Mbacher Nr. 292. »I«!,»«,»at««»»tzl«l«: 3« «o«ptoi» ««n»«. «. ll, h»l»j. fl. 5 »«. ftiil v«, Z,stell«,« in» Hau« »«!»,. »<^ l». l»i!t b«l V°ft eon»!. N. '^. »»lbj. fi. , «v. Donnerstag, 21. Dezember. »»<»> t«,n ««,»«», FR» New« 3»^«,«», v<» ,, « Z« ll. ^eß«« Pl. Znl« « !»., »«, »ft»»«» Vi«bnh»l»Ns,«n v». ^jeil« » n. 187«. Ailltlichcr Tbeil. 3e. l. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 13. November d. I. aller» gnädigst zu gestatten geruht, daß der Oberstlüche,'.-meister Wolfgang Graf Kin sly den lön. preußischen rothen Ndler'Orden erster Klasse annehuni, und tragen dürfe. __________ Se. l. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchst unterzeichnetem Diplome dem l. l. Hofrathe und Leibärzte Ihrer Majestät der Kaiserin Maria Anna, Med. und Ehir. Dr. Leopold Edlen v. Ehmig, als Ritter des Ordens der eisernen Krone dritter Klasse in Gemäßheit der Ordcnsstatuten dcn Rilterstano aller-gnädigst zu verleihen geruht. Te. k. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 17. Dezember d. I. dem Präsidenten des LandeSgerichtcS in Vrünn Friedrich Frei» Herrn D'Elvert in Anerkennung seiner ausgezeichneten Dienstleistung das Komthurlreuz des Franz Joseph-Ordens allergnädigst zu verleihen geruht. <3e. k. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 14, Dezember d. I. dem Polizcirathe der wiener Polizeidirection Gustav Po-korny in Anerkennung seiner eifrigen und vorzüglichen Dienstleistung das Ritterkreuz des Franz Ioseph-Ordens allergnädigst zu verleihen geruht. Se. k. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 17. Dezember d. I. den Viceprüstdenten des grazer Obcrlandesgerichtes Dr. Moriz Freihcrrn v. Streit zum Präsidenten des mährisch» schlesischen Oberlandesgerichtes allergnädigst zu ernennen geruht. Glaser m. p. Se. l. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom l 7. Dezember d. I. dem Hosrathe des obersten Gerichtshofes Wenzel Ritter von Hilisch in Anerkennung seiner ausgezeichneten Dienst, leistung den Titel und Eharalter eines Smalspräsidenlcn des obersten Gerichtshofes allergnädigst zu verleihen geruht. __________ Glaser N. p. Ee. l. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 15. Dezember d. I. den wiener Landesgerichtsralh Karl Echarrer zum Prä« sidcntcn des Krcisgcrichtes in Krems allcrgnädigft zu ernennen geruht. Glaser m. p. Ee. l. und l. Apostolische Majestät haben n.it Allerhöchster Entschließung vom 15. Dezember d. I. dem pensionierten Telegraphenamlsboten Georg Kelnar in Görz in Anerkennung ssiner vieljiHrigen, treuen und eifrigen Pflichterfüllung das silberne Vcrdienstkrcuz aller-gnädigst zu verlrihen geruht. Nichtamtlicher Theil. Wien, 18. Dezember Answeis über den Stand der Rinderpest in den im Reich«. ralhe vertretenen Ländern in der Zeit oo« II. bi« 18. Dezember 1876. Erloschen ist die Rinderpest in der obigen Zelt m Barvcz und Wygod ad Varycz. «us gebrochen ist die Rinderpest während dieser Zeit in leine» Orte der obigen Lündcr. Am 18. Dezember d. I. erscheinen somit nach-genannte Orte als rinderpest verseucht: in Galizien: die Eontumazanstalt Husiaiyn und der Ort Olchowczyl im husiaiylier Vezirle und dit Orte Nowoselih. S'aremjnsto, Oecker«dors, Holendly ad Halicz im podhajccr Bezirke. Oesteireichijcher Neichsrath. 234. Gitznng tzes Abgeordnetenhauses. Wien, 18. Dezember. Unter den Einlaufen befindet sich eme Pclilion des Oewcrbeoereine« in Oraz um Vew'lliguna der von der Regierung beanlraglen Subvention per ?(X),()0() fl. zur Velheillaung an der pariser Weltausstellung. Nuchdem in der ««ftern abgehaltenen Sitzung da« Vuogtl de« ««lesbaumil'isltriums btn Ältträaen d.e llu«. schasse« gemäh bewillig: wuroe, kommt heule da« Vut>. gel des Justizministerium« al« erster Gegenstand der Tagesordnung zur Verhandlung. Abg. Dr. Lien bach er spricht gegen mehrere Ve. sllmmungen der neue», Strufprozeßordnung und erklärt die Vcsciligung der Verufun^n für ein Unglück im Interesse der objectiven Wahrheit. In der »rl des Ein-fiusses, der vom Illslizmmisler auf die Slaaleanwüllc ausgeübt wird, findet der Redner linc Verletzuna der Würde der Justiz. Dr. Promber spricht sich gegen die Vlachtbefug-nisse aus, welche nach der neuen «Strafprozeßordnung den Staatsanwälten eingeräumt wurde. Iustizminister Dr. Glaser rechtfertigt sein Vor. gehen bezüglich de« Legalisierungszwange«. Sodann fuhrt der Minister aus, daß er bezüglich mancher berechtigter Anforderungen gezwungen sei, sich der Z«ang«l»ae z» fügen, welche durch die gegenwärtigen Iinanzoerhältnisse geschaffen seien. Uebrigens stehe außer allem Zweifel, daß eine wesentliche Vor,orge der Staatsverwaltung bezüglich der Verbesserung der Vezüge der Iuftizbeamlen sich zeltend mache, welche in erster Linie den Vezirl«, richtern zugute lam. Auf die Anklagen Lienbachec» zurück-kommend, bezeichnet der Minister dieselben al« ein künstliche« Gebäude wahr scheinender Anklagen, da«, geschickt aufgebaut, bei näherer Vetrachtung in sich zu« sammensinlt. In langer, mehr »ls anderthalbstünbiger Rede, wahrend deren er mehrere male von dem Veifalle de« Haufe« unterbrochen wirb, widerlegt nun der Minister Punkt für Punkt die von Dr. Lienbacher und Dr. Promber erhobenen Vorwürfe und weift auf die legi«lalorifche THÜiillleil hin, die er im Verlaufe seiner »mlswirkfam. teit entwickelt hat, und die» gerade infolge de« Drangen«, da« von allen Seiten fich geltend machte. Der Minister wird nie au« den Augen lassen, wa« auf juristischem Gebiete auch auswärl« geschieht, um seine Thätigkeit nach beslem Wissen und Gewissen in der begonnenen Richtung fortzusetzen. (Lebhafte« Vravo.) »b> Dr. Voönjal bespricht die Eonsi«cationen und weist nach, daß im Jahre 