MbacherOZeituna. Nr. 281 Prän» !«ciation»piei« ! Im «lomptoll gauzz. N.11, d >!->!. N. 5.5". ssill bie^uNcllulig in» Hau? balb,.,>,>ll. Mitbci Post.ianu »5. haltj. ft. 7.ÜU. Donnerstag, 9. Dccember Inltttl ousgebilhr bi« 10 Zeilen z lmul 60 lt.. üm.80lr., 3m.i ft.; fönst pr. Zeile lm. »>lr.,»ui.»li.. »>». l<»tv. u.s.w. ^»leltio»«stemp>.'I iebn>. 30 l«. 1869. ^ Aintltchcr Tbeil. D!er Iusti;!l!inister hat dcm Bczirksrichter in Fondo Stephan Prati die angcsnchte Versetzung in gleicher Eigenschaft zu dem Bezirksgerichte in Mezzolombardo bewilligt. Der Iustizmiuistcr hat den KrcisgcrichtSadjunctcn Stanislaus Mossor in Nzcszow zuili Staatsanwalts-subslituten daselbst ernannt, Dcr Iustizminister hat die beim Kreisgerichte in Snmbor erledigte HilfsämterdireclorSstclle den Hilfs-ämlerdirectionsadjunctcn des ^emberger Bundesgerichtes Ednard Sobek verliehen. Der Finanzminister hat eine bei dein Nechnungs-dcpartcmcnt dcr n. ü. Finanzlandcsdircction erledigte Nechnungsrathsslette dem dortigen Ncchnnngsofficialcn Joseph Riedl verliehen. Der Minister für Cnltus »md Unterricht hat znm ftrovisorifchcn Vczirksschulinfpcctor für den Bezirk Riva in Tirol den ?ehrcr Franz Maria Ferrarini in Riva ernannt. MWintlicher Theil, Zur Alliscrrrisl. Trie st. 4. December. Nachts. Heute Morgens 10 Uhr hielten Sc. Majestät dcr Kaiser Nevue über sämmtlickc hier garnisonii'cnden Trnppen ab und besuchten hierauf mit Ihrer Majestät dcr Kaiserin Ihre lönigl. Hoheit die Gräfin Molina. Ihre Majestät die Kaiserin bcchrtc sodann mit Allerhöchstihrcnl Äcsuchc dai< Clisabcthinischc Mädchcninstitut, daS städtische Armenhaus, wo Mcrhöchstdicsclbcn von dem Podestu und der Direction ehrfnrchtSvoll empfangen wurden, endlich die Bcrwnndctcn dcr t. k. Trnppen im Mililärspitalc, um deren Verhältnisse sich Ilnc Majestät im Gespräche mil vielen Einzcluen eingchcndst erkundigten. Durch diesen langen Besuch aufgehalten, mußten Ihre Majestät jenen der städtischen Mädchenhauptschulc in der Neustadt unterlassen, geruhten jedoch später den Schnldirector und die Lehrerin in Privataudicnz huldreichst zu empfangen u„d gnädigst einen Blumenstrauß entgegenzunehmen, ! wacher Allcrhöchstdcrsclbcn von zwei Schülerinnen der Anstalt mit einer paffenden Ansprache dargereicht wurde. Sc. Majestät dcr Kaiser empfingen Mittags den Podestu und das Präsidium des Stadtrathes in Angelegenheit der Begnadigung dcr wegen der Inlicrcignisse Vcrurtheiltcn in Priuataudicnz. Nach dem Diner wohnten Ihre Majestäten der Fcstvorstcllung im Communal theater bei und wurden von dem Publienm enthusiastisch begrüßt, wclchcS sohin zwei Mal die Volkshymne verlangte und auch bei dcr Entfernnng aus dcm Theater Ihrc Majestäten mit cnthnsiastifchcn Hochrufen begleitete. Die Stadt ist auch heute beleuchtet, die Straßen sind mit wogenden Volkemassen angefüllt. Die Ordnung wnrde in keiner Weise gestört. — 5. December. Se. Majestät der Kaiser ist um 5> Uhr 5)0 Minuten sammt Ministern und Gefolge nach Wien abgereist. Ihre Majestät die Kaiserin verließen 8'/. Uhr Nachts den Molo S. Carlo, der bis dahin von dichten Mcnschcnmasscn beseht blieb. Bei der Abfahrt erschollen enthusiastische Euoivas dcr versammelten Menschenmenge. Anf den ^loyd-Dampfcrn „Austria" und „Kolowrat" slicgcn Rateten nebst bengalischen Leuchtfeuern auf. Der Himmel ist rein. Die Ankunft Sr. Majestät des Kaisers in Wien Wien, 6. December. Schon lange vor acht Uhr Morgens füllte eine zahlreiche freudig bewegte Menge auS allen Kreisen der Bevölkerung den Auffahrlsplatz vor dem Slidbahnhofe und dcm Belvedere. Die Hänser in dcr Heugasse waren mit Fahnen und Reisig geschmückt; das Palais dcö Bürgermeisters auf dcr Ringstraße prangte in reichem Flaggcnschmuckc. In der gedeckten Personcnhalle des Bahnhofgebän-dcs war eine Ehrcncompagnie und an dcren Spitze cine Regimentsbandc in voller Parade aufgestellt. Punkt neun Uhr wurdc die Ankunft des Hofzuges fignalisirt. Nach dem eisten Empfange Sr. Majestät durch Sc. Excellenz den Landcscommandirendcn v. Maroieie, den Leiter der n. ö. Statthaltciei Frcihcrrn v. Weber, den Hofralh v. Strobach und andere Notabilitäten verfügten sich Allcrhöchstdicsclbcn in Begleitung Ihrer Excellenzen des Herrn Reichskanzlers Grasen Bcust, dcs Ministerpräsidenten Grafen Taasfe, dcs Handclsminislcrs Edlen v. Plener und dcs Generaladjutanten Grafen Bellcgardc in das k. k. Bclmdcre. wo znm Empfange Sr, Majestät dcs Kaisers Ihre Excellenzen die Herren Minister Dr. Gislra. Dr. H^bst. Ritter u. Hasner. Dr. Vrestel, Graf Potvcki und Graf Festctics. der Landmarschall von Nieder - Oesterreich, Sc. Excellenz Baron Pratobevera an dcr Spitze des Landesausschusses, dcr hochwürdigste Wcihbifchof Dr. Kutschier und Bürgermeister Dr. Felder mit feinen beiden Stellvertretern Dr. Newald und Kühn nnd den übrigen Mitgliedern des Gcmcindcralhes. den MagistratSräthcn und Bezirksausschüssen versammelt waren. Ihre Excellenzen die Herren Minister empfingen Sc. k. und t. Apostolische Majestät in dcr Vorhalle am Fuße der Treppe uud geleiteten hierauf Allcrhöchstdicsclbcn in den mittleren Saal dcs ersten Stockwerkes, wo die übrigen Corporationcn, im Halbkreise aufgestellt, der Ankunft Sr. Majestät harrten. Beim Eintritte in den Saal wurden Se. Majestät dcr Kaiser von der Versammlung mit stürmischen Hochrnfcn begrüßt. Allerhöchstdieselbcn näherten sich dem Bürgermeister Dr. Felder, welcher hierauf folgende Ansprache hielt: Gestatten Eu. kais. und königl. Apostolische Majestät, den freudigen Gefühlen über die gluckliche Rlicktehr in Ihre allezeit getreue Neichshaupt- und Residenzstadt ehrfurchtsvollen, innigen Ausdruck zu geben. Eu. Majestät haben durch Allerhöchstihre Gegenwart den culturhistorischcn Act dcr Inaugurirung eines Wertes verherrlichet, das den menschlichen Gedanken schon seit Jahrtausenden beschäftigte, dessen Ausführung, erst unserer Zeit anheimfiel, an dessen Vollendung der Welthandel unseres Vaterlandes berechtigte Hoffnungen hoher Entwicklung knUpft. Die »nächtigste Verkehrsader des Reiches, die Donau, geleitete Eu. Majestät nach Osten; wie muß Genugthnnng das landesvätcrliche Herz erfüllen, daß auch in der Heimat zu einem wahrhaft großartigen Bauwerke demnächst der erste Spaten angelegt werden wird, an eiuem Bauwerke, das feit einem halben Jahrhunderte ersehnt, durch die erleuchtete Initiative Euer Majestät ins Leben gerufen wurde. Möge das edle Wirten Eu. Majestät für Erhallung nnd Befestigung des Weltfriedens mit dem segensreichsten Erfolge gekrönt werden; möge aber auch alle Völker Oesterreichs immer mehr oie Ueberzeugung durchdringen, daß der Wcihlspruch Eu. Majestät „Mit vereinten Kräften," das einmi'lthige Echaareu der Völker mu ihren erhabenen Monarchen, der ihnen hochherzig die Freiheit gegeben, die sicherste Gewähr bietet fur ihre eigene glückliche Zukunft, die sicherste Bürgschaft der Wohlfahrt und Machtstellung dcs Reiches. Gott segne, Gott schütze, Gott erhalte Eu. Majestät! Nachdem die Versammlung neuerdings in lebhafte Hochs ausgcbrochcn. geruhten Sc. k. nnd t. Apostolische Majestät dieser Ansprache mit folgenden Worten zu er» wicdern: ..Für die herzlichen Worte, womit Sie Mich im Namen der Bevölkerung Meiner Haupt- und > Ein Familienrmnan aus dcm 17. Jahr-hundert.