Annalen der kaiferl. königl. ^andwirißschafis - Dessl'ksHafi I n K v a i n. Jahrgang 1642. II. V. »LkV. Laibach. E»rr»iau I>,i Lzn «z Äloir k» u»n L I c i n NI 0 y r, -es Jahrganges 1842. Seite Bericht über die Gegenstände, welche in der allgemeinen Versammlung am io. Mai »842 verhandelt worden sind ------------ z I. Eröffnungsrede des Herrn Präses der Gesellschaft -------- § II. Bericht über die seit der Versammlnng am 5. Mai 1841 von dem beständi¬ gen Ausschüsse in den Monatssitzungen verhandelten Gegenstände: Unterricht für Kohlenbrenner ------------- ? Dienstboten-Prämien --------------- ? Annalen ------------------- g Franzenshof ----------------- 8 Botanischer Garten ---------------- g Krainilches Wochenblatt --------------- g Hornvieh-Prämien ----------------10 Getreidharfe ------------------12 Hagelschlag-Assecuranz ----------.12 Krainisches Thierarzneibnch -------------12 Obstbaumzüchter - Medaille für den Herrn Franz Pirz in Amerika - rZ Zeilinger'sche Sensen --------------- Besetzung der Secretärs - Adjunctenstelle --------.,4 III. Darstellung der Fortschritte der Seidencultur und der Maulbeerbaum¬ zucht in Krain ------------------ 15 IV. Ueber die Pflege der nützlichen und die Vertilgung der schädlichen Jnsecten 16 V. Erfahrungen über das Hufbeschläge der Pferde ohne Nägel oder die soge¬ nannten Pferdesandalen VI. Ueber die Melkröhrchen bei Kühen VII. Ueber den Anbau und die Zurichtung des Flachses VIII. Ueber ein vortheilhastes Verspinnen des Flachshaares ------ IX. Resultate über den Anbau des Rieseukleee ---------- Zg X. Bericht über die Cultivirung des Franzens-Moorgrundes ----- ^ XI. Zuerkennung der Belohnungs-Medaillen für fleißige Obst- und Maulbeec- baumzüchter -- ---------------- XII. Rechnungsausweis über die Empfänge und Ausgaben im Verwalkungsjahre 184», und Präliminare für das Verwalrungs-Jahr 1842 - - - »6 42 XIII. Bekanntgabe der eingegangenen Geschenke und der aus dem Gesellschafts- fonde gemachten Einkäufe --------------- XIV. Verzeichniß der in der allgemeinen Versammlnng am 10. Mai 1842 zur Aufnahme beantragten Gesellschafts - Mitglieder -------- XV. Wahl zweier Ausschußmitglieder an die Stelle der statutenmäßig Ans- kretenden XVI. Wahl des Gesellschafts-Secretärs XVII. Wahl des G-sellschafkS - Präsidenten ----------- Beiblätter der Annalen: Stand der Bibliothek der k. ?. Landwirthschafts. Gesellschaft in Krain, seit Errichtuug derselben bis zum Jänner 184z ------- 4^ IV Seite V.rzeichniß der Werk« nach der im Bücher-Catalog« befolgten Ma¬ terien - Ordnung: r. Annalen und Journale ------------- gg 2 Aerztllches, d. i. Menschenärztliches --------- 5i 3. Buchführung, landwirthschafriiche und andere ------ 5, ä. Chemisches -----------------52 5- Forstwiffenlchaftliches -----.--------52 6. 7. 20. 2Z. Geographisches, Geschichtliches, Statistisches, Topo¬ graphisches --------------- --5Z 8. Gesetzbücher, Politisches und Fachverwandtes - ------ 53 g. iä. 21. Gewerbs - Industrie und Technologisches ----- 5^ 10. Geammairen, Lexica und Belletristisches -------- Sg 11. Kalender ------------------5g 12. Landwirthschaftliches - - ------------ gg iZ. Mathematisches und Geometrisches ----------6g r5 Naturgeschichtliches ---------------6g >6. Normalien und Statuten ------------ ^0 17. Personalien, landwirthschaftliche und andere - ------ 70 18. Pflanzenwissenschaftliches -------------7» 19. Physikalisches ----------------7» 22 Tierärztliches ----------.-----71 2ä- Werke in krainischer Sprache ------------72 25. Werke in lateinischer, italienischer, französischer re. Sprache - - 7Z Interessante Fragmente aus einem Berichte über die im Juli v- I. Statt gefundene Jahresversammlung der königl. großbritannischen Landwirthschafts - Gesellschaft in Bristol ---------76 Ueber vr. I. L cbig'S organische Chemie ---------77 Verdient die Sonnenroie (Sonnenblume) die Aufmerksamkeit des LandwirtheS? -----------------7g Die Schwefelsäure, ein wohlfeiles Surrogat des Gypseö - - - - 8i Verschiedene Arten der Seidenwürmer --- -------82 Beiträge »ur Culkur und Benützung der Erdbirncn ------ 83 Erfahrungen über den pomologischen Ringschnitt .88 Jahrgang 1842. L über bie Gegenstände, welche in der statutenmäßigen allgemeinen Versammlung der k. k. Landwirthschafts - Gesellschaft am io. Mai 1842 verhandelt worden stnd. Unter -em Vorsitze Sr. Erc. -es k. I'. Herrn Landesgouverneurs Joseph Frecheren von Weingarten, als Protectors der Gesellschaft, und unter -er Leitung des Hochgelwrnen Herrn Gesellschafts-Präsidenten Wolfgang Grafen von Lichtenberg, k. k. Kämmerers, Verordneten des Herren-Standes rc. re. In Gegenwart der Herren Repräsentanten der auswärtigen k. k. Landwirthschafts- Gesellschaften und 142 Herren Gesellschafts-Mitglieder. 4 Verhandlungen nach der Reihenfolge des Programmes. I. Eröffn u n g s reö § des Herrn Präses der Gesellschaft, Wolfgang Grafen von Lichtenberg. <^u dem Zeiträume von sechs Jahren, während dessen ich, den allerhöchst ge¬ nehmigten Statuten gemäss, die Ehre hatte, au der Spitze dieses ausgezeichneten Vereines seinen Berathnngen über die Mittel zurVervollkommung der Landwirth- schaft in allen ihre» Zweigen beizuwohnen, habe ich die Ueberzeugung erhalten, wie schwer es sey, allen jenen Pflichten und Verbindlichkeiten so zu entsprechen, wie eS der 6. §. der Statuten erfordert, um dem Ziele unserer Bestimmung »achzukvmmen. Sind aber unsere Bemühungen auch ohne den gehofften Erfolg geblieben, so tröste uns der Gedanke, dass das Unerfüllte nicht dem Mangel an gutem Willen, sondern de» Umständen zuznschreiben sey, welche oft unverschuldet den Anstrengun¬ gen des Landmannes entgegen wirken, und welche, zumal bei ungünstigen Elementar- Ereigniffen, denen nur schwer, oft gar nicht vorgebengr werden kann, hinreichen, die gründlichsten Rathschläge der erfahrensten Landwirthe in ein schiefes Licht zu stellen. Diese Umstände jedoch dürfen uns nicht entmnthigen, im gesellschaftlichen Vereine so viel möglich zur Aufmunterung der Landwirthe mitzuwirken, um dem schönen Berufe nachzukommen, der in der Absicht des allergnädigsten Monarchen liegt, durch gemeinsames Zusammenwirken aller Stände dem Landmanne die Ueberzeugung zu verschaffen, dass seine Bemühungen vom Staate hochgeachtet werden, und der Verein verpflichtet ist, ihn mit Rath und That möglichst zu unterstützen. In diesem Sinne waren Sie, Hochansehnliche, bemüht, für die Emporbrin¬ gung der Hornviehzucht verschiedene Anträge zur Abänderung der dießfälligen Prämienanstalt an die hohe k. k. Landesregierung gelangen zu lassen. s z e n sc zi st w v, l» L di in di -H gc st- lic ge soi K J> da H er! sei de, köi che G 5 Zur Gesittung des Dienstvolkes bei Landwirtschaften haben Sie, Hochan- sehnliche, seit fünf Jahren durch eigene Beiträge einen Fond gebildet, der mir dem Ausgange des künftigen Jahres noch eine» Ueberschuß nachweisen dürfte. Für die Beförderung der Obst- und Maulbeerbanmzucht haben Sie sich zu einer Belohnungsanstalt mit silbernen Medaillen für fleißige Baumzüchtler ver¬ einiget; was nicht hätte erfolgen können, wenn das Vermögen der Gesellschaft nicht durch zweckmäßige Sparsamkeit zu Kräften gelangt seyn würde. In mehreren Correspondenzbezirken sind von Gesellschaftsmitgliedern ver¬ schiedene Cultursversuche unternommen worden, um deren vortheilhafre Resultate zur gemeinsamen Benützung, das Mißlingen derselben aber zur Unterlassung für Jedermann anschaulich zu machen. Seitdem ich die Ehre genieße, diesem hochansehnlichen Vereine vorzu¬ stehen, ist Niemand nach dem 19. §. der Statuten auS demselben ausgetreten, wohl aber hat sich die Gesellschaft um eine bedeutende Zahl solcher Mitglieder ge- vergrößert, die thcils eine Landwirtschaft betreiben, oder vermöge ihres Amtes eten „ud ihrer Beschäftigung hieran ein vorzügliches Interesse nehmen, oder eine rth- Wissenschaft cultiviren, die mit der Landwirtschaft in Beziehung oder Verblu¬ ten, düng steht. Diese erfreulichen Verhältnisse des Vereines sind durch das Zusam- hen, memvirken aller GesellschaftSmitgliedcr erwachsen, und obschon mir die Statuten "Ng die Leitung dieses ansehnlichen Vereines zuweisen, so muß ich nur Ihnen, Hochansehnliche, für die Theilnahme danken, mir welcher Sie, während der ben, gesetzlichen Dauer meines Vorstandes, meinen guten Willen so tätig untcr- llen, stützt haben. zun- Mit diesem Danke vereinige ich aber auch die Bitte, daß Sie, Hochansehn- tar- sjche Herren, fernerhin den permanenten Ausschuß tatkräftig mit ihren Erfahrun- hcn, gen unterstützen wollen, damit eS ihm möglich werde, ihren Wünschen, und ftcht somit dem Wesen der Landwirtschaft in allen ihren Theilen, so viel es in seinen Kräften liegt, zu entsprechen. chen Es ist höchst erfreulich zu vernehmen, mit welch' geringen Kräften sich die dem Industrie zu großer Vollkommenheit aufschwingt, und es ist trostgewährend, 'chen daß die Fundamente der Industrie in der Landwirtschaft bestehen, somit beide ' die Hand in Hand gehen müssen, wenn jene dauernd bleiben sott; allein cs wird uu- chtet erläßlich notwendig werden, daß der Grundbesitzer aufmerksam werde, wie er st ju seine Wirtschaft eiurichten müsse, um die Früchte seines Fleißes bei den verän¬ derten Umständen des Zeitkaufes mit dem größtmöglichsten Vorteile genießen zu mn- können. Durch die Einführung der Eisenstraßen werden in unserer Provinz, wel¬ ligen clw größtenteils im Warentransporte Nahrung und Wohlstand findet, jedenfalls Gewerbsvcränderungcn eintreten müssen, was zur Folge haben dürfte, daß zur 6 Verbessrung deö schon cultivirtcn Bodens, aber auch zur Urbarmachung bisher untragbarer Strecken wird Hand angelegt werden müssen, um der vermehrten Population ihr Auskommen zu verschaffen. Ihre Sache, Hochansehnliche Herren, wird es daher seyn, sich mit den Landwirthen schon vorhinein zu berathen, durch welche Mittel einem allfälligen Mangel an Beschäftigung tüchtiger Arbeiter vorzubeugen wäre. Sie, Hochansehn¬ liche, und Ihr Ausschuß dürften in der Vertheilnng und Urbarmachung der vielen noch immer sterilen Weiden, die in der Provinz noch vorhanden sind, einen Weg erblicken, aufwelchem sich die Cultur des Bodens nicht undankbar erweitern könnte, und in dieser Beziehung bin ich schon im voraus ihrer thatigen und einflußreichen .Mitwirkung versichert. Ueber Ersuchen des permanenten Ausschusses haben die löblichen k. k. Land- wirthschafts-Gesellschaften auch dießmal den Verein durch Abgeordnete beehrt und hiezu folgende Herren namhaft gemacht: Für Innsbruck den Herrn Carl Grafen zu Welsperg, Raitcnau und Primor, k. k. wirkt. Kämmerer und Vice-Präsidenten der k. k. Landes¬ regierung re. rc. Für Wien den Herrn Franz Grafen v. Hohenwart, k. k. wirkl. Käm¬ merer, jubil. k. k. Gubernialrath rc. rc. Für Grä'tz den Herrn Vincenz Freiherrn v.S chweiger, k. k. wirkl. Käm¬ merer und Herrschafts-Inhaber, und den Herrn Otto Grafen Barbo v. Waren stein, k. k. wirkl. Käm¬ merer, Inhaber der Herrschaft Kroisenbach rc. Für Brünn den Herrn Domdechant Urban Jerin, k. k. Professor rc. Für Klagenfurt und Görz den Herrn Ferdinand Schmidt, Realitätenbe¬ sitzer und Handelsmann, Mitglied mehrerer naturwissenschaftlichen Vereine; welche gebeten werden, an unseren Verhandlungen gefälligen Antheil zu nehmen. Euer Ercellenz aber bitte ich, nach Maßgabe des §. 46 der Statuten, die Versammlung eröffnen zu lassen, damit der Vortrag jener Gegenstände erfolge, die vorschriftgemäß der allgemeinen Versammlung zur Kenntniß zu gelangen haben, oder ihrem Beschlüsse Vorbehalten sind, worüber das Programm vorliegt. 7 H. Bericht über die seit der Versammlung am 5. Mai 1811 von dem beständigen Ausschüsse in den Monatssitzungen verhandelten Gegenstände. Vom Heern k.Rath und Bürgermeister Ioh. Nep. Hradeczky, Ausschußmikgliedc. Unterricht für Kohlenbrenner. Nachdem in der allgemeinen Versammlung des vorigen Jahres die Druck¬ legung des Dejak'schen Entwurfes zum populären Unterrichte für die Kohlen¬ brenner in krainischer Sprache beschlossen wurde, ist dieser Beschluß vollzogen worden, und am 20. December v. I., z. Zahl 276, sind sämmtliche Correspon- denzbezirke mit hinlänglichen Epemplarien betheilt worden. Sollte eine zweite Auflage dieser kurzgefaßten Belehrung erforderlich wer¬ den, so wird Ihr Ausschuß dieselbe ungesäumt besorgen; die erste hat 7 st. gekostet. Dienstboten - Prämie«. In Folge des vorjährigen Beschlusses, welche Einleitung zur Erzweckuug einer bessern Gesittung der Dienstboten bei den Landwirthen zu treffen wäre? hat sich der permanente Ausschuß vom 15. Juli v. I., z. Zahl 137, an das hohe k, k. Guberuium mit der Bitte um die Republicirung des Dienstboten-Patentes vom 29. September 1787 und um die Ermächtigung der Oberrichter, in den politischen Bezirken zur Führung der Dienstboten-Protocolle und Schlichtung der Vergleiche zwischen Dienstherren und Dienstleuten am offenen Lande, bittlich verwendet. Hierüber ist mit hoher Gubernial-Verordnung vom 24. d. n. Monates, Zahl 18875, die Erledigung erfolgt, daß die Republicirung des Dicnstboten- pateutes nicht, wohl aber eine verschärfte Weisung zur Handhabung desselben an die Bezirksobrigkeiten im Wege der k. k, Kreisämter erlassen worden fey, den Gemeinde--Oberrichtern aber die Schlichtung der in der Frage liegenden Streitig¬ keiten nicht eingeränmt werden könne. Da das sechsjährige Belohnungs-Institut der Dienstlente auf Landwirth- schaften mit dem künftigen Jahre statutenmäßig aufzuhören hat, und sich die meisten der Herren Eorrespondcnten gegen die Fortdauer oder dis'Einführung einer ähnlichen Anstalt in den dießsälligen Berichten an den permanenten Ausschuß geäußert haben; so wird Ihnen, Hochansehnliche, in der nächsten allgemeinen Ver¬ sammlung der Stand dieses Belohnungs-Institutes vorgelegt werden, nnz zu beralhen und zu beschließen, ob überhaupt in diesem Gegenstände noch welche Verfügung zu treffen seyn w^rde. 8 Amralc«. Die Gesellschafts-Annalen für die Jahre 1838 und 1839 sind nach er¬ haltener hoher Gubernial-Genehmigung vom 20. Jänner d. I., Zahl 769, und dem dicßfalls mit dem Buchhändler Herrn Ignaz Edlen v. Kleinmayr ab¬ geschlossenen Contracte gedruckt worden, und werden unter Einem den Herren Correspondenten zur Verkeilung an fämmtliche Herren GesellschaftSmitglieder zugesendet. Die Annalen über die bei der allgemeinen Versammlung in den Jahren 1840 und 1841 verhandelten Gegenstände sind bereits zur Vorlage an das hohe k. k. Landes-Präsidium in de»' Revision des Ausschusses, und werden nach er- erfolgter Drucklegung den hochansehnlichen Mitgliedern in einigen Monaten zu- gesendet werden, wornach rncksichtlich der heutigen Versammlung, als auch in Zukunft dem 37. §. der Statuten entsprochen werden wird. Franzeushof. Das hohe k. k. Landes-Gubernlum hat mit Verordnung vom 18. Decem¬ ber v. I., Zahl 19588, den zwischen dem Magistrate und der k. k. Landwirth- schafts-Gesellschaft abgeschlossenen Kaufs--Contract für den im Jllouza-Moor- grunde gelegenen Morastanthcil von 25 Joch 451 ßHKlafter genehmiget, und es ist dafür der Kaufschilling aus jenen 2000 st. mit 164 fl. 20 kr. an die Stadtcaffe berichtiget worden, welche a. h. Se. Majestät Kaiser Franz I. der k. k. Lanbwirthschasts-Gesellschaft zum Ankäufe und zur Cultur des sterilsten Terrains am Laibacher Moraste allergnädigst zu schenken geruhet haben. Ueber die Bemühungen der Gesellschaft, dieser allergnädigsten Anordnung möglichst nachzukommen, und hiedurch die Dankbarkeit für die huldvollste Auf¬ munterung der Colonisten am Moorgrunde zu beweisen, wird das mit dieser Inspektion committirte Gesellschafts-Mitglied der hochansehnlichen Gesellschaft dineo eigenen Bericht erstatten. Botanischer Garte«. ! Damit die von der allgemeinen Versammlung beschlossene Uebergabe eines Theiles der am Gruber'schen Canale liegenden Gesellschafts-Wiesen an daS i philosophische Directoriat zur Erweiterung des botanischen Gartens unter den ausgesprochenen Maßregeln erfolge, hat der permanente Ausschuß sich an daS l hochlöbliche k. k. Gubernium um Ausfertigung einer eigenen Catastralmappe, < sowohl dieser als der benachbarten Parzellen, im doppelten Maße, verwendet, und ä nachdem dieser Bitte am I S. December v. I., z. Zahl 33347, entsprochen wurde, k ist dem erwähnten Directoriate am 25. März l. I., Zahl 277, der Entwurf 5 des Reverses zugesendet ivorden, gegen welchen die Gesellschaft diese Realität, l s «ach dem 53. §. der Staturen litt. der Studien-Direction zu überlassen be¬ schlossen habe. Sobald dieser vom hochlöblichen k. k. Gubernium ratisicirte ReverS ein- langt, wird die factische Uebergabe der erwähnten Realität erfolgen. Der deruialige botanische Garten mißt 1352 HI Klafter, und der zu seiner Vergrößerung bestimmte 662 IHKlaster; somit beträgt der Flächeninhalt der ganzen Realität 1 Joch, 414 ^Klafter. Krainisches Wochenblatt. Der seit mehreren Jahren schon von vielen Gesellschafts-Mitgliedern und vom permanenten Ausschüsse geäußerte Wunsch zur Ausgabe eines Wochenblattes für die Landwirthschast und Industrie in der Landessprache wurde durch die Zu¬ schrift des CentralausschusseS der k. k. Laudwirthschafts-Gesellschaft für Tyrol und Vorarlberg vom 2. Juni v. I., Zahl 217, in welcher der permanente Aus¬ schuß um die Verbreitung des dortigen Wochenblattes ersucht wird, zur Sprache gebracht, und beinahe gleichzeitig sind über daS Ansuchen des hierortigen Buch¬ druckers Blasnik, zur Auflage eines krainischen Wocyenblattes, bei der Dele¬ gation des Industrial- und Gewerbs-Vereines, Verhandlungen eingeleitet worden, an welchen sich auch der permanente Ausschuß veranlaßt sah, Theil zu nehmen. Iu Folge derselben wurden Se. Excellenz der Herr Landes-Gouverneur und Protcctor um die Unterstützung dieses Vorhabens gebeten, und Hochdieselben gerührten unten« 14. März l. I., Zahl 351, die Versicherung zu geben, der Gesellschaft dießfalls die möglichste Unterstützung angedcihen zu lassen. Sollte dieser Verwendung von Seite der höchsten Hofbehörden die ge¬ wünschte Folge gegeben werden, so würde der permanente Ausschuß die ReVaction dieses Blattes um so leichter besorgen, als er an den hochgeehrten Mitgliedern dieser hochanschnlichen Gesellschaft gewiß sich der thätigsten Mitwirkung zu er¬ freuen hätte, indem Jedermann überzeugt ist, daß nur die Verschiedenheit der Sprache den wesentlichen Umstand begründe, daß nur wenige Landleute an den Verhandlungen der Gesellschaft Theil nehmen können, was offenbar dem Zwecke ihres Daseyns entgegen steht. Durch die Verbreitung des projectirten Wochenblattes »UlirLs kmstMs in roleoüolllin novi?«« (Jllyrisches Wochenblatt für Landwirthschast und Gewerbe) würden unsere, nur der krainischen Sprache kundigen Landleute zur Kenntuiß aller jener Erfahrungen und Erfindungen gelangen, die im Gebiete der Landwirthschast und Industrie (welche nur Hand in Hand gedeihen), im In- und Auslande gemacht werden. An der zahlreichen Abnahme dieses mög¬ lichst wohlfeilen Blattes ist um so weniger zu zweifeln, als unsere slavischen Nach- 10 bar» in Kärnten, Steyermark und im Küstenlande sich zur Förderung dieses Unternehmens gewiß bereitwillig finden werden. Hornviehprämien. Der beinahe allgemeinen Stimmung, daß die jährliche, mit 600 fl. auf Hornviehprämien bestimmte Summe zum Ankauf vorzüglicher Zuchtstiere ver¬ wendet werden möchte, folgend, hat der permanente Ausschuß bereits am 13. September 1839 die dießfällige Bitte an das hohe k. k. Gubernium gestellt, und HochselbeS hat über Einvernehmung der k. k. Kreisämter den Gesellschafts- Ausschuß nnt Jndorsat vom 21. Juli v. I., Zahl 18425, beauftragt, sorg¬ fältig zu überlegen, ob nicht einzelne Oeconomcn oder ganze Gemein¬ den durch bedeutende Prämien von beiläufig 60 bis 100 fl. C. M. aufzumuntern wären, sich Zuchtstiere vorzüglicher Art bei- zuschaffen? Ueber diesen Auftrag hat der permanente Ausschuß den Gegenstand der Frage wiederholt der Berathung unterzogen, alle von den k. k. Kreisämtern vorgebrachten Umstände und vorzüglich die vom Adelsberger KreiSamte angeführ¬ ten, sehr gründlichen Bedenken sorgfältig erwogen, und am 22. Februar d. I., z. Z. 2o3, die Bitte gestellt: daß allerhöchsten Orts die Genehmigung erwirkt werden möchte, die auf Hornvieh-Prämien jährlich bewilligten 600 fl. wenig¬ stens durch drei Jahre auf den Ankauf vorzüglich tauglicher Zuchcstiere ver¬ suchsweise verwenden zu dürfen, wornach nach dem Verlaufe von drei Jah¬ ren über den Erfolg dieses Versuches der documentirte Thatbestand geliefert werden würde. In diesem Berichte wurde in Antrag gebracht: s) Daß für jeden der drei Kreise in der allgemeinen Versammlung ein Corre- spondenz-Bezirk zu bestimmen wäre, in welchem die Zuchtstiere aufgestellt werden sollten; b) daß zur Beischaffung derselben dem betreffenden Herrn Gesellschafts - Cor- respondenten 200 fl. zu erfolgen, und ihm, nach gepflogener Berathung mit den in seinem Bezirke wohnenden Gesellschafts - Mitgliedern zur freien Disposition für diesen Zweck zu überlassen wären; e) daß demjenigen, welcher nach dem Beschlüsse des Gesellschafts-Mitgliedes des Correspondenz-Bezirkes die Pflege und zweckmäßige Verwendung des Zuchtstieres übernimmt, derselbe nach der Ablaufszeit unentgeltlich zu ver¬ bleiben hätte; und ss) daß die Sprungtaxe nur von zahlungsfähigen Viehzüchtern und zum Vortheile deS Wärters zu bezahlen seyn würde. : ! l I r l < s n fl g II Zum Schluffe wurde gebeten, hierüber verständiget zu werden, damit die¬ ser Antrag in der heutigen Versammlung zur Sprache gebracht werde, um die Correspondenzbezirke zu bestimmen, in welchen in den nächsten drei Jahren die versuchsweise Aufstellung der Zuchtstiere zu geschehen hätte. Hierüber hat das hohe k. k. Gubernium den permanenten Ausschuß unterm 29. Marz l. I., Zahl 5317, dahin beschicken, daß es der Gesellschaft unbe¬ nommen bleibe, diesen Gegenstand nochmals in der heutigen Versammlung zu besprechen, dabei aber die Andeutung nicht unbeachtet zu lassen, ob nicht vielleicht mit sichererem Erfolge einzelne Private, oder auch und zwar vorzüglich, ganze Ge¬ meinden , welche sich einen vorzüglichen Zuchtstier beilegen und denselben frücht- lich benützen, mit einem besonder» und größeren Prämium zu betheilen seyn dürften? Der permanente Ausschuß glaubt in Erfüllung seiner Pflicht, Ihnen, Hoch¬ ansehnliche, vorläufig seinen Vorschlag zu erstatten, die Meinung dahin zu äußern, daß die Aufstellung und Besorgung der Zuchtstiere unter der unmittelbaren Lei¬ tung der Herren Gesellschaft!)