187K circa 800 Eon-siScaiionen stattgefunden haben, eine Zahl, die früher uicht erreicht worden sei. »uf Antrag deS Abg. Stejfen« wird hierauf die Debattl geschlossen. >l« Redner sind noch einaetraaen die Abg. Dr. v. Peraer, Dr. Granitjch, Ianowsli, Deschm«nn, Dr. Tomaszczul, Dr. Ktinz und Dr. H0ni,«mann. Al« Generalrcbner wird Dr. o. Perger gewühlt. »bz. Dr. o. Perger weift darauf hin, daß er bei Veralhuna der Strafprozeßordnung bereit« da« In-stilut der Verufungen vertreten und daß. die damals auegesprochene Vesoranis gerechlfertigt erscheine, «ebner plllldiert nun in warmer Weise für die Verbesserung drr Lage der Vezirlsrichlcr und bitet Se Excellenz den Ilistizmmifter, dasjenige, wa« er im Bubnetausschusse di:«bezüglich ausgeiprochen, baldigft zur »u«sühruna z» bringen. Feuilleton. Gin nachtliches Abenteuer. Von Htinlich Niefergall. »l« ich im Herbste vorigen Jahre« mit einem meiner Freunde die Kaiserstadt an der Donau besuchte, zog es mich bei dieser Gelegenheit «ewallig nach Ischl, dem Mittelpunkte de« herrliche", an Naturschonheilen so überaus reichen «alzlammergute«, dem von unserer Kaiserin bevorzugten Modebade, hin. , . . ,, Wir machten un« deshalb ohne viel Federlesens auf den Weg, benutzten bi< St. Valentin die Kaiserin Elisabeth-, von dort bl« Gleyer die Kronprinz Rudolfs, bahn und fetzten von dort die Reise über Hall und Boits-dorf bi« Gmundcn zu Fuß fort. Von Omunden fuhren wir mittelst Dampfbool über den drei Stunden langen Traunsee nach Edens«. Während der Hahrt über den See. dessen Wasser ein llarc«, helle« Grün besitzt und dessen ihn umläulnende Landschaft, je mehr man sich dem Südende des See« nähert, immer großartiger wird, erblickten wir rechts da« merkwürdige, in den See ragende Schloß Orl. die schiwe Villa der Grohb.erzoa.in von Toscana, westlich da« Graf Ehambord'sche Schloß Eben« zweier, und hallen Gelegenheit, östlich den fa,l st"ttechl c»u« dem See aufsteigenden imposanten, 1088 Meter hohen Iraunstein zu bewundern. — Von L«ngbath, dem Landungsplatze, errelchttn wir mittelst Eisenbahn in einer halben Slunde Ischl. Ischl, auf einer kleinen grünen Ebene, in einem ting« von ziemlich hohen, mit Fichten, Ouchen und Hhcomoren bedeckten Hügeln umgebenen Thale gelegen, sehücl belannllich nichl nur zu den reizendsten, sondern ^uch zu den theuersten Bädern der Monarchie und ist «Ür minder Vemlltelte nicht der Ort, um daselbst einen längeren Aufenthalt nehmcn, geschweige gar al« regel. rechter Kurgast austrelen zu to,nen; denn selbst reiche l Leute bekommen nur um Ichwere« Geld kaum, oft auch um dieses lein Unterkommen. — Deshalb beschränkten wir un« lediglich cuf eine flüchtige Vcsichtiyung diese«, wol von der großarllgslen Alpcnnaiur au«aezsichneten und an sich wirklich arislolrallschen Vade-Orte«. Seine schünen Häuser dehnen sich malerisch läng« den Ufern I der Traun hin, die ihre grüne reißende Flut in zahl» reichen Wasserfallen dahinströmt. Wenn auch die Lage Ischl« nicht so romantisch wie die Oasleins ist, übertrifft sie dieselbe doch an Üppiger Schönheit. VemerlenSwerth ist da« dortige Klima, welches schon Mitte September, zur Z:it uns:rc« Vcsuches, ziem. lich empfindlich kalt zu werden begann. Wohlgcpflegte Reit. und Fußwege si»d in Ischl überall zu finden, und die Schönheil seiner Lage wird durch fünf bis sechs Thäler oder vielmehr Thalschluchten, welche sich gegen die kleine Ebrne offnen und so auf jeden Schritt eine andere Scenerie erschließen, noch erhöht. Nachdem wir uns in Ischl genügend umgesehen, seine Merkwürdigkeiten und elegante,, Hotel«, seine ge-schmackvollen Villen, worunter die kaiserliche, bewundert, dann auf der Esplanade t»e Hygca au« Erz, die Vüste Dr. Wivrers besichtiget, einer vorlrefflichen Plutzmusil angewohnt, einige lohnende Aussichtspunkte bestiegen und elllchc wahrhafte Ungeheuer von Klopsen angestaunt halten, beschlossen wir, unsere topographischen und plastischen Studien in Iichl auf die dringende Mahnung unserer schwindsüchtigen Oeldbvrsen hin einzustellen. Wir verließen also Ischl aus d« Poststraße nach Graz und folgten dem Laufe dcr Tram, auswärt« durch ein Thal zwischen dichtbewaldetcn Hügeln, machten bei ^lumbach vorbei einen Abstecher nach dem Hallstädter' bee. der von hohen, schwarzen Felsen umgeben ist und an dessen Ufern da« Slüdtchen Hallstadt mit Salz« werken lilgl, und nahmen, nach dcr Landftraht zurück» lehrend, unsere frühere Tour wieder auf, indem wir llber St. Agatha und Saarstein dem Kalkgebirge, oa« die Grenze zwischen Oesterreich und Steiermark bildet, bi« „ach Pölschen, einem Pfarrooife am Huhe de« Pittschen« jochs, wo wir zu übernachten beschlossen, fürbaß ^u-wanderten. Dort angelangt, machten wir zunächst dem Herrn Pfarrer einen Vesuch, wurden von ihm auch sehr freundlich empfangen und bi« zum späten «ben^ auf das befte bewirthe». Nur auf ui'sere Vitle, ob er un« für die Nacht eine Schlafstelle im Pfarrhause anweisen fonne, erwiderte er Höftich ablehnend, nachdem, wie er sagte, die Räumlichkeiten de« neuen Pfarrhauses, in dem er wohnte, noch unausgebaul und er deshalb zu beschränkt sei, um jemanden auch nur halbwegs anfläi'dig bei sich beherbergen zu können. E« sei wnl, meinte er, da« alle Pfarrhaus noch ziemlich wohnlich erhalten und auch ttzeilweise eingerichtet, allein er wage e« nicht, au« gewissen nichl näher zu bezeichnenden Gründen, un« da»selbl zur Ve-nützung anzubieten. Durch den genossenen Wein heiter yeftimm«, »ber-wanden wir ziemlich gleichgillig die's etwa« seltsame Abfertigung des fonft, wie es fchien. offenen und freifinni-gen Geistlichen, und verließen, nichl ohne ,,n« fur die gtnosscne Gastfreundschaft herzlich bedankt zu haben, die Pfarrerswohnung, indem es un« im Grunde ziemlich einerlei vorkam, ob wir unsere müden, von oer anstrengenden Fußreise fteif gewordenen Glieder in den pfarr-herrlichen Federbetten oder in einem Heuschober au«, strecken sollten. Dennoch machte un« die bezüglich de« alten Pfarrhauses gemachte «eußerung unsere« Wirthe« ! etwas nachdenklich ober vielmehr neugieliy, und wir be- > schlössen, hinter diese« Geheimnis, welches un« immer ' lebhafter zu interessieren begann, zu kommen und da- > rüber entweder jemanden au« dem Gesinde de« Pfarrer« ober einen Dorfbewohner zu ef»mloitren. Eortsetzung jolAl.) 