* (8. Fortsetzung.) Die unklngc Handlungsweise Jakobs II. mußte früher oder später eine Reaction herbeiführen und die ^higS erwarteten mit Ungeduld den Tag, der ihncn den Besitz dcr Macht znrückgcben würde. Der Obrist Ehct-Wy„d war zu Anfang dcS Frühlings 1688 zum Grade eines Generalmajors befördert worden und Lord S. Giles hielt cs für klug die fo lauge aufgeschobene Heirat ber Lady Frances stattfinden zu lassen. Sir Thomas lvar damals in den Briefen feines Schwiegervaters sehr schlecht angeschrieben, da er den kläglichen Zustand von Highbury einzig der schlimmen Handluugswcise dcö Sir Thomas zuschrieb. Frances wurdc dem gemäß ausgestattet; und ohne die großmüthigen Bedenken dcs Generals wäre die jüngere Schwester vicl freigebiger beacht worden als die ältere. Zur nämlichen Zeit wurdc Vallymorc durch die Geburt cincs lebensvollen Kuidcs erfreut. Sir Thomas theilte daü wichtige Ercigniß seinem Schwager mit: „Mylady befindet sich erträglich wohl; armes Herz, ^ hoffe, daß das eine große Zerstreuung für sie sein wird. "hre Melancholie schneidet mir ins Herz. Was Geduld ""d Irömmiqkcit betrifft, so hat sie ihres Gleichen nicht anf Erden." . Die Urtheile Penelope's scheinen im Laufe dcr Zcit ^ne» Eharaktcr der Duldsamkeit angenommen zu haben. ^ schr mit jener denkwürdigen Epistel contrastille, " Dcr Roman begann in Nr, 270. wo sie so weit gegangen war, sich gegen die Möglichkeit cincs zärtlichen Gefühls von Scitc ihres Galten im voraus zu verwahren. Sie beklagt sich »licht mehr übcr ihn, und wenige Tage uach dcr Geburt ihres Kindes gab sie in einem Pnutte nach, dcr ihr schr schwer ankommen mußte. Die Pächter von Aallymorc waren zum größten Theile Schollen, welche dcr General Black more nach dcr Ansrotlnng dcr I>lä»der in das Land geführt hatte; einige O'Ncil und O'Rcgan allein waren nicht vom Platze gewichen, und halten von ihren inmit< ten dcr Fclscu gelegene^ Hütten wieder Besitz ergriffen, bereit, bei dcr leisesten Hcranssorocrlmq über ihrc Nachbarn anS dcr Fremde hcrzufallcll. Dicser Haß hat biö m,f nnsere Tage gedauert; uns^- Wirth, Sir Bernard, ist noch immer gcnöthigl, jedes Jahr seinen ganzen Ein fluß anfzubielcn, um es zu verhindern, daß dcr traurige Jahrestag dcs I. Inli ^ „,-cht durch neue und bln tigc Stleitigkeilen gefeiert wcrdc. Während dieses bewegten Jahres waren die Gcmüllicr zwischen dem Proceß dcr sieben Bischöfe und der Geburt dcS Prinzcn vo» Wales getheilt. Irland mnßtc natürlich den Gegendruck dicser Aufregung empfiudcn und an dicscr neuen Form dcS PartcikampfcS lhalia.cn Amheil nehmen. Die Aufregung war fo groß, daß cine« Abends, als Sir Tho-maS ruhig nach Ballymore zurückkchllc, er sich plötzlich anf den, Schauplätze eines erbitteitcn KmnufcS zwischen den Schotten lind Irländcrn fand. M't Mühe zer-stieute er die Kämpfendcu - cin Mann blieb auf dem Schlachlfeldc, cs war Moriz O'Nc^a,,, ein fchoncr und braver jnngcr Mann. Seine Frau warf sicl! über sciue Leiche uud preßte ein kleines Kind in ihrc Aimc. Ihr Schmerz war tief und ihr Schluchzen hätte auch ein * Nach dcr Entthronung Iatobs !!, schlug der Prinz von Olcniim am l. Juli 1690 an, Boynestuß das lathoüsche Hrn lind imteriuarf Irland, weniger wohlwollendes und zärtliches Hez. als das des Sir Thomas clfchüttcrt. Voll Sympathie u»d Mitgefühl für die Unglückliche drang er in feine Frau, daß Mali O'Negan die Amme feines eigenen Sohnes werde. Penelope cütfchuloigt sich bald bei ihrer Schwester, daß sie dieser Bittc willfahrt nnd die Dienste einer Katholikin angenommen habe, aber sie gesteht, daß Mitleid ebensowohl alö Gehorsam ihre Handlungsweise ge« lcitet hadc. Mal', sagt dcr Äricf, fei eine starte, lräf« tige und schöne Fran; sic spreche etwas englisch und verschwende die zärtlichste Sorgfalt auf den kleinen Tom, und Penelope war entzückt, ihr Kind wachsen und gedeihen zu schell Die Briefe dieser wichtigen Epoche sind nnMck« licherwcisc schr dünn gesäct. Der General Ehctwynd hatte bei der Ncuolulion Alles zu acwi'nncn. Seine Vergangenheit, seine politischen Ansichten, seine Hand« lnngSwcisc, allcö sicherte ihm die Gunst Wilhelms und dcr ucuen Negierung. Sir Thomas im Gegentheil war dcr Sache dcr Stuart treu gc^licb. n; er klügelte nicht über scinc Treue uud seine Hingabe, die Krone war ihm geheiligt, und weni^ kümmerte cr sich darnm, ob dcr alte Stamm seiner Könige nnr mehr verkrüppelte Zweige hervorbringe. Er stürzte sich mit gesenktem Kopfe >n die conservative Politik IilandS und in die Eom< vlotc von Tyrconncl und Melford, obschon sein red-l>chcr und vcltraucosvollcr Charakter ihn znr Nolle cincs Vcrschwö,ers gänzlich untauglich mackte. Er brachte seine ganze Zcit bci diesen Männe,u zu oder cr dnrch« reiste das ^md zu Pfcide, nm scinc Sache populär zu machen und die Leute seiner Partei z» c'Müthi.icn. In einem sehr melancholischen Briefe, geschrieben im Jahre 1«88, lhcilt Penelope ihrer Schwester mit, daß während dcr Uünihcn, welche ihr V»terland zer» reißen, sie auf alle Mittheilung werde verzichten müssen. 2058 Residenzstadt begrüßen, sage Ich Ihnen Meinen aufrichtigen Dank Unter Gottes Schutz kehre Ich glücklich von einer Reise zurück, die Mir viel des Bemerkenswerthen, Erhebenden und Anregenden darbot. Ich habe bei Eröffnung der ncuc», fi'ir Oester» reich« Inlercssel, so hochwichtigen WeltverkchrSlinie gesehen, was Thatkraft, Geschick und Ausdauer in kurzer Zeit zu vollbringen iin Stande sind. DicscS großartige Ergebniß vor Augen, wünsche und hoffe ich, daß cin gleicher Erfolg auch jene Arbeiten lohnen werde, welche, wenngleich in weit kleinerem Maßstabe angelegt, doch nicht mindcr bedeutungsvoll für Förderung uufcrcs Vertehrölcbens und Wohlstandes eben jetzt begonnen werden sollen. So wohlthuend mich die innigste Theilnahme aller Meiner Völker, die Mich auf Meiner Ncifc begleitete, berührt hat. so herzlich frcnt es Mich nun wieder in Mein Neich und Mein geliebtes Wien zurückgekehrt zu sciu. Wollen Sie dies auch Ihren Mitbürgern kundgeben." Diese huldvollen Worte machten auf die Versammlung den freudigsten Eindrnck, Unter Hochrufen und den Klängen der VolkShymne verließen Ze. Majestät den Saal, um sich in die t. l. Hofburg zu begeben Während der Fahrt fo wie in der Hofburg selbst wurden Se. Majestät von einer zahlreichen Menschenmenge ehrfurchtsvollst begrüßt. Politische Uebersicht. Laibach, 8, December. Ans Dalmatien liegen uns in der „Tr. Z." nachstehende Nachrichten vor: Die vom Contreadmiral Varon Pöck befehligte kaiserliche Panzer-Escadre soll nach dem Bocchc di Eattaro abgehen. Vorläufig wird dieselbe am 7. Früh nach Pola gchcn, wohin die Corvette „Helgoland" sich bereits heute Morgens begeben hat. Dampfer „Gargnano" ging verflossene Nacht nach Cattaro ab. Au« Trieft, 4. December, wird dem „N. Wiener Tagblalt" tclcgraphirt: Die Zupa ist vollkommen paci-ficirt. nur die Kriuoscie und Lcdenice ist noch abtrünnig. Die Poborianer, Mainianer und Braiciancr flehen noch an der montenegrinischen Grenze. Der Fürst von Montenegro will beim Kaiser für die nach Ccttinie gc-flüchlcten Noccheseu Amnestie erbitten. Aus Eattaro. 