RN2^INNN3R^ lur Annst, Wijsenschatt und geselliges Leben. Nedigirr von Franz Hermann von Hermannsthal. ^ 8V. Montag am 1 . Februar 1841 Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich zwei Nummern, jedes Mol ein halber Noxen. Der Preis des Blattes in in Laibach »anliührio t!, befahlt. Alle l . l . Postämter neomen Dronumerallon n». An den Kartoffelspender. ^A n lautes Lebehoch dem Mann» De,» dieses Liedckcn klingt! Schmach jedem Lecker, Acht und Bann» Der's ihm nicht freudig bringt! Dem Mann, dem Philipp's Wacht erbebt. Der Spanien Wunden schlug. Und Englands Flaggen ruhmbclebt Durch alle Meere trug. De»! Mann, der sich hervorgcthan I n mancher blut'ge» Schlacht, Und uns auf meerdurchfurchtcn! Kahn» Sein Manna dann gebracht. Auf westentleg'ner Hemisphnr' Grub er es aus der Erd', Und bracht's zu seiner eigene» Ehr' Uns an Luropa's Herd. Franz Drat e ist's, der Meereshcld, Den einst Elisabeth Durch sein Verdienst so hoch gestellt, Daß nie sein Ruhm «ergeht. Der vierte Heinric h steht Verdient, Erhaben Pcte r Czar, Und Preußens zweitem Friedlic h grünt Der Lorber stets im Haar. Groß, bis die Erd' in Trümmer bricht, Steht Joseph, Oest'reichs Sohn, Hell funkelt das Rubinenlicht Vom Stern Napoleon. Wer ist's, der nicht Colombo's Fahrt Mi t freud'ger Zunge preist? Wer hat wohl je das Lob gespart Frantlin's erhabnem Geist? Von ihnen Jeder gab sein Thcil Zum jeh'gen Menschenwohl, Denn Krieges- so wie Friedens heil Dringt schnell von Pol zu Pol. Gleich ihnen hast auch Du der Welt Dein festes Monument Für alle Zeilen hingestellt. Das lein Zerfallen kennt. In Laiboiv pranuinerirl man beim Ijerleaer am staan, Nr. ,» ersten Vlocke. D u pflanztest deiner Aepfel Kost I n unsre Furchen ein. Das läßt, so lang' ein Keimchen sproßt. Dich auch unsterblich sein. Nicht auf der Tafel nur, wo Gold Und Silber aufgedeckt. Nicht nur von Frauen, zart und hold. Dein Mann« lieblich schmeckt; Auch in des Bettlers nieder'»! Haus, Nur karg mit Salz gewürzt. Hat es schon oft, ein Festiaqsschmaus, D«i Mangels Qual gekürzt. D u schufst den Dam»! gen Hungersnot!), D u hast die Frucht beschert. Die fürder, gleich dem heim'schen Vrot , Jedwedem Mangel wehrt. Dein Haupt umflechte Lorberreil I n düstrer Grabesnacht! Karloffelpater! Dank und Preis Sei freundlich dir gebracht. Ein dreifach Lebehoch de»! Mann, De»! dieses Liedchen klingt! Sckmach jedem Lecker, Acht und Vonn, Der's ihni nicht freudig bringt! Heinrich Ttramp fcr. Her entlaufene Fritz. Vaterländische Erzählung. I m Lande Kram, reich an seltenen Naturschönheiten und berühmten Männern, liegt das Schloß und der Markt Freienthurn, und zwar in einer lieblichen Gegend, welche mit Getreide, schmackhaften Baumfrüchten und guten Wei­nen rechlich gesegnet ist. — Sorgenfrei wandelte der Pfiü­ger auf das Feld hinaus, es pflegte der Winzer ungehin­dert das Rebengehäge; Alles ging so friedlich und froh her, man lebte nach den Sitten der Väter, und genoß mit stillem Behagen den Lohn des Fleißes, denn im Lande herrschte Ruhe. Es tobte nicht mehr der schreckliche Tür­tenschwarm an den Grenzen oder wohl gar in der gelieb­ten Heimath, er hatte sich, hundertmal besiegt, endlich zu­rückgezogen, um nie wieder zu kommen. Längst schon wa­ren die Aecker, einst von den Hufen türkischer Pferde zcr­ 3R8 — stampft, wieder bestellt, die Hütten, Häuser und Burgen, welche durch den letzten Krieg gelitten hatten, aufgebaut; nur die Tobten, welche, kämpfend für die Freiheit der Heimath auf dem Schlachtfelde geblieben waren, kehrten nicht wieder; doch gedachte man ihrer mit Liebe. — Und als im fernen Frankreich jenes blutige Ungeheuer, Revo­ lution , sein Haupt erhob, als auch