23«0 Specialberichlerstatter Dr. Ritter o. Dem el be' tont, daß Se. Excellenz der Iustlzminister infolge der Gtaatsgrundgesetze verpflichtet war, da« Anllageprinzip in der Strafprozeßordnung zur Durchführung zu bringen, l Daraus, daß da« Ministerium hinsichtlich der Frage des Wahlrechte« der geistlichen Nutznießer sich den Beschlüssen des Parlamentes gefügt habe, tonne demselben lein Vor-Wurf gemacht werden. Auf die Vorwürfe, welche bezüglich ' der Presse erhoben worden, will Berichterstatter nicht! eingehen. E« gebe übrigen« eine Art Presse, welche eigen» thümliche Wege gehe. Gel es nicht eigenthümlich, wenn eine llericale Presse die Gläubigen gegen ihren eigenen Bischof aufreize, wie dies in Krain gegen den Vifchof Pogaöar der Hall sei? Redner bittet schließlich, die Antrüge des Ausschusses zu genehmigen. Abg. Vosnjal behauptet, daß lein oppositionelles Blatt in Kram wegen eines Ausfalles gegen den Bischof confisciert worden sei. Hierauf wird Kap. 29, Titel 1 bis 4, conform dem Ausschußantrage genehmigt. Kap. 34 der Bedeckung so wie die Resolution, be» treffe»d die Regelung der Verhältnisse des Dienstperso» nales der l. t. Behörden und Aemter, werden ohne De« batte angenommen. Dte hierauf folgenden Kapitel des Erfordernisses, und zwar 30 bis 36, so wie Kap. 35 bis 41 der Be-deckung werden ohne Debatte conform dem Ausschuß« antrage genehmigt, ebenso wird die hinsichtlich der Grund« entlastungsfonos beantragte Resolution ohne Debatte zum Beschlusse erhoben. Somit erscheint die Berathung für den Staatsvor-an schlag erledigt. Schluß der Sitzung 4 Uhr 20 Minuten. Nächste Sitzung morgen. Oesjerreichisch-englilcher Handelsvertrag. Am 18. d. wurde der Bericht des vollswirth-schaftlichen Ausschusses über den Handelsvertrag mit Großbritannien (Referent Abg. Hallwich) vertheilt. <2r lautet im wesentlichen: „In der That ist das Factum unumstößlich, daß gegenüber allen zollpolitischen Vergünstigungen, welche Üsterreichischerseits dem großbritannischen Reiche bisher zugestanden worden, vonseite des letzteren — mit Ausnahme der Herabsetzung des Zolles auf Werk- und Bau. holz und gewisser Versprechungen hinsichtlich der Herab« setzung der Weinzülle — ein nennenswerthes Aequiva-lent nicht geboten wurde und bei der Eigenart der englischen Gesetzgebung in Bezug auf die Besteuerung des Weines auch nicht geboten werden konnte. Bei Lösung der Frage, in welcher Weise der Handelsverkehr zwischen England Oesterreich künftig geregelt werden solle, war nach den Ausführungen de< Motiven» berichtes der Regierung die Erwägung entscheidend, daß mit Rücksicht auf die freundschaftlichen Beziehungen zu Großbritannien, das überdies „die Zollfreiheit seiner Ein» und Ausfuhr als fast ausnahmslose Regel betrachtet", eine disserentielle Netianolung seiner Provenienz ungerechtfertigt und den Interessen des österreichisch-ungarischen Verkehrs gewiß abträglich erschiene, womit für die Regierung, sollte anders ein neuer Handels« (nicht Zoll-) Vertrag mit Großbritannien über» Haupt zustande kommen, der Inhalt eines solchen Ver» träges schon gegeben war, und zwar durch die Elausel der meistbegünstigten Nationen, welche letztere denn auch den mcritorischen Theil der in Verhandlung stehenden Regierungsvorlage bildet. Der ooltswirthschaftliche Ausschuß stimmt auch in dieser Beziehung den Entschließungen der l. l. Regierung vollinhaltlich bei und betrachtet die Aufnahme der eben erwähnten Elausel in den abzuschließenden Vertrag nicht »llein durch die freundschaftlichen Relationen der beiden contrahierenden Staaten, sondern auch durch die Natur der Sache für geboten, abgesehen von der praktischen Unmöglichkeit, bei der eigenthümlichen geographischen Lage Oesterreichs und der Ausdehnung seiner Grenzen da« System der Differentialzölle in der Behandlung der Wareneinfuhr speciell großbritannischer Provenienz zur ftricten Durchführung zu bringen. Nach Erledigung dieser Frage war es wol von untergeordneter Bedeutung, welche Dauer im vorliegen-den Vertrage normiert werden sollte. Die Regierung entschteo sich, mit Rücksicht auf den Gesammtplan ihrer zollpolltlschen Action, eine möglichst kurze Frist zu filieren, die nicht allzu weit über den Zeitpunkt hinausreicht, bis zu welchem der Abschluß dieser Action die Beurtheilung der ganzen Tragweite der einem einzelnen Staate eingeräumten Melstbegünstigung erst ermöglichen wird, wo durch zugleich die im Molivenberichte ausgesprochene Er« llärung oollständia^gerechtfcrtigt erscheint, „daß die Zoll-frage nach keiner cn über die Vorconferenz lauten bis zur Stunde günstig, und wird in allen Berichten die Mäßigung dcsrussi. schen und die entgegenkommende Hallung des engli» schen Vertreters constaticrl. Indessen wäre es trotz alledem ncch viel zu früh, sich in dieser Beziehung zu großen Friedens.Hoffnungen hinzugeben. Die Fragen, die bis zur Zeit, von welcher die einlangenden Berichte lauten, in der Vorconferenz zur Spache gekommen sind, waren die relativ weniger schwierigen, und hatte mun an einer Verständigung inbetreff derselben vom .'lnfang an nicht gezweifelt. Bisher