Nr. 184. Mittwoch. 12. August 1908. 127. Jahrgang Mbacher Zeitung Vlanumtrationöprciö: Mit Pos» Versendung: ganzjähriss 3« X, Halbjahr!« 15 «. Im Kontor: aanzi«hr<„ « »i, halbjüdrlg il X, ifür bit ZusteN»»,, in« Ha»« ganzjihrin li X. — Änstltlonsgebühr: 5s«r Ileine Inserate bie zu 4 Zellen 50 k, gröhere ver Heile 12 l,; bei öfteren Wicoerbolunanl ver ^eile « l,. Die »i/aibaäier ^eitimg» erscheint tüsslick, mil AuSnadmc der öon»^ und ^eiertnge, I^r Admlniftrnlion desinbll sich Milloin'slrahe Nr. li(»; die Redaktion Dalmlllingllsle Nr. l0. Lprechstunben der Medullimi vuu 8 bi« 10 Uhr Televhon-Nr. der Redaltion 52. MchtamMcher Heil. Handelsvertrag zwischen Österreich-Ungarn und Serbien. Aus Belgrad gel^t der „Pol. Korr." folgende Inhaltsangabe der Rede zn, wclchc Finanzminister 3r. Popovi''' bei der Verhandluilg des Haildels Vertrages zlvischen Serbieil nnd Oesterreich-Ungarii in der Sknp^tilla gehalten hat. Es obliegt lilir, diefe Vorlage vor der Sknp^ ^tina in doppelter Eigenschaft zu vertreten: als Fiilanz- und Haildelsnliilister mW als Uilterhäild ler nud Unterzeichner dos Vertrages. Die >lri:ik dieses Vertrages ist in Serbieil mehr von Uilbe-nifenen old von, Berufenen geübt loorden. Der Handelsverkehr init der N'arlibarnlonarlhie ist jetzt voil hinein neueil (leiste beseelt. Die frilhereit Hail-dclsverträge enthielten verschiedelte eiilseitige Pri-vilegieii. so znm Beispiel waren den österreichisch-lülgarischeu Indnstrieuilterilehiilllilg.il nnd Versi cheruugogesellscliaflen besondere Vorrell)te eingeräumt. Die Frage der BesteuerlNlg von Handels-reisenden lvar einseitig geregelt. Anch uiußte Serbien zulasseil, das; gewisse Ai^tikel von der Monopolisierung ausgeschlossen lverden. Iin nenen Ver-^'agc wnrden diese nnd ähnliche fragen nach dein Prinzipe der Gegenseitigkeit geregelt. Eineit wichtigen Erfolg stellt die Insiitntion dcs Tchieds Nericht,'^ ^^i-. Die ^nsmninensetzniui, des T,arifev N, ^öll> fi'ir die (5'ilNnhr ncich Oesterreich Ilnqarn, ent-spricht den nenen Handelsvorhältnissen. In den alteil Verträgen gewährte Oesterreich-Ungarn groste Konzessionen fnr den (^r.'n^verkehr. Wielvoh! die ^lachdarinonarchie im allq.'ineinen keinen gros'.en ^edarf an nnseren Änvfnhrarlikeln hatte, rännüe sie nns diese ivertvollen Vediilqniuien ein, um auf diose Wciso unsere ganze Ansfnhr zn bchcrrschcli. ^adnrch beschränkte sich aber nnser (5rportl)and<'l ans die Ansfnhr von Nohprodnkten. D<1 Delitsch ^lld damals der (5inflchr von laildlvirtschaftlichei, Artikeln die (Grenzen offen hielt, t'onnl^ sich ill, Oesterreich-Ungarn ein einträglicher Zwischenhandel mit serbischer Ware entwickeln. Die serbische Anc.fnhr ging statt direkt anf den .^onsunnnarkl, anf den Kölschen markt; es ist klar, das; auf diese Weise der serbische Prodnzeiu geschädigt wnrde. DaS ist flir die Venrieilung des nenen Vertrages von großer, Vedentnng. Oesterreich - Ungarn ver brauchte von der serbischen ^lnsfnhr nnr Pflanmen-mns nnd TchU'eine; seit dciu ^liedergauge dor österreichisch ungarischen Viehzucht <l)^, innrde anch ein Teil des Ochsenexportes in der :iiachbar-monarchie konsumiert. Tie nene Vertragsperiode ist nun von der deutschen Agrarpolitik beherrscht. (5ine initiirliche ivolge derselben ist der Verzicht Oesten-eich-Ungarns anf den ZlvijcheuHandel mit serbischen landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Oesterreich Ilngaru stellte gleichzeitig .'inen Minimaltarif für Zerealien anf, durch ivelchen serbisches (Getreide von den Märkteu der ^iachbarmonarchie ausgeschlossen lonrde. Dagegen ist anch dnrch den nencu Vertrag dic Einfuhr serbischeu Obstes, (^eflngels l>nd ^leisl'lies gesichert. 'Ilach meiner Ansicht lvird die ^cachbarmonarchie ein größeres ^leischkolttin-gent aufnehmen müssen, als dies im neuen Vertrage festgesetzt wnrde. Dabei wird die höheren Zölle der Konsument zu tragen haben. Die (5mfnhr von lelvndeiu Vieh konnte Oesterreich-Ungarn ans zwei (Gründen nicht gestatten. In erster ^inie steht einer solchen Konzession der Handelsvertrag mit Deutschland im Wege; imch demselben lvird das lebende Vieh ans den Valkanländern aw seuchengefährlich voll der (5'infnhr nach Deu-tschland ausgeschlossen. Anderseits verlvahrteil sich dagegen anch die Agrarier iil der Nachbarmonarchie, welche einen großen (5in-flnß auf die Legierungen ausüben. Die alte Vet> rinärkonvention >var nnr ein Hilfsmittel der früheren Handelspolitik Oesterreich-Ungarns, welches je ilach Bedarf angelvandt wnrde. Anch war durch dieselbe die ^rage der Dnrchfnhr llicht geuan ge- regelt. Die vielgelobte Velerinärfonvention lvar delunach für Serbieil nicht so vorteilhaft, wie diek jetzt behauptet wird. Die veterinärpolizeilichen Bestimmungen werden im ueuen Vertrage dnrch eine Not<» geregelt, welche ein Bestaudteil des Vertrages felbsl ist nnd in demselben wiederholt angeführt wird. Da diese Note auch vom österreichisch-nMa-rischen Minister des Aenßern nilterzeichnet ivnrde, sind größere (^aranlien für ihreil rechtlichen Wert undenkbar. Die Anwürfe wegen der Zulassung österreichisch-ungarischer Veterinäre zu Amtshandlungen anf serbischem Territorium sind gänzlich unbegründet. (5s ist zweifellos ein Necht des Käufers, die Ware vor dem >tanfe zn untersuchen; weiterS ist es nur natürlich, daß diese Controlle von Veterinären jenes Ttaates vorgenommen nnrd, wel-chem der >iällfer angehört. 3el)r wichtig für 3er-bien ist die.Konzession, daß die Durchfuhr serbischen Fleisches dnrch die Zlachbarmoilarchie in plombierten Waggons ohne weitere Untersuchungen gestattet wnrde; diese Tendnngen bedürfen bloß der üblicheil Urfprungs- und (^efundheitszertifikate. Es fragt fich nnn. ob >vir für diese Vorteile keine übermäßigen (^egenkmizessionen einräumten? Vor Beantwortung dieser ^rage will ich hervorheben, daß zwischen der Wiener ^»emeinde und der Belgrader Tchlachthans Aktieilgesellschafi ein ^leischliefe-rnilgsvertrag abgeschlossen wurde; die Wiener Marktpreise sichern dein Belgrader Tchlachthaus wie dein serbischen Produzenten einen annehmbaren Verkaufspreis. In d7in Tarif ^, Zölle für die Einfuhr nach 3erbien, haben wir das Prinzip gewahrt, alle serbischen Industrien, nx'lche mit nnserer Volkswirtschaft in Verbindung stehen, zu schützen. Die Basis der Verhandlungen war das Prinzip: <1<» ut <1<^. Wir erlangten '.ivar nicht die Einfnhr von lebendem Vieh, erhielten auch keine Veterinärkonvention; dagegen sicherten wir uns die Ansfnhr verarbeiteter Produkte nach dem direkten >iousuminarkt, was der Volkswirtschaft großen Nutzen bringen wird. Wäre die letztere einer ,'1 Sänger aus Leipzig zum Professor der A n a toinie d e r T o n k ü n, st e 'n Mimchen ernannt. Die „Peiner Zeitung", Nmn-'uei' 17, lneldet, daß eine nene! Klasse etwas Maßiger Beanlten bei den ^andratsämtern ein-M'richtot wird. Dem „Westfälischen Anzeiger", -'"'- U>, znfolge erhielt Oberstleutnant ^lschenboril den K'ronenorden dritter Klasse init S ch iv e st e r n am Ringe. Im „Hamburger (General-Anzeiger", Nr. 22, wird gesagt, daß ein kariöser Zahn der Herd vieler Fremdkörper sei, welche Krankheits-stoffe in sich aufnehmen nnd züchtigen. Der „Generalanzeiger für Wesel" läßt in seiner Niim-mer 2^l die Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten dnrch st n r m b e r e ch tigte Delegierte geschehell. Inl „Berliner Lokall-Allzeiger" vom 22. Febrnar ist von einer Statue des deutschen Kaisers die Rede, die anf einem hohen P o st a m t steht. Der „Hamburger Eorresp." vom 1K. Februar berichtet über eine Gaserplosion ill Bremen, wo nach eine große Spiegelscheibe in A Itona zerschmettert worden sei. lAtome!». Di'e „Hallesche Zeitung", Nr. :j.^, kündigt ein Hu st spiel von Rich. Tkowronnek an. Die „Bremer Nachrichten" vom 15. Februar melden aus Ecuador den Aus brnch der B o n r b o il e il p e st. Die „Braun-schlveiger Landeszeitung" voilr 20. Febrilar ver wandelt die knidische Aphrodite in eine kindisch e. In der „^hnaer Zeitnitg", Nr. 24, sucht der dortige Stadtmnsikns zlvei Musikschüler unter sehr galanten Bedingungen! Dem „Eöthener Tageblatt" vom 5. März znfola.e hat die Inanspruchnahme der Reichsbank einen U n f u g an-genommeu im Jahre llX),^, wie nie zuvor. DaS „Großenhainer Tageblatt". Nr. 52, lvill für eine Nachricht, die es zurückgehalten, jede Garantie für deren U ngla u v Würdigkeit überitehinen. Ili der „Rhön-Zeitlmg" vergibt die Eise,lbahnver-waliung voil Vacha-Philippstal die Arbeiten für die Herstellnng eines Bicrfainili e n h a u s e s. Im „Wiesbadener Gen.-Anz.", 3lr. 4<>. wird die Lehre von der Lokalisation als P opog r a p h i e der Hirnrinde näher bezeichnet. Die „Nordwest-dentsche Zeitnng" in Breineu lnacht aus dein Briefe des deutschen Kaisers all Lord Tweednionth einen K a f f e r n b r i e f! Die „Worinser Zeitnilg" voln l2. März schreibt, daß der Provinzialtag, für die Errichtnng einer L ü g e n h e i l a n st a l t die Sninllie von 7l.