-Correspoudenten wohl manchen Schwierigkeiten unterliegen dürfte, und daß es daher gerathen wäre, hiezu einzelne Private oder Gemeinden, unter der Anbietung von Prämien mit 69 bis 100 fl. C. M., nach der Andeutung des hohen Guberuiums, in der Voraussetzung aufzumuntern, das diese Prämien aus der jährlich hiezu bestimmten Quote pr. 600 flüssig ge¬ macht werden würden, wobei jedoch immerhin diethätige Mitwirkung der Herren Correspondenten und Gesellschafts-Mitglieder zur Erzweckung dieses sehr wich¬ tigen Theiles der Landwirthschafc unerläßlich bleibt. Sollte die hochansehnliche Gesellschaft die Ansicht ihres Ausschusses Hei¬ len, so wird er hiernach ungesäumt im Sinne derselben den Bericht an daS hohe k. k. Gubernium erstatten und bitten, daß diese Verfügung die aller¬ höchste Genehmigung erhalte, woruach sich die Gesellschaft bemühen wird, die dießfälligen Statuten zu entwerfen und selbe zur allerhöchsten Bestätigung vorzulegen. Für dieses Jahr sind nach den, allerhöchsten Ausspruche bereits alle Ein¬ leitungen zur Verkeilung der bestimmten Prämien an die löblichen k, k. Krcis- ämter und Gesellschafts-Mitglieder getroffen worden. »Auf den Vortrag der vom Ausschüsse unvorgreiflich beantragten Hornvieh¬ prämien-Modification entstanden lebhafte Debatten, ob eS nämlich, wenn eine Modificirung der bestehenden Hornviehprämien allerhöchsten Ortes genehmiget werden würde, zweckmäßiger wäre, daß die Gesellschaft vorzügliche Zucht¬ stiere ankaufen und zur Benützung aufstellen ließe, oder ob es vortheilhafter sey, höhere Prämien an einzelne Private oder ganze Gemeinden, welche aus¬ gezeichnete Stiere früchtlich benützen lassen, zu vertheilen?« 12 »Nachdem jedes einzelne Mitglied der zahlreichen Versammlung sein Votum mündlich abgegeben hatte, und am Schluffe der Votation die einzelnen Stim¬ men zwo und contra abgezahlt wurden, ergab sich das Resultat per nmjora für den Antrag des Ausschusses.« Getreidharfe. Dem vorjährigen Beschlüsse gemäß ist die von dem geehrten Gcsellschafts- Mitglicde, Herrn Andreas Skopez, dargestellte sogenannte Andreaskreuz-Getreid- harfe in lithographischer Abbildung den Herren Gesellschaft-Correspondcnte» zur Beurtheilung ihrer vorzüglichen Anwendbarkeit zugescndet worden, und nach¬ dem der Eifer dieses geschätzten Mitgliedes allgemein erkannt wurde, haben sich die meisten Berichte dahin ausgesprochen, daß diese Harfe nur für die kleinsten Landwirthe, und vorzüglich für jene Gebirgsgegenden nützlich sey, wo die Be¬ wohner wenig Zugvieh halten, und Gelegenheit haben, sie unter Bergabhängen aufzustellen, die dem starken Windzuge nicht bloßgestellt sind. Sehr wichtig ist bei dieser Gelegenheit aber auch die Bemerkung eines ge¬ ehrten Herrn Gesellschafts-Correspondenten, in Beziehung auf den Umstand, daß der Mangel an Eichenholz für die Harfenstände jährlich fühlbarer werde, und daß es hoch au der Zeit seyn dürfte, für den Fortbestand unserer, bei dem rastlosen Anbau der Früchte unentbehrlichen Getreideharfen zu sorgen; wobei die Aufmerksamkeit auf die gemauerten Harfen geleitet wird, die in meh¬ reren holzlosen Gegenden schon bewährt gefunden worden sind, und daher beson¬ ders bei den großen Meiereien nicht beseitiget oder unbeachtet bleiben sollten. Hagelschlag - Affecnrauz. Herr Ferdinand Schmidt hat dem permanenten Ausschüsse, als Agent des Mailänder wechselseitigen Versicherungs-Vereines gegen Hagelschlag, ein Schrei- ben übergeben, in welchem ihm die Versicherten des Bezirkes Gottschce für die ihnen zugekommenen Vergütungen der durch Hagclschlag erlittenen Beschädigun¬ gen verbindlichst danken, und den Wunsch aussprechen, daß dieser Vortheil allen Grundbesitzern, die sich in der nämlichen Lage befinden, znkäme. Daher hat auch das erwähnte Gesellschafts - Mitglied die Bitte gestellt, die anwesenden Herren wollen in ihren Bezirken auf die größere Verbreitung dieses Vereins nach Kräf¬ ten Mitwirken, wobei er ihnen seine thätigste Verwendung in jeglicher Beziehung zusichert. Krainisches Thierarzneibuch. Hcrr Strett, Dechant und Bezirkscorrespondent für Veldes, wo die Vieh¬ zucht sehr eifrig betrieben wird, hat den Wunsch geäußert, daß ein Thierarzucibuch, ir i welches sich als ein sehr dringendes Bedürfniß darstellt, durch die Gesellschaft - in der Landessprache verfaßt werden möchte, wobei die verschiedenartigen Be- > Nennungen der Krankheiten nach den verschiedenen Gegenden Krains beachtet, und auch mit dem deutschen Namen begleitet würden. Das geehrte Gesellschaftsmitglied wünscht, daß die Bestreitung der Druck- auflage in der heutigen Sitzung berathen und beschlossen würde; indessen ist der permanente Ausschuß in der Lage, Ihnen, Hochansehnliche, in Erinnerung zu - bringen, daß sich bereits der hierortige k. k. Professor der Thierarzueikunde, Herr i Dr- Bleiweis, damit beschäftige, dem Wunsche der Gesellschaft in dieser Hin- - sicht zu entsprechen, und gesonnen sey, das Manuscript dieses Buches in kraini- e scher Sprache zum beliebigen Gebrauche der Gesellschaft zu übergeben, oder auch i selbst die Druckkosten zu bestreiten; was man jedoch von Seite des Gesell¬ schafts-Ausschusses nicht angemessen finden kann, indem der Verein statuten- i mäßig zur Verbreitung solcher Schriften berufen ist, und sich auch in der Lage befindet, die dießfälligen Kosten aus seinen Vermögenskräften leicht bestrei- , te» zu können. r i s e n u g l-- Obstbaumzüchter - Medaille für -en Herrn Franz Pirz in Amerika. Unser würdige Pomologe und nunmehriger Missionär in Nordamerika, ehemaliger Pfarrer zn Pirkendorf, hat Lu mehreren Briefen an die hierortige» Gesellschafts-Mitglieder sich um das Wirken der Gesellschaft erkundiget, und den Wunsch ausgedrückt, verschiedene Sämereien zu erhalten, die ihm auch schon zugesendet worden sind. Der permanente Ausschuß glaubte dem für die Landwirthschaft verdienten Landsmanne einen Beweis seines hier fortwährend werthen Andenkens dadurch vor Augen zu legen, daß ihm eine silberne Me¬ daille für fleißige Baumzüchter sammt Kapsel übersendet wurde; was mit einem Schreiben begleitet, durch Herrn Ferdinand Schmidt bereits besorgt worden ist. Der permanente Ausschuß hofft der allgemeinen Versammlung im künf¬ tigen Jahre die Bestätigung des Empfanges dieser Auszeichnung vorlegen zu können. Zeilinger'fche Sensen. Ueber die vom Herrn Joseph Zeilinger, Sensengewerk in der Ratten in Steyermark verfertigten, privilegirten Mustersensen, welche mit einem künstliche», angeblich ein ganzes Jahr dauernden Tangel versehen sind, ergaben sicy auS den in verschiedenen Gegenden unserer Provinz vorgenommenen Versuchen nach¬ stehende Resultate: 14 Die Sense ist aus gutem, zähen Stahle verfertiget, und wäre gut zu brauchen, wenn sie nicht zu schwer, zu flach und der Vordertheil nicht abwärts gebogen wäre, wcßhalb sie beim Hauen häufig in der Erde stecken bleibt. Auch hat es sich in keinem Falle bewährt, daß sie des Tangelns durch ein volles Jahr entbehren könne. In Gegenden, wo den ganzen Tag, von früh Mor¬ gens bis in den späten Abend, fortan gemahet wird, erhielt sich d-e dünne Schnei¬ de, welche mit den neuen Wetzsteinen (jedoch nicht so oft und weniger als bei den gewöhnlichen Sensen) geschärft wurde, durch vier Tage gut; darauf wurde sie stumpfer und mußte dem gewöhnlichen Tangel unterzogen werden, wobei sie je¬ doch etwas höckerig wurde, und es schien, als ob unser gewöhnlicher Tangel diese Sense mehr verderbe, als ihr nütze. Im Ganzen scheint nach den Hierlands gewonnenen Erfahrungen die Zei- linger'sche Mustersense, selbst bei Beseitigung der gerügten Gebrechen, vor den Hierlands am meisten beliebten, mit AO- bezeichneten Sensen keinen Vorzug zu verdienen. Besetzung der Secretärs-Adjunctenstelle. In Berücksichtigung der durch 3 Jahre in der Supplirung des Se¬ kretariats-Posten bewiesenen thätigen Verwendung hat der permanente Ausschuß die erledigte Actuarsstelle dem Herrn Peter Leskovitz mit dem jährlichen Ge¬ halte von 350 Gulden und dem Titel eines Secretärs-Adjuucten zu verleihen für gut befunden; welches der hochansehnlichen Gesellschaft hiemit zur Kennt- nißnahme gebracht wird. 15 m. 's Darstellung der Fortschritte der Seidencultur und » der Maulbeerbaumzucht in Kram. Vom Herr» O?- Orel, Ausschußmitgliede- i- ii Die Seidencultur hat sich im verflossenen Jahre, ungeachtet der, so wie ie in Italien, auch hier ungünstigen Witterung, als fortschreitend bewährt. Während im Jahre 1840 nur 197 Pfund Cocons zum Abhaspeln gebracht worden sind, el wurden anno 1841 über 300 Pfund, und zwar über ein Drittel aus Unterkrain, eingeliefert. Die Qualität aber war gering, und kaum 12 Pfund vermochten i- 1 Pfund reine Seide zu liefern. n Die dermaligen nieder» Preise der Seide dürften von dem Fortsetzen dieses >g Culturzweige« nicht abschrecken, denn die im ganzen Commerze eingetretene Flau¬ heit kann nicht lange dauern, und die ohne Kostenaufwand leicht bemahrbare gezogene Seide wird hoffentlich bald wieder zu ihrem gewöhnlichen Preise steigen. Die Maulbeerpflanzungen sind bedeutend, mehrere Herren Correspondenten haben r- aus dem Polanahofe junge Pflanzen bezogen, und noch eine Menge könnte dar- lß aus abgegeben werden, indem alljährlich mehrere Loth Samen angebaut und r- neue Pflanzen daraus gezogen werden. " Hinsichtlich der Behandlung der Maulbeerbäume und Benützung ihres Laubes l- hat sich die vou Höblstsi- in seinem Werkchen: »Neue, naturgemäße und vortheil- haftesteAnpflanzungs- und Behandlungsweise des Maulbeerbaumes, Leipzig 1838,« und die von Wilhelm».Türk in seiner »Anleitung zur Pflege und Erziehung der Maulbeerbäume, Leipzig 1841« angerühmte Methode als die unsern klimatischen Verhältnissen angemessenste bewährt, daher sie auch zur allseitigen Anwendung ancmpfchlen wird. »Bei dieser Gelegenheit wurden durch die Güte des Herrn Otto Grafen v. Barbo ein Dutzend seidener, aus heimischer Seide fabricirter Tücher vorgezeigt, die durch die vorzügliche Qualität und sehr mäßigen Kostenpreis allgemeines Auf¬ sehen erregten.« 16 Ueber die Pflege der nützlichen und die Vertilgung der schädlichen Jnsecten. Als Nachtrag zu den früheren dießfälligen Abhandlungen, vom Herrn Ferdi¬ nand Schmidt, Gesellschaftsmitgliede- Jmmcrmehr drängt sich dem denkenden Menschen die Nothwendigkeit auf, die in der Natur ihn umgebenden Geschöpfe und ihre mannigfaltigen Haushal¬ tungen kennen und für sein Wohl benützen zu lernen. Auch die kleinen unansehn¬ lichen Jnsccten dürfen keineswegs davon ausgeschlossen werden. Mag immerhin die Unwissenheit sie für unnütz, eckelhaft, ja sogar der angedichteten Gifte wegen für lebensgefährlich ausgebcn und der Beobachtung unwürdig erklären, sie wer¬ den sich dennoch, gleich der nützlichen Biene, die bereits von dem gemeinsten Manne gekannt und geachtet ist, die Bahn brechen und ihre, in dem bewunderungs¬ würdigen Gespinnste der Seidenraupe, und in den durch die Gallwespe erzeugten Auswüchsen, erwiesene Nützlichkeit, mit Hinweisung auf viele andere bereits vor- theilhaft bekannte, fest begründen. Allein, bei genauem Nachforschen werden wir eben so häufig auf Thierchen stoßen, die, trotz ihrer Winzigkeit, schädlich, ja sogar verheerend auf unsere Gär¬ ten und Feldcultur cinwirken, und dieses um so mehr, wenn wir, von Unkenntniß befangen, die ihnen feindlich gegenüber stehenden Raubinsecten vertilgen. Hiemit erhält der gleich Anfangs ausgesprochene Satz volle Kraft, und ich glaube sonach den Wünschen der hochansehnlichen Gesellschaft und meiner Pflicht alS Mitglied zu entsprechen, indem ich mir erlaube, Ihnen bei der heutigen Sitzung, »m Nachtrage meiner frühern dießfälligen Abhandlungen, einige dem Wein- und Obstbau schädliche Jnsecten, nicht minder aber auch jene in Natur vorzu- zeigen, die jeder Landmann und Gärtner schonen, und als Gehilfen zur Vertil¬ gung der schädlichen Jnsecten, Larven und Schnecken hegen soll. Um Sie, Hochansehnliche, nicht zu ermüden, beschränke ich mich, Ihnen, nebst den Namen der Jnsecten, bloß das Nöthigsts über ihr Auffindcn und die Mittel zur Vertilgung zu sagen. Ich fange damit an, Ihnen zuerst die dem Weinstock besonders schädli¬ chen Käfer vorzuführen. AlS solcher verdient die erste Stelle: Der Rebenstecher, (kkynlliws bstulsti, KoH-lerch. Er wechselt in der Färbung von blau und grün bis ins Goldgelb ab, und zeigt sich auf den Reben gleich im Frühjahre, sobald die Bäume vollkommen belaubt sind, bedient sich der Weinblätter im frischen Zustande theils zur Nahrung, so wie auch zur Ablegung der Brut, zu welchem Ende das Weibchen einige Eier auf das Blatt legt, dieses zu- sammen- I i l l i r r s h d L si 8 ft ft 9 6 S sei ur S ne sch W ba R« die in zu St ir sammenrollt, an der Lasi- des Stiels abkneipt, damit es verdorre und abfalle, um später bei Entwicklung des Eies der Larve zur Nahrung zu dienen. Er kann bei günstigen Verhältnissen, gleich den folgenden, sehr schädlich werden. Man samm¬ le daher den Käfer, der sich, ohne zu entfliehen, bloß durch das Herabfallen auf den Loden, retten will, und leicht ersichtlich wird, nebst der in de» zusammenge¬ rollten Blättern befindlichen Lrnt und verbrenne Leide. Der Girafflappen - Rüsselkäfer, (Otioiüivnflus Airussu, Ovinn.), wegen der grünlich silbern schillernden Flecken, dre auf dem Halse und Deck¬ schilde angehäuft sind, vom Professor Germar mit obigem Namen belegt, ge¬ hört bloß den südlichen Gegenden an, findet sich jedoch schon in dem Wippacher Lhale und bei Görz, wo dieser Käfer durch das ringförmige An- und Abfressen der Rebenaugen im ersten Frühjahre sehr schädlich wird, und daher bei seinem Erscheinen fleißig gesammelt und vertilgt werden muß. Der großköpfige Zwiebelhorn - Käfer, (l^stliriis coplialows) er¬ steigt im Frühjahre, wenn der Weinstock zu treiben beginnt, die Reben um die Llatt- und Llüthenknospen abzunagen. Dieser Käfer kommt zum Glück nirgends sehr häufig, in Krain aber besonders selren vor, und ich war bis jetzt noch nicht so glücklich, denselben im lebenden Zustande zu beobachte». Von Schmetterlings - Raupen hat die Weinrebe wenig zu leiden. Nebst religurms, -Krotiš ^guilina, dann vsileplills LIpöiior und Oolsrio ist bloß die Weinschild-Laus, Oocous vitis, dem Weinstocke schädlich. Ich übergehe nun zur Fortsetzung der den Obstbäumett schädlichen Schmetcerlingsraupen, deren Schmetterlinge ich der hochansehnlichen Ge- sellschaft in Natura, die Raupe aber im Bilde vorzeige. Das Blau sieb (OoWus ^sseuli). Die Raupe dieses Schmetterlings kommt im Monat August aus dem Ei, und nährt sich im gesunden Holze, vorzüglich gern in zwei- bis dreijährigen Stämmchen, zum vielfältigen Verderben der Obst- und andern Bäume. Als einziges Mittel gibt vr. Ratzeburg das bereits von I^trsills vorgeschlage¬ ne an: nämlich die Bäume einige Schuh hoch vom Boden herauf mit einer Mi¬ schung, aus Lehm und Kuhmist bestehend, ziemlich dick zu umgeben, und so die Weibchen, welche im Monat August ihre Brut ablegen, davon abzuhalten. So¬ bald an den Aesten oder Stämmchen ein Kränkeln und Bohrlöcher, wodurch die Raupe ihre Excremente herausschaffc, bemerkt werden, ist es am rathsamsten, diese abzuschneiden und sie sammt den Inwohnern dem Feuer zu übergeben. Der Blau köpf (Lpirmmn ensrulsoeeplrsin) wird den Obstbäumen in manchem Jahre bedeutend schädlich. Das beste Mittel ist das Absammeln, wo¬ zu man regnerische Tage, an welchen sie sich unter die Aeste oder an trockene Stellen des Stammes flüchten, wählen muß. 2 18 Die Raupe ist vom Mai bis zum Juni, und wegen ihrer lichte» Färbung leicht zu finden. Oosmiu k^iulins, dunkelbraune Eule, deren grüne Raupen mit fei¬ nen weißen Streifen bei für sie günstigen Verhältnissen den Obstbäumen schädlich werden; doch ist dieß selten der Fall, weil die Raupe zu ihrer Nahrung die Erle verzieht, und der vielen Feinde wegen, die sie unter den Vögeln und Jn- sectcn zählt, keineswegs zu den häufig Erscheinenden gehört. Ich kann nicht umhin, wiederholt auf die Raupe des Frostuachts- Schmetterlings (^eiclrstiu binmsta) aufmerksam zu machen, da diese grü¬ ne Rauve, die zugleich mit dem Aufbrechen der Blatt- und Blüthenknospen erscheint und diese zerstört, mir als eine der schädlichsten Schmecterlingsraupen für Obstbäume bekannt ist, und m Krain ziemlich häufig vorkommt. Der männ¬ liche Schmetterling schwärmt bei seiner Entwicklung, die gegen Ende Octobcr und Anfangs November Statt findet, in der Abenddämmerung in den Gärten, um das ungeflügelte Weibchen, welches zu diesem Ende an dem Baumstamme emporknccht, zur Begattung aufzusuchen. Nach vollzogenem Act eilt das befruch¬ tete Weibchen noch höher in die Krone der Bäume, legt daselbst ihre Eier, nach Schmidberger's Beobachtung einzeln an die Frucht- und Laubknospen ab, und kittet diese mittelst eines Saftes so fest an, daß weder Regen noch Schnee dar¬ anfeinwirken können. Erst im Frühjahre, beimAufbrechen dcrLaub- und Blüthen¬ knospen, kommt das Anfangs kaum bemerkbare Räupchen zum Vorschein, verräth sich erst etwas sväter durch das Zusammenspinnen dcr Blüthen- und Blätterknospen, in denen man gewöhnlich bei genauer Untersuchung die Raupe findet. Mitunter findet sich bei dieser Gelegenheit, und am nämlichen Orte, als ein röchliches Würmchen, auch die Raupe deS ApfelwicklerS, (kuntlüna ovkliuna), oder die dunkelgrüne schwarzgetupfte Raupe der Doch ist die Raupe des Frostnachts-Schmetterlings die gefräßigste und verderblichste, und jeder Obstbaum-Freund mache es sich zur besonder» Pflicht, dieses schädliche Znsect auf alle mögliche Weise von dem Garten entfernt zu halten und seine Verminderung zu bezwecken. Man hat zu diesem Ende Strohwische vorgeschlagen, die, auf Art eines Daches, einen Schuh vom Boden entfernt, au den Stamm gebunden und an den Spitzen inic Theer bestrichen werden, wodurch bei der Entwicklung des Schmet¬ terlings, die im Herbste Statt findet, die Weibchen abgehalten werden, an dem Baume emporzukriechen, um ihre Eier daselbst abzulegen. Herr Schmidberger, ein sehr thätiges Mitglied der k. k. Landwirthschafts- Gesellschaft in Wien, schlägt eine Art kleinen Verschlag vor, der, aus Brettern gemacht, den Baumstamm an der Basis mit geringem freien Raum umschließt, c l e ? S n d s- 19 und von Außen mit Theer bestrichen werden muß. Dieser sogenannte Stiefel be¬ steht nach Schmidberger aus vier Brettchen, welche einen Schuh hoch und etwas breiter sind als der Durchmesser des Stammes, der damit umgeben werden soll. Diese vier Bretter werden in Form einer viereckigen offenen Kiste zusammenge¬ nagelt, was mit dem vierten Brett am Stamme Statt finden muß, um den¬ selben einzuschließen. Damit weder die Sonne noch der Regen auf den Theer einwirken könne, wird das Gefäß oben herum mir einem Gesimse versehen, zu welchem Ende eine 3 bis 4 Zoll breite Platte oben herum aufgenagelt wird, so daß sie einen Vor¬ sprung und von unten einen Winkel bildet, der ebenfalls mit Theer oder Wagen¬ schmiere bestrichen werden muß. Das beschriebene, am Fuße des Stammes an¬ gebrachte Gefäß muß einige Zoll in den Boden eingelassen und die Erde daran festgetreten werden. Die beste Zeit hiezu ist der Monat October. Auch die Stare, denen die Raupen der Frostnachts-Schmetterlinge besonders angenehm sind, werden zu hegen empfohlen. . Minder schädlich der Obstbaumzucht ist die Raupe des BirnspannerS, Lauplüäusi« pilo8uris; des Lindenspanners, ibiäouiu stöl'oIiHa; der Obstmotte, Vponomsutu eo^imlöllu; des Apfelwicklers, Oarpoanstss poiuonmiu; des Pflaumenwicklers, ?6iilkins prnninnn und oasllunu, und des Mandelholzwicklers, Oarpoarrp8L VVosI-sriuna. Ich übergehe nun zu den nützlichen Garten - In secten, die ich einer hochansehnlichen Gesellschaft in Natur zur Ansicht vorführe, ohne über deren Naturgeschichte in Detail zu sprechen. Vor allen verdient der P u p p e nräuber, auch R a n p e n jä g er, (6slo8oma 8)'eoplmiitu) genannt, einer besondern Erwähnung, weil dieser Käfer unermüdet auf Raub ausgehend, nicht nur die auf dem Boden lebenden schädlichen Raupen und Larven vertilgt, sondern sogar die Bäume erklettert, um Raupen und Puppen aufzusuchen und zu verzehren. Er gehört, wie alle folgenden, zu den Laufkäfern oder Fleischfressern (aursorss und emmivori), die mit den Erdkäfern in eine Elaste gehören, und weil sie zu ihrer Nahrung auf Schnecken und Jnsecten-Larven ange¬ wiesen sind, für unsere Haushaltung als nützlich betrachtet, und daher geschont wer¬ den müssen, wenn sie in unsern Gärten oder aufFeldern und Wiesen gefunden werden. Mit der Vertilgung der schädlichen Jnsecten, Larven und Schnecken be¬ schäftigen sich nicht minder: Der Lederkäfer, (kroeru8t68 corisa6U8), dann Körmui'8 Laufkäfer, Oarnlni8 (Hormnii und 6srst)U8 «'rnnululns. 