Annalen der kaiscrl. königl. Lrm-ioirtUchsfts OeMfchsft i n K V a i Zs. II. Rbr h e ilu n g. I. Hef t. Laibach. Gedruckt bei Ignaz Alois Edlen v. Klcinmayr. L / V o V w o V t mr die k. "r. Werren Mitglieder ver k. k. krairrifchen Land- wirthfchafts - Gesellschaft. ^^^it der am 21. März l. J. abgehaltenen Sitzung unserer vaterländischen Landwirthschafts-Gesellschaft, welche unter dem Vor¬ sitze Sr. kaiserl Hoheit des durch!. Prinzen und Herrn Johann (Baptist), kaiserl. Prinzen und Erzherzogs von Oesterreich rc., un- sers gnädigsten obersten Protectors, abgehalten wurde, beginnt für Sie, verehrte Herren Mitglieder, ja für unser Land — eine neue Epoche. Welches Monument können wir zum Andenken eines so ein¬ flußreichen Ereignisses, als es die Anwesenheit des erhabenen Be¬ schützers unserer Gesellschaft iw unserer Mitte ist, errichten? Wohl dürfte kein Denkmal zur schuldigsten Verherrlichung so hoher Herablassung höher gestellt und dauerhafter seyn, als wenn wir einen Beweis liefern, daß es uns Allen Ernst ist, die in den Statuten der Gesellschaft enthaltenen Pflichten und Verbindlichkei¬ ten genau zu erfüllen. Won dieser Ansicht ausgehend, und durch die huldvolle und väterliche Herablassung und Belehrung Sr. kais. Hoheit aufge- rnuntert, werden wir vor Allem besorgt seyn, daß künftighin in der Herausgabe unserer Annalen keine Unterbrechung Statt finde. Da jedoch unsere Annalen nicht bloß die Verhandlungen der Gesellschaft, sondern nach dem VI. §. der Statuten auch mehrere andere Gegenstände enthalten sollen, so mag mit dem gegenwär¬ tigen Hefte die zweite Abtheilung oder die neue Folge un¬ serer Annalen ihren Anfang nehmen, welche künftig unter dem Titel: „Annalen der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Kram, zweite Abtheilung", erscheinen werden. Weil aber einige Hefte von der ersten Abtheilung noch nicht erschienen sind, so wird sich der permanente Ausschuß bemü¬ hen, die vorhandenen Materialien zum Drucke vorzubereiten; da¬ mit sobald als möglich auch diese Lücke in unsern Annalen ausge¬ füllt werde. — Die Grundlage der Wirksamkeit einer jeden Landwirthschafts- Gesellschaft, in so fern sie ihrer dreifachen Bestimmung, nämlich: der Begründung, Erweiterung und Verbreitung landwirthschaftli- cher Kenntnisse — vollkommen entsprechen will, können keine an¬ dern Gegenstände ausmachen, als: 1) eine genaue, nicht bloß landwirthschaftliche, sondern auch geognostisch-geologische Kcnntniß desjenigen Territoriums, in wel¬ chem sie den Baum des Wohlstandes pflanzen und pflegen soll; v 2) eine umfassende statistisch - ö'conomksche Darstellung der drei - Grundbeschästigungen eines Volkes, als: der Urproduction, Zndu- n strie — oder des Manufakturwesens — und des Handels; 3) ein genaue Ermittlung der etwaigen Hindernisse, welche r den ebenbenannten Produktionszweigen im Wege stehen, und e 4) die Auffindung und Herbeischaffung derjenigen Mittel, die geeignet sind, nicht nur die etwaigen Hindernisse zu beseitigen, son¬ dern auch die verschiedenen (vorzugsweise landwirthschaftlichen) Zweige der Dolksthätigkeit auf jenen Grad der Vollkommenheit zu bringen, deren sie, vermöge der örtlichen Verhältnisse', fähig sind. Unser Augenmerk muß daher vor Allem, wenn sich unsere Derhand- ) lungen auf eine feste Basis stützen und segenreiche Früchte tragen - sollen, dahin gerichtet seyn, die eben angeführten Gegenstände mit - allem Fleiße zu bearbeiten. Wir erkennen, daß es vorzugsweise an uns ist, den Boden zu untersuchen und vorzubereiten, auf welchem wir den Baum pflan¬ zen und pflegen wollen, mit dessen Früchten sich unser Land laben, und unter dessen wohlthätigem Schatte» der ermüdete Landmann Erholung finden soll. Wir erkennen aber auch, wie sehr wir der thätigen Hilfe der Herren Mitglieder zur Erreichung des vorgesetzten Zweckes bedür¬ fen. Nie werden unter uns verklingen die väterlichen Worte Sr. kais. Hoheit unseres allergnä'digsten obersten Protektors, welche wir aus höchst derselben Munde in unserer Mitte vernommen haben: «Ich glaube, daß sie alle ihr Vaterland lieben, und daß sie diese Liebe dadurch beurkunden werden, das Wohl ihres Vaterlandes nach Möglichkeit zu unterstützen." — Mögen diese unvergeßlichen Worte ihre reichlichsten Früchte bringen, und zum immer mehr steigenden Wohlscyn unseres Da¬ landes die Grundlage bilden, auf welcher demselben immer neue Zweige dieses Wohlseyns erwachsen sollen! Dom permanenten Ausschüsse der k. k. kraini- schen Landwirthschasts- Gesellschaft. Laibach am 9. August 1836. Jahrgang L 8 3 G LI. Atztheilnns- k. Heft. SODO' Sitzrmgs - Protokoll. ^Ae. k. k. H o h eit, der durchlauchtigste Prinz und Herr Johann Baptist, kais. Prinz und Erzherzog von O esterce ich, königlicher Prinz von Un¬ garn und Böhmen rc. ec., oberster Protektor der k. k. krainischen Landwirthschafts - Gesellschaft, haben über die, durch Sc. Excettenz unsern hochverehrten Herrn Landesgouverneur, Joseph Camillo Freiherrn v. Schmid bürg, als Protektor dieser Gesellschaft, Höchstdenselbcn'zur Kenntniß gebrachte Resig¬ nation des hochwürdigsten Herrn Fürstbischofes zu Laibach, Anton AloiS Wolf, als Präsidenten der nähmlichrn Gesellschaft, mittelsdes hohen, an den Herrn GesellschaftS-Protektor erlassenen Schreibens vom ^„März l. I. die Abhaltung einer allgemeinen Versammlung auf den 2i. d. M., mit der gnä¬ digsten Bemerkung zu bestimmen geruhet, daß Höchstdieselben solcher per¬ sönlich beiwohnen werden. Wiewohl der Zeitraum von dem Eintreffen dieser hocherfreulichen Bot¬ schaft bis zum Sitzungstage sehr kurz, und kaum genügend war, die frohe Kunde im Lande zu verbreiten, so sah man doch 151 Mitglieder aus allen Ständen, und von den entferntesten Gegenden aller drei Kreise der Provinz in dieser, sonst noch nie erreichten Anzahl zu einer Versammlung strömen, zu welcher selbst der Präsident der kärntnischen Schwester-Gesellschaft, wel¬ che hievon bloß durch den Ruf in Kenntniß gesetzt wurde, der hochwürdigste Fürstbischof von Gurk, Herr Georg Mayer, inBegleitung des Mitgliedes des dortigen permanenten Ausschusses, Herrn Jakob Scheließnig, so wie von jenem aus Sleyermark das hiesige, verehrte und in dieser Provinz be¬ güterte Mitglied, Herr Freiherr v. Mandell, cingetroffen sind. Wirklich langten der durchlauchtigste Prinz am 26. d. M. im er¬ wünschten Wohlseyn in unserer Hauptstadt an, und begaben sich den 2i. d. M. um 9 Uhr Vormittag inBegleitung Sr. Excellenz unscrs hochverehrten Herrn Landesgouverneurs und Protektors in das ständische Landhaus, wo Höchst¬ dieselben von dem, durch den k. k. Herrn Gubernial-Rath und Kreishaupt- mann, Joseph FluckEdlenv.Leidenkron, als Gesrllschafts-Altersprässden- Lnvaleu der k. k. Landwirthschaftsg. in Laibach» 1 ten geleiteten Gesellschafts-Ausschüsse, welcher Sr. kais. Hoheit schon Tags vorher sich vorzustellcn die Ehre hatte, an der Treppe ehrfurchtsvoll empfan¬ gen und in den Landkagssaal, wo die Gesellschaftsglieder versammelt waren, begleitet wurden. Nachdem S e. kais. Hoheit die zahlreiche Versammlung mit herzcrhe- hender Huld bewillkommt halten, ließen H o' ch st d j e se l b e n die Verhandlungen eröffnen, und der Herr Alterspräsident begann mit folgender Anrede:. Euer kaiserliche Hoheit, Durchlauchtigster Prinz! „Vor Allem erlauben mir Euere kais. Hoheit, ,'m Namen eines jeden einzelnen Mitgliedes und der ganzen Gesellschaft, als deren Organ, Euerer kai s. H o h eitdie lebhafteste, ungeheuchelteFreude über Euere kais. Hoheit glückliche Ankunft, und den heißesten Dank für Hö'chst-Jhre, die Gesell¬ schaft so ehrende Gegenwart bei ihrer heutigen Versammlung ehrerbiethigst auszusprcchen.« „Die Gesellschaft verkennt nicht, wie sehr cs heute an der Zeit, und der erhabenen Anwesenheit ihres hohen, obersten Prolectors angemessen wä¬ re, landwirthschaftliche Gegenstände von höherer Wichtigkeit, und einflu߬ reichem Belange in Vortrag, Berathung und hösung zu bringen; doch der, dem permanenten Ausschuss« von der Ausschreibung dieser allgemeinen Ver¬ sammlung bis heute erübrigte Zeitraum hat cs ihm, gegen bessern Willen, unmöglich gemacht, die zu solchen Vorträgen erforderlichen Materialien und Behelfe, insbesondcrs von den Herren Mitgliedern der Gesellschaft, vorläufig zu sammeln." - „Die Gesellschaft vertraut daher auf die einsichtsvolle Nachsicht Euerer kais. Hoheit, und bittet ehrfurchtsvollst, ihrBeslreben, demLande durch ihr Forschen, ihre Erfahrungen und ihr Wirken in allen Zweigen des weiten Bereiches der Landwirthschaft nützlich zu seyn, nicht bloß nach den heutigen Vorträgen beurtheilen, sondern gnädigst berücksichtigen zu wollen, daß die heutige Versammlung mehr die Wahl eines neuen Eesellschafts-Präsidenten, als die Verhandlung mehrerer, ausgebreiteter landwirthschaftlicher Gegenstän¬ de zum Zwecke hat." »Nach dieser allerunterthänigsten Vorerinnerung und Bitte erlauben Euere k. k- Hoheit, daß zu den Vorträgen, nach dem Inhalte desvorliegen- Len Programms, übergegangen werde." I) Hierauf trug das Ausschußmitglied der k. k. Rath und Bürgermeister, Herr Johann Nep. Hr a d e c z ky , den Administrations-Bericht über die vom Ausschüsse seit der letzten allgemeinen Versammlung verhandelten Gegenstände vor. Aus diesem entnahm die Gesellschaft mit Vergnügen, daß nun die bedeutende Moraststrecke, Jllouza, zur Cultur kommen, und dabei die Gescllschaftsglieder, Herr Franz v. Gromadzky und Herr Or. Joseph Orel, die zur allgemeinen Ermunterung angeordnete Be- urbarung des darin befindlichen.Terrains, welcher den Namen Fran- zcnshof führen soll, aus dem, von der Munificenz weiland Sr. Ma¬ jestät des höchstseligen Kaisers Franz I. herrührendcn Fonde pr» 1741 fl. IZ kr., im Namen der Gesellschaft leiten werden. II) Das Ausschußmitglied, der HerrHerrschafks-Inhaber Fran; Galle, referirte sodann über die Relation der, in der letzten allgemeinen Ver¬ sammlung committirten Gesellschaftsglieder, in Betreff des vom hohe» Gubernio abgeforderlen Gutachtens, wegen Einführung einer neuen Waldocdnung in Krain. Die Anträge des Referenten sind ohne Ge¬ genbemerkung zum Beschlüsse dec Gesellschaft erhoben worden. AuS dem ferneren Vortrage desselben Herrn Referenten, hat die Gesell¬ schaft mit Vergnügen die erfreulichen Fortschritte vernommen, welche die Cultur des Maubeerbaumes in Krain überhaupt, und insbeson¬ dere jene des iVIcwus rnulticaulis, dann der Seidenzucht seit der letzten Versammlung gemacht hat. Wie sehr das Laub des l^Iorus inultiaaulis zur Fütterung der Sei¬ denraupen, selbst unter ungünstigen Verhältnissen, wie sie im verflossenen Jahre waren, geeignet erscheint, darüber hat das, um die Landes- cultur sehr eifrig wirkende Mitglied, Herr vr. Joseph Orel,, den spre¬ chendsten Beweis geliefert. Dieses ebenbenannle Mitglied fütterte im vorigen Jahre einen Theil seiner Seidenraupen mit dem Laube des Dlorus niulricanlis, und legte die hieraus erzeugte Seide von treffli¬ cher Qualität der Gesellschaft zur Einsicht vor. In einem dritten Vorträge forderte Herr Franz Galle zur erweiter¬ teren Cultur der Wurzelgewächse im Allgemeinen, und insbesonderS zur Anwendung der Dämpfe bei der Fütterung der Hausthiere (be¬ sonders bei rauhem Futterstoffe, bei welchem vorzugsweise die nähren¬ den Bestandtheile mit Hilfe des Dampfes entbunden werden, auf). Auch diese Aufforderungen haben allgemeinen Anklang gefunden. III) Reif durchdacht, und wissenschaftlich ausgestattet war der Bericht des Gesellschaftsmitgliedes, Herrn l)r. Franz Hlubek, k. k. Professors der Landwirthschaftslehre und Naturgeschichte hier, über die, auf der Herrschaft Kaltenbrunn im Jahre 1835 in Gang gesetzte schottische Dreschmaschine. Die Gesellschaft schenkte diesem Vorträge die allge¬ meine Aufmerksamkeit, und genehmigte dann einhellig den ferneren Antrag des Herrn Referenten, eine Rebenschule auf dem Versuchs- Hofe der Gesellschaft in der PMnavorstadt zu errichten. 1 * Von demselben Herrn Professor sind dann folgend« Gegenständ, de, (Jesellschaft zur Kenntnißnahme vorgclegt worden: a) Ein Formular zum Behufs einer landwirihschafllichen Beschreibung der einheimischen Rebensorten; L) eine landwirthschaftüche Classification der, inUnterkrain cultivirkcn Neben; a) mehrere verschiedener Bodenarten Krains; und , F. I- Schopf, Justiziär und Güter-Jnspector in Wien. Endlich wurde zum neuen Präsidenten Herr Wolfgang Graf von Lich¬ tenberg, Verordneter des Hecrnstandes und Inhaber der Herrschaft Schnee¬ berg in Krain, durch überwiegende Stimmenmehrheit erwählt, und über dessen hochherzig ertheilte Zusicherung, die Stelle annehmen zu wollen, be¬ schlossen, sich für diese Wahl die allerhöchste Bestätigung Sr. Majestät, des allergnädigsten Monarchen, im statutenmäßigen Wege zu erbitten. Dann hat der Herr Alterspräsident die Versammlung mit folgender Denkrede geschlossen: « Euere kaiserliche Hoheit, Durchlauchtigster Prinz! Nun sind alle, der heutigen allgemeinen Versammlung Vorbehalten«» Gegenstände erledigt. Es erübrigt mir somit nur noch die ehrerbiethigste Bit¬ te: Euere kais. Hoheit geruhen die Gefühle der unbegränzten Hochachtung, Liebe und Dankbarkeit, wovon die Brust jedes einzelnen Mitgliedes für die, der ganzen Gesellschaft, durch die GegemvartEue rer kais. Hoheit ge¬ wordene, unvergeßliche Gunst durchdrungen ist, mit angestammter Huld gütigst SU genehmigen. Die hohe Aufmerksamkeit, welche Euere kais. Hoheit dadurch dieser Landwirchschafls-Gesellschaft, und ihren bisherigen, geringen Leistungen be- thätigten, wird derselben unter der Leitung ihres neu gewählten Herrn Prä¬ sidenten zur wirksamsten Aneifcrung dienen; sie wird die Bemühungen eines jeden Mitgliedes steigern, und die veranlassende Ursache der wohltha'tigsten Folgen seyn. Hiemit erkläre ich — unter dem aufrichtigsten, herzlichsten Rufe—die heutige allgemeine Versammlung geschlossen: Gott erhalte uns noch lange Se. kais. Hoheit, unfern allcrgeliebten obersten Pr.o- , tector, den um die Wissenschaften und um die Land wicth- schaft so hochverdienten Erzherzog Johann. Bei diesen Worten brach die ganze Versammlung in ein enthusiasti¬ sches Lebehoch aus. Se. k. k. Hoheit geruhten hierauf der Gesellschaft, über deren so zahl¬ reiche Versammlung, gnädigst Hochdero Wohlgefallen zu erkennen zu ge¬ ben; dieselbe zum eifrigen Zusammenwirken, zur Beharrung in Geduld und Anstrengung, welche die Pflege eines Baumes, mit dessen edlen Früchten sich das ganze Land laben, und unter dessen weit ausstreckenden Aesten der ermüdete Landmann Erholung finden soll, unerläßlich erheischet, aufzumun- tcrn,— erklärten huldreichst, die Abendstunden noch dem Ausschüsse der Gesellschaft zur Detail-Rücksprache widmen zu wollen, und verließen, nach gepflogener Besichtigung der, zu den gehaltenen Vorträgen aufgestellten Mo¬ delle, und herablassender Rücksprache mit mehreren Gesellschaftsgliedern, um ein Uhr nach Mittag den Versammlungssaak. Darauf wohnten S e. k. k. Hoheit mit gütigster Herablassung und Heiterkeit auch der, im Redoulensaale vorbereiteten Gesellschaftstafel bei. Abends hatte der Ausschuß unter Leitung des neu gewählten Herrn Präsidenten die Ehre, die Ansichten S r. kais. Hoheit über den Organismus des Ausschusses, über seine Geschäfts» Vertheilung, und mehrere andere, das Wohl des Landes im Bereiche des gesellschaftlichen Wirkungskreises be- v treffende Gegenstand« zu vernehmen, und mit den gehaltvollsten Belehrun¬ gen bereichert zu werden. Den 22. März Früh um 5 Uhr haben Se, kais. Hoheit Ihre Rückreise angetreten. Die innigsten Segenswünsche für Höchst-Jhr stetes Wohlseyn^beglei- tcten Sie, und dec Gesellschaft, welche durch die huldvollste Herablassung Hochderselben, durch so viele väterlichen Worte der Ermunterung und vor¬ handener Hoffnungen des Fortschreitens, und durch die gnädigst geschenkte Aufmerksamkeit auf so vieles nur unvollkommen und unvollendet Vorgctrage- ne höchst geehret wurde, bleibt nun die Pflicht der hohen Gnade, mit ver¬ mehrter Thätigkeit zum Wohle des Landes an die ferners obliegenden Ge¬ schäfte zu gehen, und denselben unverdrossen obzuliegen. Administeations - Bericht, vorgetragen von Herrn Johann Nep. Hradeczky, Mitglied des permanenten Ausschusses re. 46. §. der Statuten gemäß wird der hochansehnlichen Gesellschaft eine gedrängte Uebersscht der, vom permanenten Ausschüsse im Namen der Gesellschaft seit der letzten allgemeinen Versammlung verhandelten Gegen¬ stände vorgelegt. I. Gesellschaftsmatrikel. Bei dem Umstand«, daß es noch nicht allen Gesellschafts-Mitgliedern gefällig war, die ihnen zugesendeten Matrikelbogen ausgefüllt einzusendcn, war der parmanente Ausschuß auch nicht in der Lage, die, nach dem §. 16 dec Statuten vorgeschriebene Matrikel zu vollenden, und daher werden sämmt- liche Herren Gesellschafts-Mitglieder übermal ersucht, dieser Bitte recht bald entsprechen zu wollen. Falls Jemanden die gedruckten Matrikelbögen nicht zugekommen seyn sollten, wollen solche in der Gesellschafts-Kanzlei gütigst erhoben werden. II. Abänverung ver Statuten. Ueber die, nach dem 5. §. der Statuten Litt, i an daS hohe Landes- Präsidium am 2. März 18ZZ, z.Zahl 94 vorgcbrachte Bitte um Erwirkung einiger Abänderungen derselben, ist nach der hohen Präsidial, Jntimation vom 9. Juni v. I-, Zahl 1278, dir allerhöchst, Entschließung vom 2.Mai v. Z. herabgelangt. Dieser allerhöchsten Schlußfassung gemäß, finden in den Statuten des Vereins folgende Veränderungen Statt, welche der hochansehnlichen Ver¬ sammlung nach den verschiedenen Paragraphen der Statuten zur Kenntniß gebracht werden. Der bisher bestandene I7te §. wird dahin abgeändert: §. XVII. litt. b). Alle Mitglieder ohne Unterschied, ob sie den Namen eines wirklichen, correspondirenden oder Ehren - Mitgliedes führen, können den Gesellschaftsversammlungen beiwohnen, und über die vorgetragenen Gegenstände abstimmen. — Ht. c). Jedes in Laibach befindliche Gesellschafts-Mitglied, ohne Unterschied seiner Eigenschaft, hat das Recht auf den Ge¬ brauch der Bibliothek, und der Modellen- und Maschinen- Sammlung dec Gesellschaft. XI-I. Zur Entscheidung aller Geschäfte, welche nach dem 38. §. die Gesellschaft unmittelbar angehen, und die derselben in der all¬ gemeinen Versammlung Vorbehalten sind, genügt die Stim¬ menmehrheit der anwesenden Gesellschafts-Mitglieder. §. XI-V. In den allgemeinen Versammlungen erscheinen die Mitglieder persönlich; es findet keine Bevollmächtigung eines Stellvertre¬ ters und keine Rangordnung unter den Mitgliedern Statt. §. XI-VI. Der Protector läßt die Versammlung eröffnen, worauf der Präsident über jene Gegenstände Vortrag hält, die er zur Kenntniß dec allgemeinen Versammlung zu bringen, oder zum gesellschaftlichen Wohle anzulragen wünscht. Unmittelbar darauf legt der Secretäc eine gedrängte, kla¬ re, pragmatische Uebersicht aller, vom Ausschuss, im Namen der Gesellschaft verhandelten Gegenstände vor. Sonach wird in der, im Programme angekündigten Reihenfolge zum Vor¬ trage jener Gegenstände geschritten, welche von den Ausschu߬ oder andern Mitgliedern bearbeitet worden sind, und die der Entscheidung der ganzen Gesellschaft in der allgemeinen Ver¬ sammlung den Statuten gemäß Vorbehalten sind. §. XI-VIII. Jedes Mitglied gibt seine Stimme mündlich; nur bei der Ausnahme der Gesellschafts-Mitglieder wird folgendes Ver¬ fahren beobachtet: Die Namen der, vom Gesellschafts-Ausschüsse nach dem 15. §. zur Aufnahme in Vorschlag gebrachten Mitglieder wer¬ ben auf einem WahlMel abgedruckt, und jedem, in der all¬ gemeinen Versammlung anwesenden .Gesellfchafts-Mitgliede wird bei dem Beginne der Verhandlungen ein Exemplar die¬ ses NamensverzcichnisscS zu dem Ende überreicht, damit der Name desjenigen, welchem von einem Mitglieds die Beistim¬ mung zur Aufnahme verweigert wird, durchstrichcn werde. Wenn nun der Gegenstand der Wahl neuer Gesellschafts- Mitglieder an die Reihe kömmt, werden die Blätter einge¬ sammelt, und dem Präsidenten übergeben, welcher mit Bei¬ ziehung zweier Mitglieder des Ausschusses die Revision dersel¬ ben vornimmt, und das Resultat dec Abstimmungen mit Ablesung der Namen der neu aufgenommenen Mitglieder bekannt macht. Die Wahl des Präsidenten, des Secretärs und der Aus¬ schuß- oder der außerordentlichen Commissions-Glieder wird durch geschriebene Zettel vorgenommen. - DU. Der Secretär verfaßt über die, in den allgemeinen Versamm¬ lungen gepflogenen Verhandlungen das Protokoll mit 'aller Genauigkeit, und läßt es vom Präsidenten bestätigen. Nach» dem es auf diese Art legalifirt ist, wird es dem Protector vorgelegt, auf dessen Genehmigung gedruckt, und an alle Mit¬ glieder gegen Bezahlung der Auflagskosten vertheilt. Diese Abänderungen werden in der nächsten neuen Auflage der Statu¬ ten wörtlich abgedruckt erscheinen. III. Viehzucht. Es ist der hochansehnlichen Gesellschaft aus dem General-Berichte der letzten allgemeinen Versammlung bekannt, daß der permanente Ausschuß der hohen Landesbehörde die Bitte zur Vermehrung der Hornvieh-Prämien in ihrer Anzahl, und folglich zur Bestimmung kleinerer Beträge derselben aus der, zur Belohnung der Viehzüchtler jährlich allergnädigst bewilligten Sum¬ me pr. 600 fl. überreicht, und diese Bitte mit dem Anträge unterstützt hat, dis Belohnungsstationen aus dem Grunde zu vermehren, damit die Vieh¬ züchter den weiten Weg des Zutriebs ersparen; und die Preise von 25 fl-, 20 fl. und -5 fl. der Vervielfältigung wegen auf 10 fl., 8 und 5 fl. zu reduciren. Diesem Antrags ist —. laut hoher Gubernial-Verordnung 2. Juli v I., Zahl 14187, die Unterstützung an Se. Majestät von Seite der ho¬ hen Hofkanzlei versagt worden. Ueber die, im vorigen Jahre vorgsnommene Pra'mienvertheilung der allergnädigst bewilligten 6oo fl. in den Bezirken: Umgebung Laibachs, Flodnig und Veldes; Thurnamhart, Krupp, Reifnitz und Sittich; dann Loitsch, Adelsberg und Senofchetsch, ist der Nominal-Ausweis der belohn- I» ten Viehzüchter 660. 2. November 1835, durch die LandeSzeitung vom 5. Jänner l. I. bekannt gegeben worden. Es wird mit Vergnügen bemerkt, daß mehrere Landleute die auf sie entfallenen Belohnungsbeträge ihren ärmern Nachbarn abgetreten haben, und in der öffentlichen Erwähnung ihrer Be¬ mühungen den Lohn fanden. Der permanente Ausschuß ist durch den nun siel. Herrn Joseph Gra¬ fen v. Thurn, Inhaber der Herrschaft Kreutberg, zur Kenntniß gelangt, daß in Folge des hohen k.k. Hofkammer-Decretes vom 20.'September 1834, Zahl 40,714, sowohl daS ausländische Seesalz, welches den Schwärzern ab- genommcn, oder von den Flüchtlingen zurückgelassen wird, als auch dasjenige, welches mit Umgehung des Jmpostes über die illyrische Gränze ringeschwärzt, oder von den Salinen verschleppt wird, und zum Verschleiße in den Provinzen nicht geeignet ist, bei den Commercial-Aemtern durch Vermischung mit Kohlenstaub, Asche oder Kleyen zum menschlichen Genüsse untauglich zu machen, und zu technischen Zwecken oder zur Viehlecke öffent¬ lich zu veräußern, und dabei der Ausrufspceis mit der Hälfte des in Triest bestehenden Verschlcißpreises anzunehmen. Da diese hohe Entscheidung den Viehzüchtern große Vortheile gewäh¬ ren konnte, säumte der permanente Ausschuß nicht, sich sogleich an das ho¬ he k. k. Landes - Gubernium um die Mittheilung der oben erwähnten hohen Hofresolution zu verwenden. Die hohe Landesstelle hat, mit Decret vom 16. Jänner d. I., z.Zahl 804, den permanenten Ausschuß in Kenntniß ge¬ setzt, daß von Seite der wohllöblichen k. k. Eameral»Gefällen, Verwaltung bereits der Auftrag ergangen sey, das bei den Zollämtern Brod und Va- benfeld dermal vorräthige vermengte Contraband - Salz mit dem Ausrufs- Preise pr. 2 ff. 57 kr. für den Centen zu versteigern, und die Vermengung derlei Salzes in Hinkunft nur mit Kleyen vv zunehmen. Hievon werden die anwesenden Herren Gesellschafts-Mitglieder zu dem Ende in di« Kenntniß gesetzt, daß es ihnen gefällig seyn wolle, diese Be¬ günstigung vorzüglich den dürftigen Grundbesitzern in den Gränzbezirken be¬ kannt zu machen, damit sie in den Stand gesetzt werden, sich auf diesem wohlfeilen Wege die höchst nützliche Viehleckc, besonders jetzt zu verschaffen, da die Provinz von der in Ungarn herrschenden Seuche sehr gefährlich be» droht ist. Das Gesellschafts-Mitglied, Herr Karl Schmoll zu Adelsberg, hat über die ihm mitgetheilte Abhandlung des k k. DistrictsarzteS, Herrn Dr. Ju¬ lius Edlen v. Vest, rücksichtlich der wurmigen Lungenseuche und Egelkrank¬ heit der Schafe, über Einvernehmung mehrerer dortiger Gesellschafts-Mit¬ glieder, das Gutachten erstattet, daß diese Abhandlung in die Landessprache übersetzt, und auszugsweise auf Kosten der Gesellschaft gedruckt, und de» LI Schafzüchtern vertheilt würbe; wozu der permanente Ausschuß bereits die Einleitung getroffen hat. IV. Mrnstlothen - Wrlohnungkranstalt. In Hinsicht des zu creirenden Belohnungsinstitutes für gute, land- wirthschaftliche Dienstbothen ist der, von der allgemeinen Versammlung am 5. Mai v. I. genehmigte, Antrag und Entwurf der Statuten dem hohen Landes-Gubernium vorgelegt mordet, worauf Hochselbes, nach gemachter Anzeige an die hohe Hofkanzlei, die Gesellschaft mit hoher Verordnung vom ia. Jän.d J. intimirre, daß die Anzeige von dec hohen Hofkanzlei zur Nachricht genommen wurde, und daß daher die Drucklegung der genehmigten Statu¬ ten keinem Anstande unterliege. Die hochansehnliche Versammlung wird hievon mit dem Beisatze ver¬ ständiget, daß der permanente Ausschuß die nörhigen Verfügungen treffen wolle, damit dieses Institut demnächst ins Leben trete. Zu diesem End« wird sich die gütige Mitwirkung der Herren Gesellschafts-Corrcspondenlen schon in Voraus besonders erberen. V. Sctsellfchsfts - Nealit'äten. a) Polanahof. Die im vorigen Jahre bei der allgemeinen Versammlung ernannte Bewirthschaftungs-Commission des Polanahofes hat dem permanenten Aus¬ schüsse über den Zustand dieser Realität die Relation erstattet, und nach¬ dem sie rücksichtlich der Benützung derselben für das gegenwärtige Jahr an¬ gegangen worden ist, hat das Gesellschafts-Mitglied Herr vr. Hlubek, k. k. Professor der Landwirthschaftslehre hier, dem permanenten Ausschüsse einen Plan vorgelegt, nach welchem diese Realität, als ein Vcrsuchshof im Gebielhe landwirthschaftlichcr Gegenstände jeder Art, bcwirthschaftet werden sollte. Diesem Anträge konnte, so wünschenswerth es auch wäre, daß derselbe in seinem vollen Umfange realisirt würde, nicht entsprochen werden, weil dem permanenten Ausschüsse die erforderlichen Geldmittel mangeln. Damit jedoch dieser Hof nichts destowenigcr, wenn auch nur nach und nach, zum besagten Zwecke eingerichtet werde, hat der erwähnte Herr Pro¬ fessor die besondere Verwaltung desselben übernommen, die dort befindliche kleine Wohnung bezogen, und bereits mit rastloser Thätigkeit die erforder¬ lichen Vorkehrungen getroffen. Der permanente Ausschuß war in dieser Hin¬ sicht bemühet, ihm die unentbehrlichsten Geldmittel durch die Einleitung ei¬ ner Subscriptivn zu verschaffen, welche schon ziemlich ergiebige Früchte ge¬ bracht hat. IS Der Herr Professor wird auf dieser Realität die Einleitung zur beleh- renden Behandlung des Futterbaues, — der Obstzucht, — des Weinbaues, — der Seiden-Cullur, und der Bienenzucht treffen; und der permanente Ausschuß wird über das Resultat seiner Bemühungen in der nächsten all¬ gemeinen Versammlung den umfassenden Bericht erstatten. Ueber die auf diesem Hofe im verflossenen Jahre betriebene Vermeh¬ rung des Maulbeerbaumes, und vorzüglich des Hloi-us rnulticaulis wird der hochansehnlichen Versammlung ein eigner Vortrag erstattet werden. Hier wird nur noch bemerkt, daß die Auslagen auf diesen Hof im verflossenen Jahre, vermög der vom Herrn Professor gelegten, und von dem Herrn Gesellschafts-Vermögens-Revidenten richtig gestellten Rechnung, 49 fl. 37 kr. betragen haben, die aus dem Fonde des Vereins bestritten worden sind. K) Carolin en Hof. Die mit der Bewirthschastung dieser Realität committirken Gesellschafts- Mitglieder, Herr Mallilsch und Herr Schukchnig Haben zwar von diesem, auf dem Moorgrunde befindlichen Versuchshofe in Beziehung auf das vori¬ ge Jahr kein Activum ausgewiefen, aber der Gesellschaft auch keine Aus¬ gaben verursacht, obschon die von ihnen gelegte, und von den, in der vor¬ jährigen Versammlung gewählten Revidenten am 17. d. M. richtig ge¬ stellte Rechnung für sie eine Guthabung von 30 fl. 20 kr. nacluveifir, deren Ausfolgung sie aber aus dem Grunde nicht ansprechen, weil sie hoffen, daß sich diese gegen den anzuhoffenden größern Ertrag des künftigen Jahres aus¬ gleichen werde. Sie versichern, daß die Erhaltung dieses Hofes der Gesell¬ schaft auch im künftigen Jahre, wenn kein besonderes Unglück durch das Feuer oder den Reif geschieht, keine Auslagen verursachen soll. Der von Hen genannten Commissions-Mitgliedern in ihrer oben er¬ wähnten und richtig gestellten Rechnung ausgewicscne Jnventarial - Werth dieses Versuchshofes an Nutzvieh, Maierrüstung und Getreide hat mit En¬ de des vorigen VerwaltungS-Jahres betragen, und beträgt noch 324 fl. 22 kr., welchen dieselben mit dem Auslaufe dieses Jahres noch zu vermeh¬ ren hoffen. Der Grund der vorjährigen, mißglückten Ernte besteht darin, daß der am 27. Juli eingetretene Reif die Winterfrüchte und den Buchweitzen ver¬ dorben hat. Zur vollkommenen Herstellung dieses Versuchshofes, als Moorgrund- wirthschast, ist die Herstellung eines geeigneten Wirthschaftsgebäudes erfor¬ derlich, und zu diesem Ende haben die erwähnten beiden committirten Gesell¬ schafts-Mitglieder nach der vorjährigen Genehmigung der allgemeinen Ver¬ sammlung aus der Gesellschafls - Casse den Betrag von 500 fl. erhalten. IS Hievon haben fie auf die Bezahlung der bisherigen rückständigen zur Herstel¬ lung des Wohngebäudes ......... 212 fl. 24 kr., auf Beischaffung des oben ausgewiesencnJnventarial-Vor- rathes.- . 