Nr. 293. VrHnume»atPräsident Baron Morpurgo, der Präsident der Seebehörde Ritter v. Alb er, alle Notabiltälen Triests und Vertreter der Wiener und Triefter Presse. Nach dem fünften Gange nahm Präsident Baron Hopfen das Wort zum Toaste auf Se. Majestät den Kaiser. Er sagte: Kaum mehr als ein Jahr ist abgelaufen, dass die Stadt Trieft ihre 500jährige Vereinigung mit den Erbländern festlich begangen hat. Heute finden wir uns wieder versammelt, um die Vollendung eines Werkes zu feiern, welches neuerdings Zeugnis gibt von der nimmerruhenden Huld des Allerhöchsten Kaiserhauses für das Wohl des Reiches und des Volkes. (Bravo! Bravo!) So wie es aber lein Blatt der Geschichte gibt, welches nicht Beweise der väterlichen Gesinnungen des Monarchen trüge, so sind auch alle Völker, alle Länder des Reiches einig in dem Gedanken der Liebe, Treue und Anhänglichkeit an den Monarchen und das Kaiserhaus, und ich for> dere Sie auf, mit mir einzustimmen in den Ruf: Hoch lebe Se. Majestät unser allergnädiaster Kaiser Franz Joseph! — Begeisterte Hoch-Rufe folgten diesem Toaste. Nachdem die Iubelrufe verklungen waren, erhob sich Präsident Barm, Hopfen abermals und sagte: Meine Herren, gestatten Sie, dass ich nochmals das Wort ergreife. Die Südbahn hat eine große Dankes-Pflicht zu erfüllen. Per Bau des ersten Hafens der Monarchie hat zur Vollendung einer längeren Zeit bedurft. Fiinf Handelsminister wechselten während diefer Zeit in der Führung des Ministeriums. Von allen wurde der Südbahn die entgegenkommendste Unterstützung bei der Ausführung dieses Baues zutheil, und auch das gegenwärtige Ministerium hat bei voller Wahrung der Rechte des Staates und der Interessen, die es zu vertreten berufen ist, der Gesellschaft der Südbahn mit größtem Wohlwollen die größte Förderung angedeihen lassen. (Bravo!) Ich bitte Sie also, Ihr Glas mit mir zu leeren auf das Wohl des Han-delsministers Freiherrn v. Pino. Er lebe hoch! (Lang-anhaltender stürmischer Beifall.) Hierauf erhob sich Handelsminister Freiherr von Pino zu dem bereits gestern in der Rubrik: „Neueste Post" ausführlich mitgetheilten Trinlspruch. Bürgermeister Vazzoni erhob sich hierauf, um diesen Gefühlen in einem Toaste Ausdruck zu geben. Er dankte zuvörderst dem Minister für die fchmeichel» haften, mit so großer Liebenswürdigkeit vorgebrachten Worte, welche geeignet seien, die freudigsten Hoffnun« gen zu erwecken. Er hoffe, sagte Redner, dass die bis« herigen Bauten in kürzester Zeit den Anforderungen des Triester Handels nicht mehr genügen werden, und formuliere er den Wunsch, dass die eigenen Interessen der Südbahn«Gesellschaft mit jenen des Triester Han« dels stets Hand in Hand gehen mögen. Redner erhebt sein Glas auf das Wohl des Handelsministers Baron Pino und auf die Entwicklung des Handels von Trieft. (Lebhafter Beifall.) Bazzoni sprach italienisch. Nach kurzer Pause ergriff das Wort General-director Schüler: Noch niemals hat mich die Er« füllung einer Pflicht so angenehm berührt als die, welche mir heute obliegt, der Stadt Trieft, ihrer hochgeehrten Municipalität und der eminenten Handelsvertretung den Dank abzustatten für das Entgegenkommen, welches dieselben der Südbahn-Gesellschaft während der Dauer des Baues entgegengebracht habe«,. Ich entledige mich dieser Aufgabe mit um so größerer Freude, als ich zugleich constatieren darf, dass diese maßgebenden Körperschaften der Stadt Trieft in letzter Zeit in ihrer Haltung gegenüber der Südbahn einen Geist objectiver Würdigung und praktischen Sinnes bekundeten, der einen Mertftein legt zwischen Vergangenheit und Zukunft. Ich glaube kaum fehlzugehen, wenn ich diese erfreuliche Thatsache der rückhaltlosen Reserve zuschreibe, welche die Südbahn-Gesellschaft in allen Dingen beobachtet, die das engere und unmittelbare Interesse dieses Emporiums betreffen. Sie wissen es ihr Dank. dass sie Ihre Kreise nicht allein nicht stört, sondern im Gegentheile bemüht ist, Ihre Interessen nach Maßgabe des Machtbereiches zu fördern. Dieses Verhältnis aufrechtzuerhalten und wo möglich inniger zu gestalten, wird das angelegentlichste Bestreben der SüdbahN'Verwaltung sein, denn die Identität der beiderseitigen Interessen weist um so gebieterischer auf eine I5n,t6n,t6 coräiiüo hin, als die Stadt Trieft an der Schwelle ökonomischer Evolutionen steht, zu deren glücklicher Lösung auch wir berufen sind. Jeuilleton. Hart am Nande. Roman aus dem Thüringischen von F. Klinck. (Schluss.) Kurt wusste nicht, was mit Elfe vorgegangen war. Hatte sie erkannt, dass sie ihre Liebe einem Unwürdigen geschenkt? War ihr jenes Verhängnisvolle Zfitungsblatt vor die Augen gekommen, welches den Freiherrn von Dragoon als einen Feigling brandmarkte ? Es war kaum möglich, denn er selbst hatte ja alle Sorge getragen, das« es ihr nicht zu Gesicht gelangte. Gleichviel, das Verhältnis zwischen beiden Gatten hatte sich in kaum erklärlicher Weise gebessert. Kurt fand Vergnügen an seiner Arbeit und Beschäftigung. Er jagte mit dem Verwalter und einigen Gutsnach» barn in den wildreichen Forsten und freute sich auf die Stunden, welche er mit Else gemeinsam verbrachte. Er fand sie auch besser aussehend, heiterer und nie mehr so übellaunig, wie sie sich früher gezeigt, wenn irgend ein unbesonnenes Wort ihm entschlüpft war, wodurch er sie verletzt. Bisweilen wollte es ihm sogar scheinen, als sei das letzte Jahr nur ein böser Traum gewesen. Weihnachten kam heran. Else war mit dem Ver-Walter in den Wald gegangen und hatte einige Tannenbäume ausgesucht, zwei große und einen kleinen. Der erste war für die armen Dorfkmder, der zweite für die Dienerschaft des Schlosses und den dritten hatte Else für ihr Gemach aufgeputzt. Er sollte für Kurt und sie sein. Ihr Gatte sah sie aus dem Walde zurückkehren, die Wangen von der frischen Luft lieblich geröthet, die Augen hell und klar. So trat sie ihm unter dem Schlossportal entgegen. Das Herz klopfte ihm fchneller in der Brust. „Wo warst du, Else?" „Im Walde, ich habe Christbäume ausgesucht." „Du hättest mich mitnehmen können, ich würde dir gern bei der Wahl behilflich gewesen sein." Sie wurde dunkelrolh bis in die Schläfe. „Wenn ich es hätte ahnen können, Kurt!" „Nun. lass es gut sein, ein anderesmal." „Willst du heute Nachmittag mit nach der Stadt kommen? Ich möchte dort einige Einkäufe machen." Nach dem Mittagessen hielt der Schlitten im Schlosshofe, und unter lustigem Schellengeläute gieng es den Berg hinab und über die Saalfähre. Es war ein prächtiger, kalter Winterlaq, die Luft gieng scharf und Else's schwarzer Schleier flatterte im Winde. Kurt fuhr selbst. Auch sein Gesicht blickte frifcher und froh-licher in die Welt, wie feit langer Zeit. Vor dem Dorfkirchhofe hielt er einen Augenblick still und Warf dem Diener den Zügel zu. Else wollte emen Kranz auf das Grab des Vaters legen. Kurt begleitete sie. Sie hätte auch dem Vater gern erzählt, dass ihr noch einmal die Sonne des Lebens aufzugehen scheine, und diesesmal dauernder als an dem ersten Tage ihres jungen Glückes. Sie legte ihren Arm in den ihres Galten, als sie nach dem Schlitten zurückkehrten, und sie war dabei roth geworden wie ein junges Mädchen. Unter fröhlichem Geplauder gieng die Fahrt vorwärts, und nach einer guten Stunde waren sie bereits an ihrem Endziel angelangt. Die Einkäufe beanspruchten eine längere