2* 2» Der bläuliche Schnellkäfer, Harpsiu» semivioluceu». Der erzfärbige Schnellkäfer, Harpulus -eiisns. - Der rothfühlerige Schnellkäfer, Hsrpulu« rullenrnis und der doppelt gezeichnete Schnellkäfer, tlarpulus dinotuln«. Der schwarzköpfige Kreiselkäfer, Lulultnis melsnocöxliLlus. Ll^Iölkn - Kreiselkäfer, (üslutlms eistkloiöss. Der schwarze Schulterkäfer, 0mu86U8 molanarius. Der kupferfarbige Schulterkäfer, k«ecilu8 cmpreus. Der Schrank'sche Grünkäfcr, 6Iünenin8 Lcftrmilet. Der Kreuz - Scheukäfer, kuimAvim erux inafor. Der zugespitzte Kanalkäfer, Lmuru ueuminatu, Der gemeine Kanalkäfer, Lmars vulgaris. Der gerippte Brettkäfer, porestu8. Der kurzhalfige Dammkäfer, Nsbria brsvicolli8, und der Sandfingerkäfcr, 8curilS8 rnmnsriu«, welcher an feuchten Stellen häufig vorkommt, und besonders den kleinen Schnecken nachstellt. Ich schließe diese Gruppe mit dem Bombardierkäfer, (Lrucünmm cröpi- tmi8), den nebst seiner Nützlichkeit auch noch die besondere Eigenschaft, sich zu ver- theidigen, bemerkenswcrth macht, und diesem Käfer den deutschen Namen leiht. Sobald nämlich diese Käfer von Feinden verfolgt werden, spritzen sie aus dem After einen phosphorischen Saft mit einem Geräusch und Rauch aus, und entkommen durch dieses Manöver ihren Verfolgern, selbst dem angehenden, darauf unvorbereiteten Sammler. Ich kann nicht umhin zu bemerken, daß alle Laufkäfer, die sehr zahl¬ reich sind, und in den Hauptunterschieden den, heute einer hochansehnlichen Gesellschaft zur Ansicht gebrachten, gleichen, und gewöhnlich unter Laub und Steinen angctroffen werden, als der Oeconomie förderlich betrachtet und geschont werden sollen. In die Cathegorie der nützlichen Käfer gehören noch viele andere aus der zahlreichen Familie der Raubkäfer, auch Kurzflügler lrs) genannt. Ebenso einige der Aaskäfer (8^1plia), Buntkäfer (6Isru8), und vorzüg¬ lich die Marienkäfer (LoceiimIIs), deren Larven die Blattläuse zur Nah¬ rung dienen, und unsere Baume und Pflanzen von diesen fatalen Gästen reinigen. Der gelbe Saft, den diese Käfer alle, besonders aber die bekannteste Art, nämlich der siebenpunktige Marienkäfer (Loeemöllu kmptsmpunotgtg), bei einer Berührnng als Vertheidigungsmittel austreiben, stillt die Zahnschmerzen. Daß die Krainer längst von derHeilkraft dieses Käfersaftes überzeugt gewesen sind, 21 beweist der, diesem Käfer beigelegte, der heiligen Apollonia entlehnte Name (?olou2n), womit diesem Käfer zugleich eine Art von schuldiger Achtung ge¬ zollt wird. Am Schluffe meines Vertrages erlaube ich mir nur noch die Aufmerksam¬ keit der hochansehnlichen Versammlung auf eine, unmittelbar aus dem eben be¬ handelten Gegenstände hervorgehende Wahrnehmung hinzulenken, die darin be¬ steht, daß es erfreulich sey, zu bemerken, wie auch unser Landmann immermehr diesem Gegenstände die verdiente Aufmerksamkeit zolle, und die heilsamen Be¬ lehrungen immer tiefern Grund fassen; was jedoch in einem weit größern Maße noch geschehen würde, wenn der Landmann nach und nach zu immer größerem Vertrauen in die ihm gegebenen Lehren gestimmt, und einsehen lernen würde, daß der seinem Berufe entsprechende Bauer ebenfalls jenen Anspruch auf volle Achtung machen könne, wie die andern Glieder eines Staates. Belebt von diesem Hochgefühle des eigenen Werthes wird der Laudmaim gewiß jede Neuerung, die er jetzt noch mißtrauend verwirft, recht gern aufnehmen und zu seinem Wohle in Ausübung bringen, — und so wird jene Klippe, die sich bisher so oft der Einführung eines rationellen Culturbetriebes entgegenstemmte, und eine im Mangel an Vertrauen begründete Scheu vor je¬ der Neuerung heißt, und nicht selten bis zur Widerspenstigkeit ausartet, beseitiget werden. 2L V. Erfahrungen über das Hufbeschläge der Pferde ohne Nägel oder die sogenannten Pferdesandalen, (Hi^)O33Q(1al6N.) Vom Professor V-- Bleiwels, Geselllchaftsmltgliede. Das so häufig vorkommende Vernageln, welches schon so manches Thier auf immer zu Grunde richtete, und die vielen Gebrechen des Hufes, welche das Annageln des Eisens an demselben nicht gestatten, haben schon lange eine andere Pferdebeschuhung wünschenswerth gemacht, welche diesen Uebelständen Abhilfe leisten würde. Unter mehreren andern Versuchen, diese Idee zu realisiren, hat vorzüglich die in Rede stehende eine allgemeine Aufmerksamkeit, selbst vieler landwirthschaftlichen Vereine auf sich gezogen. DaS neue Hufbeschläge ohne Nägel ist eine englisch-französische Er¬ findung, und hat diese Form, wie sie au den vorliegenden Exemplaren zu sehen ist, nach Vs-Konrnu^'s und Lorjou's Idee, durst) Cölestin Pauly aus Paris erhalten. Patent-Hufbeschlag ohne Nägel wurde zuerst in einer Versammlung der Londoner Thierärzte im April 1840 vor¬ gezeigt, wo ein großer Theil der anwesenden englischen Thierärztc gegen die neue Erfindung sich aussprach, während der Erfinder deren Vorzüge durch die Vor¬ lage vieler günstigen Zeugnisse zu erweisen sich bestrebte. Gleiches Schicksal haben die Pferdesandalen im Verfolge weiterer Erfah¬ rungen erlitten, und, wie alle Neuerungen, Stimmen pro und eontru hervor¬ gerufen. Nachdem die Erfindung zuerst iu England ein Patent erhalten, wurde sie in der, durch Herrn Pauly verbesserten Form, auch in Frankreich, Ru߬ land, Baiern und Oesterreich privilegirt. Cölestin Pauly hat, um das neue Beschlage zu verbreiten, mehre Länder bereiset, und hat sich seit etwa zehn Mo¬ naten in Wien niedergelassen, und eine derart Beschlagschmiede eröffnet. Ich be¬ fand mich noch am k. k. Thierarznei-Institute zu Wien, als dieses Beschläge da¬ selbst bekannt wurde, und hatte Gelegenheit, Erfahrungen über dassebe an ge¬ sunden und kranken Hufen zu machen. Seitdem besitze ich briefliche Nachrichten von dort, und zwar aus einer ebenso sachverständigen als unparteiischen Quelle, welche die Zufriedenheit der Pferdeeigenthümer niit diesem Beschläge in keinem so allgemein glänzenden Lichte erscheinen läßt, als der Herr k. k. Hof¬ thierarzt, welcher der hiesigen k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft die vorliegenden zwei Exemplare des Pauly'schen Beschlages aus Wien einsandte, in den Ver¬ sammlungen der Wiener k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft im December 1840 und im April 1841 sie schilderte. i > c r 0 d t k 28 Zum Behufs einer grundhältigen Bcurtheilung dieser Beschlagsmethode finde ich es nothmendig, eine kurze Beschreibung der Pferdesandalen und ihrer Construction voraus zu schicken. Das eigentliche Eisen ist ein gewöhnliches deutsches Eise», mit oder auch ohne Stollen, mit oder ohne Griff. Vorne steigt an der Zehe des Hufeisens eine cingeschweißte Spange (Zehenspange genannt), von ziemlich starkem Eisen, schief der Zehenwand des Hufes folgend, bis über die Hälfte derselben hinauf, wo sie mit einer kurzen Umbiegung endet. An den beiden Seiten (oder Trachten) ist ebenfalls jederseits eine etwas kürzere und hakenförmig zurückgebogene Seitenspange, die man auch das Ohr oder Seitenläppchen nennt, aufgezogen. In geringer Entfernung vor jeder Seitenspange ist ebenfalls beiderseits, auf der obern Eisenfläche, an ihrem äußern Rande eine keilförmige Erhöhung eingenietet, die man den Schlußhaken oder Zahn nennt, welcher einer der wichtigsten Hauptpuncte des Eisens ist. Von dem einen Ohre bls zum andern geht in etwaS schiefer Richtung, vorne unter der Umbiegung der Zehenspange liegend, eine eiserne Kreis- spaiige, welche dicht, der Form des Hufes folgend, dieses wie ein Band von Eisen umgibt, und zu beiden Seiten um die Ohren umbogen und vernietet wird. Was die Art und Weise des AuflegenS und Befestigens der IUpp08micIal6n an den Huf betrifft, so geschieht das Zurichten des Hufes auf die gewöhnliche Art, wie beim deutschen Beschlage. Ist dieß geschehen, so wird aus dem großen Vorra the der Sandalen ein dem Hnfe angemessenes Eisen ausgesucht und warm gemacht, die Seitenläppchen etwas auswärts gebogen, damit das Eisen eben an den Huf aufgerichtet werden kann; zugleich wird die vordere Spange etwas an der Zehenwand eingebrennt, damit sie sich nicht nach der einen oder nach der andtrn Seite verschieben könne. Ist das Eisen aufgerichtet, so sucht der Beschlagschmid die beste und festeste Stelle der Seiten- oder Trachtenwand auf, bezeichnet beiderseits diese Stelle an dem Eisen und dem Hufe als den Punkt, wo der Zahn zu stehen kommt, nimmt sodann das Eisen ab, und bohrt mittelst einer Maschine ein lloch in das¬ selbe, wo der Zahn eingenietet wird. Ist dies; geschehen, so wird an der bezeichn neten Stelle der seitlichen Hornwand mit einer scharfen Hanklinge so viel ans- gcstemmt, daß daS Schlnßhäkchen oder der Zahn genau in dieselbe einfallen könne- Nun wird das ganze fertige kalte Eisen auf den Huf gelegt, die Seiten- ohren und die Zehenspange an denselben zweckmäßig gerichtet, und eine, aus dem Vorrathe herausgesnchte paffende Kreisspange also angelegt, daß die End- rheile derselben an die Seitenläppchen der Sandale gesteckt, und mit einem klemen, meiselartig gestalteten Setzhammer, der vordere Theil der KrciSspange 24 /'»ach abwärts getrieben, und dieselbe dicht an die Wand angerichtet werde. Ist solche hinlänglich fest angetrieben, so wird das Endtheil der Zehe nspange über selbe zurürkgebogen, und das Eisen liegt nun allenthalben fest am Hufe. Wird die Sandale abgenommen, so wird das umgcbogene Endtheil der Zehenspangemittelst einer Hauklinge gerade nach aufwärts gebogen, dann mit dem Setzhammer die Kreisspange ebenfalls nach aufwärts getrieben, und aus dem Seitenläppchen der Sandale ausgehoben, worauf das Eisen mit freier Hand leicht abgenommen werden kann. Aus der angegebenen Construction des Spangeneisens geht hervor, daß das- selbe vorzüglich durch die vordere und die zwei Seitenspangen gehalten, dnrch die Kreisspange dessen Befestigung vermehrt, und das Ausweichen der genannten drei Spangen verhindert, durch die Schlußhaken oder die Zähne beiderseits aber vorzüglich das Verschieben des Eisens nach vor- oder rück¬ wärts unmöglich gemacht werde. Die Zähne müssen daher, als sehr wichtige Bestandtheile der Hipposunüulen, genau passend in die Trachtenwand ein¬ gelassen werden; ein ganz knappes Anliegen der Seitenläppchen an die Trachten¬ wand ist jedoch nicht unumgänglich nothwendig, weil sie nur Stützen der Kreisspange sind. Der Zeitaufwand, binnen welchem ein Pauly'sches Sandaleneisen ver¬ fertiget wird, verhält sich zur Fabrication cineS gewöhnlichen Eisens, etwa wie S : 1, d. h. ein tüchtiger Bcschlagschmid kann fünf gewöhnliche deutsche Eisen fertig machen, ehevor ein Spangeneisen ganz fertig wird, zu dessen Be¬ festigung an den Huf, durch geübte Hände, wieder '/^Stunde erfordert wird. Der Preis eines solchen Eisens, ungefeilt und unpolirt, ist von Pauly auf den ungemein Niedern Preis von 2 4 kr. p r. Stück festgesetzt. Es entsteht nun die Frage: ob das Spangeneisen solche Vorzüge vor dem gewöhnlichen Nageleisen besitze, daß eS statt dessen in allgemeinen Gebrauch gezogen zu werden verdient? Darüber entscheiden kann nur die Erfahrung, die kompetenteste Rich- terinn in Gegenständen vom practischen'Belange, aber auch der so oft gemiß- brauchte Götze uosers Jahrhunderts; denn eS gibt eine wahre und eine falsche Erfahrung, und darin liegt die Ursache, warum wir uns fast bei jeder neuen Erfindung iu einem ChaoS von Widersprüchen befinden! So auch hier. Während die eine Partei den absoluten Werth des Spangeneisens aus Erfahrung enthusia¬ stisch vcrtheidigt, verwirft die andere Partei, ebenfalls auf Erfahrung sich stützend, dasselbe ganz und gar. Ueberall ist Leidenschaftlichkeit iin Spiel, jedoch weniger im letztem als im erstem Falle. Mit Uebergehung der vielen andern Einwürfe, welche die Gegner dem San- daleneiseu machen, halten wir unS nur an die wirklichen, dnrch Erfahiung tag- 25 täglich bestätigten Uebelstände des Spangcncisens, als: daß eS sehe häufig den Huf klemmen, und zumal durch zu tief in die Hornwand eingelassene Schlußhäkchen denselben bedeutend quetschen könne, dadurch die Thiere lahm mache, Zwanghuf, Hornspalten und Klüfte erzeuge, zum Streifen Veranlassung gebe, nicht dauerhaft hafte, leicht breche, nur schwer Reparaturen zulasse, mehr Zeit und Accuratesse in der Ausführung erfordere und dießfalls theuer zu stehen komme. Diese dem Hufe nachtheiligeu Zufälle beim Sandaleneisen sind so leicht mögliche und auch nicht seltene Ergebnisse wie daS Ver¬ nageln beim Nägeleisen, und ereignen sich, nach verläßlichen Berichten, selbst in der Werkstätte des Herrn Pauly nicht gar zu selten. Wenn wir unS lediglich an den für das neue Beschläge enthusiastisch ge¬ stimmten Ausspruch des Herrn Hofthierarztes halten, so müssen wir erwarten, daß das neue Beschläge (die Vernaglung aus der Beschlagskunde gänzlich ver¬ wischend) mit allgemeinem Jubel ausgenommen werden müsse, daß wir in Kurzem unsere Pferde nur in Sandalen erblicken werden. Hören wir aber die Ultra's der Gegenpartei, so müssen wir fürchten, daß die junge Erfindung alsbald der Vergessenheit anheim fallen wird. »Es wird und kann das jedenfalls viele Schattenseiten barbie¬ rende Sandaleneisen, bei dem gegenwärtigen Standpunkte unserer Beschlagskünstler, niemals in allgemeinen Gebrauch kommen, wird aber immerhin in einzelnen Fällen von Hufgebrechen eine nützliche Anwendung finden.« Diesen, an das richtige g'u8ts millsu sich haltenden Ausspruch hat eine unparteiisch prüfende Erfahrung, die ich am k. k. Thierarznei-Jnstitute in Wien und auch schon hierorts gewonnen, bestätiget; so lautet auch das Urtheil aller er¬ fahrenen und unbefangenen Sachkenner. Zugegeben, daß em vollkommen gut ausgeführtes Sandaleneisen dem Pfer¬ dehufe durchaus keinen Nachtheil bringe, so ist, was Hauptsache bleibt, an einer durchgehends zweckmäßigen Verfertigung und Befestigung desselben an den Huf, von Seite unserer gewöhnlichen Beschlagschmide ganz und gar zu verzweifeln. Diejenigen Leute, die gewöhnlich unsere Pferde vernageln, werden uns gewiß auch selten ein vollkommenes Spangeneisen liefern, welches, obschon von jedem tüchtigen Beschlagschmide erlern- und ausführbar, ohne Widerspruch viel mehr Ge¬ wandtheit und Accuratesse fordert als das Nägeleisen, wenn es dem Hufe so an¬ gepaßt werden soll, daß es die zwei Hauptbedingungen erfülle, nämlich: erstlich, dem Hufe nicht schade, und zweitens, an demselben dauerhaft hafte. Ich ließ in der Nähe meiner Vaterstadt von einem Landschmide, nach vorgezeigtem Muster, ein Sandaleneisen verfertigen; den ganzen Tag hatte 26 dieser VulcauuS-Sohn im Schweiße seines Angesichtes daran gearbeitet, und welch' ein miserableS Machwerk hat er zu Stande gebracht! von einer haltbaren Befestigung desselben an den Huf war durchaus keine Rede. . Bis aber der größere Theil unserer Schmide, — Ausnahmen gibt es überall, — durch vieles Fehlen die Kunst erlernt haben wird, ordentliche Spangeneisen zu verfertigen, dürften die Pferdebesitzer wahrscheinlich schon lange die Lust verloren haben, ihre Pferde damit beschlageü zu lassen, denn man will im gemeinen Leben dem srrrmäo lliseimu8 eines Handwerkers kein Opfer bringen. Daß aber daS neue Beschläge wirklich eine viel größere Geschicklichkeit und Genauigkeit in der gesammten Ausführung erfordere, und in Folge dessen mehr Zeitaufwand und größern Kostenpreis bedinge, darüber herrscht nur Eine Stimme Aller, die ein Paul y'sches Beschläge verfertigt oder verfertigen gesehen haben. Kann und wird demnach das Spangeneisen niemals allgemeine Anwen¬ dung finden, so wird es nur in einzelnen Fällen mit Nutzen angewendet werden. Diese Fälle sind solche Gebrechen und krankhafte Zu stan de des Hufes, in welchen das gewöhnliche Eisen nicht angenagelt wer¬ den kann oder darf, weßhalb das Thier oft müßig stehen muß, obschon es übrigens zur Verwendung geeignet wäre. Hierher sind zu zählen: zerrissene, splittrige, mürbe Hufe; Hufe mit hohlen Wänden, wo ich eS in der k. k. Thierarzneischule in Wien mit Vortheil anwenden sah, vorzüglich aber Horn spalten u. dgl., das Nägeleisen nicht gestattende Gebrechen. Doch muß bei solch' gebrechlichem Zustande der Hufe, als coiuiiti'o sinm Pia uoii, noch so viel gutes Horn vorhanden seyn, daß die Schlußhäkchen in die Trachtwand fest eingelassen werden könne», weil ohne dem keine Haltbarkeit möglich ist. In solchen Fällen wird sich wohl die Auslage lohnen, einen in diesem Beschläge er¬ fahrenen Schmid herbeizurufen, und ich zweifle nicht, das; cS unseriii Gcsellschafks- Mitgliede und hiesigem Curschmide, Herrn Alois Bayer, bei seiner bewährten Geschicklichkeit keine sonderliche Mühe machen wird, zweckmäßige Spangeneisen zu verfertigen. 