129 fl- — kr., und auf Veischaffung des zum Wirthschaftsgebäude erfor¬ derlichen Bauholzes.158 fl, -— kr. verwendet, welche Auslagen durch die, am 17. März l. I. richtig gestellte Rechnung gerechtfertigt erscheinen. Sobald dieses Wirthschaftsgebäude, zu dessen Erbauung im Prälimi¬ nar-Anträge dieses Jahres wieder 500 fl. in Anspruch genommen werden, vollkommen hergcstellt sepn wird, iwerden auf diese Gesellschafts-Realität keine Auslagen mehr verwendet werden , indem der Ertrag der bereits urbar gemachten Parzellen nicht allein den Culturs-Aufwand decken, sondern noch einen Ueberschuß zur zweckmäßigen Verwendung auf den Gesellschastshvf in der Polanavorstadt liefern wird. Welches von der rastlosen Thäligkeit und der ausgezeichneten Vorliebe der Herren Verwaltungs - Commissäre zu die¬ sem, ihnen anvertrauten Geschäfte mit vollem Grunde zu hoffen ist. Ein schwer zu unterdrückender Wunsch für den permanenten Ausschuß bleibt dec Versuch zur Errichtung eines artesischen Brunnens auf dieser Rea¬ lität, welcher den Ansiedlungen auf diesem Moorgrunde ungemein große Vorcheile gewähren würde. Lieser Wunsch dringt sich um so unabweislicher auf, je gegründeter die Hoffnung ist, ihn ohne viele Schwierigkeit realist- ren zu können, indem sich mitten in dieser., 4 Hi Meilen großen Morast« fläche mehrere sogenannte Seefrnster (Sümpfe eines geringen, oft kaum eine Klafter großen Umfanges) befinden, welche aus ihrer Tiefe kalte- Quellwasser in den umliegenden Sumpf- oder Moorboden absetzcn, das sir nur durch eine Communication der Unterlage des Grundes mit reinem Ge¬ wässer erhalten können. Dieser Wunsch dürfte bei den schwachen Geldmitteln der Gesellschaft wohl lange noch unerfüllt bleiben, darf jedoch für den Fall, wenn sich in einigen Jahren die Vermögenskräfte der Gesellschaft besser gestalten, nicht aufgegeben werden, weswegen es sich der permanente Ausschuß vorbehält, ihn seiner Zeit wieder zur Sprache zu bringen. VI. Errichtung der Ansiedlungen am Moorgrunde Allouza, und Aufstellung einer Sulturs Anstalt daselbst, unter der Benen¬ nung : ^ranzenshof. Ueber bm Vortrag, rücksichtlich der Verwendung der, von weil. Sr. Majestät dem verklärten Kaiser Franz I., zur Bewirkung der Ansiedlungen ans dem genannten Moorgrunde allergnä'digst aus höchst Dero Privattasse »M gespendeten 2000 fl. C. M., hat die hochansehnliche Gesellschaft In dec all¬ gemeinen Versammlung des vorigen Jahres beschlossen, daß die Ausführung dieses Antrages durch den permanenten Ausschuß bewirkt werde, und daß, wenn der vorhandene bare Cassarest pr. 1741 fl, iz kr. verwendet würde, Se. Majestät der jetzt regierende Kaiser Ferdinand I., bei der Vorlage der Rechnung, um einen Beitrag allerunterthänigst gebeten werden könnten. Dieser Beschluß der allgemeinen Versammlung konnte noch nicht voll¬ zogen werden, eineskheils weil die Mitglieder des permanenten Ausschusses von ihren sonstigen V-rufspflichten zu sehr in Anspruch genommen worden sind, dann aber auch, und vorzüglich darum, weil von Seite eines sehr sach- -kündigen und eifrigen Mitgliedes der Gesellschaft ein, in der Form abwei¬ chender, Vorschlag zur Anlegung dieser Colonie dem permanenten Ausschüs¬ se vorgelegt worden ist, der vorläufig der Morastauslrocknungs - Local - Com¬ mission zur Begutachtung übergeben wurde, und manche Voruntersuchung, Berechnung und Vorsicht erforderte, was sich Alles in kurzer Zeit nicht thun läßt, aber auch nicht übereilet werden soll. Herr Or. Orel hat näm¬ lich den Antrag dahin gestellt, daß die Ansiedlungen auf dieser, 260 Joch messenden Morastfläche nicht nach dem, in der vorjährigen allgemeinen Ver¬ sammlung gut geheißenen Plane abgetheilt würden; sondern, daß in der Mitte dieser Fläche ein vechältnißmäßig runder Terrain abgemarkt werden möchte, in welchem der Franzenshof aufzustellcn wäre. Die Cultur-Felder der Ansiedler sollten an den äußersten Kreis dieser Linie so angewiesen wer¬ den, daß sie Radien eines großen Zirkels bilden würden, an deren Central- Enden sie ihre Wohn - und Wirthschafts - Gebäude anzubringen hätten. Die auf dem vorjährigen Plane eingezeichnete Rundung des projectirten Hofes, mit den, um denselben liegenden Ansiedlungen stellet den Antrag des Herrn Or. Orel deutlicher dar. Diesen Antrag zu begründen, brachte der Herr Or. vor, daß durch die nähere Nachbarschaft der Häuser der Colonisten, ihre Sicherheit weniger, als bei der zerstreuten Lage derselben gefährdet, und daß für ihre Gesund¬ heit, mittels der Errichtung eines Gemein-Brunnens, mehr gesorgt sey, auch erscheine die Anlage nach diesem Project« viel gefälliger. Die Morastaustrocknungs-Local-Commission hat den Antrag des eifri¬ gen Herrn Cultivakeurs in dieser Beziehung als wohl begründet anerkannt, glaub¬ te aber darin einen großen Anstand zu finden, daß die Häuser der Coloni¬ sten, des engen Raumes wegen, im Zirkel zu sehr der Feuersgefahr bloß gestellt blieben; daß ihre Gründe zu schmal und zu lang ausgemarkt wä¬ ren, um sie mit geringem Zeitaufwande bearbeiten zu können, und daß dem richtig bemerkten Mangel im vorjährigen Plane rücksichtlich des Trinkwas¬ sers dadurch abgeholfen werden könnte, wenn der ganze Morastterrain durch eine, s Klafter breite Straße in zwei möglichst gleiche Theile gekheilt, und 15 die Ansiedlungen an den beiden Seiten derselben, der Franzenshof aber in der Milte angelegt würden, wir dieses durch den neu entworfenen Plan Largestellk erscheint. Dieser Antrag wird durch die Vortheile begründet, daß die Colonisten nur einen, von der Commercial - Straße nicht weit entfernten Communal- Weg zu unterhalten haben werden; daß ihnen aus dem nahen Berge das Duellwasser in Rohren leicht zugcleitet werden kann, und daß sie auf einem und dem nämlichen Wege aus eben demselben Berge den Mergelschiefer zur Cultivirung ihres Sumpfbodens beziehen würden, sobald die Cultur des Franzenshofes daselbst beginnen wird; was nach dem ausdrücklichen Willen des höchst verklärten Monarchen geschehen soll. Dieses, von der Morastaustrocknungs - Local-Commission erstattete Gut¬ achten ist von dem permanenten Ausschüsse nach genauer Erwägung aller Local.Verbältnisse vollkommen gegründet befunden worden. Allein dieAus- sührung desselben ist ihm aus dem doppelten Grunde einstweilen unmöglich, weil die Colonisirung dieser, bisher außer aller Beachtung gebliebenen Strecke einen bedeutenden Zeitaufwand erfordern wird, zu welchem, wie bereits er¬ wähnt wurde, keiner seiner 4 Mitglieder die erforderliche Muße hat, und weil, wenn die Ausführung dieses Gegenstandes beginnt, der permanente Ausschuß eigentlich die Behörde bleibt, von welcher die hiezu committirte Commission die erforderlichen Auskünfte bei allfälligen Anständen, und die Constatirungen ihrer Veranlassungen einzuholen haben wird. Bei dieser Sachenlage hat daher der permanente Ausschuß die Ausfüh¬ rung dieses Projectes zweien Mitgliedern der Gesellschaft anverlraut, welche Beweise der umfassenden Kenntnisse der Moorgrund-Cullivirungs-Metho¬ de, und der rastlosen Thätigkeit in diesem, ihnen vorzüglich lieb geworde¬ nen Geschäfte geliefert haben. Diese beiden sehr geehrten Gesellschafts-Mitglieder sind: Herr Franz v. Gromadzky, Inhaber des Gutes Kroisenek, und Herr vr. jJoseph Orel. — Beide Herren Mitglieder waren so gefällig, dem permanen¬ ten Ausschüsse die Vollziehung dieser, für die Gesellschaft wichtigen Unter¬ nehmung mit vneinten Kräften zuzusichern, und zu erklären, daß der, von Sr. Majestät, dem höchst seligen Monarchen, huldreichst gespendete Betrag für chie Cultivirung des zum Franzenshofe ausgemarkten Terrains wahr¬ scheinlich hinreichen, und daß es nicht erforderlich seyn würde, auf demsel¬ ben mit der Errichtung des Wohn, und Wirthschafts - Gebäudes zu begin¬ nen, weil die Cultivirung desselben, der Nähe der Karlstadter-Vorstadt we¬ gen, leicht von dort aus unternommen wird, und weil die Ansiedlungen auf den übrigen Parzellen um so gewisser bald erfolgen würden, als ihre Ei- genthümer durch die Cultur des, zum Franzenshofe bestimmten Terrains schnell zurUeberzeugung gelangen werden, daß sie dort für ihre Familien Ob- LG dach und Nahrung finden können. Wodurch der, bei der letzten Anwesen¬ heit des allergnädigsten Monarchen bestimmt ausgesprochene Wille Sr. Ma¬ jestät, des verklarten Landcsvaters und Herrn, genau in Vollzug gebracht werden wird. Bericht über das vom hohen Gubernio abgeforderte Gutachten wegen Ein¬ führung einer neuen Waldordnung in Krain. Vorgetragen von Herrn Franz Galle, Mitglied der permanenten Ausschusses re. find kaum 100 Jahre verflossen, seit in Krain der Bau der Heer¬ strassen angefangen wurde, und kaum 50 Jahre, seit im Innern keine an¬ dern Verbindungen bestanden, als jene der sogenannten Sammfahrt, wie es noch gegenwärtig in jenen Ländern üblich ist, wo keine eigentlichen Straßen bestehen. Vor einem Jahrhunderte waren ebenfalls in Krain noch viele, und beinahe undurchdringliche Urwälder, ohne aller Benützung, ohne Werth vorhanden, die man gegenwärtig nur noch in Ueberresten jener Ge¬ genden findet, wo die Lage hoher Gebirge, oder tiefer Schluchten die Aus¬ bringung des Holzes unmöglich macht. Kaum wurden die Strassen angelegt, als auch die vermehrte Popula¬ tion mit der steigenden Industrie die Wälder zu benützen und zu lichten ansing. Die Eigenthümer der Wälder sahen es mit Vergnügen, und unter¬ stützten die neuen Ansiedler mit Verleihung von Grund und Boden, durch Gestattung", in den Urwäldern ihren Bedarf an Bau- und Brennholz zu nehmen; sie erlaubten ihnen in den Wäldern, wo Weideplätze vorkamen, ihr Vieh zu weiden; überhaupt haben die neuen Besitzer, welche zu jener Zeit kein freies Eigenthum befassen, sondern solches nur auf Leiber oder miethweise erhielten, fast ausschließlich die Wälder benützt, bis durch gere¬ gelte Straßen und Anlegung von Fabriken das Holz einen Werth erhielt, und die Eigenthümer solches zu verkaufen ansingen. Nach und nach wur¬ den durch Aufmunterung und Beispiele der hohen Staatsverwaltung die Besitzer der Miethgründe in freie Eigenthümer verwandelt. Das Band der Un- 17 Unterthänigkeit blieb jedoch noch immer fest geknüpft. Die untcrthänigen Besitzer nahmen aus den Wäldern, welche vom Ueberflusse strotzten, so viel es ihnen beliebte. Bei ihren geringen Bedürfnissen blieb im Walde noch immer zu viel zurück. Wer hätte es vermulhen können, daß durch das fortgesetzte Bcfugniß, durch den unbeschränkten Genuß des Ueberflusses der Erundhold auch zum Miteigenthümer werden sollte? Durch Ersitzung erhielt derselbe häufig Rechte, welche gegenwärtig dir Wälder mit baldigem Ruins bedrohe». Nach der bestehenden Waldordnung darf der Grundhold nur jenes Holz aus dem Walde nehmen, welches ihm von dem Obereigenthümer ausgewie¬ sen wird. Es geschieht aber gerade das Eegentheil. Größtentheils nimmt der Berechtigte das schönste, das nächste und am leichtesten auszuführende Holz, ohne Rücksicht ob es schlagbar, ob es zum Schutze des Nachwuchses, oder zur Besamung gelassen werden soll. Ja! selbst der einsichtsvollere Un» tcrlhan verfährt auf diese Art, weil, was er nicht nimmt, morgen vernicht einsichtsvolle Nachbar hohlt. Wenn der Obereigenthümer dem Berechtigte» daS Holz auszuweisen verbunden ist, dieser aber eS dennoch eigenmächtig abstockt, und in dem, nicht ihm gehörigen Walde Frevel jeder Art begeht; so sollte doch zwischen die¬ sem Frevel und jenem, welchen der Grundhold in dem, ihm frei cigenthüm» liehen Walde begeht, ein Unterschied gewacht werden- In beiden Fällen, aber wird der Ucbertreter mit einer Strafe von einigen Stunden Arrestes belegt, wozu der beschädigte Obereigenthümer jederzeit die entfernte Hilfe der Bezirksobrigkeit suchen muß; was meistens größere Reise- und Zeh¬ rungsauslagen verursacht, als der geschätzte.Schaden beträgt. Der Holzbe¬ rechtigte hält sich für den Miteigenthümer, und wird als solcher auch ange¬ sehen und geschützt. Die Stufe der Bildung, auf welcher der größte Lheil der Waldberech¬ tigten in Krain steht, ist noch zu niedrig, als daß durch solche Strafen die zügelloseste Verwüstung der Wälder vermindert werden könnte. Durch das Abstocken der einzelnen Bäume werden oft Tausende von jüngeren Bäumen abgebrochen oder verkrüppelt, oder durch das Abholen der abgestockten von den Wägen überfahren, von Menschen und Vieh zer¬ treten, und was von jungem Anfluge übrig blieb, wird vom Vieh gefressen. Wäre es auch möglich, die Wälder vor der beschriebenen, eigenmächti¬ gen Abstockung zu verwahren, so kann doch, bei dem Bestände so vieler und verschiedener Dienstbarkeiten, keine andere, als dieFemmel- oderPlen- terwirthschüft betrieben werden. Nun sind aber alle jetzt lebenden, ersten Forstmänner darin einig, daß die Fcmmelwirthschaft nur in jener Zeit un¬ schädlich seytt konnte, wo dec Wald - und Feldbau in seiner Kindheit war, und wo kaum halb so viel Menschen unsere Erde bewohnten, und ohne den Annalen der k. k. LandwirchschaftSg. in Laibach. 2 «A vollen Genuß Les Bodens leicht lebten, weil sie überdieß geringer« Bcdur- nissc hakten. Lurch die Plenterwirthschaft aber verschwendet man den Ertrag des Waldbodens, der um so mehr beschränkt werden muß, je mehr die Be¬ völkerung steigt, weil jeder Zutretende dcsBodens bedarf, auf dem er Ma¬ terialien sich zu erwärmen oder seine Nahrung zu kochen finden soll. Dec höchsten Staatsverwaltung kann es gewiß nicht gleichgültig seyn, wenn ei¬ ne Area von einigen 100 Lausend Joch Waldes schlecht oder gar nicht cul- tivirt wird; wenn durch die, von so vielen Mileigenthümern fortgesetzten Ver¬ wüstungen auf dem nämlichen Boden, statt 2 oder 2 Klaftern nur eine oder eine halbe Klafter, ost aber in LO — 100 Jahren gar nichts producirt wird. Bei dem kleinen Besitzer, welcher seinen Waldgrund nicht forstmäßig benützen kann, werden der Bergbau und die holzverzehrenden Gewerke keine Deckung des Bedarfes finden. Es wäre hier zu weitläufig alle Mühseligkeiten und Leiden zu schildern, welche mit einem gemeinschaftlichen Eigenthume, oder mit der gemeinschaft¬ lichen Benützung des Waldgrundes verbunden sind. Baid klagt der Ober- eigcnthümer über Devastation, bald der Holzberechtigte darüber, daß der Obereigenthümer die Wälder überhaue, oder cs streiten beide Theile über die Gegend, wo abgestockt werden soll, oder über die Qualität und Menge des ausgewiesenen Holzes rc. Bei gehöriger Vorstellung wird es höchsten Ortes nicht entgehen, daß eine geregelte und forstmäßige Waldwirthschaft, bei dem Bestände der Dienst¬ barkeiten unausführbar scy, und daß nur durch Aufhebung der Servituten die Wälder gerettet, das Eigenthum gesichert und die Production des Hol¬ zes gesteigert werden können. Wenn die höchste Staatsverwaltung in gehö¬ riger Würdigung des Eigenthums, ,und aus Rücksicht für Verbesserung der Lage ihrer Unterthemen, zur Vcrtheilung des Gemeindeeigenihums so sehr ausmuntert, ja sogar Strafen gegen jene verhängt, welche der Vcrtheilung Hindernisse in den Weg legen wollten: so ist es kaum denkbar, daß höchst- dieselbe die Rechte eines oder mehrerer Besitzer auf eine Waldbenützung ge¬ gen den Willen des Obcreigcnthümers, welcher eine billige Entschädigung anbiethet, nicht nur zu seinem, sondern zum Nachiheile des allgemeinen Wohlstandes länger werde bestehen lassen wollen. Würden die Dienstbar¬ keiten jeder Art, welche jetzt auf den meisten Wäldern Krains lasten, gegen billige und gerechte Entschädigung in Natura, oder, wo diese Entschädigung dem Holzbecechtigten zu keinem Vortheile gereichen könnte, im Gelbe auf¬ gehoben, so hätten beide Theile ein freies Eigenthum, welches nach den Regeln einer rakionelen Methode bewirthschastet werden könnte. Diesemnach sind die gefertigten Commission? - Mitglieder der unvor- greistichen Meinung, daß, ohne Aufhebung der Waldservitutcn aller Art jede, wie immer geartete Waldordnung nutzlos und unausführbar sey. Laibach am 15. März 1826. , Graf Wolfgang Lichtenberg, Präsident. Florian Webers, Fürst Auersperg. Hofrath. vr. Blasius Ovjiazh. Franz Sorre. Freiherr v. Schweiger. Joseph Rude sch. Johann v. Zarruba, quiesc. Kreisforstcommifsär. Dr. Hlubek. V S V L S er g über die, auf der Herrschaft Kaltenbrunn im Jahre 1835 errich¬ tete schottische Dreschmaschine. Von vr. Fr. Hlubek. E^nter den vielen Dreschmaschinen, welche in der neuern Zeit nicht bloß xrojectlrt, sondern auch ins Leben eingeführt worden sind, verdient die schot¬ tische Dreschmaschine eine weit größere Beachtung von Seite der größcrn Landwirthe, als man ihr bisher in manchen Ländern geschenkt hat. Die Brauchbarkeit dieser Dreschmaschine ergibt sich nicht allein aus ih¬ rer Eonstruction *), sondern vorzugsweise aus dem Umstande, daß dieselbe, ungeachtet der tief wurzelnden Vorurtheile, welche bei vielen Landwirlhen, nicht immer mit Unrecht gegen die Einführung von Neuerungen in ihrem Gewerbe angetroffen werden, nicht bloß in jenen Ländern, in welchen das landwirthschaftliche Gewerbe einen hohen Grad von Vollkommenheit erreicht hat, Indern selbst in denjenigen, in welchen die , durch Jahrhunderte sanc- tionirte Bewirthfchaftungsweise noch gegenwärtig angetroffen wird, Anerken¬ nung und Eingang gefunden hat. Auch unser Krain erfreut sich seit dem Jahre 1825 einer solchenDresch- maschine. ') Ei» Modell der schottischen Handdrsschwühle wurde den Herren Mitgliedern zur Einsicht rorgelegt, damit sich dieselben selbst von der Zweckmäßigkeit der Eonstruction der frag¬ lichen Dreschmaschine kberzeugen können. so DaS verehrt« Mitglied, der Herrschaftsbesitzer Her, Fidelis Terpin;, führte dieselbe aus seiner Herrschaft Kaltenbrunn ein. Da Referent willens ist, eine Abbildung und Beschreibung der fragli¬ chen Dreschmaschine in unsere vaterländischen Annalen einrücken zu lassen,*) damit wir ein bleibendes Monument von diesem, wenn auch kleinen Fort¬ schritte in unserer Landwirthschaft besitzen, so übergeht er die Beschreibung dieser Maschine, und glaubt sich um so mehr bloß auf diejenigen Resultate, welche der eben benannte Herr Herrschaftsbesitzer auf Ansuchen des perma¬ nenten Ausschusses dieser löblichen Landwirthschafts-Gesellschaft hierüber mittheilte, beschränken zu können, als Referent die Ueberzeugung hegt, daß es sehr viele unter den hochgeehrten Herren Mitgliedern gibt, die denWunsch hegen, sich durch den Augenschein nicht bloß von der Construction, sondern auch von der Wirksamkeit der, zu Kaltenbrunn ausgestellten Dreschmaschine in eine nähere Kcnntniß zu setzen. Die eingesendctcn Resultate bestehen im Wesentlichen darin: 1) Daß man mit dieser Dreschmaschine, obwohl sie nicht zu den größten gehört, da die Länge der geriffelten Walzen nur 2Va§uß beträgt, in einem Arbeitstage von 10 Stunden, mit Hilfe von 5 Personen, die sie zu ihrer Bedienung erfordert, eben so viel ausdreschen kenne, als 24 Personen in einem gleichen Zeiträume mit dem Dreschflegel aus- zudreschcn im Stande sind. Mithin, daß sich die Wirksamkeit der Maschine zu dem des Dreschflegels beinahe wie 5 : i verhalte **). 2) Daß die Maschine zum Dreschen aller Getreidearten geeignet erscheine. Nur muß, nach Beschaffenheit der auszudreschenden Frucht, die Stel¬ lung der geriffelten Walzen rcgulirt werden. Die Negulirung kann übrigens sehr leicht mit Hilfe des, an der obern Walze befindlichen Gewichtes zu Stande gebracht werden. z) Daß das Ausdreschen sehr rein erfolge, und daß dabei die Körner nicht beschädiget werden. 4) Daß dec Weitzen, wenn sich unter demselben auch einige brandige Kör¬ ner befinden, ganz rein durch den 2ten Rcinigungsbeutel zum Vor¬ schein komme,' indem die brandigen Körner ganz zerstäubt, und durch die in schneller Bewegung der Trommeln erzeugte Luftströmung mit dem Stroh hinausgeschafft werden. 5) Daß das Stroh, welches durch die Maschine nicht nur zerquetscht, son« dern auch zum Theil zerkleinert wird, von den Hausthieren sehr ger¬ ne gefressen werde. Und ') Die Abbildung dieser Maschine wird in dem nächstfolgende» Hefte der Annalen erscheinen. ") Bei Maschinen dieser Art, wenn die geriffelten Walzen 4 §»Ü lang find, ist das eben erwähnte Verhältnis wie 6 : r. L» 6) daß dir Häcksellads, welche mit der Dreschmaschine in Verbindung stehl, in 10 Stunden 200 Metzen, oder 20 Centner, Zoll langen Häcksels schneide ^). Daß die hier mitgetheilten Resultate ganz der Wahrheit gemäß darge- stellet sind, und durchaus keine Uebertreibung Statt fand, wie solche leider nur zu häufig zum Nachtheile des Fortschreitens des landwirthschaftlichen Gewerbes bemerket wird, wenn nämlich nicht nur Theoretiker, sondern auch Practiker landwirthschaftlichen Maschinen und Erzeugnissen Eigenschaften bei¬ legen, die sich höchstens nur auf dem Papiere oder an einem Modelle bewäh¬ ren, — ergibt sich daraus, daß zwischen diesen Resultaten, und denjenigen Erfahrungen, welche man hierüber in Galizien, wo die schottische Dresch¬ maschine sehr häufig angetroffen wird , und in Kärnten, namentlich zu Wolfs¬ berg, eingeholt hat, eine solche Uebereinstimmung herrscht, wie sie nur un¬ ter so ganz entgegengesetzten Verhältnissen erwartet werden kann. Der einzige reele Vorwurf, den dieser Maschine fast alle Landwirthe, die dieselbe besitzen, machen, besteht darin, daß sie nicht nur das Stroh verwirre, sondern demselben ein zu großes Volumen gebe; weßhalb das Stroh weder als Marktwaare behandelt, noch zum Dachdecken verwendet, noch auch mit Leicbtigkeit unters Dach gebracht werden kann **). Ungeachtet aller der bisher angeführten Vorzüge der schottischen Dresch¬ maschine, fordert doch ihre Einführung, besonders, wenn man die landwirth¬ schaftlichen Verhältnisse unseres Landes ins Auge faßt, eine große Behut¬ samkeit. Denn nicht allein die Quantität und Qualität der Arbeit, welche eine Maschine leistet, sind ihre Richter; sondern auch dis Kosten, mit wel¬ chen sie die Arbeit zu Stande bringt, haben an dem Richterspruche einen bedeutenden Antheil. In wie fern nun die schottische Dreschmaschine, mit Berücksichtigung der eben erwähnten Puncte, für unser Land empfehlungswerth erscheint, wird sich aus der nachfolgenden Berechnung von selbst ergeben. Nach den bisher gemachten Erfahrungen wechseln die Anschaffungskostei, einer schottischen Dreschmaschine, welche 5 Menschen zu ihrer Bedienung erfordert, zwischen 600 bis 800 fl. ') Die Coustruction der großen Hacksellade konnten die Herren Mitglieder an einem, im Sitzungssaals ausgestellten Modelle in Augenschein nehmen. —) Diesem Uebelstande sucht man in der neuesten Zeit dadurch abzuhelfcn, daß man das, durch die geriffelten Walzen durchgegangene Stroh nicht mehr aus de» Trommeln, son¬ dern zwischen zwei auf Walzen gespannten Drillichstreiscn durchgleiten läßt. Die V«r- bcfferungen, welche Freiherr v. Mandell an der schottischen Dreschmaschine angebracht hat, findet man in den Verhandlungen der k. k. stcyerm. Landwirthschafls, Gesellschaft 8. H. S- -on 1822. LL Für den Aal', als ihre Aufstellung die Errichtung eines neuen Gebäu¬ des nicht erfordert, und als sie mit Wasser durch lOOTage im Betrieb erhal¬ ten werden kann, also in dem günstigsten Falle, stellt sich die Berechnung folgender Maßen: . s) Die Zinsen und Erhaltungskosten der Maschine a 10 60 —- 80 st. b) Der Arbeitslohn s 24 kr. beträgt für 5 Personen durch 100 Tage 200 —— ,, Summa . . 260 — 280 st. Mithin betragen die täglichen Kosten der schottischen Dreschmaschine 2 fl. 28 kr. bis 2 fl. 36 kr. In diesem Zeiträume drischt die Maschine 4800 Metzen Getreide aller Art aus. Da man auf einen Arbeiter mit dem Dreschflegel 1,5 Metzen vom Winter- und 2,5 Metzen vom Sommergetreide, also im Durchschnitte 2 Metzen pr. Tag rechnet; so werden, um die Leistung der Maschine durch den Dreschflegel zu ersetzen, 2400 Arbeitstage erfordert; mithin ein Geld¬ betrag von 960 fl. Also beträgt der Vortheil der Maschine in dem Falle als sie durch 100 Tage beschäftiget wird, 680 bis 700 fl. Führt man die Rechnung für die verschiedenen Zeiträume, in welchen die schottische Dreschmaschine beschäftiget werden kann, fort; so lehrt diesel¬ be, daß die schottische Dreschmaschine in dem günstigsten Falle in jenen Wirthschasten mit Vortheil Eingang finden kann, welche dieselbe wenigstens durch 10 Tage beschäftigen können. Da die schottische Dreschmaschine in dem Falle, als sie nur 10 Tage in einem Jahre beschäftiget werden kann, 480 Metzen Getreide, auszudre¬ schen im Stande ist, so ergibt sich hieraus, daß die fragliche Maschine, selbst unter den günstigsten Verhältnissen, nur in jenen Wirthschasten Eingang finden kann, welche jährlich wenigstens 500 Metzen Getreide auszudreschen Haben. Muß für die Aufstellung der oft erwähnten Maschine ein eigenes Ge¬ bäude aufgeführt werden, was der gewöhnliche Fall ist, so muß dieses Ge¬ bäude 10" lang, 6" breit und wenigstens 2^" hoch'sseyn. Ein solches Ge¬ bäude, selbst wenn es auf die einfachste Art gebaut wird, kostet Hierlands 400 — 600 fl. Bringt man nun die Zinsen und 'Erhaltungskosten des Gebäudes mit 10 Percent in Rechnung, dann lehrt dieselbe, daß die schottische Dreschma¬ schine erst auf solchen Gütern mit Vortheil errichtet werden kann, welche jährlich im Durchschnitte wenigstens SOO Metzen Getreide aüszudceschen haben. »K Ist man aber überdieß noch genöthiget, die schottische Dreschmaschine durch Thiers im Betrieb zu erhalten, so gewährt sie nur noch bann einen Vortheil, wenn man mit ihr 1000 Metzen ausdreschen, oder dieselbe durch einen ganzen Monat beschäftigen kann. Da aber in Krain die Wirthschaften im Ganzen sehr klein sind, so glaubt Referent die Behauptung aussprechen zu können, daß die schottische Dreschmaschine, ungeachtet ihrer Vorzüge, die sie besitzt, für Krain im All¬ gemeinen nicht entsprechend sey, vorausgesetzt, daß sie nicht von mehreren Landwirthen zum gemeinschaftlichen Gebrauche errichtet, oder die von Ein¬ zelnen errichtete, auch zum Ausdreschen von fremdem Getreide, gegen eine angemessene Entschädigung, wie es an manchen Orten üblich ist, verwendet werde. Da jedoch Referent die Ansicht hegt, daß, besonders in^Krain, eine Dreschmaschine große Vortheile gewähren dürfte, so benützt Referent die Gelegenheit, die hochgeehrten Herren Mitglieder auf eine Dreschmaschine auf¬ merksam zu machen, die unter dem Namen, die schottische Hand¬ dreschmühle bekannt ist, und deren Eonstruction an dem hier befind¬ lichen Modelle ersichtlich ist *). Die Gründe, welche Referenten gerade für diese Dreschmaschine bestim¬ men, sind folgende: 1) Können bei dem Umstande, daß Krams Flüsse und Bäche einen sehr kurzen Lauf haben, und überdieß noch an jenen Stellen, welche zur Anlegung von Triebwerken als die geeignetsten erscheinen, mit Säge- und Mahlmühlen überfüllt sind, nicht leicht jene Dreschstampfen ein¬ geführt werden, welche man in Gebirgsländern, wie z. B. in Gteyer« mark, Kärnten und Ayrol so häufig, selbst bei kleinern Besitzern antrifft. L) Kostet die Herstellung einer solchen Dreschmühle nur 50 bis 100 st., falls die geriffelten Walzen und die Kammräder aus Holz verfertiget und letztere mit Eisenblech beschlagen werden. Z) Ist die Eonstruction der fraglichen Dreschmaschine von der Art, daß sie selbst von nicht kunstverständigen Gewerbsleuten nicht nur reparirt, sondern sogar mit Hilfe eines Modelles, ganz neu errichtet werde» kann. g) Bedarf die schottische Handdreschmühle kein eigenes Gebäude, da sie auf jeder etwas geräumigen Dreschtenne aufgestellt werden kann. 5) Verrichtet diese Maschine, selbst ohne Anwendung eines Schwungra¬ des, mit Hilfe von 3 Personen, die sie zu ihrer Bedienung bedarfj, eben so viel Arbeit, als 6 Personen mit dem Dreschflegel, besonders mit dem einheimischen, zu verrichten im Stande sind. Und 0 Das Modelt war in der Sitzung vörzewiesen. SL 6) gewahrt sie alte «ene Vortheile, und ist jener Verbesserungen fähig, welche bei der großen schottischen Dreschmaschine sub Nro. 2, 2, 4 und 5 angeführt worden sind. Berechnet man den Arbeitslohn zu 24 kc., die Zinsen und die Zxhal- tungskosten der Maschine mit 10 Percent- so lehrt der Calcul, daß die schottische Handdreschmsthle selbst noch bei jenen Wirthschaften Eingang fin¬ den kann, welche jährlich nicht mehr als 50 Metzen Getreide aller Art aus- zudreschen haben; abgesehen davon, daß die Maschine die Arbeit in diesem Falle um mehr, als 2 Tage (2'/^) früher, als der Dreschflegel verrichtet. Ein Umstand, welcher in jeder Wjrthschaft, wo Mangel an Menschenkräf¬ ten ist, große Beachtung verdient, Bedenkt man zu Wem dem, daß nach der, bei uns üblichen Bewirth- schaftungsweise das, in den Harfen aufgetaste Wintergetreide schnell aus- gedroschen werden muß, um Raum für die Unterbringung der 2ten Frucht zu gewinnen, und daß dadurch eine solche Anhäufung von Arbeiten hervor¬ gebracht wird, daß der Drescherlohn, selbst auf dem flachen Lande, mit Einschluß jener Erzöglichkeit, welche die Drescher gewöhnlich erhalten, eins Höhe von mehr als 20 kr. erreicht, so wird man die Wichtigkeit der Ein¬ führung der schottischen Handdreschmühle in Krain um so weniger in Abre¬ de stellen können, als bei der großen Zerstücklung des Bodens sich leicht Mehrere Besitzer einer und derselben Maschine bedienen können. Zum Schluffe glaubt Referent in Betreff der, gleich Eingangs erwähn¬ ten Häckerlingmaschine, welche gewöhnlich mit der schottischen Dreschma¬ schine in Verbindung steht, die Bemerkung bßizufügcn, daß diese Häckfil- lade, wenn sie zweckmäßig constcuirt ist, nach Beschaffenheit der sie bewe¬ genden Kraft, in einem Arbeitstage 20 — 20 Centner, oder 200 — ZOO Metzen Häckerling schneide, und 80 — 100 fl. koste. Wird sie durch Menschenhände in Wirksamkeit erhalten, dann erfordert sie 2 starke Arbei¬ ter zu ihrer Bedienung; im entgegengesetzten Falle reicht Einer aus. Berechnet man die Kosten der großen Häcksellade, so lehrt die Rech¬ nung, daß die fragliche Häckerlingmaschine für den Fall, als sie durch Men¬ schenhände in Thätigkeit erhalten werden muß, und 20 Centner Häcksel in 10 Stunden schneidet, in allen jenen Wirthschaften noch einen vortheilhaf- ten Eingang finden kann, in welchen wenigstens 50 Arbeitstage zum Schnei¬ den des erforderlichen Häcksels, auf der gemeinen Häckerlingslade erfordert werden *). ') Häckerlingsmaschiuen dieser Art werden in der Hiirst-Auersxerg'schen Eisengußfabrik zu Hof verfertigst, und können dort, wie hier in Laibach, beim Herr» Mühlkisen um den Preis von 8a fl. bezogen'werden. SS Bericht über die Fortschritte der Cultur der Maulbeerbäume und der SeidenzuchL in Krain. Vorgetragen von Herrn Franz Galle, Besitzer der Herrschaft Freudenthal und Mitglied des beständigen Ausschusses. ^^ur Wiedereinführung der Seidenzucht in Krain hat der permanente Ausschuß der Landwirthschafts - Gesellschaft in dem Jahre 1824 eine Com¬ mission zusammengesetzt, und ihr die Bestimmung erlheilt, für die größt¬ mögliche Aufzucht und Verbreitung der Maulbeerbaume Sorge zu tragen. Diese Commission hat, um ihrer Bestimmung zu entsprechen, auf dem der Gesellschaft gehörigen Versuchshofe in dem verstossenen Jahre 1) auf einem Raume von 50 Hl Klaftern Maulbeerbaumsamen, den fle von der Militär-- Granze, aus Piemont und von Görz erhalten hat¬ te, angebaut. Von diesen 3 Saaten ging die letztere am besten auf. Die Saat von dem Piemonteser-Samen keimte sehr ungleichförmig und viele Stellen blieben leer. Der Grund dieser Erscheinungen liegt höchst wahrscheinlich darin, daß die klimatischen Verhältnisse Krains eine größere Aehnlichkeit mit denen von Görz, als von Piemont be¬ sitzen- Uebrigens bemerkte man bei den 2jährigen, .aus verschiedenen Samen aufgezogenen Bäumchen keinen Unterschied. 2) Hat die Commission für die Vermehrung des philippinischen Maul¬ beerbaumes (lVIorus iriulticsulis) dadurch gesorgt, daß auf dem obcr- wähnten Hofe eine Pflanzung durch Stecklinge angelegt wurde. Dieser Baum, welcher erst vor wenigen Jahren nach Europa gebracht wurde, verdient eine besondere Beachtung von Seite aller jener Lander, in welchen die Seidenzucht bereits betrieben wird, oder wenigstens eingeführt werden kann. Seine Eigenthümlichkeiten, welche sich in Krain durch die 4 Jahre, durch welche dieser Baum Hierlands cultivirt wird, bestätiget haben, bestehen im Folgenden: s) Läßt sich der philippinische Maulbeerbaum sehp leicht durch Steck¬ linge permehren *); ') Hier in Laibach werden die Steckling« im Monate März in den Boden gebracht. Wenn keine bedentrnden prost« mehr eintretcn, so besiirfen stc gar keines Schlitzes. s« b) ist seine Vegetation so üppig, baß man mit ihm schon nach 3 Jah¬ ren eine ausgedehnte Seidenzucht in Betrieb setzen kann * * ); c) erfrieren bei ihm die letztgebildeten Sprossen, oder das unreife Holz alljährlich st) leiden bei ihm die altern Triebe, selbst die qjährigen,' von den Wintcrfcö'sten nur dann stark, wenn er auf einen kräftigen Boden gepflanzt wird ***) und a) gedeihen die Seidenraupen bei seiner Berfütterung eben so gut, wie bei dem weißen Maulbeerbaume ****). 3) Hat die Commission bereits mehr als IWO Stück, thcils philippini¬ sche, theils weiße Maulbeerbäume an mehrere Grundbesitzer, gegen den geringen Betrag von 3 kr. pr. Stück verabfolgt, und befindet sich in der Lage, das künftige Jahr bei 2000 Stück zu verabfolgen. *) Ende Inni ist da- Laub von mehreren Zjährigen Bäumchen abgewogen worden. Das Gewicht betrug im Durchschnitte azZ Pfund pr. Stück. (Die Ablaubung geschah nicht ganz). ") Der Winter von ,8Z!> war sehr mild, und doch sind die Spitzen bis zu einer Tiefe von 8" — i/z" erfroren. Das tiefere Eingreifen des Frostes wird durch das Wegnehmcn des unreifen Holzes im Herbste sehr vermindert. Die im Herbste beschnittenen Bäumchen haben durch den heurigen strengen Winter viel weniger gelitten, als die »»beschnittenen. Da die Reprodnctions-Kraft LesMoins mul- tioeulis außerordentlich groß ist, so wird der Verlust ersetzt. '") Von den Zoo Stück siährigen Bäumchen, welche sich in dem Versuchshofe der Gesell¬ schaft befinden, haben nur jene ihre altern Triebe verloren, welche auf einem kräftigen Boden standen. Der Grund dieser Erscheinung scheint darin zu liegen, daß die in größerer Quantität aufgenommene Nahrung bis zum Eintritte des Winters nicht hinlänglich verarbeitet und assimilirt werden kann Die Gefäße bleiben daher mit rohem Safte angefüllt. Werden sie durch den Frost znsammengezogen, dann muß der Saft aus denselben heraustretcn und sich oxidiren. Die Rinde der abgestorbenen Triebe war mit solchen röthlichen Dune¬ ren überstreut, wie man sie bei dem sogenannten Rostbrande antrifft. Die Commission wird dieser Erscheinung ihre Aufmerksamkeit schenke», um hierüber seinen nähern Auf¬ schluß zu erhalten. Das verehrte Mitglied, Herr vr. Qrcl, hat im vorigen Jahre mehrere Pfunds 6o- cons bloß aus Len Blättern des philippinischen Maulbeerbaumes erzeugt, und das Pro¬ duct der Versammlung zur gefälligen Einsicht vorgelegt. Die sachverständigen Mitglie¬ der haben die Dortrefflichkeit der Seide einstimmig anerkannt. Um jedoch mehr Aufschluß über das Gedeihen der Seidenraupen bei der Fütterung mit dem philippinischen Maulbeer¬ baume zu erhalten, werden auf dein, der Gesellschaft gehörigen Dersuchshofe comparakivs Versuche in der Art «»gestellt werden, daß man mehrere Tausend Raupen, gleich vom Beginn ihres Lebens, mit dem philippinischen, und eine gleiche Anzahl mit dem weißen Manlbeerbanme füttern wird. Den französischen Angaben zufolge sind 100 6ooons, welche mit dem philippinischen Maulbeerbaume erzeugt wurden, gleich roS aus der Fütterung des weißen Maulbeerbau¬ mes erzeugten 6000ns. (Siehe: zpnnalns el'institut sie kromanl. 180) x.ix. >77, dann die Berliner allgemeine Gaktenzeitung von ütto und Dietrich l8ZZ, Rro. ro.