3. December, wird gemeldet: Die Insurgenten von Braic und Maina machen häufige Versuche, um die Vorposten bei Piclropaolo zn bcuuruhigcn und sich dem Fort Kosmac zn nähern. Es kommen bedeutungslose Plänkeleien vor. Hier dauert das Unwetter fort. Aus Ragusa, 8. Desember, wird gemeldet: Trotz des anhaltenden Regens schreiten die Pionnicr-Arbeiten auf der Linie Nisano-Ledenice unbehelligt von den Insurgenten vorwärts. Zweihundert Pionniere und vicr< hundert Mann vom ArbcitScommando sind dabei beschäftigt. Die fliegenden Patronillen des Obersten Schönfeld in der Zuftll stoßen auf keinen Widerstand. Die Insurgenten leiden Mangel an Proviant; der Schnee auf den Vergcn hat sie vertrieben. Der neueste amtliche Bericht dcS Generalmajors Grafen Nuerspcrg aus Cattaro setzt jenen über die am 16. begonnene Vorrückung, welcher mit der Meldung der Na- vitaillirung der Posten von Dragalj und Cerkvice endete, weiter fort. Beide Posten wurden mit Lebens mittcln auf 90 Tage versehen, um jeder Sorge in Betreff der Vcrproviantirung derselben bis zum Wiederbeginn der guten Jahreszeit enthoben und von der Nothwendigkeit der Wiederholung einer Expedition zu diesem Zweck befreit zu fein. Die Besatzungen erhielten nicht blos das Gebotene, sondern auch reichlichen Vorrath an solchen Artikeln, welche geeignet sind, der Besatzung einigen Comfort zu gewähren. In dem vorigen Bericht sind bereits die Gründe aufgeführt, welche den Grafen Auerspcrg bewogen, nachdem die Insurgenten fich in unerreichbare Verstecke längs der montenegrinischen Grenze zurückgezogen hatten und die Verprooiantirung ausgeführt war, die Truppen an die Küste zurückzuverlegen. Dieselben waren auf der vou Nisano über Ecrkvice nach Dragalj führenden Hauptlinie vereinigt worden. Die Eolonnen von Fischer und Kaiffel, welche drei Tage auf der Ebene von Dra-galj lagerten und am meisten ausgesetzt waren, wurden uur nächtlicher Weile durch einige Schüsse belästigt, welche jedoch die Truppen in ihrer Ruhe nicht ernstlich störten. Sonsl enthielten sich die Insurgenten jcdeS Angriffsversuchcs und ging der VcrpflcgSnachschnb und der Ordonnanzdienst durchaus uugcslürt seinen Gang. — Znnächsl wurden, nachdem die Ravilaillirung beendet, die in der Ebene von Dragalj lagernden Bataillone zurückgezogen, diesen schlössen sich die Abtheilungen an, welche das Defilec von Han besetzt halten. Alle dicfe Truppcu erreichten Cerlvice ohne jede Belästigung, Dieselben sollttn der urspiünglichen Disposition gemäß dort übernachten, ab^r Generalmajor DormnS, welcher an Stelle dcS durch wichtige Dienslgcschcifte zu inckgcrnfenen Giafru Aucrspera das Commando führte, beschloß, den Rückmarsch noch a» dimselben Ta^c fortzusetzen, um die Mannschaft nicht noch eine Nacht im Freien lasfen zu müssen. Es regnete seit 24 Stunden unnliterlnochen. Das 8. Iäaeibataillon bildete dabei die Nachhut und war von Eerkmcc an dem Feuer der Insnr.icnlei,, welche auf den Höhcn nachfolgten, ausgesetzt. In dem Defilce von Napoda wurde das Feuer sehr heftig nid daS Bataillon engagirte sich i» ein hartnäckiges Gefecht, in welchem die Insurgenten schwere Verluste erlitten habe». Der Verlust deS Bataillons ist bereits telegraphisch gemeldet; cr betrug zwei leicht verwundete Officicre, 14 lodle und 7 uerwnndcte Jäger. Die übrigen Truppen erreichte» ohne Belästigm'g die Küste und sind dieselben mit Rücksicht- auf Unter» tuufl und auf die Nothwendigkeit eventueller Venven» dung bequartierl worden. Auf den Höhcn bei Risano werden, nm die Widerstandsfähigkeit dieser Stellung zu erhöhen, außer den dort schon bestehenden zwei Wachblockhmisern noch zwei dergleichen errichtet. Znm Schutze dcr Arbeiter sowie zur Festhaltung der wichtigen Position ist eine starte Trnftpenablheilung, welcher Geschütze bciargcden sind, aufgestellt und wird dieselbe zur Schonnna dcr Mannschaft in knrzcn Zeiträumen abgelöst. In der Sitznng des gesetzgebenden Körpers vom 3. d. M. ergriff Roche fort zum Protokoll daS Wort. „Auf die Tribüne!" ruft man ihm zn. „Beruhigen Sie fich, meine Herren!" cntgcgnct Herr Rochefort von feinem Platze, ..was ich zu sageu habe, hat durchaus teiucn subversiven Charakter." Und während einige Mitglieder der Rechten, unter welchen man Gra-nier aus Cassagnac bemerkt, sich bemühen, ihre College» zum Schweigen zu bringen, beginnt Rochcfort mit überraschend sicherer und vernehmlicher Stimme! „Meine Herren! Vor dcr Prüfung dcr Wahlen und im Anschluß an die Ernennung dcr Bureaux durch dic Kammcr möchte ich nur eine Bemerkung machen, welche die Würde und die Sicherheit dcr Versammlung angeht. (Untcibrcchung.) Sie branchen nicht zu zittern; mein Antrag hat nichts Bedrohliches. Bisher war dcr Dienst dcr Posten, welche über die Sicherheit dcr Kammern zu wachcu haben, dcr Linicntrnppc anvertraut. Ich glaube, daß cs gut wäre, wcnn er von nun an dcr Nalionalgardc anvertraut würde. Die Nationalgarden sind Wähler und hal'en mehr als Irgendwer cin Interesse daran, dic Volksvertretung, an deren Erneuuuug sie mitgewirkt haben, zn be>chützcu. Unter der gegenwärtigen Regierung sind wir beständigen Ucbcrraschungcu ausgesetzt; wir branchcn ernstliche Garantien; unsere Versammlungen haben bis-hcr das Mißgeschick gehabt, von Jenen verrathen zn werden, welche ganz besonders mit ihrer Vertheidigung beauftragt waren, so namentlich von ihrem Präsidenten. Ich sage also, daß wir für dcn Fall eines Angriffs oder UebcrfallS, von wclchcr Scitc sie anch kommen uiögcn, uns auf die Natiunalgardc stützcn müssen. Ich bittc die Versammlung, meinen Antrag in ernstliche Erwägung zu ziehen." Die Linke klatscht Beifall; auf dcr Rechten wird Heiterkeit affcctirt, worauf Gambetta der andern Scitc zuruft: „Lachen Sie nur, meine Herren, dcr Tag wird kommen, da sich Ihr Gelächter als eine Naivetät herausstellet» wird." Weiter hat der Zwischen-fall keine ssolgc und man schreitet zu dcu Wahlprü-fungen. Die größte Schwierigkeit wäre übrigens, wenn man der Mittheilung der „France" Glauben schenken darf, überwunden: Die Fusion des rechten und linlei» CcntrnmS ist bevorstehend. Das Programm dcS rechten Centrums zählt 114 Unterschriften, dcr Bericht des linken Centrums, welcher dem obigen Programm mit zwei Voibrhaltcn (betreffs der Theilnahme dcr Kammer an dcr constitnircndcn Gewalt und betreffs dcr Wahl der Maircs) zustimmt, ;äl)lt 37 Unterschriften, eine parlamentarische Majorität ist somit constituirt. Aus Florenz, 5. December, wird gemeldet, daß das Ministerium in nachstehender Weise gebildet fei: Cialdini Präsidentschaft und Auswärtiges. Gardesono Inneres, Sella Finanzen, DepretiS Arbeit. Bixio Marine, Conforti Justiz. Correuti Uuterricht, Bcrtole Viale Krieg, Torrigiani Handel. Dic Lage /llinkreichs. — 2. December. Wir haben jetzt eine Dreieinigkeit in der Kammer: E. Ollivicr mit Baron David und übcr Beiden Herrn Schneider. Letzterer nimmt erst einen hervorragenden Antheil an dcr Politik, nachdem cr znm Sturz deS Hcrru Rouhcr am mcistcn beigetragen hat. Er ist dcr Typus des strebsamen, intelligenten Bourgeois. welche» dcr Ehrgci; quält, auch am Steuerruder des Staates zu stchcu. Nnr so begreift man die Mühe des viellcickt fünfzigfachcn Millionärs, Gründers, EigcnthümcrS u»d Directors dcr