Zeit, aber es machte Kurt Freude, Else in ihrer Fürsorge für zahlreiche, ihr fernstehende Menschen zu beobachten. Mit gleicher Liebe betrachtete sie das Spielzeug, das für das Kind irgendeines armen Häuslings bestimmt war, wie die Gegenstände, mit welchen sie ihre Freunde in Halle erfreuen wollte. Auch die Rückfahrt gieng fröhlich vonstatten. Nur in der Nähe des Dorfes wurde Elfe wieder ernster, aber das kam, weil sie die Kreuze vom stillen Friebhof herüberschimmern sah und dabei des verstorbenen Vaters gedachte. Am Weihnachtsabend ward unten in der Mühle den Dorfkindern beschert und dann auf dem Schlosse der Dienerschaft. Als das letzte Licht verlöscht war, sprach Else zu ihrem Gatten: „Kurt, in einer Stunde erwarte ich dich. Dann wollen wir Weihnachten feiern, das Fest des Friedens." Und als er eine Stunde später zu ihr in das trauliche Gemach trat, da flammte der Christbaum in lieblicher Pracht, und darunter lag ein Gescheut neben dem anderen, nicht reich und wertvoll, aber mit Liebe ausgesucht und für ihn bereitet. Und Elfe nahm feine Hand und führte ihn herzu, wie man ein Kind führt. In ihren Augen schimmerte es feucht. „Else!" hob er an und die Worte kamen stoß. weise aus seiner Brust. „Du hast mir eine Freude machen wollen? So wird es dir doch nicht so schwer, mit mir zu leben? Glaubst du noch, dass ich niedrig an dir handeln konnte? Wird mir eines Tages doch vielleicht noch wieder dein Herz gehören?" In demselben Moment schlang sie ihre Arme um seinen Nacken und barg aufschluchzend ihr Gesicht an seiner Brust. „Kurt, ich habe ja nie aufgehört, dich zu lieben, nicht in der schwersten, trübsten Zeit. Nur mein Laibacher Zeitung «r. 293 2476 22. Dezember 1883. Ich erhebe deshalb mein GlaS auf das Wohl und die Elitwicklung der Stadt Trieft, und da ihre Interessen nicht durch das Weichbild dieser Stadt be-grenzt sind, im Gegentheile ganz Oesterreich umfassen, trinke ich auf die Mitwirkung aller Factoren, welche berufen sind, diese Interessen zu wahren. (Langanhal-tender Beifall.) Handelskammer-Präsident Baron Reinelt dankt hierauf fiir die freundlichen Worte, mit denen Trieste gedacht wurde, anerkennt die großen Leistungen der Südbahn, wünscht auch fernerhin, dass dieselbe die Freundin der Stadt Ttiest bleiben möge, sieht jedoch den Culminationspunkl ihrer Leistungen in der Herab« setzung ihrer Tarife, wodurch sie in der Qnantnä't für die Qualität Entschädigung finden wird. Er erhebt sein Glas auf die Leitung derSüdbahn.Gesellschaft. (Anfall.) Nachdem Hasrnbauleiter Bömches in warmen Worten aller Mitarbeiter bei dem großen Werke gedacht und seinen Toast auf alle jene ausgebracht hatte, die die Südbahn in der Erfüllung ihrer M'ssion unter, stützt hatten, trank Hofrath Schreiner auf die Wiener und Triester Presse, in deren Namen Nordmann dankte. Um l! Uhr schloss das schöne Fest, das durch. Wegs in stimmungsvollster Weise verlief. Nnlässlich der Schlusssteinlegung zum neuen Hafen von Trieft schreibt die Wiener allgemeine Zeitung: „Heute wird in Trieft das Fest der Schlusssteinlegung des neuen Hafens gefeiert. Wenige Wochen, nachdem mit dem Durchstiche des Ärlberges der Locomotive ein Weg nach West-Europa gebahnt wurde, erfolgt nunmehr die Beendigung eines Werkes, welches nicht mindere Verkehrs» politische Bedeutung beansprucht, desgleichen in tech« nischer Beziehung den größten Schöpfungen des Jahr» Hunderts sich anreiht." — Die Neue freie Presse äußert sich folgendermaßen: „Kaum sind die Salven verklungen, welche auf der hohen Zinne des Allberges gelöst wurden, um die Durchbohrung eines länder« trennenden Gebirgswalles der Welt zu verkünden, so lenken sich unsere Blicke auf die Gestade der blauen Ndria, wo die Vollendung eines andern großen, dem Handel und Verkehre dienenden Bauwertes feierlich begangen wird. Arlberg-Bahn und Triester Hafenbau, zwei monumentale Schöpfungen, die nicht bloß in der Gegenwart, sondern auch in späten Jahrhunderten Oesterreich zu Ehre und Ruhm gereichen, werden da« durch unwillkürlich ir. unserer Gedanken.Association einander Uühegerückt. Wie jener Schienenweg den Trünsversalverkehr zwischen dem äußersten Osten und Westen der Monarchie in sich aufnehmen foll, so er« scheint der Triester Hafen berufen, das eigentliche Bindeglied zwischen dem ganzen Binnenlande und dem oceanischen Handelsgebiete zu bilden. Die Schlussstein^ legung bedeutet daher nicht bloß ein Fcst der verdienstlichen Erbauer des neuen Hafens, sondern sie markiert zugleich einen bedeutsamen Abschnitt in der Geschichte der volkswirtschaftlichen Entwicklung Oesterreichs." — Die Morgen-Post bemerkt: „Heute findet in Trieft ein bedeutsames Fest: die Eröffnung des neuen Hafens, statt, und es sind große Vorbereitungen getroffen worden, um dieses Fest in einer seiner Bedeutung ent« sprechenden Weise zu begehen. Wir geben uns der Zweifel an deiner Liebe hat das ganze Elend herbeigeführt !" „Elfe, und der Freiherr von Dragoon?" Wie Vorwurf klang es durch seine Worte. Sie blickte zu ihm auf, erstaunt — erschreckt. «Kurt. du wirst nicht denken, dass ich jemals vergessen konnte, dass ich dein Weib bin?" Er sah sie noch einen Augenblick an, zweifelnd, fragend. Doch nein, hier zu zweifeln, es wäre ein nicht zu sühnendes Unrecht gewesen. Und jener Elende hatte ihm M'sslrauen ins Herz zu säen vermocht? Im nächsten Moment lag er vor ihr auf den Knien. „Else, kannst du mir vergeben? An dir konnte ich zweifeln?" Sie verschloss seinen Mund mit Küssen. „Kurt, sprich nicht mehr davon! Wir haben beide gefehlt, ich am fchwersten, aber wir haben auch beide gebüßt. Nun lass uns endlich das Glück genießen, das uns der Himmel allgütig geschenkt l" Und das Glück blieb lhnen treu von nun an für immer. Wohl trat mit den Jahren mancherlei Miss-geschick an sie heran, aber sie überwanden es durch Liebe und ein Vertrauen, das fortan nichts mehr erschüttern konnte. Durch ein Labyrinth von Prüfungen und Duldungen hatten sie wandeln müssen, um endlich den unschätzbarsten Demant, den sie besaßen, vollkommen lennen zu lernen. Denn sie hatten sich ja beide gleich treu, wahrhaft und innig geliebt vom Anbeginn. Der Feind alles Glückes hatte sie einander zu entfremden und seine gefühlvollen Pfade zu führen gesucht, aber wie immer, wo sie echt und wahr ist, ihr der Preis werden mus«. so triumphierte die L>ebe auch hier und führte ihre Schutzbefohlenen siegreich vorbei hart am Rande de» Abgrunde« zur lichtumflosscnen Höhe son-nigsten Glücke»._______I__ sicheren Erwartung hin, dass der neue, in großartigen Dimensionen angelegte Triester Hafen dazu beilragen wird, die Stellung Triests unter den Seestädten zu heben und die Klagen verstummen zu machen, welche seit Jahren über den Niedergang des Emporiums an der Adria laut geworden sind. Durch den neuen Hafen wird die directeste Verbindung zwischen dem Wasserwege und dem weitmaschigen Schienenuetze der Süd« bahn hergestellt, — ein Vortheil, der, wie dies wohl nicht erst weiter angeführt zu werden braucht, ein ganz außerordentlicher genannt zu werden verdient. Allerdings wird es nunmehr die ernsteste Aufgabe der Triester handeltreibenden Bevölkerung sein müssen, die großartige H^fenanlag? auch in dem Maße auszunützen, als dies möglich ist." — Die Deutsche Zeitung schließt einen längeren, der heutigen Feier gewidmeten Artikel