- sv Treten keine besonder« Ereignisse ein, welche die Aufzucht und Ver¬ breitung der Maulbeerbäume verhindern,'so kann Krain nach Ver¬ lauf von io Jahren: 200 Centner Eocons ernähret werden können, so kann !Krain nach Verlauf von zehn Jahren eine ziemlich ausgedehnte Stidenzucht be¬ treiben *). Die Commission kann der löblichen Gesellschaft die, für unser Vater¬ land erfreuliche Nachricht miltheilen, daß im verflossenen Jahre die Herren Mitglieder, VaronVincenz ».Schweiger, Or. Orel, Johann Hoffer und die Frau Andriana Graf, bei 3 Centner Eocnns erzeugt haben. Es läßt sich mit Rücksicht der Hierlands über das Gedeihen der Seidenrauperi gemachten Erfahrungen auch erwarten, daß die Seidenzucht in Krain einen gleichen Schritt mit der Verbreitung der Maulbeerbäume halten, und eine neue, ergiebige Erwerbsquelle für einen großen Lheil der Bewohner Krams begründen werde. ') Die Anzahl der bereits erwachsenen Maulbeerbäume dürfte sich gegenwärtig in Krain aut iooo Stück belaufen. Rechnet man io Stück zur Erzeugung von i Centner Locon,, so könnten mit denselben 100 Centner Ooeons oder io Centner abgehaspelte Seide erzeugt werden. Mithin wäre Krain im Stande, nach Verlauf von lo Jahren, 280— Zu« Cent¬ ner Looons zu produciren. Schlägt man das Pfund tiocons zu i fl. an, so würde aus der Scidenzucht ein Betrag von 28,000 3o,voa fl. resultiren. Obgleich dieser Betrag kaum der ioo»ste Theil des Brutto-Ertrages ist, den Italien aus der Scidenzucht jähr¬ lich bezieht, so würde er doch unserm kleinen Vaterlands die fegenreichsten Früchts bringen. »8 Vortrag über die Errichtung einer Rebenschule auf dem Dersuchshofe der Gesellschaft, und die deßhalb eingeleitete Beschreibung der Weinrebensorten Krams. Von vr. H lubek. Abie Welncultur erheischt von Seite unserer vaterländischen Landwicth- schafts-Gesellschaft um so mehr Aufmerksamkeit, als ein großer Theil der Bewohner Krains der Rebe seine Subsistenz verdankt, und als man in den Weingärten der gemeinen Winzer in Unterkrain, und selbst in dem so äu¬ ßerst milden und anmuthigen Wippacher. Ahale noch nicht alle jene Reden¬ sarten antrifft, welche den Ortsverhältnissen ganz entsprechen. Dieser Umstand ist es, weicher vorzugsweise bewirkt, daß die im Lan¬ de erzeugten Weine, ungeachtet des günstigen Elima's und des zur Wein- cultur geeigneten Bodens, nicht leicht eine Concurrenz mit den Erzeugnissen der benachbarten Provinzen ausbalten können, obwohl manche von denselben von der Natur kaum so wie unser Land begünstiget segn dürften. Man ist zwar lange schon zu der Uebcrzeugung gekommen, daß eine genaue Kenntniß der verschiedenen Weinrebensorten eine unerläßliche Bedin¬ gung sey, wenn es sich ernstlich darum handelt, die Weincultur in einem Lande zu heben. Doch erst der Gegenwart scheint es Vorbehalten zu seyn, einen festen Grundstein zu dieser Erkeuntniß zu legen; denn man findet, daß sich in Oesterreich, Steyermark, Böhmen, Mähren, Ungarn und Deutschland aus- gezei snete Männer mit unermüdetem Eifer mit der Beschreibung der Wein¬ rebensorten beschäftigen. Bald dürften die Resultate aller dieser Bemühungen das Tageslicht er¬ blicken, und andere Weinländer zu ähnlichen Arbeiten auffordern, um durch Vergleichung aller Operate dieser Art Klarheit und Deutlichkeit bei der Man¬ nigfaltigkeit der Nebensorten zu erhalten. Auch unsere vaterländische Landwirthschafts - Gesellschaft hat bereits die Wichtigkeit der Beschreibung und Elaflificirung der einheimischen Reben an¬ erkannt; und daher har ihr permanenter Ausschuß unter 22- December 1822 S1- an mehrere Herren Mitglieder das Ansuchen gestellt, die vaterländischen Weinreben nach Metzgers Methode zu beschreiben. Zu diesem Ende hat der permanente Ausschuß den beauftragten Herren Mitgliedern Metzgers Formular samml dem Beerenmesser übermittelt, welches das um die Weincultur hoch verdiente Mitglied des Central-Ausschusses der k. k. steyermärkischen Landwirlhschasls-Gesellschaft, Herr Anton M a p e r, entworfen hat. Die ersuchten Herren Mitglieder haben sich mit der größten Bereitwil¬ ligkeit diesem schwierigen und langdauernden Geschäfte unterzogen. Da sich jedoch die Metzger'sche Weschreibungsmethode nicht bloß auf landwirthschaftliche, sondern auch auf botanische Bestimmungen gründet; so mußte für practifche Landwirthe die jLLfung der fraglichen Aufgabe um so schwieriger sepn, als gerade jene Theile, nach welchen die Botanik ihre Va¬ rietäten oder Sorten zu bilden pflegt, so vielen Veränderungen unterworfen sind, daß nur eine langjährige, ununterbrochene Beobachtung im Stande ist, den konstanten Charakter einer Varietät aufzusindcn, und daher bloße Spielarten von wahren Sorten zu unterscheiden. Diesem zufolge ist Referent der Ansicht, daß, um die in der Frage stehende Ausgabe genügend zu lösen, von der Metzger'schen Beschreibungs¬ methode die rein botanischen Bestimmungen, so weit zu ihrer Erhebung be¬ sondere Kenntnisse der Botanik erfordert werden, abzusondern sepen, für die landwirthfchaftlichen aber ein neues Formular entworfen, und zur Ausfül¬ lung sachverständigen Mitgliedern communicirt werden sollte. Ein Formular dieser Art, nebst einer landwirthfchaftlichen Classification der unterkrainischen Weinreben hat Referent unter 2. November v. I. dem permanenten Ausschüsse dieser löblichen Landwirlhschafts-Gesellschaft mit der Bitte überreicht: Derselbe wolle das Formular unterrichteten Winzern zur Prüfung über¬ mitteln, damit für den Fall, als sie wichtige Bemerkungen beizufügen hät¬ ten, ein neues, ganz entsprechendes Formular entworfen werden könne. Nach gepflogener Prüfung hat der permanente Ausschuß unter 29. Fe¬ bruar l. I. beschlossen, daß die Herren Mitglieder: Ltto Graf v. Barbo zu Kroisenbach und Watzenberg, Anton Graf v. Auersperg, zu Thurnamharl, Jobann Ritter v. Fichtenau, zu Breitenau, Mathias Vertovz, Pfarrer zu St. Veith, Jakob Sterger, Verwalter der Herrschaft Feistenberg, und Johann Hottschcver, Verwalter der Herrschaft Freithurn, ersucht wer¬ den, nicht nur die, in dem communicirten Formulare enthaltenen Rubriken mit der größtmöglichen Genauigkeit auszufüllen, sondern auch ihre schätzba¬ ren Erfahrungen und Ansichten über eine, dem Formulare beigelegte land- s« wicthschaftli'che Classification der in Unterkrain cultivirten Weinreben mitzu- theilen *). Der permanente Ausschuß glaubt die Hoffnung, daß sich die eben be¬ nannten Herren Mitglieder diesem, wenn auch schwierigen Geschäfte unter¬ ziehen werden, um so mehr nähren zu können, als ihre Bemühungen mit den günstigsten Folgen für die Weincultur Krams verbunden sepn dürften. Um aber auch in botanischer Beziehung die, zu einer genauen Beschrei¬ bung der vaterländischen Weinreben erforderlichen Daten zu erhalten, glaubt Referent antragen zu müssen, daß auf dem, der löblichen Landwirthschafts- Gesellschaft gehörigen Versuchshofe in der Polana -Vorstadt eine Rebenschule angelegt werde. Soll eine solche Rebenschule ihrem Zwecke entsprechen, so wird dazu erfordert: 1) Daß von jeder einheimischen Nebensorte wenigstens 10 Exemplare als Hoch-, Mittel - und Zwergreben cultivirt, und 2) daß auswärtige Reben, besonders die der nördlichen Provinzen, als: Steyermarks, Oesterreichs, Mährens und Böhmens, auf gleiche Wei¬ se behandelt werden. Nur durch eine solche Einrichtung wird es möglich, alle Sorten zu gleicher Zeit und unter ganz gleichen Verhältnissen zu beobachten, die ein¬ heimischen mit den auswärtigen zu vergleichen und zu beurlheilen, in wie fern sie nicht nur in landwirthschafllicher, sondern auch botanischer Bezie¬ hung mit einander übereinstimmen, und ob eine und welche auswärtige Rebe einen Vorzug vor den einheimischen verdiene, und daher in unsern Weingär¬ ten Eingang finden soll. Dadurch wird die Gesellschaft in die Lage ver¬ setzt werden, die Landwirthe mit bewährten Rebensorten zu versehen. Da jedoch zu erwarten ist, daß die, unter ganz andern Verhältnissen cultivirten Reben bedeutende Modifikationen, .besonders in Beziehung auf ihre Frucht erleiden werden; so wird, theils um diese zu erfahren, kheils auch um den, aus der Anlegung der fraglichen Rebenschule erzielten Resul¬ taten mehr Zuverlässigkeit zu verschossen erfordert, daß von den beauftrag¬ ten Herren Mitgliedern von jeder, in ihren Weingärten cultivirten Reben- sorte reise Trauben sammt Holz und Blättern in wenigstens 2 aufeinander folgenden Jahren an den Permanenten Ausschuß dieser löblichen Gesellschaft eingcsendct werden. Um ober auch Andere, als die benannten Herren Mitglieder in die Lags zu setzen, ihre Ansichten in Betreff der landwirthschaftlichen Classification der einheimischen Reben ans, sprechen zu können, ist die fragliche Classification in dieses Heft ausgenommen worden. (Siehe Seite Zn dieses Heftes.) LZ Sind einmal auf diesem doppelten Wege, sowohl olle landwirthfchaft- Ii'chen als botanischen Bestimmungen erhoben, dann wird der permanente Aus¬ schuß eine Commission von unterrichteten Landwirthen und Botanikern ernen¬ nen, welche die Bestimmung erhalt, die vaterländischen Reben sowohl in landwirthschaftlicher als botanischer Beziehung zu classistciren. Das Nesul. tat dieser Commission, glaubt Referent, wird wenigstens so viel Licht über die verworrene Bahn verbreiten, daß kommende Generationen leichter in der einmal eingeschlagenen Richtung schreiten, und das Ziel, nach welchem wir streben, erreichen können. Bevor Referent diesen Gegenstand schließt, glaubt derselbe noch dieBe- mcrkung beifügen zu müssen, daß auf die Qualität unserer Weine außer der Manipulation bei ihrer Gewinnung und der Sorte der Rebe, auch die Behandlungsweise cher Reben einen viel größern Einfluß ausübe, als man vielleicht Hierlands zu glauben scheint. Man findet nämlich, daß in Krain die Reben fast durchgängig als Hochreben behandelt worden, also aus eine Art, wie sie in den warmen Ländern, z. B. in Italien, im Küstenlande und in Slldtyrol durch klimati¬ sche Verhältnisse nothwendig wird. So weit Referenten die climatischen Ver¬ hältnisse Krains bekannt find, glaubt derselbe seine unvorgrcifliche Ansicht aussprechen zu können, daß diese Behandlungsweise der Reben den hicror- tigen Verhältnissen nicht unpassend sey; denn bei dem Umstande, daß die mittlere Jahres-Temperatur von Laibach, in den letzten 10 Jahren nur 8,R. betragen hat, ist nicht anzunehmen, daß in den Weingegenden Krains die mittlere Jahres-Temperatur um so viel großer seyn sollte, daß sicheln einer Entfernung von 3 — 5 Fuß — der Beeren vom Boden — jeneQuan- tität und Qualität von Zuckerstoff entwickeln könne, welche zu einem schätz¬ baren Produkte erfordert werden. Um jedoch von der Erfahrung, die allein in unserer Angelegenheit die Führcrinn seyn soll, hierüber Ausschluß zu erhalten, wäre es sehr wünschens- werth, wenn mehrere Herren Mitglieder, die sich, in derLage befinden, dieß thun zu können, eine und dieselbe Rcbcnsorte, unter ganz gleichen Verhält¬ nissen als Hoch-, Wittel- und Zwergrebe cultiviren, und seiner Zeit die hiedurch erzielten Resultate der Gesellschaft mittheilen möchten. Laibach am »8. März 1836. 32 Larr-wirthschaftliche Classification *) der in Unterkrain cultivirten Reben und zwar in Beziehung ') Di- vorstehende Classification ist eine blosse Zusammenstellung derienigen Erfahrungen, welche unterrichtete Landwirihe, in Betreff der benannten Reben machten, und mir bei meiner Exkursion in Unterkrain mitzutheilen die Güte hatten. Ich benütze hier mit Vergnügen die Gelegenheit, de» Herrschaftsbesitzern: Hrn. Otto Grafen von Varbo, Hrn. Baron Vincenz v. Schweiger und Hr». Joseph Rudesch, so wie auch dem Verwalter ScrHerrschaft Feistcnberg, Hrn. Jacob S t - r g e r, meinen herz¬ lichsten Dank für die vielen öconomischen Notizen, die Sie nur müder grössten Bereitwilligkeit auf der eben erwähnten Exkursion mitzutheilen die Güte hatten, an den Tag zu legen. vr, H l ubck. SS R e s a t 4 S N über die, von einigen Gesellschafts-Mitgliedern eingesendeten Be¬ richte landwirtschaftlicher Versuche. Vorgetragen vom Herrn Iran; Possanner v. Ehrenkhal, Mitgliede deö be¬ ständigen Ausschusses. in der allgemeinen Verlammluug der k. k. Landwirlhschasis- Gesellschaft in Laibach am ri. März ,856. IL/'erk Lartholomä Arko, Pfarrer von Voditz, unser geschätztes Mit¬ glied, hat am 26. October v. Z. dem permanenten Ausschüsse mitgetheilt, daß er wegen der Trockenheit, welche im Jahre 18Z4 überhaupt und eben so zur Zeit der Wintersaat herrschte, alle seine, mit Weitzcn und Korn be¬ stellten Aecker gleich nach dec Ansaat, und dann Ende März 1825 neuer¬ dings stark habe bewalzen lassen. Nach dem ferneren Inhalte dieser Mittheilung haben die bewalzten Aecker im Spätherbste herrlich gegrünet, und vorzüglich an Weitzen die er¬ giebigsten Ernten geliefert, während die Weitzenfelder der Umgebung, an de¬ nen die Walze nicht in Anwendung kam, entschieden schlechtere Resultate lieferten. Herr Pfarrer bemerkt ferner, daß im vorigen Jahre der Weitzen auf allen Feldern seiner Nachbarschaft brandig wart daß aber der, auf sei¬ nen bewalzten Aeckern erzeugte Weitzen von diesem Ucbek gänzlich befreiet geblieben ist. Ferner berichtet der erwähnte Herr Pfarrer, daß er im vorigen Jahre, Ende März, auch seine Klecäcker, an denen sich der Frostschaden zeigte, habe bewalzen lassen, und daß er hiedurch eine Kleefechsung erzielt hat, welche an sich zwar in diesem Fehljahre auch nur mittelmäßig gewesen ist, im Vergleiche zu jenen seiner Nachbarn aber zur genannt werden mußte, nachdem die nicht bewalzten Klecäcker wenig oder beinahe gar nicht grünen . wollten, und größtentheils für die Hirse umgeackert werden mußten. Die Walze wird Hierlands bei den Getreidäckern an wenigen Orten — gewöhnlich nur bei der Hirse und bei dem Leine — gebraucht, an mehreren Orten aber auch bei diesen Früchten nur durch andere mühsamere Vorrich¬ tungen ersetzt, wie z. B. durch ein, mit einer Stange versehenes Sto߬ brettchen, womit der Same eingedrückt wird. — Aus dem Berichte des Herrn Pfarrers geht ferner hervor, daß die Walze selbst in seiner Gegend wenig in Anwendung gebracht wird. Annalen der «. k. LanvwirthschaftSg. in Laibach. 34 Mit Berücksichtigung des Gefugten benützt der permanente Ausschuß di« Gelegenheit, die verehrten Herren Gesellschafts-Mitglieder zu ersuchen, ei¬ ner in so vielen Fällen nutzbaren Anwendung der Walze die gehörige Auf¬ merksamkeit widmen, und die dießfälligen Resultate dem permanenten Aus¬ schüsse gütigst mitthcilen zu wollen. Das Gesellschafts-Mitglied, Herr Peter Leskovitz, von Verharsche, hat dem permanenten Ausschüsse die heute zur Ansicht aufgestellten Modelle von 5 Pflügen und einem Rechen, welche Ackerwcrkzeuge von ihm selbst construirt wurden, und bei seiner Feldwirthschaft zur Pflege der Hackfrüchte, vorzüglich aber der Erdäpfel, in Anwendung stehen, eingesendet, und die seinerseits gemachte Erfahrung eines großen Vorkheiles in Ersparung an Menschenhänden und Zugvieh versichert. Die ersten drei Pflüge sind zur Bespannung mit Zugvieh, letztere zwei zum Betrieb durch Menschenkraft eingerichtet. Der permanente Ausschuß ersucht die verehrten Herren Gesellschafts- Mitglieder , diese Modelle und deren von Herrn Berichtsieller eingesendelen umständlichen Beschreibungen mit mehrerer Muße, als solche der beengte Zeitraum der heutigen Versammlung gestattet, in der Eesellschaftskanzlei ge¬ fälligst in Beurlheilung zn ziehen, und ihre Ansichten darüber dem perma¬ nenten Ausschüsse mirzutheslen. Aufforderung zur Einführung einer zweckmäßigen Fütterung der Hauschiere. Vorgetragen von Herrn Franz Galle, Besitzer der Herrschaft Freudenthal und Mitglied des permanente» Ausschusses re. HWie Jahre 1833 und >834 haben dem Landwirlhe manche bittere Lehre, rücksichtlich der Fütteruug der Hausthiere, zurückgelassen. Wir sind durch die Futternoth, welche die anhaltende Dürre im Jahre 1834 herbeigeführt hat, in unserem Viehstande sehr zurückgesetzt worden. Die Nothwendigkeit, die unentbehrlichsten Nutzthiere zu einer Zeit ver¬ kaufen zu müssen, in welcher der Preis derselben am niedersten stand, da, durch Futternoth gedrückt, Jeder verkaufte und um jeden Preis verkaufen 3 wußte, har sehr viele Landwirthe um Capital, um Zuchtthiere, um Dün¬ ger, um die unentbehrlichsten Mittel der Bodenkultur gebracht. Noch jetzt können sich viele Landwirthe den gewöhnlichen Viehstand' nicht anschaffcn. Ihre Felder sind nicht in gehöriger Kraft, um die sonst üblichen Ernten zu geben. Die öffentlichen Blatter und ökonomischen Zeitschriften wetteiferten in dem Jahre 18Z4 und 1835 in Mittheilungen neuer Futterstoffe und neuer Fütterungsmethoden, um die traurigen Folgen, welche aus dem Futterman¬ gel entspringen, zu beseitigen. Nach vielseitigen Berichten haben dort, wo die Noth am höchsten war, Stroh und Wurzelgewächse die sicherste Aus¬ hilfe , die sicherste Rettung gebracht. Denkende Landwirthe haben schon vor längerer Zeit für jene Gegen¬ den, wo es entweder gar keine oder nicht zureichende Wiesen gibt, aufMit- tel gedacht, wie das nöthige Futter für ihre Hauschiere auf den Aeckeru mit dem größtmöglichsten Vortheil erzeugt werden könnte. Um dieses zu erzielen, war cs nicht hinreichend, den Ertrag der ver¬ schiedenen Futterpflanzen zu erfahren, sondern es war auch nöthig, ihren Nahrungsgehalt (Ernährungsfähigkeit) durch komparative Versuche auszu- mittcln. Wir besitzen eine Menge Schriften über den Nahrungsgehalt fast alles Bodenerzcugniffe, welche in verschiedenen Ländern zur Fütterung dec Haus- thiere verwendet werden. Wenn auch die Chemiker in den Resultaten ihrer Analysen über die Ernährungsfähigkeit der landwirchschaftlichen Vcdenpro- ducte nicht ganz einig sind, so treffen doch die meisten darin überein, daß z. B. 100 Theile Weitzen beiläufig 80, Korn 70, ,Gerste 65, Hafer 60, Mais 80, Heu Z0, Weitzenstroh 7^, Kornstroh 7^, Eerstenstroh 15, Haferstroh 15, Kartoffeln 15, Runkelrüben 10, Kraucrüben 12 und weiße Rüben 5 Theile Nahrungsstoff enthalten. Herr Wirkhschaftsralh B. Petri in Wiener-Neustadt, bekannt durch viele intreffante ökonomische Schriften, hat neuerdings seine komparativen Versuche über die Erüährungsfa'higkeit der verschiedenen Futterstoffe, so wie auch eine neue Methode, die Hausthiece mit Häcksel vortheilhaft zu füttern, bekannt gemacht *). Die chemischen Analysen und die sich auf dieselben fußende Theorie in Bezug auf die Ernährung der Lhiere, sagt Petri, stimmen mit den über die Ernährungsfähigkeit der Futterstoffe eingeholten Erfahrungen nicht überein. Der chemische Prozeß ist von dem Lebensprozesse sehr verschieden. ') Physiologische-coinparativc Versuche über dis NahruugSkräfte und Eigenschaften sehr ver¬ schiedenartiger Futterstoffe, von Bernhard Petri. Wien 182-); daun Darstellung deS ProSttetions, Wertstes der verschiedenen Gewächse, von demselben. Wien >8ZZ. 3 * s» Die Ehemie zerlegt nämlich theiltveifr, und zieht einen Destandtheil nach dem andern heraus, wahrend bei dem Lcbensprozesse, durch die Ein- und Gegenwirkung verschiedener Kräfte, eine gleichzeitige Zerlegung und Verbindung der Nahrungsstoffe Statt findet. Ferner ist es bei der chemi¬ schen Analyse noch ungewiß, ob die erhaltenen Bcstandlheile Educte (wirk¬ lich ausgeschiedene ! heile) oder Producte (neu entstandene Substanzen) seyen. Wie viele Theile mögen sich bei der chemischen Analyse verflüchti¬ gen oder gebunden bleiben, welche sonst auf den thicrischen Organismus nährend wirken. Wenn man z. B. das Stroh in seinem natürlichen Zustande dem Viche zur Nahrung vorleget , so stimmen die Analysen mit den Erfah¬ rungen der Viehzüchter so ziemlich überein. Wird aber das Stroh vor der Fütterung zerkleinert, aufgeweicht und mit Salz bestreut, dann findet zwischen der Analyse und der Erfahrung durchaus keine Ucbereinstimmung Statt. Petri hat in der obgenannten Abhandlung vorgeschlagcn, das Vieh mir Slrohhäcksel, welches durch ^Stunden im Wasser erweicht wird, und in welches auf Ivo Pfund Stroh 20 Pfund Mehl aus Mais, Korn, Gerste oder sonstigen Körnern, und Pfund Salz gegeben werden, zu füttern. Durch dieses Verfahren wird das Strohfutter nicht nur schmack- ihaftcr gemacht, sondern es werden die nährenden Bestandthcile desselben durch die Reaction des Salzes und des Gährungsprozesses mehr entbunden, der Magensaft — das unersetzbare Reagens — mit der genossenen Nah¬ rung vollkommener gemischt, und daher die Verdauung und die Assimilation des EhyluA gefördert. Nach der Petri'schen Methode erhält von dem aufgeweichten Futter ein großer, ungarischer Ochs täglich 25 Pfund, ein mittlerer Arbeitsochs 18 — 20 Pfund, und eine Kuh bei 18 Pfund. Das Vieh erhält sich bei dieser Kost sehr gesund und in vollster Kraft; woraus ersichtlich ist, daß das Stroh durch Erweichung im Mehl und Salzwasser einen Lheil der süßlich-schleimigen Materie, welche wir durch den Geschmack im frischen Zustande in den meisten halmartigen Gewächsen so auffallend bemerken, wieder erhalte. Bei trockener Fütterung geht dieser nahrhafte Theil grö'ßlen- theils verloren. Nimmt man an, daß der ungarische Ochs, welchem Petri täglich 20 Pfund Häcksel und 5 Pfund Mehl oder Schrot reichte, ein Gewicht von 1200 Pfund gehabt habe, so würde er täglich, wenn er im Fleisch zunch- men sollte, 30 — 36 Pfund Heu brauchen. Da nach den bisher gemach¬ ten Erfahrungen 5 Pfund Mehl in der Ernährungsfähigkeit gleich sind 15 Pfund süßen Heues, so wären noch 15 bis 21 Pfund Heu zu ersetzen. Wür¬ de der Ersatz durch unvorbereitetes Stroh erfolgen, so müßten von dem- sv selben 30 — 42 Pfund angewendet werden. Einem solchen Ochsen braucht man täglich nur 20 Pfund Slrohhäckfel zu reichen, und er wird dennoch vollkom¬ men genährt; demnach muß die Ernährungsfähigkcit des Strohes durch die fragliche Fütterungsmethode im Durchschnitte um 80 A zugenommen ha-' den *). Da eine verhältnismäßige Erhöhung der Ernährungsfähigkeit, durch die angegebene Methode, bei allen Futterstoffen Statt findet, so erklären un¬ terrichtete Landwirthe jede rauhe, unvorbereitete Fütterung der Hausthiere mit vollem Rechte als Verschwendung. Referent hat in dem vorliegenden Aufsätze die Absicht, die Herren Landwirthe auf die, in der neuesten Zeit gemachten Erfahrungen, in Betreff der bewährten Futterstoffe und Fütterungs¬ methoden, aufmerksam zu machen; er benützt darum diese Gelegenheit, und führt noch die Erfahrungen nachfolgender Landwirthe an. Der gräfliche Lodron'sche Admistrator, Herr Lax, zu Gmund in Obernkarnten, stattete an die k. k. Landwirthlchafts - Gesellschaft in Kärn¬ ten einen Bericht über eine, von ihm eingeführte Fütterung mit Anwen¬ dung der Dämpfe ab. Herr Lax fütterte früher 34 Stück Großvieh in der Art, daß er ihnen täglich 7 86 Pfund Häcksel, welcher aus Heu und Stroh bestand, darreichte, so daß jedes Stück täglich 15,4 Pfund Heu und 7,6 Pfund Stroh erhielt. Statt dieser trockenen Fütterung füttert er die nämliche Zahl Viehes mit 440 Pfund gedämpften Futters, das eben¬ falls aus 2/g Heu und */z Stroh besteht, und erspart durch dieses gedämpfte Futter täglich 231 Pfund Heu und 115 Pfund Stroh, zusammen 346 Pfund Futter. Also muß die Ernährungsfähigkeit des kargere,'chten FutterS durch die Anwendung des Dampfes beinahe um so A gesteigert worden seyn, da die Thiere mit den 440 Pfund vollkommen genährt wurden. Die Wortheile der großen Futterersparung sind überraschend, und betragen bei 34 Stück Vieh und isotägiger Winterfütterung bei 600 Cenkner. „Ich werde von dieser Fütterung nicht mehr abgehen," sind die eigenen Worte des Herrn Berichterstatters. Das weitere Detail über die Manipulation und Einrichtung des Dampf-Apparates wäre für jetzt mitzutheilen zu weit¬ läufig. Referent ist bereit, jedem verehelichen Mitglieds die nöthigen Daten dazu mitzutheilen. (Sieh' den Aufsatz S. 44 dieses Heftes). Der Wirthfchafts - Director, Herr Falke, in Schwichtenberg, hat eine andere Fütterungsmethode, nämlich das Brühen des Futters durch Selbsterhitzung, empfohlen. Obwohl diese Fütterungsmethode in viele landwirthschaftliche Schriften als: in die Monatschrift der k. preußischen öconomischen Gesellschaft in Pots- Nach Papst wirs die Ernährungsfähigteit des Strohes durch das Abbrüchen um r« — sL Procent erhöht. s« Lam (Jahrgang 1832 und 183a); — in die Verhandlungen und Aufsatze der stepermärkischen Landwirthschafls - Gesellschaft (Heft 32): —und in die österrei¬ chische allgemeine Zeitschrift für Landwirthe (Nro. 26 vom Jahre 1835) aus¬ genommen worden ist, so hörte man doch lange Zeit nichts Näheres über die Voccheile der fraglichen Füttcrungsmcthode. Erst in diesem Jahre hat der Redacteur der ökonomischen Neuigkeiten, Herr Emil Andre, die Vortrefflichkeit der fraglichen Fütterungsmethode der Art geschildert, daß man cs nicht unterlassen kann, lder hochansehnli- chcn Gesellschaft wegen Kürze der Zeit wenigstens den Schluß der ebcner- wa'hntcn Schilderung mitzutheilen. Er lautet: „Die Sache ist für Jedermann unter allen Verhältnissen leicht und ohne Schwierigkeit anwendbar, man bedarf dazu nichts als leeren Raum. Bei größern Wirtschaften erfordert das Abbrühen große Kessel und Holz zum Erhitzen des Wassers. Bei dem Dämpfen ist ein eigener Dampf-Ap¬ parat und Brennmaterial nothig. Alle diese Auslagen fallen weg. Der reichste wie der ärmste Landwirth kann sie sogleich anwenden." »Ich halte diese Futterzubereitung für eine der wohltätigsten und wich¬ tigsten Entdeckungen, welche gewiß in der kürzesten Zeit allgemeinen Ein¬ gang finden wird, durch deren Mittheilung sich Herr Falke ein unver¬ gängliches Denkmal gesetzt, und den wärmsten Dank aller Landwirth« erworben hat. Die Sache ist besonders in diesem futterarmen Winter von so großem Interesse und äußerster Wichtigkeit, daß ich eile, allen denen, welchen an Futterersparniß gelegen ist, diese meine Erfahrungen und Resul- täte, bei Einführung dec Fütterung von 17 Rindern und 1003 Schafen mit gcgohrenem Futter durch Selbsterhitzung, mitzutheilen." Die Zeit erlaubt heute nicht, die Qualität und Quantität des Futters und das Verfahren, das bei dieser neuen Fütterungsmethode beobachtet wer¬ den muß, zu beschreiben. Referent ist bereit, den verehrlichcn Herren Mit¬ gliedern nach dem Schlüsse der Sitzung die Blätter zur Einsicht vorzulegen. Auf jeden Fall werden die nöthigen Mittheilungen durch das Jllyrische Blatt geschehen *). Aus dem bisher Vorgebrachten ist es jedem denkenden Landwirthe leicht zu begreifen, daß wir durch das Füttern der Hausthiere mit langem oder selbst zu Häcksel geschnittenem Nauhfutter, im trockenen Zustande, gewiß , wenn nicht die Hälfte, des vorgclcgten Futters verschwenden, weil, wie schon weitläufig auseinander gesetzt wurde, ein großer Theil der nährenden Bestandtheile des dargereichten Futters unverdaut durch den After durchgeht, während sie, falls das Futter früher abgebrüht, oder wenigstens der Gäh- Siehe die Aufsatze Seite s» und 44 wieset Heftes. 3V rung ausgesetzt gewesen wäre, vcn den S'augadern ausgenommen worden waren. Einer der ersten Viehzüchter JnnecösterreichS, der sich durch seine Kenntnisse und Leistungen im In- und Auslande den ehrenvollsten Ruf erworben hat, eifert so sehr gegen jede, wie immer geartete, trockene Füt¬ terung, daß er jeden Landwirth, welcher nur einige Kenntnisse in der Oeco- nomie besitzt, einen Verschwender nennt, wenn er dem Vieh trockenes Fut¬ ter verlegen läßt. Noch erübrigt dem Referenten, die verehrten Herren Mitglieder auf zwei Futterpflanzen aufmerksam zu machen, und dieß um so mehr, als diese Pflanzen in dec Nachbarprovinz Kärnten seit einigen Jahren mit großem Vortheile cultivirt, als sie in Krain noch wenig bekannt sind, und dort, wo man sie auch kennt, in einer zu unbedeutenden Ausdehnung angebaut werden. — Diese Pflanzen sind: - a) Die Krautrübe (Lraksica, ^lspobraksica) und b) die Runkelrübe, (Lots ciala — sitissima). Was die Krautrübe betrifft, so hat unser verehrliches Mitglied, Herr Johann Seltner, Besitzer der Herrschaft Wiesenau, schon vor mehreren Jahren in einem sehr gehaltvollen Aufsatze, welcher in dem 12. Hefte der Verhandlungen und Aufsätze der k. k. steycrmärk'schen Landwirthschafts - Ge¬ sellschaft erschien, nicht nur die Art und Weise, wie der Anbau dec Kcaut- rübe zu geschehen habe, beschrieben, sondern auch diese Rübs als Viehfuttec, nicht allein zur Production der Milch, sondern auch zur Mästung, als sehr vortheilhaft geschildert. — Seit dieser Zeit gewann in Kärnten der Anbau der Krautrübe, sowohl in Hinsicht der Reichhaltigkeit der Ernte, als auch der guten Anwendung für Viehfutter, täglich mehr an Eredit. Bei gehö¬ riger Cultur der Krautrüben geben sie den lohnendsten Ertrag, welcher jede andere Eultur zurückläßt, weil nicht nur ihre Wurzeln, sondern auch ihre Blätter eine große Masse von sehr nahrhaftem Futter liefern. Auch ist in dem Jllyrischen Blatte Nr. «5 und 46 Jahrg. 1824, dann zum Theile auch im Kalender dec k. k. Landwirthschaftsg. in Krain d. I. 1827, die Cultur der Krautrübe angegeben worden. Nicht minder vortheilhaft ist die Cultur der Runkelrübe, wenn sie nur bloß als Futterpflanze behandelt wird *). Wird sie aber zugleich zur Zuckerfabncation verwendet, so sind ihre Vortheile besonders in die Augen springend. In Gegenden, wo das Clima nicht feucht oder der Boden nicht bündig ist, verdient sie einen Vorzug vor der Krautrübe. UcbrigenS hat sic noch den Vorzug vor der Kraut¬ rübe, dasi sie von den Blattläusen nicht beschädigt wird, was leider häufig bei derKraut. rüde Stakt findet. 4K Referent hatte, als einer dec Abgeordneten unserer Gesellschaft zu der allgemeinen Versammlung der kärnchnerischen Landwirlhschafts - Gesellschaft imJahre1834, dieEhre, bei den Herren Rittern v. Moro durch den zufrüh verstorbenen Freiherrn b. Herberth, und zu dem Herrn v. Lanner durch Se. fürstlichen Gnaden den hochwürdigsien Herrn Präsidenten jener Gesellschaft, eingeführt zu werden. Diese, um die Landwirthschaft und Industrie KärnthenS so hochverdiente Männer haben dem Referenten mit der größten Bereitwilligkeit Gelegenheit verschafft, sich mit allen Theilen der Zuckerfabrication (welche jenes Jahr in beiden Etablissements zusammen über g50 Centner betrug) und der mit ihr in Verbindung stehenden Vieh¬ mästung bekannt zu machen. Herr v. Lanner versicherte, daß er nur der Zuckerfabrication aus Runkelrüben die Ernährung seiner, bei 100 Stück zur Mast ausgestellten, Ochsen und seines übrigen Nutzviehes in jenem an Heu und Klee armen Jahre verdanke, weil er, durch mehrere 1000 Centner ausgepreßtcn Runkelrübenmarkes, als Abfall der Zuckerfabrication, in der Lage war, mit dem geringen Rauhfutter nicht nur auszukommen, sondern 2000 Centner Heu zu dem sehr tbeucrn Preise von 2 fl. pr. Centner zu verkaufen. Ohne die Runkelrüben-Zuckerfabrication hätte er die zur Mast aufgestellten Ochsen entweder zum großen Nachtheile verkaufen, oder we¬ nigstens 4000 Centner Heu kaufen müssen, was ohnehin unmöglich war, da die Futternoth allgemein herrschte. Wenn auch die Runkelrüben-Zucker- fabrication in Kärnten noch nicht in jener Ausdehnung, als in Oesterreich, Böhmen, Mähren, Ungarn oder Galizien betrieben wird, so ist doch dieser Zweig der landwirthfchaftlichen Industrie selbst in dem Falle, als die Pro- ductionskosten durch das bloße Fabrikat nicht gedeckt werden sollten, in Bezug auf die Viehzucht von großer Wichtigkeit *). Was den Anbau der Runkelrüben betrifft, so ist er im Allgemeinen gerade so, wie bei der Krautrübe; nur können sie näher an einander ge¬ pflanzt werden, als die Krautrüben, weil sich ihre kleinern Blätter nicht so ausbreiten, wie die der Krautrüben. Uebrigens wird das Nähere über ihren Anbau in den Jllyrischen Blättern erscheinen. Was die Ernahrungsfähigkeit der beiden Rübenarten anbekangt, so haben die Herren Ritter v. Moro in Victring eben so mühsame, als geschätzte vergleichende' Versuche über die Nahrhaftigkeit der Runkel- und Krautrüben gegen dis Kartoffeln, das Wiesen- und Kleeheu, und in Bezug auf die Milchproduction, angestellt, und dieselben in den Annalen der k. k. kärtnerischen Landwirthschafts-Gesellschaft bekannt gemacht **). ') Oie Entstehung der vielen Runkelrüben-Zuckerfabriken in Böhmen, Mähren rc., ist ein Beleg für das Gesagte. Sich« » Hefti Sc 1 — -5, von 18ZZ, der ehe» angeführten Anngfen. 4S Diesen Versuchen zufolge find ZOO Pfund Kraut - oder Runkelrüben*), 250 Pfund Blätter von der erster», und 275 Pfund von der letzter» in der Ernä'hrungsfahigkeit gleich 100 Pfund Heu (süßes). Berichterstatter baut in Freudenthal seit zwei Jahren im Kleinen Kraut» und Runkelrüben. Wegen ihres schwammigen Fleisches werden die Runkel¬ rüben früher, spater die Kraukrüben und endlich Kartoffeln dem Häckselfut» ter beigemischt, verfüttert. Der Boden in Freudenthal ist ein durch Cul- tur von dem Moraste gewonnener Grund, folglich noch immer feucht und sehr locker, und doch gedeihen die Kraut- besonders aber die Runkelrüben vortrefflich. Was kann man erst bei einem mehr bündigen und reichen Bo¬ den erwarten? Referent benützt zur Zerkleinerung der Kraul- und Runkel¬ rüben, so wie derKartoffeln, den sogenannten Vösendorfcr-Rübenwolf, von dessen Zweckmäßigkeit sich Jedermann an dem Modelle überzeugen kann, welches sich unter den Gcrathschaftcn der Gesellschaft befindet. Da wir nicht wissen können, wie bald wir durch eine neue Futternoth heimgesucht werden , so find nicht nur die gleich Eingangs angegebenen Füt- terungsmethodcn, sondern auch der Anbau der Kraut- und Runkelrüben nicht genug anzuempfehlen. Der permanente Ausschuß biethetJedermann, so lange der Borrath dau¬ ert, echten Samen der gelben und weißen Kraut- und Runkelrübe um die unbedeutendsten eigenen Kosten. Jedes Mitglied der Gesellschaft wird kost¬ bare Geschenke unfern Landleuten bringen, wenn es ihnen zuerst Pflanzen dieser Rüben übergibt, und sie später zur Erzeugung des Samens aufmuntert. Laibach am 15. März 18Z6. ') Das Runkelrübenmark wird zu 3a5 angegeben. 