Gewerkschaften des Creuzot, um bei Hof als eine politische Macht zu figuriren. Vom Cavalier besitzt cr Alles, was für die Chroniquc scandalensc und nun dcr Feder dcr Frau Ratazzi bearbeitet werden kann, und vom GeschäftSdiplomaten Allcö, was nöthig ist, uin „Ich kann, schreibt sie, keine Berührung mit Jenen haben, welche ich als die Feinde meines Gatten ansehen mutz. Man verspricht ihm den Oberbefehl der Armee, die sich hier aus Rechnung des Königs Jakob bildet. Ein einziges Mal seit Weihnachten ist er in Ballymore er-schienen, um Mannschaft und Geld zu holen. Er war milde und niedergeschlagen und schien an der Redlichkeit und Treue der Leute, die ihn umgaben zu zweifeln. Ich erlaubte mir, ihn daran zu erinnern, daß er nun Vater und daß sein Leben zn kostbar sei, als daß er das Recht hätte, es einem Könige zu opfern, der dieser Treue und Hingebuug. so unwürdig sei." Er erwiderte mir, daß seine persönlichen Beschwerden mit seinen Unterthanspflichten nichts zu schaffen hätten und daß cs niedrig und feig wäre, sich jetzt daran zu erinnern, da das Unglück feinen Souverän getroffen habe. Sein Leben sei in den Händen der Vorsehung. Sie sehen, theure Schwester, welche Großherzigkeit und welchen Adel der Seele eine schlechte Erziehung und gemeine Gewohnheiten in diesem Manne erstickt haben. Er hat sich schr verändert. Es ist kaum etwas von jener Rauheit übrig geblieben, die seine Zuneigung su abstoßend und seinen Zorn so schrecklich machte. Er behandelt mich mit großer Sanflnnllh. Seitdem wir hier sind, geschieht es sehr selten, daß er sich betriukt oder Gottlosigkeiten spricht; aber er hält mich in der Entfernung, wie ein Wesen, das er zu seinem Unglücke zu schützen berufen ist und dessen Schwäche er schont. Wcnn ich zur Zeit unserer heirat schmiegsamer und duldsamer gewesen wäre, so hätte ich ihn vielleicht seinen schlimmen Gewohnheilen entrissen; aber die Zeit dazu ist nun vorüber. Das einzige was . mir hinieden noch zu thun übrig bleibt, ist, meinen Svhn gut zu erziehen. Ich hoffe, daß dieses Kind eines Tages die Freude uud der Trost seines Vaters sein wird; Gott mvge mir beisteheu, diese Aufgabe zu vollenden und das Leben des Sir Thomas in den bösen Zeiten, in denen wir leben, schützen." Die Correspondent wird erst im Monate Juni 1690 wieder aufgenommen. Jakob II. hatte den ganzen Süden Irlands eingenommen und Wilhelm von Ora nicn besetzte die Grafschaft Down. Dcr General Ehct-wynd verließ daS Hauptquartier, um seine Schwägerin zu besuchen. Von Nallymorc aus schreibt er an Frances: „Ihre Schwester scheint mir stärker und festerer Gesundheit als einst; ihr verlängerter Aufenthalt hier hat ihr fehr wohl gethan, sie hat sich an die Menschen und Dinge cmge« schlössen. Ihre Gärten bilden einen angenehmen Contrast mit dem wilden Anblick des Landes. Sie wissen, daß die Irländer alle unreinlich und träge sind, um so angenehmer berührt der Comfort, der in Ballhmore herrscht. Die Bemühungen Penelope's und des M. Nasildon sind auf ihre Umgebung nicht ganz ohne Wirkung geblieben und die Bauern der Domäne empfinden den glücklichsten Einfluß davon. Lady Danvers ist fehr unruhig hinsichtlich ihres Gatten, dcr mit den Rebellen kämpft und zn den leidenschaftlichsten Anhängern seiner Partei gerechnet wird. Man weiß hier nicht« von den Bewegungen Tyrcouuells; so horcht sie den» auch mit Begierde auf die Nachrichten, welche ich übcr die gegenseitige Stellung der Armeen geben kann. Der kleine Tom ist ganz das Ebenbild seines Vaters, er ist cin schönes nnd starkes Kind mit vollen Wangen nnd kräftigeil Gliedern; der brave Junge wollte mich durchaus nicht Nissen: „Sie sind ein Whig", sagte er mir, „und Papa ist gegangen, die Whigö zu todten." Ich hatte die Ungeschicklichkeit ' hinzuzufügen: „Und Deine Mama?" — Die arme Frau bat mich, die Augen voll Thränen, keine solchen^ Fragen zu stellen. „Möge mein Kind niemals ahnen, welche ^ Verschiedenheit der Ansichten zwischen uns herrscht; er bleibe, einfach und vertrauend, wie fein Vater!" — Sie hat sich sehr uul Sie erkundigt, aber es ist ungeachtet dessen schl leicht zn sehen, daß sie ganz von der Sorge für ihrcu Gatten eingenommen ist, und daß wir beide uicht viel Naum in ihren Gedanken einnehmen. Nicht, daß il)^' gegenseitigen Beziehungen sich in der letzten Zeit sehr rerändert hätten. Dcr Eaplan, mit dem ich lange gesprochn habe, hat sie stets gezwungen und gleichgiltig gesehen, a^ er gibt zu, daß es eben so sehr der Fehler der Lady DaN< vers, als des Sir Thomas ist. Wie dem auch sein '""g, ich habe nimals eine Frau gesehen, die über die Abwest"' hcit ihres Gatten so ängstlich nud bekümmert gewesen wa"-Ihre Angst ist vielleicht von Selbstvorwürfen' und Gelvl!' scnsbissen zusammmengesetzt. Ach! meine Frances, wie we" geht doch der Widerspruchsgeist bei Ihrem entartete" Geschlecht?" (Fortsetzung folgt.) Literatur. „Die Mutter als Erzieherin" nennt sich"" soeben erscheinendes Wert vom Medicin-Dr. H. Klen^e, welches die physische und sittliche Kindererziehung zum l^ genstande hat. Die Kenntnisse, welche der Pflichterfüllung des Hauöfraucnbenlfeö nothwendig sind, hat der Herr Verfasser bereits in einer Ncihe Schriften dargeboten; diejenige! Kenntnisse aber, welche dcr pflichtmäßigen Erfüllung deo Mlltterbernfeö unbedingt nothwendig sind, sollen in we>" besonderen Schrift eine ausführlichere sachliche Darstell,"^ finden und dem Weibe, welches seinem heiligen Berufe, ci Erhalterin dcr Menschheit entgegengeht oder bereits m U' eingetreten ist, Velehrung, Rath'und Anweisung geben, "i es seine natürlichen und moralischen Lebensaufgaben '« / dem Plane der Weltordnnng richtig zn erfüllen vermag Wenn das Weib feine Pflichten als Pflegerm des ycm 2059 fast ausschließlich für die Regierung zu arbeiten. Der Baron David hält sich für den Halbbruder des Prinzen Napoleon, weil König Icrömc mehr als sein Taufpathc gewesen sein soll. In Algerien als Officer scinc Laufbahn beginnend, brachte er militärische Sauberkeit und Disciplin in die Kammer. Unter Politik versteht er eine unbegrenzte Hingebung an den Kaiser, einen fanatischen Haß gegen die Feinde dcr Dynastie. Mit Schneider hat er sich ansgcsöhnt, seitdem die Ncuolution durch die Freiheit unmöglich gemacht werden soll. Dem Kaiser, welcher ihm einen großen Werth zuschreibt, ist er eine höchst angenehme Persönlichkeit. Um ihn näher am Hcrzen zu haben, setzte er ihn bei dcr vorgestrigen Hof-tafcl links neben sich, während er E. Ollivicr zu seiner Rechten hatte. Es ist dies gleichsam die plastische Gruppe am Cingangöthorc zum liberalen Kaiserthume, das jedoch des AuffchließcnS noch harrt. Was das Triumvirat, dem man noch den Journalisten und kais. Cabinctsfreund Clement DuvernoiS beigesellen tonnte, mit der alten Kammcrmchrheit, die dnrch Zurückbcrufung ihrer Uebcrläufcr an die Mittel« Partei sich ergänzt, nntcrnchmcn wird, wissen wir bereits aus der Thronrede, und es wird die Freiheit gcnan so retten wollen, wie dcr Kaiser die Gesellschaft gerettet hat. Einen langsameren, aber größeren Einfluß auf den fortschreitenden Proceß wird das linke Centrum ausüben, wo sich etwa sechzig, keineswegs nnbedeutcndc Männer vereinigen werden, um E. Ollivicr