LMllcherMMtlmg. s^H, O> ^. <« In ferti onsgebilhr bi« w Zeilen: lmal «0 ti., -H^^/IL^ Vll* 3^^H^B ft. il, ^>!^.N.5.5!i. ffUrdie^!i,1.!'.unss!NsHaui> ' 'lplt^llltl , l" ^lll^Dl'i' ^m.8Ulr.,««i.ist.!l°nstPr.Zeile im. «,r..2m.«lr., >^N!» Ailitlicher Theil. Der Minister fiir Cultlis und Unterricht hat nach bcm Vorschlage des fürstbischöftichcn Ordinariates zu Scckau die Wcltftricstcr Dr. Joseph Stary. Eaplan ln Heiligenkrcuz bei Waascn, lind Karl Zcttcr, Lchrcr am fürstbischöstichen Knabcnscminar in Graz, zu wirkli« chen Religionslehrcrn, und zwar ersteren für die unteren, letzteren für die oberen Classen am zweiten Stnatögym-nasnnn in Graz ernannt. Der Minister für Eullus und Unterricht hat cinc um Untcrrcalgymnasium zu Wittingau erledigte Lehrstelle dem Gymnasialsupplcntcn zu Ncuhaus Theophil Banse verliehen. Dcr Minister für CultuS und Unterricht hat den ^t)mnaslallehrer zu Lcodcn Johann Kraßuig und den Supplcntcn an der Oberrealschulc zu Elbogen Adalbert Füller zu wirklichen Lehrern am Untcrrealgyninasium 'n Villach ernannt. Am 9. October 186i^, winde in der t. l'. Hos- und Staats' oruserci das l.XV. Stück des Neich^grsctzblnttes culsgegeben und Dasselbe rntliält nnter -'«r. 154 die Postiibcrmünnst uom 14.2. December 1«. Ociober,^ Am 10. October 18U9 wnrdc in der k. l. Hof' und Staats-wickerei daV l.XVl. Stllct des Neichsacschblatleö anöacgcbcn und "Meiidct. Dasselbe enthält unter "l. 155 den Erlas; dcö Finanzminifterinms von: L5. September 1W) wc^en Vlistilnmiinli der Neinuerzehmnsssstemramtrr ail der Grenze vc>n Vorarlberg und Liechtensteiil; "t. 1üluerfila,llna.rn getroffen werden. (Wr. Ztg. Nr. ^34 vom 10. Octubrr.) Heute wird in deutschem und zugleich slolirnischcm Texte "»sgcgrben nnd versendet: besetz- und Vcrordnungs-Blatt für das Her-^°«thum Krnin. XIX. Stück. Jahrgang 18N9. Inhalts-Uebersicht: '^'dniachli„g de3 l. t. Landcspräsidcutcn in Kram vom W. Sep- iü H ' tembcr l^'^9, Z. 7076, ^nsn »^ ^"' Comftctcnz zilr Bethcilnnss der Landwehrmänner mit "Undlii lind dcö Vorganges bei deren Euidcnzhallnng, V ^lbach, den 12. October I«tt'.>. ^""' l. t. Ncdnctionsbnrcau des Gesetzblattes für Krain, Nichtamillchcr Theil. Döhmcn im AnsnahmsMandc. Ari ^^ ..Präger Abendblatt" läßt sich in folgender ^" vernehmen: ^oi, "^^^ ^"^ ""b Tag behaupten unsere oppositionellen M >^'.' ^ ^' "'^^ "^ km pcrulauculcr Ausuahmö-Nlüs"^ '" ^" '"'^' ""^ befänden. Der EoustitutionaliS' sei Ml ^bcrale Regierung, die Staatögruudgesctzc, das Älisul "^' Schein, in Wirllichleit hätten wir den schau t"'"^' deu AusnahlnSzustand, ja sogar den vcr-n>an ^" ^klagerungszustand. Und in der That, wenn i>^°^ Verhältnisse bei uuS iu Böhmen gcinu, inS daß !"^- so muß mau zur Ueberzeugung' «clauaen, stank /-"^ ""'^^^ '" ""er Art von Ausnahm^zu-'Venn ^"de,"- Oder ist dics ein normaler Zustand, tircn ^'' ^'^ '"'l ^" nlcksichtsloscstcn Niittcln agi-halten Ü- ?'" Mandat in die ^andcSlicrtrctuug zu cr^ stak's., '^ Maudat dann als eine Art Luxusgcgeu-brilslen s ^"' "'" lich der Welt gegenüber damit zu dies ei,. " "^ leinen Gebrauch dauon macheu? Ist tnsti^ !I^!"