die Kunde von jenen unerhörten Gräuelscenen, welche der Menschheit so sehr zur Schande gereichen, in die friedlichen Thäler von Krain drang, da dankten die Bewohner derselben der Vorsicht, dasi sie ihnen ein Land, so fern vom blutigen Schauplatze des Frevels, zur Wohnung gegeben hatte. Doch näher und näher kamen die fremden Krieger, bis si« sich auch in das Krainerland eindrängten. Bald vernahm man von den drückenden Machtgeboten, Drohun­gen und Bedrängnissen aller Art, mit welchen der übermü­thige Sieger di< Wehrlosen kränkle. Das Joch der Fremd­linge wurde immer unerträglicher, und doch war an baldige Hilfe gar nicht zu denken. — Die Armen seufzten, gedach­ten der friedlichen Tage, welche sie unter Oesterreichs sanf­ten Herrschern verlebt hatten, und schwiegen duldend. Die Sonne warf dem schonen Thale der Kulp noch einen Scheidckuß zu, dann sank sie langsam hinter das Gewölk, welches in sonderbaren Gestaltungen und blutig roch sich am Himmel geformet hatte. Eben verlosch der letzte Flimmer an der blinkenden Thurmspitze von Pod­bresje, es breitete die Dämmerung ihr dunkles Gewand über das Thal; am Abhänge des Hügels aber saßen zwei Bürger von Freienihurn, und sprachen leise mitsammen. End­lich erhoben sie sich, und gingen an den Rebenpstanzungen dahin. »Ja, Freund!" begann der Aettere, ein großer sil­berhaariger Mann mit einem hölzernen Beine, »wohl ging es in den Türkenkriegen blutig her, doch weit strenger be­herrscht der fränkische Sieger den heimischen Boden." — »»Und dann die hohen Kriegssteuern, die fast unerschwing­lichen Lieferungen an Brod, Wein und Kleidern! — Ha­ben wir darum gespart, daß wir in unser« alten Tagen mit den verwünschten Fremdlingen theilen sollen?"" sprach Simon der Hufschmid, ein stämmiger Mann. »Aber laßt nur Zeit, Gevatter! So wahr ich an Lou-don's Seite focht und mein Bein verlor, so gewiß werden die siegestrunkenen Franzmänner erliegen; denn bald wird der Kaiser von Oesterreich seine treuen Unterthanen den Klauen des fremden Adlers entreißen." «»Ja, das wird er"«, entgegnete freudig der Schmid, und trat mit seinem Begleiter, dem Gärber Christoph, durch das Thor von Freienthurn. Bald standen sie in der Stube des greisen Burgvogtes, welchem die Bewachung des Schlosses oblag. Der Alte saß am Tische, vor ihm lag neben dem herrlichen Weitzenbrode Valvasor's »Ehre des Herzogthums Krain« aufgeschlagen. Der Vogt war so sehr vertieft, daß er das Eintreten seiner Freunde nicht sogleich bemerkte. Da kam auch Thekla, des Vogtes Töchterlein, in die Stube, setzte den Krug mit Wein auf den Tisch, und schob die Bank für die werchen Gäste zu­recht. Endlich erhob der Vogt das Auge, nahm die Brille bedächtig von der Nase, klappte die mächtige Chronik sorg­fältig zusammen, und versperrte sie in den nahen Schrank, dann bot er die feste Hand den Freunden zum Gruße. — Bald ergoßen sich die Herzen der drei Alten im lebhafte­sten Gespräche, während der Krug fleißig die Runde machte. Und als der Burgvogt um des Gärbers Sohn fragte, da wurde die holde Thekla bis an den Busen roth, denn sie war dem braven Igna z herzlich gut. Eben trat sie wieder mir dem frischgefüllten Kruge herein, als Christoph der Gärber begann: »Ihr wißt, wie sehr ich meinen Ig ­naz liebe, denn er ist ein guter Bursche, der sein Leben für unsere Freiheiten und Rechte stets zu wagen bereit ist. Er wird heute zurückkehren aus dem Lager der Oesterrei­cher, wohin er mit Botschaften der treugebliebenen Krcu­ner gewandert ist. — Ich wollte nicht, daß mir auch der zweite Sohn verloren ginge! Da mir der Bursche auch so manches nutzlose Wagestück unternimmt, so bin ich stets in Sorgen, daß es mit ihm ein übles Ende nehmen werde; auch hat Valentin, des Krämers Sohn, der sich mit den Feinden herumtreibt, geschworen, meinen Igna z zu verderben. Um nun den Jungen an die Heimath zu fes­seln und ihn von gefährlichen Wagnissen abzuhalten, bitte ich Euch, Herr Vogt, gebt eure Thekl» meinem Sohne zur Hausfrau.