4D Be v Lcht über die Fütterung der Schafe mit, durch Selbsterhitzung über¬ buchtem-Futter. Dom Herrn Georg Dem scher, Ritter des Curfürstl. Hessischen Ordens vom gol¬ denen Löwen, Oberamtmanne der Herrschaft Bisenz in Mähren, und Mitglieds dreier LandwirthschaftK - Gesellschaften. ist gegenwärtig fast allgemein anerkannt, daß die Ernährungsfähig¬ keit aller Futterstoffe durch das Abbrühen mit heißem Wasser oder Dampf ungemein erhöht wird *). Da jedoch diese Art der Zubereitung der Futterstoffe einige Vorausla¬ gen erfordert, die nicht jeder Landwirth zu bestreiten im Stande ist, so ist man, besonders durch den allgemeinen Futtermangel des Jahres 18ZH, genö- thiget gewesen, sich um ein Mittel umzusehen, um auf eine wohlfeilere Art die Vortheile des AbbrühenS der Futterstoffe mit heißem Wasser oder Dampf zu erreichen, und daher am Futtermaterial zu ersparen. Dieses Mittel besteht darin, daß man die Futtermaterialien eine Zeit lang dem Gährungsprozesse oder der Maceration ausfetzt *"). Die Regeln, die man hiebei zu beobachten hat, sind folgende: 1) Daß man alles Futterstroh zu Häcksel schneiden läßt; 2) daß die zerkleinerten Wurzeln oder ihre Abfälle, als: das Runkelrü¬ benmark, oder der rückständige Brei der Kartoffeln, der bei der Stärke-Fa- brication gewonnen wird, mit dem Häcksel (oder auch Heu?) in Bottichen schichtenweise gemengt, und mit Wasser, in welchem das allenfalls zur Vcr- fütterung bestimmte Salz aufgelöst werden soll, besprengt werden; Z) daß das Gemenge durch einen Menschen (wie Kraut oder Rüben) getreten werde, und g) daß dieses so behandelte Futter so lange stehen bleibe, bis es an¬ fangt einen tveingeistarrigen Geruch mit kaum merklicher Erwärmung zu be¬ kommen. ') Nach einigen unterrichteten Landwirthen beträgt di- fragliche Erhöhung -5-.3a Procent. Anm. deS Res. ") Nicht die Erfindung, sondern bloß die ausgedehnter« Anwendung dieses Mittels gebührt der Gegenwart. Anm. de« Xcf. 4 8 Das auf die beschriebene Weise zubereitete Futter wird von den Thie- ren nicht nur gern gefressen, sondern es ist denselben auch sehr gedeihlich. Auf der Herrschaft Bisenz, welche der Leitung des Berichterstatters an¬ vertraut ist, werden täglich ioo Metzen oder 8!) Centner Kartoffeln zur Stärke-Fabrication verwendet. Diese geben an rückständigem Brei, (welcher aus Fasern, Eiweiß und etwas Stärkmchl bestehl), 66 Metzen. Diese 66 Metzen, welche in der Ernqhrungsfähigkeit gleich 56 Centner roher Kartof¬ feln gefetzt werden können, werden kläglich an Z000 Schafe, von welchen das Stück täglich 1 — 1^/2 Pfund Heu, und 1 — 1V2 Pfund Häckerling erhält, in der Art verfüttert, daß sic früher, mit dem letztgenannten Futter¬ stoffe gemengt, in 2 Bottichen durch 2» Stunden der Gährung ausgesetzt werden. Längere Zeit die Gährung dauern zu lassen, hält der Berichterstatter für unvortheilhaft, weil dann die Wcingährung sehr leicht in die Essig- vder gar in die faule Gährung übergeht. Wird das Gemenge an säugende Mutterschafe verfüttert, so soll es schon nach Verlauf von 6 — 8 Stunden gereicht, also der Morgens ge¬ wonnene Brei Nachmittags verfüttert werden, weil sonst die saugenden Läm¬ mer, selbst bei einer eingelrctencn Weingährung, leicht eine Anlage zum Durchfall bekommen. Befindet man sich nickt in der Lage, um den gewonnenen Kartoffelbrei in so kurzer Zeit zu verfüttern, so braucht man denselben nur zu trocknen, um ihn Jahre lang aufbewahren zu können, wo man dann für den Fall der Nolh ein treffliches Fütterungsmaterial besitzt. Der Berichterstatter hält sich verpflichtet, die Landwirthe auf die eben belchrjcbene Fükterungsmethode aufmerksam zu machen, und dieß um so mehr, als die Wurzelgewächse, wenn sie zu irgend einer Fabrication *) ver¬ wendet werden, eine große Masse 'von sehr wohlfeilem, wenn nicht ganz unentgeldlichem Futter liefern "*). ') Die neue Lndwig'schs Methode, aus den Kartoffeln das Kraftmehl zu gewinnen, finden die Herren Landwirthe in der Wiener,Zeitung vom 2l. Mai l. Z. ümständlich auseinan¬ der gesetzt. ") Da nach Angabe des Herrn Berichterstatters die Kartoffeln bei der Stärke-Aabri-ation ganz vcriverthct werden, so ist der rückständige Brei mit 66 Procent ei» reiner Gewinn, welcher im vorliegenden Falle, wenn der Ceytner Heu nur zu 3o kr. , und der dcsStro, hcs zu iv kr. veranschlagt wird, 20 — r5 ff. beträgt. Anm. des Res. 44 B ernerkungen über die, in der neuesten Zeit vorgeschlagenen Fütterungs- Methoden. Dom vr, Hlubek, k. k. Professor der Landwirthschaftslehre und Naturgeschichte an dem Lyceum zu Laibach. ^^er Futtermangel des Jahres 183» hat denkende Landwirthe aufgefor¬ dert, entweder neue Mittel aufzusinden, oder die bereits aufgefundencn in Anwendung zu bringen, durch welche die Ernährungsfähigkeit der Futterstoffe erhöht werden kann, um mit der geringsten Quantität von Futter dieHaus- thiere wenigstens im gesunden Zustande, bis auf bessere Zeiten zu erhalten. Die vorzüglichsten Mittel dieser Art, die man in Vorschlag brachte, sind: I) Das Abbrühen. II) Das Dämpfen und III) die Maceralion des Futters*). Die vielen widersprechenden Angaben, welche man in Betreff der Wirk¬ samkeit der eben angeführten Mittel in den landwirthschaftlichen Schriften **) antrifft, waren die Veranlassung zu dem gegenwärtigen Aufsatze, welcher keine andere Bestimmung hat, als jene Landwirthe-, welche sich nicht in der Lage befinden, viele landwirthschaftliche Schriften anzuschaffen und zu lesen, in die Lage zu versetzen, die fraglichen Fütlerungsmethoden vom gehörigen Gestchtspuncte aus zu würdigen. Die Aufgabe, welche durch die in Vorschlag gebrachten Mittel gelöst werden soll, ist keine andere, als Futter zu ersparen. Will man vom Futtecersparnisse bei irgend einer Fütterungsmethode sprechen, dann muß ') Das Umwandeln des Getreides zn Vred, um damit dis Haustlnere zu füttern, übergehe ich aus Gründen, dis einem Jeden von selbst in dis Augen springen. Die BorthcUe des Schrotens des zu verfütternden Getreides sind so allgemein anerkannt, daß eS überflüssig Ware, hierüber ein Wort zu verlieren. ") Siehe: Qeconomifchc Neuigkeiten von tVnclrä, Nro. Z, <6, 28 und fli , dann Verhand¬ lungen der k. k. LandwirthschaftS-Gesellschaft in Wie». Band 8. S- 9S rc-, und Van» tj- ötft l. S. >24 ic. 4S ->) eine Art von Fütterung zum Maßstabe angenommen werden, um «ine Vergleichung mit der neuen Fütterungsmethvd« ansteilen zu können, und b) müssen jene Bedingungen näher angegeben werden, unter welchen Futter erspart werden soll. sä ») KaturgcmäHe Ernährung vrs Rindes. Zum Maßstabe der Vergleichung muß die naturgemäße Ernährung un¬ serer Hauslhicre angenommen werden, weil nur sie einen gerechten Anspruch auf Allgemeinheit besitzt *). Eine naturgemäße Fütterung unserer Hausthicre im Sommer ist die mit frischem Futter, als: Gras, Klee aller Art, Wicken ec., und im Winter mit Heu, Stroh und Laub. Bei der natürlichen Ernährung nimmt jedes Thier so viel Futter, dem Gewichte und dem Volumen nach, zu sich, als zu seiner vollkommenen Ernährung erforderlich ist. Den bisher gemachten Erfahrungen zufolge reichen 100 Pfund Gras oder 90 Pfund Klee hin, um eine Kuh von 1000 Pfund lebenden Gewich¬ tes vollkommen zu ernähren Werden die 100 Pfund GraS zu Heu umgewandelt, so erhält man 30 — 33 Pfund ****). Diese an eine Kuh von der angeführten Größe ') Gewöhnlich wird die frühere, oft sehr unzweckmäßige Fütterung zum Maßgabe angenom¬ men. Wird die Unzweckmäßigkeit—oftVergeudung des Futters beseitiget, dann kann bei derselben Beschaffenheit des dargcreichten Futters, von einem Ersparnisse desselben ge¬ sprochen werden. ") Nicht bloß das Gewicht, sondern auch das Volumen des Futters spielt bei der Ernährung eine wichtige Rolle. Thicrc, bei welchen das Volumen der anfgencmnienen Nahrung nicht im Stande ist, die Wandungen ihrer Mägen auszvfiillcn, nehmen oft ganz hetero¬ gene, zur Ernährung unbrauchbare Körper auf, um ihre Mägen auszufüllen, und die Absonderung des Magensaftes zu befördern. — Pferde, die in Vergleich mit ihrem Körper kleine Mägen besitzen, können auch mit bloßem Brod genährt wcrdcn, nicht aber Rinder. Bei diesen hat das Volumen des Futters einen wesentlichen Einfluß auf das Ruminiren oder Wiederkäuen. Denn nur der voluminöse Bissen vermag den Halbcanal, welcher in Len Zten Magen (Löser) führt, zu schließen, um in den Pansen zu gelangen, (Siehe Physiologie von Oi. I. Müller, Koblenz «835, D. I. S. 485.) '") Der große Magen, Pansen genannt, einer solchen Kuh beträgt circa 2,5oo Cubik-Zoll. Da ein Centner Gras einen Raum von 5,5oo — 6ooo Cubik-Zoll, und das tägliche Ge¬ tränke mit 3» Pfund, 92L Cubik-Zoll einnehmen, so füllt eine solche Kuh bei Zmaliger Fütterung des Tages ihren Pansen bis zu 2,14, — 2,208 Cubik-Zoll aus. Der übrige Raum des Pansen bleibt für di- sich allenfalls entwickelnden Gasarten.--Schwefel- und KohlenwasserstoffgaS, so wie Kohlensäure entwickeln sich in dem ersten und zweiten Ma¬ gen bei der Verdauung des RindeS. "»') Ein Eentner Heu hat» im zusammengcdrückten Zustande, ein Volumen von 24,506 Eu- Lik-Zoll, mithin füllen 3° Pfund He» 7,35« Cubik-Zoll aus. Da der Pansen 2,5->->Cu- 4« verfüttert, sind kein vollkommenes Aequivalent für die 100 Pfund GW, weit einerseits bei dem Trocknen Stoffe verflüchtiget werben, die früher zur Ernährung beigetrogen haben, und weil andererseits die nähern Bostand- theile, als: Holzfaser, Stärkmehl, Kleber, Zucker rc. in dem Heu nicht mehr so aufgeschlossen (entbunden)' sind, wie bei dem Grase. Wird das Heu mit Wasser angefeuchtet, dann wird dasselbe dem Gra¬ se näher gebracht, und mithin seine Wirksamkeit erhöht. Geschieht die An¬ feuchtung ganz mit Anwendung von Wärme, dann werden seine nähern Bestandthcile noch mehr aufgeschlossen, und daher seine Assimilation erleich¬ tert * *). Wird die lhierische Production bei der Gras-Fütterung mit der bei der Ernährung mit gesättigtem, abgebrühtem oder gedämpftem Heue vergli¬ chen, dann kann von einer Futterersparung keine Rede seyn, weil durch keine menschliche Manipulation das Heu ins Gras umgcwandelt werden kann **). Geschieht aber die Vergleichung zwischen dem trockenen und dem gesättigten Heue, dann kann allerdings von einer Futterersparung gespro¬ chen werden. Und sie wird im vorliegenden Falle im Allgemeinen so viel betragen, um wie viel das Quantum des gesättigten Heues vermindert wer¬ den kann, um eine gleiche Wirkung wie mit dem trockenen Heu hervorzu¬ bringen ***). Geschieht die Ernährung mit Stroh (oder Laub), dann muß eine Kuh, von der angegebenen Größe, 60 — 66 Pfund täglich erhallen. Da diese einen Raum von 15,772 bis 17,350 ^Cubik-Zoll einnehmen ****), so muß das Thier fast den ganzen Tag zum Fressen verwenden, um das Stroh in seinen Magen zu bringen. Das Thier erhält bei diesem lang dauernden Fressen auf einmal zu wenig nährende Besiandtheile in seinen Körper, zu dem werden die Kau- und Verdauungsmuskeln zu sehr in Anspruch genommen, abgenützt, und da das Abgenützte wieder ersetzt werden muß, so erklärt sich hieraus, daß die Thiere mit 60 Pfund Stroh, obwohl sie dem Gewichte nach eben so viel bik-Zoll mißt, so mußten die Za Pfund Heu in 4 Rotationen verfüttert werden, wenn derselbe nicht überfüllt werden soll. *) Das gesättigte Heu kann in z Rotationen verfüttert werden. ") Daß durch das Kochen, Abbrühen, Dämpfen und GähreN der Futterstoffe ihre Bestand¬ thcile Veränderungen erleiden; daß neue Stoffe gebildet und die alten schmackhafter werden rc., ist eine Thatsache. Daß man aber durch diese Mittel die Natur gatiz er¬ reichen, oder gar Übertreffen könne, ist eine Behauptung, die keine Beachtung verdient. *") Comparative Versuche dieser Art sind mit nicht bekannt. Wie viel das Ersparnis; bei andern Füttcrungsarteu beträgt, wird in der Folge angegeben werden. Ein Centncr Stroh, im Durchschnitte von allen Arten, hat ein Volumen von 26,288 Cubik-Zoll. Ein Centner Skrohhäcksol dagegen von Zo,6Z2 Cubik-Z-ll. nährende Bcstandthkilr enthalten, als 30 Pfund Heu, nicht so vollkommen ernährt werden, als mit dem letztem oder gar mit frischem Grase. Hier entsteht nun die Frage, wie kann dieser Uebelstand beseitiget oder wenigstens vermindert werden. Die Wurzelgewächse sind vorzugsweise geeignet, demselben abzuhelfen. Denn itens enthalten sie viel Feuchtigkeit, und können daher das Stroh aufweichen. 2tens. Haben sie viel Zuckerstoff. Dieses Ferment wird dem Stroh mit- gctheilt, und dadurch, seine Eährung, mithin auch seine Verdauung beför¬ dert *). Und Ztens. nehmen die Wurzelgewächse im Vergleiche mit Stroh, einen sehr kleinen Raum ein **). Diese Eigenthümlichkeiten der Wurzelgewächse sind zugleich die'Gründe, welche die Behauptung rechtfertigen, daß bas Stroh im Haushalte nur durch ihre Cultur gehörig ausgenützt werden könne. Da aber auch die vorkheilhafteste Ausnützung der Wurzelgewächse bei der Fütterung der Hausthiere durch das Rauhsukter bedingt ist, so ent¬ steht die Frage, in welchem Verhältnisse der Wurzelbau zum Getreidebau stehen soll, um sowohl die Wurzeln als das Stroh zur größtmöglichen Aus¬ nützung zu bringen. Bei Beantwortung dieser Frage muß man unterscheiden, ob die Vieh¬ zucht oder der Getreidebau die Hauptsache einer Landwirthschakt sei). Ist es die Viehzucht, dann soll das Stroh nur in so weit verfüttert werden, um den Wurzeln und den übrigen kräftigen Futterstoffen das erfor¬ derliche Volumen zu geben ***). Da das tägliche Futter einer Kuh bei 6000 Cubik-Zoll einnehmen soll, und die Wurzeln, die zu ihrer Ernährung erforderlich sind, nur bei 2,660 Cubik-Zoll einnehmen, so müssen bei 10 Pfund Stroh zur Ver¬ mehrung des Volumen angewendet werden. Rechnet man das Stroh mit zur Ernährung, dann müssen 15 Pfund angewendet werben, denn die in diesem Falle zu verabreichenden a5 Pfund Wurzeln (Kartoffeln) nehmen nur einen Raum von 1,902 Cubik-Zoll ein. Hieraus läßt sich, mit Rück¬ sicht aus die Größe des Ertrages und der Ernährungsfahigkeit der Wurzel- ') Das; die Verdauung eine, durch die Lebenskraft geleitete Währung ist, bedarf weht keiner Nachweisung. ") Ein Centner Wurzeln aller Art, im zerkleinerten Zustande, in welchen sie verfüttert werden sollen, füllt einen Raum von Cubik-Zell aus. Siehe S. 46, Aumerk. ("). 4« gewächse und des Strohes, sehr -leicht das oberwähntr Berhältniß für die einzelnen Fälle ausmikteln Ist der Getreidebau die Hauptsache "einer Landwirthschaft, dann spielt das Stroh eine wichtige Rolle bei der Ernährung der Hausthicre. Der Anbau >der Wurzelgewächse wird dann nur in so weit betrieben, um das Stroh einigermaßen vortheilhastec ausnützen zu können **). Will man durch die Wurzelgewächse das Futkerstroh zur größtmöglichen Ausnützung bringen, dann wird erfordert: itens. daß das Stroh zu Häcksel geschnitten und di« Wurzeln zerklei¬ nert werden; 2tcns. daß der Häcksel mit den Wurzeln gleichförmig gemengt, und 3tens. daß das Gemenge mit Wasser gesättiget und in kleinen Por¬ tionen verfüttert werde ***). ') Ist der Ertrag der Wurzeln pr. Joch Zoo Ccntner, der des Strohes 20 Gentner, und wird das Stroh nicht zur Streu, sondern bloss zum Futter verwendet, wie cs in Gebirgsländern der Fall ist, dann ist das Verhältnis! des Getreidebaues zum Anbau der Wurzelgewächse wie tz : I , d. l). wird auf 4 Joch Halmgctreide angebaut, dann must I Joch mit Kartoffeln, Kraut- oder Runkelrüben bestellt werden, wenn beide Futter¬ stoffe, Stroh und Wurzeln, bestmöglichst ausgenützt werden sollen. Wird nur die Hälfte des Erntestrohes verfüttert, und die andere durch's Heu substituirt, dann ist das Ver¬ hältnis; 6 : i. Im ersten Fall« kommen auf jedes Pfund Stroh Z Pfund Wurzeln; im zweiten ebenfalls, nur dass auf i Pfund Heu 11)2 Pfund Wurzeln entfallen. Block, in seinen landwirthschaftlichcn Mittbeilungcn, V. I., S. 207 ic., rechnet, hei einem angemessenen Verhältnisse der Viehzucht zum Ackerbau, auf eine Strohcrnte von 100 Pfund Roggeuwerth (auf 600 Pfund Stroh) 160 Pfund Roggcnwerth kräfttgcr Fut¬ terstoffe (Heu, Wurzeln, Getreideschror, Gras ic.), wenn die Viehzucht begünstiget wird, und im entgegensetzten Falle bloss ivo Pfund. Vergleicht man die Ernährungsfäbigkcit der verschiedenen Futterstoffe mit dem Roggen, dann kommen nach ihm im ersten Falle auf I Gentner Stroh 2 Gentner, und im zweiten auf 2 Gentner Stroh z Ccntner kräftiger Futterstoffe. Nach ihm beträgt das Rauhfutter pr. Stück Rind 18 Pfund (16 1)2 Wien. Pfund), nach Kncyssig (stehe dessen Sommer¬ und Stallfüttsrung, Prag >836, S. 171) 20 Pfund (18-)L Wien. Pfund). ") Würde in einem solchen Falle kein Heu verfüttert, dann müssen 2 Pfund Kartoffeln, Kraut- oder Runkelrüben auf l Pfund Futtersiroh kommen; und das Verhältnis; deS Getreidebaues zum Wiirzelbaue wäre dann wie 6 » 1. Wird aber Heu zur Hälfte des Strohes gereicht, dann ist das Verhältnis; 8:1, und es kommen in diesem Falle auf 2 Pfund Rauhfutter, das zur Hälfte aus Heu und Stroh besteht, Z Pfund Wurzeln. Bedenkt man, dass in Krain die Kultur der Wiesen und Weiden noch lange nicht so betrieben wird, als cs zur grösstmöglichsten Erhöhung des Ertrages erforderlich, dann, dass der Anbau der Futterpflanzen, namentlich der der Wurzelgewächse, in keinem Ver¬ hältnisse zum Getreidebau steht; so wird man sich leicht erklären können, warum die Viehzucht im Lande die erwünschten Fortschritte noch nicht gemacht bat. In Krain ist das Verhältnis; des Getreidebaues zum Wurzelbaue wie 18 : 1, und cs kommt kaum Ein Pfund Wurzeln auf Z Pfund Rauhfutter. »») Das Gemenge kann abgebrüht, gedämpft oder macerirt werden. Hierüber wird in der Folge das Nähere angegeben werden. 4S ncl b) Vevingungen» unter welchen bon einer Lfutterersparung gesprochen wervea kann. Es ist bisher gezeigt worden, welche Fütterung als die Normalfütte¬ rung angenommen werden müsse, und in wie fern man von einer Futtec- ersparung unter der Bedingung sprechen kann, wenn die Thiere naturgemäß und vollkommen genährt werden sollen. Es gibt jedoch noch andere Be¬ dingungen, unter welchen von einer Futterersparung die Rede seyn kann. Diese Bedingungen sind: s) Die Lebenserhaltung, l>) die Erhaltung des ThiereS im stuw czuo» und c) die Vermehrung oder Verbesserung der thierischen Production. sei a) Wenn cs darum zu thun ist, das kahle Leben der Hausthiere durch eine Zeit, wo es ihm an Futter gebricht, zu erhalten, der hat nichts anders zu thun, als sich um ein Mittel umzusehen, durch welches seine Thiere in den Winterschlaf, oder in einen demselben ähnlichen Zustand ver¬ setzt werden können, und er wird dann ohne alles Futter, oder mit einer sehr geringen Quantität seinen Zweck erreichen, und von einer Ungeheuern Futrerersparung sprechen können *). Da wir zum Unglücke aller jener Alpenbewohner, die einen viel grö- ßern Viehstand halten, als sie den Winter hindurch vollkommen ernähren können, kein Mittel kennen, um unsere Hausthiere in den Winterschlaf zu versetzen, so bleibt uns nichts anders übrig, als wenigstens jene Umstände bei unfern Hauslhicren herbei zu führen, welche dem Winterschlaf« voraus- gchen, oder denselben begleiten. Diese Umstände sind: itens. Das Fettwerdcn der Thiere **); 2tens. die Ruhe Stens, ein weiches Lager und ') Das Lebe» ist ein Verbrennung-,-Prozeß. Erfolgt das Brennen ohne Flammen, dann kann ein Brennmaterial, welches beim Flammenfeuer schnell consummirt worden wäre, lange Zeit das Feuer ohne Flamme erhalten. Das 20 — Zo Pfund wiegende Fett eines Bären reicht hin um sein Leben während des Winterschlafes zu erhalten. ") Alle Thiere, die in einen Winkelschlaf verfallen, bemühen sich vor Eintritt desselben, ihren Körper so fett als mögllch zu machen, um von demselben zehren zu können. Der Caravanentreiber sucht den Höcker feiner Kamehle durch eine reichliche Ernährung za vergrößern, damit dieselben für den Fall der Noth, eine Borrathkammer von Nahrung Mit sich tragen. '") Man störe ja nicht die Bienen im Winter, wenn man Futter ersparen will. Müssen die Thier- auf einem harten Lager liegen, so ist die Abnützung der Muskeln groß. Das Abgenützte muß ersetzt werden, oder bas Thier magert ab. Annalen der k. k. Landwiethschaftsg. in Laibach. 4 ätens eine mäßige Temperatur *) in den Stallungen. Wer seine Thiere gut genährt cinwintert, im Winter die ri.i, 2, Z und 4 angeführten Umstände herbeiführt, und denselben täglich nur 5 Pf. Heu, oder anderes auf Heu reducirtes Futter reicht, der kann mit Zuver¬ sicht erwarten, daß seine Thiere nicht nur überwintern, sondern auch ohne besondere Hilfe die Alpe erreichen. sei b) Die zweite Bedingung, unter welcher von einer Futtercrfparung gesprochen werden kann, ist die Erhaltung dec Thiere in einem gleichen Zu¬ stande der Beleibtheit. Den bisher gemachten Erfahrungen zufolge beträgt das Eonversalions- Futter, das ist dasjenige Quantum von Futterstoffen, welches den Lhieren gereicht werden muß, damit sie weder ab- noch zunehmen, 1^ Heu oder 5 A Gras ihres lebenden Gewichtes Wer das Futter aufweichr, und die bei u sub 2, Z und 4 angeführ¬ ten Umstände bei seinen Thieren herbeiführt, der kann das Conservations- Futter um etwas vermindern, oder auf eine gesteigerte thicrische Production rechnen, falls dasselbe Quantum von Futter gereicht wird. acl c) Die 5te Bedingung unter welcher von einer Futterersparung ge¬ sprochen werden kann, ist die, daß man bei einem gleichen Futterquantum die Erzeugung thierischer Stoffe steigert, oder mit einer geringer» Quanti¬ tät Futter dieselben thierifchen Stoffe erzeugt, wie früher bei dem größer» Futterquanlum Die Realistrung dieser Bedingung hängt vorzugsweise ab: itens. Von der Beschaffenheit, und 2tens. von der Zubereitung der Futterstoffe. ') 2st der Stall zu kalt, so wird den Thieren zu viel Wärme entzogen. Um aber die ent¬ zogene Wärme zu ersetzen, must der Derbrcnnungsprozcst angefacht werden. 2st der Stall zu dunstig, so verlieren die Thiere zu viel durch den Dunst. ") Häufig findet man in Gebirgsländcrn, dafi das Rind gegen das Frühjahr mit Brod gc- nähret wird, um Kraft zu erhalten, die Alpenweide zu ersteigen. Das Futter, welches Len Lhieren gereicht werden must, um ihr Leben zu erhalten, will ich Vitalitätsfutter nennen. Nach der Vergleichung der Winterfutter-Vorräthe mit den Rindern in Alpen- gegcnden beträgt dasselbe bei Procent Les lebenden Gewichtes, komparative Ver¬ suche über seine Gröste mangeln. Block (V. -., S. iZ.-s re.) rechnet bei einer möglichst sparsamen Ernährung, bei welcher jedoch die Thiere gesund und ziemlich wohl genähret erhalten werden, auf eine Kuh von 7Zo — 8oo Pf. lebenden Gewichtes 5 Pfund Heu, >o Pfund Runkelrüben und 2 Pfund Gerstcnstroh. Setzt man die 10 Pfund Rüben gleich 5 Pfund Heu, und die 2 ij2 Pfund Stroh gleich 1 Pfund Heu, dann erhält das Rind II Pfund Heu, welches I ijL Procent des lebenden Gewichtes ausmacht. *'") Alles Futter, was de» Thieren über das sogenannte Conscrvalionsfutter gereicht wird, kann Prodnctionsfuttcr genannt werden, weil es in der Absicht gereicht wird, um aus demselben thicrische Produkte, als : Milch, Fleisch, Fett w. zu erzeugen. Bei der Mä¬ stung beträgt da- Productionsfntter so — 2» Centner Heu pr. Centner Schlächterge- Was die Wirksamkeit der Futterstoffe in Beziehung auf die Erzeugung verschiedenartiger thierischer Products anbelangt, so ist bereits das Nähere hierüber bei der Mästung Seite 62 uä 6. IV. dieses Heftes angegeben worden. Was die gleich Anfangs angeführten Futterzubereitungsmethoden bc« trifft, so glaube ich, daß das bisher Gesagte hinreicht, um dieselben in Be¬ ziehung auf die rud c. angeführte Bedingung ins Detail würdigen zu kön¬ nen. I. ^sn Vcm Zbbrühen ver Futterstoffe Worin das Wesen des Abbrühens der Futterstoffs besteht, ist allgemein bekannt *). Bei Anwendung dieser Fütterungsmethvde sind folgende Punkte in nähere Betrachtung zu ziehen: Itens. Welche Vorsichten erheischt dieselbe, 2tens. bei welchen Thieren ist sie vorzugsweise anzuwenden, und Ztens. welche Vorthcile sind mit ihr insbesonders verbunden? sei i) Die zu beobachtenden Vorsichten sind: s) Daß das abgebrühete Futter nicht im heißen, sondern im lauwar¬ men Zustande gereicht werde **), h) daß das anzuwendende Wasser nicht mehr als 60 — 70 A des Nauhfutters betrage c) daß die Futterstoffs vorher zerkleinert **") und gleichförmig unter einander gerührt werden, und d' '' Oboriš geleiteter Mästung in, Stands, mit -° - ,5 Centner rnnoee/» anderer Futterstoffe, welche, mit Rücksicht auf ihre Srnälff - -5 Centner Heu, , Centner Fleisch zu erzeuge». Wer 's Gewbb,,»^ Futter leistet, der kann von Futtercrsparung sprechen. Abbriihen mehr Heikes Wasser den Futterstoffen beigemischk, V erforderlich ist. Ci» Umstand, welcher Ihre Gährung sehr ver- -s sz , e .""'"e "bgebrül-ete Futter der Maceration auSsehen wollte. Wolle gereicht werden, denn die Erfahrung hat gelehret, dast sse die ihnen die, mit Häcksel gesättigte VranSweinschlemps lau «der N - (Siche Verhandlungen der k. k. Wiener üandw. Gesellschaft st., H. i., S. >Zo). ^^stbrstuantum werden die rauhen Futterstoffe vollkommen gesättiget. Siehr der Rüde» und Knollen geschieht am leichteste» mit dem sogenann¬ ten Rubenwolf. SS ä) daß die Thiere nebst dem abgebrühten Futter etwas Rauhfutter (Heu) erhalten *). sä 2) Das abgebrühete Futter dürfte in folgenden 2 Fallen keine vor- theilhaftc Anwendung finden: s) Bei trächtigen Thieren, weil sie wegen der vielen Gasarten, die sich bei dieser Fütterung im Darmsysteme entwickeln, leicht verwerfen könn¬ ten , und b) bei Arbeitsthieren, weil bei dieser Fütterungsmethode das Muskel¬ system zu sehr erschlappt wird **). sä z) Die Vortheile des Abbrühens der Futterstoffe bestehen im Fol¬ genden : s) Wird das Zeilengewcbe und die Haut der Thiere aufgeweicht. Aus diesem Grunde eignet sich die fragliche Fütterungsmethode besonders für Mastthiere "*), b) können mit dem abgcbrüheten Futter selbst zahnlose Thiere gemästet werden ****) , c) wird die Dungerzeugung vermehrt, weil den Thieren, bei dieserArt der Fütterung mehr eingestreut werden muß, ä) ist bei ihr die Milchproduction größer als bei der rauhen Füt¬ terung ***»*), e) wird an Futter gegen die rauhe Fütterung viel ersparet ****"), und t) können beim Abbrühen Stoffe verfüttert werden, welche sonst die Thiere entweder gar nicht, oder nur mit Widerwillen zu sich nehmen ***"**). Bedenkt man zu allen den angeführten Vortheilen, daß diese Füt¬ terungsmethode auf. großem Gütern nur eine sehr geringe, auf kleinern aber gar keine Vorauslage (weil das nöthige Wasser in den sogenannten Ofen- kcssel (xmrsini Ivotol) bei dem gewöhnlichen Küchenfcuer erwärmt werden >) Wird Len Futterstoffen zu viel Wasser beigcmischt, und erhalten die Thiere kein Rauh- futter, so werden sie sehr häufig von der Trommelsucht hcimgesucht. Einige Laudwirthc reichen ihren Mastochscn täglich 6 — 8 Pfund Heu neben dem abgcbrüheten Futter. »') Das rohe Fleisch von Lchscn, die mit abgebrühctcm Futter gemästet werden, ist sehr weich, oder, wie man zu sagen Pflegt, letschich. Siehe den Aufsatz unter S. 62 sä L. II. "") Siehe Anmerk, des Berichtes über die Berhand. der kärnt. L. G. sä III. Siehe den Aufsatz S. 62 sä k. VII. Betreff der Futtercrsparung sind dieAngaben sehr verschieden. Nach einigen (Papst) beträgt sie i)4, nach andern ,)Z — 1)2 (Petri) des sonst verabreichten Futters. Ueher- baupt sind die coniparativcn Versuches, welche man mit Lieser uralten FütterungSmcthode bei dem Rinde.austcllte, so mangelhaft, daß es sehr wünschcnswerth wäre, wenn neue, mehrere Jahre dauernde Versuche eingestellt würden. "'"") Bei dem Abbrüt en werden dis Futterstoffe nicht nur aufgeweicht, sondern ihre Be- standtbeile erleiden auch eine Veränderung, wie es sich schon aus dem bloßen Gerüche und Geschmacks der abgebrübettn Futterstoffe ergibt. SS kanu), erheischt *), so erklären unterrichtete Landwirthe mit Recht jene Viehzüchter für Verschwender, welche ihren Thiecen das Rauhfutter unauf¬ geweicht darreichen, und dieß um so mehr, als man selbst mit kaltem Was¬ ser die angeführten Vortheile, obgleich nicht in gleich hohem Grade wie mit dem heißen erreichen kann. H. "Pom Dämpfen ver Futterstoffe. Das Dämpfen der Futterstoffe besteht darin, daß die in einem Dampf¬ kessel erzeugten Dämpfe mittels Röhren in einen Kasten, in welchem sich die Futterstoffe befinden, geleitet werden, um letztere aufzuweichen **). Die Vorzüge des Dämpfens vor dem Abbrühen, bestehen im Folgen¬ den: itens. Daß die Futterstoffe beim Dämpfen besser durchdrungen und gleichförmiger aufgeweicht werden, als beim Abbrühen, 2tens. daß durch den Dampf alle nähern Bestandtheile des Futters, als: Holzfaser, Stärkmchl, Kleber, Zucker ec. mehr aufgeschlossen werden, als bei dem Abbrühen; weil der Dampf eine höhere Temperatur besitzt, als das heiße Wasser, und weil die kleinen Dunsttheile .leichter in die Poren eindringen können, als das tropfbar flüßige Wasser ***). Stens. Hat das gedämpfte Futter einen stärkeren (angenehmern) Ge¬ ruch, als das abgebrühte *"*), und 4tens. wird das Salz durch den Dampf in die kleinsten Theilchen auf¬ gelöst, und durch das ganze Futter gleichförmig vertheilt, was beim Abbrü¬ hen nicht so vollkommen geschieht. ') Der Vorwurf, dali das Abbrühen des Futters zu viel Brennmaterial erfordert, verschwin¬ det bei grössern Wirthschafte». wenn der Kessel über das gewöhnliche Küchenfeuer ange¬ bracht wird, wie cs bereits in vielen Haushaltungen der Fall ist. ") Der Kessel des gräflich Lodron'schon GüterinspectorS, Herrn Joseph Lax, fasst 3 Eimer oder circa 35o Pfund Wasser. Da LüPfund auf I Eubik-Fuss gehen, so beträgt der cnbische Inhalt eines solchen Kessels 6 ijs Cubik-Fuss. — Sein Kasten, Wer auS di¬ cken Brettern zusammengesetzt, und oben und unten mit wohl schliessenden Ocffnungen, die zum Einfüllen und Herausnehmen des Futters (Häcksels) für 38 Stück Minder be¬ stimmt sind, versehen ist, — ist 7 Fuss hoch, 1)2 lang und H tief. (Siehe Verhandlungen der k. k. Wiener Landw. Ges. 3. B. 2. H. S. 102). '") Das gedämpfte Futter ist sehr weich, und steht fast wie gesotten aus- Diess ist eine Folge des rüst r angeführten Grundes. Was die Ersparung an Futter betrifft, so setzt sie Herr Joseph Lax beim Geltvich, Terzen und Kälbern auf und bei dem übrigen Rind, ohne Ausnahme, auf des früher gereichten, rohen Futterquantums *). Ungeachtet der Vorzüge, welche das Dämpfen ?vor dem Abbrühen be¬ sitzt, so wird doch dasselbe keinen Anspruch auf eine so allgemeine Anwen¬ dung machen können, als das Abbrühen. Denn bedenkt man, daß die Anschaffung eines Dampfapparates eine nicht unbedeutende Vorauslage er- ') Siehe Verhandlungen der k. k. Wiener Landwirthschafts-Gesellschaft B. 4. H- S. 122. Nach Herrn Lax, erhall ein erwachsenes Rind 8 20)34 Pfund Heu- und 4 12)34 Pfund Strohhäcksel. Nimmt man an, dag die 4 12)34 Pfund Stroh gleich sind 2 Pfund Heu, dann erhält ein Rind 10 20)34 Pfund Heu. Vedenlt man, dasi das Rind nicht zu dem grysien Schlags gehört, und dasi es sich bei der Alpcnwirthschaft hauptsächlich darum handelt, das Rind den Winter hindurch beim Leben zu erhalten, so wird man dieses Futterguantum nicht zu klein finden, und diesi um so weniger, als noch viel geringere Quantitäten (nach englische» Landwirthen S Pfund) Heu hinrcichen das kahle Leben der Thiere zu erhalten, (Siche S 5o dieses Heftes). Da Herr Lax die Behauptung ausspricht, dasi seine Thiers an Fleisch und Milch bei der neuen Fütterung zugenommen haben, obwohl das Futter dem Gewichte und dem Volumen noch kaum die Hälfte desjenigen Futters ausmachk, welches bei der naturgemä- sieste» Ernährungsweise gereicht werden musi, so müssen entweder in den Angaben der früher angewendeten Futkerquanten Irrthümcr unterlaufen seyn, oder cs ist das Däm, Pfeil Les Futters eine solche Erfindung, welche selbst der naturgemäsiesten Ernäbrungs- weise unserer Hausthiere Hohn spricht, Ich meinerseits glaube das Erstere. Denn angenommen, dasi alles Futter durch das Dämpfen in lauter nährende Bcstandtheile umgcwandelk werde, so, dasi von demselben durch den Darmcanal nichts hinaus geschafft wird, so entsteht doch die Frage von was soll das Fleisch und die Milch erzeugt werden, da dieses Fukterquasikum kaum hinreichend ist den Bedarf an Konservatwns-Futter zu decken? (Siche S, So dieses Heftes), den bis¬ herigen Erfahrungen zufolge astimilircn die Thiere die Hälfte des dargercichten Futters, dis andere geht als Koth von denselben. Eine Kuh, die 60 Pfund GraS oder 18 Pfund Heu zu ihrer vollkommenen Ernährung aufnimmt, assimilirt blosi g Pfund, und gibt 9 Pfand trockene Excremcnte. Werden einer solchen Kuh blosi 10 Pfund gedämpftes Heu gereicht, und es findet die oben gemachte Voraussetzung Statt, dann kann aller, dings > Pfund mehr zur Erzeugung von Fleisch, Fett ic. verwendet werden. Findet aber bei dem gedämften Futter eine Excretjon Statt, woran ich keinen Augenblick zweifle, oder wird durch das Dämpfen nicht alles affimilirbar gemacht, dann wird man doch wohl annehmcn können, dasi von den 10 Pfund Heu <)3 nicht assimilirt wird, oder dasi die Excremcnte einer solchen Kuh wenigstens 3 i)3 Pfund betragen; also dasi zur Erhaltung Les Körpers im statu c;uo und zur Erzeugung von Fleisch, Fett !c., nur 6a)3 Pfund nähr,»de Stoffe verwendet werden. Man könnte einwenden, dasi die aus dem gedämpften Futter assimilirten 6 2)3 Pfund intensiver wirken, als die, aus den 6a Pfund Gras aufgenommenen 9 Pfund nährender Bestandtheile; und daher eben so viel- wenn nicht mehr thierische Products erzeugen können, als letztere. Darüber kann weder eine Theorie, noch weniger aber einseitig angestcllte Versuche, deren Resultate gewöhn¬ lich mit einer, aus der menschlichen Natur entspringenden Vergrösierungslinse bekannt gemacht werden, entscheiden, sondern man musi die Entscheidung von langjährigen Er¬ fahrungen abwarten, welche unter der Aegide. eines, nach Wahrheit strebenden Geistes eingehohlt werden. 