<) Mart eingestellt habe. Die „Nenesten Nachrichten" in Düsseldorf berichten in Nr. 5)!), daß einem wegen Doppelehe bestraften Arbeiter die Eherechte auf die Dauer voll fünf Jahren aberkannt worden sind. Anf dein Wochen-viehmarkt zu Tchleiz habeil einem B< richte ill den „Leipziger Nenesten Nachnchten" vom 15. März zufolge bayrische Täufer gefehlt! Als ,<5anpt-nrsache der großen Sterblichkeit der Tänglinge in Bayern wurde laut „Bayrenther Tgbl." vom 17. März im bayi-ischen Landtag der Rückgang der natürlichen Ernährung dnrch die Bntt c r m i l ch bezeichnet. Die „Kölnische Vollszeituna." vom 22. März benchtet, daß die Untergrm'dbahn in Berlin eilKii ganzeil Zug mit ^afranleder-po l stern habe ausstatten lassen. In der Sonntagsbeilage der „>lieler?l'eueften Na.lirichten" vom :51 März wird statt des Himmelsinondeo em Hammelsmond befnnnen. I" d" .^>c-sen-kircliner Zeitung" vmn li. April empf,elilt "" Konfektionsgeschäft tansend Bus e n! Die „Groß-l>c'c'uliorfer Zeitung" vom ". April illeldet ans Rom, daß die königliche Familie nach einer Zusammenkunft ein >t a b e l f r ü h st ü ck Tingellom-mcn habe! Die „Ehannstatter Z^tling", Nr. M>, enthält c-ine amtliche Belanntmachnilg, betreffend die Dainller ^i o h r e n g c s e l l schaf t. sNichtamtlich lantete ihre Bezeichnung bisher „Mo- Laibachet Zeitung Nr. I «4. 171 ft 12. August 190«. organisation nicht fähig. 5mm müßte Ulan deil neuen Handelsvertrag nnt ^esterreich-Uilgarn für verhängnisvoll erklären. Da wir iedoch begründete Hoffnung heg^'il dürfen, das; sich unsere Volksivirt-sä^ft den nullen Verhältnissen rasch anschiniegeu wird, muß der uelie Vertrag als gut qualifiziert werden. Daher ellipfehle ich der Tkup^tina, die Porlage anzunehmen. — Die fast zweistündige )1ied^ in welcher der Minister zahlreiche handelspolitische Daten und Details anführte, wurde von der Tkup^tiua mit großen» Interesse begleitet und beifällig aufgenommeu. Politische Ueberficht. Laib ach. 11. August. Das „Vaterland" empfiehlt das vom >triegs-archiv herausgegebene Buch: „T e ch z i g Jahre Wehrmacht", in dem der Bürger mit Teilnahme den rauhen opfervolleu und mit tausend Hindernissen besäten Weg betrachten könne, den unsere Väter, Brüder uud Tö'hue geheu mußteu. bis das wohlgefügte, allezeit blankgerüstete uud schlagfertige Volksheer aus ihnen geworden ist, auf dem hellte die Sicherheit unserer (kreuzen, beruht, uud die Wohlfahrt dcr an Ttauml, Titte uud Sprache so verschiedenen, in der ^iebe zu Baiser und üiieich aber so gleichen minder des schöneir, gottgesegneten Bandes zwischen Adria uud Tchwä-bischem '^ieer. Das „Neue Wiener Journal" erklärt, der Enthusiasmus, der sich in Deutschland für Z e p -pel in kundgebe, sei nichts weniger als kriegerischem Plan cntspruugen. Toildcril das Beispiel, das Graf Zeppelin gegeben, der die glänzenden Anerböte der Amerikaner für sein Schiff verschmähte, der von seiner Idee durchglüht, ihr alles geopfert habe, uichts von ihr gewinnen wolle, als den^vortschritt der Menschheit, habe Wuuder gewirkt, liabe den Idealismus iu Teutschlaud aus soiuer Erstarrung geweckt. Man könnte die Zep-pelin-Begeisteruug ald ein Plebiszit des Idealismus bezeichne!», dessen Wiedergeburt als Reaktion auf den ausdörrenden ^lützlichkeitsfauatisums. auf das kapitalistische Erwerbsfieber auch soust scholl zu beobachten sei. Die Zusammensetzung des neuen türkischen Kabinetts entspricht, wie man der „Pol. >torr." aus >toustantinopel schreibt, nicht vollständig den Wünschen des Komitees für Ein-heit und fortschritt, wird jedoch im ganzen nicht ungünstig beurteilt, da keiues der Mitglieder der Negieruug iu seiuer bisherigeil Tätigkeit deu Tadel der öffentlichen Meinung hervorgerufen habe. Die Negierung schreite an eine gründliche Säuberung der Verwaltung von solchen funktiouären, die sich vollständig zu Werkzeugen des früheren System-? hergaben und deren Ämtsführung vom Ttand-puukte der öffentlichen Moral verurteilt werden nnch. (5s seien infolgedessen sehr umfassende Personal-Veränderungen in der Hauptstadt wie in allen Provinzen des Neiches vorauszusehen. — Die bisher verhafteten früheren Würdenträger der erste Sekretär des Sultaus, Tahsiu Pascha, der Marineminister Hassan Naini Pascha, der Großmeister der Artillerie Zeki Pascha, der Ttadtpräfekt Neschid Pascha, der Minister des Innern Memduh Pascha, der Rat uud Günstling des Tultaus, Ebu-huda Efcuoi, desseu Tohu Hassan Bey und zwei ander? Palastfunktionäre befinden sich inr Gesängnisse des Kriegöministeriums, lvo sie bis zur Eröffnung des Parlaments in Haft behalten werden sollen. Zu der Lissaboucr Melduug, das; Köuig Dom Manuel sich in den letzten Tagen seit dem Ableben des Königs Dom Carlos zum erstenmale in derOeffeutlichkeit gezeigt hat, wird geschrieben: Der König, der sich biöher nach Zeremonien und Besichtigungen im Nagen direkt nach dein Palm 5 begeben hat, nahm jüngst nach dein Besuche einer Artillerie-Kaserne einen längeren Weg durch die Stadt, iudem er, begleitet vom Kriegsminister uud einem grossen Stab vou hohen Offizieren, zu Pferde durch eiue Neihe vou Strccheu zum Necessi-dades-Schlosse zurückkehrte. Während der Besichtigung der Kaserne gab er einen neueu Beweis seiuer besonderen Leutseligkeit. Als er einen Ter-czeanten bemerkte, der drei Medaillen auf der Brust trug, trat er auf ihn zu, sprach ihn freundlich an und reichte ihm die Hand. Während des Rittes durch die Stras;eu, der ein Ereignis für die Hauptstadt bildete, war er Gegeustaud herzlicher Begrii-suiug seitens des Publikums. Tagesnemgleiten. — (Revolverschuß gegen die Tochter.) Aus Trient, 9, d., wird telcgrahiert: Der Steinmehmeistcr Valeriano Negriolli wurde die väterliche Gewalt über seine zwanzigjährige Tochter Valeriana, der er nachgestellt hatte, entzogen und er selbst als geistesgestörter Alkoholiker im Spital interniert. Gestern gelang es ihm, zu entweichen. Er bewaffnete sich mit einem Revolver, suchte seine bei Bekannten weilende Tochter auf und feuerte einen Revolver-schuß auf sie ab. Sie wurde in hoffnungslosem Zustande ins Spital gebracht. Negriolli eilte dann auf das Dach des Hauses, ein Wachmann setzte ihm nach und nun begann eine wilde Jagd nach ihm über die Dächer der Nachbarhäuser. Von einem niedrigen Hause schwang sich der Verfolgte zur Erde, wo er von herbeieilenden Wachleuten ergriffen und auf die Polizei gebracht wurde. Bei seiner Verhaftung erklärte Negriolli, er fühle sich von seiner Tat äußerst befriedigt. — (Zur K r o n e n w ä h r u n g.) Aus Tirol wird folgendes hübsche Geschichtchen berichtet, das sich wohl noch des öfteren in ähnlicher Weise wieberholen dürfte: Das tleine Reserl kommt zum Krämer und sagt: „Der Vater laßt Ellhna ersuachn, wann S' eahm um fünf Gulden lauta Kronen geb'n möcht'n." — „Ja, es is schon recht," sagt der Greisler, „aber woaßt das denn nöt, Reserl, daß la seit'm erst'n Juli an nimma nach Guld'n rechna derf. sondern nur mehr nach Kronen?" „Ja," sagt die Kloane darauf, „da Vater hat eh a so glaubt, aber da hat er auf dera G'meindetafel was ang'schlag'n g'seh'n und wia er dann hoam lemma is, sagt er zu der Muatta: jaht kenn i mi nimma aus, seit i dö Kundmachung g'lescn hab." — „Ja, was steht denn drauf auf dera Kundmachung?" fragt der Greisler. — „Ja," sagt 's Neserl. „dös woaß i selber net." — Dös muaß i a les'n, denkt der Mann und geht zu der Anschlagtafel hin, und da liest er folgendes: „Kundmachung. Es wird hiemit bekannt gegeben, daß vom 1. Juli 1908 an nur mehr nach Kronen undHellern gerechnet werden darf. Dawiderhandclnde werden um fünf — Gulden bestraft! Die Geincindevoistehung." — (Die Ueberführung durch den Kinematographen.) Eine gräßliche Szene wurde am Mittwoch im Pariser Palais de Justice künstlich wieder hergestellt. Es handelt sich um die Ermordung des Ban-liers Nemy. Einer seiner Diener. Courtois, hat bekanntlich bereits die Teilnahme an dem Verbrechen gestanden und ausgesagt, daß er gemeinsam mit dem Küfer Nenard in das Zimmer des Bankiers drang und ihn erdolchte. Renard aber leugnet, und da es bisher unmöglich gewesen ist, ihn zu überführen, so hat man jetzt, wie die Blätter berichten, seine Zuflucht dazu genommen, die Szene lebend darzustellen und dabei durch einen Kinematographenapparat aufnehmen zu lassen. Das Zimmer wurde genau so eingerichtet wie das Schlafgemach des Ermordeten, Eourtois und ein Detektiv überfielen einen dritten, der den Bankier darstellte, zerrten ihn mit grausamer Leidenschaftlichkeit aus dem Bett, stachen auf ihn ein und brachten auf diese Art den Körper genau in die Lage, in der man den Ermordeten nach der Tat gefunden hatte. Die linematographiscl)« Wiedergabe der Tat soll dann dem zweiten Angeklagten vorgeführt werden, und man hofft, daß Ueberraschung oder Schrecken vor der blutigen Realistik dieser Darstellung dem Küfer ein Geständnis entreißen wird. — (Die Kunst, eine Frau glücklich zu machen.) In einer Londoner Zeitschrift erschien dieser-tage ein Führer für jungverheiratete Männer, der die Anweisung zu der gewiß recht schweren Kunst, eine Frau zu bel)iolberger Leitung" Nr. KXi beabsichtigt der Tultau. dem General v. d. Goltz als seinem Gast einen >l, o g n a k zu schenken. Die „leipziger Neuest. Nachr." vom 20. Mai sprechen von einein Platze, wo man iu früheren Jahren, 5! u u g e u , altes Eisen ?e. aufbewahrte. Im „Dresdner Anzeiger" vom 2.l. Mai wird zu kaufeil gefucht ein gutes Pianino mit 3 c l b st sp ü l e i u r i ch t u ng. Im „lvränkischen Kurier" vom?j. Juni wird von dröh-lreniX'n Hämmern und s a u f e u d e u Nebstühlen berichtet. Dem „Dresdner Anzeiger" Nr. 15!) zufolge besitzt die Universität, Innsbruck ein.' jüdische ^-akultät. Nach dem „Großenhainer Tageblatt" vom 2-l. Mai habe es geschienen, als sei di^ englische Negierung nach den neuerlichen A u s -b c s s er u n g e n des Premierministers geneigt gewesen, den Frauenrechtlerinnen Zugeständnisse zu nmchen. The od. l^ne b e l. Der Weg zum Leben. Roman von Erich Gdenftein. (30. Fortsetzung.) (Nachdruck verl,!)