« Zur glücklichen Stunde trat auch Igna z in die Stube, und empfing aus des Vogtes Händen sein theures Liebchen zur Braut. Die drei Freunde sprachen noch länger dem Kruge zu, während das Brautpaar sich in den Garten begab. Sie saßen in der Laube, welche von des Mondes Silberstim­mer nur spärlich erleuchtet war. Und als die kleine Sän­gerin zarter Liebe, die süßtönende Nachtigall, schwieg, seufz­ten die Liebenden im Gefühle schuldloser Wonne, bis end­lich Igna z seinem Herzen dadurch Luft machte, daß er ein Lied auf der Flöte blies. Es erklangen lieblich die Töne durch den blumenreichen Garten hin, als im Lauben­gchege ein leises Geräusch vernommen wurde. Erschrocken sprang Thekla hervor, konnte jedoch nichts Verdächtiges gewahren.— Die besorgte Jungfrau ließ sich aber nicht so schnell beruhigen, und ihr liebevolles Herz gab sich düste­ren Ahnungen hin. Eben verbarg sich der Mond hinter den Wolken, eben drückte Igna z den Scheidekuß auf die Lippen seiner blü­henden Braut, und wollte in die Wohnung seiner Aeltern wandeln, als aus der Baumpstanzung ein Schuß fiel. — Die Kugel drang in die linke Schulter des Bräutigams, während Thekla wie leblos auf den Rasen hinsank. Ig­naz verlor nicht die Geistesgegenwart, und die Wunde war nur leicht. Er lief in die Pflanzung. Eben bemühte sich ein junger, unbehilflicher Mann in französischer Uni­form über das Gemäuer, welches den Garten umschirmte, zu klettern. Es war Valentin , des Krämers Sohn. Da griff Igna z im gerechten Zorn nach einem spitzen Kie­sel und schleuderte ihn mir solcher Kraft dem Fliehenden an den Kopf, daß Valentin blmend zu Boden sank. »Solcher Lohn gebührt dem feigen Meuchler," sprach Ig ­ 3R9 oder andern Nation auf europäischer Erde ab, und von naz, und lehrte zurück zur ohnmächtigen Braut, welche dieser wiederum die Emancipation aus der archäologischen jedoch in den Händen ihres Mädchens bald die volle Be­Finsterniß, darin die Slovenen bisher von unphilologischen sinnung und Lebenstraft erhielt. Alterthümlern festgehalten wurden. Die Griechen, obgleich Von des Vogtes Stirne war wieder jede Falte der die älteste ciuilisirte Nation Europa's, haben in der Sache Vesorgniß um sein theures Kind gewichen, denn Thetl a keine Stimme; denn sie haben, wie Jemand unlängst zu stand mit blühenden Wangen vor ihm, und bereitete das zeigen suchte, selbst von den Slovenen reden gelernt. Frühstück. Es sollte heute der Eheoertrag geschlosien wer­(Nrnen!» lin^ull 81-ivlenc: mntri» eriilMn liliü). Die Römer, den, darum war auch Ignaz, dessen Vater und der krie­viel jünger, als die Griechen, und ehemals Erbfeinde der gerische Schmid geladen. Bald erschienen die beiden Alien, Deutschen, dürften für solches Nichieramt ebenfalls ungeeignet doch Igna z blieb länger aus, als es der zärtlichen Braut sein. Die alten Celto-Galen sind bis auf wenige Ueberbleibsel lieb war. Da pochte man laut an der Thüre, und ein fast von der Erde verschwunden, und somit konnte sich er­franzosischer Lieutenant trat mit der Wache herein. Auch eignen, was das Sprüchwort sagt: Zwischen zwei Strei­der Fahnenjunter Valenti n erschien im selben Augenblicke. tern freut sich der Dricce, selbst wenn er der Jüngere wäre, Sein Kopf war mit einem weißen Sacktuche leicht umwun­wie denn in unseren Tagen nicht selten geschieht, daß, wäh­den. „I m Namen des Gesetzes", sprach der Lieutenant rend zwei alte Doggen sich um einen Knochen herumbeißen, zum Vogt, „ihr seid mein Gefangener!