-W. Donnerstag den 8. Derimbev is8ß. Deutschland. Oldenburg, 18. November. Sc. Majestät der König von Griechenland ist hcute Nachmittag um 2 V« Uhr in unserer Stadt angekommen; die letzteNacht brachte der hohe Reisende in Bremen zu. Das Program ft'ir die Feierlichkeiten bei der Ver. mählung, die am 22. dieses Stattfinden wird, ist vorgestern bekannt gemacht worden. (Allg. Z.) Schweiz. Der Vorort hat die Stände durch Kreisschrciben von der Beilegung dcr Anständc mit Frankreich und der Wiederherstellung der früher bestandenen Verhältnisse in Kenntniß gesetzt/ Mit dieser »mündlichen" Anzeige habe zugleich dcr französische Hr. Bothschaf-ter den gewiß auch in dcr Schweiz überall rege gewordenen Wunsch ausgesprochen, es möge künftig das seit Jahrhunderten bestandene ftcundnachbarliche Vernehmen zwischen Frankreich und der schweizerischen Eidgenossenschaft nicht mehr getrübt, sondern gegen-seitig sorgfältig gepflegt werden. Ein Bericht der Herren Ingenieure Negrelli und Eschmann an die Handelskammer des Kantons Zürich über die erfolgte Untersuchung der Lage von Zu» rich bis Basel, Behufs dcr Anlegung einer Eisenbahn, deren Länge approximativ gegen 20 Schweizcrstunden betragen würde, die aber vermittelst der Anwendung der Dampfkraft in weniger als 3 Stunden zurück gelegt werden sollten, — schlägt die dicßfälligen Kosten nach oberflächlicher Berechnung auf 3 Millionen 800,000 Schweizcrfranken an. Diese Bahn würde !,, der Nähe des Spizschopfes zu Zürich ihren Anfang r.chmen, unter Badcn über die Limmat fortgesetzt wer-dcn, unweit der Nheinmündung bei Koblenz die Aare überschreiten, hart an Rhemfelden vorbei streifen, und vor den Mauern von Basel auslaufen. Noch ehe ihre Anlegung beschlossen, geschweige damit der Anfang gemacht ist, spricht man bereits von einer zweiten Eisenbahn , als Fortsetzung der obigen. Dieselbe sollte von Zilrich nach Chur und bis unmittelbar an den Fuß des Alponpasses führen, der Weg von Zürich bis Chur dann in 7 Stunden zurück zu lrgen seyn und die Kosten 2 Millionen 750,000 Franken betragen. Endlich weil alle gute Dinge drei, soll auch noch eine Eisenbahn von Zürich über Winterthur unterhalb Frauenftld vorbei, nach Sulgen und von da an den Bodensee geführt werden. Die Bahnlänge betrüge 15V4 Schweizerstunden und dcr Kostenaufwand 3'/^ Millionen Franken. Summa Eummarum des Kostenbetrags aller drei einstweilen auf dem Papier stehenden Eisenbahnen: 10Millionen 50,000 Schweizer-franken. (B. v. T.> Frankreich. Ein Privatschreiben aus Algier meldet vom 10. Nov.: „Marschall Clauzel war genöthigt, däs Lager der Chiffa zu verlassen, um so viele Truppen als möglich in Bona zu versammeln, weil die Regierung ihm die zwei Regimenter, welche das vorige Ministerium ihm versprochen, nicht geschickt hatte. Wir h.-'ben die nachtheiligen Folgen dieser Verfügung vorausgesehen. Wirklich hat der Bey von Miliana vor einigen Tagen Blida mit 2 bis 3000 Reitern uud Fußgängern besetzt. Das von uns an den Ufern dcr Chiffa errichtete Blockhaus ward angegriffen, die Araber konnten sich aber desselben nicht bemächtigen. Die Reiter des Bcy's verbreiteten sich in der Ebene von Metidja, wo sie Alles plünderten und verheerten. Die Spahis wollten sich dieftm Einbruch widersetzen. Sie hatten mit den Beduinen ein sehr ernstes Gefecht uud 392 schlugen sich tapfer, verloren aber 31 Todte und hat» /ten mehrere Verwundete. General Napatel, der diese Bewegung erfahren, zog mit etwa 2000 Mann und vieler Artillerie gegen Blida aus und kam dcm Vey in den Nucken, in dem Augenblicke, wo dieser in der