im Grabe kaun ich Ruhe ßnden." Auch die Wahl eineS Vertheidtgers lehnte fie entschieden ab. In dieser Lage gingen die Akten an das AppellationStribunal der Provinz, den Gerichts-l,of, der über die Verweifuyg ^ur föemlicheiz An-klage zu entscheiden ha». Senkenberg liattr, dem Auftrage seines Klienten gemäß, den Akten eine Aechtsausführung mit« gegeben, die sorgsam AlleS zusammenst.llte. was die Anklage auf Gattenmord rechtfertigen konnte. Der Spruch deS Hofes war interlokutorisch. Es sollten vor der Verweisung zur Anklage nych einige Pnnkte näher in's Licht gesetzt werden, von denen wir die wichtigsten hier mittheilen wollen. „Erstens", hieß eS, .,sei der moralische Charakter, der Lebenswandel und daS Temperament der geschiedenen von Preuffach möglichst genau zu ermitteln und zur Anschauung zu bringen; zweitens sei dem Grunde der Behauptung des Ferdinand von Preuffach näher nachzugehen, als ljabe die Gallin des Entleibten bei desselben Ableben ein nahes Interesse, Bezugs gewister ökonomischer Verlegenheiten gehabt; drittens müsse auf ihre gegen den Verstorbenen gehegten Glstnvnngen noch mehr, als geschehen, indagiet werden; hierzu »verde viertens die Beschlagnahme aller ihrer Pa- Anton Vogrinetz — Heil. Dreifaltigkeit, Johann Vosstvger Vachsenberg, Alois Mkotschto — Maxo«. Johann OnltschKerschbach. Ursula Wreßnit — St. Anna, Theresia Haischet — Pretresch, Joseph Kaukler. (B r a n d i s g a s s«.). Am 26. September 1871 wurde zwischen den Heneo: Ferdinand. Graf Brandi» und Johann Girstwayr ein Kaufvertrag abgeschloffen nnd bei dieser Geleflknheit von ersterem an die Stadtgemeinde jene Grundfläche abgetlete«. welche zur Eröffnung einer Ver-bindungöstraße zwischen dem Burgplatze und dem Tappeinerplatze nothwendig. In dcr letzen Sitzung des Gemeinderathes vom 6. August wurde dlrse Schenkung „mit dem Ausdrucke deS verbindlichsten DankeS" angenommen und anerkannt, „daß die ErAffnnngi diesky Etraße für den allgemeinen Verkehr von eminenter Wichtigkeit und für den neuent-ft»hend» Stadttdeil eine Lebensfrage ist." Nach dem Antrage beS Herrn Karl Flücher' beschloß der Vemeinderath. die neue Gaffe vom Burq-platzt bis zur Zwetschkenbaum»Al!ee Vrandisgass? zn neanen /und hat eine Abordnung, bestehend aus den Herren: Bürgermeister Dr. M. Reiser und sSmmtlkchcn Stadträthen den Herrn Grafen Brandis von diesem Befchluß in Kenntniß gesetzt Die „Vrandisgaff," hat eine Breite voa sieben Klaftern »nd fünf Schuh und ist die Eröffnung derselben am Mittwoch vorgenommen worden. (Ärü ndungSfest der freiwilligen Feuerwehr.) Dieses Fest wird morgen im Saal, „zAr Gtadt Wien" stattfinden. Der Beginn ist auf 8 Uhr Abends festgesetzt und sind die Turner, der Singverein «nd der Männerge« sangverein in Marburg, sowie alle steiermärklschen Feuerwehren zur Theilnahme eingeladen. «etzte Most Ttrematzr soll das Nuvdschreiben in der Iefnjteifrase mit Andtaffy's Zustimmung eriaffeu habe». Das de«tses Wort verstanden. Seiner Erzählung nach hatte die ältere Dame zu der jüngern gesagt: „Unglückliche! ich erk.nne es wohl, du bist Armand s Tode nicht fremd l" und unter heftigem Weinen hatte die Jüngere entgegnet: „Mutter l Gott weiß. »vaS geschehen! Ich darf nicht reden, ich werde untergehen im Elend, aber ich »verde schweigen!" Später hatte sie, ln deutscher Sprache, noch ausgerufen: „Batet im Himmel! du bist gerecht! Das ist der Fluch, der Fluch dcr bösen That l" — Die ObersUn traf in dem verstörten heimatlichen Hause ein. alS der Polizeideputirte seiner Mission schon Vollständig genügt hatte. Sie hatte nun. dem Gatten gegenüber, den schwersten Kampf zu bestehen. Fortsetzung folgt. Nr. 1SZ St. Sch. St. Kundmachung. (574 Zufolge ErlafstS deS Herr» Ministers für Kultus und Unterricht ddo. 20. August 1870 Z. 7648 und Verordnung diiunx am 1. ^uni unck 1. OeLvmder, Lreilit Llarz^ l^v8e u. a. m. killliM C?VU»pQi»» vercken provisionskrei eingelöst. s«. k'ür äie Kütißfv IlioilvUltme Ul»6 L»l»lreiods LvLsleituoe »ur Ivtetvo kuko»tütto uasorer in-Qjx>txolivvt«o» uvvorxvttliokvv läuttsr, LokHNo-g^sr- uaä ttroiauutts?, äar k'r»« /^ntoniv Volk, »«dokmi, Krodatli, koixt ävr I)»ale voa tr»usn»ä Hill t«rl)1ivk«llev. Iä»rburx »m 7. Xoxsuit 1872. Aanerltdes Evgagemellt. 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Schwerdtskger, »orm. Rovak, SchillerftraKe Rr. 174. Marburg. 5. August 1872. Ein Lehrjuuge (584 wird aufgenommen bei A. Reichmeyer, Zuckerbäcker. _ Lerantwortt»che Nedaltion, Druck und Verlag von Eduard Ianschij» in Marburg. 2. li. St. o.