55 heischt *), daß der gemeine Landmann in der Regel kein anderes Betriebs¬ kapital, als seine Arbeit besitzt, daß die Behandlung eines Dampfapparates eine Aufmerksamkeit erfordert, die man von gemeinen Arbeitern nicht im¬ mer erwarten kann, und daß sowohl die Einführung, als Anwendung deS Dampfapparates durch die gegenwärtige Beschaffenheit der Wirtschaftsge¬ bäude sehr beschränkt ist **); so glaube ich die Behauptung aussprechen zu können, daß das Dämpfen der Futterstoffe nur dort mit Vortheil vorge¬ nommen werden kann, wo der Dampfapparat zum Behuf irgend eines In¬ dustriezweiges cingeführt, nur nebenbei zum Dämpfen der Futterstoffe ange¬ wendet, oder wo die Mästung, oder die Milchwirtschaft in einem sehr aus¬ gedehnten Umfange betrieben wird, und dieses um so mehr, als noch nicht durch comparative Versuche ausgemittelt wurde, ob die Wirkungen des Dämpfens um so viel größer wären, als die des einfachen und nicht so kostspieligen Abbrühens, daß durch sie alle Vorauslagen gedeckt werden können- Der Gegenstand bleibt dessen ungeachtet von großer Wichtigkeit, und verdient von größer» Landwirten eine besondere Aufmerksamkeit. III. Maceration over Mürbmachlmg Ser Futterstoffe vurch die Gährung over Lelbsterhitzuns *"). Die Maceration der Futterstoffe besteht darin, daß dieselben den Be¬ dingungen der Gährung (hier Weingährung) nämlich der Feuchtigkeit, Luft und Warme so lange ausgesetzt werden, bis sie einen wcinsäucrlichen Ge¬ schmack und Geruch ****) erhalten haben. Da diese Fütterungsmethode a!§ die wichtigste Entdeckung erklärt wird, welche man in der neuesten Zeit im Gebiete der Landwirtschaft gemacht hat *****), so wird es nicht überflüssig feyn , wenn ich früher diese Fütterungs¬ methode vom physiologischen Gesichtspunkte betrachte, und dann erst die Vorsichten, welche ihre Anwendung erheischt, und die Vortheile welche mit ihr verbunden sind, auseinander setze. ') Zu Laibach kostet ein kupferner Dampfapparat PS» 2' Durchmesser, uns 2 ls2- Höhe» mit einer ir« langen Röhre, So — 6o fl. ") Nicht immer lägt sich ein Herd in der Nähe eines Stalles astlegen, und wenn es ge¬ schieht, wird dadurch nicht oft die Feuergefahr sehr groß? Siehe S- »»d tsst dieses Heftes. "") Die macerirken Futterstoffs sollen zur Zeit, als sie verfüttert werden, einen, dem neu gebackenen Brode ähnlichen Geruch besitzen. Siche ökonomische Neuigkeiten, Iahrg. -8Z6, Nr. Z, S. -S. Leider gibt eine solche Erklürung eine» traurigen Beweis von dem lmidwirthschaftlichen Zcitgeiste. Den», wen» 5« Die physiologischen Gründe, welche für die fragliche Mtterungsmelhode sprechen, sind: itens. Die Bildung neuer Stoffe wahrend der Gahrung, 2tens. das Mürbewerden der Holzfaser, und 3tens. die Ähnlichkeit des Verdauungsprozefses mit dem Eahrungs- pcozeffe. a6 i) Die vorzüglichsten Erscheinungen der Gahrung *) sind: s) Die Entbindung des Kohlen - und b) die Erzeugung des Zuckerstoffes und der Sauren. sck a) Der Kohlenstoff, der bei Vegetabilien den Hauptbestandtheik aus- machl **), spielt bei der Ernährung der Thiere eine äußerst untergeordnete Rolle, und daher sehen wir, daß der, mit der Nahrung aufgenommene Koh¬ lenstoff durch den Athmungsprozeß aus dem Blute wieder ausgeschieden wird. Schon aus diesem Grunde läßt sich vermuthen, daß die Anwendung des Gärungsprozesses bei Ernährung der Thiere von jgroßcr Wichtigkeit seyn dürfte. sä K) Diese Vermuthung wird zur Gewißheit erhoben, wenn man be¬ denkt, daß durch die Verminderung des Kohlenstoffes das Stärkmehl bei dem Gährungsprozesse, wie bei dem Keimungsprozcsse, allmählig in Zucker- ffoff umgewandelt wird***), daß Letzterer zu den vorzüglichsten, nährenden Bestandtheilen des Futters, besonders bei der Milchproduction gehört, und sehr leicht von den Saugadern ausgenommen wird ****), und endlich, daß man einzelne, obgleich gelungene Versuche ohne alles Weitere für Wahrheit erklärt, so ist cS um sie geschehen, und man widerruft dasjenige heute, was man gestern, mit der Feder der erglüheten Fantaste dem Publicum vorgelegt hat. Siehe zum Beleg des Gesagten Nr. !>I, S. und 4°3, der obenangeführten Zeitschrift. Die Gahrung ist derjenige, rein chemische Prozeß organischer Körper, bei welchen, unter Einwirkung von Luft, Feuchtigkeit und Wärme, dieselben durch die ihnen inwoh- nenden Kräfte zersetzt, und neue Stoffe gebildet werden. Dis Arten der Gahrung find, die Wein-, Essig- und Fäule-Gahrung. Sie gehe» in einander über, und der Uebergang ist um so schneller je weniger Zuckerstoff, die Bedingung der Wcingährung, die organischen Körper enthalten. ") Die Holzfaser besteht größtentheils aus Kohlenstoff (g6 Procent). "') Die Maceration der Runkelrüben zum Behuf der Gewinnung des Zuckers ist eine be¬ kannte Sache. "") So wie bei dem Keimungsprozeffe das Stärkmehl in Zuckerstoff umgewandelt werden must, um von den Haaren der zarten Wurzel aufgenommen zu werden; so must auch bei dem Verdauungsprozesse das Stärkmehl in Zuckerstoff oder in einen andern, im Wasser löslichen Körper umgewandelk werden, damit eS von den Saugadern oder den lymphatischen Gefasten der Eingeweide, die mit den Haaren der Wurzel analoge Organe sind, aufgcnommcn werden könne. (Siehe auch die Anmerk. (") S- 87.) Warum ist das gegohrcne Brod so schmackhaft und nährend? Weil es Säure «nd wenig Kohlenstoss enthält. sr die Säuren zu den auflösenden Mitteln sowohl anorganischer als organischer Körper gehören *). sä 2) Daß bei der Maceration die Holzfasern mürber, und daher auch leichter verdaulich werden, bedarf wohl keiner Nachweisung. Daß aber die Holzfaser durch den Gährungsprozeß auch eine Veränderung in ihren Bo- standtheile erleide, ergibt sich aus dem auk i, lit. s angeführten Grunde. sä z) Der Verdauungsprozeß ist ein, unter der Leitung der Lebens¬ kraft stehender Gährungsprozeß, daher kann man die Maceration der Fut- lerstoffe eine lheilweise eingeleitete Verdauung nennen und dieses um so mehr, als nach Tiedemanns und Gmelins Theorie die Säure des Magensaftes das auflösende Princip ist, und bei der Maceration Säure gebildet wird ***). Ungeachtet die bisher angeführten Gründe für die Anwendung der Ma¬ ceration !bei der Fütterung der Hausthiere sprechen, so kann sie doch nicht allgemein anempfohlen werden, und dieses um so weniger, als einige wie¬ derholten Versuche ungünstige Resultate ****) geliefert haben. Da man sich jedoch durch einzelne ungünstige, vielleicht nicht ganz zweck¬ mäßig angestellte Versuche yicht abschrecken lassen soll, einem Gegenstände, der, wenn er sich bewährt, für die Landwirthschaft von unberechenbaren Folgen seyn dürfte, sine Aufmerksamkeit zu entziehen, so mögen jene Land- wirthe, welche die fragliche Fütterungsmethode anwcnden, und über dieselbe neue Erfahrungen einhohlen wollen, folgende Vorsichten bei ihrer Anwendung beobachten : Itens. Sollen sämmtliche Futterstoffe zerkleinert, also das Stroh zuHäck- sel geschnitten, und die Wurzeln mittels eines Rübenwolfes zerstückt, und so viel als möglich gleichförmig unter einander gerührt werden, 2tens. sollen, wenn es die Umstände gestalten, so viel als möglich heterogene Futterstoffe mit einander gemengt werden, weil dadurch die Gäh- rung sehr gefördert wird **"*). ») 2m Z. (Löser), und besonders im 4. (Lab-) Magen des Rindes ist das Lösungsmittel der Nahrung sehr sauer. (Siche Dl. Müller a. a. O. S. 5>6). ") Haben die in der Haube oder dem Löser Les Rindes befindlichen Futterstoffe mit den maeerirten keine Aehnlichkeit? Allerdings, denn das Len Thieren gereichte Stärkmehl wird im Darinsysteme in Zuckcrgummi, und allmählig in Zucker umgewandelt. (I)r. Müller a. a. L>. S. l>ii -c.). Nachwuchs (Kastners Archiv v. 18Z1) wird sogar durch den blofien Speichel die gekochte Stärke in Zucker umgewandclt. "') Siehe Or. M ü il e r a. a. L. S. !>ig— 8Z1. "") Siehe öconomische Neuigkeiten, Iahrg. ,836, Nr. 5i, S. 4?' »"»«) Wer Wurzeln aller Art ju verfüttern hat, der verfüttere sie nicht einjtln, sondern im Gemenge mii einander. Dasselbe gilt auch vom Stroh. ^8 ZtenS. muß dem Mengfutter so viel Wasser bekgemischt werden, als zu seiner völligen Sättigung erforderlich ist. Wird das Gemenge zu naß ge- macht, so wird dadurch die Gährung verzögert, weil das Wasser den Zutritt der Atmosphäre absperret *), »tens. muß das gesättigte Mengfutter in den Gefäßen oder auf dem, im Stalle dazu eingerichteten Platze**) fest getreten, und der Einwirkung der Luft unbedeckt "*) ausgesetzt werden, Stens, muß das, den Bedingungen der Gährung ausgesetzte Futter in dem Momente verfüttert werden, als es einen weinsäuerlichen Geschmack und Geruch erhalten hat. Wird dieser Zeitpunct versäumt, dann geht das Gemenge in die Essig- odcr gar faule Gährung über, und es wird dann entweder nur mit Wider¬ willen von den Thieren gefressen, oder gar verschmähet. Die Dauer der Zeit, binnen welcher das Futter in der Gährung be¬ griffen seyn soll, hängt ab: a) von der Art und Weise, wie die Potenzen der Gährung, nämlich Luft, Wärme und Feuchtigkeit einwirkcn **"), k) von der Beschaffenheit *****) und MeSge des Futters, und ') Herr Falke, der vermeintliche Erstnder dieser Fütterungsmethode, wendet bei seinem Gemenge, das aus 264 Pfund Heu (>)Z) und Stroh (2jZ) Häcksel, und 3oo Pfund Kar¬ toffeln besteht, >86 2)3 Mast Wasser an. (Wiener G. u. M.) Siche Monatschrift der könjgl. preust. märk. öcon. Gesellschaft zu Potsdam, Jahrg. 18Z2, S. >21 !c. Die Flüssigkeit, die ein erwachsenes Rind mit den Futterstoffen und dem Tränkwasser täglich in seine» Körper bringt, beträgt bei einer naturgcmästcncn Ernährung 60 — 70 Pfund, oder 2s — 28 Mast (die Mast » 2 >j2 Pfund), Nach Kre yfig (siebe S. 17s des früher angeführten Werkes) beträgt sie 70 --- 80 Pfund Preust-, oder 64 —74 Pfund Wiener Gewicht. ") Herr Foške bringt das gesättigte Futter auf einen Platz im Stalle, welcher >4» Qua¬ drat -Fust mistt, und mit Mauersteinen, deren Fuge» put Mörtel ausgefüllt sind, aus- gelsgt ist. Dieser Raum ist in seiner Länge, von >4 Fust, in 4 gleiche Theile, von z >)2 Fust Breite getheilt, welche Abkheilungen durch Bretterverschläge, auf Art der Pferdestände, in einer Höhe von 4 Fust, und in einer Längs von 6 Fust begränzt sind, so, dast dis vordere Breite-Seite offen blecht. Diese Abtheilunge» fassen bei ihrer Gröstc von 84 Eubik-Fust ein Quantum von 4» Schöffel Häcksel, nebst den dazu erforderliche» Kar¬ toffeln. Der von diesen Abtheilunge» verbleibende Raum von l4 Aust Länge und 4 Fust Breite dient zur Zubereitung des Futters. »") Die unbedeckten Haufen erhitzen sich früher und werden später sauer, als die bedeckte», daher lasst jetzt Herr Falke die Haufen unbedeckt. "") 2» einem warmen Orts must die Macsration früher, in einem kalten später unterbro¬ chen werde» re. Stoffe, die sehr wenig Zucker enthalten, wie z. B. das Stroh, gehen schnell in die Essiggährung über. """) Ist der Haufen zu klein oder zu grost, so wird seine Gährung verzögert, weil im ersten Fall« die Luft zu sehr und im zweiten zu wenig cinwirkt. SS c) von dem Umstande, ob den zu gä'hrenben Futterstoffen ein Fer¬ ment *), z. B. Sauerteig beigemischt werde oder nicht. Nach Verschiedenheit dieser Umstände wechselt die Zeit der Dauer der Gährung zwischen 1 — 4 Tagen "). Ueberhaupr mache man sich bei Anwendung der fraglichen Fütterungs¬ methode zur Grundregel, das in der Gährung begriffene Futter lieber zu früh, als zu spät zu verfüttern. 6tens. Muß das täglich zu verabreichende Futter in einen Raum oder ein Gefäß gebracht werden, und es müssen um Eins mehr Räume oder Gefäße mit Futter, in aufeinander folgenden Tagen gefüllt werden, als die zur voll- koNimenen Gährung erforderliche Anzahl Tage beträgt, damit in der Füt¬ terung mit gegohrenem Futter keine Unterbrechung eintrete *"), 7tens. müssen die Gefäße oder Räume vor dem jedesmaligen Füllen sebr gereinigt werden »»*»), Denn bleibt in denselben ein Ferment zurück, so beschleuniget dasselbe die Gährung oft der Art, daß in der Zeit, in wel¬ cher sonst die Weingährung vollendet Mj-e, die Futterstoffe bereits in die Essig- oder gar faule Gährung versetzt werden, und Ltens. muß den Thieren, bei der Maceralion dec Futterstoffe, täglich etwas Rauhfutter vorgelegt werden ») Herr And re ist von der Mengung der Kartoffeln mit dem Häcksel zum Behuf der Ma, ccration abgekommen, und verfährt gegenwärtig auf folgende Art: Er fetzt eine» Sauer, teig au, der in 2/, Stunden vollkommen brauchbar ist. Am zweiten Tage mischt er den Sauerteig Mit Schrot, und lägt das Gemisch 2ij Stunde» gährcu. Am dritten Tags mengt er den sauer gewordenen Schrot niit den, den Tag zuvor möglichst kleingehacktsn und der Gährung ausgesetzten Kartoffel» in einem Bottiche, und setzt dem Gemenge so viel Wasser zu, alS nöthig ist, um die ganze Masse bequem durch einander rühren zu können. In diesem Zustande bleibt das Gemisch im Stalle unbedeckt ruhig stehen. Am dritten Tage sind die Kartoffeln vollkommen weinsauer, Am andern Tage, also am sechsten der ganzen Operation, mischt er den Häcksel mit den weinsaner gewordenen Kartoffeln, und läßt das Gemisch festtreten, und den andern Tag verfuttern. Die Thiere, sagt Andrä, sind vollkommen gesund, fressen die Krippen rein aus, und sehen trefflich aus. (Siehe öcon, Neuigkeiten von Andrä Nr. 16, S- 122 ic.) ") Nach der Manipulation deS Hrn, Falke werden die Futterstoffe in 66 — 68 Stunden vollkommen gar. '") Sind zur vollkommenen Gährung 2 Tage erforderlich, so müssen 3 Gefaste succeffiv mit Futter gefüllt werden. Wird j. B. das Gesäss ä. Montags gefüllt, so wird cs Mittwochs geleert, und um Donnerstag die Thiere Mik gegohrenem Futter füttern zu können, muss das Gefäss k. Dienstag, um dasselbe Freitag thun zu können, muss das Gefäss 6. Mittwoch gefüllt worden seyn. Das Mittwoch geleerte Gefäss ä. wird wieder Donnerstag gefüllt und Sonntag geleert re. »"') Dieser Umstand durfte der Verbreitung der fraglichen Fütterung-Methode sehr im Wegs scyn. Gleich bei Einführung der fraglichen Fütterungsmethodc war vom Rauhfutter keine Rede, erst in der Monatschrift der königl. preuss. Gesellschaft, 2ahrg. >834- D- >» 6«» WaS die Vortheils der fraglichen Füttcrungsmethode anbelangt, so er¬ geben sie sich aus dem bisher Gesagten von selbst. Ueber die Große des Fuccererfparnisses kann bisher noch nichts zuverlässiges angegeben werden. So complicirt die eben beschriebene Art der Maceralion der Futterstoffe erscheint, so einfach ist jene Art der Gährung der Futterstoffe, welche Kre yßig, S. iü7 des schon früher angeführten Werkes beschreibt. Es heißt daselbst: »Auf eine kostenlose und bequeme Weise dem Viehe das Getreidstroh angenehmer und verdaulicher zu machen, besteht ein überall anwendbares und ausführbares Mittel darin, daß man das Stroh, es scy auch das schlechteste, mit halbtrockcnem Klee und Grummet in wechselnden Schichten, von 1 Fuß Höhe, in hohe spitzige (konische) Haufen setzt. Hier wartet man die Selbsterhitzung des Grummets ab, die hier durch das Stroh ge- mässiget wird, und dieses wird selbst erhitzt, mürbe gemacht, und von den Säften des Grummets (oder Klees) durchdrungen. Sobald jene Haufen in ihrem Innern die Hitze verloren haben, dann ist ihre Gährung vorbei, und sie können mit guter Mengung des Grum¬ mets und Strohes verfüttert werden." Da bei diesem Verfahren nicht zu besorgen ist, daß die Nachtheile, welche mit der K l a p p m a y e r'schen Hcutrocknungsmcthode verbunden sind, eintreten, oder von Bedeutung wären, so verdient dasselbe eine besondere Beachtung von jenen Landwirthen, welche ihr Rind den Winter hindurch mit Stroh und Grummet ernähren, und dieses um so mehr, als sich das Futter in solchen gut geletzten Haufen besser und gesünder erhält, als bei der Aufbewahrung über den Viehställen. Schließlich führe ich noch eine Winterfütterung dec Kühe an, welche Block, der gediegenste, praktische Landwicth der gegenwärtigen Zeit, in seinen landwirthschaftlichen Mittheilungen B. 2. S- läl rc. vorgeschlagen hat, um die Futtermittel vermittelst der Milchnutzung am höchsten bezahlt zu erhalten. Nach ihm bekommen 20 Stück Milchkühe: Vormittags. Zum iten Futter ioo Pfund, d. i. 92 Pfund W. G. Heu, nach die¬ sem Futter wird eine lauwarme Suppe aus Kleyen und Wurzeln bereitet, pr. Stück io — 12 Quart, oder 8 — 10 Wien. Maß gegeben, heißt cs: Es werden den Thicrcn, neben dem Vrühfutter, trockener Häcksel, und einige Mahl langes Stroh gefüttert) und Alkes wird begierig verzehrt. Kein Wunder, da die 6 3)5 Pfund Häcksel und 7 >sr Pfund Kartoffeln, welche Herr Falke an ein ausgewach¬ senes Rind täglich verfüttert, weder nach dem Gewicht »och nach dem Volumen hin- reichen, dasselbe vollkommen zu ernähren. (Siehe S. ja dieses Heftes). KL zum 2ten Futter 130 Pfund, d- i. 119 Via Pfund W. E. klein ge¬ schnittene und mit gefeuchtetem Häcksel gemengte Runkelrüben, zum Sten Dasselbe, wie beim 2ten, Mittags: Zum »ten Futter 100 Pfund Heu, N a chmi k tag s: , Zum 5ten Futter, nachdem die Kühe kalt getränkt werden, dasselbe wie beim 2tcn und Zten. Zum 6ten Futter, dasselbe, und nach diesem lauwarme Suppe wie Vormittags, zum 7ten Gerstcnstroh 100 Pfund. Das tägliche Futter für die 20 Kühe beträgt demnach 820 Pfund, d. i. 754 W. Pfund excl. des Strohhäckfels. Der Häcksel wird mit den Rüben in dem Verhältnisse gemengt, daß auf 5 Pfund, 1 Pfund Häcksel kommt, mithin sind, da 520 Pfund Rüben verfüttert werden, 10» Pfund Häcksel anzuwenden. ' Die ganze lauwarme Suppe besieht aus 30 Pfund Kleyen und 80 Pfund Rüben. Die Kleyen werden mit heißem Wasser abgebrüht, dieRun- kelrüben gekocht und in einen Brei verwandelt. Dem Brei und den Kleyen werden »oo — »80 Quart kaltes Wasser beigemischt. Das Salz von 2 Pfund wird in 80 — 110 Quart Wasser aufgelöst, mit welchem der Häcksel angefeuchtet wird. Bringt man Alles in Rechnung, was die Kühe bei dieser Fütterung erhallen, dann entfallen auf ein Stück täglich: a) 10 Pfund Heu, ) io Pfund Gerstenstroh, also 25'/s Pfund Rnuhfutter c) b'/s Pfund Strohhäcksel, ) ck) 30 Pfund Runkelrüben, e) i'/y Pfund Kleyen, s) Vio Pfund Salz (auch V20 Pfund reicht hin), und g) 2» — 30 Quart Feuchtigkeit, ohne die kalte Tränke. Laibach den 20. September 1836. «s Bemerkungen über die Mästung der Hausthiere. Dom vr. Hlubek, k. k. Professor der Landwirthschaflslehre und Naturgeschichte an dem Lyceum ju Laibüch. Allgemeine. r) ^L^as'Gedeihen eines jeden landwirthschaftlichen Zweiges hangt ab: Itens. Von der Keniuniß derjenigen Gesetze, nach welchen die Natur- krafte wirken, und 2lens. von der Kcnntniß derjenigen Mittel, durch welche die Natllk« kraste in ihrer Wirksamkeit am kräftigsten unterstützt werden können. Will man also die Hausthiere mit dem größtmöglichen Vortheile mä¬ sten , so wird vor Allem eine genaue Kennlniß des lhierischen Lebensprozesses erfordert. 2) Man hat ost schon die Frage aufgeworfen, was das Leben sey, aber noch Niemanden ist es gelungen diese Frage zu beantworten. Denn wenn man auch sagt: das Leben ist die Action und Reaktion flüßiger und fester Stoffe auf einander, so wird dadurch die Sache nicht erklärt, sondern die Erscheinung mit andern Worten wieder gegeben *). 2) Da man den letzten Grund von Erscheinungen, die nicht (weiter) erklärt werden können, mit dem Worte Kraft bezeichnet, so ist dieLcbens- kraft nichts anderes, als der letzte Grund von der eben angeführten Action und Reaction, und der hiedurch bedingten Bewegung der Säfte. a) Die Lebenskraft wirkt bei allen organischen Wesen in einer dreifa¬ chen Richtung, und zwar: ") Will men über de» letzten Grund des Lebens wenigstens eine einfache, den bisher aner¬ kannten Naturgesetzen entsprechende, und so viel als möglich allgemeine hypothetische Ansicht aufstcllen, so must sie sich aus der Betrachtung der gesummten Natur ergeben. CS ist hier nicht der Ort nachzuwcisen, dast die Kräfte deS anorganischen, besonders die der Crystalisation, mit denen des organischen Reiches in dem innigsten Zusammenhänge stehen, und dast dieser Zusammenhang den sichersten Anhaltspunct darbicthe, um über das, was mit dem Worte Lebenskraft bezeichnet wird, einen näher» Aufschluß zu erhalten. «» Ittns. Zn der Richtung dck Hn twicklung, 2kens. » » „ »Erhaltung, und SlenS. » » „ » Fortpflanzung. 5) Damit jedoch Lebenskraft in diesen 3 Richtungen wirken, oder da¬ mit sich das.organischc Wesen entwickeln, erhalten und fortxflanzcn könne, dazu wird Lust, Wärme, Nahrung tim weitesten Sinne des Wortes) und Licht erfordert. Nur dann, wenn diese Lebcnsbcdingungcn in einem, durch die Individualität des organischen Wesens bestimmten Verhältnisse einwirken, kann sich dasselbe auf eine, seinem Geschlechte (ursprünglich) vorgeschriebcne Weise entwickeln, erhalten und fortpflanzen. Sobald aber das ursprüngliche Werhältniß der Lebensbcdingungen verändert wird, erleidet jedes organische Wesen, Modisicationen, welche mit dem Worte Veredlung oder Ausartung bezeichnet werden, je nachdem sie dem Menschen Vortheil oder Nachtheil verschaffen *). 6) Betrachtet man die Organe, durch welche die Lebenskraft bei den Thieren wirkt, in Beziehung auf ihre nächsten Verrichtungen, so kann mau sie in Organe, s) der Bildung, — b) dec Empfindung, — und c) der Bewegung eintheilen. Und daher kann auch die Lebenstbä'tigkeit in die bildende, empfindende und bewegende aufgelöst werden, ack er) Organe Der Wilvungsthstigkeit. 1) Unter den Organen der Bildung werden alle jene Organe und Ge¬ fäße verstanden, deren nächste Bestimmung keine andere ist, als aus der aufgenommenen Nahrung den Lebenssaft, das Blut zu erzeugen und fort zu bewegen, und das zur Entwicklung, Erhaltung und Fortpflanzung Un¬ brauchbare aus dem thierischen Organismus hinaus zu schaffen "). ') Die Bildung der Raocn im Thier-, und dis der Sorten oder Varietäten ini Pflanzen¬ reiche hat ihren letzten Grund in der Acnderung der Lebensbcdingungen. Bei den Säugetbieren gehören zu den Bildungsorganen: Itcns. Das D a rm sy st e IN, wozu die Maul- und Rachenhöhle, der Magenschlund, der Darmeanal, das Gekröse, die Milz, die Leber - und die Bauchspeicheldrüse gehören. 2tens. Das G c sei st sy ste NI, n) Vlutsystem. Hieher gehören das Herz, die Arterien und die Venen; h) S a u g a d cr oder Lym p h- G efä st - S yst em. Hicher gehören : die Saugadcrn oder Milchgcfüste, die Rssorbtionsgefäste und die an der Oberfläche der Thiers befindlichen Gefaste, welche die mit derHaut in Berührung kommenden Stoffe aufnehmen. 3tens. Das Lungen system. Hicher gehören: die Nasenhöhle, dcrKehlkopf, dieLuft- röhre und die Lunge. Htens. Das Haut- und Nieren system. Hiehcr gehörige Organe sind: die Haut, dis Haupt- und Nebennieren, die Harnleiter, die Harnblase und die Harnröhre, welche.zu den GcschlechtStheilen in engster Verbindung steht. 5tcns Das Rumpfnervensystem, als: die Eingeweide- und Gefäßnerven, der her, umschweifende Nerve und der Zwerchfellnerve. SZS z) Der Hergang aller dieser Organe ist bei Verrichtung ihrer Functio¬ nen folgender: Die mit der Zunge abgemähete, oder mit den Zähnen er¬ faßte Nahrung wird in der Maulhohle nicht nur zerkleinert, sondern auch mit einem, die Verdauung fördernden Safte, dem Speichel imprägnirt. Won da gelangt der Bissen durch den Schlund in den Magen *), wo er durch den scharfen Magensaft und die beigemifchte Galle in der Art ver¬ arbeitet wird, daß die, an dem Magen und den Gedärmen befindlichen Saugadern (Sauggefäße) seine nährenden Bestandtheile, die einen weißlich¬ ten Saft (Osseins) bilden, aufnehmen können **). 3) Durch die Sauggefäße wird der EIr)Ius zu einer großen Saugader, zu dem Milchbrustgange geführt, welche denselben zu dem venefen Blute leite!. Hier erst erhält der weiße Saft seine, zur Erhaltung des thierischen Organismus entsprechende Eigenthümlichkeit, indem er mit Hilfe der Lunge in Verbindung mit dem Sauerstoffe dec eingcathmeten Atmosphäre tritt oder oxidirt wird *"). 4) Durch die Ausdehnung und Zusammenziehung des Herzens gelangt der oxidirte Saft (jetzt Blut genannt) in Bewegung, und wird durch Ge¬ säße, welchej man Arterien heißt, zu allen Theilen des thierischen Körpers ge¬ führt, und durch die Haulthätigkeit in 3 Lheile zersetzt. ») Die wiedcrkäuendcn Thiere, als z. B. das Rind, Vie Schalere-, haben 4 Mägen', und zwar: i) den Pansen, 2) die Haube, 3) den Löser oder Pfaller, und H) den Lab oder Käsemage» (der eigentliche Magen der Wiederkäuer). Diese Thiere bringen die Nahrung, ohne dieselbe gehörig zu zerkleinern, und Wit Speichel zu versehen, in den Pansen oder daS sogenannte Futtcrmagazin. Hat das Thier den Pansen hinlänglich an, gefüllt, dann erst bringt das Thier den verschluckten Bissen, vermöge einer eigcnthüm- lichen Einrichtung der Schlundorgane, in dis Maulhöhle zur Mastication, d. i. zur Zer¬ kleinerung und Einspeichelung. Der nun gekaute und zum zweiten Mal verschluckte Bissen wird nun von der Schlundrinne ausgenommen, und in den Löser geführt. Hier werden die zerkauten Nahrungsmittel zwischen seinen Blättern vertheill, und mittelst der, hier häufiger abgesonderten Säfte noch mehr erweicht, aufgelöst und allmählig in den Labmagen zur Chymification gefördert. Aus dieser merkwürdigen Einrichtung ergibt sich die Folgerung, das! diesen Thiercn mehr Zeit zur Fütterung eingcräumt werden Musi, als Len nicht wiederkäuenden. Ze mehr die dargereichte Nahrung zerkleinert und aufgeweicht ist, desto leichter und gleichförmiger wird sie von dem Magensafts durchdrungen und »erarbeitet, d. i. desto mehr kann von ihr affimilirt, und desto weniger von den nährendenBestandtheile» durch den Aftergang hinausgeschafft werden. »'») Ze reiner die Atmosphäre ist, desto vollkommener kann die Oxidation, mithin auch die Ernährung erfolgen. Die Wirkungen der Respiration bestehen nicht blofi in der Erzeu¬ gung der thierischen Wärme und der Entfernung von Kohlenstoff und Wasscrdünsten aus dem thierischen Organismus, sondern auch in der Erhöhung der Nervcnthätigkcit Ze mehr Sauerstoff i» Berührung mit den Ernährungssäften eines ThiereS kommt, desto schärfer sind seine Sinne, und desto lebhafter ist sei» Temperament. «s Der cine wird assimilirt, der zweite als venöses Blut durch eigeneLr- Zstne, die Venen heißen, abermals dem Herzen zur neuen Oxidation zu- rückgeführt, und der dritte als Dunst, der durch Condensation zum Schweiße wird, durch die Poren der Haut ausgeschieden *). 5) Der affimilirte Antheil des Blutes wird zur Entwickelung, Erhal¬ tung und Fortpflanzung thierischer Wesen verwendet **). Daher muß im Allgemeinen jedes Thier so viel Futter erhalten, daß der, aus demselben er¬ zeugte und affimilirte Antheil des Blutes daS dreifache Bedürfniß des thieri- schen Lebens befriedigen kann. 6) Bei Thieren, bei welchen die Entwickelungsperiode "*) noch nicht vollendet ist, muß verhältnismäßig mehr Futter dargeceicht werden, als bei bereits vollkommen ausgebildeten, da zur Vergrößerung der Gebilde (zum Wachsthume) ein bedeutender Theil des Blutes verwendet wird 7) Bei ausgewachsenen Thieren, bei welchen das sogenannte Eonserva- tionsfutter, wenn es in Heu besteht, im Allgemeinen 1*/z — 2 II ihres lebenden Gewichtes betragt *"**), wird, falls die Fortpflanzungsorgane zer¬ stört werden, derjenige Antheil des Blutes, welcher früher zur Erzeugung des Fortpflanzungsstosses verwendet wurde, zur Erzeugung anderer Prvducle, als: des Fleisches, Fettes, der Milch ec. verwendet. Die Wichtigkeit, welche die Haut bei Ernährung thierischer Organismen hat, weiß man leider in viele» Länder» nicht gehörig zu würdigen. Die Haut wird bei einigen Haus« thieren eniweder gar nicht, oder nur äußerst selten gereinigt. Ja! man findet nicht sel¬ ten» dafi das Rind, besonders an den hinter» Extremitäten, mit seinen eigenen Exkre¬ mente», wie mit einem undurchdringlichen Panzer bedeckt ist. Ei» großer Physiolog und O.eonom sagt: »Sorgst du für die Reinheit der Stalllnft und der Haut deiner Haus- tbiere, so hast du auch siir ihr vollkommenes Gedeihen gesorgt.» — Nichts gibt von dem herannahcnden Ruine einer Wirthschaft einen so sprechenden Beweis, als der Umstand » rast sic ihre Hausthiere in dunstigen Stallungen mit leeremStroh füttert, und dieDaucr ihrer Haut durch Bekleidung mit schuppenartig vertrockneten Exkrementen zu fördern wähn i. Das Blut ist das Material, aus welchem die Lebenskraft alle thierischen Produkte er¬ zeugt. Wird also von demselben viel zur Erzeugung eines bestimmten Produktes, z. V. der Milch, verwendet, so wird dadurch die Bildung anderer Produkte, z. V. des Fettes vermindert. Daher sind milchreiche Kühe in der Regel sehr mager. "*) 2m Allgemeinen kann man sagen, dafi in jenem Alter die Entwickelungsperiode beendi¬ get ist, in welchem dis zuletzt gewechselten Zähne ihre vollkommene Ausbildung erreicht haben. Beim Rind und bei Schafe» ist der Zahnwcchsel mit 5, beim Pferde mit 6 Jahre»» vollendet. Das Rind ist jedoch erst mit 8, Las Pferd mit 7 Jahren vollkommen ausge¬ wachsen. "") Bedenkt man überdies» noch, dafi in der jugendlichen Lebensperiode die Lebensthätigkcit sehr rasch von Statten geht, so wird man sich die Magerkeit des Fleisches jungerThiere, ungeachtet ihrer Frefilust, erklären können. *"") Um das kahle Leben bei dem Rinde zu erhalten, braucht man täglich nicht mehr als 5 Pfund Heu pr. Stück anzuwenden. Das Leben, als solches, hat aber bei dem Oeco- nomen keine» Werth. Es bekommt bei ihm dasselbe erst daun einen Werth, wenn es als Mittel erscheint, anderweitige Zwecke zu erreichen. Annaljii der k. k. Landwirthschaftsg. in Laibach. 5 ttK Daher liegt schon in der bloßen Castration der Hausthiere ein Mittel, die Bildung jener Products zu fördern, welche der Landmann bei Haltung der Nutzthiere beabsichtiget. uä b) Organe ver GnipfinvungstMigkeit. 1) Die Organe der Empfindung oder Sensibilität sind die Nerven. Dec Centralpunct des Nervensystems ist das Gehirn. Aus diesem entspringt das Rückenmark, und aus dem letzter» die Verzweigungen desselben!, welche in allen Theilen des thierischen Organismus zerstreut erscheinen. 2) Die Größe des Gehirns steht mit der Größe der Verzweigungen des Rückenmarkes in einem verkehrten Verhältnisse, d h. je größer ersteres ist, desto kleiner, dünner sind Letztere, und umgekehrt. Im ersten Falle sind alle Theile des Körpers von dem Gehirn mehr abhängig, als im letztem, und daher können im zweiten Falle die Theile, selbst wenn sie getrennt wor¬ den sind, längere Zeit sortleben, als im ersten, weil die Mächtigkeit der Seitennerven gleichsam die Stelle des Gehirns vertritt *). 3) Die Irritabilität des Nervcnsystemes (welche durch Nahrung, Cli- ma und Lebensweise bedingt ist) steht mit der Bildungsthätigkeit in einem verkehrten Verhältnisse, d. h. je leichter und heftiger ein lhierischer Organis¬ mus durch äußere Eindrücke afficirt wird, desto weniger wird Fleisch, Fett, Milch ec. erzeugt. Denn in einem solchen Falle wird das Nervensystem zu sehr in Anspruch genommen. Das Abgenützte muß ersetzt werden, und da¬ her wird ein großer Lheil des Blutes zu diesem Ersätze verwendet. Es ist eine allgemein bekannte Lhatsache, daß sich Thiers von einem lebhaften Temperamente schwer mästen lassen, und ,daß solche Orre, wo die Thiers nicht beimruhiget werden, die Mästung sehr befördern u6 c) Organe ver Wewegungsthätigkeit. ' 1) Die Organe der Bewegung sind die Muskeln. Durch ihre Aus¬ dehnung und Zusammenziehung ist jede Bewegung bedingt. Die Spann¬ kraft des Muskelsystems ist durch dieselben Umstände bedingt , durch welche die Irritabilität des Nervensystemes bestimmt wird. ') Die Bewegungen der getrennten Theile bei Reptilien oder Amphibien sind allgemein be¬ kannt, und geben einen sprechenden Beweis von dem Gesagten. ") Magerkeit ist die gewöhnliche Begleiterin» des cholerischen und melancholischen, die Fei¬ stigkeit aber des sanguinische» und insbesondere des pftegmmischen Temperamentes. Das Zerstören der Gesichtsnerven wird bei »er Mästung des Geflügels i» einigen Ländern ^mi» sehr gutem Erfolge angewcnbet. 