27 VI. Ueber die Melkröhrchen bei Kühen. Von Ebendemselben. I)r- Lüdersdorfer aus Berlin sandte im Jahre j839 der k. k. Land- wirthschafts-Gesellschaft in Wien zwei Stuck aus Zinn verfertigter, zuerst der Versammlung deutscher Landwirthe zu Potsdam vorgezeigter Melkröhrchen, wel¬ che in der allgemeinen Versammlung der Wiener k. k. Landwirthschafts - Gesell¬ schaft im December 1839 großen Antheil erregten, und insbesondere das vollste Jutereffe des k. k. Hofbraumeisters und Mitgliedes derselben Gesellschaft, Herrn Joseph Gier st er, in Anspruch nahmen, welcher dieselben bei seinem großen Viehstande sogleich vielfältig in practischen Gebrauch zog, und in der Folge da¬ hin verbesserte, daß er, statt des Zinnes, Elfenbein oder Horn nahm, und die Einführungsmündungetwasbirnförmig abrundete, damit die scharfe Kanten¬ mündung vermieden, und die Manipulation den Thieren weniger unangenehm ge- gemacht werde. So entstanden die durch Herrn Gierster verbesserten und in einer eigenen Darstellung von F. I. Kolb, Wien im Jänner 1840 beschriebenen Melkröhrchen, die ich der hochansehnlichen Gesellschaft in vsturu und in Abbil¬ dungen hier vorzulegen die Ehre habe. DaS Materiale, woraus die Melkröhrchen verfertiget werden, muß ein solches seyn, daß eS durch die Milchsäure nicht angegriffen wird, daher unter den Metallen das reine Zinn, sonst aber Elfenbein, gemeines Bein, Horn oder auch Buchholz daS zweckmäßigste ist. Die Röhrchen selbst, aus welchem Materiale immer, am besten fedoch aus Bein verfertiget, müssen vollkommen glatt gearbeitet seyn und die Form und Größe der vorliegenden besitzen, um den Zizengängen in allen Be¬ ziehungen, d. i. ihrer Weite und den am Grunde jeder Warze mündenden Milchgängen, zu entsprechen. Die Application dieser Milchröhrchen , die ich selbst mehrmal bei Kühen versuchte, unterliegt durchaus keinen Schwierigkeiten, wenn man es nicht mit besonders kitzlichen oder bösen Thieren zu rhun hat. Folgendes Verfahren dabei ist nach meiner Erfahrung das zweckmäßigste: Nachdem mau sich, wie beim gewöhnlichen Melken, zur Eutergegend der Kuh niedergekauert hat, faßt man mit der linken Hand einen Strich und drückt denselben mit dem Finger so viel, daß sich ein Tropfen Milch zeigt, theilS um dadurch die Einführungsstelle für die Röhrchen genau zu sehen, theils um^den Zizenkaual zur leichtern und angenehmen, Einführung derselben geschickt zu machen. Mit der rechten Hand führt man nun eines der in 28 Bereitschaft gehaltene» vier Röhrchen mit dem abgerundeten und mit drei Seiten- löchern versehenen Ende zwischen dem Zeigefinger und Daumen sanft drehend, und mitunter, besonders bei hart melkenden Kühen, auch etwas schiebend in den Kanal des Striches bis an die Scheibe ein. So das Röhrchen in den Kanal cingebracht, haftet es von selbst in der Zize und sogleich beginnt der Milchfluß, der ununterbrochen fortdauert, bis die entsprechende Milchdrüse ihren Inhalt verloren hat. Dieses Verfahren wird auch bei den noch übrigen drei Stri¬ chen beobachtet, die nun alle vier, einen hübschen Anblick gewährend, auf gleiche Weise in vollem Flusse Milch geben,» bis sie an dem zuerst eingebrachten Röhr¬ chen zuerst, in dem zuletzt eingebrachten zuletzt zu fließen aufhört. Sonach werden die Röhrchen, wie beim Einführen, unter drehender Be¬ wegung wieder herausgezogen, und das Euter ist seines Inhaltes bis auf wenige Tropfen vollständig entleert, wovon man sich durch daS Nachmelken leicht über¬ zeugt. Der Zeitraum, binnen welchem die Milch, ausfließt, ist viel kürzer als beim gewöhnlichen Melken, indem das Ausfließen Einer Maß Milch, sammt der Röhr- chenapplication eines Geübten, in kaum zwei Minuten zu Stande kommt, was beim Melken auf die gewöhnliche Art wohl nicht der Fall ist. Die jederzeit sogteuch fertige Opposition hat auch diese Erfindung mit den Waffen der Theorie und Erfahrung bekämpft, und während die eine Partei die neue Milchgewinnungsmethode, wobei Zeit und Dienstleute erspart werden sollen, alS ungemein zweckmäßig empfiehlt und vertheidigt, venvirft sie die andere alS unzweckmäßig und sogar nachtheilig ganz und gar. Die Gegner derselben, jedoch mehr auf theoretische Gründe als auf fortge¬ setzte Erfahrung gestützt, behaupten: man verletze dadurch leicht die in¬ nere Zizenhaut und bringe Entzündung, Wunden und Geschwü¬ re der Warzen hervor, durch öftere Anwendung der Röhrchen werden die Zizengänge immer mehr erweitert, erschlafft, ge¬ lähmt, und zum unwillkürlichen Milchflusse disponirt, bei neumelkenden Kühen wird dadurch für immer die Milchabson¬ derung vermindert, weil, so wie durch daS Saugen des Kalbes, auch durch das mechanische Moment des Melkens der ergiebigere Milchfluß befördert wird, die Milch werde durch diese Methode nicht ganz vollstän¬ dig entleert, wird durch die Unruhe des Thier es kenn Abflie¬ ßen durch dieRöhrchen leicht verschüttet, der Bedarf desMelk- personalcs wird dabei nicht vermindert, wenn nicht durch einen eigenen Apparat der Milchnapf mittelst einer über das Kreuz der Kuh ange¬ brachten Schlingengurt befestiget wird, waS jedoch wieder umständlich und zeitraubend sey. Den hartnäckigsten Widerstand wird aber dieser Er- 29 findung gewiß die Indolenz und daS Vorurtheil des melkende» Dienstpersonales selbst bieten, woran die Einführung schon mancher zweckmäßigen ökonomischen Neuerung scheiterte. Was auch die Vertheidiger der neuen Milchgewinnungsmethode, und besonders ihr wärmster Protektor, Herr Hofbraumeister Gierster, gegen die¬ se eben angeführten Nachtheile Entkräftigendes einwenden mögen, so kann nicht geläugnet werden, daß viele der angeblichen Nachtheile möglich, und beim un¬ vorsichtigen oder lange fortgesetzten Gebrauche sogar wahrscheinlich werden, die, wenn sie wirklich eintreten, durch die Vortheile des Zeit- und Dienst¬ boten-Erspar nisseS gewiß nicht ausgeglichen werden. Wenn demnach ein allgemeiner Gebrauch der Melkröhrchen, selbst in größern Meiereien, auch niemals zu erwarten ist, so ist ihre Anwendung so¬ gar im kleinsten Haushalte, nach meiner Ueberzeugung, in folgenden zwei Fällen, worauf ich die Herren Landwirthe aufmerksam zu machen für meine Pflicht halte, von unbestreitbar hohem Werthe und wirklich praktischem Nutzen. 1) Bei schmerzhaften Euterentzündungen (ovsIÜL vimen), die so häufig vorkommen, und wobei das gewöhnliche Melken, wegen des schmerz¬ haften Zerrens am Euter, nicht vertragen wird, die Milchentleerung aus dem¬ selben aber, wegen der Nachtheile des Milchstockens, einen Haupttheil der Cur ausmacht, ist diese schmerzlose und bis auf den Rückstand einzelner Tropfen voll¬ ständige Milchentleerungsmethode gewiß von größter Wichtigkeit, welche allein schon dieser Erfindung Unvergänglichkeit sichert. 2) Welcher Landwirth kennt nicht die eigensinnigen Kühe, welche die melkende Magd, mag sie thun was sie will, so oft mit leerem Napfe abziehen lassen, indem sie willkürlich die Milch zurückhalten, die, im Euter zu lange stockend, verdirbt oder Krankheiten desselben verursacht? Diesem willkürlichen Zurückhalten der Milch werden nun, wie ich mich selbst überzeugte, durch diese Röhrchen Schranken gesetzt, denn, nur die Röhrchen eingesteckt, und die Milch fließt auf der Stelle. In keiner wohlbestellten Wirthschaft, wo man Kühe hält, sollen daher für die eben genannten Zwecke diese Melkröhrchen, wenigstens vier an der Zahl, fehlen, welche, das Stück aus Bein a 12 kr., aus Horn ü 6 kr., in Wien nach Angabe des Herrn Gierster durch den Hofdrechsler verfertiget, und je nach dem Wunsche der Herren Mitglieder dieser hochansehnlichen Versammlung durch mich bestellt, oder auch von dem hiesigen Drechslermeister Unglerth bezogen werden können. 30 VII. Ueber den Anbau und die Zurichtung des Flachses, mit besonderer Rücksicht auf Kram. Doin Herrn Prof, Schubert. Die große Menge kleiner Wirthschaflsbesitzer, die Tausende von Hän¬ den, welche, in Ermanglung anderer Beschäftigung, mit der Zurichtung, dem Verspinnen und Weben des Flachses lohnend in Thätigkeit gesetzt werden können, die bei weitem unzureichende Erzeugung dieses Productes im Lande, und die bedeutende Einfuhr desselben aus andern Provinzen, veranlaßt diesen Vortrag, der aber keineswegs zum Zwecke hat, den Anbau und die Erzeugung im Großen zu verfolgen, sondern nur in Rücksicht auf den kleinern Wirthschafcsmann bewährte Anhaltspunkte zur Erzielung eines guten und zureichenden Productes anzugeben. Denn noch immer gibt es mancherlei Jrrthümer und Vorurtheile, von denen die gemeinen Wirthschaftsleute befangen sind, die dann auch häufig die Ursache sind, warum der Anbau oft so wenig lohnend wird, daß man lieber das rohe Pro¬ duct oder gar schon fertige Gewebe um hohe Preise auswärts her bezieht. Der Flachsbau soll allerdings unter gewöhnlichen Verhältnissen nur in sol¬ cher Ausdehnung betrieben werden, daß, ohne Hintansetzung des Getreidebaues, der für die Wirtschaft nöthige Bedarf erzielt werde, außer eS wirkten andere Umstände ein, die einen ausgedehnten Betrieb räthlich machten. Die Leimvandweberei und Spinnerei ist in Oberkrain im Lacker-, Flöd¬ niger-, Krainburger-, und in Jnnerkrain im Jdrianer-Bezirke der vorzüglichste Industriezweig, so daß, nebst dem inländischen Erzeugnisse, noch mehr als 500l) Ccntner Flachs aus dem Drau- und Gail-Thale auS Kärnten, so wie auch noch überdieß aus der Steyermark und weiterher bezogen werden müssen, um den Be¬ darf zu decken. Hieraus wird klar, daß die Flachserzeugung vorteilhaft gesteigert werden könne und solle, so daß doch wenigstens von den 238601 Joch Groblandes dieser Provinz, der vierzigste Theil mit circa 6000 Joch dem Leinbaue gewidmet würde, während gegenwärtig kaum der siebenzigste Theil dazu verwendet wird. Die Wahl eines passenden Bodens zu seinem Anbaue ist aber , eine sehr mißliche Sache, denn er soll nicht zu leicht, aber auch nicht zu schwer, und zugleich ein kräftiger Boden seyn, wie seine zarte Bewurzelung und letzteres insonderlich die Hervorbringung ölhältiger Samen und die geringe Beblätterung erfordern; ferner nicht zu naß und nicht zu trocken seyn, denn leidet er an Nässe, werden die jungen Pflanzen bald gelb, kümmern, kränkeln, oder gehen wohl h gar ,ein; ist er zu trocken, wachsen sie nicht von der Stelle und bleiben spamilaug' si 31 Magere Sand- und Kalkgründe in trockener Lage tauge» daher nicht, und ebenso sind nasse, strengbindende Tongründe nicht geeignet; Feuchtigkeit und Kühle des Klima's müssen nachhelfen, was der Boden in dieser Beziehung zu wünschen übrig läßt, daher man denn auch seinen Anbau in Gebirgsländern und solchen Lagen antrifft. Die Art der Bodenbearbeitung hängt außer seiner Mischnngsbe- schaffenheit von den Vorfrüchten ab. Wird er nach behackten Früchten gebaut, zu denen aber gut gedüngt war, so braucht er weniger Arbeit, weil solche Aecker ohnehin durch das diesen Früchten zukommende Behacken und Behäufeln locker und rein erhalten sind; es genügt da ein zweimaliges Pflügen im Herbste und eine Furche im Frühjahre, und zwar in schmale Beete, womit ein ausgiebiges Eggen verbunden seyn muß. Gutgedüngte Klee-, Wicken- oder Mengfutterfelder bedürfen auch wenig mehr Arbeit als oküge; nur nach Winterweizen und Roggen erfordert er mehr Furchen, damit das Unkraut zerstört und der Acker gehörig klar gemacht werden könne; daher sollte man es vermeiden, nach einer Cereal- frucht mit dem Leine zu folgen. Hie und da bestimmt man in Kram einzelne Parzellen zu Kopfkraut und Lein, die aber fast alljährlich gedüngt werden; da pflügt man nach der Ernte des Kopfkrautes zur vollen Tiefe, läßt die Parzellen über Winter in rauhen Furchen liegen, und bringt zeitlich im Frühjahre den Lein hinein. Nach der Mitte Juni kommt der Flachs vom Felde, worauf nun wieder nach der Düngung Kopf¬ kraut aufgesetzt wird. ES ist nicht zu läugnen, daß diese Verfahrungsweise viel abwerfen müsse, indem sowohl der Flachs als auch das Kopfkraut in guten Prei¬ sen stehen, zumal wenn letzteres in größere Städte zu Markte gebracht wird. Ueberhaupt sind solche Krautäcker gute Leinstücke, cS ist aber hierbei nur zu wünschen, daß in so paffenden Boden auch guter Same gebracht würde, um durch Quantität und Qualität des ProducteS entsprechenden Gewinn zu machen. In Rücksicht der Düngung thut man am besten, dem Leine keinen fri¬ schen Dünger zu geben, weil er bei sonst günstigen Umständen zu schnell in die Höhe wächst und sich leicht lagert, anderseits mit frischem Dünger Unkraut in den Acker gebracht wird, wodurch sich das kostspielige Jäten vermehrt. Denn wenn zu den Vorfrüchten stark gedüngt worden ist, hat das Feld dann immer hinlängliche Kraft, den schönsten Flachs hervorzubringen. Ist aber durchaus Düngung nöthig, so ist es gerathen, den Dünger schon vor dem Winter auf das Feld zu bringen und gut unterzupflügen. Was die Saatzeit anbelangt, soll man in Gegenden, die an Trocken¬ heit leiden, der Frühsaat, in der zweiten Hälfte des April, den Vorzug vor der später» geben, damit die Winterfeuchtigkeit noch zu Statten komme; unter ent- 32 gegengesetzten Verhältnissen, die mittlere Ende Mai — oder wohl gar die späte Saat in der zweiten Woche des Juni machen. Jn Krain säet man auch Winterlein (in der Landessprache osimL), der in der Mitte August bis Anfang September eingesäet und in der Hälfte Juni des k. I. gerauft wird. Da darf aber die Schneedecke nicht fehlen, denn sonst geht er em. Es ist dieser Lein keine besondere Art, sondern nur eine an größere Kälte all- mählig gewöhnte Varietät des gewöhnlichen linum usilstisAinuin; allein er -verästelt sich stark und gibt kurzen groben Flachs. Man trifft ihn auch in einigen Bezirken in die Kleestoppeln gebaut. Zur Erzeugung eines ansehnlichen Flachses kömmt eS vor allem auf einen guten Samen an, aber leider wendet man selbst in Gegenden, wo er allge¬ mein gebaut wird, zu wenig Sorgfalt auf seine Erzielung, ja es ist oft die Meinung zu hören, daß es in unfern Ländern unmöglich sey, einen so tauglichen Samen zu erziehen, wie auswärts, und daß es daher nothwendig werde, aus¬ ländischen Leinsamen um hohe Preise und mit großen Kosten kommen zu lassen. Die unansehnlichen und zerästelten Pflanzen von inländischen Samen und das daraus erhaltene wenig lohnende Product, verbunden mit der mangelhaften Zurichtung ond weitern Verarbeitung flud auch der Grund, warum vielen Orts die Lcincultur nicht vorwärts will. In Ermanglung eines guten inländischen Samens ist es zur Hebung seiner Cultur wohl am besten, mit russischem: Ri¬ gaer, Memler oder Vindaer den Anfang zu machen. Es ist freilich wahr, daß die Anschaffung von nur wenigen Tonnen für de» einzelnen gemeinen Wirthschaftsmann eine bedeutende, ja oft unerschwingliche Summe erfordert; allein die Vermöglicheren sollten hier der Sache unter die Arme greifen, wenn der Leinbau zum Vortheile des Landes sich aufschwingen soll. Diesen muß es dann am Herzen liegen, aus dem ausländischen Samen guten inländischen zu erziehen, den dann der Aermere um die nieder» Preise erkaufen kann. Der Fehler, daß der inländische Samen meistens nicht taugt, ist wohl sicherlich in der Art der Behandlung und nicht im Klima und Boden zu suchen. Es ist in dieser Beziehung Regel, daß man, um guten Samen zu gewin¬ nen, schon die Aussaat darnach einrichten, nämlich in diesem Falle dünn auS- säen müsse, denn bei dünnerer Saat werden die Stängel stärker, treiben mehr Aeste, liefern ein größeres Quantum Lein und von besserer Qualität; bei stärkerem Stängel aber ist freilich der Bast gröber, und mithin auch der daraus erzeugte Flachs, aber zu starken Hausleinen vollkommen tauglich. Man muß also des Sa¬ mens halber auf die Feinheit des Flachses verzichten. Säet man dicht, so bleiben die Pflanzen schmächtiger, wachsen ohne Zer- ästlung in die Höhe, der Bast ist dann zarter, feiner und zu feinen Gespinnste» geeig- 33 geeignet. Da man hierauf selten Rücksicht nimmt, der Flachs zur Haupt¬ sache gemacht, und auch auf die Reifung wenig Bedacht genommen wird, so erhält man meist Lein, der wohl noch in die Oelmühle, nicht aber zum Samen taugt. Um also guten Samen und Flachs zu erzeugen, müssen zwei Saaten ge¬ macht werden, die eine dünn, zur Samengewiniiung, die andere dicht, für den Flachs. Theilt man übrigens den Samen ab, verwendet bloß den einen Theil zur Saat, verwahrt den andern gut, so wird man in die Lage kommen, daß man immer einen ein oder zwei Jahre alten Samen zur Saat in Bereitschaft haben wird, wie es die gute Praviš und Erfahrung will, denn frischer Same säet sich bald ab. Der eigene wie der fremde angekaufte Same soll immer auf einer Leinklapper gereiniget werden, weil keiner ganz frei von Unkrautsamen ist. Es ist daher zu wünschen, daß mehrere Ortschaften auf gemeinschaftliche Kosten eine gute Leinklapper unterhielten. In den Flachsgegendeu wechselt das Samenquantum sehr. Man säet beinahe, wenn man sachgemäß verfährt, nicht gar zwei Metzen pr. Joch zur Samengewinnung von Dreschlein; zur Flachsproduction hingegen nahe an drei Metzen. Dazu gehört auch, daß man die Samenprobe nicht unterlasse. Wenn die Flachspflanzen etwa eine Länge von 3 bis 4 Zoll erlangt haben, tritt der Zeitpunkt em, wo man sich schon um ihn bekümmern soll, denn immer wächst Unkraut mit auf, das gejätet werden muß, wenn die zarten Pflanzen nicht davon verdrängt und im Wachsthume unterdrückt werden sollen. Das Jä¬ ten soll später wiederholt werden, weil noch immer Unkraut nachkömmt; allein da dann der Aufwuchs schon zu hoch ist, dürfen die Jäter nicht mehr auf de» Beeten kauern, indem sie sonst zu viele Pflanzen niedertrelen, die sich nicht mehr aufzurichten vermögen, oder wohl gar abknicken würden. Bei diesem spätern Jäten stehen sie in den zwischen den Beeten ausgcstrichenen offenen Furchen ein¬ ander gegenüber. Wenn es so geschieht, kann man bis zum vollkommenen Auf¬ wüchse fort und fort jäten, welches oft arme Häusler, die ohne'hinreichende Grä¬ serei eine Kuh halten, unentgeltlich übernehmen. Wo man den Boden oft genug gepflügt und geeggt hat, der Dünger nicht frisch, der Same rein geklappert war, hat man weniger mit Unkraut und Jäten zu kämpfen. Der richtige Zeitpunkt des Raufens darf nicht übersehen werden, denn ist er zu jung, so ist auch der Bast noch nicht genug erstarkt, die Fasern be¬ sitzen weniger Zähigkeit und Dauerhaftigkeit, die sich erst recht nach der Zer¬ störung des, alle Elementarfasern verbindenden Pflanzenleimes kund gibt, daher er auch nach der günstigsten Röste unter der Breche zerbricht und beim Hecheln viel Werg gibt. 3 34 Läßt man ihn zu lange stehen, so gibt er spröde Fäden, da die Bastzcllen mit den Spiralgefäßen des Holzkörpers sich verbinden, und durch Verdichtung beider eine holzartige Beschaffenheit annehmen. Der wahre Reifegrad tritt dann ein, wenn die Flachsstängel völlig gelb geworden, wenn die untersten Blätter abgefallen, die obern auch schon dürre sind; wenn ferner die Samenkapseln ebenfalls eine dunkelaelbe Farbe zeigen und in's schöne Goldgelb ziehende Samen enthalten. Man muß um so mehr darauf sehen, wenn man guten Samen gewinnen will. Etwa zehn Wochen nach der Saat findet das Raufen Statt, soll aber bei trockener Witterung vorgenommcn werden, weil der naß geraufte Flachs, zumal beiin längern Aufeinanderliegen, sogenannte Rostflecke erhält, die nicht leicht wie¬ der bei der Bleiche vergehen. Es läßt sich auch jetzt schon vorhinein auf die Güte des Flachses schließen, wenn man an einem Stängel nach Abstreifung der Blätter ein Aestchen nach dem andern ergreift und die Bastfäden abzieht; lassen sich alle, auch die dünnsten und feinsten, ohne daß sie reißen, bis zur Wurzel abziehen; dann verspricht die Bast¬ faser guten Flachs. Den gerauften Flachs bringt man am besten auf Gcrstenstoppel, oder in Er¬ manglung derer auf Wiesen, breitet ihn da in Reihen dünn aus, damit die Samenkapseln ab trockn en, wozu man zeitgemäßes Wenden nichc unterlassen soll. Die Stoppeln eignen sich hiezu am besten, weil der Flachs, auf ihnen lie¬ gend, von der Erde abstehr, daher leichter trocknet, aber auch vom Grase nicht überwachsen, oder, wie auf einer glatten Wiese, vom Winde nicht verwehet werden kann. Zum Behufs der Samenerzeugung sollte man das Verfahren der Lief- und Kurländer nachahmen, die den gerauften Flachs auf Stangen binden, diese auf¬ stecken und so den Samen in den Kapseln nachreifen lassen. Sind die Samenknötchen und Stängel gehörig trocken geworden, riffelt man mittelst eigener Riffelkämme die erster» ab, darf sie aber nicht in Haufe» beisammen liegen lassen, weil sie sich leichr erhitzen und der Same hiedurch seine Goldfarbe verliert, die mit geringerm Glanze in's Braune sich verändert. Sie sollen vielmehr an luftige Oerter gebracht, dünn aufgeschüttet, bis sie, vollkommen getrocknet, auSgedroschen werden können. Der so erhaltene Same wird dann gesiebt und geworfen, wornach man den Vorsprung zur Saat nimmt, das Mittelkorn zum Oelschlagen bestimmt, das hinterste sammt Spreu an das Rindvieh verfüttert. Nach wiederholtem Siebendes Samenleines auf Staubreutern bringt man ihn auf die Klappcrmühle, und nach hier erfolgter Abscheidung der Unkraut- , gesame auf einen luftigen Getreideboden, wo er etwa zwei Zoll hoch aufge- , 35 schüttet und öfters gewendet wird, damit er noch das überflüssige Wasser verliere und nicht verdampfe. Zum Rosten des geriffelten Flachses bedient man sich der Thau- oder Wasser¬ roste. Der Zweck des Rostens bei beiden ist, den Pflanzenleim, womit der Bast mit dem Stängel und die Fasern untereinander verbunden sind, durch Fäulniß desselben zu zerstören, daher denn auch besonders bei der Wasserröste durch Bil¬ dung von Amoniak ein sehr übler Geruch entsteht, so daß die Fische im Fluß- waffer dadurch und durch andere entwickelte Faulungsproducte getödtet werden. Die Thauröste ist für den kleinen Flachsbauer dcßhalb vorzuziehen, weil man nicht so leicht Gefahr läuft, daß der Flachs überröstet wird und man auch zur Wasserröste nicht überall geeignetes Wasser hat; denn esmuß reinseyn, nicht faulen, und nicht mineralische Auflösungen (besonders sind Eisensalzlösungen schädlich) enthalten. Wenn man dabei nicht sorgfältig nachsieht, kann ein längeres Liegen von nur 1 oder 2 Tagen schon ein Ueberrösten herbeiführen; übrigens kann es auch geschehen, daß gerade zur Zeit, wo der Flachs aus dem Wasser gezogen werden muß, Regenwerter eintritt, dann aber nicht getrocknet werden kann, und nun vollends überröstet und verdirbt. Die Thauröste aber hat den Uebelstand, daß sie bei anhaltender Dürre oft 6 bis 9 Wochen erfordert, und dann noch mit dem Wasser nachgeholfen werden muß. Will man sich überzeugen, ob der Flachs abgeröstet ist, versucht man ein Büschel durch Reiben zwischen den Händen oder auf einer Breche. Bricht daS Holz leicht, trennt sich der Bast gut von selbem in feine Fasern, fühlt er sich milde und weich an, so ist die Röste vollendet. Bei der Wasserröste zeigt er eine schöne Silberfarbe; bei der Thauröste ist er dunkler gefärbt, allein bei ersterer ist er gewöhnlich spröde. Wenn ganze Ortschaften Flachsbau treiben, soll ein Darrhaus außerhalb des Ortes angelegt werden, in welchem der Flachs unter Aufsicht eines Brechmeisters gehörig gedörrt wird. Hiebei hat jener bloß Acht zu haben, daß er nicht über¬ mäßig gedörrt werde, und auch daß die Brecher keine zu scharfen Brechen führen, damit dabei die Fasern nicht zerschlagen und zu viel Werg erzeugt werde. Zuerst wird der Flachs auf der Breche mit einer Zunge bearbeitet, dann aber auf einer zweizüngigen rein gebrochen und geschwungen. Der Breche folgt die Hechel, welche alle verwirrten, verknüpften Fasern sannnt den allenfalls noch darin befindlichen Holztheilchen wegnimmt, und jene als Werg zurückläßt. Verkauft man den Flachs, so hechelt man ihn nur aus dem ^töbsten; zum Verspinnen bei Hause und zwar zu feinern Garnen wird er >wchmals durch eme engere Hechel gezogen, auch wohl an den Enden umgeschla- sten und mit Bindfäden umwunden, dem Sude in Seifenwasser ausgesetzt, nach Mehrmaligem Ueberwaüen heransgenommen, in reinem Wasser gut ausgewaschen, 3* 36 und wenn möglich an der Sonne oder Lust getrocknet. Aber auch nach dieser Vorbereitung legt man den Flachs noch nicht zu Rocken an, sondern man schlägt ihn auf einem Holzblocke mittels eine- Schlegels mir glatter Fläche so lange absatzweise durch, bis erwärm geworden ist, worauf man ihn zwischen den Händen reibt. Alles dieses hat zum Zwecke, die Fasern zu zertheilen, zu verfeinern, in die Elementarfasern aufzulösen, aber auch weicher, zarter und selbst weißer zu machen. Wo man feine oder wohl gar die sogenann¬ ten Lothgarne erzeugen will, und dabei seine Rechnung findet, oder wo arme Spinner das Garn auf die Märkte bringen, finden sie sich immer besser daran, wenn sie fein spinnen, aus dein erkauften Flachse daher mehr Garn herausbrin-- gen; dieß ist aber nur nach obiger Vorbereitung des Flachses möglich. Es ist freilich nicht zu läugnen, daß hiezu viel Zeit und Arbeit erfordert wird; allein im Winter gibt cs fast in jeder Wirthschaft viele müßige Hände. Vorzügliche Aufmerksamkeit verdienen, um feines und gut gedrehtes Garn zu liefern, die Spinnräder; und hier erlaubt man sich die Aufmerksamkeit der hochansehulichen Versammlung auf ein neues Spinnrad zu lenken, das im Schweizer Jndu) für Beschotterung des Weges, Errichtung einer kleinen Hütte, Aushebung der Gräben und deren Vertiefung, dann für das Erdaufführen, Aufhauen, Anbauen und für Sä¬ mereien .. 