Fronte angegriffen zu werden glaubte. Es entstand ein langes Gefecht, wobei der Feind geworfen wurde und gegen 100 Mann, worunter angeblich mehrere bedeutende Chefs sind, verloren haben soll." _ »Vom 13. Nach neuern Nachrichten hat sich der Bey Blü da's neuerdings bemächtigt, und alle Stämme zu sich berufen. Auch soll Abd-El-Kader mit 3 bis 4000 Reitern in unserer Nähe stehen und versprochen hadcn, ln Verbindung mit dem Bey von Miliana AlFier zu nehmen. Dieses Erscheinen feindlicher Streitmacht in unserer Provinz hat den General Damremont veranlaßt, n.ich Frankreich zu reisen und dort weitere Verstärkungen nachzusuchen. General Rapatel ist gestern Abend hier angekommen. Es heißt, ein Deserteur, Namens Moulier, commandire die kecksten unserer Feinde; man sah ihn den Leichnam des Hrn. Guillard, Offiziers der Spahis, verstümmeln, und seinen Namen mit einem Dolche auf den Leichnam dieses tapferen Offiziers einschreiben. Derselbe Deserteur hatte bei dem letzten Ausfall des Marschalls die Schildwa-chen der Vorposten insultirt." ' (Allg. Z.) In einem Schreiben aus Paris vom 20. November wird gemeldet: Das Linienschiff Jupiter und ein Dampfboot sind am 8. von Bona nach Tunis abgegangen. Man sagt, ihre Bestimmung sey, 1200 Türken daselbst an Bord zu nehmen, welche der Bey jen"r Regentschaft zur Verfügung des Marschalls Clauzel Me, und welche die Leibwache Yususss, als Vey's von Constantine bilden sollen. (Allg. Z.) Paris, den 25. Nov. Der Erzbischof von Paris hat aus Anlaß des Todes Carl X. ein Rundschreiben an die Pfarrer von Paris erlassen, worin er sie ermahnt, eine kluge Nachgiebigkeit zu beobachten, und durch in den Kirchen angestellte Trauerfcicrlichkeiten für den verstorbenen König nicht Veranlassung zu Nolksunruhcn zu geben. (B. v; T.)' Paris, 25. November. Man hat Nachrichten von Sr. k. Hoheit dcm Prinzen Ioinville durch den Dreimaster San Spindion, der von Alerandricn l« Ägypten in 21 Tagen nach Marseille gekommen ist. Der San Spiridion hatte Malta im Vorhafen berührt, und erfahren, daß die Fregatte des Herzogs von Iomvllle, und eine Korvette der Vereinigten Staaten im Hafen sey, die nach der Levante absegeln wollen. Man erfährt durch den San S^iridion, daß im Augenblick seiner Abfahrt von Alexandrien ein ägyptisches Linienschiff und eine Fregatte.mit Truppen unter dem Befehle eines ägyptischen Brigadegenerals nach Syrien abzusegeln im Begriff gewesen seyen. Im Hafen lagen zwei englische und ein französisches Kriegsschiff. Ein Bote der ostindischcn Compagnie war auf einem Dampfboote mit einem christlichen Factor im Dienste des Pascha's, der mehrere Dampf-boote im rothen Meere gesehen haben will, von Bom-bay über Suez angekommen. (Allg. Z.) Herzog Carl von Braunschweig läßt sich zu Paris einen Luftballon verfertigen, um vermittelst desselben über den Canal zu fliegen. H P a n i e n. Man schreibt aus Madrid vom 12. Nov.: Es ist in Wahrheit fast unglaublich, mit welcher strafbaren Lässigkeit die Operationen gegen Gomez vor sich gehen, wenn man erwägt, daß nicht weniger als 30,000 Mann Fußvolk und 2500 Mann Reiterei gegen ihn im Felde stehen, während er auf's Höchste 9000 Mann, und darunter die Hälfte Rekruten, unter seinen Fahnen hat. General Rodil klagt über die Gleichgültigkeit der Bevölkerung, welche ihn nicht unterstütze, aber alle hier eintreffenden Privatberichte stimmen darin iiber-ein, daß diese Angabe grundlos ist. Selbst die kleinsten Städte in Estremadura stellten ihm Geld, Rationen und bewaffnete Mannschaft zur Verfügung, und besoldeten sogar die letztere auf einen oder zwei Monathe voraus, kurz, sie thaten Alles, was in lhren Kräften stand, was auch bei ihrem eigenen und nahe liegenden Interesse, nicht von den Carlistischen Horden geplündert zu werden, ganz glaubwürdig ist. Erst als man sah, daß alle Opfer dennoch vergeblich seyen, trat zuerst Erkaltung, dann Erbitterung ein, und jetzt bezeichnet man Rodil offen als einen Verräther. 