zu stürzen, wie sie. als die 116 Interpellanten, Rouhcr vertrieben haben, um den Kaiser im Interesse dcr Dynastie mit sanfter Gewalt dahin zu briugcn, wo die Abdankung dcr persönlichen Regierung und dcr Sieg dcr Parlamentsmacht vollbrachte Thatsachen sein werden. Diese Gruppe braucht nur ihrem Programme und sich selbst getreu zu blcibcu, um. gestützt auf den Durchschnitt der öffentlichen Meinung, dem Kaiser iu nicht langer Zeit Ersatzmänner und Nachfolger für E. Ollivier und Genossen zu geben. Wenn die Linke die fatale Logik des allgemeinen Stimmrcchtes und dcr Volkssouvcränitat in die Kammer einführt, um für die Volksvertretung die constituirende Macht zurückzufordern, ist sie weniger revolutionär als es scheint, und als sie es vielleicht beabsichtigt. Ihre Haltung hat immerhin das Verdienst dcr Uuzweidcntig-keit. Sie will nicht umstürze», sondern an der Consti-tuiruug dcs liberalen KaiserthumS mithelfen. Es ist dies ein nicht hoch genug anzuschlagender Succurs für das der größten Reparaturen bedürftige Kaiferthum. ES licgt doch auf dcr Hand, daß E. Ollivicr mit seinen oi-äovlmt-Dccembrislcn höchstens nucn Scheinparlamentarismus herstellen kann. Die Baumeister aus dem linken Centrum werden es auch nicht viel weiter bringen. Aber I. Fame hat das große Wort ansgc-sprochcn. Er. I. Simon, E, Picard, Pcllctan, Ban-cel u. s. w. bieten dem Kaiser an, mit ihnen den Parlamentarismus herzustellen. Dcr Kaiser überlasse an die Volksvertretung die constituirendc Nationalsouucrä-nität. uud er wird von dcr Linken als constitutionellcr Monarch in einem neuen Bunde mit der Nation gekrönt werden. DaS Volk will allerdings die Republik; aber schon ^onis Philipp war als die beste dcr Nepnbliken gepriesen worden. Es wird dies nm so mehr im parlamentarischen Kaiscrthnme mit dem allgemeinen Stimm-rechtc dcr Fall sein. O Ironie der Logik, welche das , Schicksal ist! (Warr. Woch.) lichen Wohlstandes und Familieuglückes nicht erkennt und erfüllt, so ladet es eine große Verantwortlichkeit auf sich, denn es gefährdet Gatteuglück nud hänslichen Bestaud; wenn es aber seineu Muttcrberuf nicht begreift und die Pflichten desselben nicht erfüllt, so versündigt es sich am Lebeu der Kinder, welche die Vorsehung ihm leiblich und moralisch anvertraute, um sie zu physisch gesuudcn und sittlichen Menschen zu bildeu, uud die Verantwortung ist um so größer, als der Fluch der verwahrlosten Kinder seiu eigenes Leben belastet und sein Andenken verdunkelt. Gibt es wohl ein schöneres Bild, als eine Mutter, die ihre Pflicht übt uud im dankbaren Licbesblick ihrer, iu leiblicher, geistiger und sittlicher Gesundheit in das Leben wachsenden Töchter und Söhne, die höhere glückseligere Befriedigung fühlt, eine Mutter im wahren Sinne des Natur- und Sitleugcsctzes und die Urheberin einer neuen Faunlieugeneration zu sein, die sie segnet? Die mütterliche Erziehung ist die Grundlage der phy-, fischen uud sittlichen Gesundheit der Kinder; die väterliche Erzichuug kann nur mithelfen, weiterführen, aber nicht gründen; das allein vermag die Mutter, wenn sie ist, was sie sein soll. Sie erzieht durch Liebe uud Pflichtgefühl, sie wendet ihre Arbeit auf das als ihr Kiud zur Welt geborene eigene Blut und Seeleulebeu an! — Das Kind, welches ohue mütterliche Erziehung heranwachsen muß. sei es als mutterlose Waise, oder als Kind einer pflichtvergessenen Mutter, trägt zeitlebens die Merkmale einer betro« Jenen Kiudhcit au sich. Dieses Buch. aus dessen Vorwort Schreiber dieses einige ^edcmtcu herauszog, soll die Mutter und jedes Weib, welkes dcu Beruf dcr Mutter zu erfüllen gcdeukt, über die pflichte» desselben praktisch belehren. Möge dasselbe in der Hand aller gebildete» deutschen Fraueu gefunden und ein segensreicher Hausschah für die hcraugewachseuen, ihres Bc-lufes bewußt gewordenen Töchter werden! Hassesneuigkeilen. Pariser Kleinigkeiten. Ein Juwelier, der zugleich großer Liebhaber des Theaters und zumal der ersten Vorstellungen ist, war auf eiue geniale Idee gekommen, die feiner Pafsion nicht weniger zugute kam als feinen» Geschäfte. Er vermiethetet feine Diamante» per Abe»d an „oes äiuno^;" um aber feine Waare uicht aus den Augen zu lassen, bedingt er sich einen Platz in der Loge aus. Während der Vorstellung scheint er die Schöne mit glühenden Liebcsblicken zu betrachten — in der That find's aber uur ihre oder vielmehr seine Diamanten, die er bewacht. Die Dame holt ihn mit ihrem Wagen ab, und erst im Wagen öffnet er das Etui, mit dessen Inhalt sie sich — immer im Wageu schmückt. Die Zurückgabe geschieht dann gleichfalls, vor dem Thore des Juweliers, im Wagen; er fchließt die strahlenden Schätze, welche die Dame feufzcnd von Ohre» und Hals löst, sorgfältig wieder ins Etui und empfiehlt sich. Diesmal aber war ihm der Abstecher zu Vr«baut ei» Strich durch die Rechnung. Die Juwelen-Dame hatte mit 3 einen Contract abgeschlossen, dessen — Unterzeichnung sie durchaus uicht in der indiskreten Gegenwart eines Dritte» vorzu-uehmen geueigt war. Uuglücklicherweise wohnt aber in jeder Iuwelierbrust seit dcr berühmten Affaire mit dem „Halsband der Königin" ein uuübcrwiudlichcs Mßtraueu, und so wollte sichs der unscrige durchaus nicht nchmcu lassen, dem t6w-ü,-t6to bis zu seinen intimsten Cousc-qucnzeu beizuwohnen, uud es bedürfte dcr schriftlichen Garantie des juugeu X. im Wcrthbetrage dcr Iuwclcu, um ihn zu eiuer Aenderung feines Entschlusses zu bewegen —> eine Garantie die er um so unbesorgter anuehmen konnte, als er wußte, der junge X. werde demnächst eiu ueues Parapluie bekommen. In dcr „I^n^uo äo« cooottos" ist das „neue Pa-rapluic" von vielsagendster Bedeutung. Das Wort findet nämlich auf die Familieu - Söhncheu iu jenen Momenten seine Anwendung, wo das betreffende väterliche Herz genugsam erweicht ist, damit dessen Eigenthümer sich bereit er« klärt, die Schulde» des Herrn Sohnes zum so und so vielten Male vollständig zu bezahlen. Ist die Erweichung des väterlichen Herzeus und somit auch die Schuldentilgung uur eiue theilweise, so heißt das: „Man hat ihm eiu neues Fischbein eiugesetzt." Der junge 3. nun hatte, wie gesagt, ein „neues Parapluie" zu erwarte». Bei dem M«-möIo, das gegenwärtig in der Pariser Gesellschaft herrfcht, ist es wohl gestattet, ohneweiterö von den Cocottes auf die Eocodcttes, vou den Ninis und Min-uis auf die Hofdame», von dem „neuen Parapluic" auf die Diamanttuöpfe zu tonnueu, welche in Eompii>gne einzelne» dieser Hofdamen als besoudcre Auszeichnung vom Kaiser verliehen morden und die ihuc» das Recht geben, sich dem kaiserliche« Iagdgefolgc anzuschließen oder vielmehr die Amazoueuvorhut dieses Gefolges bilden zu dürfen. Bei einer der letzten Jagden uuu hatte eine durch den Diamantenkuopf und außerdem durch gauz besondere Schönheit auögczeichuete Dame — die Gcmaliu eiues dcr erste» Hofwürdenträger — der ihr durch besagteu Diamauteukuopf freigestellten Gesellschaft dcr Jagdhunde die eines Hofwürdeu-trägcrs vorgezogen, dcr uicht ihr Gemal war. Das fchöue Paar durchstreifte iu idyllischer Schwärmerei das Gehölze, als der Würdenträger plötzlich in ciuer Seiteuallee den kaiserlichen Prinzeu erblickte, iu Bcgleituug seines Hofmeisters und gemüthlich