800 „ — „ im Ganzen..864 fl. — kr. Von dem Reste pr. 1036 fl. sind 800 fl. in der hiesigen Sparcaffe fruchtbringend angelegt, und 236 fl. aus der Zeit, wo sie zum Baue des Ca- rolinenhofes entlehnt worden sind, noch im Versprechen dieser hochansehnlichen Gesellschaft. Nach dem dießjährigen Stande der Früchte auf dem Franzenshofe zu ur- theilen, wird in Zukunft der Ertrag einen namhaften Beitrag zu den Cultivi- tungskosten liefern, und der Commission es möglich machen, mit möglichster Schonung des Gründungscapitals die Cultivirung zu erweitern. Es verdient noch bemerkt zu werden, daß auf dem bis Jacobi 1838 noch ganz versumpften, steril gelegenen, seither an 24 Lheilhaber verkauften Jllouza- Grunde, von beiläufig 250 Joch Flächeninhaltes, derzeit schon über 300 Merling Winter- und Dommerfrucht angcbaut sind, und durchgehends eine lohnende Ernte 42 versprechen. Die Eultivirung dieses Termins hat feste» Fuß gefaßt und wird zu¬ verlässig schnell vorwärts schreiten, weil er größkentheils in die Hände sehr eifri¬ ger und vermöglicher Cultivateurs gelangt ist, und bereits mehrere Wirthschafts-, ja sogar schön drei Wohngebäude darauf stehen. Der Name dieses durch die allerhöchste Huld der Sterilität entrissenen Ter¬ rains »Franzensgrund« wird die dankbare Erinnerung an den erhabenen Grün¬ der seiner segenreichcn Umstaltung auf viele Generationen seiner Besitzer fort¬ pflanzen und der ihm abgezwungene Fruchtsegen auf diesem Monumente den immer grünenden Ruhmeskranz biloen. XI. Zuerkennung der Belohnungs-Medaillen für fleißige Obst- und Maulbeerbaumzüchter. Nach gemachtem Vorschläge des Ausschusses und erfolgter Abstimmung von Seite der Versammlung wurde» 9 Landwirthe des statutenmäßigen Ehrenpreises würdig befunden, denen die Ehren-Medaillen mit einer angemessenen Feierlich¬ keit durch die Herren Gesellschafts-Correspondenten zugestellt, und die Namen der Betheilten durch die Landeszeikung bekannt gemacht werden. (Zur Seite 42.) LIT. Rechnungs - Ausweis über die Empfänge und Ausgaben im Verwaltungsjahre 1841. Präliminare für das VerwalLungs - Jahr 1842. I i ii ui I iv ! v I VI !vii !VIIl IX X XI XII Geldbetrag L5 Empfänge XI xm Summe ... I II III IV VI VII VIll IX so zeigt sich am Ende des Verwal¬ tungs-Jahres 1842 ein Ueberrest von . Werden von den Empfängen die Aus¬ gaben abgezogen mit....... Lasierest vom Jahre 1841 Activrückstände Pachtzinse von Gesellschafcs-Realitäten Zinsen von öffentlichen Obligationen ... Beitrage von öffentlichen Fanden. Beiträge von Privaten. Realitäten-Kanfschillinge. Ertrag des Polanahofes . Erlös für den Annalenverkauf Rückvergütung der Kosten für Auflage K der Diplome. Beiträge zu Dienstbotenprämien pro 1842 . Verschiedene Empfänge fl. ! kr. Der permanente Ausschuß der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft. Laibach am 8. Mai 1842. 43 xm. Bekanntgabe der eingegangenen Geschenke und der aus dem Gesellschaftsfonde gemachten Einkäufe. Geschenke. Da- k. k. Landesprästdium: 1 Exemplar der Fortsetzung der Provinzial-Gesetz¬ sammlung. 1 Exemplar de- Gubernial-Schematismus 1842. Den 3. und 4. Band von Rubichon und Munier, Zustand des Han¬ dels und der Industrie Großbritanniens und Irlands. Der churhessssche landwirthschaftliche Verein: das i., 2., 3. und 4. Quartalshest, Jahrgang 1841 und 1. Heft des Jahrganges 1842 der landwirth- schaftlichen Zeitung. K. K. Landwirthschafts-Gesellschaft in Wien: deS X. Bandes 1. und 2. Heft ihrer Verhandlungen. 2 Exemplare ihres Wirthschaftskalenders 1842. K. K. Landwirthschafts-Gesellschaft in Steyermark: daS 4l. und 42. Heft ihrer Verhandlungen und Aufsätze. 1 Exemplar, Versuch einer neuen Charakteristik und Classification der Rebensorten, vom Professor vr. Hlubek. 1 Eremplar der Beschreibung und Classification der steyermärkischen Re¬ bensorten, vom ständischen Obergärtner Trümer. 1 Eremplar der Denkschrift ihrer zweiten Decennialfeier. Mehrere Exemplare des Preisverzeichnisses der Erzeugnisse aus dem Mustergarten. DerThüring'sche Verein für Kunst, Gewerbe und gemeinnützige Zwecke: 1 Exem¬ plar des 5. Jahrberichtes. Die k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Tyrol und Vorarlberg: 1 Exemplar des 2. Heftes ihrer Zeitschrift und 3 Exemplare des 1. und 3. Heftes. Mehre Exemplare ihrer Preisausschreibung zur Abfassung eines populä¬ ren Unterrichtes in der Thierheilkunde. Vom Herrn Professor vr. Hlubek: i Exemplar seines Werkes: Versuch einer neuen Charakteristik rc., wie oben. Bericht über die Excursionen der Mitglieder der 4. Versammlung deut¬ scher Forst, und Landwirthe auf der Herrschaft Selovitz in Mähren. Uebersicht der Verhandlungen des landwirthschaftlichen Vereins zu Liegnitz. 41 Allgemeine Waldschätzungstafeln von vr. G. König, großherzogljch Weimar'schen Oberforstrathe. Ein Weik über Bienenzucht in russischer Sprache. Vom Herrn Professor vr. Bleiweis: 1 Exemplar der zweiten Auflage feinet practischen Heilverfahrens bei den Pferdekrankheitcn, nach den Grund¬ sätzen der k. k. Wiener Thierarzneischule. Vom Herrn Johann Hölbling aus Wien: Eine bildliche Darstellung seines Acker- bausystemes, nebst einer Erklärung hierüber. Vom Schafzüchter--Verein in Böhmen: i Exemplar des 8. HefteS seiner Ver¬ handlungen. Vom Herrn Domenico Rizzi: i Exemplar des landwirthschaftlichen^AlmanachS. Jahrgang >842. Ein Modell eines PflugeS zum Anhäufeln der Kartoffeln und anderer Behackfrüchte. Ankäufe. Uebcr das Vorkommen von Kuhpocken an Kühen und Benutzung deS originaim Auhpockenstoffes zur Schutzimpfung. Von Or. v. Fradenek, k k. KreisphystcuS. Journal des österreichischen Lloyd. Jahrgang 1842. Oesterreichische Zeitschrift für Landwirth, Forstmann und Gärtner, von vr. Hammerschmidt. Jahrgang 1842. Amtsbericht über die vierte Versammlung deutscher Landwirthe in Brünn. Der Torf und sein Verbrennungsprozeß. Wochenblatt der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Tyrol und Vorarlberg. Jahrgang 1841. 45 XIV. Verzeichntß -er in der allgemeinen Versammlung am 10. Mai 1842 nach dem §. 1, 5, 9, 11 und 15 der Statuten, zur Aufnahme beantragten Gesellschafts-Mitglieder. Herr Albrecht, Lorenz, Localcaplan zu St. Peter. » Albrecht, Michael, Pfarrer zu St. Michael bei Neustadt!. » Archer, Michael, Localcaplan zu St. Jacob an der Save. » Auersperg, Gustav Graf v., Inhaber der Güter Neustem und Un* tererkenstein. » Babizh, Thomas, Localcaplan zu Duplach. » Bottoni, Johann Ritter v., Kupferhammerwerks--Besitzer in Fuschine. >, Barth elmä, Johann, Fürst Auersperg'scher GrundbuchSführer, dann Realitatenbesitzer in Gottschee. » Bochinz, Andreas, Pfarrer zu Egg ob Podpetsch. » Braune, Joseph, Realitatenbesitzer in Gottschee. » Braucher, Michael, Pfarrer zu Möttling. » Burger, Franz, Besitzer des Gutes Poganik. -> Debellak, Anton, Or. der Rechte, k. k. wirkl. Gubernialrath und Kammerprocurator. » Dettela, Franz, landesfürstl. Bezirks-Commissär zu Münkendorf. » Dolliner, Lucas, Pfarrer zu St. Martin in Untertuchein. » Dolizel, Franz, Pfarrerin Commenda St. Peter. » Dornik, Lorenz, Pfarrer zu Glogovitz. » Drachsler, Franz, Localkaplan zu Banjaloka. » Darovitz, Joseph, Pfarrer zu Adleschitz. » Ferianzhizh, Johann, Realitatenbesitzer in Gottschee. » Ferianzhizh, Joseph, Realitätenbesitzer in Gottjchee. » Fichtenau, Adolph Ritter v., Inhaber des Gutes Strugg. » Fichtenau, Franz Ritter v., Inhaber des Gures Vollauzhe. » Gadner, Franz, Apotheker und Realitätenbesitzer zu Neustadt!. » Gornik, Georg, Pfarrer zu Töplitz. » G raschitz, Auto», Curat in Sturia. » Huber, Franz, k. k. Zeichnungslehrer und Realitätenbesitzer. » Hafner, Valentin, Verwalter der Herrschaft Egg ob Krainburg. » Hlubek, Benjamin, k. k. Forstadjunctzu Adelsberg. » Hrovatin, Anton, Realitätenbesitzer in Duple bei Oberfeld. 46 Hm- Hudovernig, Joseph, k. k. Pfarrer zu Adelsberg. » Jerin, Ignaz, Pfarrer zu Fara bei Kostel. ,, Kerstein, Lorenz Heinrich, k. k. Postmeister und Realitätenbesitzer zu Aßling. » Kühnel, Johann Nep., Realitätenbesitzer in Stein. . >> Koletzki, Franz, k. k. Straßencommiffär und Realitätenbesitzer in Neustadtl. „ Koß, Anton, k. k. Bergstadtpfarrer, Dechant und Consistorialrath in Jdria. „ Kuntara, Aloys, Inhaber des Gutes Steinbrückl. » Krainer, Mathias, Realitätenbesitzer zu Adelsberg. ,, Leicht, Joseph, Director der k. k. priv. Spinnerei in Heidenschaft, im Bezirke Wippach. » Moschitsch, Anton, Realitätenbesitzer in Podraga und Oberrichter in St. Veit. » Motschnig, Franz, Localkaplan zu Mautersdorf. » M u n ini, Johann, Pfarrer zu Rieg. » Nakus, Joseph, Curat in Planina ob Wippach. » P a ch n er, Bernhard, Ritter v. Eggen storf, Doctor der Medicin / Pro¬ fessor und Magister der Geburtshilfe in Laibach. » P e rz, Joseph, Realitätenbesitzer zu Mitterdorf. » Pezhnik, Bartholin«, Localkaplan zu Goldenfeld. » Pezhar, Andreas, Pfarrer zu St. Jobst. » Pesdirz, Markus, Curat in Zoll. » Pa ulit sch, Ignaz, k. k. Postmeister zu St. Oswald. » Pfeiffer, Mathias, Pfarrer zu Arch. „ Pfeiffer, Simon, Pfarrer zu Sagor. » Ple schnar, Anton, Realitätenbesitzer in Schwarzenberg. „ Plan inz, Franz, Besitzer der Hofstatt zu Savenstein. » P r o ckel, Johann, Pfarrvikär zu St. Lorenz an der Temenitz. „ Persoglia, Carl, Inhaber der Gült Planina. » P i et rog raß o, Marquis, Leopold v., k. k. Hauptmann in der Armee und Realitätenbesitzer in Neustadtl. » Resch, Johann, Pfarrer zu Billichgratz. » Rom, Johann, Müller und Realitätenbesitzer zu St- Michael. » R u a r d, Victor, Rad-- und Hammerwerks- und Realitätenbesitzer in Sava. » S a d n e g, Mathias, Realitätenbesitzer in Rakitnik. » Sernitz, Jacob, Verwalter der Güter Seehof und Gutenhof. » Schirzel, Franz, Hubenbesitzer zu Gimpel. 47 Hm' Smol la, Anton, junior, Inhaber des Gutes Stauden. » Suschnik, Anton, Färber in Lack. » Suppanz, Johann, Pfarrer zu Ousische. » Supp an, Joseph, vr. und Spitalsphysiker in Commenda St. Peter. » Schweiger, Carl Freiherr v., Inhaber des Gutes Wolfsbach. » Schwinger, Franz, Inhaber des Gutes Freihof. ,, Schmalz, Joseph, Gutsbesitzer in Oberperau. » Terpinz, Johann, Or. und k. k. Districtsarzt in Stein. » Ulrich , Hieronimus, fürstbischöfl. Bripner'schen Förster zu Veldes. » Wilcher, Johann, Realitätenbesitzer zu Adelsberg. » Wolf, Mathias, Stadtrichter und Realirätenbesitzer in Gottschee. » Zhuden, Paul, Pfarrer in Sava. XV. Wahl zweier Ausschußmitglieder an die Stelle der statutenmäßig Austretenden. Der k. Rath und Bürgermeister, Herr Johann Nep. Hradeczky, wur¬ de mit eminenter Stimmenanzahl neuerdings zum Ausschußmitgliede gewählt; die Wahl für die andere Vacatur fiel ebenfalls mit großer Stimmenmehrheit an den Herrn Medicina - Doctor Schubert, k. k. Professor der Naturgeschichte und Landwirthschaftslehre. XVI. Wahl des Gesellschafts-Secretärs. Zum Gefellschafts - Secretär wurde auf die statutenmäßige Dauer von sechs Jahren, mit überwiegender Stimmenmehrheit, Hr. Johann Bleiweis, Medi- cinä.-Doctor, Magister der Veterinärkunde, k. k. Professor der Thierheilkunde und der gerichtlichen Medicin am hiesigen Liceo, gewählt. 48 xvn. Wahl des Gesellschafts - Präsidenten. Da auch die im Jahre 1836 begonnene sechsjährige Amtsdauer des Hem Gesellschafts-Präses mit diesem Jahre ihr Ende erreicht hatte, so wurde, nach dem §. 38 und 48 der Statuten, zu einer neuen Wahl geschritten, wornach der bishe¬ rige Präses, Herr Wolfgang Graf». Lichtenberg, k. k. wirklicher Kämmerer, Verordneter des Herren-Standes, Inhaber der Herrschaft Schneeberg, Mitglied mehrerer landwirthschaftlicher Vereine, für die Dauer der nächsten 6 Jahre neuer¬ dings zum Präsidenten der Gesellschaft gewählt wurde. Beiblätter der A n n a l e n. 4 51 Stand der Bibliothek der k. k. Landwirthschasts-Gesellschaft in Kram, seit der Errichtung derselben bis zum Jänner 1843. Nach dem §. 27 lit. e. der Statuten haben die Mitglieder der Gesellschaft das Recht auf den Gebrauch der Bibliochekswerke. Die Bedingungen aber, unter welchen die der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft gehörigen Bücher den Herren Mitgliedern zur Benützung überlassen werden, sind folgende, und zwar: I. Für die in Laibach domicilirenden Herren Mitglieder: s) Das verlangte Werk wird nur gegen ein vom Empfänger eigenhändig unter¬ fertigtes Recepisse ausgefolgt. b) Es kann jedesmal nur ein Band oder ei» Heft eines Werkes ausgefolgt werden. v) Nach Verlauf von längstens 4 Wochen ist das entlehnte Exemplar entwe¬ der unbeschädigt zurückzustellen, oder die Fortsetzung des Gebrauchs neuer¬ dings auf 4 Wochen durch wiederholte Unterfertigung des ausgestellten Em¬ pfangscheines zu bestätige». ü) Für beschädigte oder verlorne Exemplare hat der Empfänger neue beizu- schaffen. T. Für die außer Laibach befindlichen Herren Mitglieder: 5) Wie oben. b) Der Leihgebrauch darf sich gleichzeitig über nicht mehr als drei Hefte oder zwei Bände eines und des nämlichen Werkes erstrecken. e) Der Leihgebrauch dauert längstens durch sechs Wochen unter der Modalität wie oben bei litt. e. ü) Die Kosten der Hin- und Hersendung hat das betreffende Mitglied zu tragen. 6) Für beschädigte oder verlorne Exemplare hat der Empfänger neue beizu- schaffen. 4 52 Verzeichnt ß der Werke nach der im Bücher-Cataloge befolgten Materien-Ordnung, I. Annalen und Journale. 1. Europäische Annalen vom Jahre 1810 bis inclusiv« 1819. Tübingen, 27 Bände. 2. Annalen der Literatur und Kunst des In- und Auslandes. Jahrgang 1810 und 1811. Wien, 6 Bände. 3. Annalen der Forst, Haus- und Landwirthschaft. Wien, 4 Bände. 4. CH. Daniel Voß. Die Zeiten vom Archiv für die neueste Staaten¬ geschichte. Jahrgang 1815 bis inclusiv« 1818. Leipzig, 16 Bände. 5. Geist der Zeit. Journal für Geschichte, Politik, Geographie rc. vom Jahre 1814 bis inclusiv« 1,"26. Wien, 51 Bände. 6. Allgemeine deutsche Gartenzeitung vom Jahre 1823 bis inclusiv« 1831. Passau, 9 Bände. 7. Sammlung nützlicher Unterrichte im Herzogthume Kram. Laibach 1771. 4 Bände. 8. Mayer und Hammerschmidt. Allgemeine öesterreichische Zeitschrift, 1829 angefangen, fortlaufend. 9. Verhandlungen der Landwirthschafts-Gesellschaft in Wien. 1816 angefangen. 10. Zeitschrift der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft von Tyrol und Vorarlberg. 1840 angefangen. 11. Mittheilungen der k. k. mährisch-schlesischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues. Brünn, 1821 angefangen. 12. D. C. W. E. Putsche. Der Landwirth in seinem ganzen Wirkungskreise, Altenburg 1827, 6 Bände. 13. A. Edler v. Wittmann und Denglücz. Landwirthschaftliche Hefte für Beamte auf den Gütern Sr. kais. Hoheit des Erzherzogs Carl. Wien, 1825 bis 1829, 6 Bände. 14. Monatsblatt. Potsdam 1824 bis 1829. 5 Bände. 15. Zeitschrift der kärntnischen Landwirthschafts-Gesellschaft. Klagenfurt. 1831 angefangen. 16. Landwirthschaftliche Zeitung für Churhessen, vom Jahre 1836. Kassel. 17. Der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft Verhandlungen und Aufsätzein Grätz. i819 angefangen. 18. Neue Schriften der k. k. patriotisch-ökonomischen Gesellschaft im Königrech Böhmen. Prag. 1825 angefangen. 19. Annalen der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Krain. Laibach. 1830 an¬ gefangen. 53 2g. C. v. P fasse n ra th, Landwirthschaftliche Dorfzeitung und Hausfreund. Jahrgang. 1840. 21. Wochenblatt der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft von Tyrol. Jahrgang 1841 und das Folgende. 22. L. ^n6i-6. Oeconoiüische Neuigkeiten und Verhandlungen. Jahrgang 1843. Prag. 23. Joh. Jos. Prechtl. Jahrbücher des k. k. politechnischen Institutes in Wien. 1826. 5 Bände. 24. Bemerkungen der physikalisch-öconomischen und Bienen-Gesellschaft zu Lau¬ tern. Manheim. 1771 angefangen. 13 Bände. 25. Möglin'sche Annalen der Landivirthschaft. Berlin. 26. J. M. C. G. Vorherr. Monatblatt für Bauwesen und Länder-Verschöne- nerung. München 1823. 1 Band. 27. Vitus Ignaz v. Paritz. Der Feierabend für Berg- und Hüttenmänner, Forst-, Jagd- und Landwirthe. 1 Band. Grätz 1819. 28. Jurrende. Der vaterländische Pilger. 7 Bände. Brünn. 1823 angefangen. 29. Der Bienenstock, eine öconomische Wochenschrift. Wien 1768 — 1770. 6 Bände. S. Aerztliches, d. i. Meufcheuärztliches. 8V. K. II. Lclrunäsnins. Organe des Gehirns. Wittenberg. 1 Band. 1803, in Berlin vorgetragen. 31. Arznei-Buch. i Band. 32. Adolph Plei schl. Ueber die Universitäten Deutschlands in medicinisch- wiffcnschaftlicher Hinsicht. Prag 1829. 1 Band. 83. Professor Beer. DaS Auge vor verderblichen Einflüssen zu schützen. Wien I8r3. I Bänd. 34. Apotheker-Ordnung des Herzogthums Krain. Laibach i716. i Band. 35. vr. Gustav v. Gaal. Ueber Auscultation und Percussion und ihre An¬ wendung in der Medicin, Chirurgie und Geburtshilfe. Wien 1842. 1 Band. 3 Buchführung, landwirthschaftliche und andere. 36. Johann Michael Schein. Grundbuchsführung. Grätz 1826. i Band. 37. Wenzel Czihak. Anleitung zur gleichförmigen Anlage und Führung der Grundbücher. Wien 1835. 1 Band. 38. Friedrich Günther. Einfache Buchführung für Haushaltungs-Rechnungen und den Kleinhandel. Frankfurt a. M. 1849. 4 Band. 54 39. Franz Skarpil. Landwirtschaftliche Buchführung. Wien 1842. i Band. 40. Joseph Baron v. Buschmann. Die Landgut-Rechnungslegung. Wien 1817. 1 Band. 4. Chemisches. 41. Adolph Martin Pleischl, AlesticinseDr. Ueber den Nutzen der Chemie. Prag 1829. 1 Band. 42. Adolph Martin Pleischl. Ueber den Nutzen der Chemie in Hinsicht der unentbehrlichsten Bedürfnisse des Menschen. Prag 1825. 1 Band. 43- Adolph Martin Pleischl. Das chemische Laboratorium an der k. k. Uni¬ versität zu Prag. Prag 1820. 1 Band. 44. Martin F. Ehrmann. Das Wissenswerteste aus dem Umfange der Pharmacie. Wien 1834. 2 Bände. 45. vr. Johann Gottfried Leon Hard i. Scheel's Abhandlung von Luft und Feuer. Leipzig 1782. 1 Band. 46. Baron v. Ruesen stein. Chemische Universal- und Particular-Proteste. Frankfurt und Leipzig 1754. i Band. 47. Anleitung zur Salpeter-Erzeugung. Wien 1778. i Band. 48. Martin S. Ehr mann. Pharmaceutische Chemie. Wien 1832. 1 Band. 49. Martin S. E h r m a n n. Pharmaceutische Warenkunde. Wien 1832. 4 Bde. 50. Sigmund Graf. Die Fieberrinden, in botanischen, chemischen und phar- maceutischen Beziehungen, i Band. 51. Kl. Moriz Gniseid. Gahrungsprozeß der zum Genuß bestimmten Ge¬ tränke. Brünn 1826. 1 Band. 5. Forstwiffenschastliches. 52. Darstellung der Verfassung des Forstwesens. Grätz 1812. 1 Band. 53. Johann Math. Bechstein. Forst- und Jagdwiffenschaft. Gotha 1819. 1 Band. 54. Johann Friedrich Beyer. Tabellarische Ueberficht der zum Forstwlfsen nöthigen Kenntnisse. 1 Tabelle. 