!.'»,) Ihre Gedanken verwirrten sich, sie wnsttc nicht mehr, was sie denken sollte. Der Heimweg verlief noch schweigsamer alö der Herweg. Wolfgang würdigte Claudia keines Wortes mehr, nnd nur Margit mit ihrem uuverwüstlicheu Leichtsinn brachte einige Abwechsluug iu die eruste Gesellschaft. Daheim fand Wolfgang eiuen Brief Neuntens vor, sie wollte morgen am Mondsee eintreffen. Er atmete erleichtert auf. Gott sei Dank! To kouute er also fort! Er hatte das driugende Bedürfnis nach Ruhe. Nenatens Ankunft am nächsten Tage vollzog, sich ziemlich lärmend. Die drei Jungen hatten ihre Fahrräder mitgebracht, uud es dauerte eiue gute Weile, bis alles unter Dach und ^fach war. In aller Eile brachte sie dann, kaum zwei Ttuuden nach der Ankunft, ein hübsches Boot, das ihre Aufmerksamkeit alls sich gezogen. Konstantin verlor seinen Hut auf Tee. Friedrich radelte eineu Huud über, liud Emmerich, der nicht zurückbleiben wollte, plünderte deu Garteu der Wirtiu. um seiner Cousine Margit mit den Blumen eiueAufmerksamkeit zu erweiseu. (5s herrschte eiue heillose Verwirruug. Neuate war, aus;er sich über dcu Tchadenersatz, deu sie zahlen nnchte, uud in all dem ^ärm und Trubel ging der mas;lose Aerger ^rau Greteus über die „neue Polizeiaufsicht" ganz verloren. Wolfgang war herzlich froh, abreifen zu können. Von Monidsee aus fuhx Wolfgang Nemesius nach Wien, wo er sich einige Tage anfhielt. Da er aber keinen eigentlicheil Zweck dort hatte, Bekannte nicht aufsucheu uud Verguügliugeu nicht mitiuachen wollte, wurde es ihm bald langweilig iu der heis'.eu, sommerk'ercn Stadt, und am dritten Tage beschlos; er endlich, direkt nach M. zu fahreil. Die Temmeriugfahrt war vorüber, mau hielt ill einem Marktflecken, wo die schwere Bergmaschiue abgekoppelt werdeil sollte, Ein ziemlich lauger Auf enthalt lockte fast alle Passagiere d<'5 Zuges alls den Perroll und in die Restauration. Nnr Wolf gang blieb fitzen lind sah zn dem dem Bahnhof entgegengesetzten Fenster hiuaus. Lastwaggou5 rollten ab und zn vorüber und versperrten die Ans-sieht anf einen lieblichen Promenadeweg, der längs eines Flusses, tief uuter dem Bahndamm sich hin-schlangelte. Felsen und Waldparticn wechselten unt welligem Wiesenland, nur hill und wieder sah man ein Stück des Weges, der sich wie ein lichtes Band hinzog, immer tiefer hinein in den kühlen, bläu lichen Schatten der Waldschlncht. Dahinter türmten sich die Berge terrasseu-förmig anf, Villen schimmerten freundlich herab, uud auf sanften grünen Hängen weidete das Vieh. Ein gros;er friede lag träumerisch über Heiden und Wäldern, die sich endlos in die ^-erire, zogeil, bis die scharfen kanten schneegekröuter Alpen einen Uebergaug bildeten in das duftige Blau des Aethers. Da drüben ruhte die Mittagstille. Wolfgang empfand eine heftige Sehusucht, durch diese vom ^icht der Tonne sanft überrieselte Au zu waudeln! Laibacher Zeitung Nr. 184. 1711 12. August 1908. sic nicht durch öffentliche Kritik. Hast du an ihr etwas auszustellen, so tue dies zu Hause. — Vergiß nicht, sie zu lüsfen, wenn du weggehst, desgleichen, wenn du wieder-lommst. — Rede ihr ein, sie ist die einzige Frau, die du je geliebt hast, das ist sehr bedeutend. — Necke sie nicht, wenn du es nicht ertragen willst, auch von ihr gelegentlich geneckt zu werden. — Behandle sie wie einen .Kameraden oder einen Freund, alxr vergiß niemals, daß sie vor allem ein Weib ist, die deiner Stütze und Hilfe bedürftig ist. — Vor allem aber, und das ist die Hauptsache, halte die Illusion aufrecht; dies verlohnt sich der Mühe. Lolal- und Promnzial-Nachrichten. Die dritte Linie zur Adria. Von Lanbtaa.saba.eo,dncien Heinrich Schollmayer»Lichcr gestellt. In der Sitzung des Eisenbahnausschusses vom 8. Juni 1908 wurde die Resolution Schoiswohl, wonach die Fortführung der Wcchselbahn nach dem Süden und die Wetterführung bis zur Adria vorzunehmen ist, zum V< schlusse erhoben und die Trasscnrevision für die projektierte Lokalbahn Fehring-Gleichenbeig-Radlersburg auch schon durchgeführt. Für die weitere Strecle in der Ost- und Südost-Steiermarl von Radlersburg über Pettau-Rohitsch-Hörberg nach Rann sind die Verhandlungen im besten Zuge, da sich für den Ausbau dieser Strecken die Steirer auf das intensivste einsetzen, weil es ihnen auch um die sogenannte Novi-Linie zu tun ist, welche ihnen die kürzeste direkte Verbindung mit Bosnien und durch dieses mit Dalmatirn bringen soll. In der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 17. Dezember 1907 hat Abgeordneter Dr. K u st e r 5 i 5 gelegen! lich der zloeitcn Lesung der Ausgleichsvorlagen den Antrag, betreffend den Ausbau einer Transversalbahn von Rann über Landstraß, Oblal, Zirknitz, Adelsbcrg, Präwald nach St. Daniel eingebracht, sowie Dr. 5 itnil in der Sitzung des Vudgetausschusses vom 26. Februar 1908 eine diesbezüglich gleichlautende Resolution einbrachte, worauf Seine Exzellenz der Eisenbahnminister Dr. Derschatta sofort die Versicherung gab, daß diese projektierte Linie von den Staatsingcnicurcn schon eifrigst studiert wird. Die Vorarbeiten für diese dritte Bahn zur Adria sind also auf der ganzen Linie schon im vollsten Zuge. Von Rann aus verläuft die Trasse über Landstrah im Gurltale bis Nudolfswert und Straxa, sodann im oberen Gurltale weiter über Scisenberg bis Zagradec-Fu5i»e, von wo sie, über Ho<>vje steigend, bei Idensla Vas den Gottschecr Flügel der Untcrliainer Bahn erreicht und nahe der Station Videm in diese Strecle einmündet. Um Der frieden dieses fremden, ^eheiluuiovolleu Waldos, der lockend wir ein liebliches Nätsel seine siri'mschimmerude fläche durch das Tal zoa,. übte eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf ihn ans. ^ Wenn er an?sticge und hier bliebet Einige Ttuuden, eincn Taq, ein.,' Woche — qanz wie es ihm. behagen, würde? Was hatte er schließlich zu dersäuinen, lver wartete auf ihn? Nichts — niemand! (5in Qrt lvar so gut lvi.' der andere. lind dainn ergriff ihn ein seltsames t^efühl-cine plötzliche Liebe zur Natur, wie er sie seit seiuer Iünglingozeit nicht inehr empfunden hatte, stieg in 'h'n l^mpor. Allies Leid, alle (5'nttänschnng, alle Bitterkeit lvar unier den Menschen nber ihn qekonv lncli, sie hatten ihn schwach und ,nutlos gemacht, und irre an sich selbst . . . Warum sollte er ihnen nicht fnr eino N^'ik' den Nucken kehren? Eigentlich war es ja mich schon smie 'Absicht gelves^'n, als er nach T^aldbad giivg. iN'ühcr alo >lnabe lvar Waldeinsainkeit seine höchste Tchlvörlnerei geivesen, und dieser Wald dort drüben; er fühlte ordentlich sein.' >tühle nnd seinen frieden, dünkte ihn plötzlich Uno ein alter freund, der vorwurfsvoll fragte: Warum kamst dn nicht schon Ian<^o? ^wnz unbewlcht, einein instinktiven Triebe ge horchend, erhob er sich, um besser hinüber- sehen zu könnon. ^ . Da rief draußen der Kondukteur mit lautvr Ttinnne: „Einsteigen! ^raz, M'arbnrg, Laibach, Trieft." Türen rasselten, Lachen, Tchrcien. Poltern, Tchiinpfen, die ganze Menschenlvclle strömte herbei, UM waiter zu fahren. (Fortsetzung folgt.) von hier aus das Hochplateau von Groß-Oblal (durchschnittliche Scehöhe 750 Meter) zu erreichen, lönnen zwei Ncge eingeschlagen werden. Die eine Trasse benutzt die schon bestellende Vahn von Videm bis Groß-Laschitz (54!