standen nemlich blos die Friedensbedingungen für Serbien und Montenegro auf der Tagesordnung, und werden die diesbezüglichen Mel düngen der „Corr. HavaS" von sonst bewährter Seile im wesentlichen als richtig bezeichnet. Dem gegenüber will allerdings der „Petersburger Herold" wissen, daß die oberwahnlen Meldungen der „Corr. Havas" unbe» gründet und inbetreff der Gebietsveränberungcn für Montenegro und Serbien noch gar nichts beschlossen sei. Das Petersburger Blatt mag mit seiner Behauptung insofern recht haben, daß bindende Beschlusse wirklich nicht vorliegen, ja auch nicht vorliegen können, weil ja die meisten der m der Vorcoufcrenz versammelten Special Vertreter die in derselben aufrauchenden Antrage und die hierüber vereinbarten Beschlüsse der Eonfere»z-Mil glieder vorerst nur aä roioronäum zu nehmen haben. Dies schließt jedoch durchaus nicht aus, daß sich die in der Porconferenz versammelten Diplomaten iiibetreff der zur Sprache gebrachten Fragen in der von der „Agence Havas" gemeldeten Weise verständigt und in diesem Sinne an ihre respective« Regierungen berichtet haben. — Dies wird auch dem ..Pester ^loyd" aus Konstanti« nopel von seinem Eorrespondenten erneuert bestätigt und noch hinzugefügt, daß die gleichfalls zur Sprache gebrachte Abtretung eine« Hafen« an Montenegro von der Vorconferenz abgelehnt worden sei, zu welcher Ablehnung, der Vertreter Italiens den ersten Anstoß gegeben hat. In der nächsten Sitzung sollte die Frage der Formulierung der Autonomie für Bulgarien, Bosnien und die Herzegowina und nach ihr die Frage der Garantie an die Reihe kommen, und wenn die teleyra» phische Meldung, daß der österreichische Vertreter Baron Calice zu>n Referenten für die Formulierung der Re» formen für Bosnien und Bulgarien bestellt worden jei, sich bestätigt, so ist die Vorconferenz hier wirklich schon in Nsäiau rss getreten. Unter Hinwels auf diese Nachricht schreibt der „Pester ttloyd:" Und hier können wir nur erneuert den Wunsch ausdrücken, daß sich die Herren in Konstantmopel nicht durch Schlagworlc blenden lassen, sondern daß sie dcr Sache in ihrer Wesenheit an den Leib rücken mögen. — Die Frage der Reformen in den zu paciftcierenden Gebieten der Türlei ist, wie wir dies schon wiederholt be> tonten, nicht zunächst vom politischen, sondern vurwie» gend vom vollswirthjchaftUchen Standpunkte in das Auge zu fassen. Nicht darum handelt es sich hier, nach irgend einer oder der andern Schablone politische Foi» men in das Leben zu rufen, welche.in ihrer prallischen Anwendung die Gegensätze zwischen den einander lusher feindlich gegenüberstehenden Volks» und Religionsstämmen erst recht zum AuSbruch bringen würden, sondern darum, daß der Bevölkerung der genannten Provinzen — Mo-hamedanern wie Christen — eine menschenwürdige Existenz, eine vernünftige, vor Unterschleifen und Blut-saugerei gesicherte öffentliche Verwaltung, eine geregelte und gerechte Justiz gesichert werde. — Und in dieser Richtung sehen wir den weiteren Arbeiten der Vor-confcrenz mit um so größerer Spannung entgegen, weil an dem Umstände, ob in den benachbarten türkischen Provinzen wirtlich dauernder Friede hergestellt werde, wir hier in Oesterreich-Ungarn eben am directesten interessiert sind. Gegenüber den nach den verschiedensten Seiten variier» ten Gerüchten über österreichisch ungarische Occupations» Pläne und der Meldung des ..Petersburger Herold," daß in dieser Beziehung bereits zwischen Oesterreich und Ruß« land ein formelles Uebereinlommen bestehe, werden wir auf den einen allgemein bekannten, und für jedermann wahrnehmbaren Umstand aufmerksam gemacht, daß angesichts der für den offen ausgesprochenen Zweck der Occupation in umfassendster Weise in Scene gesetzten Rüstungen Rußlands, angesichts der überstürzten mill» türischen Maßnahmen in Bukarest und Athen, angesichts der nicht geleugneten, umfassenden militärischen Vor« bereitungen England«, ja selbst angesichts der militärischen Bewegung in dem benachbarten Italien, von Oester» reich. Ungarn, dieser an den orientalischen Ereignissen in allererster ttinie interessierten Macht bis zur Stunde auch nicht ein Mann in Bewegung gesetzt, auch nicht ein Groschen zu Rüstung»zwecken verausaabt worden sei. — Dieser eine Umstand, bemerkt unser Gewährsmann, be» weise wol für sich am klarsten, daß der Occupations. Gedanke bei uns heute wenigsten« noch nicht auf der Tagesordnung stehe. Politische Uebersicht «albach, 20. Dezember. In der gestrigen letzten Sitzung de« 0 sterreichi. schen Nbgeordnetenhauses vor den Welhnachtsferien wur< den der provisorische Handelsvertrag mil England, ferner das Uebereinlommen wegen Verlängerung des französischen Handelsverträge« und der Vertrag wegen Erneuerung de« Zoll» und Sleueroereine« mil Liechtenstein, die beiden ersteren Vorlagen ohne jede Debatte, geneh» migt. DaS Haus erledigte sodann daS Finanzgesetz pro 1877. Auch da« Herrenhaus wird noch im Laufe die. ser Woche da« Budget erledigen. Der Iustizminister wird in demselben einen Gesetzentwurf einbringen, wel» chcr daS Gesetz über die gemeinsame Vertretung der Ve^ sitzer von Theilschuldverlchreibunqeii, namentlich die Stellung des gemeinsamen Curator«, abändert. — Wie die „Presse" vernimmt, besteht in Kreisen der Herrenhau«' Mitglieder die Absicht, noch vor Beginn der Weihnacht fericn eine Kundgebung des Herrenhauses sowol bezüglich des Ausgleiches mit Ungarn als auch in der Orie"t' Frage zu erlassen. Das ungarische Abgeordnetenhaus hat voraestel" die Handelsverträge mit Frankreich, England »nd Lie^ tcnstein unverändert angenommen. — Der Minist Präsident Tisza beantwortete in der gestrigen Sitzu"9 die Interpellation betreffs der Znslände Dalm aliens dahin, daß Dalmalicn gegenwärtig thatsächlich zu Oestel' reich gehöre und Ungarn sich in die innere Vcrwallunl! Oesterreichs nicht einmengen lünne; — er lönnc si^ daher zur Untersuchung des amtlichen Vorgehens solcher österreichischer Regierungsorganc, deren Wirksamkeit auf die Entwicklung dcr oric.ttalischcn Ereignisse von Einfluß ist. um so weniger berufen fühlen, als er zur Polin! und zu der Energie des Grafen Andrassy volles Vertrauen habe. Das Haus nahm die Antwort zur Kenntnis. Der deutsche Reichstag nahm daS Gesetz "^ die Gerichtsverfassung in dritter Lesung nach d"" ^n. quel'schen Comprumißvorschlage an. Die Gocialdenw ^ zogen ihre Anträge wegen Aussichtslosigkeit der A .