pie Saulenallee. Taglich um ' i ,‘ 4 l 1 Uhr vormittags: an Wochentag«n 5 K, an Sonn- und Feiertagen 3 K pei Person; in der Saison von 1. Marž bis 31. Oktober auch nachmittags um V-j^Uhr zu den gleichen Preisen. ———— ElektriscK beleuchtet. . Wiederholt besucht von Seiner Majestat dem Kaiser und zahlreichen anderen souveranen Furstlichkeiten. Adelsberg 1913. Herausgegeben von der Grottenvervaltung in Adelsberg. Max AbCL«atR«. Das Hohlenschloss Lueg bei Adelsberg (2 Gehstunden). Zu den merkwfirdigsten Ortlichkeiten der Grottenwelt Innerkrains zahlt unstreitia das Hohlenschloss Lueg am siidostlichen Steilhange des Nanos (1400 m). Dort ist die Felswand sozusagen zellenartig durchgebrochen; es liegen Kammern und Stollen uber- nnd zwischeneinander, vom Fusse der Wand ait bis zur obersten W5lbung. Die grosste derselben is£ yon dem Schlosse, velches der Ortliclfkeit den Namen gegeben hat, verbaut. DR- KRgft 44930 Die Hohlenstadt Adelsberg. Auf halbem Wege zwischen Laibacb und Triest oder Abbazia - Fiume liegt an der Siidbahn die Eilzugsstation Adelsberg und unweit davon die durch ihre ausserordentlich scbonen Tropfsteingrotten weltberuhmte gleichnamige Stadt. Adelsberg (553 Ul Seehohe) mit 2000 Einwohnern, ist der Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, eines Bezirksgerichtes, eines Steueramtes. Daselbst befinden sich auch ein Post- und Telegrafenamt, eine Apotheke, mehrere Arzte, ein Warm- bad und ausser einer fiinfklassigen Volksschule auch eine Biirgerschule. Die Stadt liegt unter dem Sovičberge (676 Ul Seehohe), auf dessen Spitze die Rumen der einstigen Burg Adelsberg stehen. Sie besitzt weiters eine Wasserleitung, ist elektrisch beleuchtet und sehr gut kanalisiert. Bis zu 50.000 Besucher stromen alljahrlich aus aller Herren Lander herbei, um die einzig dastehende Grotte, die in ihrer bisher erschlossenen Gesamtausdehnung 21 Kilometer lang ist, zu besichtigen. Vom Bahnhofe, wo zu allen Ziigen Omnibusse bereit stehen, bis zum Grotteneingange, sind 20 Gehminuten. 1 Der Weg lasst sich auch zu Fuss bequem zuriicklegen, um zu den gewohnlichen Besuchstunden (taglich um 8 / 4 ll Uhr, in der Zeit von 1. Marž bis 31. Oktober auch noch um Y 2 4 Uhr) nach Ankunft des Zuges zurechtzukommen. Von der Reichsstrasse zweigt fast mitten im Orte unter der erhoht gelegenen Pfarrkirche ein mit schattigen Alleebaumen bepflanzter Promenadeweg ab. Nach zehn Gehminuten erreicht man den Grottenpark, an dessen innerem Winkel sich der machtige Eingang in die Grotte befindet. Kaiser Ferdinandsgrotte. Hier versammeln sich alltaglich die Grottenbesucher, um unter der Leitung standig angestellter Grottenfiihrer den Weg in das unterirdische Marchenland anzutreten. Und wo die Besucher in die Grotte eintreten, dort verlassen sie dieselbe auch wieder; denn die Hohlenraume sind so gruppiert, dass sie sich wie eigens zu einer Runde zusammenschliessen mit einer verhaltnismassig nur kleinen Strecke, die zweimal 2 passiert werden muss. So bieten sich dem Auge, obvvohl der Besucher zum Schluss wieder auf den Ausgangspunkt zuriickkommt, immer und immer wieder neue Eindriicke dar. Es ist dies einer der grossen Vorziige der Adelsberger Grotte vor allen anderen Grotten. Die 4060 m, die ge- wohnlicb gezeigt werden und von dennen 2050 m im Wagen auf der Rollbahn zuriickge- legt werden konnen, bean- spruchen zur Besichtigung etwa zwei Stunden. Die Grottenverwaltung, welche in erster Hand einer ge- misclvten Komission mit dem jeweiligen Bezirks- hauptmanne von Adelsberg als Obmann anvertraut ist und in oberster Instanz dem