55. Christoph Liebich. Der höchste nachhaltige Forstertrag. Prag 1827. 1 Band. 56. Or. G. König. Allgemeine Waldschätzungstafeln. Auf Veranlassung der kais. russischen Gesellschaft zur Beförderung der Waldwirtschaft ver¬ öffentlicht. Gotha 1840. 1 Band. 57. vr. Georg Ludwig Hartig. Welche Holzarten belohnen den Anbau am reichlichsten. Berlin 1833. 1 Band. 55 58. Georg Winkler. Waldwerth-Schatzung. Wien 1835. I Band. 59. Christoph Liebich. Der aufmerksame Forstmann. Prag 1824. 4 Bande. 60. F. I. Schopf. Forstverfassung, das Forstrecht und die Forstpolizei. Wien 4835. 1 Band. 61. Ludwig Wilhelm v. Griesheim. Handbuch der natürlichen grundsätzlichen Forstwirthschaft. Altenburg 1805. I Band. 62. Franz Schmidt, Lehrer der Landwirthschast. Anleitung zur Cultur der Ahorne. Wien 1842. 1 Band. «. 7. SO SS. Geographisches, Geschichtliches, Statistisches, Topographisches. 63. Johann von der Behr. Tagebuch über dasjenige, so sich Zeit einer neunjäh¬ rigen Reise zu Wasser und zu Lande, meistentheils im Dienste der vereinigten geoctroyrten niederländischen-ostindischen Compagnie, be¬ sonders in denselben Ländern täglich begeben und zugetragen. Jena 1668. 1 Band. 64. I. K. Kindermann. Geographischer Abriß von Steyermark. Grätz 1779. 1 Band. 65. Franz Ritter v. Heintl. Bemerkungen auf einer Reise von Wien nach Paris. Wien. i832. 3 Bände. 66. Augustin Winkel Hofer. Die hierarchische Verfassung von Salzburg und Berchtesgaden. Salzburg i8iv. i Band. 67. Anton Linhart. Versuch einer Geschichte von Kram. Laibach 1788.1 Band. 68. Carl Bernhard Edler v. Hietzinger. Statistik der Militärgränze. Wien 1817. 2 Bände. 69. F. C. v. Wacrerich. Publicistischer Commentar vom Königreiche Belgien, im geographisch-statistischen Diorama dargestellt. Prag, Leitmeriz und Tepliß 1839. 1 Band. 70. F. C. v. Watterich. Allgemeine Zeitungsknnde zur vergleichenden Sta¬ tistik der Zustände und Verhältnisse des Staats- und Völkerlebens in und außer Europa. 71- Joseph Marx Frech, v. Lichtenstern. Skizze einer statistischen Schilderung des österreichischen Staates. 1 Band. Wien 1800. 72. Or. Fr. Wilhelm Lippich. Topographie der k. k. Provmzial-Hauptstadt Laibach. Laibach 1834. 3 Bände. 73. äormitös Imdnvieu« Zeltönlölimi. buchtii'.. tVIulrojioIiü (äurnttstiie. 8ulis- tinrAÜ 1674. 1 Band, 74. Or^alo'd Verhältnissen. Helmstadt 1825. 1 Band. 63 ?I3. Friedrich Südeckum. Veredlung der Schafzucht. Braunschweig 1800. 1 Band. 214. Franz Schwediauer, AI. vr. Anfangsgründe des Ackerbaues und Wachsthum der Pflanzen. Wien 1778. I Band. 215. G. H. Schnee. Der angehende Pächter. Halle 1817. 1 Band. 216. Riem. Abhandlung vom gesammten Torfwesen. Dresden 1794. 1 Band. 217. Gottfried Ludolf Großmann. Bestimmung des Landes. Berlin 1776. 1 Band. 218. Anweisung, alles Federvieh wohlfeil zu mästen. Coburg 1807. 1 Band. LI9. Natur, Eigenschaft und Wirkung des ungarischen Weines. Wien 1808. 1 Band. 220. Acker-- und Wiesenbau. Cilli. I Band. 221. Die Kunst, Küchenkräuter und Wurzeln zu trocknen. Riga 1772. 1 Bands 222. Benedict Franz Herrmann. Leichte Erkennung des Mergels. Wien 1787. I Bland. 223. Johann Christian Mayer. Abwendung der schädlichen Wirkung trockener Sommer und kalter Wintev beim Viehstand. Tübingen 1785. 1 Band. 224. Franz Leonhard Wachtel. Abhandlung vom Torfe und dessen Benützung. Wien. 1791. 1 Band. 225. Theodor v. Walberg. Ueber den Holzmangel. Wien 1805. I Band. 226. V. Reichenbach. Neue Obstkorbe. Berlin 1824, 1 Band. 227. Mittel gegen Mai- und Spätfrost. Grätz 1808. I Band. 228. Werkkohlung. Steyer 1773. 229. Johann Conrad Freese. Die Vehne oder Torfgräbereien. Aurich 1789. 1 Band. 230. I. C. Christ. Beitrage zur Landwirthschaft und Oeconomie. Leipzig 1782. I Band. 231. John Mills. Praktische Landwirthschaft. Leipzig 1764. 5 Bände. 232. Friedrich Nicolai. Beschreibung einer Reise durch Deutschland und die Schweiz. Nebst Bemerkungen über Gelehrsamkeit, Industrie, Re¬ ligion und Sitten. Stettin 1783. 5. Bande. 233. Vr. A. N. Scherer. Neueste Untersuchungen und Bemerkungen über die verschiedenen Arten von Milch. Jena 1800. 1 Band. 234. Johann Wilhelm v.Lith. Abhandlungvonden Steuern. Ulm 1766. iBand. 23». Der Hausvater. Hanover 1766. 2 Bände. 236. Riem, Amtsrath. Landwirthschaftliche Belehrungen. Dresden 1786. 1 Band. ^7- Johann Martin Fleischmann. Erziehung der Maulbeerbäume. Dresden 1784. t Band. 64 238. Die Schafzucht. Wien 1786. I Band. 23S. Jacobi, Juch, Kreyßig, Lampadius, LeuchS rc. Benutzung der Kartoffeln. Nürnberg 1833. 1 Band. 210. I. L. Christ. Bienenzucht. Frankfurt und Leipzig 1815. 1 Band. 211. Bernhard Sebastian Naus. Der Weinhändler, Weingartner undWein.- kellerincister. Grätz 1793. 1 Band. 212- Darstellung des ZustandeS der landivirthschaftlichen Cultur. Brünn 1828. I Band. 213. Johann Bapt. Vogelbacher. Die nötigsten und nützlichsten Grundsätze und Erfahrungen der Landwirtschaft. Freiburg im Beisgau 1831.1 Band. 211. Aloys Die bl. Dresch--, Flachs- und Hanf-Brechelmaschinen. Brünn 1839. 1 Band. 215. I. Strauß. Der Fruchtring an Obstbäumen und Weinstöcken. Wien 1822. I Baud. 216. Leonhard Petri. Aufruf an alle Herren Herrschafts- und Schäfereibesitzer, die Begründung der Wollmärkte betreffend. Wien 1823. 1 Band. 217. Franz Diebl. Mahnung der Zeitumstände an die Landwirthe. Brünn 1836. 1 Band. 218. Joseph v. Hopfen. Beschreibung der Jdolsberger Landwirthschaft. Wien 1821 I Band. 219. Thomas Khackhl. Versuch, das reine Fleischgewicht beim Hornvieh ini lebenden Zustande auszuimtteln. Klagenfurt 1837. 1 Band. 250. Georg v. Forstner. Freiheit des Grundeigenlhums die Seele des Land¬ baues. Tübingen 18 20. 1 Band. 251. Joseph Adolph Herrnstädt. Naturgeschichte der Schweinzucht nach ihm Erziehung und Pflege. Rotenburg 1793. I Band. 252- Der sorgfältige Haus- und Wirthschastsverwalter. Breslau und Leipzig 1746. 1 Band. 253. Leopold Trautmann. Landwirthschaftslehre. Wien 1822. 254. vr. Adolph Martin Pleischl. Nothhilfe bei Mangel an Futterstroh Prag 1835. 1 Band. 255. I. M. Baumgartner. Maschine zur Einräumung der aufgeschobene" Fahrgleiße. Wien 1826. 1 Band. 256. H. Ramann. Der Torf und sein Verbrennungsprozeß. Arnstadt I8ll 1 Band. 257. M. Albert Tögl. Maßregeln gegen die Frühjahr- und Winterkrankheiten- Prag 1821. I Band. 258. Oeffentliche Nachricht über die Aufstellung des Schaf-, Rindviehes u>n der Ackerwerkzeuge. Prag 1834, 2LS. 2 2 r 2! 2! 2^ 28 67» 259. Verhandlungen bei der Generalversammlung der k. k. Landwirthschafts- Gesellschaft in Innsbruck. 1841. 260. Verhandlungen des Ausschusses deS Schafzüchter--Vereins für Böhmen. Prag 1842. 261. Johann Leibitzer. Abhandlung der Runkelrübe. Leutschau 1804. 1 Band. 262. Johann Gedde. Der vollkommene Bienenmeister. Leipzig 1755. I Band. 263. Oeconomische Bienengesellschaft in Oberlaufitz. Dresden 1766. 1 Band. 264. Der vollkommene Weinwirth'und Weinkellermeister. Grätz 1794. 265. Gottlieb Wahrmuth. Obstbüchlein für Baiern. Straubing 1825. I Band. 266. I. C. Lauer. Ueber Schafzucht und Wollwesen. Brünn 1826. 1 Band. 267. Georg Anton Weizenbeck. Oeconomische Pflanzengeschichte für Schu¬ len und den gemeinen Mann. München 1787. 1 Band. 268. Joseph Hazzi. Katechismus der bairischen Landesculturgcsetze. München 1804 1 Band. 269. Joseph L. Christ. Vom Mästen des Rind--, Schwein-, Schaf- und Fe¬ derviehes. Grätz 1792. 1 Band, 270. Gänzliche Ausrottung des schädlichen Ungeziefers. Nürnberg 1709. 1 Band. 271. M. Vertovz, Vikär. Beleuchtung der Weinbereitung nach Llertrais, in Manuscript. 272. Zuruf an Böhmens Schafzüchter und Wollproducenten. Prag 1829. 1 Band. 273. Friedrich Carl Watterich. Leitfaden zu geregelten Beobachtungen und Benützung derselben in der Landwirrhschafts-Practik neuester Zeit. Leitmeritz. 274. Beschreibung eines neuen Hagel- und Blitzableiters, 275. lieber den positiven Werrh des Düngers. Vergleichende Versuche. 276. Friedrich C. Watterich. Oesterreichischer Normalstand der Schafzucht. Manuscript. 277. Friedrich C. Watterich. Allgemeine Witterungsmerkmale. Manuscript. 278. Franz Ritter v. Jacomini. Ueber den Bau der Fnttergewächse. 279. Friedrich Graf Berchtold. Die Kartoffeln, deren Geschichte, Charak¬ teristik, Nützlichkeit, Schädlichkeit, Cultur, Krankheiten rc., mit ausführlichen Angaben ihrer industriellen Anwendung. Herausgegebe» von der k. k. patriotisch - öconomischen Gesellschaft im Königreiche Böhmen. Prag 1824. 1 Band. 280. Vom Ackerbau und von dem Zustande der den Ackerbau treibenden Classen in Irland und in Großbritannien. Wien 1840. 2 Bände, S 66 281. Franz F um mer. Systematische Beschreibung und Classification der in Steyermark verkommenden Rebensorten. Grätz 1841. 1 Land. 282. Or. Franz Tav. Hlubek. Versuch einer Charakteristik der Rebensorten in Steyermark. Grätz 1841. 1 Band. 283. vr. Franz Tav. Hlubek. Resultate der Wirksamkeit der Landwirthschafts- Gesellschaft in Steyermark. Grätz 1840. 1 Band. 284. Franz Ritter v. Henitl. Der Weinbau des österreichischen Kaiserthums. Zugleich Anleitung zur Bereitung, Wartung und Pflege der Weine. Wien 1835. 1 Band. 285. Or. Franz Tav. Hlubek. Bericht über die Versammlung der Land- und Forstwirrhe in Seloviß in Mähren. Grätz 1841. 1 Band. 286. Verhandlungen des Ausschusses deS Schafzüchter-Verein- in Böhmen. Prag 1839. 287. Ueber die Aufbewahrung der Nahrungsmittel für Menschen und Thiere. Brünn 1840. 1 Band. 288. Wahl, Bereitung und Veredlung des Düngers. Brünn 1835. 289. Allgemeiner vollständiger Acker-KatechismuS, zum Gebrauche angehender Wirrhschaftsbedienten und des gemeinen LandmanneS. Brünn 1776. 2 Bände. 290. v. Hazzi, Staatsrach. Gekrönte Preisschrift, Güter-Arrondirung mit der Geschichte, der Culrur und Landwirrhschaft von Deutschland, München. 1818. 1 Band. 291. H. A. Graf v Borke. Stargardt'sche Wirrhschaft in Hinterpommern. Berlin 1792 1 Band. 292. Geistliche Rede über die wechselseitige Brandschaden-Versicherungs-Anstalt Wien 1823 1 Band 293. Bürger, Chaptal, Rozier, Garmenties, Düßicur. Abhand¬ lungen über den Weinbau. -Wien 1804. 2 Bände. 294. Beschreibung der Obstsorten im ständischen Musterhofe in Grätz. 1827 et 1829 2 Bände. 295. Caspar, Melchior, Balthasar Schroll. Gespräche eines Pflegers und Ortsvorstehers über die Landwirthschaft. Salzburg 1830. 1 Band. 206. Johann Burger. Lehrbuch der Landwirthschaft. Wien 1819. 2 Bände, 297. Johann Friedrich Mayer. Landwirthschafcliche Reisen. Nürnberg 177». 3 Bände. 298. Or. August Friedrich Andreas Diel. Verzeichnis; der verschiedenen Obfl¬ arten. Frankfurt am Mayn. 26 Bände. 299. Gottfried Jacob Wagner. Der vollkommene Fischer, oder Anweisung wie man Teiche anlegcn, abwarten und verbessern kann.Wien 1785. iBand- 67 300. Johann Wiegand. Versuch, den Fleiß unter den Landlenten einzuführen, zu verbreiten und allgemein zu machen. Wien 1772. 1 Band. 301. Oeconomische Beobachtungen. Wien 1767. 2. Theil. 1 Band. 302. Johann Christ. Fabricii. Cultur der Gewächse, zum Gebrauche deS Landmannes. Leipzig 1784. 1 Band. 303. Max. Schönleutner. Landwirthschast in Baiern. Landshut 1823. 2 Bände. 304. Carl Friedrich Thomann. Neueste Bibliothek über alle Zweige der Land-- wirthschaft. Grätz 1821. 1 Band. 305. Kens vuliuron, Hofgärtner. Vollständiger Gartenbau. Weimar 1769. 1 Band. 306. E. G. S. Kern der gesammten Landwirthschast. Leipzig 1791. I Band. 307. Gottfried Große. llebersetzung der römischen Oeconomen. Halle 1788. 1 Band. 308. Franz Ritter v. Heintl. Unterricht im Seidenbau. Wien 1829. 1 Band. 309. Franz Ritter v. Heintl. Die Landwirthschast des österreichischen Kaiser-- thums. Wien 1810. 1 Band. 310. Ur. Burger und Schachermayer. lieber die Zercheilung der Gemein¬ deweiden. Pesth 1818. 1 Band. 311. Wilhelm Ellis. Vom Zimmerholze. Leipzig 1752. 1 Band. 312. Carl Friedrich Schmidt. Vollständiger und gründlicher Gartenunterricht. Leipzig 1816. 1 Band. ,< 313. F. I. Schopf. Landwirthschast in den deutschen, böhmischen und galizi¬ schen Provinzen Oesterreichs. Wien 1835. 3 Bände. 314. Johann Georg Krün itz. Bienengeschichte und Bienenzucht. Berlin 1774. 1 Band. 315. Johann Nep. Müller. Erdäpfel-Schaufel-Pflug und Anbau der Erd- ' äpfel. Linz 1814. 1 Band. 316. Johann Friedrich Mayer, lieber Land- und Hauswirthschaft. Frankfurt am Mayn 1770. 1 Band. 317. Franz Dieb l. Die Feldbaumwirthschaft, ein Mittel gegen Holzmangel und Theuerung. Brünn 1834. 1 Band. 318. Julius Bernhard v. Rohr. Haushaltungsbibliothek, worin die vornehm¬ sten Schriften, die zur Haushaltung gehören, angezeigt werden. Leip- zig 1755. 1 Band. 319. I, M. Freiherr v. Ehr.enfels. Die Bienenzucht. Prag 1829. 1 Band. 320. I)v.Löhner.Anleitung zurSchafzuchtundWolikunde. Prag 1833. I Band. 321. Franz Ritter v. Heintl. Mittel, die kohlensaure Luft aus den Kellern zu entfernen. Wien. 1825. 1 Band. 5* 68 322. Bel ichte über die Verhandlungen bei den k. k. Landwirthschafrs--Versamm¬ lungen in Wien, vom Jahre 1837 bis 1841. 323. Franz Ritter v. Heintl. Anleitung über den Seidenbau im Freien. Wien 1815. 1 Band. 324. Wilhelm Rudolph Weitenweber. Der arabische Kaffeh. Prag 1835. 1 Band. 325. Franz Ritter v. Heintl. Unterricht über die Obstbaumzucht für Land- leute. Wien 1810. 1 Band. 326. J. I. Prechrl. Ueber die Wechselwirkung der Ackerbau- und Manufac- tur-Jndustrie. Wien 1822. 1 Baud. 327. Lieber spät als niemal, in Bezug auf inländische Ersatzmittel der Baum¬ wolle. Wien 1830. 1 Band. 328. Georg Ludwig Hartig. Ueber die Dauer der Hölzer. Stuttgart und Tübingen 1822. 1 Band. 32S. Rudolph Andrü. Ueber die Wartung deS Schafviehes. Brünn 1818. 1 Band. 330. Anton Albert Freiherr Maskon. Abhandlung über die Weinbereitung, nach Elisabeth Gervais. Laibach. 331. I. B- S. Unterricht über die Behandlung der Seidcnwürmer und deS Maulbeerbaumes. Gratz 1828. 1 Band. 332. Bernhard Petri. Versuch über die Nahrungskräfte und Eigenschaften verschiedener Futterpflanzen. Leipzig 1752. 1 Band. 333. Johann Tiply. Unterricht von der Anzucht, Veredlung, Pflege und Wartung der Obstbäume. Prag 1822. 1 Band. 334. Franz Diebl. Katechismus der Obstbaumzucht. Brünn 1840. 1 Band. 335. 1)r. Lorenz Edler v. Vest. Systematische Zusammenstellung der in Steyer- mark cultivirten Weinreben. Grätz 1826. 1 Band. 336. Johann Georg Brunn Hauser. Unterricht über die große Nutzbarkeit der Nußbäume. Wien 1802. 1 Band. 337. I. B. Vogelbacher. Anleitung zur nützlichen Bienenzucht. Freiburg 1832. 1 Band. 338. Vollständige Anleitung zu einer systematischen Pomologie. Leipzig 1780. 1 Band. 339. Uebersicht der Verhandlungen des landwirthschaftlichen Vereins zu Leipzig simo 1838. Liegnitz 1839. 340. Ferdinand Johann Schmidt. Lebens- und Vertilgungsweise einiger schädlichen Nachtschmetterlinge. Laibach 1833. 1 Band. 341. M. Stocker, vr. der Philosophie. Beschreibung und Abbildung einer neuen Dreschmühle. Lemberg. 1 Band. 69 342, Franz d' Paul Julius Fra sz. Manuskript. Beschreibung deS landwirth- schaftlicheu ZustandeS der Carlstädtcr Militärgränzprovinz. 343. v. Hazzi, Staatsrath. Lehrbuch des Seidenbaues für Deutschland. Mün¬ chen 1826. 1 Band. Z44. Peter Ungemach. Verhandlung der Versammlung deutscher Wein- und Obstproducenten im October 1841 zu Würzburg. 345. Georg Jonke. Anleitung zur Bienenzucht. Laibach 1836. 1 Band. 316. Thomas Khackhl. Ermittlung der Gestehungskosten eines Dienstboten und zweier Ackerpferde in Mittelkärnten rc. Klagenfurt 1842.1 Band. 347. Franz Die bl. Mahnungen der Zeitumstände an die Landivirthe. Brünn 1836. 1 Band. 348. Nachricht der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Krain an alle Land- wirthe dieser Provinz, die Gypsbrüche in Oberkrain betreffend. Lai¬ bach 1823. 1 Band. 349. vr. Justus Liebig. Die organische Chemie in ihrer Anwendung aufAgri- cultur und Physiologie. Vierte Auflage. Braunschweig 1842. 1 Band. 359. I. A. Ritter v. Lew en au. Nachtrag zur Einladung des Getreidestupfens. Wien 1821. 351. Johann Hölbling. System des Ackerbaues. Wien 1834. 352. I. A. Ritter v. Lewenau. Mittel zu einer sparsamen und nützlichen Fütterung der Pferde. Wien 1817. 353. vr. Franz Tav. Hlubek. Beleuchtung der organischen Chemie des Hrn. vr. I. Liebig, in ihrer Anwendung auf Agrikultur und Physiologie. Grätz 1842. 1 Bändchen. 354. vr. Franz Tav. Hlubek. Beantwortung der wichtigsten Fragen des Ackerbaues; als Nachtrag zu einer Beleuchtung der organischen Chemie des Hrn. vr. I. Liebig. Grätz 1842. 1 Bändchen. »S. Mathematisches und Geometrisches. 355. J. I. Littrow. Elemente der reinen Mathematik. Wien 1831. 1 Band. 356. F.A. Frank, Professor. Decimalbruchberechnung. Laibach 1820. 1 Band. 357. Elementar-Geometrie für Handwerker. Laibach 1830. 1 Band. 15. Naturgeschichtliches. 358. Franz Diebl. Abhandlung der allgemeinen Naturgeschichte. Brünn 1835. 2 Bände. 359. Andreas Baumgartner, vr. der Philosophie. Die Naturlehre nach ihrem gegenwärtigen Zustande. Wien 1831. I Band. 360. Ein bei Adelsberg neu entdecktes Paläotherium. Triest 1821. 1 Band. 70 361. Heinrich Freyer. I?miiiu der in Krnin bekannten Säugerhiere, Vögel, Reptilien und Fische. Laibach 1842. 1 Land. 362. Wörterbuch der Naturgeschichte. Weimar 1825. 13 Bände, worunter der 13. Land die dazu gehörigen Abbildungen enthält. 363. Or. Ludwig Wilhelm Völker. Mineralogie. Weimar 1804. 2 Bände. 364. Johann Carl Wilhelm Voigr. Geschichte der Steinkohlen, Braunkohle» und des Torfes. Weimar 1802. 1 Band. 365. vi. L. Raudnitz. Erinncrungshilfen für Naturfreunde auf dem Lande. Prag 1840. 1 Band. 366. Carl Crenbert v. Moll. Beiträge zur Naturlehre und Deconomie. Salz¬ burg 1787. 1 Band. 16. Normalien und Statuten. 367. Statuten der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Krain. 368. Statuten der k. k. Landwirthschafts - Gesellschaft in Görz. 369. Statuten der k. k. patriotischen öconomischen Gesellschaft in Böhmen. 370. Statuten des landwirthschaftlichen Vereins in Tyrol und Vorarlberg. 371. Entwurf der Statuten des allgemeinen österreichischen wechselseitigen Assecu- ranz ° Vereins. 1830. 372. Statuten der k. k. kärntnische» Gesellschaft zur Beförderung der Landwirch- schäft und Industrie. Klagenfurt 1831. 17. Personalien, landwirthschaftliche und andere. 373. F. C. Watterich. Der hochwürdigste Fürst-Erzbischof von Prag. Prag 1839. 374. Stammbaum. 4 Bände. 375. Ehrenhard Zweiburg. Rangordnung. Berlin 1705 1 Band. Z76. Rudolph Johann Helmers Wappenbuch. Nürnberg 1699. 1 Band. 377. Biographie von Julius Cäsar bis Kaiser Mathias im Jahre 1612. 1 Band- 378. Franz Tav. Richter. Cyrill und Methud der Slaven-Apostel. Olmütz 1825. 379. Heinrich Sau tier. Die Stiftung zur Ausbildung und Ausstattung dürf¬ tiger Bürgertöchter. Freiburg 1800. 380. Friedrich Adelung. Sigmund Freiherr v. Herberstein. St. Petersburg 1818. 381. vr. Carl Ritter v. Heintl. Die 717te Reetorswahl an der Wiener k. k. Universität. Wien 1837. 382. Personalien der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Wie». 383. Denkschrift über die Feier des 2. Decenniumfcstes der k. k. Landwirthschafts- Gesellschafc in Steyermark. 1840. 71 >8. Pflanzentviffenschaftliches. 384. Philipp Miller. Allgemeines Gärtner - Lexicon. Nürnberg 1769. 4 Bände. 385. Gottlieb Wilhelm Bischoff. Botanische Kunstsprache. Nürnberg 1822. 1 Band. 386. Johann Kachler. Alphabetisches Samen-Verzeichnis;. Wien 1839. 1 Band. 387. I. B. Rupprecht. Ueber das 6tir)8UnUl6mnin iiifliouni. Wien 1833. 1 Baud. 388. Philipp Friedrich Gmelin. Ökonomische Pflanzenhistorie. Ulm und Memmingen 1756. 6 Bände. 389. I)r. Sigmund Graf. Zusammenstellung der Vegetations-Verhältnisse in Krain. Halle 1827. 1 Band. 390. I. Metzger. Europäische Cerealien mit Abbildungen, in Folio. 1 Baud. »L>. Physikalisches. 391. Anton Lazaro Moro. Philosophische Ergetznngen. Bremen 1765. 1 Band. 392. Jurrende. Der Vorläufer des Lncifers. Brünn 1811. 1 Band. 393. Astronomie. Frankfurt 1578. 1 Band. 394. Franz Anton Frank. Anweisung zum richtigen Gebrauch der Himmels¬ karte. Grätz 1828. 1 Band. 395. I. Z. L ittrow. Höhenmessungen durch das Barometer. 1 Band. 396. Anleitung zu Witterungsbeobachtungen. Prag 1827. 1 Band. 397. Friedrich Anton Frank. Anweisung zur Zeichnung der Netze für Erd- und Himmelskugeln. Laibach 1827. 1 Band. 398. Professor Alois David. Nachricht von den Witterungsbeobachtungen von der k. k. Landwirthschaft in Böhmen. Prag 1826. 2 Bände. 399. Ignaz Edler v. Born. Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien. 1783. 2 Bände. LL Thierärztliches. 460. A. Hayne, k. k. Professor. Untersuchungen der Entzündung bei Hans-- saugechieren. Wien 1830. 1 Band. 401. A. Hayne, k. k. Professor. Untersuchungen der Fieber bei Haussäuge-- thiercn. Wien 1831. 1 Band. 402. A. Hayne, k. k. Professor. Die Seuchen der nutzbaren Hausthiere. Wien 1836. 1 Band. 403. Christian Weisen. Gebrauch des Trokars. 1789. 1 Band. 72 404. Johann Nep. Sauter. Kenntnis; und Heilung der Riudviehseuche. Ulm 1804. 1 Band. 405. Joseph Ueberacker. Ruhrkrankheit der Schafe, i Band. 406. Sandler. Darmgicht der Pferde. Hildesheim 1789. I Band. 407. Ignaz Joseph Peßina. Heilung der Viehpest. Wien 1802. 1 Band. 408. Strickland Freemann. Ueber denDau und Mechanismus des Pferde¬ fußes. Leipzig 1797. I Baud. 409. Johann Bleiweis, Medicina --Doctor und k. k. Professor. Practisches Heilverfahren bei den gewöhnlichsten innerlichen Krankheiten des Pfer¬ des. Wien 1838 1. Auflage, und 1840 2. Auflage. 410. Hieronimus Waldinger. Wahrnehmungen an Schafen, um ihrBefindcn beurkheilen zu können. Wien und Triest 1815. 1 Band. 411. Maßregeln gegen Löserdürre. Prag 4829. 1 Band. 412. Franz Ritter v. Heintl. Ueber Blattern der Schafe. Wien 1823. 1 Band, 413 vr. Johann Gottlieb Wolstein. Anmerkungen über Viehseuchen. Wien 1781. 1 Baud. 414. Alois Bayer. Die Löserdürre in Laibach. Manuscript. 415. Friedrich August Günther. Der Homöopatische Thierarzt. Sondershausen 1837. 2 Bande. 416. I. T. Liebbald. Doctor und Professor der Thierarznei. Zweckmäßige Methode die Schafe vor Blattern zu schützen, Keszthely im Winter- inonate 1815. 1 Band. 417. vr. Constantin v. Fradenek. Die Kuhpocken an Kühen und die Be¬ nützung des Kuhpockenstoffes als Schutzimpfung; mit Abbildung. Kla¬ genfurt 1841. 1 Band. 24 Werke in kraiuischer Sprache. 418. ckanncser ckaMöna.yy. Lulcvo sa koinosl» inu krili Ikmotsni po- trobno, uknp «loslisno 8S,8Iov6N26. V 2oIIi 1821. I Band. 419. Xrutlcn postuLlionjo stossro onch's «IiAgti. 420. I'olIn/.I>6j'n6 Icuicn 1g morsjo tu klilcostlivo Oolön/.o konrstiati. I-g'ulstz'rum 1834. 421. Ost Hugö .äustz's in porvislr ost u la I< stanz'«. I.z'uistz'am. 422. ckan.-r«. kopolnoma kostvuslisnz« su vlo Lliobollsrz'o. V' 2vili 1792. 6 Bände. 423. kra-rs Xraz'nstci Vortnar. I-z'ubiz'anu 1835. 2 Bände. 424. koklsvo ^o^orolOco struslibo, sli stratovlln'no 1. kiorisns. I-zuIiIz»»^ 1835. 1 Band. 73 425. ./un/ce. Krajnslvi rriielrelarsliilr. psulih'ana 1836. 1 Band. 426. Kratek 1'oilu Iv IvilopreMe sli slriäne gofenixe in Nurve. O^nlil^sna 1840. I Bank. 427. 8ach'e liess sli IXauk. V' ^elov^i 1817. SS. Werke in lateinischer/ italienischer, französischer re. Sprache. 428. 1ir«r <7o. viversse clisertslioiies nstursles sä meäieoe. 444. Oells mslsti»
