>l5<"5 >^><^ ^^«^ VHUs". >^<^ >>^<^ >^l"» Hlo. 44. H, 1787. Laibachcr Z e l t ll ll g, Donnerstag den 1. November N)ien den 24 Gkt. Der Erzherzog Franz begleitete die Prinzessin Theresia Braut des sächsischen Prinzen Anton nur bis Lobosw, woselbe vom Gefolge des Dresdnerho, fes übernommen, und weiter nach Dresden gebracht wurde. Wenn es nicht zum Krieg kommt, so solle das Beylager des Kronpvi nzen Franz mit der Prinzessin Elisabeth erst nach Dstcrn, bey ausbrcchendem Kriege aber ohne allem Geprang nach dem neuen Jahr vor sich gehen. Der preussische Gesandte am Wiener Hof soll erklart haben, wie sein Herr zwar gegen den Cordon an der Türkischen Grenze nichts habe, im übrigen aber es nicht gleichgültig ansehen würde, wcnn der Kaiscv den Türken Krieg erklären sollte. Endlich hat man aus Konstantinopel die sichere Nachricht erhalten, daß der Kais. Kon. Fntcr, nuntius daselbst gleiches Schicksal mit dem Russischen Minister gehabt, und so wie dieser nach den 7 Thürmen ge, bracht worden sey. Man hatte dieses immer besorgt, und bedenkt man die ausserordentlichen Rüstungen von Seiten unsers Monarchen / so scheint es, dasi Se. Majest. diesen Schritt der Pforte sicher erwartet und zum vorans solche Maasregeln zu nehmen beschlossen haben, um in dem höchst wahr, scheinlichen Fall einer unmittelbaren Theilnehmung an dem Türkischen Krieg fo gleich mit allem Nachdruck agiven zu können. Nun werden wir bald eine Menge wichtiger Neuigkeiten erfahren, indem die Kriegs Operationen vielleicht noch iu diesem Monat ihren Anfang nehme» werden. Bey einem Gespräche, das kür;» lich zwischen dem Kaiser und der Für» stin Lichtensiein über den Türkenkrieg vorsiel, sagte die Fürstin: „ Es wird wohl für uns dabey nicht viel zu gewinnen seyn. " Wenigstens die Pest erwiederte der Monarch. Eben erhaltene Briefe aus London melden: England hat Frankreich ten Krieg wirklich angekündiget. Einc englische Flotte von 21 Linienschiffen ist schon auf der Ncise nach Ostindien , 14 Admirals sind «eu ernannt, unb öffentlich angeschlagen, und 500 Ca. perbviefe liegen fertig, um sie auszutheilen. Böhme«. Die nahrhafte Handelsstadt Böhmisch-Leipa im Leitmeritzerkreise ist den 6ten dieses durch eine schreckliche Feuersbrunst fast ganz in Asche gelegt worden. Der Schade, den die unglückliche Flamme verursachte, belauft sich weit über eine Million, welches gar nicht übertrieben ist, wenn man be« denkt, daß gegen 500 Häuser samt der Kirche und dem Augustinerkloster in der Asche liegen, die Stadt auch einen sehr blühenden Handel mit allen Waaren trieb , und die Inwohner größtenthcils Manufakturistcn sind. An Bankozetteln sind gegen dreymal, hunderttausend Gulden verbrannt. Dem Hrn. Hauptmann Büttner vom Prinz Hohcnlohis.Negimente glückte es durch seine guten Anstalten, der Netter der dortigen ararischen, nämlich der Regiments - Vervsicgs - und Salzamtskas. se zu seyn. Das Aechzen und Hämmern her Unglücklichen ist ohne Grenzen;' einige 20 Personen vermißt man schon, die theils verbrannt ihr Grab unter den eingeäscherten Trümmern fanden, theils in Kellern erstickt sind, worinn sich doch 2 kleine Kinder erhalten ha, ben/ die man barmn bei Hinwegrau, «imng des Schuttes spielend fand. Zwo schwangere Frauen mußten auf freyem Felde gebahren. Vier Personen., näm. kch Vater, Mutter, Braut und Bräutigam flüchteten sich in ein Gewölbe, und fanden darinn ihren Tod, indem sie der Dampf erstickte. Man fand sie all« vier mit in einander geschlungenen Armen todt liegen. Man hörte ein un. ttrirdisches Geschrey, grub nach, traf auf «inen Keller, und fand eine uoch lebende Familie, wovon aberdas schwan-ßere Weib bereits leblos an der Mauer lehnte. Der Schutzherr der armen Stadt Hr. Michael Graf von Kaunitz bewies sich sehr mildreich, und sandte ben hilflosen sogleich einige Wägen m it Viktualien, auch die Stadt Auscha e:lte ihnen mit einer Fuhr Brod zn Hilfe. Der Ehrenmann Schicht zu Prag machte dei dem dortigen Han- delsstande