mit folgenden Worten: „Das gewaltige W'rk, für das man anfangs eine Arbeitszeit von nur sieben Jahren in Aussicht genommen hatte, erforderte bei den ungünstigen Verhältnissen mehr als die doppelte Frist. Nun ist es aber glücklich zu Ende geführt, und dem Triester Handel steht nun eine Hafenanlage zu Gebote, wie eine solche den mächtigen Concurrenzhäfen von Genua und Marseille, namentlich dem letzteren, vielleicht in größerer Ausdehnung, aber im Verhältnisse zur Verkehrslebhaftigkeit keineswegs ausreichender zur Verfügung ist." Das Extrablatt widmet der Hafenfeier in Trieft einen leitenden Artikel, an dessen Schlüsse es heißt: „Es ist nicht zu viel gesagt, wenn der gestrigen Feier in Trieft eine über das locale und Reichsinter« esse hinausgehende Bedeutung vindiciert wird. Trieft und Oesterreich dürfen mit berechtigtem Stolze auf den nun vollendeten Bau Hinblicken, in welchem eine der großartigsten Schöpfungen in Erscheinung tritt, die der Mnlchengeist hat zur Reife gedeihen lassen. Es ist diese Schöpfung mit eine der verheißungsreich-sten Bürgschaften der vulkswirlschastlichen Entwicklung des Reiches, zugleich aber auch ein Werk, dem die Sympathien eines jeden aufrichtigen Culturfreundes von vornherein gesichert sind." Die Grazer Tagespost sagt: «Im Getümmel der Parteitämpfe ist jeder Tag, welcher die Vollendung eines Fiiedenswerkes schaut, ein Tag der Freude, uud darum mögen Oesterreichs Völker den Blick nach dem Süden richten, wo heute der neue Hafen von Trieft die Stunde seiner Vollendung feiert. Nicht alle Wünsche wurden durch diesen Bau erfüllt, nicht allen Erwartungen ist entsprochen worden, aber ein großes, gewaltiges Werk bleibt derselbe unter allen Umständen, und mit gehobenem Sinne mag der Oesterreicher auf denselben blicken. Unser Staat hat damit eine neue Probe seines Könnens abgelegt, unsere Bevölkerung den Beweis erbracht, dass sie nicht zurücksteht, wenn es gilt, auf dem Gebiete der Arbeit den Wettkamftf mit anderen Völkern aufzunehmen." Bank»Studien. Wieder einmal wird die Provinz von der lei« tenden Oppositionspresse vor dem hauptstädtischen Publicum angellagt, Wien zu ruinieren. Die «Neue freie Presse" ist es vorzüglich, welche dieses Lamento erhebt. «Die wirtschaftliche Decentralisation — jammert sie — ist viel weiter vorgeschritten, als man ahnt, und wer sich einen Begriff schaffen will von dem Rückgänge Wiens, der werfe einen Blick auf das Portefeuille der Bank. Der Antheil Wiens an diesem Brennpunkte Wird geringer, jener der Provinzen steigt; die commerzielle Bedeutung der Hauptstadt sinkt, jene der Länder vermehrt sich..... Wie viele alte Wiener Häuser sind im letzten Decennium unrühmlich in den Staub gesunken?" Unter „Bank" latexochen wird selbstverständlich die österreichisch-ungarische Bank verstanden. Was ist's mit dem Portefeuille dieser Bank, das wie ein Medusenhaupt auf die Wiener wirken foll? Nun, man weiß, wie es in einer dem Gedächtnisse nicht gar zu sehr entrückten Zeit um die Verhältnisse in der Nationalbanl bestellt war. Der wachsende Verkehr, die sich entfaltende Industrie jammerten vergebens um billigen Credit, petitionierten vergebens um die Er» richtung von Filialen. Auch die liberale Partei, die sich doch sonst so gern als Hort und Schirm des arbeitenden Vürgerthums giriert, hatte in der langen Zeit ihre« Regimes lein Gehör für diese Begehren. Der Kaufmann, der Fabrikant in der Provinz sollte gezwungen bleiben, seine Wechsel an einen Wiener Banquier zu senden, damit ihm dieser das Geld der Bank zu erhöhten Zinsen verschaffe, weil ja doch auch der arme Millionär etwas zu beißen haben müsse. Erst in den letzten Jahren anlässlich der Erneuerung des Ausgleiches mit den Ungarn wurde in diesen pelrificierten Verhältnissen eine glückliche Wandlung herbeigeführt. Die „Nationalbank" hatte früher in der gesammten Monarchie 24 Filialen; heute hat sie nicht weniger als 63 Filialen und Banknebenstellen. Die Zahl dieser Filialen ist also fast verdreifacht worden. Die Kaufleute und Industriellen in der Provinz sind demzufolge nicht mehr genöthigt, zum Wiener Banquier um Bankcredit zu wallfahrten; sie finden den letzteren in ihrer nächsten Nähe. Hlebei ist auch noch ein anderer Umstand in Betracht zu ziehen. Viele Handelsplätze der anderen Reichshälfte, fpeciell der kroatischen, gravitierten geschäftlich nicht nach Budapest, sondern nach Wien und bezogen ihren Bank-credit gleichfalls durch die gütige, aber in der Regel nicht billige Vermittlung der dortigen Banquiers. Heute besitzen auch Agram und Esseg ihre eigenen Bankfilialen und ihr Creditbedarf figuriert in der ungar. Quote. Die natürliche Folge alles deffen ist. dass der Antheil Wiens an dem Portefeuille der Bank geringer, jener der Provinz aber gewachsen erscheint. Selbstverständlich ist dies nur rechnungsmäßig der Fall. Der Antheil, welchen Wien für seine eigenen Geschäfte an dem Portefeuille der Bank nahm, war auch ehedem nicht größer als er heute ist; aber ein großer Theil des Creditbedarfes der Provinz wurde damals auf das Wiener Conto geschrieben, während derselbe jetzt abgesondert in den Ausweisen der Filialen erscheint. Die Bank hat dabei nichts verloren, die Provinz billigeren und leichter zugänglichen Credit erhalten. Wiegt letzteres vor den Nationalökonomen der „Neuen freien Preffe" in der That den Ausfall nicht auf, welchen einige Wiener Banquiers infolge der platzgegriffenen Reform erlitten, welche buchstäblich „in den weitesten Kreisen", auf allen Gebieten der nationalen Arbeit fördernd und befruchtend wirkt? Oder follten wir es etwa gar als unerlässliche Bedingung der Reichstreue, des Liberalismus und des Deutsch, lhums zu betrachten haben, dass das arbeitende und schaffende Bürgerlhum in der Provinz einigen Wiener Banquiers tributär bleibe? Ja, auch des Deutschthums! Denn, Wie man sieht, werden dieSmal Von dem leitenden Oppositionsorgane nicht Czechen, Polen und Slovenen. sondern die Deutschen, in deren Händen ja vornehmlich Handel und Industrie ruhen, mit der schweren Anklage belastet, Wien zu ruinieren. Und doch ist die „Neue freie Presse" nicht imstande, für diese Anklage auch nur eine halbwegs halt« bare Begründung beizubringen. Das Portefeuille der Bank kann höchstens beweisen, dass eine Decentralisation des Credites eingetreten ist, diese ist aber von einer wirtschaftlichen Decentralisation himmelweit entfernt. Um ein Urtheil darüber zu fällen, in welchem Maße Wien heute für seine eigenen Geschäfte den Credit in Anspruch nimmt, um Vergleiche darüber anzustellen, im welchem Maße dies vor der Neugestaltung der österreichisch-ungarischen Bank ae-schehen. und um aus diesem Vergleiche dann Schlüsse zu ziehen, dazu reicht wohl „ein Blick auf das Portefeuille der Banl" nicht aus, sondern müssten auch die Portefeuilles der anderen Wiener Banken ein wenig in Augenschein genommen werden. Am allerwenigsten vermöchte die „Neue freie Presse" einen Beweis für die Behauptung beizubringen, dass die „commerzielle Bedeutung der Residenz im Sinken begriffen sei". Der Hinweis auf die ganze Eisenbahnaction der Regierung, speciell auf den mit der Staatsbahn abgeschlossenen Vertrag, ist mehr als hinreichend, um die Hohlheit dieser Behauptung zu demonstrieren. Nichtsdestoweniger sucht die „Neue freie Presse" ihre gegen die Provinz erhobene