5W. Z.) Die Zeitung von On ate meldet, daß am 12. das Fott Burcena, am 13. das Fort Luchiana in die Hände der Belagerer gefallen sey. In dem ersten fand man2 Stück Geschütz, 14,000 Patronen und ansehnliche Vo»räthe von Lebensmitteln; die Besatzung, 150 Mann stark, wurde gefangen genommen. Dieselbe Zeitung meldet: Sanz bringe von seinem Zuge nach Astmim eine unermeßliche Beule, 300 Pferde, und 5 Bataillone mehr zurück, als er mitgenommen. Dagcgenliest man in der Serttinelle, Sai.z sey mit bloß 1500 Mann nach Biscaya zurückgekommen, und habc in dieser unglücklichen Erpedition mehr als 2000 Mann ncvst feiner CavaUcne eingebüßt. (Allg. Z-) Man schreibt aus Bayonne vom 1?. Nov.: Dm 393 neuesten Nachrichten über den Stand der Belagerung Bilbao's zu Folge, haben am 12. die Christine's das Fort von Desierto bei Portugalette und das von Lu-chana, beide aus dcm linken Ufer des Nerviou, verlassen. Hierdurch ist die Verbindung zwischen Portuga-lette und Bilbao vollends aufgehoben. N. S. 7 V^UHr. So eben erfahren wir, daß die Besatzung Bilbao's am 15. Mittags rinen Ausfall gemacht und die Batterien der Belagerer fast gänzlich zerstört hat. Über 300 Schanz-Arbcitcr wurden getödtet. (W. Z.) Der Moniteur theilt folgende telegraphische Depesche mit: Perpignan, 18. November Abends. Am 8. wurde die Besatzung von Cardona von 1500 Carlisten unversehens angegriffen und verlor 100 Mann an Todten, worunter fünf Offiziere. __ In Barcelona trat am 13. eine Anzahl Nationalgardisten zusammen und erklärte, daß sie ohne G.ld nicht aus-marschiren würden. Die Reiterei der Nationalgarde zerstreute diese Versammlung. Am 16 marschntcn sodann 1300 Mann mobilisirter Nationalgarde aus, welche Kleidung und Sold empfangen hatten. Ge-neral Serrano ist am 15. ins Feld gerückt; aufsein Verlangen mußten Abgeordnete der Bewaffnung^ junta mitgehen, um unter ihrer Verantwortlichkeit für die Bedürfnisse der Truppen zu sorgen. Mina war am 16. noch nicht im Stande, sich nach Cette einzuschiffen. __ Ein Gerücht läßt die Carlistische Di. vision unter Garcia gegen Eatalonien marschiren. Bayonne, 20. Nov. General Ledeau ist vorgestern nach St. Jean Pied de Port zurückgekehrt, nachdem er den Oberbefehl über die algierische Legion niedergelegt hat. An seine Stelle tritt General Graf Clonard. Der frühere Befehlshaber der Legion, Ber-neUe (er, wie Lebcau, ist in französischem Dienste bloß Dvrist), begibt sich nach Nord-Afrika, um an dem ZUge gegen Constantine Theil zu nehmen. ,(Allg. Z.) Portugal. Nachrichten aus London vom 17. November zu Folge, war in Falmouth das Dampfboot Iberia, welches Lissabon am 10. verlassen hatte, eingelaufen. Unter den Passagieren desselben befanden sich die Herzoge von Palmella und Terceira, der ehemalige Finanz-Minister, Jose da Silva Carvalho, der Marquis Macejo, und Senhor de Paiva Pareira da Silva, der Letztere als Überbringer von Depeschen für die portugiesische Gesandtschaft in London. Die Nachrichten, welche die Iberia mitbrachte, obwohl um zwei Tage weiter gehend, als die mit dem Packetboote Lamden gekommenen, enthalten nichts Neues von Belang. Die Anzahl der bei den letztens Ereignissen in Lissabon Umgekommenen wird im