^ Meter) und verlauft dann, sich in Steigungen entwickelnd, über Groß-Slidica, Lu«arjc und Groß-Oblal bis zum Scheitelpunkte bei Radlet (779 Meter). Die Variance würde, unter Vcnühung der bestehenden Bahnstrecke von Videm bis Ortenegg, bezw. bis auf die Höhe von Ober-Gercut, im Neubau über Slatcnel-Soderschitz^igmarica nach Groß-Oblal und Nadlet geführt nxrden. Bis zu dem Scheitelpunkte bei Radlcl liegt die Trasse -— abgesehen von den eben angeführten Altcrnativtrassen — schon fest; an dieser Linienführung wird laum mehr viel geändert werden lönnen; in allen Fällen muh jedoch die Hochebene von Oblal erreicht werden. Diese ist die Basis für die weitere Entwicklung der Trasse. Die Wciterführung dieser projektierten Bahn begegnet einigen Schwierigkeiten, welche jedoch nicht in technischen, sondern in kommerziellen und sozialölonomischen, nicht zum letzte» aber in strategischen Gründen zu suchen und zu finden sind. Auch für die Strecke Groh-Oblal—Trieft liegen zwei Varianten vor, welche ich zur Klarstellung möglichst eingehend behandeln will. Das erste Alternativprojelt führt die Trasse von Oblat-Radlcl (77!) Meter) in Serpentinen über Grahovo, MaitinSbach. Iirtnitz nach Rakel (526 Meter) in einer Längenentwicklung von rund 16 Kilometern zu der dortigen Station der Südbahn und in das Gleis dieser ein. Die Strecke der Südbahn von Rakel bis Adelsberg in einer Länge von 11 Kilometern soll im P<'agrvcrlchr mitbenutzt Uxrdcn. Von Adclsbcrg zweigt die Trasse von der Südbahn ab, durchzieht das Tal von Abelsberg bis in die Nähe von Präwald, wo ein 1400 Meter langer Tunnel in das Tal von Senoxc5e hinübcrlcitet. Von Scno^e<< verläuft die Trasse an deni südwestlichen Fuße des Gebirgszuges und mündet bei St. Daniel in die Staatsbahn ein. Die Länge dieser Trasse von Adelsberg bis St. Daniel beträgt rund 88 Kilometer. Die weitere Verbindung bis Trieft geschieht auf der schon bestehenden Etaatsbahnlinie in einer Länge von 3!) Vahntilometern. Die Gesamtlänge von Groh-Oblat bis Trieft beträgt somit 104 Kilometer, wovon rund 54 Kilometer neu auszubauen wären. N'ach dem zweiten Altcrnativprojette würde die Bahn von Oblal-Radlct (779 Meter) in Serpentinen nach Gra-hovo, Martinsbach-Zirtnitz und Niederborf (553 Meter) absteigen, bei dem Dorfe Selzach vorüber durch das Rakbach-tal ziehen und zwischen St, Kanzian und Poi-ivavnil die Südbahn über dem Niveau übersetzen, um nördlich von der Südbahnsticcke nach Adclsberg zu führen; die Länge dieser Teillinie würde rund 27 Kilometer betragen. Von Abels-berg weiter verläuft die Trasse genau so wie im ersten Projekte (38 Kilometer) bis St. Daniel »nb auf der schon l<-strheiiden Staatsbahnstreckc nach Trieft (39 Kilometer), Die Gcsamtentfcrnung von Oblal bis Trieft würde fonach wie im ersten Projekte 104 Kilometer betragen; es wären sonach rund »!5> .Kilometer neu auszubauen. Beide Projekte kranken an verschiedenen Fehlern. Die Mitbenutzung eines Teiles der Südbahn durch Peagierunq der Strecke Ralet-Adelsberg stößt auf die größten Schwierigkeiten. Ganz abgesehen davon, daß die Südbahn wohl laum in einen solchen Peagevertrag eingehen wirb, muß berücksichtig! werden, baß durch eine solche Koppelung das Postulat einer dritten Linie zur Adria nicht nur nicht erfüllt, sondern geradezu illusorisch gemacht wird. Die Süd? bahn ist infolge des enorm gesteigerten Verkehres ohnehin an der äußersten Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt und ist infolge ihrer großen Notlage gar nicht imstande, umfassende Investitionen zur Vergrößerung ihrer Verkehrsmittel vorzunehmen. Die notleidenden Prioritäre und Aktionäre sind auch gar nicht geneigt, sich ihre Hoffnungen auf Dividenden und Verzinsung nur darum nd >,« hinausschieben zu lassen, damit eine andere Nahn eine einfach«« und billigere Verbindung nach Trieft bekommt, zu welchem Zwecke das Konsortium — auf einen Ertrag verzichtend — neue Anschaffungen machen müßte. Aber selbst diesen ganz unwahrscheinlichen Fall vorausgesetzt und den Peagrderlchr auf der Strecke Ralet-Adclsberg angenommen, muß ausdrücklich betont werben, daß sich dieser ganze Verkehr an den verlehrsiechnischen Schwierigkeiten spießen würbe. Der Verkehr auf der Südbahnlinie nach Trieft ist. wie schon gesagt und wie bekannt, heute ein enormer und laum zu bewältigender und nun sollten durch eine neue Nahn, welche bisher ganz unberührte Gegenden erschließt, der Südbahn neue Frachtenmengen zugeführt werden. Man soll nicht glauben, daß durch eine zweite Linie die erste entlastet wird; die Erfahrung lehrt das gerade Gegenteil; mit jeder neuen Linie wächst auch der Verkehr, ja, der Verkehr wird erst geschaffen, aus dem Boden gestampft. Mündet nun die zweite in die erst« Linie cin und ist diese ohnehin schon überlastct, dann muh es zu Friktionen und t!npfinidlicl)cn Stockungen kommen. Solche Zustände herbeizuführen ist jedoch nicht der Zweck der dritten Linie zur Adria. Das gleiche "gilt von der Einbeziehung der Strecke St. Daniel-Triest in diese dritte Linie. Nenn auch die Staatsbahn Ahling-Triest noch nicht so überlastet ist wie die Südbahn, erweisen sich doch jetzt schon alle ihre Anlagen als unzulänglich, weswegen der Antrag der Abgeordneten Hribar, Neumann und Genossen in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 23, Juni 1908 sehr wohl begründet, wenn auch vorderhand leider noch zu wenig weitgehend ist. Durch diese beabsichtigte Mitbenützung der Strecke St. Danicl-Triest wird der ersten und gewichtigsten Forderung, in der dritten Linie zur Adria eine vollkommen freie, selbständige und leistungsfähige Verbindung mit der Küste zu schaffen, ganz und gar nicht entsprochen. An dem gleichen hier angeführten Fehler krankt auch das zweite Projekt. Wenn auch bei diesem für die Strecke Ralel-Abelsberg cin Neubau einer Parallelling vorgesehen ist — die Einmündung bei St. Daniel und die Mitbenutzung der Teilstrecke St. Daniel-Triest bleibt die gleiche; es bleiben somit auch die Uebelstänbe die gleichen und die Mißerfolge werden dieselben sein, (Schluß folgt) Dic wissenschaftliche Erforschung der österreichischen Äarsthöhlcu. Von G. And. Perlo (Bischoflack), l Fortsetzung. Dr, o. Maichesetti untersuchte im Jahre 1884 die große Erosionshöhle von Gabrovica (italienisch ui»u« «i^Io^u«, Vuliio» inu^oi- N<:!iinl'i-1ii>l5; seltener dagegen finden sich IIi-xu« nl«loi'1< ^ lllun,,. I^lpu« fo^ili« vu^nri» ^Vs»1-«li-idi, >'<^i« «z»dn xsx^n^u« vor. Endlich fanden sich noch Reste von Marder. Iltis. Hermelin, Dachs, Hirsch und Reh. und von Haustieren Pferd, Rind, Ziege und Schwein. Moser fand überdies hier die Höhlenhyäne, Schleiereule und eine Fallenart. Wenige Höhlenbärenreste entdeckte Marchefetti auch in der Pe<"-ina Gradina bei Permani. Wkitere wichtige anthropologische Funde lieferten die 220 Meter lange Hafclnuß-höhle bei Somatorco und die Schlundhöhle von Kobilaglaba. Den heutigen Zugang der letzteren bildet ein 38 Meter tiefer Abgrund, während der leichter zugängliche von den prähistorischen Menschen benutzte ganz durch einen Einsturz verschüttet ist. In dem 33 Meter tiefen Schlunde von Pobir fand man im Jahre 1894 ein schlecht erhaltenes menschliches Skelett mit schönem Nronzeschmuck. Gefäßrefte mit den?' Drchscheibcnarbeit und stark konsumierten Bronze»!> fand ich im Jahre 1892 in der Golubina-Schlundspalte (Eo-lumba-Höhle) zwischen Gabrovica und Igonil. In der To-minc-Grotte und in der Ozla Kpilja von St, Kanzian bei Diva<'a leitete Marchesetti die Ausgrabungen der Sektion Küstenland des Deutschen und Oesterreichischen Alpenver-eines (1886). wobei vier verschiedene Kulturschichien aufgedeckt wurden.welche vom sechsten Jahrhundert n. Chr. bis in die jüngste Steinzeit zurückreichten. Römische Funde wurden von mir und Moser im kleinen Höhlentomplei unter der Burgruine S. Servolo im Jahre 18W vorgefunden. In der schwer zugänglichen Tilde-Grotte (Iama na Slerlovi ogradi) zwischen Gabrovica und Proseto stieß ich im Monate April 1896 in einem steilen Seitengange am Ende der großen Tropfsteinhalle anf einen lnochenführcnden Lehm, der bis jetzt zu einer nicht bekannten Mächtigkeit abgelagert und in fortwährender Bewegung nach abwärts begriffen ist. Die beiden jetzt offenen Schlundeingange dieser Höhle waren zu jener Zeit. wo ein mächtiger Urwald, mit vielen schon seit Jahr.ausenden ausgestorbenen Tieren be-völtert. unseren Karst bedeckte, noch verschlossen, da man unter ihnen im Steinschutt gar leine Knochen vorfand; nur der dritte, der heute eingestürzt ist. diente mit seiner breiten Oeffnung als Fallgrube für das von Raubtieren verfolgte damalige Edelwild. Moser Hai später nn Auftrage der Triester Handelskammer für das Triester naturhistorische Museum durch fünfzehn Tage in dieser Höhle Ausgrabungen vorgenommen. Am häufigsten fand man hier I>s»5 ziriini-l5l'iin,x und l'ol'lillux ss'^iU,«, Auch in der von mir im Jahre 1904 neuerfchlossenen Rauchgrotte (Dimnice) bei Marlov^-ma fanden sich zwischen dem losen Gesteine und in der Terra Rossa unterhalb des dritten, durch Einsturz gänzlich verstopften Einsteigeschachles in Menge Knochen diluvialer Tiere ((^rvu^ .-Ici.ii^ usw.) In zahlreichen anderen kleineren Karfthöhlen sind vo» uns durch Versuchs-grabungen ncolithische Stationen nachgewiesen wo^n. und spätere'sysiematisch« Forschungen werben manche anthropologische Schätze ans Licht bringen. Am Ende dcs Jahres 1884 begann die außergewöhnliche Erforschung des unterirdische,! Laufes des Flusses Rela bei St. Kanzian durch Hank, Müller und Marinitsch. die vorcher noch die große Padriö-Grotte. eine schräg abfallende Etagchöhle mit zahlreichen Abstürzen, die der Schichtung wtz Gesteines folgt und in der Tiefe von 273 Metern unpassierbar wirb. und mehrere kleinere Höhlen be> Op»>i,na und Na-fovica angefahren hatten. Die Erforschung der Haupthöhle der unterirdischen Nela, in welche schon im Jahre 1840 Laibacher Zeitung Nr. 184. 