  • eiii. Hlelodiea per le acuole eleinenkari. Hlilano 1823. 1 Band. 455. F>Kne- geführt (S. 51—54). 6. Die Wirkung der Gypsdüngung kann nicht in einer bloßen Firirung des Ammoniaks, also in der Zuführung des Stickstoffes, sondern in der Zufüh¬ rung des Schwefels gesucht werden, da der Gyps nur bei jenen Pflanzen eine auffallende Wirkung hervorbringt, welche viel Legumin, also viel Schwe¬ fel enthalten. (S. 60 — 64), und 7. daß sich nach dem Aschengehalte der Culturpflanzen durchaus nicht berech¬ nen läßt, wie oft eine Pflanze im Vergleiche mit einer andern auf demsel¬ ben Felde cultivirt werden kann. (S. 67 — 69). Da der Herr Verfasser der organischen Chemie in seiner Erwiederung (Anna¬ len der Chemie und Pharmacie, 1842, Marz. S. 358), auf meine Beleuchtung kei¬ nen dieser Sätze widerlegt hat, obgleich dieselben mit seinen Behauptungen im Wi¬ derspruche stehen, so glaube ich im Geiste des landwirthschaftlichen Forschens und zugleich in Uebereinstimmung mit dem kritischen Literaturblatte (Leipzig 1842 Nr. 10) zu handeln, wenn ich die Herren Pflanzen-Physiologcn, Landwirthe und Che¬ miker ersuche, den angeführten Sätzen ihre Aufmerksamkeit zu widmen und ihre schätzbaren Erfahrungen und Ansichten hierüber zu veröffentlichen, damit bald ein Gegenstand von so hoher Wichtigkeit ins klare Licht gestellt und einseitige, der Er¬ fahrung widersprechende Hypothesen, welche— von einem im Rufe stehenden Manne mit apodictischer Gewißheit ausgesprochen — das Zutrauen zu den mühsam erwor¬ benen landwirthschaftlichen Erkenntnissen so sehr erschüttern, in ihre zukömmlichen Gränzen zurückgewiesen werden. Um denjenigen, denen es um die Förderung der Wahrheit und nicht um eine eitle Rechthaberei zu thun ist, die Uebersicht dessen, waS bisher über den obschwebenden Gegenstand verhandelt wurde, zu erleichtern, erlaube ich mir folgende Schriften anzuführen: Hi«; Huurtorl^ ^A-rieuIt. -Imun, ob blüinbui'Ak 1841. Allgemeine landwirthschaftliche Monatschrift, (Potsdam 1841, Band 2, S. 171); Verhandlungen der k. k. Landwirthschafts-Gesellschafr in Wien, (Band 10, Heft 1, S 161); das kritische Literaturblatt zur allgemei¬ nen Zeitung, für die deutsche Landwirlhschaft, (Leipzig 1842, Nr. 10); die öco- nomischen Neuigkeiten, (1842, Rr. 30 und 47); Berzelius Jahresbericht (Band 21, S. 235); Gersdorf's Repertorium der gesummten deutschen Li¬ teratur (1841, Nr. 23); die allgemeine Literaturzeitung, (Halle 1842, Nr. 55); die Grundzüge der wissenschaftlichen Botanik von 1)r. und Pro¬ fessor Schleiden, (Leipzig 1842, S. 14, 53 und 109); Herr JustuS Liebig in Gießen und die Pflanzen-Physiologie, von I)r Schleiden, (Leipzig 1842), und die landwirthschaftliche Literaturzeitung von Fischer, (Frankfurt 1842). In diesen Werken werden einstweilen auch diejenigen Landwirthe, denen ihte 79 Berufsgeschäfte nicht gestatten, über die Art der Ernährung der Pflanzen nach- zuforschen, eine Bestätigung derjenigen Lehren, welche die Lehrer der Landwirth- schäft ihren Zuhörern vortragen, und welche die rationelle Praxis mit Erfolg an¬ wendet, so wie auch eine Bekräftigung desjenigen Urtheils finden, welches ich mir über die landwirthschaftlichen Ansichten der organischen Chemie des Herrn I. L. auszusprechen erlaubt habe. Verdient die Sonnenrose (Sonnenblume) die Auf¬ merksamkeit des Landwirthes? Von Friedrich E b e r s berg. Zu den mancherlei Gewächsen, welche bei dein Streben nach Ausländischem und Neuem von Landwirthen wenig gewürdiget werden, gehört nach meinem Erach¬ ten die Sonnenblume (kleliunftius umnui«, und insbesondere II. a. muximus klor« pl6ni88lino). Obwohl wir sie in kleinen Hausgärten mit ihren großen, gold¬ gelben Strahlenblumen nicht selten prunken sehen und wegen ihrer merkwürdigen Eigenschaft, sich stets nach dem Stande der Sonne zu drehen (was beim Erschei¬ nen der Blüthe am auffallendsten ist, und später gegen die Sanienrcife hin, wegen Schwere der Fruchtbödcn und Verholzung der Organe, abnimmt), so bleibt es dennoch auch meistens nur bei einer Betrachtung und selten wird ein weiterer Ge¬ brauch im Großen davon gemacht. Es dürfte aber ein, so mannigfachen Nutzen ge¬ währendes Gewächs mit Recht verdienen, daß man die Aufmerksamkeit darauf hiu- lenke. Schon als Zierpflanze erfreut uns die Sonnenrose: dw herrliche Figur, Größe und Anzahl ihrer Scheibenblumen, ihre Ausdauer, succeffive Entwicklung und leichte Cultur machen sie zu einem beliebten Gartengewächse, welches noch im Herbste die schon seltener gewordenen Reize Florcns beurkundet. Der Bienen¬ freund schätzt sie als eine der gesuchtesten Honigpflanzen , und i» der That geben die Blüthe» und Zwitterblumen in ihren Nectaricn den Bienen reichen Stoff zur Bereitung guten Wachses und Honigs, in einer Periode, in der bereits auch die Bienenweide Blößen hat. Der schwarzbraune, bei manchen Arten auch weiße oder silbergraue Same wird von einigen Singvögeln geliebt. Rind- und Borstenvieh verschmäht ihn im zerquetschten Zustande nicht; er befördert die Schnellmastung des Geflügels und es läßt sich daraus auch eine Grütze, dann ein wohlschmeckendes, zu Back¬ werk und Getränkbereitung geeignetes Mehl, nach Entfernung der Hülsen, ver¬ schaffen. Als Oelpflanze gebührt der Herbstrose ein erster Rang; denn nicht nur höchst ergiebig (sie liefert an 40 pCt.), sondern auch mild, süß und wohl¬ schmeckend ist daS Oel, und zum Brenne» eben so schätzbar. Der Vorwurf, daß 8V eS nicht ausdauere, verdient eine nähere Untersuchung und Bewährung. Die Oel- kuchen befördern den Milchnutzen beim Rindvieh ungemein. Auch der Feinschmec¬ ker kann seinen Gaumen mit den Blumenknospen ergetzen, wenn er sie den Arti- schoken ähnlich zubereitet, oder, nachdem sie in Wasser gekocht und darauf in einer Brühe von Wein, Muskatblumen, Butter und Salz aufgesotten werden, genießt. Die grünen Blätter werden von Pferden und Wiederkäuern gefressen und die Nachschößlinge und Aeste können zu diesem Zwecke ausgebrochen werden; ge¬ trocknet mag sie der Arme statt schlechtem Rauchtabak verdampfen. Die getrockneten Stängel liefern Salpeter und Pottasche; aus dem Marke soll sogar ein gutes Papier verfertigt werden können. Zudem kommt der Sonnenblume zu Gute, daß sie als ein die Gesundheit der Luft, besonders in morastigen Gegenden, beförderndes Gewächs erachtet wird, was bei näherer Betrachtung wirklich leicht erklärbar ist und außer Zweifel gesetzt wird; denn die Ausscheidung der Lebensluft aus der Sonnenblume muß sehr bedeutend seyn, weil die Blume stets dem Sonnen¬ lichte zugekehrt, in Folge der intensiven und dauernden Einwirkung von Wärme an der, mit vielen und großen Poren versehenen großen Oberfläche, die die Aus¬ dünstung ungemein erleichtern, auch als eine geruchlose, reine und von schäd¬ lichen Gasen unverdächtige Pflanze erscheint. Vor allem andern muß der Nutzen der getrockneten Stängel als Brennstoff in holzarmen Gegenden voin Belange seyn, und sie kommen in diesem Betrachte gewiß dem Maisstängel gleich. Ich meine sonach, man sollte die Sonnenblume, welche sedem Landwirthe in irgend einer der hier angeführten Nntznngsarten wichtig seyn dürfte, auf eine der Cultur der übrigen Früchte unschädliche Weise häufiger anbauen. Dieß kann leicht geschehen, wenn man ihr an den Gränzen der Felder, auf aufgeworfenen Grabendämmen, sounenreichen Orden, (man erlaube diesen bald verschollenen Ausdruck), auf Hutweiden, Rainen und als Zwischenfrucht em Plätzchen gönnt, oder sie aus einem Pflanzenbeete an Ort und Stelle versetzt. Die Sonnenblume gedeiht leicht, wenn nur der Boden nicht gar zu locker, matt oder naß ist. Mußte nicht ein mit diesen herrlichen Blumen umsäumtes Feld einen prachtvollen Anblick gewähren? Könnten wir damit nicht in einzelnen Fällen eine schnellwüchsige Allee improvisiren, sie als Stütze für nützliche Schlingpflanzen, z. B. Bohnen, u. dgl. benützen? Und sollte es sich nicht lohnen, bei dem fast tausendfältige» Ertrage Versuche zur Gründüngung damit anzustellen? Ich meine, in dieser Beziehung allein verdiente die Sonnenblume schon unsere Aufmerksamkeit, und ich erinnere mich nicht, daß ihrer in dieser Rücksicht schon gedacht worden wäre. Die 81 Die Schwefelsäure, em wohlfeiles Surrogat des Gypfes. (Aus William Löbe's »Fluch und Segen des Kleebaues*). Die Schwefelsäure, oder das sogenannte Vitriolöl, welches in jeder Apo¬ theke zu erhalten ist, wird mit Wasser verdünnt angewendet, und zwar kommen auf einen Theil Schwefelsäure 1000 Theile Wasser. 1'/,« Dresdner Kanne Schwefelsäure, welche ungefähr 9 >/z Groschen kostet, bringt auf zwei preus;. Morgen die nämliche Wirkung hervor, alS 3 Centncr Gyps. Das Grundstück, auf dem der Versuch vorgenommen wurde, besteht in einem, vor etwa sechs Jahren urbar gemachten Felde, das früher ein Sumpf war. Die vorjährige, wenig'warme und kaltnasse Atmosphäre eignete sich im Ganzen wenig dazu, einen der Erwartung entsprechenden Versuch mit Schwefel¬ säure anzustellen; aus dem daraus hervorgegangenen Resultate kann man aber wohl sicher den Schluß ziehen, daß bei Anwendung der Schwefelsäure die Wir-- terung weniger Einfluß hat, als bei Anwendung deS Gypfes, und dieses wäre dann wieder ein Grund mehr zur Empfehlung der Schwefelsäure. Das Grund¬ stück, auf welchem der Versuch angestellt wurde, hält fast zwei preuß. Morgen, und zu deren Besprengung waren 2 Pfund 2 Loth concentrirte Schwefelsäure und zur Verdünnung derselben 28 Eimer Wasser erforderlich, welche mit einer Gartengießkanne auf die Fläche vertheilt wurden. In den ersten Wochen mar in dem Kleewuchse auf der begossenen, frisch abgemähten Stelle kein Unterschied zu bemerken; nach Eintritt der warmen Witterung aber erhob sich der Klee auf dem befeuchteten Boden sehr schnell. Er bekam eine dunkelgrünere, frischere, fettere Farbe und überwuchs bis zu Michaeli den nicht befeuchteten Klee in einer Länge von mehr als 25 pCt. Die befeuchtete Fläche gab >/z mehr Ertrag alS die nicht befeuchtete. Ende October hatten die erst im August befeuchteten Stellen zum vierten Wuchs einen weit vorzüglicheren Blätterbestand i» Menge und Güte, als die nebenanliegcnden, nicht mit verdünnter Schwefelsäure benetzten. Daraus geht nun wohl zur Genüge hervor, daß eS für diejenigen Landwirthe, welche von Gypsbergen entlegen und sich nur mit vielen Kosten den Gyps aus ent¬ fernten Gegenden verschaffen können, oder dieses auf die Fruchtbarkeit des KleeS so vorthcilhaft einwirkende Mittel ganz entbehren müssen, sehr nützlich scyn würde, wenn sie sich in Zukunft zur Befruchtung ihrer Kleeäcker der verdünnten Schwe¬ felsäure bedienten. Die Richtigkeit der Sache hat, de» öconomischcn Neuigkeiten und Verhand¬ lungen Nr. 72 zu Folge, neuerlich vr. Meyriac durch folgende Versuche be¬ stätigt. Er begoß einen Weinstock mit einer Mischung von 15 Grammen (IOOO 6 82 Grammes — I Killogramme — 1,786 Wiener Pfund, oder ungefähr I Pfund 25'/7 Loth) Schwefelsäure, die in 7'/<,Litrcs (I Litre — 6,71 Wiener Masi, also beiläufig Masi) Wasser aufgelöst war, und die Folge war eine so üppige und überreichliche Vegetation, wie er sie ine gesehen. Das folgende Jahr begoß er mehrere Weinstöcke mit 7,64 Grammen Schwefelsäure, die mit 4 Litres Wasser verdünnt waren, und erhielt ähnliche Resultate. Hiernach könnte man mit 50 Kilo» grammen Schwefelsäure 4000 Weinstöcke, oder mehr als einen Hektar (1 Hektar — 2780 W. Q- Klafter, also fast 1-^ W. Joch) düngen. Verschiedene Arten der Seidenwürmer. (Neue Notizen.) Die Seidenraupen sind mannigfaltiger als man bis jetzt geglaubt hat. Im englischen Ostindien ist unter den verschiedenen Arten von Seide, besonders die T u ssi h- oder Tusser Seide sehr weit verbreitet, und die Residenten haben berich- tet, daß die Raupeu in allen westlichen Wäldern von Rang hur bis nach Mid- »apur gezogen werden, vr. Lorburgh sagt, daß sie in Bengalen, Behar und Assam einheimisch sind. In Assam finden sich, nach dem Berichte H ug onS, Unter- Assistenten deS Cap. Jenkins, sechs Arten von Seidenwürmern; der Maulbeer- Seidenwurm (Lomlnx mori), der Tu sseh-Seidenwurm (8aturmu plm- luona pupliiu) und der Lriu- oder ^riunstz'-Seidenwurm (xlruluons cvnlliiu waren schon früher bekannt. Die übrigen hat er, und der so unglücklich um- gekommene vr. Helfer beschrieben. Auch derMuga-Wurm (8»turmu mtzllii« Lle-i/l) war den Residenten bereits bekannt. Der Dschori -Wurm (Lom- i-ix rsli^iosu //«//)) ist eine neue, von Cap. Jenkins auf dem Pipulbaume (Leus r6litz'io8a) entdeckte Art. Diese soll eine Seide geben, welche der des Maulbeerbaum- wurmes vollkommen gleich kommt. Die8aturniu Sillwties ist in demCaffia- Gebirge, so wie in Silhel und Dakka einheimisch. Dieser liefert ebenfalls Seide, wie die beiden andern Arten und der wilde Seidenwurm der Central-Provin¬ zen und ein anderer, der seine Cocons an dem Mangobäume spinnt. Die Bewohner von Malda sammeln diese Seide und verspinnen sie vermischt mit den Cocons des A ri n d 0 - Wurmes. Wahrscheinlich gibt es noch viele andere Arten Würmer in In¬ dien, die brauchbare Seide liefern dürften. 83 Beiträge zur Cuttur und Benützung der Erdbirnen *). Eingesendet vom Heren Ferdinand Stieb ar, corresp. Mitglisde aus Gallizien. Ich hatte meine Erfahrungen über den Anbau der Erdbirnen bereits im Jahre 1840 in einer besondern Abhandlung niedergeschrieben, und diese an diek.k. mährisch¬ schlesische Ackerbau-Gesellschaft nach Brünn übersendet, um unter den Auspizien der damal daselbst Scatt gehabten allgemeinen Versammlung deutscher Land- und Forstwirthe die gereiften Resultate, welche in andern Ländern über die Pflanzung und Benützung dieses stiefmütterlich behandelten Gewächses der neuen Welt ge¬ macht worden waren, zur Sprache zu bringen. Meine dort ausgesprochenen An¬ sichten haben sich seither nicht geändert, vielmehr in jeder Beziehung bestätiget, daher ich gegenwärtig nur einen Commentar zu meinem oben bezogenen Aufsatze liefern werde. Ich habe für die Erdbirnplantagen durchaus keine einseitige Vorliebe, waS schon aus dem äußerst sterilen Boden, dem Entgange jeden Düngers und der Ver¬ wendung von nur sparsamen Culturskosten zu ersehen ist, und betreibe ihren An¬ bau bloß auS Rücksicht auf den gewährenden reelen Nutzen. Am 10. April v. I. habe ich abermals eine Partie von sechs niederbsterr. Metzen (3 Koretz) Erdbirnen auf dem Gipfel des Landskroner Berges, welcher wegen des vielen schieferigen Gesteines eine karge Schafweide gewährt, indem daS Gras binnen emer kurzen Zeit ausbleibenden RegenS versengt wird, nach demPfluge in die dritte Furche, in einer Entfernung von 1 Fuß von einander, und in einer Tiefe sireu 3 Zoll, in zwar ganzen, doch absichtlich ausgesuchten kleinen Knollen aussetzen, und selbe sogleich übereggen lassen. Wn.de man die Egge erst beim Empordrängen der Erdbirne, wie in der Regel bei den Kartoffeln, anwenden, so würde der Ertrag, nach der Natur der 1'opiiiLmboirr, offenbar gefährdet, weil dieselben leicht an den Sprossen beschädigt und dadurch in ihrer Vegetation sehr gehindert wären. Das Verhalten während des Keimens, ihr Stand bis zum An¬ fänge des Monats Juli, das üppigere Wachsthum nachdem Behäufeln, die Zeit der Blüthe, ist in Allem und Jedem sich treu geblieben, wie ich dieß in meinem Berichte vom 6. Juni 1840 (Viels Mittheil. Jahrgang 1840, Nr. 48) um¬ ständlich angezeigc hatte. Den Erdbirnen dicht zur Seite, jedoch an der liefern Lehne, ließ ich in den gleich bearbeiteten Boden ebenfalls sechs niederösterr. Metzen Kartoffeln nach dem Pfluge in derselben Weite aussetzen, ihnen aber eine zwei- *) Erdbirn, Itoiiinaintivur , (tleiiantsius tuderssus I..) eine amerikanische Frucht. Man glaubt ihr Vaterland sei Brasilien, von da soll sie 1617 nach England gekommen und von hieraus weiter verbreitet worden seyn. Doch Andere behaupten, der Admiral Drake soll nicht die Kartoffel, sondern die Erdbirnen nach Irland gebracht haben. Die Pflanze hat das Ansehen unserer Sonnenblume, ihr Stängel übertrifft diese aber oftanHöhe. Ihr Nähme »ZerusalemS-Artischocke" ist das verdrehte italienische Wort: k-irnevl, Sonnenblume. L* 84 malige Bestcllung durch das Anhäuftln augedeihen. Sie standen anfänglich schöner als die Erdbirnen, blieben aber von dem letzten Drittel Juli wrir hinter diesen zurück, die erst dann zu vegetiren, als jene zu blühen begannen; die Kartoffel hatte nur weniges, kurzes, sparsam belaubtes Kraut, die Erdbirne hinge¬ gen starke Triebe, die gewöhnliche Größe der Blätter und blühte in der zweiten Octoberhälfte. Von den ausgesetzten Kartoffeln erhielt ich 12 Metzen, von den Erdbirnen dagegen bei der heurigen Frühjahrs-Fechsung 58 Metzen gehäuft gemessen — nachdem von den hiesigen Ansassen eine Mengs entwendet worden *), die ich mit gutem Gewissen wenigstens auf 6 Metzen annehmen kann, hier wegen der runden Rechnung bloß auf 2 Metzen, daher den ganzen Ertrag auf die vollen 60 Metzen fcstsetze. Die Kartoffel gewährte demnach im gleichen Standorte und bei einer doppelten Behäuflung bei der Ernte eineVcrmehrung von Einem Korn, die Erdbirne von zehn Körnern; zudem bezog ich von der Letzter» noch das Laubfutter, welches die Kühe gerne fraßen, ohne in der Milchnntzung zu fallen, während sie bei Benützung deS Kartoffelkrautes sogleich um '/g, und bei längerer Verabreichung sogar auf die Hälfte herabgesunken war. An Schmetten (Rahm) gewann ich von der Laubfütterung nur einen etwas geringer» Quotienten als von der gewöhnlichen Wiesengrasnng. Die Knollen sind von den Pferden, Rindern, Schafen und Schweinen sehr gierig gefressen worden, die Milch ist süßer, ohne den artischockenartigen Nachgeschmack zu haben. Den aus der Benützung zum Branntwein gewonnenen Spühlich genossen die Kühe gleichfalls mit vollem Maule, haben aber eine minder gehaltreiche Milch als von der Kartoffelschlämpe gegeben, wohl hauptsächlich auS dem Grunde, daß die ersten Branntwein-Probe-Brände ohne jeder Beimengung von Getreideschrott veranstaltet wurden. Die specifische Schwere beträgt bei den Erdbirnen mehr als bei den Kar¬ toffeln, von denen der niederösterr. Metzen bekannter Maßen 79 bis 80 Pfund wiegt — während der Metzen von den 't'opinamdour 82 bis 83 Pfund Gewicht hält; — die Nahrungsfähigkeit gegen das Heu ist wie 100 Pfund zu 225 Pfun¬ den. Von dem zehnfäftigen Körner-Erträge entfällt bei den hiesigen Klima- und Boden-Verhältnissen pr. 1 Metzen Area ein Ertrag von 49^ Metzen Knollen. Des Versuches wegen habe ich einige steinhart gefrorene Erdbirnknollen im Zimmer ganz ansthaucn, dann abermal im Freien gefrieren, sodann im festge- srorenen Zustande nochmals in ein warmes Mistbeet legen lassen, wobei mir die hleberzeugung wurde, daß der Temperatur-Wechsel, von einem Extreme zum andern, der Knollenfrucht gar keinen Schaden brachte, indem bereits am 13- Tage die Sprossen zum Vorschein kamen und die Erdbirne naturgemäß vegetirtc. ') 3ch gestatte diesen kleinen Unfug stillschweigend aus dem Grunde, damit die Kultur der Erd¬ birnen hier mehr in Aufnahme komme und der Karpathen-Gebirgsbewohner, dessen a»- gesäeten Hafer und Wicken oft der Frost erhascbt, und selbst die Kartoffel im Boden einwin- tert, ivr wiederkehrende« Frühjahre sich vor jeder Roth aus eigene« Mittel» schützest könne- 85 Auch hinsichtlich der Verwendung der Erdbirnen zum Branntwein habe ich unter der Controlle des k. k. Herrn Gefällenwach-Inspektors Adam KrauS, welcher zu diesem Behnfe von Seite der Wadowicer k. k. Cameral--Bezirks- Verwaltung unterm 22. December 1841, Zahl II877, eigens beauftragt war, um nämlich alle Umstände der Einmaischung, die Momente der Gährnng,'das Abtreiben des BrennguteS zu beobachten, und die dicsifälligen Resultate zur dortigen Kenntnis; zu bringen, neuerlich mehrere Probebrände eingeleitet. Den ersten Versuch machte ich am I I. April l. I. in der hiesigen obrigkeit¬ lichen Brennerei, wo gegenwärtig ein Pistorius'scher Dampfapparat aufgestellt ist, mit 10 Metzen Erdbirnen, die über gehörige Abkochung und Zerquetschung mit warmen Wasser gargebrüht, auf die Temperatur von 14 Grad Reaumur unter ordentlichem Durchrühren abgekühlt und bloß mit 7 Maß Bierhefe, ohne allen Zusatz von Getreide- oder Malzschrott, versetzt wurde; ich that dies; aus dem Grunde, weil ich voraussetzen konnte, daß die Erdbirne bei ihren vielen Zuckerbestandstoffen leicht gähren werde. Schon nach einer halben Stunde erhob sich die Erdbrrnmasse auf die Oberfläche, und es begann die Fermentation so stark, daß die Maische den Bottich überlief, ungeachtet m demselben der sechste Theil als Steigraum leer gelassen war. Da die Maischdecke den Zutritt der Luft, als wesentliches Gährungsbedingniß, zu hindern schien, wurde sie mit Rührschei¬ ten durchbrochen, und die Masse recht durchgerührt, wornach solche bedeutend fiel.