« — auch die bei­ein junger Reckel, der kaum hinter den Ohren trocken, den Gäste mußten ihm folgen, und bald saßen die drei denselben unbemerkt davon trägt. Greise fest im Kerker von Freienthurn. Thetla wollte 52. Da von der Priorität der Slovenen auf europäischer mit dem Vater in das Gefängniß wandern, doch Valen ­Erde auch ihr Recht und Vorrecht auf die, von ihnen oc­ti n hielt sie mit Gewalt zurück und verriegelte die Thüre. cupirten Länderstrecken Europa's abhängt, so stellt sich die „Nicht im finsteren Verließe, hier an meinem Herzen, mein Wichtigkeit obigen gelehrten Streites noch mehr ins Licht. süßes Taubchen, ist dein Platz", sprach er lächelnd. Auf Denn ist erwiesen, daß die Slovenen schon vor den Celto­dem Tische lag noch das scharfe Brodmesser, sie nahm es Galen oder mit denselben nach Oesterreich gekommen, in­schnell zu sich, und barg es unter ihrem faltenreichen dem sie (die Winden, Wasser-Winden) dem bibli­Kleide. Der tölpische Valenti n näherte sich mit solcher schen*) Rechtstitel zu Folge, als Söhne Iavan s (die Ungezogenheit der zartsinnigen Jungfrau, daß diese vor Cetthim, daher die slovenische Benennung der Heimath Scham erglühend in edlem Unwillen die blankgeschliffene c,, ^ ^_) den europäischen Wässern nachziehend, die Erde Waffe schwang, um den Verhaßten in die Schranken des bis an die Ostsee, bis an das adriatische und atlantische AnstandeZ zurückzuweisen. Doch plötzlich entriß Valen ­Meer, ja bis nach Großbritannien hinüber erfüllten, wie ti n ihr das Messer, und umschlang gierig ihren schlanken steht es mit der celtischen und deutschen Oberhoheit über Leib. Da wurde die Thüre mit starker Hand geöffnet und diese friedlichen Allerwelts-Colonisten? Wie mit der Prio­Ignaz trat in das Gemach. „Hilf mir!" flehte Thetla, rität der cellisch-germanischen Eivilisation auf europäischem, und die Faust des beleidigten Bräutigams traf so kräftig besonders auf celtisch-deutschem Boden? — Und Oesterreich Valentin s breiten Rücken, daß er unrer den Tisch fiel. will doch ein ursprünglich celtisch - deutsches Land genannt Igna z würdigte seinen Gegner keines Blickes mehr, son­sein, wie die celtisch-deutschen Orts-, Berg- Fluß-Benen­dern entfernte sich mit der theuren Herzensgespielin. „Sei nungen darthun. — nur getrost", sprach er, „die Fremdlinge werden es nicht 53. Die Vulane n des Ptolomäus (172 — 182 n. wagen, sich an deinem Vater zu vergreifen. Ich weiß ein Ch.) sind ja in Wahrheit nur Poljanen , d. h. Pole n sicheres Mittel, ihn zu befreien. Auch wirst du wohl bei von gestern, gegen jene Colchier, welche den Räuber des deiner Muhme, der Müllerin, bis morgen Unterkunft fin­goldenen Vließes, Jason und die entführte Medea ver­den. Bis dahin bin ich wieder da und bringe Trost." folgend, über Emona (Laibach?) nach den Absyrten ge­ Bald darauf schritt Igna z keck durch den Markt hin, langten, und als erste und älteste europäische Polen (etwa und lenkte nach Tschernembl ein. Dort wohnte damals Glagoliten?) die Scadt Pol a in Istrien wenigstens 1260 der Commandant der feindlichen Truppen dieser Gegend. Jahre vor Ch. gründeten. — Welcher noch so alterihums­ (Beschluß f°lgt.) süchtige Römer wird nicht vor einem so hohen Alterthume der istrischen Poljanen gern die Segel streichen? Qesterreichische Gnomen. Von Doctor und Bibliothecar Richter . 