Anklage auch noch durch die Anführung eines erschwerenden Umstandes zu verschärfen, indem sie aus-ruft: „Wie viele alte Wiener Häuser sind im letzten Decennium unrühmlich in den Staub gesunken!" Soll die deutsche Arbeit der Provinz auch das zu verantworten haben? In zwei Drittheilen dieses Decenniums hat die liberale Partei regiert. Woher kam denn da die „wirtschaftliche Decentralifation", die unter „den alten Wiener Häusern" so verheerend gewirkt haben soll? In das letzte Decennium fällt allerdings das Unglücksjahr 1873, und bei der Erinnerung an dasselbe kann man wohl sagen, die Ueberspeculation an der Wiener Börse habe viele alte und ehrenwerte Häuser der Provinz „unrühmlich in den Staub" geworfen, aber schwerlich wird jemand behaupten wollen, die Provinz habe Wiener Häuser zum Sturze gebracht. Wir sind fest überzeugt, dass den Wienern bei Expectorationen der Art, wie sie die „Neue freie Presse" zum Besten gibt, sich die Worte auf die Lippen drängen: „Gott beschütze mich vor meinen Freunden." Es ist ja undenkbar, dass der ebenso verständige, wie ge-müthoolle Wiener, dessen Sprichwort das „Leben und Leben lassen" ist, den geringsten Vortheil, die geringste Prosperität der Provinz und vor allem der deutschen Arbeit derselben mit dem garstigen Neide, mit der kläglichen Missgunst betrachte, welche sich in jenen Expectorationen so widerlich ausdrückt. Es wäre das jedenfalls ein sehr schlechter Dank für die ebenso leb« haften wie herzlichen Sympathien, welche vornehmlich der Deutsche im ganzen weiten Reiche der Residenz entgegenbringt. Wir dürfen denn auch Wien für die gehässigen Ausfälle der oppositionellen Presse nicht verantwortlich machen. Die Opposition will Wien in ihr Garn locken; deshalb jammert sie ihm vor, dass es wirtschaftlich niedergehe, und die „Neue freie Presse" findet für eine solche Ieremiade Anlass genug in der Zahlungseinstellung einer Manufacturfirma, von wel< cher sie selbst erzählen muss, dass der Credit derselben schon seit dem Ableben ihres Gründers und Chtt» geschwächt erschien. In der Residenz können solche Kunststückchen unmöglich verfangen. Sie merkt die Absicht und — lacht. Die Provinz kann dasselbe thun- Laibacher Zeitung Nr. 293 2477 22. Dezember l883. Wien, 20. Dezember. (Orig.-Corr.) Wir haben bereits einmal der seltsamen Mären erwähnt, welche die oppositionelle Presse über angebliche Forderungen der Dalmatiner verbreitete. Es musste jedem, der gesunden Menschenverstand besitzt, etwas auffallend erscheinen, dass die Dalmatiner ihre geheim» sten Wünsche in den Organen der Opposition veröffent-licht haben sollten. Nun, solche Wünsche bestanden allerdings, aber — in den Kreisen der Opposition, die es eben gewünscht hätte, wenn die Dalmatiner solche Forderungen gestellt haltten. Da aber die Dalmatiner ihre eigenen Angelegenheiten besser zu beurtheilen verstehen und sich nicht veranlasst sehen, der Opposition einen Gefallen zu erweisen, „wünschten" sie eben nicht, Was die letztere „gewünscht" hätte, und so musste die schöne Märe wieder in die „Rüstkammer" zurückgelegt werden, um vielleicht für später wieder einmal hervor« geholt zu werden. Es wurde bereits auf die sonderbare Erscheinung hingewiesen, dass gewisse Blätter, vor allen die „Neue freie Presse", ihrem Aerger über die Höhe der Rentencourse und über die Befestigung des österreich. Staatscredites in einer Weise Ausdruck geben, die man zwar nicht patriotisch, aber cynisch nennen könnte. Die Finanzwelt lässt sich freilich nicht beirren, da ja sie gerade am besten weiß, was sie von den Volks« wirtschaftlichen Ansichten dieser Blätter zu halten hat. E« ist übrigens gut, wenn derartige Pamphlete niedriger gehängt werden, vielleicht wird jene« Publi« cum, daS trotz aller Erfahrungen und Enttäuschungen noch immer ein gewisses Maß von Vlauben jenen Blättern schenkt, endlich doch auch den „Patriotismus" derselben in seiner vollen Eigenthümlichkeit zu würdigen lernen. Was die gleichzeitig mit der Entsendung eines Kanonenbootes nach den ostasiatischen Gewässern verfüg!«: Indienststellung der Fregatte „Habsburg" be-tr,fft, so ist dieselbe eine Folge des auf Grund der WehrgefetMovelle erhöhten Mannschastsstande« der Marine. Aus Agram wird unterm 20. d. M. berichtet: Die Scandalscenen in der Sitzung des kroatischen Landtages finden in allen ernsten politischen Kreisen die entschiedenste Verurtheilung. «Das Hand in Hand Gehen der ra-dicalen Elemente mit dem durch fortwährende Agitationen aufgestachelten Pöbel — schreibt die »Ungar. Post" — und Vorfälle, deren Zeuge die Landtags« stube gestern gewesen, müssen mioedingt eine Reaction, und zwar zum Besseren hervorrufen, indem sich die einsichtigen, objectiv denkenden kroatischen Patrioten, denen zunächst das Wohl und der gute Ruf ihres Vaterlandes am Herzen liegt, zur Bekämpfung des Demagogenlhum« vereinigen werden." Diese Wirkung der gestrigen Scandale ist. wie aus den heute vorlie-genden Agramer Telegrammen ersichtlich, in der That bereits eingetreten. Die Parteien des Landtages begin« nen sich fester aneinander zu schließen, um eine Wiederholung solch unwürdiger Scenen für immer unmöglich zu machen. In der heute vormittags stattgehabten Con-ferenz der Nationalpartei, in welcher auch 22 Abgeordnete der Grenze erschienen waren, wurde bezüglich des Vorganges gegen die Urheber des Scan« dales in der gestrigen Landtagssitznng der folgende Beschluss gefasst: Die morgen um 11 Uhr vormittags stattfindende Plenarsitzung wird auf Antrag des Prä-sidenten in eine geheime Sitzung umgewandelt weiden, in welcher Präsident Krestit die Abgeordneten Dr. David Starkem«! und Dr. Pilepik zur Zurücknahme ihrer beleidigenden Worte und zu einer öffentlichen Abbitte auffordern wird. Im Falle die genannten Ab« geordneten dies verweigern sollten, wird der Landtag in der wieder aufzunehmenden Plenarsitzung im Sinne des § 44 der Hausordnung den Verweis und die Ausschließung der beiden Abgeordneten für acht Sitzungen beschließen. Der Nemzet erwartet von der kroatischen Nationalpartei eine offene, entschiedene Stellungnahme gegenüber den radicalen Agitationen. Nur eine ent« schiedene. energische Bekämpfung derselben könne den Constitutionalism«« in Kroatien retten. Der Banus empfieng vormittags eine in An« gelegenheit der Zagorier Bahn gekommene Deputation und stellte derselben seine volle Unterstützung in Aussicht. Der Banus sagte, es freue ihn, dass die Interessenten selbst Opfer bringen. Der Staat werde sicher wichtige Interessen würdigen und unterstützen. Zur Anwesenheit des deutschen Kronprinzen in Rom. Der Besuch des deutschen Kronprinzen inRom hat zu vielen und mitunter einander geradezu widersprechenden Combinationen Anlass gegeben. Ueber die Bedeutung des Besuches liegt eine Aeußerung des Kronprinzen selbst, aber leider in verschiedener, daher nicht ganz zuverlässiger Lesart vor. Se. t. u. k. Hoheit empfieng gestern, wie telegraphisch gemeldet, im Pa« lazzo Caffarelli, dem Sitze der deutschen Botschaft, die deutsche Colonie in Rom und äußerte dabei nach der „Köln. Ztg." u.a.: „Dass ich wiederum die schon so oft mir zutheil gewordene Gastfreundschaft Sr. Maje< stät des Königs Humbert benutze und gestern Seine Heil. den Papst besuchte, sind zwei Ereignisse, die günstig auf die Erhaltung des Friedens wirken wer« den." Nach