eine Kollekte, unb sammel< te über soc> fi. die er den llnglückli< chen zusandte,- und der Hr. Kaufmann Pachuer aus Prag sendet ihnen Kleidungsstücke zu, so wie sich mehrere Menschenfreunde ausgezeichnet haben. Oesierr. Niederlande. Vrüßel, vom 8. Oktober. Am verflossenen Donnerstage ist in hiesi« ger Stiftskirche zu St« Michael, und Gudula ei« feyerliches Hochamt gehalten worden, um dem Allerhöchsten wegen hergestellter Nuhe in unsern Pro. vinzen zu danken. Nach dem Schlüsse dieser Ayevlichkeit sind zoao Brode > jedes von 3 Stüberlt unter die Arme« ausgespendet worden. Zu Löwen hat man am iten d.M. das Lehrjahr der Theologie wieder nach dem alten Fusse eröffnet. Von hier sind z Millionen aus dem königliche n Schatze unter einer Be« deckung von 50 Mann und einem Offizier vom Regiment Ligne nach Wie» abgeführt worden, welchen in Kurzem noch 16 Millionen nachfolgen sotten. Unsere letzte Briefe aus Frankreich vom Anstalten, welche jetzt in diesem Ncichc' gemacht werden. Die politischen Vcr-i Hältnisse zwischen dcn ersten Mächten! von Europa sind so rathl'c hcift in einander vcrwebct , daß man nicht klug^ daraus werden kann, welcher Hof des andern Freund , oder Feind ist. So will man zwar behaupten, Oesterreich halte es gegenwärtig mit Preußen: aNein der Beweis ist sehr schwer darüber zu führen. Das Regiment Clairfayt, welches, zu Mecheln liegt, muß sich gefaßt hal-^ ten, von da aufzubrechen. Man glaubt, es werde wieder nach Gent verlegt wcr, den: dagegen werden vermuthlich zwo Dragoner - Abtheilungen an dessen Stel» le zu Mecheln einrücken. vereinigte Niederlande. Amsterdam vom 8ten Oktober. Nach der gegenwärtigen Lage, worinn jetzt unser Land ist, scheint es, daß wir die groß» te Gefahr für unsre Stadt von Aussen ausgestanden haben : denn gestern war eine Deputation bey dem Herzog von^ Braunschweig, und brachte von demselben sein gegebenes Ehrenwort mit, daß er keine Truppen in die Stadt legen. sondern , wenn aUcs ruhig abliefe , mit denselben zurückziehen würde : die neuen Näthc haben selbst ihre Platze uiederge-legt, und einige zuvor abgesetzte sind lvicder erschienen ; a'les gicng durch de> unbeschreiblichen Eifer der gewaffneten, Bürgerschaft, sowohl;u Pferd als z? ! Fuß, in gröber Stille, Tag und Na l" patrouNlirlen seidige nnaufhörllch, un haben dad lrch bis iey: dcn unbändiger. Pöbel im Zwanae gebalten, um ni.5- so, wie in den mcistcü andcrcn Pla<;5n, ihre Freude durch Mord und Plündern zu bezeugen. Gott gebe nur, daß di(" fts niemals der Fal! in hiesiger Stadt seyn möge. Gestern ist auch das Geschütz von unsern Vorposten in die Stadt gebracht worden ; es war entsetzlich anzusehen — die Menge dieser verwüstenden Maschinen, es sah hier eher einer der größten Festungen, als einer Handelsstadt ähnlich. Dem Vernehmen nach soll der bey der Attake gebliebenen Preu-ßcn eine unglaubliche Menge seyn :laut der Aeußerung einiger Preußischer Offiziers werden sie auf 2200 bis 2420 geschätzt, so daß mancher braver So^dst dabey das Leben verlohren haben wird; auch sollen verschiedene erste Offiziers / und unter andern auch ein Liebling des Königs, der als Volontär mitgieng / um Holland zu sehen, umgekommen seyn; niemals hätten die Preußen denken können, durch Holländer so cm-pfangen zu werden , und das noch, da man nicht einmal cinmüthig war, und nur kleiue Batterien aufgeworfen hatte; Holland aber ist an denjenigen Plätzen, wo die Attaken gewesen und durchgezo-gen sind , nicht mehr Holland, die Hau, ser sind theils abgebrannt, theils so durchlöchert ,als Siebe; und wenn erst einmal das Waffer zurückgezogen seyn wird , wird der Graul noch größer seyn, von Zeit zu Zeit spühlet es noch Leichen an f. Wie es aber denjenigen zu Muthe seyn muß, die so viele Seelen auf lhver Rechnung oder zu verantworten haben , weiß Gott allein, der zu seiner ^eit schon richten wird. Wlro alle Donnerstag a'lf oen Platz N. 185.in der von Klcinmayer-schcn Buchhandlung ausgegeben.