6V 2) Das Muskelsystem steht bis zu dem Grade der insti'nctarti'gen Be¬ wegungen mit der Bildungsthätigkeit in einem geraden Verhältnisse, d. h. alle Bewegungen, welche das Thier im freien Zustande vornehmen muß, um seine Subsistenz zu sichern, fordern die Bildungsthätigkeit, während alle andern Bewegungen, sie mögen unter oder ober dem erwähnten Grade er¬ folgen, dieselbe hemmen *). 2) Da bei dem Gebrauche der Muskeln eine Abnutzung derselben er¬ folgt, so muß, wenn das Thier in dem statu czuo erhalten werden soll, das Abgenutzte aus dem Blute ersetzt werden. Erfolgt der Ersatz aus Man¬ gel an Nahrung oder aus zu großer Abspannung der Muskelkraft nicht, so ist das Abmagern des Thieres eine unmittelbare Folge davon. Wird aber mehr gereicht, als die Consumtion des Muskel- und Nervenspstemes be¬ trägt, so nimmt das Thier zu. ») Aus den bisherigen Betrachtungen ergeben sich, ssur den Fall, als das unfern Hausthieren dargcrcichte Futter in Fleisch und Fett umgewan¬ delt werden soll, folgende Grundregeln: itens. Man trachte die Bildungsthätigkeit so sviel als möglich zu stei¬ gern z 2tens. man suche diel Consumtion des dargeceichten Futters durch jene Einschränkung oder gänzliche Unterdrückung des Nerven- und Muskelsyste- mes zu vermindern, welche nur die Erhaltung und Förderung der Bildungs¬ thätigkeit gestatten, und Stens, man sorge dafür, daß bas dargereichtc Futter nicht zur Bildung solcher Stoffe verwendet werden könne, die bei der Mästung der Hausthiere nicht beabsichtiget werden, wie z. B. zur Erzeugung des Forlpflanzungs- stoffcs rc. 5) Durch Befolgung dieser Regel wird das Gleichgewicht der thierischen Grundkräfte gestört, denn es werden der Bildungsthätigkeit die zwei andern Kräfte dec Art untergeordnet, daß sie als bloße Mittel erscheinen, um die erstere zu steigern, und die^ durch sie erzeugten Pcoducte, als: Fleisch und Fett, der eigenen Consumtion ldeS Thieres zu entziehen. Man kann also die Mästung als eine absichtliche Störung der drei Grundkräfte tyierischer Organismen anfehen, um das denselben dargereichte Futter in der kürze¬ sten Zeit in Fleisch und Fett umzuwandeln ') Man vergleiche die Füllen, welche auf einerWeide, mit denen, die im Stalle aufgezogen werden, und man wird das Gesagte zur Genüge bestätiget finden. ") Da der gestörte ursprüngliche Zustand der Grundkräfte derThjere nicht lange ohneNach- theil ihrer Organisation fort bestehen kann, und da nur in dem Falle, als die Mästung eine sehr kneze Zeit dauert, das sogenannte EonservationS-Futtcr daSMinimum erreicht» so ergibt sich lierauS, dasi bei der Mästung unserer Hausthielie die Kürze der Zeit, m welcher sie vollendet wird, eine Hauptaufgabe sei)» muß- 5 * «8 6. Wefonvere. Will der Landwirth seine Hausthicre mit dem größtmöglichen Vortheile mästen, so muß er im Stande ftyn, folgende Fragen genügend zu beant« Worten; I) Welche Eigenschaften soll das zu mästende Thier besitzen? II) Welche Mittel können angewendet werden, um diese Eigenschaften zu erhöhen, oder wenn sie gar nicht vorhanden sind, wenigstens zum Thcil zu ersetzen? III) Welches Verfahren muß bei der Darreichung des Futters beobach¬ tet werden? IV) Welche Mittel sind anzuwenden, um die Verdauung des darge- rcichten Futters zu fördern? V) Wodurch wird verhindert, daß das Blut zur Erzeugung nicht be¬ absichtigter Stoffe verwendet werde, und daß der Ersatz für das, durch die Lebensfunction Abgenützte nicht bedeutend sey? VI) Zu welcher Zeit soll die Mästung vorgenommcn, und VII) wie lange Zeit soll sie fortgesetzt werden? I. Die Eigenschaften, die ein zu mästen des Thier besitzen soll, sind: s) Ein vollkommener, mittelgroßer Körperbau *); t>) vollkommene Gesundheit, insbesondere derjenigen Organe, welche zur Bildungsthätigkeit gehören, als des Gebisses, des Magens, der lym¬ phatischen Gefäße rc. **); c) ein nicht zu jugendliches noch auch zu hohes Alter ä) kein lebhaftes Temperament ****); Man hat die Erfahrung gemacht, daß hei der Mästung des Rindes »am mittleren Schla¬ ge der Vortheil nm ijZ größer war, als bei der Mästung des grasten Schlages. Vetrach- ter man die Menge Les Conservations-Futters, welches im letzter» Falle erfordert wird, so erklärt sich diese Erscheinung von selbst. Derjenige Landwirth, der mit dem Rcchen- stcine die Mästung begleitet, wird sich nicht durch Len großen Preis großer, gemäste¬ ter Ochsen verleiten lassen, dieselben dem Mittclschlage vorzuziehen. ") Die zu dünnen Excremente unserer HauSthiere, falls sie nicht mit Griinfutter gefüttert werden, sind ein sicheres Zeichen von der Schwäche der Saugadern oder dem lymphati¬ schen Milchgefäste. »") Rinder von 5 — 9 Jahren mästen sich am besten. Zu junge und zu alte Thiere sollen nur in der Absicht gemästet werden, um ihrem Fleische mehr Schmackhaftigkeit zu ver¬ schaffen. Siche hierüber das Betreffende in den allgemeinen Bemerkungen. Thiere von einer weiblichen Physionomie mästen sich viel leichter, als di« von einer stierartigen. 6S o) eine große Dehnbarkeit der Gefäße, rmd insbesondere eine sehr leich¬ te Verschiebbarkeit der Haut und t) eine lichte Farbe *"). II. Die Mittel, die man anwenden kann, um die eben angeführ¬ ten Eigenschaften zu erhöhen, oder wenn sie gar nicht vor¬ handen sind, wenigstens zum Theil zu ersetzen,'lassen sich auf folgende zurückführen: a) Auf solche, durch welche die Verdauung gefördert wird. Hiehee gehören: a) bittere gewürzhafte (Magen stärkende) Stoffe, als: Wermuth, Wach¬ holderbeeren, Salze rc.; l>) mechanisch wirkende, als: Sand ***), Kohle, Stoßen und Schnei¬ den der Futterstoffe; c) chemisch wirkende, als: das Dampfen, Kochen, Abbrühen und Ma- ceriren oder Gahren dec Futterstoffe **»*), und A) mechanisch und chemisch wirkende, (i- und o). b) Auf solche, durch welche die Gefäße, insbesondere bas Zellengewebr und die Haut erweicht werden. Hieher gehören, laue Bäder, — Einreibun¬ gen mit fetten Oehlen, — gekochter oder abgebrüheter Leinsamen, —abgc- brühele Futterstoffe, —> lauer Branntweinspülich, — Spiesglanz *****) und Schwefel. ') Bei Thieren, bei welche» sich dis Haut nicht leicht verschieben lagt, 'ist der Ansatz des Fettes sehr gering. *') Das Fleisch von Thieren mit lichter Haukbcdeckung ist viel zarter und schmackhafter, als das, welches Thierc von einem dunklen Haare liefern. Der Sand spielt bei der Mästung des Geflügels eine flüsterst wichtige Rolle. Er beför¬ dert nicht blost die Zerquetschung der genossene» Nahrung, sondern auch eine größere Absonderung des Magensaftes. *'") Daß durch diese Mittel die nührenden Beffandtheile des Futters nicht blost aufgeweicht und daher leichter verdaulich werden, sondern dast durch sie ihre Elementarstoffe auch in ein anderes Verhältnis! treten, bedarf wohl keines Beweises. Uebrigens sind die Erfah¬ rungen, die inan in der neuesten Zeit über die Anwendung der fraglichen Mittel gemacht hat, von der Art, dast alle unterrichteten Landwirthe eine rauhe Wintcrfütterung deS Rindes, ohne von dem Kochen, Abbrühen, Dämpfe» und Maceriren oder Gahren Ge¬ brauch zu machen, als eine Verschwendung erklären. Der Spiesglanz reiniget das Geblüt, zertheilt den darin befindlichen Schleim, hebt die Verstopfungen in de» Drüsen auf, und wirkt besonders vorthcilhaft auf die Haut und das Zcllcugewebe. Der Schwefel bringt ähnliche Wirkungen hervor. Der Spiesglanj wird selbst bei der Fütterung der Pferde von gemeine» Laudwirthcn angewcndet. Vt» c) Die letzten Mittel dieser Art sind diejenigen, durch welche derBlut» umlauf gemäßigel, oder die Lebhaftigkeit des Temperamentes gemildert wird. Hieher gehören die Aderlässe und die Bewirkung des trächtigen Zustandes"). sä III. Da es bei der Mästung vorzugsweise auf Ersparung des Eonservations- Futters und der Pflegekosten ankommt, so muß dafür gesorgt werden, daß den zu mästenden Thieren die größtmöglicheQuantität vonMast- futter in der kürzesten Zeit hergebracht werde. Dieses kann auf eine zweifache Art geschehen: Itens. Dadurch, daß wir die Thiere bei Appetijt zu erhalten suchen oder Futter zu sich zu nehmen reitzen, und 2tcns. dadurch, daß wir den Thieren wider Willen das Mastfutter in die Vccdauungsorgane bringen oder dieselben stopfen. sä i) Die Mastthiere werden bei Appetit erhalten: s) Wenn wir ihnen das Mastfutter in kleinen Quantitäten vorlegen""); b) wenn wir mit dem minder schmackhaften anfangen, zu den mehr schmackhaften übergehen, und mit dem schmackhaftesten Futterstoffe endi¬ gen """) und o) wenn wir die minder schmackhaften Futterstoffe schmackhafter zu ma¬ chen suchen. Dieses kann durch die sub II. Lit. a. angeführten Mittel er¬ reicht werden. sä 2) Das S topfen der Thiere ist nur bei dem Geflügel anwend¬ bar. Ausnahmsweise werden in einigen Ländern auch Kälber gestopft """"). ') Sind Thiere zum Behufs der Mästung in den trächtigen Zustand verseht worden, so must die Mästung noch in der ersten Hälfte der Tragzeit vollendet werden, weil sonst ein zu großer Theil des dargereichten Futters zur Entwicklung des LmI.rio verwendet wird, — Dis Castration, durch welche ebenfalls eins Milderung des Temperamentes hervorge¬ bracht wird, wird bei Nro. V. in eine nähere Betrachtung gezogen werden. ") Es verzögert nichts die Mästung so sehr, als wenn den Thieren zu viel Futter auf ein¬ mal vorgelegt wird. Das mit Kohlensäure, Wafferdünstcn und Speichel verunreinigte Futter wird von den Thieren verschmäht. Es wird also ei» großer Theil des Futters unbrauchbar und die Mästung hinausgeschoben. Man scheue ja nicht die Arbeit, den Thie¬ ken daS Futter sehr häufig frisch vorzulegen, denn sie wird reichlich belohnt. Man lege den zu mästenden Rindern das Futter wenigstens 6 — ^mal des Tags vor. Wer Stroh, Heu, Wurzeln und Getreide als Mastfutter verwendet, der verfüttere die¬ se Stoffe in der eben angegebene» Ordnung. '»") ES dürfte die Zeit nicht fern seyn, wo man ciuc einfache Methode erfinden wird, um auch das erwachsene Rind stopfen zu können. VI nä IV. Es ist nicht gtnug, daß man den Thieren die größtmögliche Quaiui- tat vom Mastfutter in der kürzesten Zeit beizubringcn sucht, sondern man muß auch dafür Sorge tragen, daß das beigcbrachte Futter bestmöglich verdaut werde. — Dieß kann geschehen durch die Anwen¬ dung dec sub II. In. s. angeführten Mittel, und durch die Erhaltung der Gesundheit der Thiere. Die Gesundheit der Thiere wird gefördert: a) Durch die Reinlichkeit des thierischen Körpers, des Stalles und des Futters *), b) durch Ordnung und Mäßigkeit im Füttern und Tränken **), c) durch eine entsprechende Beschaffenheit des Futters "*), b) durch Verminderung aller Anstrengung ****), c) durch eine mäßige Bewegung im Stalle ff) t) durch eine mäßige Respiration der Haut ffff), und g) durch Vermeidung schädlicher, vorzugsweise kupferner nicht verzinnter Gefäße. ') Es ist ei» bewährtes Sprichwort: „die Reinlichkeit ist die halbe Fütterung." Ucbcr die Nothwcndigkcit, die Haut kein zu erhalten, siehe die Bemerkungen bei ä.. Besonders bei den Schweinen soll man für die Reinhaltung ihrer Haut Sorge tra¬ gen. Denn der scharfe Stoff, den ihre Haut ausscheidet, verursacht Jucken, und ver¬ mindert die Tbätigkeit derselben. — Wer Gelegenheit hat, die Schweine während der Mästung öfters zu baden, der soll dieselbe ja nicht unbenutzt vorüber gehen lassen. ") Siehe hierüber Nro. III. lit. a, I> und a. — Die Getränke sollen den Thieren vor oder während, aber nie nach der Mahlzeit gereicht werden. Denn nur dadurch men- gen sich die festen und tropfbar flüssigen Stoffe in dem Magen recht untereinander, und dis Reaction wird befördert. Hingegen reicht man das Getränk nach der Mahlzeit, so bleibt es, als ein specifisch leichterer Körper, auf der genossenen Nahrung auflicgen, mengt sich nicht gut mit der¬ selben und verursacht durch seinen Druck Beschwerden. Man gebe im Winter den Thieren das Futter warm, i m Sommer aberkalt. So vortbeilhaft auch warme Futterstoffe bei dem Rinde sind, so nachthcilig erscheinen sie bei den Schweinen. Man vergesse nicht, denThieren von Zeit zu Zeit eins natürliche Nahrung darzureichen« nnd bedenke wohl, dass zuckerhaltige Futterstoffe, kls: Wurzeln aller Art und Abfälle von der Runkelrüben-Zuckerfabrication vorzugsweise auf die Milchabsonderung, stärk¬ mehlhaltige und schleimige auf den Ansatz von kräftigem Fleisch, und klebcrhaitige, als: Getreide aller Art, auf den Ansatz vom Fett einwirkcn. Da das Fett ein schlechter Wärmeleiter ist, so kommen, wenn auch noch nicht ganz gemästete Thiere, sehr leicht in Schweiß. Dessen Folge eine Abspannung des Muskelsy- stcmes ist. f) Ucbcr die Nachtheile des häufigen Auslassens der Thiere, welche gemästet werden, siehe Nro. V. iit. ck. sß) Das Halten dcr Mastthicre in kalten, so wie in zu warmen, dunstigen Stal¬ lungen ist der Mästung sehr nachtheilig. Im ersten Falle wird dem thierischen Orga- VS uei V. Die Mittel, die man anzuwenden hat, damit das Blut vorzugs¬ weise zur Erzeugung des Fleisches und des Fettes verwendet werde, sind Folgende: s) Die Anwendung, Stärkmehl- und kleberhaltiger Futterstoffe *); b) die Castration **); c) die Verminderung der Nerventhätigkeik "*). Dieses wird erreicht — durch das Mästen der Thier? an dunkeln Or¬ ten ****), — durch die Entfernung aller auf die Sinne der mästenden Thiere cinwirkenden Gegenstände **"*), — und durch das Hemmen dex Wirksamkeit einiger Sinnesorgane, z. B. der Augen -s). cl) Die Verminderung der Abnützung des Muskclsystemes ff-s). Dieses geschieht durch die Vermeidung jeder Anstrengung -s-j-s), — durch enge Mastorte — und durch ein reines, weiches La¬ ger -j-j-sl-t-). nismus zu viel Wärme entzogen, (wodurch die Confumtion des Futters gesteigert wird, um den Verlust wieder zu ersetzen), und die Hauttbätigkeit vermindert; — im ate» Falle letztere übermäßig gesteigert, Las Athmcn, die wichtigste thierische Function erschwert, und das Gefäßsystem zu sehr ausgedehnt. ') Siehe Nro, IV. Anmerk. Z. »') Siehe das Nöthige hierüber bei fl, Durch die Castration wird nicht bloß bewirkt, daß ein Theil des Blutes erspart, (nämlich der, welcher sonst zur Erzeugung des Fortpflan- zungSstosfes verwendet worden wäre), und daß das Temperament gemildert wird, son» Lern eS bekommt durch sie Las Fleisch auch einen bessern Geschmack. Bei Zugochsen scha¬ det man sich sehr, wenn die Castration vor Verlauf eines Jahres porgenoinmen wird. *") Siehe hierüber die Bemerkungen bei Ut, V. "") In vielen Länder» werden Thiere in Kellern gemästet, besonders in England. »««") Daher soll man die mästenden Thiers von den übrigen so viel als möglich absondern- f) Gänse, welchen die Augen ausgcstochen worden sind, werden nicht nur in einer sehr kurzen Zeit fett, sondern sie erhalten auch eine ungewöhnlich große Leber. Diese Opera» tion wird häufig in Galizien von den Juden in Anwendung gebracht. ff) Siehe hierüber die Bemerkungen bei L. lit. e, fff) Durch jede zu große Anstrengung wird nicht nur viel vom tbierischen Organismus consumirt, sondern sie führt auch eine Abfamung, besonders im Muskelfystem herbei, ffff) Die Mästung des Geflügels in Säckeln ist hie und da üblich. Kann sich das Thier im Stalle viel bewegen, dann wird allerdings dadurch die Verdauung gefördert, allein Mit ihr ist auch eine Vermehrung des Conservatioilsfutters verbunden. Siehe IV. lit. «. fffff) Sind die Thiere genöthigot, auf einem harten Lager zu ruhen, dann wird durch den Druck, den dasselbe auf die Muskeln ausübt, eine Consumtion derselben, mithin eins Verwehrung deS Ersatzes herbeigeführk. »s VI. Was die Zeit betrifft, zuwelcher die Mästung am. vorthe kk- haftesten vorgenommen werden kann, so lehrt die Erfahrung, daß die Mästung am raschesten vor sich geht, wenn die Temperatur der Atmo¬ sphäre zwischen 10° — 17° R. wechselt, also im Frühjahre und im Herb¬ ste *). Da jedoch der Landmann im Wiujer die meiste Zeit hat, um den Mastlhieren die gehörige Aufmerksamkeit zu schenken, und da überdieß noch zur Winterszeit in jeder Wirthschaft die meisten Abfälle von landwirthfchaft- lichen Producten vorkommen, die entweder gar keinen oder einen sehr nie¬ drigen Marktpreis haben, so ergibt sich hieraus, daß unsere Hausthiere in der Regel im Spätherbste oder im Winter gemästet werden sollen. Nur muß dafür Sorge getragen werden, daß die Stallungen die oberwähnte Tempera¬ tur erhalten. VII. Was die Dauer der Mästung anbelangt, so kann man im Allge¬ meinen sagen, daß dieselbe so lange dauern kann, so lange die Mastungs- kvsten durch di« Zunahme an Fleisch und Fett gedeckt werden. Man muß also, um die Dauer der Mästung bestimmen zu können, wissen, — s) wie viel die Mastungskosten betragen, und b) um wie viel die Mastungsthiere an Fleisch und Fett zugenommen, und welchen Preis diese Products haben. ack a) Die Mastungskosten bestehen aus dem Mastungsfut- ter und aus den Kosten der Wartung **). Der Preis des Mastungsfuttcrs findet man am leichtesten und sichersten, wenn man alle verfütterten Stoffe auf die Hauptfrucht einer Ge¬ gend , nach Maßgabe ihrer Ernährungsfähigkeil oder Brauchbarkeit bei Er- ') Bei übrigens ganz gleichen Umständen mästen sich die Thiere am leichtesten in mäsiig warmen Ländern. Die Schafställe solle» eine Temperatur von iv? R. nind die des Rin¬ des und der Schweine von >5 — >7" R. haben. (Siehe hierüber Nro. IV. lit. ü An¬ merkung (5). Wird die Mästung im Grasten betrieben, und für die zu mästenden Thiere ein eigener Stall gebaut und eingerichtet, so müsse» zu den Mastungskosten nicht nur die Erbal- tungSkostcn, sondern auch die Zinsen dcS, auf die Herstellung dcö Stalles verwendete» Kapitals gerechnet werden. Beide Poste» zusammen werden gewöhnlich i» 10 — 12 Pro¬ cent veranschlagt. Wird aber die Mästung in einer Wirthschaft nebenbei betrieben, so hängt eS von dem iedesmaligen Ermessen des Landwirthes ab, wie viel von den obenerwähnten 2 Posten den Mustthicrcn zur Last geschrieben werden must. 74 Nahrung herHausthke« rebuei'rt, und dann den 10., 15., L0. oder mehrjäh¬ rigen Durchschnittspreis der Hauptfrucht ausmittelt. Die Reduction kann nach der beigefügten Tabelle leicht erfolgen *). Was die Kosten der Wartung betrifft, so läßt sich hierüber nichts Allgemeines sagen. In gut betriebenen Wirthschaften, wo die Mästung der Ochsen im Großen betrieben wird, rechnet man 10 — 15 Stück auf einen Dienst- bothen. sck b) Eine wichtige Ausgabe bei der Mästung ist die Bestimmung des reinen Fleisch- oder des sogenannten Schlä'chtergewichtes **), Welches das Mastlhier in den verschiedenen Perioden der Mästung besitzt. Um diese Aufgabe zu lösen, den Landwirth gegen Bevortheilungen von Seite der Käufer der Mastthiere zu schützen, und um den Verkehr mit derlei Thiercn zu erleichtern, hat man folgende Methoden, das reine Fleisch- gewicht des Rindes zu finden, vorgeschlagen: 1) Die Abschätzung durch den Augenschein, in Verbindung mit dem Betasten und Befühlen gewisser Theile ***) des Mastthieres; 2) die Abschätzung durch Anwendung von Ersahrungsrechnungssormcln, und 3) die Schätzung mit Hilfe einer Wage. sck i) Von der Abschätzung des reinen Fleisch gewichtes durch den Augenschein und das Befühlen können nur diejenigen «inen sichern Gebrauch machen, welche sich in der Lage befinden, ihr Unheil durch die Wage zu berichtigen. Durch das öftere Vergleichen der Resultate der Wage mit denen der Abschätzung durch den Augenschein und das Be¬ fühlen gewinnt das Unheil des Schätzenden einen so hohen Grad von Zu- ') Es wäre sehr wünschenswerth, wenn die Herren Landwirthe den, in der Tabelle ange¬ führten Resultaten besondere Aufmerksamkeit schenken, und die betreffenden Versuche mit Berücksichtigung der, in der Tabelle angeführten Bemerkungen anstellea möchten. Daß man auf dem Wege der Analyse zur Wahrheit über die Ernährungsfähigkeit der ver¬ schiedenen Futterstoffe nicht gelangen kann, ergibt sich aus deni Umstande, das, man in den chemischen Laboratorien bisher kein Reagens anwenden kann, dast die Stelle des Magensaftes vertreten könnte. Betrachtet man die hier mitgetheilten Analysen näher, so wird man finden, dast bei vielen Futterstoffen ihre Resultate in einem direkten Wi¬ derspruche mit der Erfahrung stehen. ") Unter dem Schlächtergewichte versteht man das Gewicht des Fleisches in den vier Vierteln, also nach Wegnahme des Kopfes, des Halses bis lzum letzten Halswirbel, der Eingeweide, der Haut und der Füste bis zum Knie. '") Das Befühlen wird vorzugsweise an den Rippe», Lende» und an derVefestigungsstclle Les Schwanzes vorgenommen. Zu den Aimate» vcr k. s. r>m0wirchschaflö: ylescUschafi IN jtraitt, s. Abth I. NNerth - prrglrichungs - Tabelle landwirthschaftlicher Products nach Maßgabe ihrer Ernährungs-Fähigkeit lüö Bei der Fütterung der Pferde werden, nach vielfältigen Erfahrungen, iMetzenHafer gleichgeseht: /2 d-'ictzcn Roggen, Bohnen, Wicken undMai^,, und /3 Metz. Buchwctt-n und Gerste. Nach den Versuchen, welche Papst zu Hohenheim in dem Jahre 1825 vorgenommen hat, gewinnt »um mit 100 Pfund Heu nicht mehr Milch, als mit 1 210 Pfund Runkelrüben, 170 Pfund Kartoffeln oder 190 Pfund Topinambur. (Correspondcnzblatt des Würtemberg'ichcn landwirthschastlichen ^crcmcs von 1828). Nach Franz Ritters v Moro Versuchen sind bei der Milchproduction 100 Pfund Heu gleich zu setzen: 125 Pfund Kleeheu, dto. Migglingheu (0, 300 Run ttru en. ( on dem Runkelrü¬ benmarke gibt er das V-rhältniß zu 325 an), dto. Krautrüben, 375 Nunkelrübenblätter, 350 Krautrübenblätter und 420 Kartoffeln. _ (Annalen der karnthnerischen Landwirth. 2 Heft S 14 von 1833). Petri's Versuche wurden bei Schafen, die der übrigen beim Rinde, meistens in Betreff der Milchproduction, angestellt. Nach Papst Versuchen wird die Ernährungssähigkeit der Futterstoffe (vorzugsweise des Strohes, wenn es mit einem andern Futter gemengt wird), durch das Abbruhen um 20 - 25 L erhöht. Will man d über die Ernährungsfähigkeit der verschiedenen Futterstoffe Versuche anstellen (die noch immer sehr wünschenswert!) wären), sq wird erfordert: -) daß dre Versuche m Beziehung auf die verschiedenen Producte, als: Fleisch, Fett, Milch und Wolle, angestellt; d) daß zu denselben mehrere Thiere derselben Ra?e, vom gleichen Alter, Große und Temperament genommen werden; c) daß die Ernährung und Wartung bei diesen Thieren eine und dieselbe bleibe, und e) daß die Versuche durch längere Zeit fortgesetzt weiden. ' - I . . L ,. v v v v. H-».^'v>' ' ' '5 ' :r - ...... - Wer - ' . .-H - - -. - v verlässigkeit, daß man sich auf dasselbe in praktischer Beziehung ganz ver¬ lassen kann *). acl 2) Um das Schlachtergewicht mit Hilfe des Calculs zu finden, kann man sich einer der folgenden Formeln bedienen: o) Erste Formel: z r Das p bedeutet den Umfang oder die Peripherie des Thicres hinter den Schullern, r ist die sogenannte Ludolsische Zahl, welche anzeigt, wo¬ mit die Peripherie eines jeden Kreises dividirt werden muß, um seinen Durchmesser zu finden. Sie beträgt näherungsweise 5,14 (oder 22:7), — I, bedeutet die Länge des Thieres vom Cchulterpuncte bis zum Ende des Hinkerbackeus, —- t den, für jede Rage auf dem Wege der Empirie aufzu- findcnden Theilcr; — und 8 das Schlächtergewicht in Pfunden ausgedrückt. Drückt man den Durchmesser des Thieres durch rl aus, so istp>:r—ck, und die Formel erhält folgende Gestalt: I —-. — 8; d. h. das Schlächtergewicht ist gleich dem Producte aus r dem Quadrate des Durchmessers (hinter den Schultern gemessen), und der Länge des Thieres, dividirt durch eine, durch Probcschlachtungen ausgemit- telte Zahl. Bei der Anwendung' dieser Formel kommt es also nur darauf an, den Werth von t genau zu bestimmen. — Nun aber ist: Bei dem sogenannten Mittelschlage des Hornviehes nachiHerrn S trach- w itz t ----- 54. Es sep z. B. P— 71^ Zoll, I —49, so ist 8 (^/4-3,14)2.49 ^ 54 (-2,75) . 49^51^56-^49 qgg Pfund d. h. ein Rind von dem an- 54 54 gegebenen Umfange und Lange hat 469 Pfund reines Fleisch, oder sein Schläch¬ tergewicht beträgt 469 Pfund- Bei dem kärnlhnischen (und steyermärkischen) Hornvichschlage ist nach Herrn Söll n er ***) t 67,5. Wäre Vie menschlich« Natur von der Art, Sag der Mensch in seine» eigenen Angele¬ genheiten als Richter erscheinen könnte, dann könnte sich auch der Landwirt- auf das Urtheil des Fleischhauers verlassen; da Lieg jedoch nicht der Fall ist, und der Landwirth sein Unheil in der Regel durch keine Prodeschlachtvcrsuche controlliren kann, so ist er gcnöthiget, zu den zwei andern Methoden seine Zuflucht zu nehmen. ") Sich- LhaerS Annalen, B. io., 6. >21. Siehe das 8. Heft, S. i5Z — 16Z, der Verhandlungen und Aufsätze der Landwirth- schafksgcsellschaft in Stenerniark. 7« Behalten p und 1 die anzegebenen Werkhe, dann ist 8 ---- 275. Bei der polnischen und ungarischen Hornviehraxe wechselt der Divisor im Durchschnitte zwischen 70 und 72 *). l>) Zweite Formel: 8— /7O 2 ----- wo- 2 Lei 8 die frühere Bedeutung hat, und 6- das lebende Gewicht des Thieres anzeigt. Da nach dieser Formel, deren sich die Engländer zu bedienen pflegen, das Schlächtergewicht nur dann gesunden werden kann, wenn das Sporcogewichl des Thieres bekannt ist, so wird ihre Anwendung, mit Be¬ rücksichtigung der neuern Erfahrungen, die man in Betreff des Verhältnisses des Schlachtergewichtes zu dem Sporcogewlchte gemacht hat, bei der dritten Methode, nämlich der Wage, näher angegeben werden. sä 2) Die Wage ist das sicherste Mittel, um über die Zunahme an Fleisch und Fett bei gemästeten Thieren Aufschluß zu erhalten. Bei Anwendung dieses Mittels, das reine Zleischgewlcht zu finden, hat man folgende Regeln zu beobachten: Ich habe mehrere Messungen in der hiesigen Schlachtbank vorgenommen. Aus der Vergleichung der Resultate dieser Messungen, und der der Wage ergibt sich, dasi der von Söllncr angegebene Divisor bei dem karnthnischen, stcyermärkischen und krainischcn Hornviehschlage ganz richtig isi, wenn sich die Thiere im ganz gemästeten Zustande befin¬ den, d. 1'., wenn sie 20 Procent und darüber Unschlitt nach Masigabe des reinen Fleisch, gewichtes besitzen. Bei nichtgemästeten Thieren sind die Resultate Ser Messung um viel-S gröster, als bei der Wage. Nach Thomas v. Lanner sollen in diesem Falle bei iL Procent Unschlitt z, bei 10 Procent 6, und bei 5 Procent 9 Procent von dem, von Söllncr ausgcmittelten Fleischgewichte in Abzug gebracht werden. (Universal- Vlatt D, 2., S. na). Bei dem hiesigen Hornviehschlags passen diese Angaben nicht ganz genau, sie können aber, da die Differenzen sehr klein sind, einstweilen angewendct werde». Die weitern Messungen werden lehren, welcher Divisor bei nicht ganz gemästeten Ochsen des hiesigen Schlages angewendct, oder welche Procente» von dem nach der Söllner'schen Formel ausgcmittelten Flcifchgewichte in Abschlag gebracht werden sollen. Um jedoch den Landwirthen di- Berechnung von Fall zu Fall zu ersparen, erscheinen die von Solln er gemachten Berechnungen in der Tabelle L. In der ersten Columne der Tabelle ist der Umfang, in der zweiten die Länge, und l» der dritten das dem Um¬ fange und der Länge des Thieres entsprechende Schlächtergewicht zu ersehen. Man braucht also nur den Umfang und die Lange Les Thieres mittelst einer nicht dehnbare» Schnur aufzusucheu, um das Schlächtergewicht desselben in der dritten Eolonne herab¬ lesen zu können. Bestellungen auf Schnüre, welche zu dem fraglichen Messen geeignet sind, werden in der Gesellschafts-Kanzlei angenommen. Ein Mathematiker, NamenS Per rin, hat für die französische Ra?e das Schlächtergewicht aus dem blosie» Umfange berechnet. Diese Berechnung befindet sich im Universalblatte von vr. Schweitzer, B. 6., S- 17, v. 18.74. In der Tabelle L. erscheinen die Resultate der fraglichen Be¬ rechnung vom Hrn. Schätzungs-Infpector R au tn s r, auf Wiener Masi und Gewicht rcduzirt und zusammengcstcllt. ') Der Umfang beträgt bei ausgewachsenen Ochsen dieser 2 Ra?en 68 — 72", die Länge 6» -- 63", und das Schlächtcrgcwicht (auf der Wage) — bei grossen und ilcincn Stücken 35a — 4z>» Pfund, — bei Mittlern 45a — 5ao, — und bei grosien 4st° — 54" Pfund. Zu Se» Annalen Ser f. k. LanSwitthschafts-Ncfellschaft in Keain. Abth. >. Heft. (Zu S. 76). L. V » S- S S I S zur Berechnung des Fleischgewichts für den kärntnischen Hornviehschlag. Zu de» Annalen der k. f. r«nr»iethsch«sts, Gesellschaft in Kmin. Al'th. >. S'i.- (Zn Seil« 76.) zur Berechnung des Schlächtergewichtes aus dem bloßen Umfange des Rindes. -7V 1) Daß man sich solcher Wagen bedient, auf welchen man eine Last von 20 — 30 Centner abwägen kann *); 2) daß sich die Thiere beim jedesmaligen Abwägen in einem gleichen Zustande der Ernährung befinden, also entweder vor oder gleich nach der Fütterung gewogen werden, und 3) daß der Verschlag oder die Brücke, auf welche das Thier gestellt wird, vor dem jedesmaligen Abwä'gen mit dem Wagebalken ins Gleichge¬ wicht gebracht werde **). Wird das Mastlhicr wenigstens von Monat zu Monat abgewogen, so wird die Differenz zwischen 2 auf einander folgenden Abwägungen die Zu¬ nahme an Fleisch und Fett anzeigen ***). «7 Sehr brauchbare Vrückenwagen können in unserem industriöse» Neumarktl bei Texter um cine» sehr mäßigen Preis bezogen werden. Um eine» viel höheren werden sie von den k. k. privil. Brückenwagen-Fabrikanten Rolle et Schwilgue in Wien, Leoxold- siadt, Czcrnin» Gaffe Nro. 238 nach folgendem Tariff verfertiget: Tragbare Bruckenwagen dreieckiger Form. Verhältnis; der Hebel von i zu io. In alle» Preise» sind die kleinen Gewichte von r Pfund an abwärts bis zum kleinste» Gewichte mitbegriffen, und nach jedem Lande eingerichtet. Jede Lieferung in Wien ab- gcnommcn, zahlbar nach Empfang in kurzem Wiener-Papier. Diese Vorsicht ist wegen der hygroskopischen Eigenschaft deS Holzes nothwendig. Daß das Gewicht der Eingeweide, so wie auch der übrigen Theile, die nicht zum Schläch¬ tergewichte gerechnet werden» beim Fettwerde» Lee Thiere nicht vergrößert werde, ergibt sich vorzugsweise aus den, von Thomas v. Lanner hierüber gemachten Erfahrungen. (Siche Universal-Blast v. SchweitzerB. r. S. ivg — n3 und 121 — is-j. 78 Aus der Vergleichung des Preises der letztgenannten Produkte und dec Kosten dec Mästung läßt sich die Frage mit Sicherheit beantworten, ob die Mästung zu beendigen oder noch soctzusetzen sey *). Um aber aus dem Sporcogewichte das reine Fleischgewicht zu finden, wird erfordert, daß das Verhältniß des erstem zum letztem, nach Maßgabe des feisten Zustandes und der Ra^e durch Probeschlachtungen ausgemittelt werde. Nach den bisher gemachten Erfahrungen ist das fragliche Verhaltniß folgendes: 1) Bei dem karnthnisehen und steyermarkischen (?) Hornvichschlage: tergewicht bei einem Ochsen von 1500 Pfund Sporcogewicht und 5 A Un- schlitt (des reinen Fleisches) 576 Pfund (mit Weglassung des Bruches); bei 10 L Unschlitt 600 Pfund; bei 15 F Unschlitt 625 Pf; bei 20 L 655 Pf.; bei 25 F 681 Pfund, und bei 20 714 Pfund. 2) Bei der englischen Ra^e ist das fragliche Verhaltniß, und zwar, — bei nicht gemästeten Thieren wie 2:1, — bei halbgemästeten wie 2 : 1,1 bis 1,2, — und bei ganz gemästeten wie 2 : 1,2 bis 1,2. Diesem zufolge erhält die bei b> angeführte Formel folgende Gestalt: Bei nicht gemästeten Thieren l 8 -^ l — bei halbgemäst.: 8— 2 2 bis O 1'2' . — rm!> bei ganz gemästeten 8— bis . 