^o. derselben zurück und erklärten, an weiteren lungen nicht theilzunehmen. ffraul - D^ch den jüngsten Ministerwechsel ^ „^. re.ch sche.nt der ^''st'ct zw.schcn der ^ ^ Ausschuß des Senates will" da« ^. - ^m^ ln n N^ °uf die GeHr u»d vertagte die Verathuns des indischen Munzgesetze« auf unbestimmte Zeit. <»^ . . «. Die italienische Abgeordnetenkammer yencb/ mi^te am 16. d M fast einstimmig den Vorai.schlag des Unlerrlchlsmlnisterlums für 1877 mit etwas übel 24 Millionen Vire. wovon 2 Millionen Ueberträae aus dem laufenden Jahre sind. Die Kammer ging sodann an die Vermhung des Budget» für da« Ackerbau» u"t> 3361 Handelsministerium. — Die Erklärungen des ltalieni. schm Ministerpräsidenten in der oorgestriaen Kammer-htzung beweism, daß da« Cabinet leine Luft hat, sich don seinen Parteigenossen zu gefährlichen Experimenten M Orient verleiten zu lassen Depreti» betonte wol die Borge um da« Ls« der christlichen Völkerschaften in der türlei, erklärte aber ausdrücklich, daß die Negierung a« Pariser Frie»tn«v»rtragt festhalten werde. Die griechische Bewegung in der Türlei nimmt rapid zu. Nus Thrazien und Mazedonien sind ruhig gehaltene, aus Thessalien und Epirus energische Peti-lionen um Oleichberechtigung mit den Slaven beim Patriarche« eingelaufen, der dieselben dem Großoezier überreichen wird. Den zur Eonferenz in Konslantinopel versammelten Diplomaten ist kürzlich durch Dimitrl Vratiano auch ein rumünische« Memorandum übergeben worden, in welchem die Neutralität Rumänien« sehr stark betont wird. Die Conferenz — heißt es darin — möge Ru< münlen durch eine feierliche Erklärung eine ähnliche Stel, lung schassen, wie fte Belgien und die Schweiz in der europäischen Staatengesellschaft einnehme!., um für die Zukunft einen Zusammenstoß der Großmächte im Oriente unmöglich zu machen. Ueber den bisherigen Eharulter der Verhandlungen in Konstantinopel liegen leine positiven Angaben, sondern nur StlmmungSberichtc vor. Die Haltung Ruß. lands wird fortwährend als eine höchst versöhnliche be-zeichnel, da es weder auf der Occupation Bulgariens durch russische Truppen, noch auf der Entwaffnung der türkischen Bevölkerung angeblich besteht. Die Vertretung E erbi ens bei der Eonferenz hat Rußland übernommen. Der serbische Kriegsminister be» harrt angeblich darauf, daß die russischen Brigaden serbischen Commandanten unterstellt werden. Wenn nicht alle Zeichen trügen, so wird der Val« lan Halbinsel al« Weihnachlsgabe eine ansehnliche Ver> längerung de« Waffenstillstände« zutheil werden, und zwar bis Anfang März. Freilich würde sich dieser Waf. fenstillstand nur auf Montenegro und Serbien einerseits und die türkische Regierung andererseits be< ziehen. Indessen würde der Umstand, daß Rußland sich diesem Waffenstillstand nicht entgegenstellt, immerhin eine russische Winiercampagne als außer Berechnung liegend hinstellen. Depesche« au« der türkischen Hauptstadt zu» folge soll Mithat» Pascha selbst sehr stark zum Frieden rathen. Gagesueuisikeilen. - (Eine kostbare Monstranz.) Erzherzoss Ludwig Gal»»»»« hol fUl eine Nische nus der V.»le«tN!nsel Mallall» e,ne loftbart Monftianlr llnferlissm lasse». Dieselbe em bvlle man ein rollende« unterirdische« Oetöse. diesem solgte ein Lrziilern lleinerer. ans lischen und ,5i«s1en befindlicher Gegen» slilnde. Die ganze Dauer war circa sechs Secunden. Gegen l Uhr 45 Mumien wurde tine »weite, jedoch schwiichere Erschütterung w°»rgen°mmen. Nußer «gram sind Über d.« Erdbeben Verichle eingegangen au« Kloster I°°'''c. 2,°,m°, Kreuz. Slssel. Kostaj. nica Veeiinec, Velesevec und Doruvar. Die Richtung war lhe.l« bUd'west bi« Nordofi. theil« SUdost bi« Nordwest gemeldet. Unter dm jilhrl.ch um diese Zeit in der dortigen Gegend beobachteten ErberschMerungen ist die di.ejährige die stHrlste sei, dem Jahre — lHaupttltffel der Lredillose.) Dtesen Mon-t°, erschienen in Wien zwei »°uern in der Wechselstube von Vreitn« und Ionienh («m Hos), und mdem sie au« etwa zwar,-zig ZtilnnMtlttein heron« zwei wohlvelp°ck,< Lrebitlose hervor-wickelten, verlangten sie ..etwa, Geld" dofltr. Man gab 'hmu einen «our« °„. der ihnen zuzusagen schien. Der Lb.es de, Hau. se« ließ vor dem «"laus der Lose die Ziehungsliste nachsehen. Gossen« das sein." meinte emer der «auern. ..es ist schab' um die Zeill" «ber e« zeigte sich, »°ß beide Lose in der letzten Zi.hung gezogen worden w»ren. D°« eine ro«. Serie 710, Nr. 30. halte den Houpltitfser von 200.000 st. gemacht, da« an-der« einen Irefser von 1000 fl. Die genannte Wechselstube be-sorgte sosorl die ««complierung der Lole. und um II Uhr suh. reu die beiden vauern - sie sin» »u» «mst^lten — mit der Westbahn nach Hause. Die biederen kandleute trugen bare l«7,000 st, von hier fort; den Dienern der Wechselstube, wo ihnen ihr<3luct belonnt geworden, nberrelchten sie großmüthig — lthn Vulden. — (VlnltermVrber Hacller.) Raimund Hacller, der durch die unerhörte Mordthat an seiner eigenen Mutter jungst die Residenz in s» grenzenloser