1712 12. August 190«. G. Svetina und 1851 Schmidt vergebens einzudringen versuchten, dauerte zehn Jahre (1884—1893). Nach Ueberwindung von 25 Wasserfällen erreichte man, 2200 Meter vom Eingänge entfernt, eine Art Siphons«, von wo eine enge, derzeit noch unerforschte Spalte weiterführen soll. Der Alpenverein (Sektion Küstenland) hat schon fast die ganzen Hohlräume dieses unterirdischen Fluhlaufes, der zwar nicht der längste, aber der gewaltigste aller in Europa bekannten Höhlenwässer ist, dem großen Publikum zugänglich gemacht. Leider genießt dieses herrliche Naturwunder des Karstes mit seinen Rieseneinsturzdolinen, seinen ausgedehnten Hallen und den zahlreichen prachtvollen Seitenhöhlen nicht jenen Ruf, den es wahrlich verdient. Am 22. Juli 1904 entdeckte hier Marinitsch fast in der Mitte der großen Wasserhöhle hoch in der Wand (60 Meter über dem normalen Wasser-stand) die 647 Meter lange Lutterot-Grotte, voll der schönsten Sinterbildungen, die ebenfalls sofort künstlich zugänglich gemacht wurde. (Fortsetzung folgt.) "(Beförderung von Lehrkräften an staatlichen gewerblichen Lehran st alten.) Seine Exzellenz der Herr Minister für öffentliche Arbeiten hat den Direktor der Fachschule für Tischlerei in Gottschee. Herrn Josef Knabl, und den Professor an der kunstgewerblichen Fachschule in Laibach Herrn Josef Vesel in die 7. Nangstlasse. ferner den Professor an der Fachschule für Tischlerei in Gottschee Hcrrn Viktor The is in dk 8. Rangstlasse befördert. —r. " (Zuertennung von I m ft f p r ä m i e n pro 1907.) Ueber Ermächtigung des l. l. Ministeriums des Innern hat die k. k. Landesregierung für Kram aus Anlaß der öffentlichen und Schullinderimpfungen im Jahre 1907 den DistriltZärzten Herren Dr. Julius Dereani in Stein, Dr. Ziolo Lapajne in St. Veit ob Laibach und dem Dr. Konstantin Konvalinla in Seisenberg Impf-fträmien zuerkannt. —r. — (Ausgabe amtlicher Iubiläums-P o st l a r t e n.) Nachdem die österreichische Postverwal-tung den Beginn des Jubeljahres Seiner Majestät durch die Ausgabe neuer Briefmarken gefeiert, hat sie für den 18. d., das Allerhöchste Geburtsfest im Jubeljahre, die Ausgabe eigener Iubiläums-Korrespondenzlarten vorbereitet, die ebenfalls ein Erinnerungszeichen an die Feier des Allerhöchsten sechzigjährigen Regierungsjubiläums bilden und insbesondere ein außerordentlich gelungenes Porträt Seiner Majestät aus dem Jubeljahre in künstlerischer Ausführung jedermann zugänglich machen werden. Die von Prof. Kolo Moser entworfenen Karten, auf welchen nach Art der Ansichtstarten für schriftliche Mitteilungen nur die Hälfte der Vorderseite bestimmt ist, tragen auf der Bildseite ein Kaiserbild, das vom bekannten Kupferstecher Schirnböcl unter Benützung einer von Professor William Unger ge, leiteten photographischen Aufnahme gestochen worden ist. Von demselben Künstler rührt auch der Stich der Ansichten her, die rechts und links vom Bilde Seiner Majestät angebracht sind, Darstellungen der V'iener Hofburg (Michaeler-Tralt) und des Schlosses Schönbrunn. Auf den Iubiläums-tarten. die im Bereiche der Prager Iubiläums-Ausstellung ausgegeben werden sollen, sind diese Ansichten durch Abbildungen der Burg Karlstein und des Hradschin ersetzt; auch der Stich dieser Bilder rührt von Kupferstecher Schirnböck her. Die Umrahmung der Bilder wird durch ein reiches Ornament geschaffen, dessen Hauptmotiv der Greif des österreichischen Wappens bildet. Vignetten mit den Jahreszahlen 1848 und 1908, mit Lorbeer- und Eichenzweigen vervollständigen die Umrahmung, an deren unterer Seite die Legende: i-'N^XCItts'I'« .70«NI'IIII5; I. I). l^. I>ll'. ^.i'«?N. NNX. KM!. (i^i.. 11.1.. 1<7I'<^. k?. ^V?. NLX. III7X(;. steht. Auf der Adrehseite der Karte ist eine Fünfhellermarle aufgedruckt, und zwar nicht das Marienbild der gewöhnlichen Fünfhellermarke, sondern dasjenige der neuen Dreißighellermarle mit dem Porträt Seiner Majestät aus dem Jahre 1848. Hiedurch wird der Iubi-läumscharatter der Karte deutlich zum Ausdruck gebracht. Dieses Markenbilb wird ausschließlich für die Iubiläums-Korrespondenzlarten zur Verwendung gelangen, so daß die Karten auch für Philatelisten ein interessantes Sainmel-objctt bilden werden. Der Preis einer solchen, bereits mit einer Fünfhellermarle versehenen Karte ist. um die Erwerbung den weitesten Kreisen zu ermöglichen, mit nur 15 1, festgesetzt worden. Die in der Hof- und Staatsdruckerei hergestellten Karten werden nur in beschränkter Anzahl gedruckt und nur während des Iubiläumsjahres, also bis 31. Dezember l. I.. im Verkehre stehen. — (Hauptrapport Reserve-^Ersatz-reserve-Ma de t ten und R e s e r ve-^E r s a tz-reserve-^Kad etta spi ra n ten.) Vom laufenden Jahre angefangen wird, gleichwie mit den Gagisten in der Reserve (Seewehr), auch mit den Reserve-(Ersatzreserve-) Kadetten (Gleichgestellten) und Reserve-(Ersahreserve-) Kadettaspirantcn ein Hauptrapport, bezw. N'ach-rapport abgehalten, uni ihnen hiebei von vorgekommenen »vesentlichen Veränderungen in den organischen Bestimmungen im Heerwesen, in den Reglements und Vorschriften Mitteilung zu machen, ihnen die wichtigsten militärischen 3flichten in Erinnerung und sonstige dienstliche Angelegenheiten und Wahrnehmungen zur Sprache zu bringen. Der Haupt-, bezw. Nachrapport ist alljährlich am zweiten Werktag nach dem mit den Gagisten in der Reserve durchgeführten Haupt-, bezw. Nachrapport abzuhalten. Das Erscheinen muß, ohne einen Einberufungsbefehl abzuwarten, erfolgen. Die Hauptrapporte sind bei den Ergänzungsbezirks- und den Militärstationslommanden, die Nachrapporte nur bei den Ergänzungsbezirlstommanden abzuhalten und haben die hiezu Verpflichteten bei einem der ihrem Aufenthaltsorte zunächst gelegenen vorerwähnten Kommandos zu erscheinen, und zwar in bürgerlicher Kleidung. Die Kosten der Reise sind, so wie dies bei den Reservegagisten der Fall ist, aus eigenen Mitteln zu bestreiten. * (Aus dem V ollsschul dien sie.) Der l. t. Bezirksschulrat in Loitsch hat die bisherige Supplentin an der Volksschule in St. Peter Fräulein Leopolbine Kogej zur provisorischen Lehrerin und Leiterin an der einllassi-gen Volksschule in Vojslo ernannt. —r. — (Das Kaiser-Iubiläumsfest der Innerlrainer Feuerwehren in Adelsberg.) Der Markt Adelsberg war Sonntag den 9. d. der Schauplatz einer erhebenden patriotischen Feier, die einem jeden, der daran teilgenommen, in unvergeßlicher Erinnerung bleiben wird. Das rührige Festkomitee mit dem Feuerwchrhauptmann Herrn Matthias P e t r i ö an dcr Spitze hatte auf den 9. August alle Innerlrainer Feuerwehren nach Adelsberg beschieden, um hier das sechzigjährige Regierungsjubiläum in glänzender und festlicher Weise zu begehen. Schon am Vorabend kündeten Freudenfeuer auf den Bergen um Adelsberg das nahende Fest an, während in dem in Tausenden von Lichtern erstrahlenden Markte die heimische Musik unter klingendem Spiele die Hauptstraßen durchzog; vor dem neuen Amtsgebäude der Vezirlshauptmannschaft, das in herrlicher bengalischer Beleuchtung erstrahlte, wurde unter den Iubel-rufen der zu Tausenden zählenden Menge die Volls-hymne gespielt, dann zerstreute sich die Menge in froher Erwartung der Feier des kommenden Tages. — In den frühesten Morgenstunden weckte eine schneidige Tagreveille die Marltbewohner zu der Kaiserfeier, die auf einer oberhalb des Marktes gelegenen Waldwiese, genannt „I<3ice". stattfinden sollte. Auf derselben war aus Tannenreisig eine Kapelle errichtet worden, in welcher um halb 9 Uhr vormittags der Festgottesdienst stattfinden sollte. Schon um 8 Uhr vormittags herrschte in den Straßen Adelsbergs ein festliches Hin- und Herwogen. Von nah und fern, von Zagorje und St. Peter, von Idria und Ober-laibach, ja von Sesana und Abbazia zogen unter Trom-petenllang die verschiedenen Feuerwehrvereine heran und sammelten sich zum gemeinsamen Abmärsche vor dem Gemeindeamte Adelsberg. Punkt halb 9 Uhr erfolgte unter den Klängen der Kapelle des bosnisch - hercegovinischen Infanterieregiments Nr. 4 aus Trieft der Aufmarsch zum Fcstplatze. Daselbst hatten sich zur Teilnahme an der Feier eingefunden die Herren: Nezirlslommissär Dr. von Andrejla, Steuerberwalter Dereani und Gemeindevorstand Pilel, außerdem die Offiziere der auf dem Durchmarsche befindlichen Division des Feldlanonenregi-ments Nr. 8 mit Artilleriehauptmann Hommel an der Spitze. Unter den sonstigen Festgästen bemerkten wir Garbemajor von Andrejta aus Wen, Advokaten Dr. Hudnik aus Laibach, die Großgrundbesitzer De-lleva und Iurca, und fast sämtliche Adelsberger Nürgerfamilien. Nachdem der Aufmarsch der vereinigten Innerlrainer Feuerwehren vollzogen war, begann das Hochamt, zelebriert vom Neichsratsabgeordneten Monsignor Dr. /5 itnil, wobei die Kapelle des bosnisch-hercego-vinischen Infanterieregiments in weihevoller Weise die Kirchenmusik besorgte. Nach dem Hochamte feierte Dr. ^itnil in einer tiefergreifenden, Ansprache an die Versammelten Seine Majestät als leuchtendes Vorbild christlicher Nächstenliebe, Geduld und Selbstverleugnung. Als nach Schluß der Rede die Kapelle die Vollshymne intonierte, blieb wohl lein Auge vor Rührung trocken. Hierauf erschien eine Abordnung der Innerlrainer Feuerwehr-Vereine mit Herrn Petriö an der Spitze vor dem Negierungsvcrtreter und bat ihn, die Gefühle der treuesten Ergebenheit und unwandelbarer Liebe zu dem erhabenen Monarchen an