2 L 2 Wenn also ein Ochs im ungemästeten Zustande 1000 Pf. wiegt, so beträgt ') Gegenwärtig wechselt der Preis des Fleisches zwischen 17 und 20 fl. pr. Eentner. Dis Zunahme a» Fleisch und Fett wechselt zwischen iH-> — 160 Pfund während einer 4—5 monatlichen Mastzeit. Das tägliche, auf Heu rcduzirte Mastungsfutter beträgt 2 — 2 ij2 Procent des lebenden Gewichtes. Da das Conservationsfutter 1 >sr Procent des lebenden Gewichtes auSmacht, so erhält ein Mastochs von 1000 Pfund Sporco - Gewicht täglich 35 — Hu Pfund Heu; also in H Monaten 42 — H8 Centner Heu. Hat er in dieser Zeit um >Ho Pfund zugenomme», und kostet der Centner Heu Zo kr., dann zahlt er, falls das Fleisch 17 fl. pr. Centner kostet, sein Kostgeld nicht; kostet es aber 20 fl., dann zahlt er die Mastungskosten mit 28 fl., und da das Kostgeld im vorliegenden Falls 21 — 24 fl. beträgt, so bezahlt er die Wartung mit 4 — 7 fl- ") Siehe Universal-Blatt, V. 2., S. ul. 7S bei ihm das reim Fleisch 500 Pfund, — wird er halb gemästet 550 — 60n wäscht. k>) nach einer von dem Wollclassificator Herren Bartels erfundenen eigenen Weise, welche derselbe aber, als einen Gegenstand seines Erwerbs, hier öffentlich mikzutheilen Anstand nahm. Die ach a) angegebene Thonwäsche wird dermal im Großen auf den k. k. Familiengütern Mannersdorf, Hollilsch, Sassin, Göding, Großpaw- lowitz und andern mit sehr gutem Erfolge seit dem vorigen Jahre angewen- det, wodurch die Wolle eine Weiße erlangt, welche der Fabrikwäsche nur wenig nachsteht, wobei aber gegen die gewöhnliche Wäsche ein Verlust von beiläufig 15 A Statt findet. sch b) Die Schafwäsche nach Bartels Methode erregte sehr viele Aufmerksamkeit, da derselbe der Versammlung Proben von nach seiner Weise gewaschenen Vließen vorlegte, welche bezüglich ihrer Reinlichkeit und 6 * 84 Weiße nichts zu wünschen übrig ließen: sie würbe dermal auf der, Se. kais. Hoheit dem Erzherzoge Earl gehörigen Herrschaft Selowitz mit dem säm- mentlichen Schasvieh vorgenommen, und von Seite der Gesellschaft beschloß, sen, über Einladung des Herrn Bartels und mit Erlaubniß der Herr¬ schaft Selowiher Direktion, einen comparativcn Versuch in Gegenwart meh¬ rerer Gcscllschaftsmitglieder mit dieser Wasche, gegenüber der gewöhnlichen, mit 40 Schafen zu machen, wovon 20 auf die gewöhnliche Art, und 20 nach Bartels Art gewaschen werden sollten *). Die Wasche nach Bartels Methode bestehet in Folgendem: das Was¬ ser wird auf 28 — 5t)0 R. erwärmt. — In einer Wasserkonne werden in einem solchen Wasser 2 Schafe durch 4 Menschen an den unteren Extremi¬ täten, am Bauche, Füßen, Schwanz, Hoden, am After gewaschen, und die Knollen von Exkrementen entfernt,' sie dauert 2 Minuten. Von da kommen die Schafe einzeln in eine zweite Lonne, worin sich die von andern Schafen abgewaschene und zuvor geklärte Lauge auf 28 — 20 Gradv erwärmt befindet, sie werden darin 1^ Minuten lang durch 5 Männer an beiden Flanken, Rücken, am Kopfe und Halse gut gerieben und gewaschen, dann fünfmal eingetaucht, um das Vließ zu ordnen, sodann un- ter eine kalte Sturzwäsche gebracht, und 1 Minute durch 2 Männer ein¬ zeln unter dem kalten Wasserstrahls vollends dec Schmutz ausgewaschen, wobei zugleich die Wolle am Schafe durchgerütlelt wird. Hiemit ist die Wä¬ sche beendet. Es wurden 20 Schafe in 20 Minuten durch 10 Wäscher gewaschen, wo¬ bei aber außerdem lü das kalte Wasser zur Sturzwäsche gepumpt haben, was jedoch durch das Abschwenken der Schafe im fließenden Wasser, oder sonst einem natürlichen Sturz des Wassers bei Mühlen, Wehren, Teichen rc. eben so gut verrichtet werden kann. Das Wichser, sowohl zur Wäsche der Extremitäten, als auch die Lauge zur Körperwäsche, wird durch Hinzugießen heiß gemachten Wassers erwärmt. Die Lauge, in welcher die Körperwäsche Statt findet, wird durch das Waschen selbst erzeugt; nur muß selbe aus den Waschkufen, sobald selbe stark genug ist, nachdem sich der grobe Unrath zu Boden gesetzt hat, in an¬ dere Tonnen abgeschöpft werden, wo der übrige Unrath sich vollends zu Bo¬ den setzt, von welchem die etwas geklärte Lauge in die Waschtonnen abge- Dieser Versuch sand am iZ. Mai bei dem Ärsßhof auf der Herrschaft Selowitz wirklich Statt, wobei Herr Grfcllschaftsfecretär Lauer, Herr Wirtbschaftsrath Hi rsch, Herr Wirthschaftsrath von Ritte rsfeld, Herr Gras Hardegg, Herr Graf L o k a t clli, Herr Director der Herrschaft Selowitz, Göttlich, Herr Stiftsprocurator Keller von Altbrünn, Herr Verwalter Dolezel, Herr GutSpächter Qrcony, Herr Graf P o d- statSky und der Berichterstatter zugegen waren. 8ä schöpft, und, auf obige Weise durch Hinzugießen des heißen Wassers erwärmt wird. Nebst diesen 20 Schafen wurden noch 20 andere im Flusse Schwär- zawa auf die gewöhnliche Art gewaschen, deren Wolle aber bei weitem nicht so weiß und rein nach der Wäsche, als jene der ersten, befunden. Mehrere der anwesenden Herren Schafzüchtcr sprachen sich darüber da« hin aus, daß es sowohl bei dieser als bei der Thonwäsche darauf ankomme, welche Verluste daraus sowohl bezüglich des Wollgewichtes, als auch der Schurkosten, gegenüber der gewöhnlichen Wäsche, hervorgehen, welche Wir¬ kungen diese auf den Schafkörpcr, und welche auf die übrige Beschaffenheit und Dauer dec Wolle diese Wäschen äußern; endlich wie die allenfälligen größeren Verluste von den Wollkäufern durch höhere Wollpreise vergütet werden würden, was die Folge lehren müsse. Ferner wurde über Futterersparungen bei Schafen, i) durch das Zerschneiden desselben zu Häcksel; 2) durch Ab brüh en mittelst der Dämpfe sowohl, als Z) durch S e lbst er Hitzung, a) durch Verbacken der Körner zu Brod, endlich 5) durch Laub« sütt erring verhandelt, wobei Herr Baron Barten stein, Herr Baron Witt mann, Herr Graf Podstatsky, Herr Graf Lokatelli, Herr Graf Wrbna, Herr Sccretär Lauer, Herr Graf K aln ocky, Herr Amt¬ mann Bene sch von Rossitz, Herr vr. Kallina vonZäkenstein aus Prag, der Berichterstatter und mehrere Andere ihre Erfahrungen mitkbeiltcn, und da¬ durch wechselseitige Verhandlungen veranlaßten, deren Ausschlag folgende Resultate gab. Es sey ungezweifelt, daß durch Zerschneiden zu Häcksel und Mischung, manches Heu und Stroh, welches dem Viehe sonst zu hart und minder ver¬ daulich wäre, genießbarer'und verdaulicher gemacht werde, besonders, wenn man dasselbe mit Salzwasser, aufgeweichten Oehlkuchen im Wasser, oder an- deee dergleichen Substanzen befeuchte, und daß dadurch nach vorgenomme» neu comparativen Versuchen auch ein Drittheil des gewöhnlichen Futters er¬ spart werden könne. ml 2) Bei dem durch Wasserdämpfe gedämpften Futter habe eine gleich¬ mäßige Futterersparung Statt gesunden; nicht minder sey dieß der Fall »rl 3) bei der Fütterung des durch Selbsrerhitzung gedämpften Futters, bei bei¬ den Fütterungsarten aber viel Vorsicht nothwendig. Es wurde sogar be¬ merkt, daß jenes Futter, welches die Schafe im Ganzen nicht fressen woll¬ ten, zu Häcksel geschnitten und gedämpft, von ihnen begierig verzehrt wurde. uck 2 und 5) wurde noch bemerkt, daß die Wolle dadurch schlaffer zu. werden scheine, was noch weitere Versuche erst genugsam erproben müssen. ml a) Die B r o d fü rt e r un g unterliege zu vielen Unterschleifen, fül¬ le bei den wiederkäucndcn Lhieren, also auch bei Schafen, die Mägen zu 86 wenig aus, veranlasse die Schafe zum Wollfreßen und dürfte bei selben we¬ niger, mehr aber bei Pferden anwendbar seyn, was gleichfalls von einer weiteren Erprobung abhangt. Herr Graf Podstatsky bringt an, daß er zu diesem Behufs zuvor das Getreide grob schrotten, dann demselben Häckerling beimischen, und so erst dasselbe vermahlen lasse. Ueber die Frage: ob s) derlei Fütterungen der Gesundheit der Schafe nicht nachtherlig seyen, t>) ob dadurch nicht eine Verminderung des Woll- wachsthums und c) die Verminderung der Düngererzeugung hervorgebracht werde, war man acl 3) und i>) getheilter Meinung, sä c) aber darin einig, daß an der Düngererzeugung im Verhältnisse der Futterverminderung ein Abbruch erfolge, welcher aber, wenn das Futter erkauft werden sollte, dem Landwirthe viel zu hoch zu stehen komme, daher lieber durch wohlfeilere Düngersurrogate ersetzt werden müsse. uci s) Die Laubfütterung hat sich nach einstimmigen Aussagen als ein treffliches Surrogat bewährt. Ueber den Nahrungswerth des Fut¬ terlaubes waren die Meinungen getheilt, so wie auch über die Kosten für dessen Anfertigung, nachdem in demselben mehr oder weniger holzige Theile vorhanden waren, und nachdem dasselbe vom älteren oder jüngeren Holz¬ werke, auf diese oder jene Art verfertigt worden war, worüber die Wider¬ sprüche durch fernere Erfahrungen ins Reine zu bringen waren. Von was für Art Bäumen das Laub den Schafen das zuträglichste sey, vereinigte man sich dahin, daß Efpen, Bruchweiden, Linden, Ahorn, Eschen und Birken das beste Laub geben, minder aber Weiden und Erlen und noch weniger Eichen und Buchen. Man bemerkte dabei keinen nach¬ theiligen Einfluß auf Gesundheit und Wollebeschaffenheit der Schafe, nur Herr Bartels wollte behaupten, daß selbe an Milde verliere. Ferner wurde eine Abhandlung über Kammwolle, derlei Schafe und Gespinnste von dem Gräflich Waldstein'schen Generalbevollmächtigten, Herrn Vr. Marterer, vorgelefen und eine Reihe von Wollproben der München- grätzer Kammwollschafe, nebst daraus gefertigten Eespinnsten, von der Ver¬ sammlung in Augenschein genommen, wie auch derselben die zur Beurthei- lung eingesendeten übrigen Wollmuster vorgezeigt. — Ferner ein Aufsatz des Herrn Burggrafen Haj ek, über das Entstehen der Drehkrankheit bei Scha¬ fen; dann eine Mittheilung des Herrn Wirthfchaftsraths von Ritters¬ feld, über die nachtheiligen Folgen des Genusses von Heu, in welchem die Herbstzeitlose vorhanden war; endlich eine Mittheilung des Herrn Wirth- fchafksraths v. Petri, über die sogenannte Wollseide, zum Vortrag gebracht und zum Druck in der Gesellfchaftszeitschrift überwiesen. 87 Am 11. Mai fand die Generalversammlung der k. k. mähr, schles. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur und'Landeskunde, unter Vorsitz ihres Cucators, Sc. Excellenz des Herrn Landcsgouverneurs Herrn Grafen Ugarte, Statt. Sie wurde mit der Vorlesung des Generalberichtes über ihre gepfloge¬ nen Verhandlungen, ihren Personal - und Vermögenszustand und über ihre Geschäftsbesorgung eröffnet. Hierauf folgten einzelne Vorträge, worüber Erörterungen und Bespre¬ chungen Statt fanden, und zwar: Se. Excellenz der Herr Landesgouverneur brachte den Anbau des Tabaks zur Sprache, welcher nach Meinung der meisten anwesenden Mit¬ glieder allerdings in den südlichen flachen Gegenden Mährens mit Vortheil Statt finden könnte, wenn nur vorerst die Modalitäten so bestimmt wür¬ den, daß auf einer Seite das Staatsmonopol keine Beeinträchtigung erlei¬ de, und auf der andern dec Erzeuger nicht solchen Belästigungen ausgesetzt wäre, durch welche er des größeren Theils seines Ertrags verlustiger würde, welcher Gegenstand noch durch fernerweitige Verhandlungen zwischen dec Gesellschaft und der betreffenden Staatsbehörde ins Meine gebracht werden müßte. Se. Excellenz geruhten ferner die P rämienve rt Heilung auf die Nindviehzucht, welche die Herren Stände Mährens aufzuheben, oder vielmehr zu andern ähnlichen Zwecken zu verwenden wünschten, zur Sprache zu bringen, über deren Nützlichkeit die Meinungen sehr getheilt geäußert wurden, von vielen aber dahin ausliefen, daß das Geld auf den Ankauf von Zuchtstieren für jene Gemeinden, welche dessen am meisten benöthigten, verwendet werden möchte, welche Meinung aber auch Widerspruch fand. Se. Excellenz brachten nun die Löser dörre zur Sprache, welche Hierlandes seit dem Jahre >83a bei dem Rindviehs so viele und große Ver¬ luste hervorgebrachr habe, mit dem Bedauern, daß man noch immer kein Mittel kenne, um mit selbem dieser Krankheit entgegen zu treten, und daß in der Absonderung des gesunden Viehes und strenger Bewahrung desselben vor der Ansteckung allein das Heil zu suchen sey, welches durch die Aeuße- rung Sr. Excellenz des Herrn Gesellschaftsdirectors, Grafen von Zierotin, aus eigenen und fremden Erfahrungen bestätiget, so wie auch von Sr. Ex- cellcnz dem Herrn Gefellfchafts-Curator zur weiteren Bekräftigung ange¬ führt wurde, daß in Lundenburg dieser Pest schon in 1» Tagen abgeholfcn gewesen, indem man das davon befallene Vieh alsogleich getödtet und sich wechselseitig entschädigt habe, welcher Maßregel sich die Anwesenden beinahe einstimmig beifällig und dahin äußerten: daß zu wünschen sey, es mochten sich zu diesem Zwecke hierlairdes, wie bereits hie und da im Auslande der 8aU ist, wechselseitige Versicherungsgesellschaften bilden. 88 Auch wurde von Sr. Excellenz die Benützung der Lau bst reue zur Düngcrerzeugung zur Sprache gebracht, welche früher schon in gebirgi¬ gen Gegenden, vorzüglich aber in den letzteren trockenen Jahrgängen, ihre Anwendung gefunden habe, woraus jedoch die Besorgnisse, daß selbe dem Waldstande nachthcilig werden könnte, hervorgehen. Auch darüber war man der einstimmigen Meinung, daß die Laubstreue nur unter angemessenen Beschränkungen der Landwirthschaft zu Hilfe kom¬ men dürfe, durch welche die Waldungen vor dießfälliger Beschädigung ver¬ wahrt würden, daß übrigens dieses Strcusurrogat eine wünschenswerthe Aushilfe der Landwirthschaft in solchen Jahrgängen und Gegenden gewähre, wo nicht zureichendes Stroh zu diesem Zwecke erzeugt werde. Endlich Aeußerte Se. Excellenz der Herr Landesgouvcrneur und Gesellschafts- Eurator den Wunsch, womit das vorhandene und unter Obsorge der Acker¬ baugesellschaft stehende Franze ns museum gemeinnütziger gemacht, zu dem Ende ein Lesezimmer eröffnet, auch ein Besprechungszimmer bestimmt und unter gehörige Aufsicht gestellet, wie auch mit dem Erforderlichen ver¬ sehen werde; welches über Entgegnung der Ackerbaugefellschaftsvorsteher, daß ihnen zur Bestiftung einer solchen Anstalt nicht zureichende Mittel zu We- bothe ständen, die Aeußerung der anwesenden Mitglieder der mährischen Herren Stände zur Folge hatte, daß die mährischen Herren Stände ge¬ neigt seyen, insofern ihnen hiezu die allerhöchste Bewilligung zu Theil wür¬ de, den erforderlichen Beitrag zu dieser gemeinnützigen Anstalt zu leisten. Es wurde weiter von dem Herrn Secrctäc Lauer gemeldet, daß die von der Ackerbaugesellschaft vorgelegte Preisfrage über Aufbewah¬ rung der Früchte aus ergiebigeren Jahrgängen für minder ergiebige, nicht zur Genüge beantwortet, daher die dicßsällige Frist verlängert worden sey. Ferner wurde von demselben die Erzeugung des Erdäpfelstärk¬ mehls und dessen Aufbewahrung in Fässern, oder weitere Verarbeitung zu allerlei Nahrungsproducten, zur Sprache gebracht, und über das Resultat der, zu Folge einer Eingabe an die k. k. Ackerbaugesellschaft von den ordent¬ lich beisitzenden Mitgliedern, Herrn Baron von B a rt e n st e i n, und Herrn Wirthschaftsrathe Hirsch, auf den Herrschaften Knönitz und Straßnitz veranlaßten Versuche, auf möglichst einfache uno äußerst wohlfeile Weise Kartoffelmehl zu gewinnen und hieraus Brod zu bereiten, unter Vorlage von dießfälligen Proben Bericht erstattet und verhandelt, wobei besonders die Herren Baron B a rt e n st e in , Wirthschaftsrath Hirsch, I)r. L e i n dl, Herr Prälat Napp, von St. Thomas, endlich Herr Professor Nestler, auftcaten und verschiedene dießfällige Beispiele von Stärkmehlerzeugung, aus Erdäpfeln, Verfertigung anderer Products aus diesem Stärkmehle und dessen nützliche Verwendung zu allerlei Speisen und Gebäcken anführten, sr- worunter jedoch das aus lauter Erdäpfeln erzeugte Brod wenig Beifall fand *). Dieser Verhandlung folgte eine Anzeige über mehrere Zweige landwirth- schaftlicher Industrie auf den Besitzungen des correspondirenden Mitgliedes Herrn Grafen von La risch Münich, vom Herrn Generalsekretär Sta¬ nek, dann eine derlei über Verjüngung des Buchenhochwaldes durch Be¬ samung und Lichtschläge, von dem correspondirenden Mitglieds Herrn Ober, forster Schwarz. Noch scheint dem Berichterstatter eine Abhandlung des böhmischen Guts¬ besitzers, Herrn Kall ina von Jäten st ein, von der Art, daß er nicht unterlassen kann, dieselbe hier auszugsweise mitzutheilen. Der Titel derselben ist: „Was können wir aus den trockenen Jahren 1824 und 1835 in land wirth schriftlicher Rücksicht lernen?» Der Inhalt dieser Abhandlung ist folgender: Halm - und Hülsenfrüch¬ te haben uns verlassen, die Wiesen sehr schwach gelohnt, nur die Erdäpfel noch einigermaßen treu, konnten aber doch nicht das gewöhnliche Futter er» setzen; — der Viehstand mußte vermindert werden, denn der Ankauf von Futter war, wegen Mangel und zu hohen Preisen, nicht leicht möglich; kann und Hal sich der Mensch von so manchen Folgen unabhängig gemacht, so wird es ihm vielleicht auch hier gelingen. Gegen Hungersnoth unter den Menschen sey für immer durch die Erdäpfel gesorgt; wie aber könne das gegen Viehhungersnoth geschehen? — Nun zahlt er seine geringe Fechsung, verglichen zu der in früheren Jahren, auf, berührt alle neu angewendeten Futter und Sfreumittcl (Häcksel, Mischung, Aeste von Nadelbäumen zur Streue, so auch Erde, — im Schafstalle 8 bis 10 Zoll Erde,— dann die Aest- chen, dann Streue); der Futterbau, die einzige Luzerne ausgenommen, sey gänzlich fehlgeschlagen, doch sey ihm das Futterkocn (der Roggen) im Herb¬ ste angebaut, jund im Frühjahre als Grünfuttcr verfüttert, vorzüglich zu Statten gekommen, so wie die Erdäpfel. Als Surrogat habe ec auch den Gauchheil zu Futter mit gutem Gedei¬ hen des Viehes angewendet Im Winter habe er Tannen - und Fichten- ch Der Gefertigte muß hier zugleich anführen, daß hierlande- dis Erzeugung d e s Zu¬ ckerst) rups aus Erdäpfeln, ini Großen auf der Herrschaft Datschiy seit mehreren Jahren, auf der Herrschaft Bu dischau von deut Freiherrn von Paratta seit vorigen Jahrs, und eben so in einem großen Maßstabe ans der Herrschaft Visenj von dem dor¬ tige» überamtmanne, Herrn D e m sch e r, betrieben, wie auch, daß ein solches Etablissement dermal auf der Herrschaft Voskowitz errichtet werde. so reifer gefüttert; im Frühjahre, da bei jenen der Saft schon eintrat, haben diese den Buchenzweigen Platz gemacht; auch habe sich ihm die Quecken- Wurzel sehr nahrhaft erwiesen. Deßgleichen mache er auf das Erdäpfelkraut aufmerksam, das auch getrocknet, mit Stroh zu Häcksel geschnitten, verfüt¬ tert wurde. Ferner trete bei so trockenen Jahren Mahlnoth ein; er rathe daher, im Winter Vorrälhe mahlen zu lassen, wo zugleich die Abfälle für das Vieh das trefflichste und gelegenste Futter geben. Durch die vorhergegangene Dürre sey die obere Ecdschichte ganz ausge¬ trocknet, die Gcaswurzeln abgestorben, daher Bewässerung der Wiesen höchst nothwendig. Ferner sey das Jahr 1835 und 1836 eine wichtige Lehre, da die Prei¬ se nicht gestiegen, ja noch mehr fallen, daß die Erzeugung und der Vor¬ rath den Bedarf des Getreides weit übersteige, dieses durch die Communica- tionsstraßen, durch die so bedeutenden Fortschritte in der Oeconomie noch mehr vermehrt werde; er rathe daher, statt eines Theiles von Getreide, Gewächse zu bauen, die wir aus dem Auslande beziehen müssen, mehr Schlachtvieh zu ziehen und Jndustrialgewächse zu bauen, besonders aber auch die Aus¬ pflanzung des Maulbeerbaumes; der Ertrag wäre sehr bedeutend, und wenn es in einigen Gegenden geschehen könne, warum nicht auch in andern, die ihm dieselben Bedingungen gewähren. Hierauf hielt Herr Or. und Professor Nestler einen Vortrag über die nöthige Vorsicht bei Anwendung artesischer Brunnen auf die Landwirthschaft, wobei er auf die dießfällige Unsicherheit des Erfolges und nöthigen Kosten aufmerksam machte, worüber gleichfalls Discussionen Statt fanden, bei welchen zwar die möglichste Ausdehnung der Bewässerun¬ gen für wünschenswerkh anerkannt, aber nur in sehr wenigen Fällen durch Lohrbrunnen ausführbar befunden wurde. Brünn den 23. August 1836. 1>I Bericht*) über die Verhandlungen der k. k. Gesellschaft zur Beförderung der Landwirthschaft und Industrie in Kärnten, bei ihrer allgemeinen Versammlung am 4. Juli 1836. Vom Or, Hlxbek, k. k. Professor der Landwirlbschaflslehre und Naturgeschichte am k. k. Lyceum zu Laibach, als Devutirten der k. k. Landwirchschafts- Geselljchaft in Kram- ^ll5s gibt wenige Erscheinungen im menschlichen Leben von so reeler und erhabener Bedeutung, als die ist, wo sich Menschen — von Vaterlandsliebe durchdrungen — von verschiedenen Gegenden, ja! ost von jentsernten Pro¬ vinzen vereinigen, um ein Schärflein zur Errichtung jenes Gebäudes beizu- lragen, das den Namen Wohlstand führt, und in dessen Gemächern die Vaterlandsliebe wohnt. — Einen schonen Beweis dieses Strebens gab die kärntnische,Landwirth- schafts-Gesellschaft bei ihrer letzten allgemeinen Versammlung, welche unter dem Vorsitze des erhabenen Macenas alles Schönen und Guten, des ober¬ sten Protectors derselben, Sr. kais. Hoheit des Erzherzogs Jo¬ hann rc. abgehalten und verherrlicht wurde, und zu welcher sich die Herren Präsidenten der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Wien und Laibach eingefunden haben. Nicht Sucht nach Schmuck in der Darstellung hatte die Feder und die Zunge der Sprechenden geleitet, sondern Vaterlandsliebe, Offenheit und das Streben nach der Wahrheit, dem Entzwecke jeder menschlichen Thätig- keit, waren die Charaktere ihrer Aufsätze, war das Geschmeide, welches die Brust der rastlosen Kärntner zierte. —> Nachdem der Präsident dieser Gesellschaft, Herr Georg Mayer, Fürstbischof von Gurk, eine summarische Uebersicht der, seit der letzten all¬ gemeinen Versammlung am 19. Mai v. I. verbandelten, vorzüglicher» Ge¬ genstände geliefert hat, ist zu den Verhandlungen übergegangen worden. Der Umstand, das, die Verhandlungen unserer Schwestergesellschaft bald im Druck er¬ scheinen, und der uns igen ohnehin communicirt werden, hat den Berichterstatter veran¬ lasst, bloß das Wesentlichste und WiffcnSwcrthestc aus den fraglichen Verhandlungen nnr- »nkheilcn. SL Das Wesentlichste und Wichtigste der Verhandlungen soll hier in der¬ selben Ordnung folgen, wie sie in dem Programm erscheinen. I. Der Kanzler dieser Gesellschaft und Professor der Mathematik und Landwirthschaftslehre, Herr Mathias Achazel, hat mit einer wahrhaft humoristischen Feder den gegenwärtigen Zustand der Gemeinweiden in Kärn¬ ten geschildert, und die Herren Mitglieder auf die Vertheilung derselben thätigst einzuwirken aufgefordert. Die Mittel, die zu diesem Ende in Vorschlag gebracht wurden, sind: Itens. Die Genehmigung von Seite der Staatsverwaltung, daß die Eemeinweiden nach einem einfachen, nicht kostspieligen Maßstabe, selbst in dem Falle vertheilt werden, wenn auch nur die geringere Anzahl der Inter¬ essenten dieselbe fordern sollte; 2tens. Begünstigungen *) der urbar gemachten Weiden, z. B. durch Nachlaß des Zehents rc., und Stens. Aufmunterungen durch Belobungen, durch Beispiele und durch die Ertheilung der Ebren - Medaille der Gesellschaft. In demselben Vortrage hat der Herr Kanzler dargethan, daß sich seit den letzten 50 Jahren die Laudwirthschaft in Kärnten durch den ausgedcbn- ten Futlerbau, namentlich aber durch die ausgedehnte Cullur des Kuku- rutz als Futterpflanze, ungemein gehoben habe — In einem zweiten Vorträge hat dec Herr Kanzler die Herren Mitglie¬ der zum vermehrten Anbau verschiedener Handelspflanzen aufgefordert, da wegen der immer fortschreitenden Verbesserung des Getreidebaues die Ge- trcidepreise sich sonst so niedrig stellen dürften, daß sie die Culturskosten nicht mehr bezahlen **). Sollte die Verordnung vom u6. März 1769, vermöge welcher dis Gemcinwcidsn, wen» sie zur nutzbaren Cullur gebracht werden, Lurch 3o Jahre von der Zchententrichtung be¬ freit sind, in Kärnten nicht in Wirksamkeit seyn? (Siehe Hauers UnterthanSwcscn B. 3 S. ") Der Herr Kanzler geht hier von der Voraussetzung aus, das, Kärnten mit dem selbst er¬ zeugten Getreide Len Bedarf decken könne. Ich erlaube mir hier die Bemerkung bcizu- fiigen, daß ich daran nicht zweifle, daß es kann, wohl aber, das; cs gegenwärtig noch nicht geschieht, da Getreide (kroatisches) und vorzugsweise Mehl fast die einzigen Pro¬ ducts find, welch- aus Krain nach Kärnten in nicht unbedeutender Mengs cingesührt werden. Unter den vorgcschlagenen Handelspflanzen dürfte der Krapp eine bcsouLcre Beachtung verdiene», denn: »teils. Ist bereits die Cnttur dieser Pflanze in Käruren begründet. »S II. Bon hohem Interesse für die Eisenindustrie Kärntens waren die Vor¬ träge deS Egger'schen Gütcrinspectors, Herrn Jacob Scheliesnigg. In dem einen Vorträge hat er die Eisenindustrie Kärntens statistisch dargestellt, und zugleich mit vieler Mühe und großer Sachkenntnis darge- tlmn, daß das kärntnische Eisen mit dem englischen, russischen und schwe¬ dischen keine Concurrenz auf auswärtigen Plätzen aushalten könne. In seinem zweiten Bortrage hat der obbenannte Herr Inspektor mit besonderer Wärme nicht nur die Hindernisse, welche dem Aufblühen der kärntnischen Eisengewcrke im Wege stehen, sondern auch die Mittel, die anzuwcndcn wären, um nicht nur die fraglichen Hindernisse zu beseitigen, sondern auch, um die Eisengewerke Kärntens auf jenen Grad der Vollkom¬ menheit zu erheben, dessen sie, vermöge der örtlichen Verhältnisse, fähig sind, auseinandergcsctzt. Zu den Hindernissen rechnet Herr Scheliesnigg: t) Das wechselseitige Mißtrauen, welches unter den Eewerbsinhabern besieht, verbunden mit einer eigennützigen Geheimniskrämerei; und 2) den Mangel an Bildung bei den gemeinen Arbeitern * *). Zu den fraglichen Mitteln rechnet Herr Scheliesnigg: Itens. Die Bildung von Vereinen unter den Gewerksinhabern, wie sie in Schweden, Steycrmark und selbst in Kärnten bei den Bleigewerken bereits bestehen; 2tens. die Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse, welche auf Eisenin¬ dustrie Bezug haben, durch die Earinthia; stens. Ist durch vielfältige Versuche der Gebrüder Ritter v. Moro dargethan, daß der einjährige Krapp eben so brauchbaren Färbestoff liefere, wie der zwei- und dreijähri- ge. Daher kann er ohne Schwierigkeit in jeden Turnus ausgenommen werden. 3tei>s. Ist der Preis des Krappes pr. Centner in den letztverflossene» 3o Jahren nie Unter io fl. gesunken. Und HtenS. Ist sein Absatz sicher, wenn der einheimische Krapp einmal accreditirt ist, da jähr¬ lich über Triest an Avignoner-Krapp mehr wie 10,000 Centner cingcführt werden. Nach der Aussage des Herrn Ritters Anton v. Moro sind durch Klagenfurt lallein in Verlauf von 7 Monaten 3lfvo Centner Avignoner-Krapp durchgeführt worden. — 2»t Jahre i835 wurden bei dem Hauptzollamte in Laibach 1098 Centner 21 Pfund Krapp verzollt. — Mehr als das Zehnfache geht aber als Transits-Waare ohne Verzollung Lurch. Auch werden im Drauthale der Leindotter (N^agnum sativum) und der Lein in bedeu¬ tender Ausdehnung, besonders letzteres, cultivirt. *) Mangel an Capikalien, um sich entsprechende Maschinen anschaffen zu können, und das Hängen an dem Herkömmlichen müssen um so mehr hieher gerechnet werden, als Kärn¬ ten, ungeachtet der Ergiebigkeit und guter Qualität der Erze, des wohlfeilen Brennma¬ terials und des geringen Arbeitslohnes, in Vergleich mit andern Provinzen lind Staa¬ te», mit seinem Eisen keine Conciirrenz aushalten kann. r>4 ItenS. die Errichtung einer technischen Schule, und qtens. die Bemühungen der österreichischen Consuln, welche nicht nur in der Darstellung des Handels der einheimischen Eisenproducte auf aus¬ wärtigen Platzen, sondern auch in der Mittheilung der Hindernisse, welche dem Absätze der obenerwähnten Producte im Wege stehen, bestehen sollen. III. Herr Thomas v. Lanner, Besitzer des Gutes Krumpendorf, hat s) über die Fütterung des Hornviehes, mit Rücksicht auf die vorthcil« Hafteste Verwendung der Futterstoffe, und K) .über den Einfluß des atmosphärischen Wafferniederschlages auf das Gedeihen der Pflanzen gesprochen. Die Erfahrungen, die Herr v. Lanner in Betreff des ersten Gegen¬ standes gemacht hat, bestehen im Folgenden: stens. Daß das gedämpfte Futter bei Arbeits-, dagegen das abgebrü- hete bei Nutzthieren mit dem besten Erfolge angewendet werden könne *); 2tens. daß die, mit abgebrühetem Futter genährten Thiere täglich we¬ nigstens 6 Pfund Rauchfutter (Heu) erhalten müssen, wenn sie nicht von der Trommelsucht heimgesucht werden sollen **)> Stens, daß das sogenannte Eonservations-Futter (d. i. dasjenige Fut¬ ter, welches das Thier täglich erhallen muß, um in demjenigen Zustande er¬ halten zu werden, in dem es sich befindet) an Heu ih/z A des lebenden Gewichtes betrage,' also, daß ein Ochs von 1voo Pfund lebenden Gewich- *) Hcr>Ä v. Lanner's Behauptung, daß keim Dämpfen die nährenden Bestandtheile bloss aufgeweicht, entbunden, dagegen beim Abbrühen getrennt und neu verbunden werden, bedarf einer Nachweisung. Die Vortheile des Abbrühens bestehen nach ihm: ikens. In der Ersparung an Futter. (Wie viel wird erspart?) 2tens. in der Aufweichung der thierischen Organe, insbesondere der Haut und des Zel¬ lengewebes ; Stens. in der Düngervermehrung, und chens. in der Möglichkeit, selbst zahnlose Thiere mit Dortheil mästen zu können. Ein HWhriger <)chs, den v. Lanner mit abgebrühetem Futter mästete, hat um i-jo Pfund an Gewicht zugcnommen, während die Zunahme bei ganz mastfähigen Ochsen im Durchschnitte bei ihm nur i5o Pfund beträgt. *') Herr v. Lanner reicht täglich 8 Pfund Heu, und seine Thiere bleiben recht gesund. S» lange er seinen Mastochsen weniger als 6 Pfund reichte, sind sie häufig von der Trom¬ melsucht befallen worden. Bei dieser Krankheit werden von ihm die Sydenham'schen Tropfen mit dem beste» Erfolge angewendet. Sie werden in einem Seidel Branntwein eingegebcn, welchem ein Seidel Milch folgt, um seine Schärfe zu mildern. Nach einge¬ nommener Medici» wird das Thicr -erumgeführt. les täglich 15 Pfund Heu erhalten müsse, wenn er weder ab - noch zuneh¬ men soll. Utens, daß Ochsen, welche 1000 Pfund Sporco- und 400 Pfund Net¬ to-Gewicht haben, in 4 Monaten, bei einer Consumiion von 44 Centner Heu, um ISO Pfund Fleisch mit 25 A Fett zunehmen *), und Stens, daß mit 70 Centner Heu in 7 Monaten nicht mehr Fleisch und Fett erzeugt werden kann, als mit 44 Centner in 4 Monaten. — In Betreff des zweiten Gegenstandes hat Herr v. Lanner die klima¬ tischen .Verhältnisse Klagenfurts, gestützt auf 25jährige meteorologische Be¬ obachtungen, welche Professor Achazel anstellte, dargestellt, und mit einer großen Umsicht nachgewiesen, bei welchem Wärmegrade und bei welchem Niederschlage aus der Atmosphäre die verschiedenen landwirthschafllichen Pflanzen gedeihen, und bei welchem sie mißrathen. Dadurch hat v. Lanner nicht nur Len Landwirthen einen bedeuten¬ den Dienst erwiesen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Physiologie der Pflanzen geliefert. IV. Herr Anton Ritter von Moro hat die Resultate der in Viktring und Klagenfurt fortgesetzten Cultur des Krappes vorgetragen **). Sie sind folgende: itens. Daß der Ertrag pr. niederost. Joch an trockenen Wurzeln von einjährigem Krappe 12 — 15 Centner betrage; 2lens. daß sich die Cullurskosten pr. Centner trockener Wurzeln auf 6 fl. so belaufen, und Stens, daß die einjährigen'Wurzeln eben so guten Färbestoff liefern, wie die zwei- und dreijährigen vom .Elsässer, holländischen und Avignoner Krappe ***). Da in einem solchen Falle das Conservations-Futter 18 Centner beträgt, so sind 26 Centner Heu zur Erzeugung von >5o Pfund Fleisch und Fett verwendet worden. Wird das Fett in Abschlag gebracht, dann sind 2Z Centner Heu erforderlich, um l Centner reines Fleisch zu produciren. Dieser Vortrag ist als eine Fortsetzung desjenigen Aufsatzes auzusehcn, welcher sich in den Verhandlungen und Aufsätzen der Wiener k. k. Landwirthschafes-Gesellschaft B. 2., H. 2, S. 128 — 129 befindet. '") Herr v. Moro legte der Gesellschaft Vaumwollzeuge, welche mit dem einheimischen, einjährigen Krapp gefärbt worden sind, zur Einsicht vor. Nach dem Urtheile der Sach¬ verständigen ist kein Unterschied zwischen der Sarde Les einheimischen, und der Les aus¬ ländischen 2 — 3jährigen Krappes. v 6 v. v Die Bemerkungen des k. k. Berggerichts-Assessors, Herr Michael Layer, über das Verhalten der vorzüglichsten Steinkohlen-Ablagerungen in Kärnten waren in geognostisch-geologischer Beziehung von hohem Interesse, und dieß nm so mehr, als Herr Layer den Gegenstand mit wissenschaftlicher Stren¬ ge behandelte. Die vorzüglichsten Punčke dieser Bemerkungen Wäreit: Ilens. daß die in Kärnten vorkommenden Kohlenlager der tertiären Formation, und zwar der dritten On?ppe derselben, nämlich der Molasse angehören, und daß nur ausnahmsweise Kohlenablagerungen in der sekun¬ dären Formation angetroffcn werden; 2tens. daß die Lager regelmäßig horizontal streichen; Stens, daß außer der Braunkohle und dem bituminösen Holze nur bei Feistritz, wo das dortige Kohlenlager als Fortsetzung des Sagnitzer Kohlen¬ lagers erscheint, eine Kohle vorkomme, die das Mittelding zwischen den ebenerwähntcn Kohlenarten ist *); Utens. daß das Streichen der Kohlen in)Schiefer (?) erfolge, und daß nur bei Prewali der sogenannte Uebergangsschiefer verkomme; und Stens, daß den, in Kärnlen gewonnenen Kohlen Schwefelkies beige¬ mengt sey, und Laß die bei St. Veit vorkommenden auch Bernstein mit sich führen. VI. Der Verwalter der Herrschaft Hüngerbrun, Herr Themas Khockhal, hat seine Erfahrungen, die er bei der Parung des Rindes gemacht hat, der Gesellschaft mitgetheilt. Das Wissenswertheste derselben besteht im Folgen¬ dem : itens. Daß von 30 mit Gewalt belegten Kühen nur 2 mit Erfolg belegt wurden; 2tens. daß bei 130 Kühen die Tragzeit zwischen 262 — 309 Tagen wechselte **); 3kens. daß sich die Zahl der männlichen zu der der weiblichen Kälber verhalle wie 23 : 21, und atens. daß die Kühe mehr weibliche, wenn sie im Winter, dagegen mehr männliche Kälber zur Welt bringen, wenn sie im Sommer belegt werden. ') Wahrscheinlich ist es der Ucbergang des bituminösen Holzes in die Braunkohle. Im Durchschnitte dauert die Tragzeit bei Kühen 278 Tage. VII. Uebcr die Frage, ob kn Kärnten die Einführung einer Walbordnung iiothwendig, und ob im Bejahungsfälle nicht die nieberö'st. Waldordnung den 1813 cinzuführen sey, haben sich die Herren Mitglieder nicht