— Kaum daß dieß geschehen, fermentirte die Maische ununterbrochen der Art, daß sie von Neuem überlief. Die Maische hatte am ersten Tage der Einmaischung einen süßen, am zweiten einen weinherben, dann am dritten und vierten Tage einen weinsauern Geschmack, mit Beibehaltung des eigenthümlichen Artischocken¬ geruchs. Nachdem der Fcrmentarions-Prozeß beendet, und das Brenngut auf den Apparat aufgegeben war, wurde in drei Füllungen 19 Maß durchschnittlich 29gradiger Branntweingeist und 5°/^ Maß 15gradiger Branntwein als Nach¬ gang gewonnen. Dieser Branntwein behielt viel von seinem Artischockengeschmacke. Hierauf setzte ich die Versuche fort, und nahm, well der Bottich von 16 Eimern zu der angegebenen Ouantität zu klein gewesen, nur 8 niederösterr. Metzen Erd¬ birnen und 6/g (^/gz) Metzen Gerstenmalzschrott alS Zusatz; die Gährung ging wie gewöhnlich vor sich, das Umrühren der Maische war nicht nöthig, obwohl auch hier eine Pelzdecke oberflächlich sich gebildet hatte. Um den Branntwein von dem eigenthümlichen Fusel zu läutern, ließ ich in den Kessel zwei Maß Anies bei¬ geben, und erhielt von dieser einerseits um zwei Metzen Erdbirnen verminderten, andererseits um Metzen verbesserten Maische in drei Füllungen 22 '/4 Maß 80 Grad haltigen Weingeist, und II Maß 15 gradigen Nachgang, welcher von dem Artischocken-Fusel ganz frei ist, einen starken süßen Aniesgeschmack besitzt, und seinen Erdbirn - Urstoff nicht im Geringsten verräth. 86 Ich habe hier von einem Metzen Kartoffeln mit 6 Maßet (zweiunddreißig- stel-Metzen) Schrott 4^ Maß Weingeist ans demselben Apparate erhalten, da¬ her gegen das Erdbirndestillat um 1 Maß mehr gewonnen. Wenn aber er¬ wogen wird, daß die Erdbirne nur geringe Culturskosten zu ihrem Fortkommen bedingt, und dorr noch mit dem zehnfaltigen Ertrage sich verwerthet, wo die Kar¬ toffel nur mit Einem Korne, daher kaum die Anpflanzung lohnt, und die Erstere noch ein gutes Grünfutter darbietet, so ist deren Cultur an Orten, die ich in meiner dießfälligen, oben angeführten Abhandlung naher bezeichnete, für jeden Fall Jedermann anzurathen. Schließlich möge es mir erlaubt seyn, die Fechsungs--Erträgnisse an Erd- birnen in andern Provinzen, unter Angabe der Firma der Quellen, hier zu citiren, um selbe mit meinen Erfahrungen bilanziren zu können. ») Herr Raimund Veit erhielt auf dem kalkkiesigen Boden des Probe¬ feldes der landwirthschaftlichen Lehranstalt Schleißheini von einem Mor¬ gen Fläche auf einem stark gedüngten Probetherl in zweiter Düngertracht in dritter detto im dritten Jahre auf einem Weideum¬ bruch nach der zweiten ungedüngten Be¬ nützung an Knollen — Stangl u. Blätter 38 Scheffel 42 Centner. 28 „ 31 „ 21 „ 22 „ 13 „ 18 Herr Veit sagt, daß die Erdbirne als Futter- und Düngerpflanze sich bis zu den in dieser Eigenschaft domivirenden Dauerkleearten erhebt, und auf klee- unfähigen Bodenarten selbst diese hinter sich zurück laßt. b) Herr Director v. Schwerz bemerkt, daß die Knollen der Erdbirne im Er¬ trage den Kartoffeln nicht allein nichts nachgebcn, sondern sie sogar noch übertreffen, und daß im Elsaß der Ertrag zu 40, 50, ja 60 Sacke vom Acker, und wenn dieser nicht allzu mager ist, bis 80 Sacke geben. Nach den von ihm z» Hohenheim mit dem Laub und Stängel zur Viehfütterung gemachten Versuchen überzeugte man sich, daß sie in Verbindung mir andern Substanzen den Werth dieser letzter», so wie diese den Werth je¬ ner Stängel bei der Fütterung erhöhen. „Die Erdbirnen (Worte des hoch¬ verdienten Veteranen) sind für alle sandigen Gegenden ein äußerst nutz¬ bares Gewächs, weil sie auch mit einem sehr schlechten Boden vorlieb nehmen; nicht deßhalb, weil sie keinen bessern verdienen, sondern weil die meisten andern Gewächse nicht so, wie sie, auf schlechtem Sande gedeihen wollen. Auch die dürre Sandwüste vergaß der Herr nicht bei seinem Segen!" 87 «:) Herr Wirthschafcs-Jnspector Kade in Ober'Tschirnau gewann an Laub- futter von einem Magdeburger Morgen guten, stark gedüngten Gersten- boden 57 '"/.„g Centner; der niedrigste Ertrag in sehr schlechtem Bo¬ den, der kaum den Namen Kornboden verdiente, war 17 Cenrner, an Knollen erntete er vom Morgen des besten BodenS 121, vom schlechtesten 25, im Durchschnitt von der ganzen Aussaat 68 Schaffet. Die zur Probefütterung ausgestellten Kühe bekamen täglich einen Metzen Knollen und ein Gebund Laub; auf einem andern Gute bekamen sie täglich zwei Gebünde Laub, aber keine Knollen; der Erfolg war, daß die mit Knollen und Laub gefütterten Kühe mehr Milch, die mit Laub allein genährten zwar weniger, jedoch fettere Milch gaben. st) Bei der zu Brünn am 26. September 1840 Statt gehabten Abendsitzung der Land- und Forstwirthe kam ans Anlaß der von mir dahin gesendeten Erdbirnbranntweinprobe auch die Cultur der Erdbirnen zur Verhandlung, wo Herr Hofg. Fedisch aus Eiseustadt dieselbe in oconomischer Beziehung für äußerst vortheilhaft und wichtig hält, da ihr Erträgnifi von einem ungarischen Joche pr. 1200 ^Klaftern des besten Bodens, außer dem trefflichen grünen und getrockneten Laubfutter, vom zweiten Pflegejahre begonnen, durch 10 Jahre und länger, jährlich leicht 400 Metzen Knol¬ len geerntet worden, wodurch, bei so wenigem Aufwande von Arbeit, die Erdbirnen den wohlfeilsten und reichlichsten Futterpflanzen zugezählt zu werden verdienen. (Vists Amtsbericht über die lV. Versammlung der Land- und Forstwirthe, vom Professor Nestler, 1841). Ich übergebe diesen Beitrag mit dem Wunsche, daß die Erdbirne selbst noch da, wo sonst nichts mehr forckommt, cultivirt werde, um den Wohlstand des mißlich bestellten Grundbesitzers mit geringen Mitteln möglichst fördern zu helfen. 88 Erfahrungen über den pomologischen Ringschnitt. Von Ebendemselben. Durch daS rege Wirken intelligenter Manner hat die neuere Zeit das Ver¬ dienst für sich, daß nicht nur Güterbesitzer, sondern auch Bürger, ja selbst der Landmann für den Obstbau gewonnen wurden. Man findet schöne Obstbaumplan- tagen in eigentlichen Gärten, an Straßen als Alleen, so wie im freien Felde, am Acker, als Feldbaumwirthschaft betrieben; den Umstand wohl reflectirend, daß mancher Grundwirth beim Getreidebau nicht sonderlich gewonnen, durch die auf seinen Feldern bewirkten Obstanlagen aber wieder wohlhabender wurde, da die Obstbaumzucht bei ihren geringen Culturskosten allerdings den höchsten Rein¬ ertrag liefert; allein eben der Ackerwirth, noch mehr aber der Küchengärtner hat das Mißgeschick, daß viele seiner Obstbäume, so schön sie auch da stehen, oft auch viele Blüthen tragen, doch (selbst im Boden von einer bewunderungswürdigen Fruchtbarkeit an der Korn- und Gemüse-Production) jahrelang unfruchtbar bleiben. Während der gewöhnliche Bauer (im Finstern auf altem Herkommen tappend, und durch die Macht des Vorurtheils gelähmt) einerseits seinen einmal hingesetzten Baum dem lieben Herrgott auf Gerathewohl überläßt, sich durchaus nicht überzeugen will, daß diese sorglose Fahrlässigkeit schädlich sey, ja es sogar lächerlich findet, wie Jemand einer andern Meinung sey» kann, zumal er noch Dominien nennt, die ans demselben Fuße wirthschasten, und diese Methode als die Beste verthetdigen, sucht andererseits der vermeintliche Pomologe mit mehr Umsicht die Mittel bei dem Gärtner oder im neuesten Buche; beide rathe» ihm (im gegebenen Falle) entweder n) die Wurzel, in der Regel die Pfahlwurzel, mit einem Stemmeisen abzustoßen, oder b) den Ringschnitt anzuwenden. In der angenehmen Hoffnung, recht bald zu dem langersehnten Ziele zu gelangen, brin¬ gen sie nach einfältiger Willkühr den Ring bald am Stamme, bald in der Mitte der Aeste, bald an allen Aesten und Zweige», um des Guten genug zu thun, in recht merkbaren Marken an, oder befolgen den ersten Rath mit der Entfernung der Pfahlwurzel. Ungeachtet Jedermann erkennet, daß eine solche Behandlung höchst schädlich seyn muß, benützen doch Viele, vom Gewissen und Verstand we¬ niggerührt, diesen widersinnigen Rath und pflanzen, was noch das Aergste ist, sich auf die autentischen Quellen berufend, ihn noch ihrer Nachbarschaft ein. Auf diese Weise wird den Obstbäumen unstreitig und offenbar eine Wunde versetzt, die nicht so bald zu heilen ist, und in der Folge, leider so häufig! die ganze Größe des daraus entstandenen Uebels verspüren läßt. Diesem Unheil noch zur Zeit zu begegnen, trage ich hier mein Schcrflein bei, und spreche vorzugsweise von jenen Obstbäumen, welche üppig ve- getiren, Blüthen tragen, aber unfruchtbar bleiben; es sind dieß die¬ jenigen 89 jeuigen Bäume, welche auf, in guter Cultur stehenden Recken, oder lii emsig be¬ arbeiteten Küchengärten gepflanzt sind. An beide Orte wird wegen der eigentli¬ chen Bestimmung regelmäßig Dünger aufgeführt, und der Boden gegraben oder gepflügt. Durch das Uebermaß von Nahrungsstoffen, die den Bäumen bei dem zweimaligen Safttriebe natürlicherweise mehr zukommen, als den einjährigen Cerealien und Küchengewächsen, wird die rechte Gränze überschritten, die Ent¬ wicklung der Wurzeln und Triebe wird gesteigert, und die Lebensfunction so be¬ schleunigt, daß wegen des eingetretenen EptremeS die Ausbildung der Frucht schlechterdings gefährdet werden muß. Es wird nämlich die humusreiche Ackerkrume, die sich ohnehin leicht erwärmt und aus der Atmosphäre die meiste Feuchtigkeit an« zieht, ja fast das Doppelte seines Gewichtes an Wasser aufuimmt, und der Born allen Wachsthumes ist, fortan bearbeitet, lockerund offen erhallen; nimmt daher mehr Wasser und Luft auf, als den Bäumen zuträglich ist. Bei den eingesogenen, durch Wasser sehr verdünnten, leicht affimilirbaren Nahrungssäften geht die Assimi¬ lation schnell vor sich, der Baum hat zu viel Organisationswasser, vegetirt üppig, verlängert seine Ausbildung und bleibt in seiner Vollkommenheit zurück. So wie die Organe nach langer Zeit fester und consolidirter werden, erleiden sie eine ei¬ gene Modrfication, es nimmt das Verhältnis; der flüssigen Theile in den Aesten und Zweigen mehr ab, daher diese trockener und endlich zum Ansätze wahrer Fruchtknoten geeigneter werden. Um diese Ansicht triftiger zu beleuchten, beziehe ich mich auf die Indivi¬ dualität der Obstbäume selbst. Der Baum hat, wie jede andere Pflanze, zweier¬ lei Säfte, I) die zusühreudeu, rohen Nahrungssäfte, und 2) die eigenthümlichen Säfte. Die Ursache der Wirkung der Erster» ist gleichsam thermo¬ metrisch in der äußern Wärme zu suchen, da sie im wiederkehrenden Frühjahre nach der Winterruhe, auf die rohen, nicht affimilirten Säfte nach¬ theilig wirkt, sie mechanisch hebt und forrtreibt, und die weicheren, zarteren Enden der Zweige, nach welchen die Saftbewegung zieht, scheinen, als der nachgebende passive Theil, den Trieb noch mehr zu begünstigen; — die Säfte fließen von unten nach oben, und enthalten bloßes Organisationswaffer, daS zum Fortleben, zum Wachsen unentbehrlich wird, — die Rückkehr der geringsten Kühle ist stark genug, daS Fortschreiten zu hindern und es beim Eintritt der Höhen; Temperatur im gleichem Verhältnisse wieder zu fördern. Bei den ursächlichen Momenten der ergenthümlichen Safte erscheinen diese mehr verarbeitet, werden assimilirter und wirken weniger auf das Wachsthnm, desto mehr sedoch auf die vollkommene Bildung der angesetzten Früchte, und sei¬ ner Zeit (beim zweiten, sogenannten Johanni-Trieb) auf die Entwicklung der künftigen Knospen. Bei dieser Metamorphose wirkt die Luft und das Licht auf die Rinde und das Laub mit einem solchen Erfolge, daß man diesen Einfluß 7 M barometrisch nennen kann, —während nämlich die Elemente des Lichtes und der Luft auf den blätterlosen Stamm unmöglich wirken konnten, und das Oiganisationswaffer in den Gefäßen erst hinan zu fließen begann, sieht man bei dem Erscheinen des LaubeS in den Pfianzensäften allerdings eine rückgängige Be¬ wegung von den Zweigen zu den Aesten, von diesen zu dem Stamme, und von dem Stamme sofort zu den Wurzeln erleiden, die eben dadurch ihre fernere Bil¬ dung und Verlängerung der Fasern gewinnen. So wie der erste rohe Saft im Splinte, zwischen dem Holze und der Rinde, durch daS Vehikel der Wärme emporgehoben wird, kommt derselbe durch eine retrograde Bewegung mittelst der Rinde, die concentrisch um den Baum liegt, zu der wahren Assimilation. Bei einem Querschnitt in einen Ast oder Zweig über¬ zeugt man sich sehr genau, daß die Zellen der Rinde (horizontal) mit einander verbunden sind, und eine Gemeinschaft von außen nach innen, und pon innen nach außen eröffnen, welche zur Verkeilung und Verarbeitung der Pflanzensäfte nothwendig ist. Von der Wahrheit dessen überweiset uns am ersten und besten der Ringschnitt, sonst unter dem Namen des pomologischen Zauberringes bekannt. Wenn wir mit einem scharfen Messer die Oberrinde eines Obstbanmes durch einen Doppelschmtt ablösen, so wird sich die Wunde von oben nach unten, aber nie von unten nach oben vernarben; — eS entsteht ein Wulst, der obere Theil wird stärker als der untere, und jener wird aus natürlichen Gründen zu seinem Zwecke, zum Fruchtansatze, zur Fruchtbarkeit vollkommen gebildet. Da durch das Einwirken des Lichtes und durch den Druck der Lust die barometrische Bewegung des Pflanzensaftes von dem Laube zu der Rinde des Zweiges und des Stammes weit mehr Zeit bedarf, und daher concentrirter werden muß, unterscheiden sich die Bildungssafte gerade dadurch von dem rohen, einförmigen, durch die Tem¬ peratur bedingten, aus der Wurzel steigenden Organisationswasser. ES ist Erfahrungssache, daß der eigenthümliche, sogenannte Bildungssast, der von den Enden der Zweige nicht leichtlich zu der Wurzel circuliren kann, seine Wirkung auf die Entwicklung der Fruchtaugen für das nächste Jahr, dann auf die Formirung des Callus um die gelöste Rinde beschränkt. Die Operation nann¬ te man, nach der Andeutung ihres Apostels, Herrn Ludwig Hempel in Zedlitz, und nach ihren folgereichen Resultaten, vorzugsweise den pomolo¬ gischen Zauberring. Ueber seine Prärogative war ehebevor nur eine Stimme. — Da jedoch Manche, wie Eingangs gesagt, des Guten zu viel ansprachen, und sich durch ihre thätigen Anforderungen gröblich gegen die Natur der Bäume versündigten, so folgte die früher nicht reflectirre Schuld durch die Einbuße der betreffenden Stämme im Kurzen nach — und dieß war auch die wesentlichste Ursache, daß der Ringschnitt bald in Mißcredit und Vergessenheit kam. Nach 91 meinen eigenen Erfahrungen muß ich dem Ringschnitte dessen gewahrenden Nutzen allerdings zusprechen, bedingt vorausgesetzt, daß man sich dcS Extrems: zu viel und zu wenig verdirbt gewöhnlich, zu enthalten befleißige. Was der Ringschnitt sey, wann, wie und wo er angewendet werde? könn¬ te, als bekannt, füglich übergangen werden; — um aber auch dem weniger erfah¬ renen Obstplantageur hierüber Belehrung zu geben, möge auch dieß hier zur Er¬ gänzung des Textes einverwebt werden. Der Ring wird nur an denjenigen Bäumen angewendet, welche lange un¬ fruchtbar geblieben waren; in der Regel sind es jene, die, wie oben ermähnt, in zu üppigem offenen Boden stehen, und wegen der Kraftfülle zu früh vegetiren,— denn einen fruchtbaren Baum zu ringeln, wäre eben so, wie einem Gesunden Medicamente eingeben. Das Frühjahr, und zwar um die Zeit, wo das rohe Organisationswaffer in dem Gehölze sich zu bewegen, und die Laub- oder Frucht¬ knospe anzuschwellen beginnt, ist die geeigneteste Zeit zur Anwendung des Ring- fchnittes. Er besteht in der Ablösung der Rinde des Baumes, indem man mit einem scharfen Messer einen Einschnitt um den ganzen Ast bis auf das feste Holz macht, knapp dabei, etwa Ein Achtel Zoll Breite, wird der zweite Ein¬ schnitt geführt, und die Rinde ausgehoben — bei stärkeren Aesten kann der Ring auch breiter seyn, doch fand ich eS sehr ersprießlich, ihn im Allgemeinen nie über Ein Viertel Zoll Breite auszudehnen; dadurch wird nämlich der Bildungssaft der Wurzel nicht lange vorenthalten, und dabei sein Zweck un¬ ter Einem vollkommen erreicht. Der Ring muß, wenn er an einem Aste gemacht wird, möglichst nächst des Stammes (etwa bis I Zoll davon entfernt), oder an einem Zweige nächst des Astes, und der untere Einschnitt schräge gemacht werden, damit bei einem Regenwetter das Wasser leicht abfließen könne. Zweige von und unter einem Zoll Dicke, zumal beim Steinobsts, sind durchaus nicht zu ringeln; der Tod ist jedesmal ihr Geleite. Die Frage, wie oft der Riugschnitt bei jedem Baume angewendct werden soll, beantwortet sich dadurch, daß, wenn der Fruchtansatz durch denselben er¬ reicht wurde, die fernere Bildung der Fruchtknoten schon durch die geänderte Mo- dification constant bleibt, der Riugschnitt daher nur dann wiederholt werden dürf¬ te, wenn die Natur des Baumes sich noch nicht nach dem künstlichen Zwange modisicirt haben sollte. Herr Burdach hatte sich in der landwirthschaftlicheu Zeitung, Augusthefr 1821, von G. H. Schnee, gegen den pomologischen Zauberring ausgesprochen, und ihn höchstens bei der Obstoraugerie zur Anwendung angerathen. Nach mei¬ nen Beobachtungen fand ich ihn gerade hier nicht ganz an seinem Platze; 1) wach¬ sen die Bäumchen wegen des beschränkten Raumes ohnehin nicht zu üppig, und 2) vermag ein vernünftiger Schnitt sehr viel zu ihrem baldigen Fruchtbarwerden 7* 92 beizutragen; — ich fand meine Rechnung vollkommen dabei, wenn ich bei der Obstorangerie und bei den jungem Zwergbäumchen überhaupt nur Einen bis an das Holz tiefen Einschnitt rund um das Nestchen anbrachte; — auch hier war die retrograde Bewegung des Bildungssaftes einigermaßen verzögert, der Wulst entwickelte sich im verhältnißmäßigen Maße um den Schnitt, und die Blüthen- knospen setzten an. Ich glaube demnach versichern zu können, daß der einfache Ein¬ schnitt bei den genannten Bäumchen den doppelten abgelöseten Ringschnirt Ver¬ größern Bäume ersetze. Das Bestreichen des Ringschnittes mit einer Salbe oder Umbinden mit Moos rc. fand ich nicht nöthig, und hatte dennoch nie den Verlust eines Bau¬ mes zu beklagen. Da in der neuern Zeit manche Schriften über die Obstbaumzucht die Wirf; kung dieser Operation auf den Fruchtertrag zwar bestätigen, dagegen den Ast ge¬ opfert erklären, kann ich zur Beruhigung der Obstzüchter verbürgen, daß, wenn der Ringschnitt unter den von mir gegebenen Bedingungen bewerkstelliget wird, man hierüber unbedingt unbesorgt seyn könne. Diese Ansicht ist keine Ostentativ», keine auS dem Stegreife hergeholte Hy¬ pothese; sie gründet sich, praevia eansss eoAiMonsauf Praris und auf die ewigen unwandelbaren Gesetze der Natur.