Weise in Aufregung versetzte, dlltfte in zwei bi« drei Wochen schon vor d«n Geschwornen stehen. Holller soll nur de« Todtschlnge« in Nufregung geständig sein. — (lorpedo.Fabrication in Oesterreich.) Da« englische Krieg«minifterium hat bei Mr. Nhilehe»d zwei-huudert der vou ihm erfundenen „F>sch",toipedo« zu dem be» dungenen Preise von circa b(X) Pfund Sterling per Stuck bestellt. Diese lorptdo« werden unter der Nufficht de» Erfinder« in Oesterreich fabriciert. So melden englische Vllltler. — (Ein skalpierter Zeilung«»slevorter.) Ein Verichlerstatler der »iNewyorl Post", M. Slephenson, welcher vor wenigen Monaten von Sioul»Ind,»nern scalplerl worden ist, jchilderl seine Empfindungen bei und seil diesem Vorgänge sol> gendermahen: Von dem Momente, wo ich gefangen wurde, bis zu dem, wo ich da» Vewußtsein verlor, find höchsten« zwei Mi» nuten verftofsen, und doch wurden fie mir zu einer Ewigleil. Ich sllhlt-, wie da» Lasso sich um meinen Körper schlang, fiel »om Pferde, und fast im selben Augenblicke fühlte ich zwe« Knie auf meiner Vrust und sah die zwci feurigen llugcu einer Vlothh»u< auf mich gerichtet. Der Indianer ergriff seinen Tomahawk, um mir den Schädel zu spallen, doch plötzlich innehaltend und sich überlegend, daß e« wol angenehmer sein müsse, mich lebend zu scalftitren, legte er den Tomahawk neben sich auf« Ora«. In diese« Augenblicke wollte ich schreien, mich zu erheben, zu ver« lhridigen suchen — »ber ich war wie gelähmt l Im Zeitraum? eine« Augenblicke« sah ich vor «emen «ugen sein Messcr blitzen, fllhlle ich etwa« wie einen feurigen Ring um meinen Kops, dann war e« mir, al« ob man eine Schale au« heißem Eisen mir direct auf di? Hirnschale legte, und während ber Indianer sich elitsernte. wurde ich ohnmächtig. Valb halten mich Unio««lruppen aufgefnnden, nnd so schwebte ich einen Monat lang im Hospitale zwischen Leben und Tod. Während dieser Zeit brannte mir der Kopf, al« wenn ich e,ne brennende Wemgeiftlampe im Oehirne Hütte. Die Kopfhaut ist unterdessen w,ed,r gewachsen, freilich lein H«ar daraus und mit rothen Flecken versehen. Diese Haut ift äußerst empfindlich, namentlich fühle ich Stiche unter derfelben bei Willerung«verllndelUl!gtn. HilizuzufUgeu ist noch, daß die «ylewyotl Post« Herrn Slcphelison eine Lnlschiidignng om, ii0,000 Dollar« gegeben hat. fokales. Vom WeihnachtS-Vüchertische. Für uns Große. Schwer wird es uns, aus der uns vorliegenden Sammlung von Prachtwcrlen, in des Wortes bester Bedeutung, das Schönste und Veste herauszufinden, waS unseren erwachsenen Freunden und Bekannten, denen wir eine (ihristbcscherung bereiten wollen, dauernde Freude machen würde. So viel Schönes, OuteS und Reueb liringl heuer der Buchhandel, daß wir schier d.n Wald vor lauter Bäumen nichl sehen und uns fragen müsse»,: Kann denn das alles abgesetzt werden? — eine Frage, die eigentlich den betreffenden Verlegern besser zustünde, die so viel Geld auf die kostbare Ausstattung der Bücher verwendet haben. Bon den hervorragendsten Werken des heurigen Weihnachtstisches nennen wir vor allen Herr mann Schmids und Karl Stielcrs, König Ludwig II. von Naiern gewidmetes Gedenlbuch aus dem baicrischen Gebirge und dem Salzlammergute, betitelt: „Aus deutschen Bergen." Dasselbe enthält einen reichen Schatz von Erzählungen auS den Alpen mit prachtvollen Holzschnitten, von drnen wir den Obers«, Salzburg, den Schliers«, lauter naturgetreue Bilder, welche jrdcn Naturfreund entzücken muffen, besonders erwähnen wollen. Eine rührend einfache Handlung, schlicht nach Seemanns Weise erzählt, die ihre Wirkung wol bei keinem verfehlen wird, nimmt sich Tennyson in seinem Enoch Ar den zum Vorwürfe. DaS Gedicht liegt uns in deutscher Ucbersctzung von Adolf Strodtmann, meisterhaft illustriert von Paul Thu mann, als Prachtwcrl ersten Ranges vor und wird gewiß nicht verfehlen, überall Aufsehen zu erregen. Victor von Scheffel hat uns sein „(^ kuävkmuL" und seinen „Trompeter von Säckingen," letzteren bereits in 5 0. Auflage, in Prachtgewand gekleidet, für den Weihnachtstisch zurecht gelegt. Zwei alljährlich wiederkehrende, sehr beliebte Weihnachtsgabcn bilden Trägers „Deutsche Kunst in Bild und Lied" und „Das deutsche Künstler.Album" von Ernst Schc-renberg. Das erstere heuer im 19., letzteres im 10. Jahrgange als Forlsetzung des düsseldorfer Künstler. Albums vorliegend, bieten zwei Sammlungen reizender Bilder, Gedichte und Novellen, wclchc jedem Salon zur Zierde gereichen können; so farbenprächtige, füdliche Glut athmende Bildcr. wi« z. B. Cramers ,,'Maneserin," findet man nicht bald in cmcm zweiten Werke. „Natur und Herz" und ..Blätter und Blüten deutscher Poesie und Kunst" nennen sich zwei weihevolle, ele« gant ausgestattete literarische Pendants, welche das Beste der modernen Lyrik und reizende Bilder in Stahlstich enthalten. Die Dvlö'schen Illustrationen sind zu bekannt, »l» daß wir dessen „Bibel", „Märchen", „Don Qul. rote" und „Münchhausen" besonder« zu erwähnen brauchten. Auch unseres Nnaftasiu« Vrüns Werke sind heuer zum Weihnachtstische in eleganten »uSgaben von der Grote'schcn Verlagsbuchhandlung in Verlin au»« gegeben worden. Visher liegen uns dessen «Spazier, günge eine« wiener Poeten" und die Sammlung „Aus ber Veranda" als Elzeoier»u«gaben lm eleganten Einbande vor. Wer Nalurmalerei liebt, wird in Stifter«, des Maler« mit Worten, .Studien" einen unerschöpflichen Schatz poefievoller Schilderungen finden. 