eine Zigarrctte dampfend; die Bei-dcu suchten den rechten Weg, den sie verloren hatten. Der galaute Würdenträger befand sich da iu einem schwierige» Dilemma: er mußte wählen zwischen der Hoffuung Fraut-reichs uud seiuer Dame. Indeß — auf der ciucn Seile hatte er nichts mehr zu erlangen, währeud auf der anderen Seite noch immer ein Stern oder ein Kammerhcrren-Schlüssel in Aussicht stand; er ließ also die Dame im dichtesten Gehölze allein und half dem Priuzen auf den rechten Weg. So verlassen, wollte die Dame allein die Landstraße gcwinueu, als sie plötzlich das Geräusch eines sich ihr im Rücken nähernde» Wesens veruimmt, dessen keucheude Athemzüge bewieseu, daß es einen starke» Lauf zurückgelegt. Die Dame glaubte nicht auders. als sie werde von ihren: Gemal verfolgt, uud in tödllichein Schreck bringt sie nur die stammelnde» Worte hervor: „Bist Du's, Aristides?" ^ Es war uicht Aristides, sondern der gejagte Hirsch, dcr deu Hunden entkommen war und sich gerade das Asyl der Dame auch zu dem seinigen erwählt hatte. ------------------------- Locales. Laibach, 8. December. Der hochwürdigc Fürstbischof von Laibach hat vor feiner Abreife nach Rom eine Cnrrcndc an die unterstehende Scclsoracgcistlichkeit erlassen, in welcher cr die näheren Bcstimmnugcn kennzeichnet, welche ihr als Richtschnur in ihrem Verhältnisse zu der ucucstcu Schulciu-richtuug dienen sollen. Wir wollen hier nur den Schluß derselben citircn: „Uuscr Meister sagt aber: Lassct die Kleinen zu mir kommen, denn ihrer ist das Himmelreich. Unser Meister ruft dic Kleinen zu sich. um sie zu Kindern des GotteSreichcs zu machen, weil sie Gott dafür erschoffeu hat. Deshalb sollen auch wir. wenn Christus in unS lebt, dic Kleinen zu uns rufen, um sie Gott zuzuführen. Wir rufen die Kleinen zu unS, wcuu wir sie dort, an jenen Orten, bei jenen Gelegenheiten aufsuchen, wo wir sie am leichtesten finden. Wo ist dieser gelegene Ort, diese uns dargebotene Gelegenheit? Wir bedürfe» keiner Erinnerung, daß dieser Ort, diese Gelegenheit die Schule ist. wclch'c uns sogar durch äußere, von uns unabhängige Unterstützung davgcbotcu wird . . .......Das Staalsgcsctz, welchem wir allezeit Gehorsam schuldig smo, wenn selbes nicht ganz uubcstrcitbar der göttlichcu Wahrheit widerspricht, macht es zur Pflicht, die uns als Rcligionslchrcrn zugemessenen Sluuden in der Schule wohl zu benutze»......Die Schule ist unserer Aufsicht entzogen worden, lassen wir uns angelegen sein, durch unser gauzes Benehmen den Beweis zu liefern, daß die Schule von uns keinen Nachtheil zu befürchten hat. Unterordnen wir uns ohne alle gereizte Stimmung den öffentlichen Vorschriften hinsichtlich dcr öffentlichen Prüfungen auch aus dcr Reliqionolchrc. Wir werden durch Absoudcrung, durch öffentliche Empfindlichkeiten uur dcr Sache Christi fchaden, und auch deu Kin-dcru, weil die nicht uutcr dcr gesetzlichen Aufsicht vorgenommene Prüfung für die öffentlichen Zeugnisse werlh-loS wäre. Wo wir Gutcs wirlcu. wo wir unser uud unserer Brüder Heil befördern, dort wollen wir weder rechts noch links mit Mißtrauen oder eitler Selbstae» falligkeit blicken......." — (Der Umlegungsbau am Leobelza-Bergc der Kanterstraße), welcher im trainischen Laudtage wiederholt Anlaß zu Aufragen uud Anträgeu gab, ist im Licitationswege dem Bauunternehmer David Klein-sasser aus Graz überlassen worden, und es steht demnach, da auch schou ciuc Dotation von 5000 fl. für diesen Bau bei der t. k. Landcshauptcasse in Laidach zur Verfügung gestellt wurde, der sofortigen Inangriffnahme der diesfälli-gen Arbeiten, die, wie wir hören, auch wirklich fchon vorbereitet werdc», kci» administrativer Anstand mehr entgegen. — (Eise» bahn La ibach-Tarviö.) Die Crc-ditbank soll »ach Nieuer Blättern die Absicht hegen, den starken Iäuuercoupon zur Emission der Actie« der Eisenbahn Laibach-Tarvis zu beuützeu. ^- (Der katholische Verein) veraustaltete zur Feier der Concilöeröffnung gestern Vormittag 10 Uhr in der Klosterfraiienlirche ein Hochamt und Nachmittag 5 Uhr eine „Bescda" in der Redoute. — (Für das slove nische Wörterbuch) hat der Landesausschuß nach gepflogenem Einvernehmen mit dem Heren Fürstbischöfe die handschriftlichen Beiträge von Z a-lokar, Miklositsch, Casov und Majar übernommen. Zur Vorbereitung für deu künftigen Redacteur des noch ausständigen slovcnisch-deutscheu Theils werden diese Handschriften vorläufig vou eiuigen Theologen geordnet werden. — (Das Barbara - Fest' in' Möschuach.) Aus Obertrain, 4. December, wird uns geschrieben: Trotz des starke» Sch»eefalls und des darauf eingetretenen Thau-wctters gestaltete sich das vou der Tunnelbauleitung zu Ehren der heiligen Barbara, der Echutzpatrouiu gegeu jähen und unvorhergesehenen Tod, dic besonders vou den Bergleuten verehrt wird, am 4. d. M. veranstaltete Fest zu einem gläuzeuden. Schon am Vorabende und noch vor dem Morgengrauen des Festtage« selbst verkündeten zahlreiche Pöllerschüssc die Feier des Tages. Nach 8 Uhr mar-schirten sämmtliche am Tunuelbau beschäftigten Arbeiter, 276 an der Zahl, die Bergknappen in ihren Grubenhemden, die Zimmerleute iu Schurzfellen mit deu Hacken und Aerten auf deu Schultern, uuter Vorantritt des Herrn Bauleiters Karl Möscr und aller Aufseher uud Nottenmeister unter Pöllerschüsscn uud dcu Klängen ciuer kleiucu Musikbandc uud Vorantraguug einer mit Blume» uud Bäudern ge-schmlickten Fahne i» die Pfarrkirche zum heiligen Andreas in Möschnach, allwo sich neben den Herren Beamten und Ingenieuren der Bahubauleituug in Radinanusdorf eine große Menge Andächtiger und Neugieriger versammelte. Um i) Uhr bestieg der hochwürdige Herr Franz Carman, gcwcscuer k. f. Ieldcaplan beim 47. Linien-Infanterie-Regiment uud aus dem italienischen Feldzuge von 1859 noch rühmllchst bekannt, die Kanzel, um in einer kurzen, der Bedeutung des Festes augcmesseneu Predigt in sloveni-scher Sprache die anwesenden Bergleute und Arbeiter zum Glauben uud zur Tugend zu crmahueu uud da« schöne Verhältniß zwischen der Bauleituug und den Arbeitern, von dem das heutige Fest Zeugniß gibt. auerkeuuend hervorzuheben. Hierauf celebrirte der hochwürdige Herr Pfarrer vo» Möfchnach unter Assistenz ein solennes Hochamt, welches besonders noch dnrch den eractcn Gesang des Radmanns-dorfer Mänuerauartetts verherrlichet wurde. Vor dem ^ffertorium wurde ein Opfergang veranstaltet, an dem sich sämmtliche Herren Beamten und alle Arbeiter betheiligten. Nach vollendeter kirchlicher Feier sammelten sich alle Arbeiter vor der Kirche, wo die Volköhymuc von der Musil-baude gespielt wurde. Hierauf wurde in derselben Ordnung mit klingendem Spiel und uuter Pöllcrschüssen zum Tunnel zurückmarschirt, allwo heute jede Arbeit ruht; den Arbeitern wird nun ihr Wochculoh» ausgezahlt, zudem werden sie noch mit Vier, Käse uud Brot gratis betheilt — und es steht zu hoffen, daß dicfes schöue Fest durch nichts getrübt werdeu wird. Wie ich veruehme, wurde der Tag auch von deu Bergkuappen der Gelverkschafteu Iauerburg und Sava festlich begangen. — (Aus Graz) erhalten wir die Nachricht, daß das Preßgcricht die Confiscation der „Tagespost" vom 2. December wcgcu eiues Artikels über deu dalmatiuischeu Auf-staud nicht