^" Zustand, ""'" bei uns eine Presse 'lll'st d/^^' "^k ^ Ü^ ungcschcut herausuiiumt, ^ale Sl«Ä"'^ 5"'^"'N"' welche fich erkühnt, die ^"tretu "V^"'' ^" ^"fassul'g. die parlamentarifchen ^" Kot?, '""' "^ ^"s Gesetz zu schmähen und in bic persönliche 6hre ganzer "ber d,s ', ^"^"^"' "lö herrenloses Gut betrachtet, ^äUiaen - ^ ?l"lw' ^'U'e' l>h"c die gcriugslc Strafe ^'n: wi '^ "'"^''^ ^" das kcin Ausuahmszustau , ^tretun'. .°"""' ^ertretungskörpcr. wie die Äe irts-l'W ^''' ^7" '"te Pflicht die Wahrung dcö Gc-!'"6era ,,'nten .' '^!' ^""^ "nc freisinnige Verfassung ^», um «m^?^ ^" ^^iheiteu dazu mißbrauchen "" gegen dlese Verfassung zu dcmonstriren und dem Volke mit dem bösen Beispiele der Auflehnung ge-gcu bestcheudc Gesetze voranzugehen? „Ist cö kein Ausnahmszustand, wenn Gemeindevorsteher, deren Beruf es ist, die Behörden in ihrcn gesetzlichen Amlsverhaudlungcn zu unterstützen, sich da au die Spitze stellen, wo cs gilt, verfassungswidrige oder regierungsfeindliche Demonstrationen in Sccuc zu sctzcu? Helßt das ein normaler Zustand, wenn wir einzelne pflichtvergessene Bcamtc, ^chrcr dcr Jugend und sousligc Augcstclltc dcr ilicgicruug, welche frei den Eid auf die Verfassung geleistet, iu dcr schamlosesten Wcisc offen gegen die Vcrfafsuug, dcreu Beobachtung sic beschworen, agitiren sehen? Heißt das ein normaler Zustand, wenn wir einen großen Theil des CleruS, dessen Mission dcr Fricdc und dic Versöhnung sein sollte, sich mit aller Rücksichtslosigkeit m das politische uud nationale Par-tcigctricbc stürzen, wenn wir Gcistlichc gegen dic Autorität des Gesetzes und die rechtmäijlge Obrigkeit iu ciucr Weise agitiren sehen, als hätten wir blinde Fanatiker und keineswegs fromme Scelenhirtcn vor uns? Muß mau das nicht den härtcsttu Absolutismus nennen, wcuu jcdc frcic Regung, welche dem Commaudo dcr uatioua-lcn Dictatur uicht entfpricht, öfftntlich vcrpöut, auf das heftigste verketzert und mit dmi Prangcr bestraft wird; wenn Jeder, dcr cs wagt, anders zu dcntcn, anders zu stimmen oder anders zu handln, als eS einer gewissen Clique beliebt, mit Bccinträchtlguug snncs Erwerbes, Aufhetzung des Pöbels, förmlicher Aechtuug uud Brand-martung bedroht werden düls? Heißt das uicht ein moralischer Belagerungszustand, wcuu ein förmlicher Spio-nirdicnst organisirt ist, um Iedcn, der sich ein unvorsichtiges Wort gegen die nationalen Halbgötter oder ihre Politik erlaubt,' sofort dem journalistischen Vehmgericht überantworten zu löuncu? Sind das uormalc Verhältnisse, wcuu man Beamte durch Verleitung zum Mißbrauche der Amtsgewalt und Verletzung des Amtsgeheimnisses ins Unglück stürzt und sich dann öffentlich folchcr „moralifcher" Mittel rühmt? Herrscht da kciu Ausuahmszustaud, wo eine ganze Kette von Vereinen, Gesellschaften, Aandericn :c. zu dcm auSgcsprochcucn Zwcckc der Agitation inS Leben gerufen wird; wo Mcc-ting anf Meeting, Fest auf Fest abgehalten wird, um nur das Volk uicht zum ruhigen klaren Denken, zur nüchternen Arbeit kommen zu lassen? Sind das gesunde Zustände, wenn man oaS Volk und zunächst dic ürim-ren