2m echter Wiener, dem nicht« über seine „Kaiserstadt" geht, wird gewiß vom .Album von Wien", da« 13 Farbendrucke nach Aquarellen von Franz «lt ln eleganter Enveloppe biingl, entzückt sein. Johanne« Scherr«„Vildersaal au« der Weltliteratur" und defst.n „Literaturgeschichte" find Spenden von immerwährendem Werthe. Oskar Vlumenthal bietet un« in seinem „Allerhand Ungezogenheilen" eine Blutenlese geistreicher Grobheiten, die zwar seinen lieben Gegnern freundschaftlichst gewidmet find, die jedoch jeder auch auf sich beziehen kann und darum dem Autor gewiß nicht böse wirb, der e« so meisterhaft versteht, die Schwächen der Welt in geistreicher Weise zu geißeln. W. Hertz, der geniale Bearbeiter mittelalterlicher Dichtungen, hat un« mit „Hugdietrich« Braut» fahrt", ein epische« Gedicht, ein kostbares Buch für den Weihnacht«tisch geliefert, dessen üußere Au«stattung dem inneren Werthe vollkommen entspricht. Die Reisebeschrei-bungen zweier Oesterreicher: die Payer« nach Norden und jene Leopold von Iedina'e „Um Afrika", bilden ebenfall« empfehlen«werthe Festgeschenle; ebenso da« Meyer'sche „Eonvcrsation«lerill,n", das gegenwärtig bi« zum 9. Bande in neuer Auflage vorgerückt ist. Angehenden Hypochondern möchten wir Bocke „Vuch vom gesunden und kranken Menschen" empfehlen. Aber nicht nur „schönwifsenschaftliche" Werke, wie der ,I«l-iuiuu8 tsctmicui," der Buchhändler lautet, yaben sich in glänzendes Gewand gehüllt, auch Werke ernster Wissenschaft verschmähen eS nicht, im prunkenden Kleide sich einzustellen. Sie nehmen sich gar sonderbar aus, die dickbäuchigen, meist mehrbündigen Gelehrten, mitten unter der Schar leichten Volles, auf deren in die Augen springendes Acußere sie, sich ihres inneren Werthes wohl bewußt, mit stolzer Verachtung herunterblicken. Die zwölf-bändige Weber'sche „Weltgeschichte" bis zum Itzlen Jahrhundert, „dem Zeitalter deS absoluten Königthums", reichend, sowie Kieperts „Handatlas des Himmels und der Er^e", in 72 Blättern, sind zwei Werke, die gewiß unter die hervorragendsten Erscheinungen auf historischem und kartographischem Gebiete zu zählen sind. Kiepcrts Handatlas erhielt vom internationalen geogra^ phischen Cnngreß in Antwerpen den einz gen ersten Preis, eine Empfehlung, die besser spricht als alle anderen. In keiner Büchcrsammlung sollte unseres, um d»c Bandes-geschichtc hochverdienten August Dimitz' „Geschichte Krams" fehlen. Die Vrrlagshandlung hat auch dieses vorzügliche Werk im Festlleibe auf den Weihnachtstisch gestellt. Des Nestors der Naturforscher, Humboldt, „.«usmo»", Brehms, des berühmten Zoologen, „IUu< striertee Thicrlcben", NecliuS Ule'S „Die Erde und die Erscheinungen an deren Oberfläche" unv Hellwalds „Die Erde und ihre Böller" sind lauter Werle, welche jedem Weihnachtstische zur Zierde und dem Spender für den bewiesenen Geschmack nur zur Ehre gereichen werden. Auch auf dem Gebiete der Kunft llegl un« manche bedclltunuevolle Erscheinung vor; ftaunenswerth sind auf diesem Gebiete die Fortschritte der Photographie. Die Erzeugnisse der photographischen Gesellschaft in Verlin stehen da obenan und werben in jedem Galon einen dauernde» Wandschmuck abgeben. Von den vielen Bildern wollen wir nur einige, wie z. V. Henneberg« .Jagd nuch dem Glücke" erwähnen. Eine über einer Seifenblase auf ichwanlendem Stege dahinfchwebende Frauen-ueslalt wird von einem Manne, dem die Mut der Veiden-schafl auS allen Zügen spricht, in über zertretene Ge-stallen dahinstürmendem Galopp oei folgt, ein Bild von ebenso genialer Conception wie meisterhafter Ausführung. Die Grühner'schen humorvollen Bilder, dessen „Jägerlatein" oder „Schwere Wahl" das Herz jeden echten Nimrod«, ebenso wie die Steffcckichen Bilder da« jede« Sport«mannes erfreuen müssen, waren fchon im Vor-jähre da. Knaus, „der deutsche Murillo," Hal un« heuer mit einem Mabonncnbilde beschert, da« würdig ist, den besten Erzeugnissen der klassischen Meister an die Seite gestellt zu werden. So hätten wir denn aus der großen Fülle des uns vorliegenden Materials, so weit es der, uns von der Redaction grausam knapp zugemessene Raum er-laubte, nur weniges herausgegriffen, sind jedoch Überzeugt, daß unfere Leser noch vieles andere finden werden daS ihren Wünschen besser entsprechen würde, und sch' nun mit dem Wunsche, baß es nach dem Ehrm-,,^ leme Wunsche mehr gäbe, dann, schhne Leserin, werden auch Sic zufrieden sein. — (S ammlunz « - rg - bni «.) Für die »bgebrannlen in l!°ilsch ist bei der hiesigen l. l. ^nnbeeregiernn« von ber l. l. Vezirlehallplmonnfchuf! Vl»rbnr, «» S»mmlung»belr«, von 23 fi. 40 lr. eingegangen. ^ (Freiwillige ßen erwehr.) »l« unter, stützende Mitglieder der laibacher sreiwilligen Feuerwehr haben den I lichleit geboten würde, an dem Unterrichte dieser Fachschule theil» zunehmen. Wohlhabenden Industriellen und Heimatsfreunden böte sich somit die schünfte Velegenheil, durch Entsendung von bildungsfähigen Arbeitern oder Creiernng von einigen, wenn auch bescheidenen Stipendien einen wahrhaft gemeinnützigen Zweck in «dler Wetse zn ftlibern. — (Laib ach er Voltslüche.) Wie wir mit Vergnü» gen conftatieren können, findet die Idee der Errichtung einer Volksküche in Laibach in weitesten Kreisen den lebhaften Anklang und ist gegründete Hoffnung dorhanden, daß schon inlürze zur Lonftituierung derselben wird geschritten werben können. Eine wesentliche Förderung wurde dem Unternehmen dieseitage durch einen hochherzigen Act der laibacher Sparkasse zulheil, die bekanntlich leine Telegenheit vorübergehen läßt, wo es einen humanitären oder gemeinnützigen Zweck zu fördern gilt. Herr Stadtlassier Hengthaler, der Anreger des Project»,«, wandte sich nernllch kürzlich an die Direction des genannten Institute« mit dem Ersuchen, die im Souterrain de« alten Schieß statte» gebäude« gelegenen Lokalitäten zur Errichtung einer Volks» lüche unentgeltlich Überlassen zu wollen. Mit gewohnter Coulance hat die löbliche Sparlasfedlrection in