einem anderen Berichte lauten dagegen die Worte des Kronprinzen: „Ich bin hocherfreut, die deutsche Colonie in Rom empfangen zu können, da ein Befehl des kaiserlichen Vaters mich nach der Ewigen Stadt beorderte. Die gegenwärtige Gelegenheit ist überdies eine außerordentliche, denn neben der Freude, in Rom unter dem Obdache meines hohen Freundes, des Königs, wohnen zu können, wurde mir auch jene beschieden, den heiligen Vater besuchen zu können. Ich hoffe zuversichtlich, dass dieser Besuch allerwärts die wohlthätigsten Folgen nach sich ziehen wird." — Nach einem Telegramme der „Germania" aus Rom wären Mischen dem Kronprinzen und dem Papste concrete kirchenpolitische Fragen verhandelt worden. Ein Telegramm der „Kreuz«Zeitung" ver« sichert dagegen positiv, dass keine tirchenpolitischen Verhandlungen bei dem Besuche im Vatican statt' gefunden haben, hält es aber für möglich, dass die diplomatischen Verhandlungen infolge des Besuches nun ein rascheres Tempo annehmen und zur Lösung der Vischofsfrage unter Verzichtleistung des Cardinals Ledochowski auf den erzbifchöflichen Stuhl von Gnefen« Pofen führen werden. Rom, 19. Dezember. Um 11 Uhr trafen die Fürstlichkeiten nebst dem Gefolge auf der Farnesina-Wiese ein. Im ersten Wagen befanden sich derKönig mit dem deutschen Kronprinzen und dem Prinzen von Baden, während im zweiten Wagen der Herzog von Aosta mit dem italienischen Kronprinzen folgte. Die Fürstlichkeiten bestiegen die bereitgehaltenen Pferde und ritten, gefolgt von einer glänzenden Suite, in welcher sich von Keudell als Kürassier-Officier und sämmtliche fremden Militärattaches befanden, auf die Wiefe zur Abhaliung der Truppenrevue. Beim Erfcheinen des Königs und des deutschen Kronprinzen wurden die italienische und die deutsche Hymne intoniert und erschollen langanhal-tende Rufe: .Es lebe Deutschland!" „Es lebe die Allianz!" „Es lebe der König!" „Es lebe der Krön« Prinz!" Als die Königin in, Wagen, welchem Kürassiere voranritten, am Eingänge der Wiese eintraf, wurde dieselbe in lebhafter Weise acclamiert. Um l Uhr war die Revue beendet. Der deutsche Kronprinz drückte sich in sehr lobender Weise iiber die Haltung der Truppen aus. Die Fürstlichkeiten begaben sich sodann wieder mittelst der bereitgehallenen Hofwagen nach Rom zurück. Die Königin traf um 1 Uhr 15 Minuten wieder im Quirinal ein, während der König, der italienische Kronprinz, der Herzog von Aosta und der Prinz von Baden den deutschen Kronprinzen bis in dessen Appartements begleiteten. Während der ganzen Fahrt von der Wiese bis in den Palast wurden die Fürstlichkeiten von der zahlreichen Volksmenge lrbhastest acclamiert. Rom. 19. Dezember. Im Constanzi-Theater fand abends zu Ehren der Anwesenheit des deutschen Kronprinzen eine Galavorstellung statt. Aufgeführt wurde die Oper „Dmorah". Als das Königspaar und der deutsche Kronprinz um 9 Uhr 20 Minuten wäh» rend des zweiten Actes der Vorstellung in die Hosloge eintraten, erscholl donnernder Applaus und stimmte das Orchester den Königsmarsch und die deutsche Hymne an, welche das Publicum stehend anhörte. Die Ova-tion dauerte 10 Minuten, und traten Ihre Majestäten und der deutsche Kronprinz viermal an die Brüstung der Loge. um sich dem Publicum zu zeigen. Der deutsche Kronprinz sah zur Rechten der Königin, deren Toilette aus einer lichtblauen Robe mit Diamanten in den Haaren und einem Perlen- und Diamantencollier b.stand. Das Theater war von einem der Elite an-gehörigen Publicnm überfüllt. Ihre Majestäten nnd der Kronprinz verblieben bis zum Schlüsse der Oper. Im Verlaufe der Vorstellung machten die Minister, die Botschafter und der Bürgermeister ihre Aufwartung in der königlichen Loge. Als die Fürstlichkeiten das Theater verließen, erneuerten sich die Ovalionen. Die deutsche Hymne wurde stehend angehört und leb-haft acclamiert. Um 11'/^ Uhr trafen die Fürstlich, leiten wieder im Quirinal ein. Rom, 20. Dezember. Heute früh besuchte der deutsche Kronprinz, bloß von dem General Grafen Blumenlhal begleitet, ganz unerwartet die Ausgrabungen bei dem Forum Nomanum, welche er ein-gchend besichtigte. Za Ende des Besuches erschien der Senator Fiorelli. um als Oberintendant über die Ausgrabungen der Antiquitäten die Honneurs zu machen. — Um 11 Uhr fuhren die Majestäten mit dem deut. schen Kronprinzen, dem Prinzen Amadeus und dem Prinzen von Baden zum Dejeuner in die deutsche Botschaft. Unter den fünfzig geladenen Gästen befanden sich Mancini, Minghetli, die Hofwürdenträger und da« Gefolge des deutschen Kronprinzen. Herr von Schlözer war nicht unter den Geladenen. Den M>ttel> platz der Tafel nahm der König ein, ihm zur Rechten saß die Marchesa Villamarina, zur Linken die Baronin Keudell. Dem Könige gegenüber nahm der deutsche Kronprinz Platz, zu dessen Rechten die Königin, zur Linken Frau Minghetti placiert waren. — Der deutsche Kronprinz wird um Mitternacht, von den Vertretern des Königs bis zur Grenze geleitet, mit dem königlichen Zuge über Bozen nach Berlin abreisen. Man meldet der „Pol. Corr." aus Rom, dass anlässltch des gestrigen Empfanges des deutfchen Kronprinzen im Vatican Se. Heiligkeit der Papst der Suite des letzteren gegenüber dle Reminiscenz an den Empfang weckte, welchen Papst Pins IX. dem Kronprinzen vor 30 Jahren in Rom bereitete. Der Papst fügte hinzu, PiuS IX. habe damals, als er von seinem jugendlichen Gaste sprach, es mit den Worten gethan: „Ist das ein schöner Junge". In liberalen italienischen Kreisen wird große Befriedigung darüber geäußert, dass durch die Thatsache des officiellen Empfanges des hohen Gastes im Vatican die Fiction der Gefangenschaft des Papstes widerlegt worden sei. Auch in den clericalen Kreisen Roms spreche man mit leb' hafter Befriedigung vom Besuche des Kronprinzen im Vatican. Nichtsdestoweniger fühle man sich in dem letzteren insofern enttäuscht, als entgegen der Ueberzeugung, der Besuch des Kronprinzen verfolge politische Zwecke, die Thatsachen ergeben hätten, dass ihm nur die Bedeutung eines Actes der Courtoisie zukomme. Tagesneuigkeiten. — (Todesfall.) In Arco starb Dr. Jakob Marchetti. Mitglied des Tiroler Landtages und gewesener Reichsrathsabgeorbneter. — (Der Meuchelmord an dem Polizei-concipisten Hlubek.) Der verhaftete Ferdinand Schaffhauser war kaum zwei Minuten, nachdem der verhängnisvolle Schuss gefallen war, dem Hlubek zum Opfer fiel, in das Beranek'fche Gasthaus getreten. Port trat er zum Bierschanle hin, verlangte ein Glas Bier und bezahlte dasselbe sofort. Bei dieser Gelegenheit fiel ihm eine kleine Münze auf den Boden, Schaffhauser nahm dieselbe auf und bestimmte sie für die inhaftierten Parteigenossen. Dann wendete er sich an die anwesenden Arbeiter und leitete unter denselben eine Collecte ein, deren Erträgnis gleichfalls den inhaftierten Genossen zugute kommen sollte. Iwei Stunden später wurde Schaffhauser verhaftet. — (Feuer.) Aus Trieft wird unterm 20. Dezember gemeldet: Um 12^ Uhr nachts brach in der Wohnung des Seebezirks-Commandanten Baron Wip» linger Feuer au», welches einen Theil derselben und die oberhalb der Wohnung liegenden zwei Bureaux zerstörte. Um 8 Uhr früh war das Feuer gelöscht. — (Harland.) Von Harland hörte ich einen meiner Freunde in seinem Geschäftsbureau so oft sprechen, dass ich ihn endlich fragte, wo ist denn eigentlich dieses Harland? Statt