Ganzen auf 14 angegeben, von denen die meisten in dem Gefechte zwischen den Truppen selbst in dem Hofe des Palla-stes von Belem geblieben sind. Ein Gerücht behauptet, die ans Land gesetzte brittische Mannschaft sey »gezwungen" worden, sich wieder einzuschiffen, allein der Courrier erklärt diese Angabe für grundlos. Marschall Saldanha hat den Muth gehabt, in Portugall zurückzubleiben. Die Ruhe ist übrigens seit jenen Er» eignissen nicht wilder gestört worden. Dona Maria fuhr in einem offenen Wagen durch die Straßen der Stadt; auch Prinz Ferdinand zeigte sich, von einem einzigen Adjutanten begleitet, zu Pferde auf verschie.-nen Puncten Lissabons. Der Inconstant überbringt Nachrichten aus L i s. sabon bis zum 11. Nov. Zu dieser Zeit nahm Alles cinen ruhigen Gang, und es war kcin Anzeichen vorhanden, daß die Constitution von 1820 cine nochma, lige Störung erleiden möchte. Wie es scheint, hatte Admiral Gage selbst mit seinen Warinesoldaten die Nacht vom 3. am Ufer des Tajo zugebracht, damit dieselben, nachdem er sie nach Anleitung (unc^r tke äireo lion) Lord Howard dc Waldens gelandet, ja nicht anders als zum Schutze,der königlichen Familie einschreiten möchten. Die Nachrichten der englischen Journale aus Lissabon reichen bis zum 15. Nov. Bis dahin hatte die Ruhe ungestört gedauert. Der Herzog von Palmella, der Graf Villareal und Baron Rendulf sind in England abgekommen, aber Hr. Carvalho scheint noch m Portugal zurückgeblieben zu seyn. Es heißt, der Herzog von Teneira sey angegangen wor» den, das Commando der Nationalgarde zu überneh-men, habe es jedoch abgelehnt. Das brittische Linienschiff Russell von 74 Kanonen hatte seine drohende Stellung am Rocio-Platze, die den Portugiesen höchst anstößig war, verlassen, und war den Tajo weiter her» abgesegelt. — Der Staatsschatz ist leer; eine Summe von 250 Contos de Reis (60,000 Pf. St.) brachte mau m voriger Woche von einigen Kausieuten heraus, aber sie ist bereits für Bezahlung der Linientruppen ausgegangen, die man an die kränze dem Gomez ent, gegenrücken ließ. Dieser harrt offenbar der Gelegen.-yeit, mit Don Miguel übercin zu handeln, dessen Landung man täglich an der Küste Algardien's erwartet. Das ganze Land, etwa einen Umkreis von 40 engl. Meilen um Lissabon ausgenommen, schwärmt von seinen Parteigängern, die sich bei dem ersten Zeichen un-tcr seiner Fahne sammeln werden. Die Lage der hier 394 lebenden Englander ist schrecklich, und die gemäßigten Liberalen werden nicht minder verfolgt, als früher die Miguelisten. (Mg. Z.) Oraßbritanni en. Nach Briefen aus Bassora war der Ingc-meurlieutenant Murphy, welcher der Eufthrat-Expedition beigegeben war, daselbst am Typhus gestorben» Sein Verlust ist schwer zu ersetzen, doch hatte er seine astronomischen Beobachtungen von Alexandrettc bts nach Bassora bereits beendigt. Der Hull - Advertiser behauptet, Canada stehe auf dem Puncte, sich unabhängig von England zu erklären. (Ost. V.) Eine große Anzahl Handwerker, Landwirthe und Taglöhner, die im vorigen Jahre von England nach Amerika auswanderten, ist unlängst in höchst kläglichem Zustande aus den vereinigten Staaten zurückgekehrt. (W. Z.) Gsmanisches Neich. Constantinop el, den 16. November. Mit' telst eines am 10. d. Monaths bei der hohen Pforte bekannt gemachten Chatti scherifs hat Se. Hoheit der Sultan folgende Veränderungen in den höchssen Staats-ämtcrn angeordnet: Der bejahrte Seriasker Chos-lew Pascha ist auf sein wiederholtes Ansuchen mit ei. nem monatlichen Gehalte von 60,000 Piastern (6000 si. C. M.) in Ruhestand versetzt