ihrer letzten Sitzung diesem Ansuchen im weitesten Umfange und bereitwilligst entsprochen, indem sie Herrn Hengthaler sämmtliche angesprochenen Lokalitäten sowie überdies auch noch «in Zlmmer, welche« eventuell den am-tierenden Schutzdamen als Versammlungslokale dienen könnt:, zu dem genannten Zwecke unentgeltlich zur Verfügung stellte. Die wesentlichste Schwierigkeit: die Auffindung und Acquisition einer geeigneten Lokalität, ist daher durch diesen aneltenlienewerlhen Act der löblichen Bparlasse gelöst; auch dürfte die Herrichtung der Lokalitäten zu dem speziellen Oebrauchszwecke leine nennens» werthen Kosten verursachen, da außer der Nufftllluug eines Bpar-herde« und der Anschaffung der erforderlichen Kllchengeräthschasten und Services hiezu nichts weiter erforderlich ist. V« erübrigt daher nur noch die Herbeischaffung der zur ersten Einrichtung und zum vetiiebe der ersten Tage nöthigen O,lomitlel, doch werben sich hoffentlich auch diese bald finden, da Herr Heugthaler, Dank der Zustcherung mehrerer Wohlthäter, bereits gegenwärtig in der sichere» Nnhoffnng einer Summe van 400 fi. ist, welcher Vetrag gewiß inlürze eine ansehnliche Vermehrung erhalten dürfte, da da« Prcject mit Recht allseit« goutiert wird und sich in Anbetracht des wohlthätigen Zwecke« zweifelsohne auch Kaufleute, Fleischer, Viicker u. dgl. herbeilassen werden, dem Unternehmen die nothwendigen Lebensmitlel zum Selbstkostenpreise — ohne Beanspruchung eine« Oewinne« — zu liefern. Und <» Neichsmarl 61 85. w,en, 20, De,ember. 2 llyr imOmOlag«. (Schluhcour«?., treditactie« 134 80, lttllOer i!o!e 110 50. 1U64er ^ole I30 25, österreichische Ne»ll »> Papier 60 20. Klaalsbahn 25« - . N°ld bahn 179 25, 20.Fianle»st>,s?e 10 05'/«, »„uanlchr «lreditacl,,« 101—, dfterltlchljche Flailcobunt —. österreichische Nüglobanl 68—, Lombarden 78—, ll»t Wie». Schlüpfer. Kaufmann. Trieft. — Fleckner. Inspector; Vieicbl, Weißner, Vauer, «ach, Kaufleute, und Pollal. Reisender. Wien. -- Popper. Vahndirector, Sissel, — Vauoenz. Privatier, Pola. — Gchinl, Sagor. - Honrad, Kaufmann, Vrllnn. — Steinlin. Iosefsthal, - Guppan. «lafetiei. «arlstadt. — Vtardelli. «eisender, Feldküchen. hslel «lejsnl. Fecher, Panoramabesitzer, Vroßwardein. - Ko« privnilar, Pfarrer, Sava. ^jagai, St. Peter, - Kurz, Ouins. Dr. Tize», «ezirksarzt. i?iltai. h«tel Europa. Kobler. i!,ttai, »avagnoli, Holzhänbler. «gram. — Uaron', Ingenieur, Mailand. v«iert,iarii, Vauunternehmer, Selce. Sternwarte. Kelsevani, Duruberg. - Uil,oli, Handelsmanll. «tls"'z,_____________________________________^^ Theater. Heute: Die Witwe «Nandelhuber. Origil.al.i!ustspiel in ___________ 3 Nclen von R. Kneisel. Meteorologische Orolli,chlul,«eu lu Laibach. ! 7 U. M« 724.4, ^1.» NW. s. schw. bewölkt ' 77, 20.' 2 .. N. 722.«, -z- 6.» O. s. schwach bewölkt "" > »,. »u. 720..,9 -j- 74 NW f. schw. bewölkt "^ Trllbe, abwechselnd Regen, nachmittags einzelne Sonuen-blicke. Da» I»<,esm,tlel der Wurme -j- 5 3", um 7 8° «lber dem slormale. «fsainmoi llich^r Neduclein : O > lomar ^l< a m l, e r «- 3^l>V^N^Vl<^s Wle», 19. Dezember. (1 Uhr.) Die Louise besserten sich auf der ganjen Linie mit nur sehr wenigen «usnahmln; allein da« Charakteristische de« Verkehrs - die OtfaM"' <^vl,^Ni)dl^/l. loftgleit, blieb auch heute vatwaltend und die Loursbesserungen, meist an sich nicht bedeutend, waren eben nur die yolge mangelnden Angebote«. ^^- »Äb wo« M»l» ) «. (.....60 - 6a 10 Februar.) "««« ^ ^.^ ^^^ v«le. 1W9........2hz. .^^ " ^........Il-b- 105 50 . 1960 (Fünftel) . ' ' ' !i?^ ^'^ ' > 1°". « :.....129 7^ 130. Uug. PrilMlen.Nul......^z^ ^.^, lrlbit'L.......... Is»?5 16425 «iudolfs.Ü ' -^ - - '»bo I375 Vrämieullnleben der Vtadt Wien V4— 9459 D^nau-Megulierun«««L°se . . ,^« z«. ,0575 V°nillnen Pfandbriefe .... 141« 14175 0esterlt,chischt Echatzfcheine. . 87 «H ^7.^, Ung. v!'tl,»,lll,ll-«ln!..... v«e>u 9«ht) Ung. Echllhbon« vom I. 1l^74 9V- W-^j »ulehen d. Stadlgemeinde Wim in«.«. ........ N" "»b «n»«de« lem-ser Vanal.......71 - 7> 75 Ungarn..........7ö5O 74 Nette» »<» V««k«. «n«l««»sterr. Vanl..... 68 6« 2b Tiebttaustalt........ 134 80 184 40 Creditanftllll, ungar..... 10« 50 77^0 Wiener Vanlverein ..... - — — - Rette« »«« Ir««»tz,rt'U»ter»e>-«»»«e». O«U» >v«« «lf«ld.«,h»........vu _ Vli5s) Don»n.l»«npschi«..«.s,lllchaft 243- 346-«lisabtth.Nestvahn ... Idl» - 184— Ferbin»ud»,«erl,b»l»n . . . 1790—1793-tzranz. 3»<«ph . Bohn .... 1«,— 12, <^> O°l,,ifche ssarl-pnd«ia..Vllhn . 80 »35 800 75 Koschau-Oderberger Vahn . . «l 8il i!twbera-«^rnowihei Vahn . l l0— 110 50 lÜoyd.Olsellsch. . . . l«,l, - 310> - Oenerr. sioroioestbahn .... 116 117 — «ubolf«l«chn .... 101 - 10,50 S aalsoayu........257- «5750 Bllbbahn.........78— 7X25 Tdeitz.>fta^n........163 1«4 - Ullgar..g»liz. Verbindungsbahn ?5-> 76 — Ungonsche «orooftbahn ... 86 - 8« 50 Un^»r,sa,r Oftdahu.....»9 75 30 — Wiener Tram«ay« 25 »150 «al. Karl.Lnbwi,,-«.. 1. Vm. 1"^^ '^^ Oessert 'liasdm^Vahtl "^ H575 Giebenbttrger «ahn . . ,^4 zn 155 - St°at«bahn 1. Vm. . . ',ß^5 ,167b »<»!,»>°>,,l K »«/..... > '„I 70 93 — b'. . . . . ' ^. . _ .. Sudbahn, «on« ....-' H7- _ h,..« Uu». ofta^hn ....-'' Devise«. «uf deutsche Pliche ' ' ,^" " 5N i?°nd°n. lnrze Gicht "A ^6 85 .ondon. lange «i« ' . .' ' '^' ^« Gel»»«rte«. Dukaten . ' .^ !>» ll. 6 ft. - lr. Mp°!e°n«d'°r .- W ^8 . 10.0V . Deutsche «lei«»- banlnoten 6«. 10 . «2 , 80 , Gilbergulden 114 »90 lib ^ 10 . «ro'nischf Vru,,f>entla»nng«-0bliaatil,nnl «livatnotttrun«: Veld 9^—. Ware —-—. Vlachtr««: Um 1 Uhr 90 Minuten notieren: «en«, 59 95 l,l« 6U0b. «ilb«rr»m« «6k« bi« 66 «0. Credit 124 — bi« 184 10 «nal° 68 -^ «»» 68 25. London 126 15 bi« 1«640 N»p,i««u« 10 0U bis 10-09 »Ub« 114 7b bi« lib —.