jeder Aufklärung lud er mich ein, ihn bei günstiger Witterung am nächsten Tage dorthin zu begleiten, da er eben dort zu thun habe. Der solgenbe Morgen-Schnellzug der Eisenbahn brachte uns in 1'/, Stunden über St. Polten nach Spratzern, vorläufig nur Haltstelle, jedoch zukünftige Station Harland, und von dort erreichten wir in wenigen Minuten, den Traisenfluss auf luftigem Stege überschreitend, unser nebenbei gesagt reizend gelegenes Ziel. Die Harlander Baumwollspinnerei und Zwirnfabrik besteht eigentlich aus einer Reihe von Etablissements, die am rechten Traisenufer gelegen sind und von diesem Flusse sowie von mehreren Dampfmotoren von zusammen 600 Pferdekräften betrieben werden; sie bilden ei» Unicum und eine Sehenswürdigkeit in unserem Vaterlande, Denke dir, lieber Leser, wie die rohe Baumwolle in großen Ballen in die Fabrik gebracht wird. um dort nach den vielen Proceduren deS Spinnens. Zwirnens, Bleichens oder Färbens, des Glänzens und NdjustierenS in Strähne, auf Spulen oder in Knäule, je nach Be< darf in Schachteln oder Paketen verpackt, mit Etiketten versehen, als fertiges Strickgarn, Häkelgarn, Nähgarn auf Kärtchen, Spulenzwirn «. die Fabrik zu verlassen, um sodann in die Hände unserer Damen zu gelangen. Um sich einen Begriff von der umfassenden Leistung des Etablissements zu machen, bemerke, dass sogar die nöthigen Drucksorten, Schachteln. Holzspulen bort erzengt werden. Die Arbeiter und deren Angehörige bilden eine Colonie von 1000 Seelen, für deren leibliche und geistige Bedürfnisse nach Möglichkeit bestens gesorgt wird; für letztere dient eine vor kurzem eröffnete prachtvolle, von den Fabrikseigenthümern hergestellte Volks« schule. Im Frühlinge stellte die Fabrik infolge einer Einladung ihre Erzeugnisse im niederüsterreichischen Gewerbevereine aus. wo sie, der Prüfung von Kennern und Fachleuten unterzogen, allgemeine Anerkennung fanden. Dass die Fabrik in Wien. in Paris, in Sidney. Melbourne, Trieft u. f. W. mit den höchsten Auszeich, nungen belohnt wurde, füge ich zum Schlüsse hinzu und wünsche, dass eö auch anderen wie mir gestattet würde, die Wunder von Harland zu schauen. Zeitung Nr. 293 247« 22. Dezember 1883. Locales. — (Aus dem Gemeinderathe.) In der gestrigen Gemeinderathssihung wurde die Zuschrift des lraini-schen Landesausschusses bezüglich der theilweisen Ruck» erstattung der seitens der Gemeinde fiir die Militär-bequartierung bezahlten Kosten accefttiert, ebenso wurden die Anträge des Finanzausschusses angenommen, dahin zu wirken, dass die Stadtgemeinde Laibach im Militär« bequarticrungSgesehe in eine niederere Kategorie als die bisherige eingereiht werden möchte. — Der lrainischen In« dustriegesellschaft wird siir ihre gelieferten Arbeiten im städtischen Schlachthause eine Nachzahlung per 249 st, 19 lr, bewilligt. — GR. Zuzel referiert namens der Finanzsection über den feitens des Baudepartements des h. l. k. Ministeriums des Innern bezüglich der Ent-sumftfung des Laibacher Moores vorgelegten neuen Plan und beantragt, der Gemeiuderath möge sich gegen den vorgelegten Plan erklären und sich vorbehalten, gegen etwaige infolge der Durchführung deS PlaneS entstehende Schäden seinerzeit Verwahrung einzulegen, Der Antrag wird angenommen. — Ueber Antrag des G3t, Hribar namens der Stadtverschöneruugssection wird dem Eis« laufvereine zur Füllung seines EiSplaheS unter Tivoli die Ablassung von zwei Drittheilen des Wassers im Fischteiche bewilligt. — Der Antrag des GR. Hribar: 1.) eine Petition an das h. l. k, Handeleministerium dahin gehend zu richten, die Landeshauptstadt Laibach zum Sitze der Direction für die füdlichen Staatsbahnen zu wählen, 2.) die Handels- und Gewerbelammer zu ersuchen, sich dieser Petition anzuschließen, und 3.) den Herrn Bürgermeister zu bitten, im Vereine mit den übrigen lrainischeu Reichsraths-Abgeordneten an maßgebender Stelle die geeigneten Schritte zur Verwirk« lichung des Ansuchens zu thun, wird nachdem der Herr Bürgermeister seine Mitwirkung bereitwilligst zugesagt, einstimmig angenommen. -x- — (Das Weihnachtsfest im M2dchen. Waisen hause), welches sich alljährlich zu einem der schönsten, auferbaulichsten gestaltet, wird am 28. d. M. um b Uhr abends abgehalten werden —L8. — (Kindergartenfest.) Morgen Sonntag (23. d. M.) findet in dem bestrenommierten Institute der Victorine, Gabriele und Emma Rehn im Kinder« gartenlocale, Fürstenhof. I. Stock (vorne), das Kinder-gartenfest statt. Der Anfang ist auf halb 6 Uhr, das Ende auf 7 Uhr abends angefeht. — (Gemeindewahl.) Bei der Wahl des Ge. meindevorstandeL zu Unterschischka sind zum Gemeinde« Vorsteher Johann Knez. Landesproductenhändler, Reali-tätenbesitzer und Gastwirt,- zu Gememderäthen Jakob Vurgar, Hausbesitzer und Maurer; Johann OraZ, Hausbesitzer und Gastwirt, und Franz Zakotnik, Hausbesitzer und Gastwirt, alle von Unterschischla, gewählt worden. — (Am Südbahnhofe) ist die Restauration, die sich feit kurzem unter der Leitung des tüchtigen Restaurateurs Herrn R.König befindet, im besten Aufschwünge. Dieselbe bietet die feinste Küche und die vorzüglichsten Getränke, und wird allabendlich von Gästen aus der Stadt mit stets steigender Vorliebe besucht. Freunde von Delicatessen finden hier das Exquisiteste, wie z. G. Gansleber- und Tiüffelpastetcn. täglich warme Hachis - Pastetchen u. s. w. DaS zu alter Beliebtheit gekommene Locale empfiehlt sich auch namentlich für Soupers zu besonderen festlichen Anlässen. — (Landschaftliches Theater.) „Iu dem Erträglichsten, was Ra up achs saubere und ge« schickte Mittelmäßigkeit zutage gefördert hat, gehört das Drama „Die Schule des Lebens", das dann und wann noch durch Vchausftielerlaune zum Vühnenleben begna« det wird". — so sagt der treffliche Theaterhistoriler Alfred Klaar. Die „Schauspielerlaune" der Frau Lui« sabeth Röckel hat zum Abschiede dies Naupach'sche Stück gestern uns vorgeführt, und Frau Röckel hat damit insoferne recht gethan, als sie in demselben all die glänzenden Seiten ihres schauspielerischen Talentes in dem schönsten, bezauberndsten Lichte aufzeigen tonnte. Die ganze Tonleiter der Gefühle, die die reizende ca> stilische Königstochter beseelen, wusste dir geschätzt? Gastin in vollendeter Weise erklingen zu lassen, und all die Wand. lungen, welche die hochedle Frauengestalt durchzumachen hat. verstand sie prägnant zum Ausdrucke zu bringen. Frau Röckel erhielt wiederholten reichlichen Beifall. — Herrn Horak gelang die Doppelrolle des Königs Don Ramiro und drs Goldschmieds Sancho Perez, und wurde derselbe auch gerufen, Die shakespearisch angehauchte Rolle des „Vocativus" Pedrillo brachte Herr Ander bestens zur Geltung. Frl. Wall bach war als Gräfin Isabella in Erscheinung und Spiel recht angenehm —C8. — (Das passendste Weihnachtsgeschenk) bildet der historische Wandkalender für 1884 mit prächtigen Farbendruckbildcrn (den Porträts der Majestäten und des durchlauchtigsten Kronprinzen, der Kaiser Rudolf I., Karl V. und Leopold I. und den Ab. bildungen der Befreiung Wiens von den Türken 1683. der Siege des Prinzen Eugen, Carpi 1701 — Erz. herzog« ssarl Aspern 1809 — des Marfchall Radehly. Novara 1849 — Erzherzog Albrecht. Custozza 18W). Das Debit diefeK in jeder Beziehung wertvollen Kalenders hat jür Krain Herr I. Giontini in Laibach. — (I. P. Bachems Nov e llen sammlung. Band 