bestätigt uud die Preßklage zurückgewiesen hat. Die Klage lautet auf Störung der öffentlichen Ruhe, Auf- 2060 wieglung und Beleidigung des Reichsrathes. Der Staats-anwalt hat die Berufung eingelegt. — (Die Presche rn seier) wurde auch heuer von den slovenischeu Etudirenden in Wien begangen. Herr Lokar spielte eine Piano-Pie«?e, Herr Kos ein Violinstück. — (Feuer.) Gestern Nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr brach in der Polanavorstadt in einem Stalle Feuer aus. Derselbe verbrannte. — Der heutigen Nummer unseres Blattes liegt eine literarische Beilage bei, welche wir für die herannahende Weihnachtszeit der freundlichen Beachtung unserer Leser empfehlen. Ncuelle Post. Der Inhalt der Thronrede ist nach Mittheilung der..Presse" noch nicht festgestellt, dieselbe sollte in einem auf gestern anberaumten Minislcrrathc unter dem Vorsitze Sr. Majestät dcs Kaisers berathen werden. Zum Präsidenten dcs Herrenhauses soll Fürst Carlos Auers-perg auscrschcn sein. Nach der „Tr. Z." ist die Dampfyacht „Greif" mit Ihrer Majestät der Kaiserin am 5. d. M. Abends ^ auf 9 Uhr nach Ancona abgefahren, wo nach sehr günstiger Fahrt die Ankunft am 6 d. halb 10 Uhr Morgens erfolgte. Die Ncise nach Nom wurde um 3 Uhr Nachmittags fortgesetzt. In dcr Nacht vom 6. auf den 7. d.M. wurde Ihre Majestät in Nom erwartet. Von Reichs rathsvorlagen werden genannt: Ein Gesetz betreffs Einführung des metrischen Maßeö und Gewichtes. Hausirgcsetz, Dampftesselgesctz, Börsm- gesctz. l^' Ueber das Fischhof'schc Buch sprechen sich die czechischcn Blätter noch nicht aus, indem sie nur Auszüge daraus als Angriffe gegen ihre Gegner rcgi« striren, während die deutschen Journal»: Böhmens sich offen gegen die Tendenz und die Vorschläge Dr. Fisch-Hofs erklären. DaS „N. Fr. Bl." vernimmt mit Bestimmtheit, daß FM^. Graf A ucrsperg daS Commando in Dal-matten behalten wirb. Dasselbe Blatt berichtet, daß am 7. d. M. eine Ministerconferenz sich mit der dalmatinischen Angelegenheit beschäftigte und eS verlautete, daß die Pacification Dalmaticns mit erhöhter Energie und entsprechenden Strcitträften demnächst werde fortgeführt werden. Auch dcr „Tagespresse" wird aus Trieft, 7tcn December telegraphist: Neneslen Nachrichten aus Budua zufolge sind jetzt im Flachlcmde Zufta Gerba bis zu den Palli A^i auf dcr Straße nach Caltaro zwei combinirte Trupprncolonncn untergebracht und stehen in Bereitschaft, in die Gebirge zu rückcn, um die Insurgenten aus Pri-vori und Maini zu verdrängen und um diese wichtigen Positionen wieder zu bese cn. Die kriegerische Action dürf«c in den nächsten Tagen beginnen. Auch Stanjeoi? soll besetzt werden. Aus London, 7 December wird telegraphirt. daß am 6. d. M. die Herzogin von Au male gestorben ist. (Marie Caroline, Herzogin v. Aumale, gcboren 26ten April 1822. war eine Prinzessin von Neapel, Tochter des Prinze» Leopold von Salerno.) Aus Paris wird dcr ..Presse" telegraphirt, daß Oesterreich mit del-. Mächten in Verhandlung getreten sei, um die Zustimmung derselben zur Entsendung von Truppen auf türkisches Gebiet wider die aufständischen Dalmatiner zu erhalten. Der kaiserliche Prinz! soll im April als großjährig erklärt werden. Telegraphische Wechselconrse vom 7. December. 5perc. Metalliques 6005. — 5perc. Metallic,»"? mit Mai. und November-Klüsen 6" ,05 - 5perc. Natioual-Anlsb.cn 6^.80. — 1860er Slaat«üanlelion ^»7.-. — Vanlaclieu 729. - Lrcdit-Nclicu 257.25. — i!oudon 124.15». — Silber 121.60. — K. l Ducaten 5,84. Theater. Heute: Maria Theresia und die Jesuiten, Schauspiel in 4 Acten. Morgen: Katharina die Zweite und ihr Hof, Schauspiel in 4 Acten, Handel und Wolkswirthschastliches. Vaibach, 7. December Auf dem heutigen Marltr sind erschienen : 5 Wagen mit Getreide, 12 Wagen und 1 Schiff (7 Klafter mit Holz. DurchschuittS-Preise._______ ____ Mlt.. M„z.- Mll^Mgz.. fi. i lr. fl. lr. ft. lr. fi.^li, Weizen pr, Metzen 5 - 5 56 Butter pr. Pfund - 45------ Korn „ 3 ^. 3 18 Eirr pr, Stlick — 2 >------ Gerste „ 2 60 3 4 Mllch pr. Maß — 10 - Hllfer „ 190 2- Rindfleisch pr. Pfd, -22------ Halbsrucht „ ------- 3 57 Kalbfleisch „ —20------ Heiden ,. 2 50 3 6 Schweinefleisch,, - 23------ Hirse ,, 2 60 2 90 Schöpsenfleisch „ __ 14------ Kuturutz „ 3-3 14 Hähudel pr. Stück — 30 — - Erdäpfel „ 190------ Tauben „ __ 15 __ _ Linsen „ 4 80------- Heu pr. Zentner 1 - ., _, Erbsen ,. 5 20 —— Stroh „ __?<)- Fisolen „ 4 50—^ Holz, hart.. PrKlft.------7 50 Rindsschmalz Pfd, - 52-------------- weiches 22"-------5 20 Schweineschmalz „ — 42 — — Wein, rother, pr. Speck, frisch, „ — 30------- Eimer .. 9 - - geräuchert ., - 42 —..... — weißer ,. ------10 Flrainburg, 6. December. Auf dem heutigen Marlte Nuo erschienen: 7« Wagen mit Getreide. 21 Wagen mit Holz, 27 W^-geu mit Speck nud 1t7 Stlick Schweine von 15—22 tr. pr. Pfd, _______ Durchschnitt« -Preise. ^^^______^ si. lr. fi. lr. Weizen pr. Metzcn 5 45 Butter pr. Pfund , - 41 llor» „ 3 30 Graupen pr. Mas; . Gerste „ - — Eier pr. Stück . . — 2j Hafer ,. 2 - ' Milch pr. Maß . — 1" Halbsrucht „ 3 70 Rindfleisch pr. Pfd. — 20 Heiden „ :i 10! Kalbfleisch „ — 24 Hirse ,. 3 20 Schweinefleisch „ — 22 Knlnrutz ,. 3 20 Schöpsenfleisch „ — 16 Erdäpfel ,. 1 45 Hähndcl pr. Stück — 24 Linsen „ — — Tanben „ — 12 Erbsen „ — — Heu pr. Zentner . - — Fisolen „ 3 52 Stroh „ . - - Rindöschmalz pr. Pfd. — 5t Holz, harte?, pr. Klft, 6 30 Schweineschmalz „ — 40 — weiches, „ 4 — Speck, frisch, „ — 29' Wein, rother, pr.Ei,i>er -- — Speck, geräuchert, Pfb, — — !' — wclßrr „ — Volköwilthschastlichcs. Die Volköwirthschaft und die Schule. (Ans dem „Arbeitgeber.") Seit ciuer Reihe von Iahten haben wir uns mit dcr Frage beschäftigt, wie man die einfachsten Grundsätze dcr VoltswirthschaflSlehre der Jugend begreiflich machen könnte. Daß ein derartiges Bedürfniß vorliege, erschien um so klarer, als namentlich die männliche Jugend der Volksschulen in dcr Regel unmittelbar ins Lcocn über» tritt, ohne ülicr Mittel und Wege der Wirthschaft cini» gcrnillßen unterrichtct zu sein, was heutzutage unbedingt nothwendig ist. Wir dachten ferner, wenn dcr Blick der Jugend nur einigermaßen auf eine vorurthcilsfrcie Anschauung wirthschaftlichcr Verhältnisse hingelenkt würde, so möchte ein so heilsamer Einfluß auf die so ungcmcin wichligc Berufswahl geübt werden, welche znr Zeit noch fast rein co n v en t i onell cn oder zufälligen und in der Rcgcl höchst unreifen Entschließungen unterliegt. Oar zu häufig wird ein Beruf gewählt, welcher mit der gewöhnlichen Volksschulbilduug entweder ganz aussichtslos, oder mit relativ bedeutenden Opfern an Zeit und Geld für Weiterbildung, mit weniger Aus» sicht auf wirtschaftlichen Erfolg erlernt wird. Eine nicht unbeträchtliche Zahl junger Leute müht sich mit Arbeitsarten ab, welche ihre Kräfte übersteigen, weil! ihnen die nöthige allgemeine und Fachbildung fehlt, i .llteleoruloliMe Nelilitt,'lNmll.U''l ill UlMach. 6^1. Mg. 382.41. ^. 0 s O. schwach trübe ' 7. 2 ., N. 33! „l -j- 2.2 O, mäßig ganz bew. 0.oa ^ >0„ Nb. 331 78 — 0.«, O. schwach ganz bew, > ^ Vormittags Wolkendecke geschlossen. Gegen Abend Nufheite-' rung auf lurzc Zeit. Kalter Ostwmd. Das Tagcsliiiltcl dcr Wärme ! ^. 0 9", um 0 9" Über dem Normale.