worden. Er behält den Titel eines MastriDewlet (obersten Aufschcrs des Reiches) bei. und wird bei wichtigen Anlässen, wie sonst, im Ministerrathe erscheinen. Die Stelle eines Seriaskers oder Gcncraltssimus der ottomanischen Truppen erhielt HM Nifaat Pascha, Schwiegersohn des Sultans und Pflegesohn Chosrew Pascha's. Der Muschir Ahmed Fewzi Pascha ist zum Range eines Kapudan-Pascha erhoben, und Tahir Pascha hin? gegen, welcher bisher diese Würde bekleidet hatte, an Halil Pascha's Stelle zum Chef der Arnllerie ernannt worden. Der Posten eines Muschirs der großherrli-chenLeibgarde wurde dem zwei:en großherrlichen Schwiegersöhne Said Pascha verliehen, welcher zugleich die Statthalterschaften von Nicomedien, Boli und Ko» stamboli erhalten hat. Der russische Kriegsbrigg 'Achilles ist am 10. Nov. nach dem mittelländischen Meere unter Segel gegangen. _^_ Die bisher in Therapia stationirt gewesene französische KriegscorvetteMcsange ist vor Kurzem durch den Brigg Argus abgelöst worden. — Der ägyptische Kutter, welchen Mehmcd Ali Pascha un längst nach dieser Hauptstadt abgesendet hatte, ist am 8. Nov. unter Segel gegangen, um nach Alexandrim zurück zu kehren. Dm neuesten Berichten aus Alerandrien und Smyrna zufolge war ein ägyptisches Fahrzeug im Golf von Satalia von einem griechischen Seeräuber-schisse überfallen worden, wobei einige Individuen auf erstcrem theils getödtet, theils verwundet, und das Fahrzeug gänzlich ausgeplündert und in den Meeresgrund versenkt wurde. Bei den häufigen Verbindungen, welche die österreichischen Kaussahrer, mit jener Gegend unterhalten, hat sich der k. k. Viceadmiral Gras Dandolo durch diesen Vorfall veranlaßt gesehen, den k. k. Brigg Montccuculi dahin abzusenden, u:n besagte Gewässer von den Piraten zu säubern. Die Pestseuche hat in den letzten Tagen wieder etwas zugenommen, was größtentheils der in dieser Jahreszeit ungewöhnlichen, anhaltend schönen und heißen Witterung zuzuschreiben ftyn dürste. Sie herrscht in allen Stadtvierteln von Co n si an tin o-pel ohne Ausnahme, so wie in den am Bospor gele' genen Dörfern bis Fanaraki; namentlich soll sie unter den Truppen die größten Verheerungen anrichten. In Pera und Galata ereignen sich täglich neue Pestfälle unter den Franken, welche zu den strengsten Vorsichtsmaßregeln nöthigen. Auf der Straße von Adria-novel sollen ganze Dörfer ausgestorben seyn. (Ost. B.) ' Amerika. Man rüstet gcgcmvartig in den Vereinigten Staaten cine wissenschaftliche Expedition in großem Maßstabe aus, bestehend aus einer Fregatte von 36 Kanonen, einem Vorrathsschiffe von 300 Tonnen Ge» halt, zwci Briggs und einem Schooner. Ihr Haupt' zweck soll seyn, dcn stillen Ocean genau zu durchfor. schen, um das Daseyn oder Nichtdaseyn vieler Inseln, welche Wallsischfänger von Zcit zu Zeit gesehen haben wollen, zu ermitteln, und, wenn sie vorhanden, die-selben zu untersuchen und ihre Lage zu bestimmen. Ein Nebenzweck der Expediten ist, während der guten Iahrszeit so wcit als möglich südwärts in die unbekannten Gegenden des aMarkt'schen Oceans vorzudringen. Die 'Expedition wird im Frühjahr auslaufen, und gegcn drei Jahre ausbleiben. Dcr Congreß hat zu ihrer Ausrüstung 60,000 Pf. St. bewillig:, und Lieutenant Wilkcs von dcr nordamerikanischen Marine, ein sehr gebildeter und einsichtsvoller Offizier, befindet sich jetzt in London, nachdem er Paris und München besucht hat, um sich die besten Instrumente zu verschaffen, die in diesen beiden Hauptstädten zu lMcn waren. (Allg. 3-) Nevactellr: Lr. Vav. Ocinrich. Verleger. Pgnaz AI. Ovlcr U. Kl einmahl.