1—15. Köln a. Nh. 1883. Ein Weihnachtsgeschenk von bleibendem Werte bilden die 15 bisher erschienenen Bände dieser von der Kritik mit unverholenem Veifalle aufgenommenen Sammlung gediegener Novellen, die sich ganz besonders durch sittliche Reinheit, fesselnde Gestaltung und Schönheit der Form vor der zahllosen Menge von Romanen und Novellen, mit welchen der Büchermarkt alljährlich überschwemmt wird. auszeichnen. Diese Novellen kann auch die ängstlichste Mutter mit vollster Bernhigung ihrem heranwachsenden Sohne, ihrer aufblühenden Tochter in die Hand geben, ohne befürchten zu müssen, dass ihr sittliches und religiöse» Gefühl irgendwie verletzt werde. Die Namen der betheiligten Schriftsteller und Schriftstellerinnen, alle von bestem Klänge, bürgen auch für den literarischen Wert des Gebotene», Wir nennen nur Elise Polko („Mitgeholfen" und „Herzensfrühling). E, von Dincklage („Fürstliches Blut" und „Die echten Abbergs"), F. Freiin v. Bracket („Nicht wie die andern". „Aus fernen Landen"), Ernst Lingen („An der friesischen Küste"). Mariam Tenger („Der letzte Capy"), Hubert Schumacher («Das Fräulein von Groenerode") und fügen noch hinzu, dass die nächsten Bände auch Nouellen der vielbeliebten Maria Sebregondi-Leuzen bringen werden. Jeder Band enthält zwei Erzählungen und lostet trotz der splendiden Ausstattung und des äußerst gefälligen Einbandes nur 60 lr. ö. W.; Abonnenten erhalten überdies den 20. Band gratis. Wir hoffen daher, dass die bisher erfchienenen 15 Bände unter so mauchem Weihnachtsbaum zu finden fein werden. — (Allgemeine Wein-Zeitung.) Vor uns liegt die Probenummer einer neuen in Wien erscheinenden Zeitung. Die .Allgemeine Wein-Zeitung", illustrierte Zeitschrift sür Weinbau und Kellelwirtschaft und internationales Weinhandelsblatt, erscheint jeden Donnerstag im Formate unserer großen Journale. Bürgte schon der Name des um die Landwirtschaft Oesterreichs hoch» verdienten Herausgebers, des Herrn Hugo H. Hitschmann, und des Redacteurs Herrn Professors Dr. I. Bersch dafür, dass wir in dem neuen Blatte ein wirklich be< deutendes Fachblatt erwarten konnten, so ist alle Erwartung durch den reichen, sachgemäßen Inhalt — wir gestehen es unumwunden — weit übertroffen. Kein Weinbauer und Kellerwirt, kein Weinhändler, Hotelier und Restaurateur, ja selbst der einfachste Gastwirt wird es entbehren können, und auch dem Weinconsumenten wird es viel Vergnügen und Nutzen schaffen. Wir empfehlen den Interessenten von der Administration des genannten Blattes in Wien, I... Dominitanerbastei 5, eine Probenummer zn verlangen, um sich von dem Gesagten selbst überzeugen zu lännen. Neueste Post. Original-Telegramme der „Laib. Zeitun y." Agram, 21. Dezember. Die geheime Landtags-sitzung betreffs Maßregeln gegen das Benehmen der extremen Opposition verlief lebhaft. Die letztere scheint Bedingungen an die Abbitte zu knüpfen. Ala, 21. Dezember. Der deutsche Kronprinz nahn, von semer Begleitung hier Abschied und richtete von der Grenze aus nochmals an den König telegraphisch feinen Dank für die Gastfreundschaft. London, 21. Dezember. Reuters Bureau meldet heute aus Hongkong, dass die Franzosen Sontay ge« nommen haben sollen. St. Petersburg, 21. Dezember. Die Verletzung an der Schuller, welche der Kaiser bei der vorgestrigen Jagd durch Umsturz seines Schlittens erlitt, ist zwa, schmerzlich, aber ungefährlich. Agram, 21. Dezember. In der heutigen Land. tag« sitzung sind fast sämmtliche Abgeordnete an^ Wesend. Die Gallerien, außer der gesperrten Studenten-gallerie. sind dicht besetzt. Der Ganus Graf Khueritz e der vari und Mlmstrr Bedekovic wohnen der Sitzung bei. Die beiden Staröeviö sind nicht anwesend. Die Gasse vor dem Landhause wird zur Verhütung von Ausschreitungen Polizei lich bewacht. ! Fünflirchen, 20. Dezember, nachts. Um 9 Uhr 21 Minuten wurde hier ein mit starkem Dröhnen vei> bundenes Erdbeben verspürt, welches zwei Secunden andauerte. Gleichzeitig wurde in Barcs ein starkes Erdbeben beobachtet. Dasselbe war von unterirdischem Rollen und wellenartigen Stößen in der Richtung von Sild nach Nord begleitet. Paris, 21. Dezember. Nachrichten aus Rom versichern, Cardiual'StaatKsecretär Iacobini habe die Nuutiaturen in einem Rundschreiben beauftragt, die Mächte zur Beschilhung der Christen im äußersten Orient aufzufordern. Paris, 21. Dezember. Einer Depesche des Ad-mirals Courbet zufolge verloren die Franzosen bei der Erstürmung der Außenwerke von Sontay 13 Offi-ciere und 240 Mann, darunter sind 3 Osficiere und 70 Mann todt, die übrigen verwundet. Theater« Heute: Slovenische Vorstellung. Morgen: Der Bettelstudent. Verstorbene. Den 20. Dezember. Maria Listner. Kaffeesieders« tochter. 1 Tan, Rathhmispllch Nr. 8. Lebcnsschwäche. Den 2 l Dczember. Alfred Ohm-Ianuschowsty Ritter v Wisschrad. Vahnbeamtenssohn. 7 Mon.. Maria-Theresienstrahe Nr. 10. Fraisen. >, < > " Im Spirale: Den 17. Dezember. Maria Kosir, Inwohnerin, 70 I., Lungenödem. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. 7U.Mg 735.96 — 9.0 NO. schwach theilw.heiter 21, 2 „ N. 735.65 — 1.6 NO. schwach! bewölkt 0,00 9 „ Ab. 736.69 — 1.2 SO. schwach! bewöltt > Morgenroth, tagsüber wechselnde Bewölkung, wenig Ton» nenschein. Das Tagesmittel der Temperatur — 3,9", um 1,8°, unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: P. v. RadicS. Depot der k. k. Generalstabs-Karten. Maßstab 1: 75.000. Preis per Blatt 50 lr.. in Taschenformat auf Leinwand gespannt 80 lr. Jg. u. Hlemmmir K Fell. Kamimgz KnManMng in ActibcllH. Eingesendet. Julius Aclmumann« Magenfalz. Herrn Julius Schaumann, Apotheker in Stocker au. Ersuche, mir so bald als möglich zwölf Schachteln „Magen-salz" per Postnachnahme zu senden, da mir dasselbe sehr gute Dienste leistet, wofür ich Ihnen anbei meinen herzlichsten Dank abstatte. Einer baldigen Sendung entgegensehend zeichne achtungsvoll Aeinr. Gigler in. p. Neuberg bei Mürzzuschlag. den L.April 1883. Zu haben beim Erzeuger, landschaftlichen Apotheker in Stoclcrall, und in allen renmnmicrtcn Apotheken Oesterreich« Ungarn«: in Laibach liei den Herren Apolhelern lk. Virschlll, Iul. v. Tr«l<5czy und Jus. Avoboda. Preis einer Schachtel 75 kr, gM" Versandt von mindestens zwei Schachteln per Nach» nähme. ^WY _________(4280) Ueber Gicht und Rheumatismus. Beim Herannahen der schlechteren Jahreszeit stellen sich auch unsere alten Plagegeister, die katarrhalischen Affcctionen und namentlich auch die rhenniatischen und Gichtschmcrzen, wieder ein. Wohl bei keinem Leiden, welches den Menschen befällt, gehen die Ansichten über die Ursache der Entstehung so weit auseinander, als bei Gicht und Rheumatismus, und es ist deshalb auch leich! begreiflich, weshalb die Wissenschaft bisher mn sehr weni^ gegen diese Feinde unseres Geschlechtes auszu-richicn vermochte uud fast alle Euren und Mittel (Bäder. Salicylsnnir, Einreibungen allerArt.Gichtkettcn, Elektricität lc,lc.) wohl vorübergehende Hilfe brachten, aber dauernde Heilung äußerst selten erzielten. Als sehr wahrscheinlich muss es gelten, dass die von genannten Leiden Befallenen eine entschiedene Disposition «Anlage) dafür haben, und dass als Träger des Krnnkheitsstoffes das Blut zu betrachten ist. Diese Ansicht spricht denn auch der langjährige Chrshospitalnrzt Med.'Dr. Lie« baut aus, der in einer 40jäh^igen Praxis vielseitig