Classen durch fortwährende Sümmlungcn, Feste und Auszüge, kostspielige Trachten, Abzeichen, Gedenkmünzen, Telegramme :c. förmlich brandschatzt und dann jammervolle Berichte über den herrschenden Nothstand vom Stapel läßt? „Ja, wir icbcn iu einem gewissen Auönahmszu standc, ja, wir haben ganz abnorme Verhältnisse; diese können ultd dürfen abcr nicht fcrncr fortbestehen. Dlc Verfassung darf uicht länger von ihrcn notorischen <>ciu-dcu lind von Vculen, dic dm lcgalm Boden längst ucr^ lassen haben, dazu mißbraucht werden, um ein ganzes, durch Volialiläl. Intelligenz und Arbeitskraft heruorra-gcndcs Volt vollständig zu corrumftireu. Sie darf nicht von dcn ^cutcn, welche sie negircn, bluS z,.l dcm Zwecke ausgebeutet wn'dcu, u>n ,hrc Fuudamcute zu unterwüh leu und dic Achtuug vor dcnl Gesetze ilnd jeder legalen Autorität systematisch zu untcrgrnbcu. Die Regieruug hat gczeigt, daß sie die Freiheit will uud ihrer ung» störlcn Anwendung lciuc Hindernisse in den Weg legt; jic kann abcr nicht dulden, daß diese Freiheit in Gesetz, losigkcit und schrankenlose Willtür ausarte; sie kann nicht dulden, daß das Gesetz von jedem obscuren Be-zirtssccrctär verhöhnt uud mit Füßen getreten werde, Zustände, die so weit gediehen sind, wie hier in Böhmen, werden in keinem Staate dcr Welt, und wäre er dcr freisinnigste, länger gcduldet; das beleidigte Gesetz verlangt scinc Sühne, uud cs muß sie fwdeu, dcun Gesetz und Nccht uud uur diese allein sollen herrschen. Ohue AusttllhmöiUstand, nur durch strenge Haudhabung der ihr durch die Verfassung und das Gcsctz vcrlichcucn (5rc-cutiv Gewalt wird uud muß dic Regierung dcm in einem großen Thcilc Böhmens herrschenden Ausuahmszustaudc ein Ende machen/' __ Zur Allism'eisr mich Egysitcu schreibt der „Pcstcr Llol)d" - .Fs ^lst^ht sich von selbst, daß dic Kosten dieser Rcisc nicht ans dcm bercils bcwil. ligten Vtormalblldgct blstriltcu werden könnten, sondern d^ß liiczu von bcidcu ^cgislatiucu dies' wic jenscils dcr Lcilha ein Nachtrligsclcdlt bewilligt wcrdcn »uüßte. Dieser Gegenstand ist, wic »vir rrfahrcn, bci dcr jüoq- slru Anwesenheit Sr. Excellenz dcS Hcrrn SectionSchefS v. Hofinann iu Pest zwischen diesem und dcr unaari« schen Ncgierung auch schon besprochen und die Summe dcr Alisla^cn auf etwa 300,<)(X) ft. veranschlagt wor« dcn, wovon jcdcs dcr bcidcn StaatSczrbicle dcr österreichisch-ungarischen Äionalchic die Hälfte, also etwa lliOMO fl. zu übernehmen hätte. Beide Regierungen haben sich scilhcr bcrcit erklärt, von den betreffenden Parlalmntcn die Bewilli^unn dicscs Nachlragscredits zu vetlan^ti. nnd cs kann lcinem Zweifel nutrrlicgen, daß tl'cm von bcidcn Seiten diesem Begehren mit größter Bclcitwilligleit entgegenkommen wrrdc. Speciell bei uns wird, wic wir glauben, selbst die Opposition dagegen tc!ncu Einspruch crhcben können; sie stimmt ja mit der Majorität vollloinmcn in dcr Anschauung übnem, wie sehr cs endlich au dcr Zeit wäre, daß auch in unscrcn iiittrnationalcn Berührungen Ungarn als ein glcichoc-icchtigtcö Glied dcr Monarchie erscheine, und eine glän-zcndclc Gcleacnhcit, dicsc