-W3. - Dienstag drn 28. Neeember ., 1830. Deutschland ,3" öffentlichen Nachrichten aus Frankfurt vom i2. December heißt cs: „Noch nie herrschte solche Thätigkeit in den Bureaux der Bundes-Militär«Commission, wie gegenwärtig. An die Commandanten der Bundesfestungen sind, wie man vernimmt, erneuerte Befehle abgegangen/ die Arbeiten an den Festungswerken und die Ver« proviantirungen zu beschleunigen. Man glaubt, Main; lver?e abermals eine Verstärkung von preußischen Truppen erhalten. Der Gouverneur der Bundesftsiung Luxeinburg, Landgraf von Hessen > Homburg, hält sich,theils in seiner Ncsi> dcnz Homburg, theils hier auf, wo cr häufige Con< fcrenzen mit der Militciir« Commission und insbesondere dem Grafen Latour hat. Cs scheint, daß Sc> Durchlaucht binnen Kurzem, mit umfassen-denInstructioncn für allcFälle, die in der critischen Lage, Luxemburgs denl'bar sino> verschen, auf seinen Posten zurückkehren werde. Auch nach 3 an« dau r>^ von München wieder cin Transport Fe« siungZgescbütz abgegangen." (Allg. Z.) München, vom i^. December. So eben verbreitet sich hier die angeblich durch Staffelte an« artommene Nachricht, daß von Warschau aus eine Deputation nach Petersburg abgegangen sei, um Unterwerfung unter folgenden Bedingungen anzu« bieten: ») Rückzug Sr. kaisert. Hoheil des Groß« sürsien lig n,ich der Festung Modlin marschirt. Es sind , Nachrichten eingegangen, daß die Cholera in Po. ' d^lien ausgebrochen sei;,ein Dorf, in welchem fünf Menschen gestorben waren, ist cernirt worden." Krakau, 7. December. Wir haben einige 422 Details über die letzten Vorfälle in Warschau er« a halten. Durch eine Proclamation des Vermal- s tungsraths wurden alle polnischen Hruppen aufge- ^ fordert, sich der provisorischen Regierung zu unter- ^ werfen,, und sich im Lager bei Warschau zu ucr- ^ ^ sammeln. Dle meisten haben bereits oleser Auf. ^ foroerung Folge geleistet, utld die sehr beträchtliche .^ Garnison von Lublin ist in diesem, Augenolick auf dem Marsche nach der Hauptstadt. Diese Festung wird bedeutend verstärkt, und obgleich man zu War« sch a u si ch noch sch tnci ch e l,t, d a ß d e r G ro ß für st K on« ' siantin die Hache der Polen m Petersburg venre« ^ len, und der Kaiser einwllllgen werde, clile von ' oer provisorischen Regierung abzusendende Deputation, welche aus sieben Mitgliedern bestehen loll, zu empfangen, und iyrcn Borstellungen Geoor zu geben, so denkt man doch sür alle Fäile auf eine yartnäckige Vert^eioiguilg und flicht das nöthige. Kriegsmaterial, Mannschaft, Munition und Proviant schleunigst anzuschaffen. Die jungen Leute bewaffnen sich freiwillig, und die provisorische Regierung hat zu Oompletirung von 90,00a Manu ein^e Aushebung aus dec militairdienstfähigen Mann» schaft von iä his 45 Jahren verordnet. Mieverlanve. ' Die neueste Post bringt noch Folgendes: Lord Ponsondy war in Brüssel angckominen. Hr. Van oc Weyer sollte unverzüglich nach Lon» oon abreisen; es hlel), ee solle dcln Prinzen Leopold von Koburg die belgische Krone anbieten; nach andern Gerüchten beträfe seine Sendung die luxem» burgische Frage, die von dem Londoner (Zongresse verhandelt werden sollte. Hr. (Zartwright kam am 5. December Abends aus dem Haag nach Brüssel zurück, und hatte am 6. Morgens eine Konferenz mit dem tZomitü der auswärtigen Angelegenheiten. In der Sitzung des (Kongresses am 9. wurden zwei Glückwünschungsadressen der Einwohner voi: Manchester und der Londoner politischen Union vor» gelesen. Diese Zuschriften enthielten jede mehr als äoa Unterschriften, und waren 7 bis 6 Fuß lang. 0 Millionen, welche die Deputirten-tammcr angenommen hatte, einer Commission zur vorläufigen Prüfung zugewiesen, sodann aber so» gleich in Beratschlagung gezogen, und ohne Dis' cussion angenommen. — Zu den ersten Kosten der Befestigung von Paris und Lyon sind 3 Millionen Francen bestimmt worden; mehr als 5uc>c> Arbeiter erhalten dadurch Beschäftigung. — Sieben Gc« ncralc vom Gcnicwcscn bereisen die festen Plätzs in Frankreich, und lassen dis seit 1Ü14 vcrnachläßig-ten Bertheidigungswerte ausbessern. Paris, >,dcn is. December. Gestern übergab der Fürst de Easicllcicala/ außerordentlicher sicilia-nischer Bothschafter beim franzosischen Hof, in ei» nerPrivataudicnj dem Könige das Beglaubigung^ schreiben seines Souverains, Ferdinand II. -^ In der Sitzung der Deputirtenkammer vom 11. d. wurde mit der Discussion über den Gesetzentwurf wegen Organisirung der Nationalgarde der Anfang gemacht. Der Präsident bemerkte, es seyen bereits 90 Amcndemcntä auf den Tisch dcrKammcr gelegt worden. "- Der Minister ocs Innern übergab ei. nen Gesetzentwurf, demzufolge das Pantheon aufs Neue eingeweiht werden soll, um die Ucderrestc de« rühmter Bürger aufzunehmen, die sich ums Vater, land wohl verdient gemacht haben. Die Inschrift: „Den großen Männern das dankbare Vaterland," soll auf dem Giebel hergestellt werden. Die beschlossenen Ehren sollen in einem Grabmahle oder in einer, in eine marmorne Tafel gegrabene Inschrift bestehen, was aber nur mittelst eines Gesetzes, und erst zehn Jahre nach dem Tode des zu ehrenden Bürgers geschehen kann. Jedoch werden am 29. Iu» li ibZi, als dem ersten Iahrtage der Revolution ysn i92o, die Ucbcrreste von Foy, Manuel, La» rochefoucaulo, Liancourt und Benjamin (Constant ins Pantheon gebracht werben. Die für das Va-,