54. Bedenkt man ferner, daß, wie die slovenische« (Liehe die Nummer» 4? — 5«, dann 53 — t>4 dieses Iahrgongej.) Alterthumsforscher einmüchig darthun, die celtogalischen 21. Wer soll zwischen Deutschen und Slove-Bojen, welche Oberitalien, Noricum und Pannomen ei­nen richten, wenn deren Sprach- und Alterthumsforscher nerseits, anderseits Böhmen, Mähren (vom sechsten bis zum streiten, ob Bude, Baude, »»bnen: Wachset Herodot demnach Deutsche oder Slovenen gewesen? Die »nd mehret euch. und erfüllet die Erde. Genes. Y. ». «°>t breite ^ »« phet aus u. s. w. 2?. Die Sohne Iaphcts sind Gomer und Ma?°z Sache ist eben keine philologische Kleinigkeit, denn von der und Madai und I°ran u. s. w. <<,. 2. die Söhne ^aoons aüer ,ml> Beantwortung dieser Frage hängt die Priorität der einen Elisa und Tharfis, Ceilhim und Dodomm. 32« lich nur eingewanderte Fremdlinge, Usurpatoren, zu nen­nen sind, eben weil sie die Illyrier, d. h. die Slovenen, (Winden, Serben) aus den Donaugegenden verdrängten und dieselben sich jenseits des Tatra zurückzuziehen zwan­gen, so ist die Priorität der Slovenen auf österreichischer Erde über allen Zweifel erhaben (?). Die Illyrier d. h. die pannonischen oder Donau-Winden, kurz die Panno­nier sind Oesterreichs Uroolk; Celten und Deutsche sind erst spätere Ankömmlinge, und mit ihrem Rechte auf die Donauländer verhall es sich ungefähr, wie mit dem Rechte Aleranders d. G. auf Asien und Aegypten, wie mit dem Rechte der römischen Imperatoren auf Gallien und Deutschland. Das eigentlich ist es vielleicht, was er­wiesen werden soll und worauf ein neues österreichisch-hi­storisches Land-und National-Rechr will aufgebaut werden? — denn geht die Sonne gleich gegen Westen unter, so kommt sie ja doch gegen Osten wieder herauf, und mit der Weltgeschichte hat es ganz dieselbe Bewandtnis;. 33. So wie nämlich die Sonne ihre Flecken, so hat die Weltgeschichte ihre Dunkelheiten. — Nichts destoweniger ist jene die Quelle der materiellen (äußern) wie diese der spirituellen (innern) Erleuchtung und Beleuchtung, d. h. der Tagszeit, der Zeit des Lichtes, darnach sich alle leben­den Wesen sehnen, darin sie sich sonnen, daher sie des Le­bens Wärme und Färbung nehmen. — Kein vorübergehen­des Lichtmeteor, keine künstliche Beleuchtung vermögen die­ses Sonnenlicht zu ersetzen. Jene glänzenden Hypothesen und gelehrten Combincuionen, welche die dunklen Partien der Weltgeschichte aufhellen und den Glauben entbehrlich machen sollten, was sind sie anders, als verschwundene Meteore und erloschene Illuminationen bei der Wiederkehr der Sonne mit ihren Flecken? Der Ewige, welcher selbst dem Tagsgestirne dunkle Stellen beigemischt, hat Alles gut gemacht; das wahre Wissen erhöht und verklärt sich durch den Glauben, und dieser ist die einzige Zuflucht gegen die stechende Hitze des Wissens. Licht und Schatten sind des Irdischen wahre Beleuchtung. — (Fortsetzung folgt.) Neues. (Das Schlittschuhlaufen) gehört in England un­ter die noblen Passionen. So bestehr in der fashionablen Welt auch ein Schlittschuhläuferclub, der sich den Serpen­tin-River, ein Bassin im Hydepark, als Schauplatz seiner Belustigungen erkoren hat. Hier sah man am is.Decem­ber viele Schlittschuhläufer aus den ersten Ständen, da­ runter den Herzog Karl von Braunschweig. Eine Menge von Wagen stand am Bassin, von denen aus ein reicher Kranz von schönen Damen mit Aufmerksamkeit die Evolu­ tionen der >»-e»x o>>ev!