Uilscrc Stellung geltend zu machen, als bei Elöffnuug dcS Sucztanals, dürfte taum mehr gefunden wcrdeu küunen. Ist abcr einmal dieser Schritt geschehen, so werden die anderen in ähnlicher Richtung gleichsam von selbst nachfolgen. Die Mehr-auöaabe, welche uns dadurch anfcrlcgt wird, ist eine verliältnißiuäßig geringe im Vergleiche zu jenen moralischen Resultaten, welche wir davon zu erwarten habeu, »vcim Sc. Majestät bei diesem Anlasse persönlich, und zwar uicht nur in der Eigenschaft als Kaiser von Österreich, sondern auch iu jener eines coustitutioncllen Königs von Uua.lllN, an der Seite eines verantwortli' clicn ungarische», Ministers am Schauplatze des großen iiitcrnaüonalen Fcstes crschciut. Mit Freuden bcarüßen wir dahcr dicsc glückliche, unseren lang geheglcu Wüu-> schcn so schr enlsprechci'dc Idee." Noch cin Programm. Krakau, 7. October. Der heutige „CzaS" bringt ciu ueucs Programm, das mit Recht als jenes der sogenannten Krakauer Partei, die im galizischcn Landtage über circa 20 Stimmen verfügt, angcfchen werden kann. DaSfelbc enthält folgende Punkte: 1. Die Resolutiou wird iu Form einer Adresse überreicht. I>i dcr Adresse werden somit die in derselben enthaltenen, dcn Bedürfnissen des Landes entsprechenden Wünsche dcm Monarchen vorgeführt, und zugleich soll hier ausdrücklich erklärt werden, daß Galizicn die diesen Wünschen cntsprcchcndcn Acndcruua.cu dcr Verfassung mit allen konstitutionellen Mitteln anstreben werde. 2. Dieser Adresse entsprechend, wird cinc Delegation ohne jede Bedingung in dcn Rcichsrath gesendet, damit diese daselbst dcn in der Adresse der Krone übermittelten Rcsolutions-Antrag selbständig aufuehme und mit allen Mitteln dic vctrcffcndcu VcrfassungS-Aenderun-geu erringe» möge. Dcr „Ezas" motivirt diescö Programm wie folgt: :>.) Qicfcr Weg ist der eiuzigc, dcn wir um die Resolution «>f legalem und constiwtionellcm Weg kämpfen sol-l?n, uud iu dicscr Hinsicht scheint unö dcr Wille des Vandcs über allc Zwcifcl erhaben. I>) Dicscr Weg entspricht der Stellung des Landes und des Landtages, welche durch dic Laudesstatutc uud die früheren Land-tagöadrcsscn gckcnnzcichnct ist. Er entspricht der momentanen Stcllnng dcs Landes, denn cs ist der Wille dcr Majorität dcs Landes dic Unterstützung dcr Resolution und dcr constitutionelle Kampf um dieselbe. ^) Auf diese Wcisc wird auch die ganze Frage leichter, denn dcr Landtag uuttrstützt die Resolution mittelst dcr Adresse und geht dadurch dcr Dcbattc über Beschickung oder Nichte beschickling des RcichSrathcs aus dcm Wege, da die Erklärung der Aorcssc übcr Einhaltuug der coustitutioncllcu Bahn dicsc Frage im vorhinein erledigt. blS32 wcrdcu angenommen. Die dritte Lcsuna findet in der nächsten Sitzung statt. ., Innsbruck. 9. October. Es werdcu Interpclla-tioneu gestellt, ob die Regiernng, wie verlautet, die Salz-erzeuguug in Hall zu rcducircu gedenke? Ferner ob W 1716 Regierung die zu dcn Eisenwerken im Uuterinnthale gehörig gewesenen Staatsforstc zu verkaufen oder dauernd zu belassen gedenke? Und in welcher Wcisc? Der Antrag Dietls zur Berathung und Bccnitraguug der geeigneten Maßregeln zur Erhaltung der piovinziellen Selbständigkeit wird einem aus dem vollen Hause gewählten Comity bestehend auS Professor Jäger, Paul v. Oiuvanelli, Professor Grcuter, Diell und ltemcnater, übergeben. Die liberale Seitc des Hauses bcthciligtc sich au dieser Co-mit»-!'