Gelegenheit hatte, seine Annahmen bestätigt zu findcu. In seiner höchst lehrreichen, dabei in gemeinverständlicher Sprache geschriebenen Broschüre (erhältlich in Laibach bei I. Giontini's Buch-Handlung » 30 kr) unterzieht er Rheumatismus. Gicht und damit verwandte Leiden einer eingehenden Besprechung und gibt dabei Mittel und Wege an, wie auf naturgemäße und rationelle Weise das Blut gereinigt und neugebildct werde, wodurch alleiu nur die Beseitigung der Leiden zu erzielen ist. Im Interesse Leidender kaun dem Wcrkchen nur die weiteste Verbreitung gewünscht werden (5502) lUpsnN^ ^i^1!l»1tV5 "zeugt man durch die renom« ^VcjlUlll^ ^lljU^Ure mieten Exttacte der Firma Karl Philipp Pollal in Prag. Sieh heutiges Inserat. Franz Lauriö, Handelsmann und Realitäten« besiher zu Rakek. gibt im eigenen und im Namen seiner Gattin Engelhilde geb Skazedonigg suwie seiner Kinder Georgine, Theodora, Adele und Georg, miss tiefste betrübt allen Verwandten, Freunden und Äetauntcn Nachricht von dem Tode seines innigst-geliebten Vaters, beziehungsweise Tchwieger« und Großvaters, des Herrn Georg Lauriö Handelsmannes und Realitätenbesitzers welcher heute Mittag um halb 1 Uhr. versehen mit den heil Sterbesacramcnten. nach langen, schmerz» lichen Leiden im 71. Lebensjahre selig entschlafen ist. Das Leichenbegängnis findet Sonntag, den 23sten d. M., um halb 4 Uhr nachmittags vom Trauerhause aus statt. Um stilles Beileid wird gebeten. Rakel am 21, Dezember 1883. Laibacher Zeitung Nr. 293 2479 22. Dezember 1883. Courseander Wienerbörse vom 3l. Dyember 1ll83. (N«« ^ oMellm 2°^°««.) «elb Vare Tt»»ts'Nnlehe». «0t«l«nt«.......79 »0 7g »5 Lilberrentt.......79 7« 7» bb I«b4rr 4°/, Vtaattlose - »50 N> l»''»5 i»i 75 1»«0er 4«/, aanzr i«0 , I»5ü0 izli »o 1»«0« 4°/, yüxstel 100 , 142 50 148 - i»«4«r Gtaattlos« . . iuo , is? xk lß? 75 i«S4er , . . ÜO , l«ß 75 1»? 20 «o«o.««nte«lch«inl . per Vt. Ihtih.«eg.»l!osl 4'/, 1 fl, . . 11040 110 70 Vrnnbentl. > Obligationen (für 100 st. «,«M.). 5'/, böhmisch«....... 10« 50 — ^ 5«/» gallzischt....... 99,0 bS?>l z°/n mährilche....... 104 — 10L — z°/« nied«Vfteil«lchlschl.... 105 — ic« — z°/, 2b«8's,o WO — 5°/» ungarische......100 »l 100 75 «ndere össentl. «nlehen. DonaU'Meg.>eo<>' 5«/^ 100 ss. .115—115 50 bto. «nleihe 187». ftlnerflti . 10» 50 I0i — Nnlehln b. Etabtgemtinde Wien 101 L0 10« 50 llnlehcn d. Etabtgcm«inbe Wien (SUter ob« Volb) ...._______— Plämien«»ul. b.Stabtgim.wiln 134 40 l«4 ev Pfandbriefe ttürioofl.) Vodencl.allg.«ft«r.4V,°/«V«lb 11, »K liü — dt°. . . K,sc »4 — Nng, allg.Vob«n«ebit»«ctilnges. in Ptft in 34 I. veil. 5>/,«/° . 101 — 10» »5 PrioritLts.Obligatisnen (sür 10« fi.1, «lisabtth.Wessbahn 1. «mlsfton 1« 10 105 30 ff«lbinanbs/,»/„ . . se S« 9» »0 Oeft«?. N»ldu»«ftbahll . . . . iv» 80 iez Ka ellbenbillg«......»» «u S3 80 «elb War« Gtaatsbahn 1. «M'sftuu . . . lui 5o l8ll — Güdbahn i^»«/l>......I8,?o l«8lo , » 5°/p......„0 75 l«1 !«k Nng.'ßali,.«ahn . . . . »4?c 9b - Diverse Lose «lcditlose inofl......175—l?8'50 Llary'sos« 4« N.......»7 75 3« LL 4°/. DonllU0 ft......lg 7b ,c> 5u Salm-Lose 40 st......5z, 5« 53 «^1 St-Venois'^osr 4Nsl.....25 <9 — Wllldsl«lN'l.'oje «0 fi.....z, 2b ,77^ WmbUchgräh.Lose »0 ss. , . , ze-?5 57'25 Vauk - Actieu (p« «tÜH). «nglo»OeN«l. Vanl lloi» fi. . . 108 75 109 »s> «»nl.«e — ««comptt.Gcs., Nlebcriift. zoo«. »45 - »üu — ßypotyclcnb., öft. «W fi. 9,b°/<> «, »0— 82 — öllllbtlbanl öft. liN« ft. «. 5o°/,V. io?-50 107 9« Oesterr.'Uug. Vanl.....84» — 84» — Unlonbanl 100 fi......lg» 2L 108 L0 V«l«hl«banl All«. 140 «. . 14g.» 14g 50 «elb Ware Nctte« uon Transport« Unternehmungen «lbiecht.Vahn »»0 sl. «ilber . — — — — «lsSld.N!lm«,.Vabn»00fi.Sttb, 169-7« 1?0 — »ussi,..Ievl.Eisenb.,oofi.«lVt,--------------- VSl)lli. iltordbahn 150 ss. . . . lSS -1965° , Weftbohn 200 N, . . .-------------- «uschtiehrad« Visb. »00 fl. LVl. »84 — Lb' — , Uabn 200 ff. 2M. . . 2^4-«6 22t 75. , Linz'Bubwei« »00 st. . . , i»k'«ü 19» 7ü »El,!).»Tirol,llI.H,i8782aofi.S, 1U!< ) >.0 sserbinandü.Norbb. ic»U ff. «M, «50^ «510 ffran,'Io8",5 Füusliichcll.NalcserHls.zaaff.S,--------------- »al,.lkarl.«udwig,«.»»0fl. LVt, »92 25!«»2 75 Gra»'KüNc!cher E.,V. «anst.o.W, 2U1 50 262 50 »ahIenberss^Hlsenb. «00 fl. . . 83'— 33 ün «lllchlllloOderb. ltisenb. «oust. k>. 1<5 »5 145 75 ^«mbcrg«ilzrnow.» Iassy Eisen« bahu.«l!scll. »00 st. ö. W. . . 1?«'- 170'ib sloyb, öft.-Mlg., TrieN 5«off.2V!. 818 — «»0 -«Defterr, Nordwestb. i!00 fi. Gilb. i»4 lb 185 - dto. (Ut. ll> Ä»a fl. Silber . i»5 75,19« 25 Ptag.Dlller «ilsenb. l50ff.Silb, 53 ko üi- . «ttudolf» sahn »au sl. Silber , 174 «<^i?4 ?6 Liebenbürgrr «lisenb. «00 fi. S. 1«« 75,170 25 Staat»elsenl>«bn A>0 fi. ö. «0. . 517'4o!31? 70 Gübbahn »00 fl. Vllver , 142 4» 142 7l» «üb.Norbb. Verb,,». 20afi.«M. 1o ss. 1. W. . . «50 — 250 5o Illl»» — Turnau'Hraluft 205 st. ö. w. . — — —>-. Nnss.'ssoli,, «kisenb. »00 ff. Vilb« 1«1-— l«l 50 ling, Ncrdossdahn 200 ss. Gilber 143-25 149 50 Nng.Westb.(«aab.Vra,)200N.S. 1«6 25 ILL 75 Indnftrie'Aetie» (pn Ettl<,hnw..Üeihll. 1,80 ss. 40°/„ io»>. . 10k 50 „Llbcmilbl". Papiers, u. V.»V. 64 50 «5-Montan Gesellt, öfteil.'alpin« . «t 80 «5'«c Prager «isen«Inb,»Ges. »00 st. I9i 50 1»5— Salgo.Tarl. Eisenraff. 100 sl. . 11H — 11z 5<) Wassens.'G., Oest. in W. 100 ff. l45 — !47 — Ilisail« Kohlmw.«Ges. 100 fi, . —— —-. Devisen. Deutsche Plätze......59 80 8»40 V?nbo».........120-95 >»i 05 Pari«.........48 — 4b02 Pet«l»bulg.......—-— —— Valuten. 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Bezirksgerichte Gottschee wird hiemit dem unbelannt wo befindlichen Paul Etlmetz von Mertouc, dann den Rechtsnachfolgern der mit Tode abgegangenen Gertraud, Malhlas und Johann Butovec erinnert: Es fei die an dieselbe lautende dles-gerichiliche Meistbolsverlheilung ddto. ^1. August 1883, Z. 7133, dem unler einem hleinit bestellten Curaior l»,ä acwm Herril Johann Erler von Oottschee zur weitcrn Verfügung zugestellt worden. K, l. Bezirksgericht Gottschee. am 21. November 1883.______________^ ^(5394—2) Nr. 453^j. Edict zur Einberufung der Verlassenschafts- gläubiger nach dem verstorbenen Herrn Johann Varon Marenzi von Selo bei Bresniz. Vom k. k. Bezirksgerichte Radmannsdorf werden diejenigen, welche als Gläubiger an die Verlaffenfchaft des am 19len Juli 1883 ohne Testament verstorbenen Realitätcnbesitzers Herrn Johann Varon Marenzi von Selo bei Bresniz eine Forderung zu stellen haben, aufgefordert, bei diefem Gerichte zur Anmeldung und Dar-thuung ihrer Ansprüche am 19. Jänner 1884 ^ zu erscheinen oder bis dahin ihr Gesuch schriftlich zu überreichen, widrigens den« selben an die Verlassenschaft, wenn sie durch die Bezahlung der angemeldeten Forderungen erschöpft würde, kein weiterer Anspruch zustünde, als insoferne ihnen ein Pfandrecht gebürt. K. l. Bezirksgericht Radmannsdorf, am ?. Dezember 1883. Praktische Weihnachts - Geschenke. n7j| ö^*Bä tflfc uncl zwar • Herren,- Damen- und WW mm9%^Mm%^§ Kinder-Tag-und Nachthemden, Hosen, Corsetten, Unterröcke, weiss und farbig, Krägen, Manschetten etc. ^jr» K mm wmrwf*Wm fur Dstmen lL Mädchen nach ~%^M»1M.» Md%Dmm verschiedenem Schnitt, weiss und farbig. TatscBientiicIicr, z^ dische Fabrikate, aus Baumwolle, Leinen und Seide, weiss und farbig, von fl. 1,50 bis fl. 24 per Dutzend. 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