vereinigt, sondern cs bildeten sich zwei Partheien, von welchen die eine diese Frage vom landwirthschaftlichen (und nationalöconomistischen), Lie andere aber dom rein montanistischen Gesichtspunkte aufsaßte. Herr Ritter Franz von Müro, an der Spitze der landwirthschaftlichen Parthei, erklärt die schlechte Bewirthschaftung der Wälder in Kärnten als eine Folge des Unwerthes der Waldproductc, und meint, daß die schlechte Bewirthschaftung der Forste von selbst verschwinden werde, sobald die Wsld- prvducte einen angemessenen Preis erhalten *). So lange aber dieses nicht erfolgt, können die Waldungeü daS zur Exequirung einer Walbordnung erforderliche Personale nicht bezahlen, und dieses um so weniger, als nicht ausgedehnte Forste einem einzigen Besitzer angehören, und als nicht zu erwarten ist, daß von dem hohen Aerario dis Waldaufsichlskosten bestritten werden. Nach Herrn Ritter v. Moro wäre eine Beschränkung in der Be¬ nützung des Waldbodens nur dann cinzufübren, wenn derselbe in Weideland umgewandelt würde, weil in einem solchen Falle der Waldboden weder als Weide noch als Wald eine angemessene Rente abzuwerfen im Stande sey. Für den Fall aber, als der Wald in Acker- oder Wiesenland umgewandclt wird, sollen bei dem Umstande, als Kärnten ohnehin zu viel Waldboden besitzt, dem Eigenthümer keine Schranken in der Benützung seines Grund und Bodens gesetzt werden, und dieses um so weniger, als solche Beschrän¬ kungen, ohne durch den Drang der Umstände zu denselben genö'thiget zu sepn, alle Rechtsprinzipien verletzen und mit den nationalöconomischen Grund¬ sätzen in einem directen Widerspruche stehen **). Die montanistische Parthei, an deren Spitze sich der Administrator dec fürstl» Noscnbcrg'schcn Güter, Herr Anton Volleritsch, befindet, geht von der Ansicht aus, daß Kärntens Reichthum in den Gewerken bestehe. — *) Da sich VaS Plündern der Forsts beim Unwerthe der Waldyroduct« lohne, wird «S sich nicht noch mehr lohnen, wenn die Waldproducte einen angemessene» Preis erhalten s (Vorausgesetzt, daß die Univirthe bloße Servituts-Berechtigte bleiben). »') Der Boden ist die erste Güterquclle. Diesem die größtmögliche Menge Guter abzugc« Winnen, ist die Aufgabe einer jeden Nation. Kann wohl i» einem Lande, wo dieWald- product« fast zum Unwerthe herabgcsunken sind, und wo an Getreide nicht so viel er¬ trugt wird, um den Bedarf zu decken, noch die Frage aufgeworfen werden, ob dem Pri¬ vaten zu gestatten sey, einen Waldbodcn, der nach seiner Berechnung als Acker- oder Wiescnland eine» höher» Nutzen abwirft, in die letzter» Guitursarten umzuwaudeln? Annalen der k, k, LandwirthschaftSg. In Laibachs »8 Um nun diese Güterquelle nicht nur zu erhalten, sondern ergiebiger zu ma¬ chen, muffe man vor Allem dafür Sorge tragen, daß die Gewerke das be- nöthigte Brennmaterial leicht und um einen geringen Preis erhalten können. Won dieser Ansicht ausgehend fordert die montanistische Parthei: itens. Daß alle, einer forsiwirhschaftlichen Benützung des Waldbodens und einer öconomifchen Verwendung der Waldproducte entgegenstehendcn Hindernisse beseitiget werden; 2tens. daß der gegenwärtig bestehende Waldboden als solcher erhalten; und Stens, daß eine, für die Verhältnisse Kärntens angemessene Waldord¬ nung eingeführt werde. Herr Volle ritsch hat diese drei Puncte mit großer Umsicht durchge- sührt. Doch dürfte der zweite Punct von Seite der hohen Landesstelle um so weniger beachtet werden, als bei der großen Ausdehnung des Waldho- denS in Kärnten häufig solche Waldungen angetroffen werden, die mit Vor- theil in eine andere Eultursart umgewandelt werden können. VIII. Herr Ritter Thomas v. M o'r o hat der Gesellschaft einen gründlich ab¬ gefaßten Bericht über die Ncsultare der Zuckererzeugung aus Runkelrüben zu Viktring und Krumpendorf, als Fortsetzung des dießfälligen Berichtes vom vorigen Jahre *), mitgelheiit. Diese Resultate sind: Itens. Daß die Runkelrüben auf einem (lehmigen) Sandboden sehr gut gedeihen, und einen Ertrag von 250 Eentner per Joch abwerfen; 2cens. daß erfrorene Runkelrüben ebenfalls zur Zuekerfabrikation geeig¬ net erscheinen; nur müssen ssie schnell verarbeitet werden, weil sie leicht in Fäulniß übergehen, und den nicht erfrorenen das faulende Ferment mit- theilen **); Stens, daß der zur Zeit einer sehr niedrigen Temperatur gewonnene Zucker stark mit Melasse versehen war, von der er durch das Waschen mit reinem Wasser befreit werden mußte *^*), und Siehe die Verhandlungen und Aufsatze der Wiener k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft 2te§ Heft, B. 3., S. 128. ") Ma» muss jedoch bei erfrorenen Rüben LieDorsicht »»wenden, Lag sie langsam aufthauc». Die Runkelrüben müssen bis zum Erwachen des Keimtriebcs verarbeitet werde». Denn haben die Runkelrüben in dem Aufbewahrungsorte gekeimt, dann vermindert sich ihr Zuckergehalt (wahrscheinlich aus dem Grunde, weil der Zucker jur Entfaltung und Er« Haltung des Keimlings verwende! wird), wahrend sich ihr Salpetergehalt vermehrt. o» atenS. daß zu Biktring aus los Pfund Rüben 5 Pfund 13 Loth., und zu Krumpendorf bloß 5 Pfund Rohzucker gewonnen wurden. IX. Endlich haben: Herr Khackhel über die Fadenwürmer der Lämmer, und Herr Ritter Eduard v. Myro über die Verfertigung von zweckmäßi¬ gen Kammrädern, nach vorgelegten Zeichnungen, gesprochen. Nach aufgehobener Sitzung wurden Se. kaiserl. Hoheit der Erz¬ herzog von dem,- größer» Theile der Mitglieder zu Sr. fürstlichen Gna¬ den, dem Präsidenten dieser Gesellschaft, begleitet, wo eine glänzende Tafel Statt fand. Bei derselben wurde ein enthusiastisches Lebehoch unserem al¬ lergnädigsten Monarchen und dem erhabenen Beschützer alles Guten und Schönen, Sr. kais. Hoheit dem Erzherzog Johann rc., dargebracht. Nach der Tafel verfügten sich S e. kais. Hoheit in den fürstbischöfl. Garten, wo H öch std i e se l b e n mit angestammter Herablassung sich mit mehreren Mitgliedern über die verschiedenartigsten Gegenstände besprachen. Den andern Tag haben Se. kais. Hoheit, auf ihrer Reise nach Gastein, die Mastungsanstalt und die Zuckerfabrik des Herrn v, Lannek in Krumpenhorf in Augenschein zu nehmen geruht. Analysen nachfolgender Boden-Arten Krains. Do» vr, Hlubek, r. k. Professor der LaiidwirthschaftLlehtt an dem k. k. Lyceum zu Laibach. I. Woven dorr ver Laibscher Gdene. 4) >35,33 Steine, von der Größb einer Erbse bis zu ker einer Mittlern Kartoffelnknolle, meistens Kalk und Kieselsteine, 2) 22,39 » Sand , welcher beim Abschlämmen zurückgeblieben ist; 3) 0,52 „ Kohlensaurer Kalk; a) 2,48 „ Humus *), und 5) 41,28 „ Thon, mit einem sehr geringen Antheile von Eisenpe- rox.id-Hydrat. 100,00 Anmerkung: Die Dammcrde ist im Durchschnitte 4" — 6" mäch¬ tig. Der Untergrund besteht aus lauter Sleingerölle. Der geringe Gehalt an kohlensaurem Kalk rührt ,'von der starken Düngung dieses Bodens her. Da durch die Humussäure 'der kohlensaure Kalk zerlegt wird, und der hu¬ mussaure Kalk im Wasser sehr leicht auflöslich ist, so muß der Gehalt an Kalk immer kleiner werden. Von der starken Düngung rührt auch die große Quantität des Humus her. — Dieser lehmige Sandboden, welcher nichts anderes ist, als ein verlassenes Flußbeet des Savestromes, der in der Vor¬ zeit höchst wahrscheinlich in der Laibacher Ebene einen See bildete, erstreckt sich an beiden Usern des eben erwähnten Stromes bis in das Loheiner Thal. Bei den älter» Analysen ist der Gehalt an Humus durch das Brennen der Erde bestimmt werden. Da bei dem Brenne» Wasser verflüchtiget, und kohlcnsaurc Salze zerlegt wer¬ den; so mußte der Gehalt an Humus größer erscheinen, als er wirklich war. LV» II. Nosen von ven Mvachungen ver Mittelgebirge bei Uaihach. (Die analysirte Erde ist von Dobruine). 1^ 11,3 Sand; 2) 2,5 „ kohlensaurer Kalk; 3) 2,91 „ Humus, und 4) 82,29 „ Thon, 100,00 Anmerkung: Die Mächtigkeit der Dammecde ist hier nach Verschie¬ denheit der Elevation sehr verschieden. Am Fuße des Mittelgebirges betragt sie an vielen Stellen 2'. — Die Unterlage besteht meistens aus einem wei¬ chen, dünn geschichteten, bituminösen Mergelschiefer, der sehr leicht verwit¬ tert, und oft mit dem Tafelschiefer eine große Aehnlichkeit besitzt. — Fast das ganze Mittelgebirge Krains besteht aus diesem Gestein, in welchem haustg quarzige Ablagerungen mit schönen Krystallen von rhomboedrischem Quarze vorkommen. Gegen Unterkrain enthalt dieser Mergelschiefer immer mehr Eisenperoxld-Hydrat, wcßhalb der Byden auch immer mehr gelber und bindigec erscheint, III. Woven; n) von ver Sonnenseite bei Weifnitz. 1) is, 6 A Sand (ziemlich grob); 2) 8,45 » kohlensaurer Kalk; 3) 1,14 „ Humus, und 4) 7 4,81 » Thon. 100,00 V) Von ver Schattenseite. 1) 9,1 A Sand, sehr fein; 2) 3,31 » kohlensaurer Kalk; 3) 0,93 » Humus, und 4) 86,66 » Thon. 100,00 ' , ! ,! lt ' l's» 0 LOS Anmerkung: Die Dammerde ist seicht, der Untergrund Kalkfelsen, welche hie und da hcrvorragen und die Bearbeitung sehr erschweren. Dieser stark kalkhaltige Lehmboden (a) wird in Jnnerkrain zu einem Kalkboden, mit einer oft kaum Z" mächtigen Dammerde, und mit sehr vielen Hervor- ragungen von Kalkselsen. An der südlichen Abdachung, der sogenannten steinernen Hochzeit, un¬ weit Reifnitz, kommt sowohl der lehmige als klaiartigc Thonboden vor; er¬ sterer hat eine ziemlich dunkle gelbe, letzterer eine bla'ulichte Farbe. Beide Arten lassen sich sehr gut zu Töpferwaaren verwenden. IV. Woven von Nroisenbach. r) 6,8 A Sand (sehr fein und röthlich); 2) 1,02 „ kohlensaurer Kalk; 3) 1,03 » Humus, und ei) 91,15 „ Thon mit ziemlich viel Eiftnperoxid. Hydrat, wodurch die Cohäfion dieses Bodens sehr erhöht wird. 100,00 Anmerkung: Die Dammerde wird immer mächtiger, wie man sich auf der Abdachung von Krolsenbach gegen Nassenfuß zu begibt; der Gehalt an Humus^nimmt zu, und ter an Eisenperoxid-Hydrat ab, so, daß man erst bei Nassenfuß einen tiefgründigen, milden Thonboden antrifft, der aber keine bedeutende Ausdehnung hat. Die Weingebirge, die sich in dem Naffen- sußer Thale befinden, bestehen aus dem bei II. angeführten Mergelschiefer, V. Movererve von ven, auf vem Lkibscher Moraste befindlichen LM lesen. 1) 25,0 A Humus; 2) 8,23 „ Erde, (als: Kalk-, Kiesel- und Thonerde), und 3) 66,77 » stark verkohlte Holzfaser, welche sich im kohlensauren Kali nicht auslöste. 100,00 R.L. Die Asche vom hiesigen braunen Torfe, dessen specisisches Ge¬ wicht 0'6 beträgt, enthält 86 A erdige, thcils im Wasser gar nicht, theils nur schwer lösliche Theile, als: Thon, Kiesel, Kalkecde und Eisenoxid. Da 100 Theile von diesem Torfe nur 7A Asche geben, so liefert derselbe beim Verbrennen nur 6,02 Proc. erdige Substanz. Wollte man auf 1 Joch Torfboden nur 2 Proc. Erde in der obersten Schichte, zu einer Tiefe von z", durch das Verbrennen des Torfes erzeugen, dann müßte man 1622 Eentner verbrennen. Und um 10 Procent Erde zu erhalten, würden 8060 Eentner Torf erforderlich feyn, also viel mehr, als der zehnte Theil des Gewichtes des Torfbodens, welches hier im Durchschnitte pr. Joch nur 78,326 Eentner betragt, da die Mächtigkeit des Laibacher Torfbodens nur zu 4 Fuß angenommen werden kann. Mit Rückst'^t auf die Bestandtheile läßt sich der Boden Krains in fol¬ gende Haupclafsen bringen: I. Lehmiger Aanvboven. s) Schottriger — loser Sandboden, und i>) kalkhaltiger. Sein Charakter besteht darin, daß er im feuchten Zustande nur bann zusammenhängende Schollen bildet (welche aber beim Austrocknen von selbst zerfallen), wenn ihm nicht viele größere Steine beigemengt sind, sonst rollt er selbst in befeuchtetem Zustande von dem Streichbrette. Er kommt vor¬ zugsweise in den Ebenen von Oberkrain vor; obwohl er hie und da auch in den 2 andern Kreisen angctroffen wird, wie sz. B. bei St, Barthelmä in Untcrkrain. H. Lehmiger Thonvoven. s) kalkhaltiger, und i>) eisenhältiger, ober ockriger. Er bildet zusammenhängende Schollen, die nur durchs öftere Uebereggen zerkleinert werden können. Dort, wo ihm viel Eisenoxid beigcmengt ist, wie z. B. in einigen Gegenden Unterkrains, ist seine Bearbeitung sehr kostspielig. Er kommt vorzugsweise in Unterkrain, (wo er im Reifnitzer Bezirke stellenweise zum klaiartigen, bei Töplitz, Neustadt!, Krupp, Mött- ling rc. zum ockrigenThonboden wird), dann an den Abdachungen dec Mit¬ telgebirge Ober- und Znnerkrains vor. LO-S m. Kalk - Novem s) Lehmiger, —L) sandiger. Ec kommt vorzugsweise in Znnerkrain vor, wo er mif sehx vielen, aus dem Untergründe hervorragenden Felsen versehen ist? IV. Humus over MarschLoven, -) Lehmigex, k) kq lßh älti g e r. Diesen Boden findet man in einer unbedeutenden Ausdehnung an den Usern der Gurf unweit Wördl. — Er verdankt seine Entstehung dem Aus¬ tritte dieses Flusses. Da aber die Gurk häufig austritt, so wird dadurch seine Benützung sehr,.beschrankt. V. Torf-Novm. Er bildet den bekannten, 4 iü Meilen großen Laibachex Morast. — Betrachtet man die Gleba Krains im Ganzen, so find ihre charakteri¬ stischen Merkmale folgende: 1) Seichtheit und Magerkeit der Dammerde; 2) kgrstenactige Hervorragungen des Untergrundes, und S) eine bedeutende Kalk- und Eisenhaltigkeit. Laibach am 15. März 1836. »SS Meteorologische Beobachtungen und lariywirthschaftliche Bemerkungen *) über das Jahr 1835. sLpiz pr. Fr, Hlubek, k. k. Professor der Landwirthschaflslehre und Naturge¬ schichte an dein Li-ceum zu Laibach. ') Lei meinem kurzen Aufenthalte in Laibach war ich nicht im Stande, mir alle jene In¬ strumente herbcizuschaffen, welche genaue, wissenschaftliche, meteorologische Beobachtun¬ gen erheischen. Zudem muhte ich mich in landwirlhschaftlichcr Beziehung blost auf die eigene Wahrnehmung beschranken, da mir keine Berichte über daS Jahr >835 zu Gebo- the standen. Daher hoffe ich, bah der nachsichtige Leser die Unoollständigkcit de» vorlie? genScn Aufsatzes entschuldigen werde. Daraus ergibt sich die mittlere Temperatur dcS Jahres 1825 mit 7,696" R., und der mittlere Barometerstand mit 27" 4,57"'. TN i n t e r. Der Winter mar im Ganzen sehr milde. Es siel sehr wenig Schnee, und dieser blieb nur auf der nördlichen Seite der schmalen Beete einige Ta- ge liegen. Es wechselten häufig, besonders Ende Februar und Anfangs März, Fröste mir Thauwcttec. Ein Umstand, welcher eine besondere Be¬ achtung von Seite der Landwirthe verdient, falls er hier jährlich dieser Ne- »O? gel gemäß elnkroten sollt». Denn durch den Wechsel der Temperatur wer¬ den die Pflanzen aus dem Boden etwas herausgehoben, wobei ihre Wur¬ zeln in eine unmittelbare Wechselwirkung mit der Atmosphäre treten und austrocknen. Diesem Uebelstande kann am leichtesten durch die Anwendung einer Walze abgeholfen werden. Leider machen die schmalen Beete *) die¬ selbe unwirksam. — Im Ganzen war der vorjährige Winter für die Win¬ tersaaten nicht günstig, denn nur jene Einwinterung dec Wintersaaten kann als die günstigste erklärt werden, bei welcher der Boden gefriert, und mit einer nicht unbedeutenden Schneedecke bedeckt wird. Letzteres ist besonders in jenen Gegenden von großer Wichtigkeit, die einen sehr losen Boden ha¬ ben, und in welchen starke Winde herrschen. Frühling. Nach dem Gange der vorjährigen Witterung zu urtheilen, muß man annehmen, daß hier der Frühling mit dem Monate März beginne; denn schon zu Anfänge dieses Monats zierten: der Hundszahn (Lritlironium ckeris caiiis) , der wilde SafsstN (Lrocus vsriius), das Schneeglöckchen (Oallantlrus nivalis), die Frühlings-Levkoje (I.sticoijuin V6INUIN), die Perlschachblume (kritillaniu mslesgris), die gemeine Dondie (Donckiu sen Hstrsntia Lpipsctis) , und die liebliche Frühlings - Gcntiane (Osnti- gna verna) Krains Wälder und Auen. Der Hafer und die Gerste wur¬ den in der ersten Hälfte, welche die günstigere war, dieses Monats ange¬ baut. — Doch scheint der vorjährige März eine Ausnahme von seiner ge¬ wöhnlichen Beschaffenheit gemacht zu haben, da hier zu Lande das Sprich¬ wort besteht: 8tara pratlea In ns slatlrs jLIinslnL irna rsp> savit. — In der zweiten Hälfte sind zwar regnerische Tage eingetreten; allein bei der Mittlern Temperatur von 3,8" R- blieb auch der Spruch unbestätigt, der da lautet: l^asai tnsiri? rnsm' psrstarsns Iröl, ns pojsßli vsrlr? ') Ss ist hier nicht der Ort, alle Nachthclle der schmalen Beete auseinander zu sehen. Do» »Ulst ich gestehen, dast es nicht leicht zu begreifen ist, Ivie bei einem Sandboden, mit einer 4" — 6" mächtigen Dammerbe und gcröllartigen Unterlage, hsurchige Beete a'-solut nothwendig erscheinen sollen, und diest um so mehr, als man in vielen Gegenden Krains, bei einem lehmigen Thonboden und grostcm Niederschlage aus der Atmosphäre, breite Beete antrifft, bei welchen zwischen den Früchten, dis ans dem Rucken, Und denen, die auf den beiden Seiten derselben wachsen, rstn bedeutender Unterschied angetroff-n wer¬ den kann. I«8 Dir lcsjl — dral mi vrlisrej rmensne Oansk p>s ja moja — prorsi. Nach der Bauern-Regel beginnt hier der Frühling erst mit 12. Marz. Der Monat April war in der ersten Halste sehr schon; der am 15. in der Nacht eingetrelene Frost hat den in Gärten cultivirten Kohlarten nicht geschadet; 15. und 16. heftiger Wind, und man konnte mit Recht sagen: 06 ftsjerru siürja kor 6a) ms lrlaeli. 17. siel Regen mit Schnee, welcher den 18. liegen blieb, 19. heftiger Frost, die Kohlarten haben gelitten. — Nach der Meinung der gemeinen Landwirthe soll den ganzen Winter hindurch kein so starker Frost gewesen seyn; 20. — 22. heiter, ohne Fro¬ ste; 25. bis Ende Regen und dabei kalt. Also war im Ganzen die erste Hälfte dieses Monats trocken und warm, die zweite aber feucht und kalt. Eine Schwalbe macht zwar keinen Sommer, eines Jahres Witterung macht keine Regel; sollte jedych dieser Monat in dec Regel einen solchen Gang haben, so lassen sich folgende landwirihschaftliche Regeln aufstellen: Itens. Daß man in diesem Monate alle jene Gewächse, welche den Frost zu vertragen nicht im Stande sind, als: Faseolcn, Kukurutz, Salat rc. auf dem freien Felde nicht anbauen kann; 2tens. daß der Schutz bei den Mistbeeten bis Ende April beibehalten werden soll, und Ztens. baß sehr sorgsam die stepen Räume, bei Veredlung der Obst: bäume, an den wunden Stellen vermieden werden sollen. Ma! 1. — 4. warm aber trüb, 5. Regen und kalter Wind; 6. und 7. warmer Regen. — Nur der Kastanienbaum war etwas belaubt; 8. trüb aber warm; 9. windig, io. sehr warm. Der Roggen sing an in die Achren zu treiben. Die meisten Obstbäume standen in dec schönsten Blüthe; 11. — 16 wacm aber nicht heiter. — Der Wind wehete meistens von der Südseite (jug genannt). Am 16. begann erst der weiße Maulbeerbaum sich zu belauben; am 18. der großblätterige oder vielstänglichte (iVlorus rnulli- oiulig); 17. — 21. warm und trocken; vom 22. auf den 23. siel ein aus¬ giebiger Regen; vom 25. — 29. warm und heiter. Den 2». begann der Roggen zu blühen; 50. bedeutender Regen; 31. heiter. Im Ganzen war der Mai der Vegetation sehr zuträglich, denn er war warm und ziemlich feucht, und es wechselten regelmäßig warme Tage mit kühlen Nächten; ein Umstand, welcher das vegetabilische Leben außerordent¬ lich fördert. Daher ist hier der Spruch der Landwirthe sehr richtig: Irojalcn iic>/!> io!i: Dvsiro iotiiv uarocki, L NN 8kar pragvvsr: HIs6na nork Jinn kvoja laklno lnorli. — Die Witterung war der Blüthe des Roggens in diesem Jahre sehr günstig; da zu dieser Zeit kein anhaltender Regen siel, und auch keine hef¬ tigen Winde herrschten. Zwei Umstände, welche vorzugsweise durchsichtige und leichte Aehren erzeugen, daher gab er auch, ungeachtet des ungünstigen Winkers, einen nicht unbedeutenden Ertrag. Die Seidenraupen krochen, ohne Anwendung von künstlicher Wärme, am 15. d. M. aus den Grains heraus; also um einen Tag früher, als der Maulbeerbaum auszufchlagen begann. — Das Ausbrüten der Grains dauerte in diesem Jahre, bei ungefähr 25,000 Stück, vom 15. Mai bis 8. Juni; ein sehr übler Umstand, da die Beendigung der Geschäfte, welche die Seidenzucht erfordert, zu weit in den Monat Jul: hinausgeschoben wird, wo bereits die Erntearbeiten ihren Anfang nehmen. . Kammer. Der Sommer war im Ganzen dem landwirthschaftlichen Gewerbe sehr ungünstig. Die Heuernten konnten nicht gut eingebracht werden, und sie¬ len wegen dec vorjährigen Trockenheit nicht so ergiebig aus, als man nach dem Gange der heurigen Witterung hätte erwarten können- Das Heer der Engerlinge war groß, und richtete besonders beim Weitzen und der Hirse große Verheerungen an. Falls man in Krain nicht viele Krähen und Dohlen antrifft, so dürf¬ ten die eben angeführten Verheerungen häufig wiedcrkehren. — Da diesem Uebelstande nicht leicht durch Vertilgung der Maikäfer begegnet werden ^ann> so soll bei Ausübung der Jagdbarkeit die Familie der Eoraccs oder krähenartigen Vögel , welche dem Landmanne -den Boden vom Ungezie¬ fer reinigen helfen, besonders gcschonet werdens u. Juni. 1. — 5. schön; 4. trüb und sehr windig; 5. heiter und win¬ dig; 6. — 9. schön, io. ein heftiges Gewitter mit einem ausgiebigen Re¬ gen; 11. — 15. schön, drückend heiß; vom 15. auf den 16. unbedeutender Regen; 16. — 18. schön; 19. und 20 anhaltender Regen; 21. — 25. des Morgens sehr neblicht. Der Nebel dauerte nur bis gegen 3 Uhr, dann schön; 24. ein sanfter Regen;.25. trüb, 26. in der Nacht ein Platzregen, des Morgens ein heftiger Sturm. Auf dem Moraste war ein Frost sicht¬ bar. Die Steiner-Alpen mit Schnee bedeckt; 27. heiler aber sehr kalt.— Die Seidenraupen begannen sich einzuspinnen. Das Einspinnen dauerte bei ungefähr 25,000 Raupen durch volle 15 Tage; 28. <— 30. Regen und dabei sehr kalt. — Die Heuernte siel in die zweite Hälfte d. M.; also ge- I It» rüde in die ungünstigste Zeit. Für die Scidenzucht war dieser Monat äußerst ungünstig, doch war bei den Raupen die Sterblichkeit nicht so groß, als man hatte erwarten sollen, da die Gemacher, wo sie waren, nicht gchcitzt wurden. Juli, 1. trüb und warm, 2. — 4. des Morgens neblicht, dann hei¬ ter, 5. — 7. drückend heiß, 8. —10. neblicht, dann heiter, ii. sehr warm. Nachmittags ein heftiges Gewitter mit einem sehr ausgiebigen Regen be¬ gleitet, 12. — 19. schön, 20. trüb, 21. trüb und dabei sehr windig, 22. und 23. neblicht, 24. — 26. neblicht, dann heiter, gegen den Abend sehr kühl, 27. war die mittlere Temperatur ch 5" R. Aus dem Moraste war ein stacker Reif. Der Buchweitzen Hal sehr viel gelitten, 28. — 31. schön. Dieser Monat hatte 19 schöne, heitere, 3 trübe, warme, 1> regnerischen und 8 neblichte Tage. Die Nachte waren besonders gegen das Ende dieses Monats sehr kühl, und an den heitern Tagen war der Morgen in der Re¬ gel neblicht. Die Ernte des Winterroggens hat ihren Anfang mit 8. d. M. genom¬ men, und ist gut untergebracht worden. Am 12. war das Einspinnen der Seidenraupen vollendet. Der Buchweitzen, wenn er, als zweite Frucht, nicht um die Mitte d. M. im Boden ist (der späteste wird am 25. Juli gesäet), gedeihet gewöhn¬ lich gar nicht, und hat noch den Nachtheil zur Folge, daß die Aussaat der nach ihm folgenden Winterfrucht verspätet wird, weswegen man zweifeln könnte, ob mit Berücksichtigung der Erschöpfung des Bodens, der Euinmu- licung der Arbeiten, der Haltung der Harfen w., die Cultur des Buch- weitzens wirklich einen reelen Nutzen hervorbringe. (?) — August, 1. — 2. fchön, 3. — 7. Regen, 8. schön, 9/ein heftiges Gewitter mit dem stärksten Regen d. I. verbunden, 10. und 11. neblicht, sehr kühl, gegen Mittag heiter, 12. — 15. schön, 16. ein heftiges Gewit¬ ter, 17. — 20. schön, 20. — 31. fast täglich Regen. Dieser Monat hatte im Ganzen nur zehn schöne Tage, an den übri¬ gen Tagen regnete es regelmäßig. Da in diesen Monat die Ernte des Grum¬ mets und des Sommergetreides fällt, so mußten diese Ernten nicht nur verspätet, sondern auch ungünstig ausfallen. In diesem Monate sollen die Bienen am meisten arbeiten; allein durch die ungünstige Witterung sind die Erwartungen der Bienenzüchter gänzlich vernichtet worden, und man konnte dieses Jahr nicht mit dem unsterblichen Bodnik ausrusen: Obracie rni baicko Koclolsbna lakira ; Lkebelarfu nanasba Debelo mosbniro! II» O ! hätte doch nur diese tstir« gestohlen, denn das ist doch noch ein Dieb¬ stahl, der auch dem Bestohlenen nutzt. Passe nur immerhin dein Feld mit Bienen umsumsen, dabei wird auch deine moslmira ckedela. Es ist allgemein bekannt, wie auch die, durch das günstige Abblühen der Weinrebe begründeten Erwartungen des Winzers erschüttert, und durch die nachfolgende Witterung gänzlich zernichtet wurden. W e r b fl. Weit ungünstiger als der Winter war dec Herbst für das landwirth- schaftliche Gewerbe; denn bis zum 12. October regnete es beinahe täglich. An diesem Tage kam auch der Halley'sche Comcl *) unserer Erde am näch¬ sten. Als dieser unsere Erde zu verlassen begann, was am 12. Oktober ge¬ schah, wo er am deutlichsten dem freien Auge erschien, und sich dem Throne der Sonne näherte, um ihr den Tribut zu entrichten, oder Nachrichten von den fernen Gränzen des großen Reiches, das sic mit ihren Strahlen belebt und beherrscht, zu bringen, und dann sich wieder zurück zu begeben, um fern von dem strahlenden Prunke ihres Hofes in Dunkelheit und unbekannt, aber vielleicht eben darum nur um so glücklicher zu leben, heiterte sich der Himmel aus, und erst jetzt war es dem fast verzweifelnden Landmanne ge¬ stattet, seine zweite Frucht zu ernten, und die Wintersaat zu bestellen. Mil welchen Folgen kann eine so verspätete Wintersaat verbunden seyn? September, 1. Regen, 2. — 7. heiler, 9- — 12. Regen, mitun¬ ter Sonnenschein, 1». — 26. meistens schon, 27, — 20. Regen. Die be¬ ste Zeit zur Einbringung des Grummets war vom 3. — 8. d. M. Wer das Grummet in dieser Zeit nicht unters Dach gebracht hatte, mußte sich einen großen Schaden gefallen lassen. — 2lin listo po mali müllst leofi, Olävo sa fulüi. Octobec. i. — 12. Regen. Die Laibach trat aus, und der Morast erschien in dem nämlichen Gewände, welches er in der Vorzeit täglich trug, (d. h. er bildete, einen See). Nur die nächste Umgebung vom Carolinen- hofe, so wie die Antheile nächst der Straße nach Lauerza blieben sichtbar; 13. — 16. schon, 17. war der erste Hrrbstfrofl, 18. trüb und windig. Man konnte mit Recht, selbst bei der schon vorgerückten Jahreszeit sagen: ES war der sechstelVesuch, den dieser Comet unserer Erde abstattcte. Da Hallen seine Umlaussjeit auf 76 Jahre berechnete, so wird er unser» Planeten, aber leider nicht mehr uns, in dem Jahre >gti zum siebenten Mal besuchen. Treundlich werden dich, du irren¬ der Wcltkörxer, unsere Enkel begrüßen, wenn du nur nicht wieder mit deiner unerklär¬ lichen Natur die Herrschaft des Neptuns zu sehr begünstigest. IIS 8' Lonollileigs morja, rkelo poli. — Ja! Wehl muß von der Stirne heiß rinnen des Landmanns Schweiß! 19. bis Ende eine sehr veränderliche Witterung: Ge¬ gen Ende d. M. traten Fröste ein, die Weinlese mußte verspätet werden, und viele Weingärten prankten noch im Növember, zum Schrecken des Landmanns, mit beladenen Früchten. Also auch in dieser Beziehung machte das heurige Iaht von der sonst bewährten Bauernregel sine Ausnahme, die da lautet: Xaleor ja rsioshna rvotj lalen je torto , Xaleor cianarja stock, kipo ockperto. Wie herrlich war die Blüthe der Kirsche, und Wiesauer ist dec heurige Wein! Laibach am io. Marz 18Z6, Zu den Annalen der k. k. Landwl'rthschafts-Gesellschaft in Krain. r. Mth. >. Heft. (Z„ Seite >12). I. m e ch « n n s der k. k. Lmrdwirthschafts Gesellfcliaft in Krain feit L. November 1834 bishin 1835 abgezogen, so bleibt mit Ende October 1836 ein Caffarest von ...... 184 fl. 5 kr. Zu den Annalen der k. k. LqndwirrhschaftS - Gesellschaft in Ämln. 2. Xbrh. Hcfr. (g« Sen- 112). n. 113 VerZeichmiß aller, seit der letzten allgemeinen Versammlung am 8. Mai 1835 der Gesellschaft gemachten Mittheilungen und Geschenke. (Nach der Reihe des Einlangens). 1) Dr. Math. Kalina v. Jathenstein: Die Nothhilfe bei Man¬ gel an Futttrstroh durch theilweise Fütterung mir Holzmehl. (Eingesendet vom Herrn Verfasser). 2) Franz Ritter v. Heintl: Der Weinbau des österreichischen Kai- serthums, I!. Band. (Eingesendet vom Herrn Verfasser). 3) Verhandlungen der k. k. LandwirthschaftS-Gesellschaft in Görz, we¬ gen dort einzuführenden Mustcrcolonien. 2 Exemplare. (Eingesendet vom Herrn Verfasser). 4) F. I. Schopf: Die Landwirthschaft in den deutschen, böhmischen und galizischen Provinzen. (Eingesendet vom Herrn Verfasser). 5) N e bi e n : Einrichtungskunst der Landgüter auf fortwährendes Steigen der Bodenrente. (Eingesendet vom Herrn Georg Dem scher, Oberamt- mann zu Bisenz in Mähren). 6) Ne bien: Wie vielmal wohlfeiler kann der Landwirth xroduciren, (Eingesendet von dem nämlichen). 7) I. P Iöndl: Die landwirthschaftliche Baukunst. 3 Bände und 1 Band Kupfertafeln. (Eingesendet vom Obigen). I) Von eben Demselben 20 fl. M. M. als Beitrag zur Gefellschafts- Eassa. 9) Verhandlungen der k. k. LandwirthschaftS-Gesellschaft in Wien. Neue Folge HI. Band.' r0) Wenzel Czihak: Anleitung zur gleichförmigen Anlage und Füh¬ rung der Grundbücher rc. (Eingesendet vom Herrn Verfasser). I1) Beitrag zur Geseilschafts-Cassa 2 fl. M. M. (Eingesendet vom Herrn Franz Postit sch, Bezirksarzt in Steyermark). 12) Anton v. Krauß: Versuch, die Staatswissenschaft auf eine un¬ wandelbare Grundlage fcstzustellen. (Eingesendet vom Herrn Verfasser). 13) Georg Winkler: Die Waldwerthschätzung. (Eingesendet vom Herrn Verfasser). Annalen der k. k. Landwirthschaftsg. in Laibach 8 s L» 14) Neßler und Diebel: Mittheilungen über zweckmäßige Wahl, Bereitung und Verwendung des Düngers. (Eingesendet von den Herren Verfassern). -5) Carl Ernest Mayer: Allgemeine österreichische Zeitschrift fürLand- wirthe, Forstmänner und Gärtner. 16) Fünf Modelle eines Anhäufcpfluges, im verkleinerten Maßstabe. (Verfertigt und cingesendet vom Herrn Peter Leskovi z, Realitäten - Be¬ sitzer zu Veharshe). 17) Verhandlungen der k, k. Myerm. Landwirthschafts - Gesellschaft. Z2tes und Z4tes Heft. 18) Provinzial-Gesetzsammlung des ?. k. illyr. Guberniums zu Laibach. 19) Samen, 2 Pfund, vom Muchar, und 2 Pfund vom Spergel. (Ein- gcsendct vom Herrn Joseph Rudesch, Hecrschaftsinhaber). Inhalt. Seite. I. ^itzungS-Protocsll .- r II. Administrations-Bericht. Dorgetragen vom Herrn Ioh. Nep. Hradeczky, Mit- - glied des permanenten Ausschusses, k. k. Rath und Bürgermeister -c. . . . 7 III. Bericht über das vom hohen Gubernio abgeforderte Gutachten, wegen Einführung einer Waldordnung in Kram. Won, Herrn Franz Galle, Mitglied des per¬ manenten Ausschusses, Herrschafksinhaber , . 16 IV. Dortrag über die, auf der Herrschaft Kaltenbrunn im Jahre iIZfi in Gang gesetzte schottische Dreschmaschine. Vom 0r. Fr. Hlubek, Mitglied .des peri», Aus¬ schusses, k. k. Professor der Landwirthschaftslehre und der allgemeine» Natur¬ geschichte -c. ° >l) V. Bericht über dis Fortschritte der Cultur der Maulbeerbäume und der Seidenzucht in Kram. Dom Herrn Franz G a lle, re 2L VI. Vortrag über die Errichtung einer Nebenschule auf dem Dersuchshofe der Gesell¬ schaft in der Pollana-Dorstadt, und Vorschlag zu einer landwirthschaftlichcn Beschreibung und Classification der Weinrebensorten Krains, Vom Ur. Franz Hlubek, -c.. - .28 VII. Landwirthschaftliche Classification der in Untcrkrain cultioirten Weinreben. Vom Ur. Franz Hlubek, -c. . . , .än VIII. Relation über die, von einigen Gesellschaftsmitgliedern eingesendeten Resultate landwirthschaftlicher Versuche. Dorgctragen vom Herrn Franz Possanner v. Ehrenthal, Mitglied des perm. Ausschusses, Bezirkscommiffär des k. k. Be- zirkscommissariates Umgebung Laibachs re IX. Aufforderung zur Einführung einer zweckmästigen Fütterung der Hausthierc. Dom Herrn Franz Galle, ic . ^4 X. Bericht über dis Fütterung der Schafe mit, durch Selbsterhitzung abgebrühtem Fut¬ ter. Vom Herrn Georg De irischer, von Eisnern, correspondircndeS Ge¬ sellschafts-Mitglied, Qbcramtmann der Herrschaft Bisenz in Mähre» -c. . . XI. Bemerkungen über die, in der neuestenZeit vorgeschlagencn Fütterungs-Methoden der Hausthierc. Dom Ur. Franz H lub e k , re 44 XII. Bemerkungen über die Mästung der HauSthisre. Dom vr. Fr. Hlubek, re. . 62 XIII. Relation über die Verhandlungen der k. k. mähr, schlesischen Gesellschaft. Dom Herrn Franz Diebl, k. k. Professor der LändwirthschaftSlehre und Naturge¬ schichte in Brünn .8a XIV. Bericht über die Verhandlungen der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft inKärn- ten. Dom vr, Hlubek, >c. ».< 9< XV. Analysen mehrerer Bodenarten in Krain. Dom vr. Franz H lu b e k, -c. . .100 XVI. Meteorologische Beobachtungen und landwirthschastliche Bemerkungen über das Jahr i8Z5. Dom Fr. vr. Hlubek, >c. 10Z XVII. Rechnung der Gesellschaft pro i8Zsi ...... nach Seite 112 XVIII. Derzeichnitz aller, seit der letzten allgemeinen Versammlung am 5. Mai >8ZL der Gesellschaft gemachten Mittheilungen und Geschenke .... usi Druckfehler und Berichtigungen. A.'?' > 8 -- Nl - 'M 8» ? .!.>? -r.!» , v Lh er :..'.UUt « 'L -i.) I!» - -> ' v >>U. .j tt o,. . !tt K - . »' . . . -