.'ah< nicht. Brcgcnz, 9. October. Ueber Antrag IußlS wird behufs Vorschlag geeigneter Persönlichkeiten iu dic Grund-steucrcommissiou ein Sicbcner-Comit<^ gewählt. Bei der Erledigung dcS Rechenschaftsberichtes beantragt Hämmerte die Wahl eines Vcrfassungscomitö. Ueber Ausschuß au trag wird dem Handelsminister v. Plcncr für das Zuilandekommeu des Schienenweges der Dank durch Er--Hebung von dcn Sitzen volirt. Ans demselben Grunde wird auch Karl Ganahl und Consorten der Dant votirt. Prag, 9. October. Unter den Einlaufen befindet sich ein Antrag Wienert« un5 Genossen auf Nicdcrsctzung einer aus fünfzehn Mitgliedern bestehenden Commission, welche die Frage der directen Reichsralhswahlcn, Vermehrung der Zahl der NciclMlltlMbgcordncten und deren Maudawvaner in Erwägung zu pichen habe; ferner ein Antrag des Abg. Christen und Genossen, die Regierung ersuchend, die Bc^rtsgerichtssprcngcl, sowie die mit eigenen Gemciudcstatuten versehenen Städte als eigene LosnngS- und Stcllu»gsl'czirt>.' zu bestimmen, sowie dafür Borge zu tragen, daß die Heercsslelluug nicht in der Aussaat oder Erntezeit vorgenommen werde. -De.' Stallhaltcveileitcr theilt mit, daß Zc. Majestät die loyale Kundgebung des Landtages (gelegentlich des aller' höchsten Namcnofestcs) wohlgefällig zur Kenntniß zu nehmen geruhten; er beehre sich in Folge allerhöchster Ermächtigung, dieses dein Hausc mitzutheilen. (Beifall.) Sodann begin»! die Verhandlung üuer den (Gesetzentwurf, betreffend die freie Gnmdthcilbarkeit. Dr. Stamm, als Berichterstatter der Majorität, plaidirt iu beifällig aufgenommener Ncdc für freie Theilbarkeit des Grund und Bodens. Abg. Fürstl (Großgrundbesitz) spricht gegen da« Gesetz un!) beantragt, daß die freie Thcilbar-keit blos in dcn Induslricbcl>irkcu uubeschrünkt gestattet sein solle. Baron Christian Kotz (Großgrundbesitz) spricht für die freie Grundtheilbarkeit, will jedoch bei großen Waldcomplcxcn eine Bcschiänkung beibehalten haben. Steffens spricht für dcn Mujorilätsantrag. Der Rc^ yieruugsuertrclcr, Statlhaltcrciviccfträsideut Laufbcrgcr, theilt luit. daß das ncuc Forstgesctz bereits dcm Mini« sterilim vorliege. Der Gesetzentwurf über die freie Giund-thcilbarkeit wird mit einer uubcdcutendeu slylistischcn Aenderung mit Majorität iu dritter Lesuug angcnomincu. Dagegen stimuile blos ein Theil des Großgrundbesitzes. Nächste Sitzung Montag. Troppau, 9. October. Die Petitionen wegen Aenderung der Militürstellungsbezillc werden der Regierung zur Würdigung abgetreten. Der Geschäftsbericht des Landcsansschnsscs wird genehmigt und zur Kenntniß genommen. Lembcrg, 51. Ortober. Iaknbit beantragt Maßregeln zur Verbreitung der Palkicwicsschen Heilmethode gegen Hundswuth, Wolny unbedingte Aufhebung des ^ Propinationörcchtco, Pfeifer das Fortwirken der LcmdtagS-^ ausschüssc nach Sessionsschluß. Lawryuowicz intcrpcllirt' die Regierung wegen Ncgulirung der Jura Stola. Anläßlich Erledigung von Petitionen wird das Ersuchen an die Regierung gestellt. Gcsetzcutwürfc. das Schub- und Paßwescu betreffend, vorzulegen. Die Vorlage betreffs der Vetcrinärschule wird in dritter Vcsuug genehmigt. Sodann folgen erste besungen und Wahl dcs Feldpolizei-ausschusscs. Czcrnowitz. 