die Stufen des Allerhöchsten Thrones gelangen zu lassen; begeisterte hundertstimmige „Slava"-rufe aus den Reihen der wackeren Feuerwehrmänner bekräftigten dies« Worte. Nach dem Festgottcsdienfte zogen die Feuerwehren unter klingendem Spiel zur Defilierung vor das Amtsgebäude der Vezirlshauptmannschaft. hierauf aber in die festlich beleuchtete Aoelsbcrger Grotte. Um 1 Uhr nachmittags fand im großen Saale des Hotels Ribnit in Gegenwart des Regierungsvertreters Bezirls-lommissärs Dr. v. Andrejta und dieler Honoratioren ein von den Obmännern aller erschienenen Feuenoehr-vereine besuchtes Festdiner statt, in dessen Verlauf Feuerwehrhauptmann Petriö eine begeistert aufgenommene Rede auf den geliebten Monarchen ausbrachte. In den Kanonendonner und die Trompetensignale, die diese Rede begleiteten, mischten sich vielhundertstimmige „Slava"rufe der Feuerwehrmänner und der versammelten Voltsmenge owie die weihevollen Klänge der Vollshymne i dies alles zusammen aber gestaltete sich zu einer einzigen großen Huldigung ganz Adelsbergs für den erhabenen Monarchen. Um 4 Uhr nachmittags fand auf der Festwiese „Ie^ice" ein großes Volksfest mit Musik. Tanz und sonstigen Vergnügungen statt, das bis spät in die Nacht andauerte. — Das Fest war den ganzen Tag vom herrlichsten Wetter begleitet gewesen und lann unstreitig als eines der schönsten bezeichnet werden, die Adelsberg in den letzten Jahren gesehen; zugleich aber bildet es einen immerwährenden Beweis für die unerschütterliche Kaisertreue und den patriotischen Sinn der Innertrainer Feuerlvehren. —<,i— — (Todesfall.) Man schreibt uns aus Bischoflack: Ganz unvermutet traf uns die Nachricht von dem Hingänge unseres beliebten Landesdistriltsarztes Herrn Dr. Anton A r l o. Am verflossenen Freitag wandelte el noch lebensfroh durch unsere Stadt, am Samstag befiel ihn ein Kehllopfleiden. dem er am Montag früh im Leo-ninum im Alter von 61 Jahren erlag. Dr. Arlo war in Reifnih geboren, aber von Kopf bis zur Zehe Vischof-lackcr. Durch drei Jahrzehnte wirkte er hier als Distrilts-arzt, war durch viele Jahre Obmann der (^italnica und Mitglied des Gemeindeausschusses; in den letzteren Jahren zog er sich vom öffentlichen Leben zurück und lebte nur seinem Berufe. Ein Junggeselle von bezwingender Liebenswürdigkeit, führte er eine bescheidene und anspruchslose Lebensweise. Er war einer der ersten Aerzte, welcher die gerichtsärztlichen Befunde und Gutachten in slovenischer Sprache abgab und dadurch wesentlich zur Förderung der slovcnischen gcrichtsärztlichen Terminologie beitrug. Der von Pflichttreue, Gewissenhaftigkeit sowie vom humansten Geiste getragene Verblichene erfreute sich allgemeiner Beliebtheit und Achtung. Alle betrauern den Verlust dieses aufrichtigen und edlen Arztes und Bürgers. Zeugnis seiner edlen Gesinnung ist sein hochherzig angelegtes Testament, das so vielen seiner zum größten Teile armen Verwandten Erleichterung und Trost bringen wird. Alle seine Verwandten bedachte er mit Legaten, den Armen von Nischof-lack, bezw. von Reifnitz testierte er 2000 X, bezw. 1000 K, der Löschner-Maberschen Stiftung 500 X, der Feuerwehr von Bischoflack 400 1( und sehte für eine zu gründende Studentenstiftung 18.000 X aus. Ehre seinem Andenken! — (Der Ferialverein „V e s n a",) in erster Linie für die Hochschüler Overtrains bestimmt, hielt am 2. d. M. im Sokolsaale in Krainburg seine gründende Vollversammlung ab. Außer einer bedeutenden Anzahl von Hochschiilern Oberlrains beteiligten sich daran als Ehrengäste der Herr Landtagsabgeordnete Cyrill Pirc, Vertreter des Gemeindeausschusses, des ^italnicavereines, des Sololvereines, des Lehrelvereines für den Schulbezirl Krain-burg und der akademischen Vereine „Gorotan", „Sava", „Ilirija" und des „Verbandes der südslavischen alademi-schen Vereine" in Prag; es langten auch mehrere telegraphische Begrüßungsschreiben ein. Die Versammlung eröffnete Herr Dr. Johann Hacin, begrüßte die Anwesenden, erklärte die Bedeutung des Vereines und erläuterte die Vereinsstatuten, die lü, dloc- angenommen wurden. Herr Johann Pavli5, cuin!. i>liil., verteilte nach einer Ansprache an die eingetretenen Vereinsmitgliedcr die Vercins-abzeichen. In den Vereinsausschuß wurden folgende Herren gewählt: Dr. Ioh. H a c i n, als Vorsitzender; nn-. Cyrill Paulin, 1. Obmannstcllverlrctel; ini-. Josef S a j o v i c, 2. Obmannstellveitreter; iur. Laurenz Tepina. Schriftführer; t^lin. Vinlo Majdi«", Kassier; iur. Johann Stanonil, Bibliothekar; iui-. Georg Jan, Stellvertreter des Schriftführers; iu,-. Franz Suhadovnil, Stellvertreter des Kassiers; <>ln>l1. i>1nl. Eugen Vavlen, v<;l. Josef 5 int und mocl. Andreas Ienlo als Revisoren. — Um,1 Uhr nachmittags fand im Gasthausgarten der Frau Marie Mayr ein Festbankett statt, an welck^m die Vereinsmitglicder und mehrere Fcstgäste teilnahmen. Abends entwickelte sich im Gasthausgarteu eine gemiitjichc Vollsunterhaltung, bei welcher der (^italnicagesanyschor und eine Abteilung der Musikkapelle des bosnisch-hercegovinischcn Infanterieregiments Nr. 4 aus Trieft mitwirkte, welch letztere auch die Tanzmusik besorgte, —jf. — (Landwirtschaftlicher Wander unter« richt.) Die Direktion der lrainischcn landwirtschaftlichen Schule in Stauden bei Rudolfswert veranstaltet am 15. August in Tschernembl und am 16. August in Mottling landwirtschaftliche Vortrage. Direktor Rohr mann spricht über die „Selbsthilfe anläßlich der heurigen Futternot" und Adjunlt Zdol^el über „Die Weinlese und Obstverwertung". — In Anbetracht dessen, dciß die angekündigten Vortrage so wichtige Fragen behandeln, wäre es wünschenswert, daß sich die landwirtschaftliche Bevölkerung in möglichst großer Zahl cinfände. — (Ertrunken.) Als am 8. d. M. mehrere Kinder aus Ba,' bei Zagorje. Gerichtsbczirl Adelsberg, an einer über ein Meter mit Wasser gefüllten Lache spielten, fiel der siebenjährige Paul Kirn ins Wasser. Die Kinder riefen um Hilfe, und der Knabe wurde tatsächlich lebend aus der Lache gezogen, starb aber gegen !1 Uhr abends. Die Mutter des Ertrunkenen war zur Zeit des Unglücksfalles auf dem Felde beschäftigt. ' —«— Laibacher Zeitunq Nr. 184. 1713 12. August 1908. — (S ch r e i b m a sch i n c n lu r s c.) Die Schreibmaschinenfirma Gloqowsli »l. Ko.. Wien, I., Franz Josefs-Kai Nr. 15 und 17, beabsichtig anläßlich des NeMnings-jubiläums Seiner Majestät in ixn von der Firma unterhaltenen konzessionierten Lehranstalten in Wien, Budapest. Prag, Lemberg, Graz, Trieft, jUaczenfurt, Vrünn, Reicl)cn» berg und Teplih sowie in den noch zu errichtenden Schulen unentgeltliche Schreibmaschincnkurse unter dem Titel ^Kaiser Franz Iosef-Iubiläumslurs" abzuhalten. In diesen Kursen finden Witwen und Waisen weiblichen Geschlechtes nach Mitgliedern des l. u. l. Heeres vollständig unentgeltliche Aufnahme. Den Kursteilnehmerinnen werden nach Ab-solbicrung auf Wunsch offene Stellen, bezw. Beschäftigung >n kommerziellen und industriellen Etablissements nachgewiesen und durch die der Schule angegliederte Stellenvermittlung Stellen verschafft. In jedem Jahre finden drei solche gesonderte, 2^ Monate dauernde Kurse mit täglich Zweistündiger Unterrichtsdauer statt, — (Auswanderung na ch it anad a.) Die lönigl, großbritannische Votschaft in Wien hat seitens einer Negierung die Nachricht erhalten, daß Kanada für diese Eaison mit Eisenbahnarbcitcrn reichlich versehen und für diese Kategorie von Auswanderern dort leine Besänftigung zu finden ist. Einige Aussichten bieten sich daselbst gcgen> wattig allenfalls nur für geschulte landwirtschaftliche Arbiter, für Landwirte, welche die Mittel besitzen, eine home-slead sHeimstelle) zu übernehmen oder anzulaufen, und für weibliche Dienstboten. Auf Grund anderweitger verläßlicher Nachrichten wird ferner bekanntgegeben, daß die kanadische Negierung die im Herbste vorigen Jahres erlassene, ursprünglich bloß für die Wintersaison bestimmte Verordnung, wonach jeder Einwanderer bei der Landung den Besitz von mindestens 25 bis 125 X nachlvciscn müsse, bis auf weiteres aufrecht erhalt. Die strikte Einhaltung dieser Verordnung wurde seitens der genannten Regierung allen kompetenten Behörden und Organen strenge zur Pflicht gemacht. Infolgedessen sind in neuester Zeit viele Fälle vorgekommen, daß Einwanderer, namentlich solche aus Gali-zien, welche den Besitz des genannten Betrages nicht nachweisen tonnten, von der Landung ausgeschlossen und zur Rückkehr in die Heimat mit demselben Dampfer gezwungen lourden. Das fortwährend noch andauernde Zuströmen mittelloser Auswanderer hat die in letzter Ieit ohnehin sehr traurige Lage unserer Auswanderer noch verschlechtert. " (Zur, Kr a n k e n b e w e g u n g i in Monate Juli 1908.) Im Landesspitale in Laibach surd im Monate Juni .WA kranke Personen, und zwar 195 männliche und 168 weibliche, verblieben. Im Monate Juli wurden 866, und zwar 473 männliche und 393 weibliche Personen aufgenommen. In Abgang wurden gebracht, und Hwar: als geheilt 186 männliche und 175 weibliche, als gebessert 203 männliche und 116 weibliche und als ungeheilt 29 männliche und 23 weibliche; transferiert