k. k. Ackerbau-Ministerium zusteht, bat im Laufe der Zeit viele Einrichtungen ge- troffen, die die Besichtigung der Grotte ohne die geringste Beschwernis ermoglichen. Abgesehen von den Annehmlich- keiten der Rollbahn fiir solche, die weniger gut bei Fuss sind, besteht die ganze unterirdische Weganlage aus breiten, sandbestreuten Promenaden, die, wo es Steigungen zu iiber- winden gibt, kunstgerecht in sanften Serpentinen gefiihrt sind. Im iibrigen aber gibt es in der Adelsberger Grotte 3 alles, was eine Fusstour auch auf der Oberwelt eben abwechselnd und anziehungsvoll zu gestalten vermag: Einen Wildbach, der zur Zeit der Regengiisse zum Strom an- schwillt — ebene, unebene Strecken — Saumpfade — Plateaus — kurz alles, was auf Berg und Tal und im weiten Gelande den Wanderer begegnen mag. Die Beleuchtung der Grotte ist elektrisch. 36 Bogen- und bei 1000 Gliihlampen vermitteln durch ihren magischen, in manchen Partien aber hell erstrahlenden Schein dem staunenden Auge die zauberhaften Eindriicke des vieltausend- jahrigen Wirkens stillschaffender Naturgewalten. Hier verdient besonders hervorgehoben zu werden, dass seit neuerer Zeit die volle elektrische Beleucbtung der Grotte bei jedem Besuche statthat, also nickt bloss bei aussergewohnlichen Anlassen (Festen u. dgl.), und dies ohne jede Riicksichtnahme auf die Anzahl der Besucher und ohne Aufzahlung auf die normalmassigen Gebiihren. Bevor man den Rundgang antrat, passierte man schon zwei interessante Sehenswiirdigkeiten. Vor allem das gahnende Grottentor, von der Natur gotisch zugeschnitten, und sozusagen gleichzeitig unmittelbar links vom Tor die sogenannte-Poik- schvcinde, gleich jenem wiederum ein machtiges Felsentor, durch welches sich der bis dahin oberirdisch laufende Poik- fluss in die Unterwelt ergiesst. Man versaume nicht, beim Besuche der Adelsberger Grotte, dies hochinteressante Schauspiel, welches, wenn man nicht speziell aufmerksam gemacht wird, leicht der Beachtung entgeht, zu besichtigen. In der Grotte selbst iiberrascht uns zunachst der riesige, durch elektrische Bogenlampen taghell erleuchtete »grosse Dom«. Bis zum Jahre 1818 bildete der grosse Dom und die 4 heute wenig besuchte »alte Grotte« alles, was man von dem Hdhlensystem Adelsberg kannte und doch hatte die Grotte schon damals einen Weltruf erlangt. Im Jahre 1818 aber erfolgte die Entdeckung der Kaiser Ferdinands - Grotte. Wahrend der grosse Dom noch verhaltnismassig sparliche Tropfsteingebilde erkennen liess, sehen wir dieselben in der Ferdinands - Grotte in grosser Menge und Mannigfaltigkeit. .. K. k. Grottenpostamt. Manche abmen verscbiedene Gestalten mit grosserer oder geringerer Treue nach und sind daher mit verschiedenen mehr oder minder passenden Namen belegt worden. So macbt man uns im Beginn der Ferdinands-Grotte auf die Kanzel, die Fleischbank, den Elefantenkopf u.s.w. aufmerksain. An dem kleinen Wasserfall, dem Lowenkopf, Taufstein, Sarko- pbag, St. Peters-Stuhl u. s. w. voriiber gelangen wir zu dem grossten Raum der Ferdinands-Grotte, dem »Tanzsaal«. Zu 5 Pfingsten urici gelegentlich anderer Grottenfeste spielen hier mehrere Musikkapellen und wird sowohl von Eiuheimischen als Fremden eifrig getanzt. Knapp neben dem Tanzsaale befindet sick das einzige unterirdische Postamt in Osterreich und vielleicht ganz Europa, in dem bei den Grottenfesten bis zu 30.000 Ansichts- karten zur Aufgabe gelan- gen. Dank einem beson- deren Entgegenkommen des k. k. Postarars werden die in der Hauptsaison (1. Marž bis 1. November) daselbst eingelegten Postkarten mit einem eigenen