________ __________^. Anderseits beeinträchtigt die reine Elementarbildung, wenn sie den Unterricht in den sogenannten Realien vernachlässigt, durch ihre formale Gleichförmigkeit gar leicht die individuelle Entwicklung dcr Geistesanlagen und erzeugt uniforme Massen; je nach localcn Verhältnissen und Gelegenheiten wenden sich diese Massen immerfort den gleichen Beschäftigungen zu und schmälern sich den ttohn dcr Arbeit, während Piele auf andern Gcbictcn zu ihrem eigenen und zum Wohlc des Ganzen mehr leisten könnten, wenn ihre besondern Fähigkeiten und Neigungen gc-hörig geweckt worden wären. Es ist »«ohl keine Fragr, daß hier noch cinc ^ücke besteht, daß dcr Sprung von der Schulbank in den Beruf fast ohne Vermittlung vollzogen wird, während die Berufswahl mit um so größerer Ucberlegnng und Vorsicht getroffen werden sollte, je früher der wichligc Schritt vollzogen wird, was nur auf Grund einiger Einsicht ins wirthschaftliche Volksleben geschehen kann. So lange aber in der Pädagogik noch das Vor-urtheil herrscht, als ob man die Kinder nur rein for< mal unterrichten und erziehen dürfe, wird cs schwer sein, die Lehrer für die Idee zu gewinnen, daß die Wirth-schaftlichc Bildung ein wesentlicher Theil allgemeiner Volksbildung ist; denn cs soll dieselbe das gegenseitige Verständniß und das hierauf beruhende Zusammenleben und Zusammenwirken dcr Glieder eincs Gemeinwesens begründen und erhalten, hingegen die frühzeitige Verfolgung von Sonderintercssen und dic hieraus entstehende egoistische Verengung des Denkens und Strebens so viel als möglich zu verhindern suchen. Eine vorurthcilsfrcie klare Einsicht in die wirth« schaftlichcn Verhältnisse verspricht abcr dcn falschen Egoismus zu beseitigen; denn sie zcigt dem Einzelnen, wie er sich inmitten dcs vielgestaltigen und wechsclvollm Lebens zu rathen und zu helfen hat, damit scin Schicksal nicht slctö das Werk dcs Zufalls und feiner Umgebung, son« dcrn seiner eigenen Thaten wcrdc. Erzichuug heißt nach Göthc: die Jugend an die Bedingungen gewöhnen, zu dcn Bedingungen bilden, unter denen man in dcr Wclt überhaupt, soduun aber in besonderen Kreisen existiren kann." Arbeit und Eapital sind nicht blos Wirth-schaftlichc, sondern auch geistige Facloren unseres LcbeuS geworden. Der Besitz bildei die materielle Grundlage dcr Persönlichkeit, das Streben nach Besitz ist ein Streben nach Unabhängigkeit. Der Erwerb des Bcsiz-zcS ist im höchsten ethischen Sinne eine staatsbürgerliche Pflicht; die Trägheit und Unwirthschaftlichteit sind Vergehen gegen die sittliche Ordnung, weil sic die Selbst-ständigkeit dcs Einzelnen untergraben, und diejenige deS Ganzen gefährden. Dic Ehre des Besitzes ist die Anerkennung, die man Völkern als wirthschaftlichcn Factorcn zollt, dic Achtung vor dcn materiellen Bedingungen dcr g c i stig en E n t w i cke l ung dcr V ölker. Der naive Zustand, in welchem die Armuth als der Boden dcr cdlc-rcn ^cbensauffassung und die Verachtung dcr wirthschaftlichen Güter als ein Beweis von Scclcnstärte gedacht wurde, ist überwunden; dcr Besitz ist zur Anerkennung seiner Berechtigung und Bedeutung für die gesellschaftliche Entwickelung der Völker gelangt. Hieraus folgt nun, daß unfcr Wirthschaftslcbcn so geordnet und geregelt werden sollte, daß die materielle und sittliche Entwickelung jedes redlich Arbeitenden gefördert, ihm die Früchte sei< ner Arbeit so wcnig als möglich geschmälert werden, damit er zu Vcsitz und Unabhängigkeit gelange. Als pädagogische Consequcnz ergibt sich daraus die Nothwendigkeit, die geistige und sittliche Kraft zu stärken, mit welcher die Jugend ins ^cben tritt; besitzt sie außerdem dic Fähigkeit, den matericllcn Erscheinungen vorurthcilsfrei ins Auge zu schauen, so wird sie sich wohl in dcr Welt zurechtfinden. Unfere Schulbildung hat sich daher mehr der thatsächlichen Gestaltung der Dinge zuzuwenden und nicht blos formale Ziele zu verfolgen. Die Ncalbildung nu>ß auch Zweck der Voltsschule werden; abcr begreiflich^ Weise nicht als wissenschaftliche Disciplin, sondern >n der Gestalt dcr wirlhschaftlichen Vorbildung. l Verantwortlicher Redacteur: Iguaz v. K l c i n m a U r^^ Rnsl?n!ipNs^! Wien, 6, December. Die Börse war schon im Vorgrschäftc rückgängig, so baß die im gestrigen FcicrtagSgeschäfte vorgekommenen PrciSbessermigeu verloren gingen. M' WlllllN^lH'lUN. lagg besserte sich dic Siimmuug ctwaö; zum Schluß trat eine uenc Reaction ein. Reute, Prioritäten und sonstige AulagSpapiere wurden von dicscr Äcweguuq wenig benW'l' einige Banl- und Vahupapiere notiren sogar etwas hoher als Samstag und Lose aller Galtungru blieben sehr beliebt. Lcidcnd waren in der Hauptsache nur die Speculatiouöwerthe und auch lM' faulen nur Anglo bedeutend unter die Schlußuotiz vo» Samstag, Devisen warm um eine ^tleiniglcit billiger^________________________ ^U. Allgemeine Hta a to schuld. ssilr 100 fl. Geld Waare Einheitliche Staatsschuld zu 5> pEt.: in Noteu verziusl, Mai-November W,- «0.10 „ ,. „ Februar-August 5<».-.. Silber ., Jänner-Juli . U9.!^0 70.10 .. ,. „ April-October. «9.70 lüiM , Steueranlchen rückzahlbar (?) . W.25 W.75 i-'ose v I, 1«'!9 . ' . 22«.!)0 229.50 ., .. 1B4 (4'/'.) zn 250 fl. 90.5,0 91,— „ ., 1UU0 zu 500 fl. . . 96.25 96 35 ,. „ 18Ü0 zu 100 fl. . . 102.- 102,50 „ ,. 1«;.. Galizien .... „ b „ 7i>,75 78.25 Nieder-Oesterreich. . „ 5 .. 94.— 95. Ober-Oesterreich . . ,. 5 „ 94.50 95,— Siebenbürgen ... „ 5 „ 76 — 76.50 Sttlermarl ... ., 5 „ ^ — 92.-U..°aru .... « 5 „ 79 50 80.- - Viicdcrläudischc Äanl .... —.-— ^-."^ Äcreinsbanl......94— 95. Pertrhrsbant.......113 - N4.- Wiener Baut......62,— 63.- «. Actie» von Transportunterneh, mnnaeu. Ocld Waare Alfüld-Fimnaner Vahn . . . 1«9.50 170. - Bl'hm Weslbahn.....224.- 225,— Earl-i'ndwig-Bahu.....244,75 245.— Donan.'Dampsschifff. Gescllsch. . 54«.- 55l,— Elisabrth-Westbahu.....195.25 195 75 Ferdinand«.Noidbahu . . - 2090,-2095.— F>lnstnchc.,-Barcser-Bahn . . 178.- 178.50 Franz-Iosepl,s.Bahn . . . .181,50 182.50 l Lcmbtra.-Lzern.-I°ssyer-Vahn . 199.50 200. > Geld Waare > l,'lo«d. üfterr........320,- 322 — Omnibus " I'. Prioritätsobliaationen. i. 103 fl. ö. W. " ' Geld Waare Elis.-Weslb. in S. verz. (l, Emiss.) 91,50 !»2,^. FerdinaudS-Nordb. i» Sllb. verz. 106.50 107.- Franz'Iostphs-Vahn .... 92.75 9335 G.Larl-Ludw.V.i.S.verz.I.Em. 101.50 102.50 Geld Waaic Ocsierr. Nordwestbahn .... 9075 l'l-25 Sicbcnb. Vahn in Silber vcrz. . 87.75 88,-^ Staatsb. G.3"/«ä5>00Fr. «l.Em. 137,50 138^7 Sildb.G. 3'/..» 500Frc. « . .120,50 120?» Slldb.-Bons 6 7, (1870-74) ä 500 Frcs......244.— 245.^ «. «privatlose (per Stuck.) Ereditanfio.lt f.Handeln.Gew. Geld Waa" zu 100 fl. ii W......itzf,- ^«.^ Rudolf-Stiftung zu 10 fl. . . 16.- 16"" Wechsel (3Mon) Geld Waa" Augsburg fllr 100 ft, sildd. Ä. W3.60 10.'i.7" Frankfurt a.M. 100 fl. detto U>3.?0 1W ^ Hamburg, silr 100 Marl Blll:co 91.80 9l.»" London, sur 10 Pfund Sterling 124 40 I24,<" Pari«, fllr 100 Franc« . - . 49.40 49 4'' lfliurK der Gelldsvvten Geld W°°re K. Miwz-Ducatei; . 5 ft. 86; tr. 5 st. 8? ^. Napolconsd'or . . 9 „ 92z.. 9 ,. ^ " Vercinsthaler . . . 1 .. 83^ « ,._^ " ^ ' Silber . . 122 ,. 25 .. 122 .. 50 „ «rainische '^" v°tn°twm°: 8650 Oeld. 90 W°^