9. October. Rochanowsti beantragt, die Rcgiernng sci um Errichtug eines Colicgialgc^ichtcs in Suczawa anzugehen. Varon Äinslazza beantragt, die Regierung wcgeu Vorlage eines Gesetzentwurfes über die Eiurichtung der Grundbücher zu crsucheu. In Erledigung des Landesfondepräliminars wird eine 10pcrc. Umlage zu dcn dircctcn Steuern bewilligt. Oesterreich. Wien, 9. October. (Der Oberstkuchenmeister Graf Wrat is law) hat sich heute entleibt; er war gestern noch bci der Hoftafcl. Prass, 9. October. (Die Declarantcn) erhielten die Aufforderung, im Landtag zu erscheinen. Dr. Klaudy nahm die Wiederwahl zum Bürgermeister an. Prag. U.October. (Dic Bczirts vcr tretun-g c n von Pisck undWlaschi m) wnrdcn aufgelöst; erstere weil sic den Dcclarantcu Schober zum Obmann demonstrativ wiedergewählt hcit, trotzdem derselbe vom Kaiser nicht bestätigt wurde; letztere weil sie dcn Beschluß auf Ablehnung der Wahl 'in dcn Bezirksschulrat!) durch mit den ^taatsanmdgcsctzcn und dem Rcchtsbc-staude der Verfassung nicht vereinbarlichc Motive begründet nnd dicsc Motivirung zum Beschluß erhuben hat. U us land. Berlin, 9. October. (Der Leg ationsratl» Keudell) reist iu> Auftrage dcs Bundeskanzleramtes am 22. d. M. als Mitglied der am !. November zu- sammenlrctenden internationalen Suez-Canal-Conferenz nach Cairo. Vtadrid, 8. October. (Unruhen.) Freitag früh weigerte sich ein Theil der Frtiwilligcn der Freiheit in Saragossa die Waffen abzugeben und schoß auf die> Truppcu. ES kam zn einem ernsten Kampfe, der mit einer energischen Unterdrückuug der Meuterei endigte. ^ Nunmehr herrscht vollständige Ruhe. Die Regierung beschloß, alle Mitglieder der Provinzial- und Muuicipal-räthe, welche sich an der republikanischen Bewegung be-thciligcu oder dieselbe begünstigen sollten, vor Gericht zn stellen. — Nachrichten von Cuba vom 8. October zufolge hat sich die Sachlage bedeutend gebessert. Die Insurgeuteu wurdcu geschlagen und zerstreut. Zahlreiche Insurgenten stellen sich und bitten um Pardon. Anbin, 8. October. (Unruhen.) In Folge der gestrigen Unruhen wurden 14 Todte und 22 Verwundete constatirt. Unter den Opfern befinden sich drei Unschuldige. -- Aubin, 9. October. Es ist keinerlei neuer Conflict ausgcbrochen, aber die Arbeiter verbleiben in bedrohenden Gruppen. Ein Bataillon Chafjeurs wurde von Toulouse rcquirirt. Die Gegenwart der Truppen wird wahrscheinlich der Agitation ein Ende machen. Krainischtl Landtag. 