wurden 30 männliche und 40 weibliche Personen. Gestorben sind 19 männliche und 15 weibliche Personen. Mit Ende Juli verbleiben daher noch 201 männliche und 192 weibliche Per-^oncn in der Behandlung. —r. — lThe Royal Wonder Bio-Thratrc.) Dieser Kinematograph hat bisher seinen Besuchern gar viele angenehme und erheiternde Abende geboten. Aus dem gegenwärtigen Programme verdienen unter anderen folgende Ninmnern hervorgehoben zu werden: „Ansichten aus der Schweiz", „Flottenmanöver der deutsäM Marine" uud „Eine Bärenjagd in Sibirien". Die Bio-Bariot5-Nummcrn sind durch gewählte Bilder vertreten. „Die Tochter des Dachdeckers", weiteis „Im lustigen Allerlei", "Die schöne Kontoristin" und „Das Brett" erregen den lebhaftesten Beifall. Zum Schlüsse gelangen „Lebende "lumen" und die Serie „Im Lande der Träume" zur Vorführung. — Morgen beginnt eine neue Serie mit folgendem Programm: „Amerika", „Nio-Varu><6-Nummern", "Die Flucht aus dem Serail". „Das Herz ist stärker als die Vernunft", „Lustiges Allerlei"; den Schluß bildet das prachtvoll kolorierte Bild „Das Huhn mit den goldenen Eiern". Der Besuch dcs Unternehmens kann bestens anempfohlen werden, * (Eine Szene a n s W i l d - N e st.) Gestern abend ließ sich der aus Amerika l)eimgelehrte Lorenz ^orjnp aus Waitsch von einem Fiaker zu dem nächst der Gemischen Fabrik befindlichen Gasthause führen. Als "fort ins Krankenhaus gebracht. Gorjup flüchtete sich in ber Richtung gegen die Grüne Grube. ^ (Selbstmord.) Der 22jährige, beim Besitzer Peter Ložar in Podpeö bedicnstete Knecht Alois Tavielj aus Vrbljenjc wurde am vergangenen Sonntag abends im stalle erhängt aufgefunden. Das Motiv der Tat ist unbekannt. —"— * (Gefunden) wurde im Tivoliwalde auf einer Vcml ein Geldtäschchen mit Geld. " (Aus dem G a r n i s o n s a r re ste entsprungen.) Gestern um 4 Uhr nachmittags sind aus dem hiesigen Garnisonsarrcste zwei Untersuchungsgefangene. und zwar der 24jährige, nach Feldlirchen zuständige Infanterist des 27. Infanterieregiments Franz Hammerl, wiederholt wegen eigenmächtiger Entfernung vorbestraft, und der 25jährige Infanterist des 83. Infanterieregiments Leopold Otto Flasch aus Wien entsprungen. Sie nahmen die Richtung gegen Stephanbdorf. " (Wem gehört der Ochs?) Laut einer telegraphischen Mitteilung hat ein unbekannter Kroate dem Fleischhauer Viwar in Rakel einen Ochsen verlauft, der gestohlen sein dürfte. Der Eigentümer wolle sich beim nächsten Gendarmcrieposten melden. * (Ein Chilfener.) Gestern nacht zahlte in cinem Gasthause in der Aahnhofgasse ein gegen 30 Jahre alter Italiener der Kellnerin ein Krügel Vier mit einer Zwanziglronennote, worauf er, während ihm das Kleingeld aufgezählt wurde, die Banknote in die Tasche eslcuno-tierte. Der Gauner dürfte diesen Trick wiederholen, daher Vorsicht! — (Die Laibachcr V c r e i n s l a pc l l c) konzertiert heute unter Leitung des Herrn Kapellmeisters W. Talich im Garten der Hafnerschen Vierhalle (A. Dekleva) Petersstraße. Anfang um 8 Uhr abends, Eintritt srei. Telegramme des k. k. Telegraphen-Korrespondenz-Bureaua. Wien, 11. August. Die „Wiener Abendpost" k-grüßt den König Eduard anläßlich seines Besuches in Bad Ischl und sagt: Der Besuch Seiner Majestät des Königs Eduard ist ein neues beglückendes Zeichen des Ansehens und der Verehrung, die Kaiser und König Franz Josef bei den befreundete» Fürsten und Völkern genießt. Die Völker Oesterreich-Ungarns, deren Herzen in diesem Jahre höher schlagen, nehmen innigen Anteil an dem festlichen Tage von Ischl und sie entbieten dem hohen Gaste ihres geliebten Monarchen ihren ehrfurchtsvollen Willkomm-gruß. Wien, 11. August. Wie das l. l. Telegraphen-Korrespondenzbureau erfährt, wird der ordentliche Professor Dr. Josef Mocller in Graz am nächsten Wintersemester als ordentlicher Professor der Pharmalognosie an die Wiener Universität berufen werben. Die Wiener Universität wird somit vom nächsten Studienjahre für die Pharmalogno-sic eine eigene ordentliche Lehrkanzel besitzen, wodurch ein lang gehegter Wunsch des Professorenlollegiums sowie des auf einen Nachwuchs bedachten Apothclerstanbes erfüllt wird. K o n st a n t i n o p e l, 11. August. Der zweite Sekretär des Palais Alidschewad-Vei wurde zum ersten Sekretär ernannt. Dem „Ildam" zufolge habe der Sultan geäußert: Die ganze Nation bildet einen Teil des Komitees für Einheit und Fortschritt. Ich bin der Präsident. Arbeiten wir von nun an gemeinsam an der Regenerierung des Vaterlandes. „Ildam" erfährt, der Gcneralstab bereite ein Reglement über den Militärdienst der Christen und der bis jetzt ausgcnommenen Bevölkerung von Konstantinopel vor. Für den Generalstab »verde ein eigenes Reglement ausgearbeitet. Sämtliche türkische Militärattaches wurden hierher berufen, um an den Vorarbeiten teilzunehmen. Uestüb, 11. August. Die .Hälfte der Stadt ist in der letzten Nacht niedergebrannt. Der Schaden beträgt angeb. lich drei Millionen Kronen, Es sollen hauptsächlich die türkischen Einwohner davon betroffen sein. Der österreichisch-ungarische Militäradjoint Oberst Urbansli sandte fünfzehn türkische Pfund für die Abbrändler, Tabris, 11. August. Gestern wurde von allen Seiten geschossen. Die Truppen des Schah bombardierten das Stadtviertel der Revolutionäre mit Granaten. Heute fielen vor 6 Uhr früh einige Kanonenschüsse. Darauf trat Ruhe ein. Für nachmittags wird der Einzug Nasr Ebdins in der Stadt erwartet. Petersburg. 11. August. „Novoje Vrcmja" erfährt aus bester Quelle, daß Japan den Wunsch ausge. drückt habe, der russisch-amcritanisch-englischcn Konvention über den Robben- und Wallfischfang in den nordasiatischen Gewässern beizutreten. Bei dem Besuche Komuras bei Iz volslij sei die Angelegenheit dem Abschlüsse nahegebracht worden. Verantwortlicher Redakteur: Anton Funtel. Ausweis über den Stand der Tierseuchen in Krain für die Zeit vom I. bis «. August 1908. ES herrscht: die Notzlranlheit im Bezirke Abelsvcrg in der Gemrinor Torncga. (I Geh,); im Bezirke Stein in dcr Gemeinde Thci-nil) l> Geh.); die Räude bei Pferden im Bezirke Abelsbcrg m ben M>> mcinden Dorncgg (Z Geh.), Grafenurunn (3 Geh.), gagorje (1 Geh); der Rotlauf der Schweine im Bezirke Gurlseld in der Ge» nieinde St, Ruprecht ^1 Geh.); im Bezirle Ürrainburg in dm Gemeinden Altlack (1 Geh.». Polland (1 Geh.); im Bezirle Laibach Umgebung in den Gemeinden Oberlaibach (3 Geh.), Aelimlje (1 Geh.), St. Georgen (1 Geh); die Schweinepest im Bezirke Rudolfswert in den Gemeinden Hönigstein (I Geh.), Sagraz (1 Geh.); im Bezirke Tscher. ncmbl in den Gemeinden Altenmarlt (1 Geh.), Semic (3 Geh.); die Wutlranlheii im Bezirke Rabmannsoorf in der Gemeinde LeeS (1 Geh.). Erloschen ist: die Münde bei Pferden im Bezirke Rudolfswert in der Ge» meinde Neudegg (! Geh); der «otlauf der Schweine im Bezirke Adelsberg in den Gemeinden Dornegg (3 Geh.). Oberfeld (1 Geh.); im Bezirle Laibach Umgebung in der Gemeinde Oberlaibach (4 Geh); im Bezirle Littai in der Gemeinde St, Veit si Geh); im Be» zirle Nudolsswert in der Gemeinde Hof (l Geh.); die Schweinepest im Bezirle Tjchcrnembl in dm Gemeinden Poozemllj (17 Geh.), Weinitz (2 Geh.). A. k. Aandeoregierung für Arcnn. Laib ach. am 8. August 1908. Verstorbene. Am 10. A»gust, Johann Selcm. Magazinsmeifter, 37 I., Lastenstraße 2, ^rciuunm voutricuii. — Anna Frieda, Unterosfizierstochter, li Mon., Metellogusse 2, Brechdurchfall. Im Z i v i I sp i t a Ic: Am «. August. Johann Sitar. Jurist, 22 I.. blvuii,. 8ltl8 tudoreulow. — Karl Ielnilar, Nrbeitersjohn, 2'/, I, OipbUlei-itj« llll-^n^i». Am 7. August, Franz Brod«, Steinmetz. 53 I., ^uavmi» Illcvrlltiu lvmor. »in. Am «. August. Theresia Gregorkic, Besitzersgattin, 33 I., ?»l-»1)'N!8 eor^i». Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Seehöhe 306 2 m, Mittl. Luftdruck 736 0 mm. i, 2 U. A. 732 6 2« 7, SSW.schw. heiter " 9 U, Ad, 733 3 19 8, » » 12 l 7 U. jl. j734-0> !6 b> NO. mähig bewölkt ^ 2 9 Das Tagesmittel der gestrigen Temperatur 19 7°, Nor» male 19 2°. Nachts Gewitter. mark, Kcirnten, Krain und das Küstenland: Schönes Wetter, schwache Winde, mäßig warm, gleichmäßig anhaltend. Seismische Berichte und Beobachtungen der Laibacher Erdbebenwarte lffsgrniidkt lw« dcr Uram, Lpall«sil >««?), (Ort: Gebäude der l. l. Staats-Oberrealschnle.) Lage: Nördl. Breite 46«03'; Östl. Länge von Greenwich 14'3l'. Bebenberichte: Am N. August gegen 21 Uhr* 30 Mi. nuten leichte Bebenaufzcichnung in Catania. » Nil Zriwünal,,» brzishs» sich n»s uiillelrüiupäüche !<,i! >mt> wrrden vo» Miüssüncht bis Miüi'ronch! 0 N!,l l>>« «4 Uhr f,^nl, Hauptniederlag^en tn Lalb&oh: Michael Kastner und Peter Lassnik. 5 Maria Mäher geb, Arlo gib! in, eigenen und im Namen aller übrigen Anverwandten allen Frrimden und Bekannten die tirfbctrübrndc Nach» richt von dem Hinscheiden ihres innissstgcliebten, unvergeßlichen Bruders, bezw. Schwagers, Onkels und Großonkels, des Herrn Dr. Anton grko ! DistliltSlllzt l welcher nach lurzem Leiden, versehen mit den l l heiliarn Strrbrfalrnmrnten, am 11. August !>.