>lierH verfolgte. Vor Kurzem sahen auch die Königin und Prinz Alberc im strengsten Incog­ nito zu. Bei solchen Gelgenheiren steht immer die Ret­ lungmaschine der Uumiln »ooie^ — einer der vielen in Eng­ land bestehenden menschenfreundlichen Vereine — bereit, um Unvorsichtige zu warnen und Verunglückende zu ret­ ten. So brach am 18. December im Regentspark das Eis, und 40 Männer und Knaben stürzten in's Wasser. Sie alle wu?den, bis auf einen, der nicht mehr zum Leben, gebracht werden konnte, gerettet. I n den Strasien von London wird an glatten Stellen Sal z gestreut; ein An­zahl Constables ist zu diesem Zwecke mit Salzsäcken ver­sehen. — (Die nordamerikanischen Mäßigkeit» erli­tt e.) Herr Buckingham hat in einer Generalversamm­lung in Ereterhall einen detaillirten Bericht von seiner Wirksamkeit auf mehrjährigen Reisen abgelegt und führte hierbei an, daß drei Viertheile der nordamerikanischen Bevölkerung die Grundsätze der Mäßigkeiiuereine ange­nommen hätten, und daß die Gefängnisse und Irrenhäu­ser — hört! hört! — lediglich mit Menschen angefüllt seien, die keine Theilnehmer si»d, — (Zur Leichenfeier Napoleons.) I n einem Be­richte im stuttgarter „Morgenblatte" aus Paris heißt es: „So lange Paris steht, ist es wohl nie vorgekommen, daß an einem 13. December, bei 10 Grad Kälte, seine Stra­ßen schon um halb 8 Uhr gedrängt voll waren. Die fein­sten Dämchen, die galantesten Herrchen, die sonst stets bis Mittag nicht aus dem Morgenkle,de, wenn aus dem Bette, kommen, trotzten der Kälte und der Frühstunde. Was trieb sie so früh hinaus? Der Enthusiasmus für den Kaiser? die Pietät gegen die Leiche des gewaltigen Hel­den? ein Gedanke an die Vergangenheit oder Zukunft Frankreichs? — Sie waren neugierig, das war Alles. Sie wollten sehen und gesehen werden. Der große Lei­chenwagen lockte mehr Leute hinaus, als die große Leiche." — Mannigfaltiges. Ein sentimentales Ebepaar. Lafontaine , der einst so belieble deutsche Romanschriftsteller, war die offene, empfängliche Gutmülhigteit selber. I n seinen Schriften spricht sich meist Zartheit und Tiefe des Gefühls aus, und nicht selten weinte er selbst bei»! Schreiben. Als ihn einst, erzählt das »Pesther Tageblatt", seine Gemahlin am Schreibtische weinend fand, fragte sie ihn mitleidig um die Ursache seiner Thränen. Er schilderte ihr die rührende Lage, in welche er so eben seine liebenden Helden versetzt hatte. Auch die Gemahlin wird er« weicht, sie bricht in Thronen aus, und fleht ihn an: »Wieb sie ihm doch!" — »Ach«, antwortete Lafontaine schluchzend, »das geht nicht an! Ich bin ja noch beim ersten Theil!« Berühmte Schuster. Zu den berühmten Männern, die früher Schuster waren, gehören der Dichter Hanns Sachs, der athenienmche Feldherr I p Hitrates, der Theolog Joseph Böhme , der Stifter der Quätersecte F°r , der Componis! C i m a r o s a. Eine Schlochtsccne. Dem Doctor Salsdorf, Wundarzt des Prinzen Christian von Sachsen, ward im Anfange der Schlacht bei Wagram ein Nein von einer Haubitze zerschoßen. Auf die Erde hingestreckt, sieht er 15 Schritte entfernt, den Herrn von Kerburg , von einer Kugel getroffen, zu Boden sinken und Blut brechen. Von der Nothwentngkcit, diesem Lfsicier zur Ader zu laßen, überzeugt, kriecht er unter unsäglichen Schmerzen im Stau« be zu ihm hin, läßt ihm zur Ader und rettet sein Leben; er selbst aber starb nach vier Tagen. Pariser Diebe. Gisque t theilt in seinen Memoiren folgende Statistik der pariser Diebe mit: »Wie Viele unter io,n Dieben der Stadt Paris würde» ohne Anstand von Ihrem Tische oder aus Ihrer Theaterloge Ihre Geldbörse neh­men? Gewiß üuol>. Wie Viele unter den 6uuc> werden die Geldbörse »us Ihrer Tasche herausholen? Gewiß znuo. Von diesen 3lluc>, wie Viele glau­ben Sie wohl, werden während Ihrer Abwesenheit Ihre Thiire mit dem Sperrhacken aufsperren? Gewiß üucill. Und von Diesen, wie Viele werden bei Nacht in Ihre Wohnung einsseigen und einbrechen? Gewiß w « bis 1200. Endlich, wie hoch schätzen S,e die Zahl Derjenigen, welche den Vor­satz fassen, Sie zu ermorden, um Sie berauben zu sonnen? Wenigstens «uf üoo.« Laibach. Druck und Serlag des Joseph Blasnik.