1 2. S i tz u n a. v o m 1 I. October. Anfang um 10 Uhr. Vorsitzender: Lcmdeshauptmauu v. Wurzbach. Auwcseud von Seite der Regierung: Landcspräsidcnt v. Conrad und Bezirkscommissär Arcou. Schrift führcr: Landschaftsconcipist Krcc. Das Protokoll der letzte» Sitzung wird in dculschcr ^ und sluvcnischcr Sprache verlesen. Nach der Verlesung des deutschen Protokolls beansläudet Dr. Ka ltcncc^er einen Passus und der Laudc spräsidcnt bcriä)ligt, er habe nicht, wie es im Protokolle hcistt, die Nichtsmictio-niruug des Schulaufsichtsgcsctzcs für den Fall, daß das Llimmrecht im Landesschulrath blos Einem Laudcsschul-Iuspeclor zugostauden würde, in Aussicht gestellt, sondern uur gesagt, daß er diese Bcstimmuug nicht vertreten würde Dr. To man bemerkt, daß die Debatte in duS Protokoll nnr insoweit aufzunehmen sci, als darau irgend ein Beschluß geknüpft wird. Der Vcnsitzendc verspricht, die Berichtigung dcs Protokolls in dcm angedeuteten Sinne zu veranlassen. Er theilt sodanu der Versammlung «nit, daß nachstehende Vorlagen auf den Tifch dcs Hauses gelegt wurdcu: 1. Bericht des Vclfassungsaußfchusscs über die Petition ocr Gemeinde Großduliua um Brlassung beim Gcrichtsbczirk Gurkfcld. 2. Bericht dcs Finanzausschusses über dic Voranschläge dcs Kranken-, Gebär-, Findet- und Irrcuhaus-fondes für das Jahr 1870. 3. Belicht des Landesausschusses über die Laibachcr Gebär- und Findclanstalt. 4. Antrag des Dr. Bleiwcis und Genossen wegen Einführung des Slovcuifchcu in der Volts - und Lehrcrbilduugsschulc. 5). Antrag des Dr. Bleiw cis und Genossen in Beliefs der Einführung des Slooenischeu in das Amt. 6. Antrag dcs Dr. Äle iw eis und Genossen wegen Einführung der slovenischeu Unterrichtssprache in die Gymnasieu, Errichtung ciucr RcchlSatadcmic oder eventuell wcgeu Errichtung einer sloucujscheu Univelsität. Eine von Dr. Toman überreichte Petition einer Landgemeinde Wegen Neuwahl eines Bürgermeisters wird dcm Pctiliousausschusse zugewiesen. Ferner wird eine Inlcivcllation dcs Dr. Razlag an dic hohe Reuicnmg in Betreff der verjährten Zinsen von StaatSobliga-tioneu verlesen, deren Beantwortung in der liächstcn l Sitzung der Landcspräsidcnt zusagt, Dr. Kalten egg er stellt dcn Antrag, der Landtag wolle an die Rcgieruug das Ersuchen stellen, in der nächsten Session eine Gesetzvorlage über die dem Vcr-maltungsgcrichtshofc vorbehaltenen Compctenzfälle, die Zusammensetzung desselben und das Verfahren im Neichs-rathe, vorzulegen. Dr. Bleiweis stellt dcn Driuglichteitsantrag auf Wahl cines Comites von 5 ^Mitgliedern mit dcm Auftrage, auf Grund des § 19 der Landcsordnung die Rückwirkung der seit 21. December 1867 erlassenen Gesetze auf unser Land zu untersuchen und dcm Hause darüber Bericht zu erstatten. Er motioirt diesen Antrag mit Rücksicht auf die in Betreff der neuen Gehetze laut gewordenen Beschwerden. Im Wiener Rcichsrathc herrsche der deutsche Liberalismus, uuserc Abgeordneten haben gegen denselben ihre Stimme erhoben, aber die kleine Schaar wurde majorisirt vou den deutschen Herren, deren Wahlspruch: ^ volo «i<> ^u1>00, uwt pro 'litioiw vo-luutli«! Die Slovencn seien stets treue Ocstcrreicher gewesen und werden es blcibcu. Aber durch die Ncuge-stultiiug Oesterreichs sei sein ehrwürdiger Name verloren gegangen. Mau spreche nur