>>. > um 3 Uhr morons in Laibach ,Leol!inum> ,m , Die irdische Hülle des teure.. Dnhmgcich'cdme, > wird Mittwoch den 18 August "ach''"twsss /,2 UY' > »o,» Leomnum in Lmbach <"'s nach f^r!'^ ' > ira„"»q n.'ttclst Leichenwagens nach Blschoflacf > überführt und am gleiche" Tage nach "bkrmal,ger > Einsegnung un, ü Uhr nachmittags am Ortsfnet». > Hofe zur lchie» Ruhe bestattet werben. > Die heiligen Scclenmessr« »uerden m der Orts» > Pfarrkirche zu Bischoflacl gelesen werden. > ! »ischoflack, am N. August 190tt. > ! Laibllchei Zeitung Nr, 184, 1714 ,2, August 1908, w M«i! isl loiitlich >Vi»!i!cn>l>lI zmestn. aber heut muß ich auch wieder büßen. Ich tann nicht mehr im Freien bleiben, ohne nachts zu husten; ich schlafe nicht und bin matt und elend für mehrere Tag»'. Aber, liebe, gnädige Frau, warum nehmen Sic denn leine Fays echte Sodener Mincral'Pastillen? ^3M Ich würde Ihnen empfehlen, ein paar zn lutschen, während Sie su draußen sitzen; dann abends vor dem Einschlafen noch eine oder zwei und Sie sollen sehen, »WM es quält Sie kein Husten und Sie schlafen prachtvoll. G«W Fays echte Sodener (4««) Z—I MMM kauft man für l( 125 die Schachtel in jeder Apotheke, Drogerie undMincralwasserhaudlung. General-Repräsentanz für Österreich-Ungarn: W. Th. Gunheit, Wien IV., Große Neugasse Nr. 17. H.» Hl» üliittvr! Vio Nileli 6or Ltiiät« l»t trot- clor koken kreiu« uu<^ llsr Xautroile d etto (Iünn,-Iuli) per «asse z« id S«3ö 4 2«/o ö. W. Noten (Febr. Aug.) per «assc......S3 30 9S o2 4 2»/, ö. W. Silber (Nplil-Ott/, per Kasse......9S 30 99 5« l»««er Ttaatslose 500 fl. 4"/<>l5l I l««Oer ,, »o« fl. 4»/„2l? 2b^!i1'z!5 !«S4er ,, !0> st. . , 2«l k«2e5'ÜU 1864«! ,, 50 fl. . .Lei ü«>lüb 60 Lom.-Pfanbbr. il 120 fl. b°/„291 4<»2S3 4« Staatsschuld d. i. Neichs' rate vertretenen König» reiche und Länder. lüften. Goldrente fteuerfr..Ellld per Kasse .... 4°/„Hb 70 liü »0 t.sterr. Rente in Kronenw. stfr., per Kasse.....4°/„ 9S 4b 9s'SÜ detto per Ultimo . . 4°/ SS 4b »«'Sb cst, Investition«-Rente, stfr., Kr. per Kasse . . 3>/,°/^, 87-2N 8? 4« «islnbahn.Mallschnl»» «tlschilibnnLtn. !ilisabeth-Vahn i. G., stcuerfr zu l<>,ou« fi.....4"^ —----------— .^ranz I°l«pl>Vahn in Silber (div. St.) . , . . 5>/.°/n'i6b0ll9'b0 Galiz. ilarl Ludwia-Bahn (div. Etücle) Kronen , . , 4°/„ »b 90 9« 90 ^lidols-Vahn in Kroncnwähr. steuersr. (div. St.) . . 4"/„ 26^10 9710 Vorarlberg« Vatm, stfr., 400 und 2000 Kronen . . 4>V„ 9« 20 «? 20 ju Slaallschulzverschieilinngen ,'bglftnnPtltl lisenbahn.Aktlen tlisabeth-V, 200 fl. «M. b'/."/„ von 400 Kr......«0 — 464 — detto Linz-Vudweis 200 fl. ü. W. S. 5'/<"/n , . . .432 —43b'-delto Lalzbura-Iirol 200 fl, ö. W. T. 5"/n . . , , 420 - 422'-5rem«tal-Vllhn 2«0 u, «000 Kr. l"/„.........194- 1»b - Veld Ware Po« Ztaate zu» Zahlung sl>«> n»»«enl lNtnbllhN'PliarttNt« ßbligatlontn. Böhm. Westbahn, Lm, i«»5, 400, 2000 u. 10.000 Kr. 4"/n «e bo 97 bu Elisabeth Nahn «0« u. 3000 M. 4 ab lv"/„......11b - IIS'— Elisabeth-Vahn 400 n, 2000 M, 4"/„........113 2b ll4 2b Ferdinands-Nordbahn Vm, «»8« 9ö l« 9«'i«) dctto /i"/n 86— 8?'— Vorarlberger Bahn Em. 1884 (dlv. Gt.) Gilb. 4°/, . . 86-2« 9? 20 Staatsschuld der Länder der ungarischen Krone. 4°/„ ung. Eoldrente per Kasse , Ii0'7b110'9b 4°/„ detto per Ultimo 110'?». 110 9b 4"/a un^ar. Rente in Kronen- währ. stsr. per Kasse . . 92 90 93'1« 4"/„ deito per Ultimo 92 90 93 w 5V,"/„ detto per Kasse «265 «2'»5 Ungar. Prämien.Nnl. t», 100 fl. « o i«7'b0 Iheif, Neg.-L°!c 4"/» , . . .I42lk'46 1b 4"„ ungar, Gllindeull.-Oblia, »uio 94 1» 4"/a lroat. u. slllv. Erbentl.-llbl. »3 b0 94 bo Andere öffentliche Anlehen. B°«n. Landes-Anl. (div.) 4"/„ 90'9b 91 9b Vosn.-Herccg. Eisenb. -Lande«- Unlehen (dlv.) 4'/,"/^ . . 98 20 99 20 5"/^ Donau Reg.-Anlclhe 1878 10b'- —- Wiener «erichr«-Anl. . , 4"/„ 9l>-90 SS 9« detto 1900 4°/„ 9b W 96 30 «nlehen der Ttadt Wien . . 101 b< «03 b0 detto (N. oder G.) 1874 120- ^ ,21 — detto (1894).....9S7« 94?« detto (Gas) v. I. 1898 . 9b 8b 96-85 detto (Eleltr.) v. I. 190«, Sö SU ue^so detto (In«.-A.)V,I.1N02 9b 9-1 9«'9b «ärsebau-Nülthen verlosb. 4"/„ 94 8b Sb e«b Russische Etaatianl. u. I. 1N0« f. 10« Kr. p. K, . . b«/„ —-.- —-— detto per Ultimo , . 5"/„ 9b'2b 9b 7b Vula, StaatK-Hypothelar-Änl. 1892......6«/n !2> ,cj,22 IN «eld Ware Vula. Staat« . Goldanleihe 1907 f. 100 Kl. . . 4>/i°/„ 8S"?b 87 7b Pfandbriefe usw. Bodcnlr,.allll.üst. i. 5«I.vl.4"/„ 9b-2« 96-2« Uühm, Hvpothelenb, Verl. 4"/„ 97 80 93-4« Ncntral.«oo.-Kred,-Nl.. österr., 45 I, veil.....4'//,„ 102-- — - detto <>5 I. vcrl. . . . 4"/„ 97 2b 98-2b Kred.-Inst.. österr., f.Verl.-Unt. U. össcntl. ?lrb. Kllt, ^, 4"/„ 96 2b 97-2b Landesb, d, Kün, walizien und Lodum. 57>/, I. rullz. 4"/„ 92 7b 94'7b Mähr. Hlipothelcnb. Verl. 4"/„ 9S 40 97 4« N.-österr, !iande«-Ht,p.-Anst. 4"/^ «?-- 98-- detto mtl. li"/s, Pr. vcrl. 3Vl"/° 89'- -- detto K.-Schuldsch. Verl. 3>/,"/n 89- 90-— dctto vcrl......4V» 9«7b 97-?b Ostrrr.-unaar. Nanl 50 Jahre Verl. 4"/n ö. W..... 98->o 99-30 detto 4"/n Kr...... 90-80 9» 80 Sparl., Erste est,, ßoI.verl. 4°<> 99>— — — Eisenbahn-Prioritäts» Obligationen. Österr. Noidwcstb. 200 fl. T. . 10» ü« 104-bO Staat^Iiahn f»0 ssr..... 403'- 40b'— Südbahn K 8"/„ Jänner-Juli 500 Fr. spei St.) . . . 274-2b 27 k 3b Tüdbahn k 5"/„ ^00 fl. S. 0. G, iL'»3k> I22»l> Diverse Lose. Veizinlliche fosl. 2"/n Nudenlrcdit-Lose Em. 1880 271'2b 277 25 detto Em. 1888 26.>b0 274 b« b°/„ TllNllu-Regul.-Lose 100 fl. 2b7-- 2S8'- Serb. Präm.-Anl, p. 100 Fr. 2"/, 103 7b 109-7b llUUltZ!N«lssc . . . ------- —'- deün rer Medio . . . 183— 184»- tteld Uarc Wiener Komm.-Lole v.J. 1874 491- 501--Gew.-Lch. d. 3°/« Präm,-Schuld d. Äodenlr.-Ansl. Em. 188« 72-— 7«'— Nltien. zranlPlllt.Zlutlrntymnngtn. Aussig-Tepliyer Liscnb. 500 fl. 2402'- 24ib'- Bülimische Norbbahn 150 fl. . 404-- 40S-. Auschlielirader ltisb. 5,00 fl. KM, 28«b — ?«?b' - dctto (lit, N) 200 sl. per Ult. 10Kb — 1070'-lonan - Tampüchiffahrte - Gcs,, I.. l. I. priv.. b»0 sl. KM, 100!,-— 1005-- Tux «obenbackei E.B. <00 Kr. bb2-— bb4- Ferdinands-Norbb. 1000 fl. KM, b09u>- biuo'— Kascha»-Oberbergcr Eisenbah» 200fl. S....... 3b9'-> 36!'^ Lenib,- Liidbah» 200 fl. Silber per Ult. i l l'bo 112 bl! Siidnorbdeutschc Ncrbindungib. 200fl. KM...... 402 50 403'— TransportGes.. intern., N.-V. 200 Kr........ — — 1,0 — Unaar, Wcstbahn (Raab-Vraz) 200 fl, S....... 404'— 409' - Wr. Lolalb.-Altien Ves. 200 sl, 22«— L»0'— Vanlen. Annlo-Östcrr. Äanl, Ili« sl. , 29b'7b 29625 Vanlverein, Wiener per Kasse —-— —>-. detto per Ultimo b«8— b20'- Vodenlr-Vlüst. öst,, .'jO0 Kr, . 10«3'— io«b'- ^entr.-Vod.-Kredbl. «st.. 20« sl. b30'— b»4'-Krebitanftall sür Handel und Gewerbe, 160 sl., per Kasse —>— —>— bctto per Ultimo «32'— «33'— Nrcbitbanl, »n«. alla., 20« fl. 74«b0 74?'b« Depositenbank, alla., !i0« fl. . 4bö' - 4b6'- Eslompte - Ocscllschaft, nieder- »steil., 400»!..... t»84'— K87'- Giro- u. Kassenvercin, Wiener, 200 fl. ,..,.. 45b-— 4b7'- Hlipothelenbaul, üst, 2N«Kr. 5«/„ 287-— 289'— Länderbllnl, üsterr., 20« fl,, per Kasse....... .-- --- bctto per Ulllmo 48940 440'40 „Merlnr", Wechsclstuli.-Altiell- Gesellschllf», 2- Unionbanl L0U fl...... 54450 b45'b0 Unionbllnl. böhmische 10« sl. . 24b— 24«'- «erlehrsbanl, alla 140 fl.. . z»^— »35-- zudusirlt'zlulllNllimnngln. Ba»nesrl!!ch., nllss, üs!,, 1NU fl. 182— ,»4' — Ariizerkohlcnlierab, Ges, 10Nfl. 70S'- 7:o-Eisenbahüverlchrs.Vllistalt, öst., 100 fl........ »9» - 8«6 — E!senl)ahnw,-Leihll,.erst«, lONfl. 198- 20,'— „ltlbcmühl". Papicrf. u. «.-«. 100 sl........ 192 — 194- Eleltr. MI, alla, üsterr., 20« sl. 39«— 400' — ltlcltr. «csellsch.. intcrn. 200 sl. 56!»'- 5>'>b — Elellr. Wejelüch., Wr. in Liq». L>7— 223'— Hirlenberger Vatr,-, Zünbh. u, Mct.-Fabril 40« Kr. . . 937'— »4l'- Liesinger Brauerei 100 sl. . . 24S'— 250'— Montan-Gcs., ost. alpine 100 sl. «73— 6?4' — ,,P°ldi-buttc", Tiegelssusistlllil- F.-Ä.O. 200sl..... 417- 42!l- Pranerltiscn-Industlie-Vescllsch, 2NN sl........ 2680'— ^S«0 — Nima- Äliiranl, - Talstll-Taijaner (iiseüw. ,00 fl..... b'ib 50 5üS bO LalnoTarj, Sttinluhlen 10» fl. 570'— b?2— „Schlöglmütil". Papiers.,200fl. «00'— 300 2b> ..Echodnica". «.-«. f. Petrol.- Industrie, 5NU kr. . . . 4bb— 460— ..EtcNsrrnnllil^Papicrf.u.V.V. 430'— 440'— Trifailer Kuhlenw,-W, 70 fl. . 2S8-— L72— lürl. labalregic-Wcs. 20« Fr. per Kasse...... —'— — — detto per Ultimo . . . 39b'— 8»« — Waffcuf.-Oel,, öslerr., 100 fl. . Ü30— ^!4'— Mr. Vaunescllschaft, 10« sl. . . ,40— 142- Wicnerbeigr Ziegels.-Alt,-Oes. ?iu-— 72» — Devisen. smze Zichlln nnd zcheck,. Vlmslerda»,....... 198'ib 19« »5 Deutsche Vanlplähe .... 11? 32' 11? 52' Ntallenische Vanlplähe . . . 95'1?» 95 «2' London........ 239'2b 28ü 55 Pari«......... 9b,«' »525 Kt. Petcrlbura...... 2517b 252^5 Zürich und Basel..... 95-20 9535 Valuten. Dulatr»........ 1186 1! 4l> ^UFraiilcn Ttücle..... 19 06 19-0!» 20Mail Stulle...... 23-48 2» 5« Deutsche Reichsbllülnoten . . 11732' 11752 Ilalienische Vauluotr» . . , 9b 30 9b'4b iliiibrl^luie,!....... 2'5>2'' 2'.'^" Ivon Renten, ^«^««^.0, Aktien. I «J- €3» l«K»y€W Privat-DepotMSafe-Deposite) I liOMN etc., UevlNi>ii und VRlntm. 3Ba#Hlc- -U.2a.Cl. 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