k. k. Grotten- poststempel versehen, nach allen Weltriclitungen ver- sendet. — Zahlreiche Nach- fragen fiihrten zur Verfiigung, dass Ansichtskarten auch beim unterirdischen Post- amte zum Verkaufe gelan- gen. Inden weiterenStrecken der Ferdinands-Grotte nimmt die Mannigfaltigkeit der Tropfsteingebilde in Form und Farbe wesentlich zu. Am Grabe, einer einem niedrigen Baldachine ahnlichen grossen Tropfsteinmasse, teilt sich der Weg; wir wenden uns links zur »Kaiser Franz Josef-und Elisabeth-Grotte«. Es ist dies ein Teil der Hohle, welcher mit den herrlichsten, teils blendend weissen, teils mit mannigfachen Farbentonen, gelb, 6 fleischfarb, bis zum dunkelsten rot sich darstellenden Tropfsteingebilden gescbmiickt ist. Am Ende dieses Hohlen- teiles befinden wir uns an einem der schonsten Punkte der ganzen Grotte, dem mit Recht beriihmten »Belvedere», einem kleinen Plateau, das nun einen prachtigen Ausblick gestattet und in sanften Serpentinen miihelos erreicht wird. Hier befindet sich auch das Denkmal, welches aus Anlass des Besuches des Partie aus der neuen Grotte. osterreichischen Kaiserpaares vom 11. Marž 1857 gesetzt wurde. Vom Belvedere aus gelangen wir iiber den »Loiblpass« und iiber den »Semmering« durch die »Kaiserin Maria Anna Grotte«, welche sich durch mehrere der prachtvollsten Tropf- steingebilde auszeichnet, zum Fusse des »Kalvarienberges«. Das Gehange desselben ist ziemlich steil, der trefflich in Serpentinen angelegte Weg lasst uns aber die Hohe von 45 m miihelos erreichen. Wir wandern dabei nicht durch einzelne, sondern durch tausende von Saulen, unter welchen viele durch kolossale Dimensionen, alle aber durch verschieden- artige Gestaltung und Farbenpracht sich auszeichnen. Erst auf der Hohe des Kalvarienberges gewinnen wir eine Vor- stellung von dem ungeheueren Raume, in welchem der riesige, von Stalagmiten bedeckte Triimmerberg sich aufbaut. Auf der anderen Seite steigen wir wieder zum ebenen Boden herab, wir passieren dabei unzahlige kleinere Stalagmiten, dann Gruppen von machtigen Saulen, welche den Namen »Mailander Dom« erhalten haben, endlich die grosste Tropf- steinsaule der Grotte, welche nicht weniger als 15 lil hoch emporragt. Am Fusse des Kalvarienberges sind wir am Endpunkte der Rollbahn angelangt; dann kommen wir durch die »englische Kirche« und die »Saulenallee« zur »umgestiirzten Saule«. Spater erregt die Aufmerksamkeit im vollen Masse der »Vorhang«, eine iiberaus zarte Tropfsteinbildung, welche unter allen Schonheiten der Grotte stets an erster Stelle genannt wird. Bald gelangen wir wieder zu dem bereits erwahnten Grab, und in die uns schon bekannten Hohlenraume und nun geht es rasch dem Ausgange zu. In der vorstehenden kurzen Darstellung konnte die Pracht der Adelsberger Grotte nicht annahernd erschopfend geschildert werden, denn jeder Besucher verlasst die Grotte mit dem Gefiihle, Naturwunder gesehen zu haben, wie sie in gleicher Weise kaum ein anderer Ort der Erde vereinigt. 8 In der Rackbacbschluckt bei Adelsberg (2 Gehstunden). Diese wildromantische Tatschlucht (sWen. Skocijanska dolma) begt zsvischen Zirknitz, Rakek und MainiU in der Mitte des Walde 5 am Fusse dcs Bergcs Javornik (1250 m). — Sie ist nahezu 2000 W Iang und stellenweise kaum 100 m brelt. Die ganzc Schlucht besteht eigentlich aas sechs eingesturzten HShlen. Den Rest dieser Einsturze bilden heute zvrei einzig dastehende FelsbrOcken. UNZ WIEN PASSAU SALZBURG SEMMERING BRUCK */d.A\ GRAZ INNSBRUCK FRANZENSFI MARBURG aUOA p ^X IASSLING TARVIS VVOCHEJN j PRAGERHOF STEINBSUČK LAIBACH ADELSBERG TRIESt A B BAZI A FIUME