mehr von einem Cislciha-lncn, von dcn im Reichsrathc vertretenen Ländern. Wir gönnen den Ungarn ihre historischen Rechte, aber daß sie dcn unglückseligen Dualismus eingeführt, der Oesterreich in zwei Hälften gespalten, daß sie uns 70 pCt. der Lasten aufgebürdet, daß sie uns dem deutscheu Centra-lismuö geopfert, daß sie ims unseren Feiuden ausgeliefert haben, die nach dem Zerfall Oesterreichs lechzen (Bravo), das können wir ihnen nicht verzeihen. Jeder iruß diesen Zustand betrauern, der ein Freund Oesterreichs ist. (Bravo.) Der Ausschuß möge daher die Ur-fachen dieses Zustandes erforschen und dcm Hause darüber berichten. Dr. Kaltcneggcr erklärt, er sei uicht gegen den Antrag, weil eine Debatte, welche zur Klärung der Ansichten beitragen tüuutc, erwünscht wäre, er beantrage jedoch cbcu wegen der Wichtigkeit dcs Gegenstandes d'.c Vermehrung dcs hiefür zu wühlenden Comites um -Mitglieder. Der Antrag dcs Dr. Bleiwcis wird unterstützt, der Antrag Kaltcncggcrs bleibt bei der Abstimmung >«> der Minorität uud cö wird sohin der Antrag des Dr. ! Bleiweis angcnommcu. Es wird sogleich zur Wahl dcs Füuferausschusscö geschritten und es erscheinen gewählt: Dr. Razlag, !Dr. Blciwcis, Dr. To man, Svetcc, Zarnil. Es wird znr Tagesordnung geschritten. Der erste Gegenstand derselben ist ocr Bericht dcS Landcsausschusses über die Wahl reform. Iu der vorjährigen Session hat der Landtag Aendc-rungen der Vandlagswahlordnuug hinsichtlich der tzß ^. 5), 7, 8, 9, 10, 11, 12, 1.'!, 15, 10, 18, 32 bis 37 der Landtagswahlordnung uud in Betreff der Bchauo-lung eines Abgeordneten, wenn er strafgerichtlich abgeurtheilt wird oder in Untersuchung sich befindet, be' schloffen. Mit Zuschrift vom 22. Iiiuuer l. I., Z. 105, hat die Landesregicruug dcm Landesausschnssc mitgetheilt, daß zu Folge a. h. Cutjchließuug vom 13. Immer vo» obigen Gesetzentwürfen jene welche sich auf das active und passive Wahlrecht und auf den Fall ciucr slrafgcricht-lichcu Vcrurlheilung oder Uutersuchung bczichcu, die a. h. Sanction ei hielten. Mit weiterer Zuschrift vom 23tcn Juni l. I., Z. 882, wurde dcm ^audcsausschusse aber mitgetheilt, daß die übrigen vom Landtage beschlossenen Gesetzentwürfe. und zwar bezüglich Abänderung ocr 8§ 12, 13, 1b, 10, 32 bis 37 dcr ^anoeSwahlordnung, dann bezüglich der Müuderuug dcr tztz 10 uud 11 mil Rücksicht auf die a. h. Entschließung vom 1. Mai 186?, nnd endlich der Gesetzentwurf betreffs Abänderung dcc 8§ ", '', ^l, ^ und 9 Laudeswahlorduuug im Grunde dcs ß 7 dcs Grundgesetzes über die Rcichsvertretung nicht sanctiouirt wurden. Weil nun in dcr bezogenen Zuschrift der Landes" rcgicrung tcii.c nähere Begründung, welche nicht scho» durch die vorjährigen Landtagsucrhandlungeu widerlegt wäre, enthalten ist, sci es nothwendig wegen dcr Wich' tigkcit dcs Gegenstandes, nach parlamentarischer Gewöhn hcit die bezüglichen Anträge zu erneuern. Dcr Landed ausschuß empfiehlt daher dcm Randlage, diese Gcsctzc»t" würfe unverändert wieder anzunehmen. Ocmäß Vnndtagsbcschlusseö vom 29. September v. I. hat der Landcsausschuß ferner dcn Auftrag crhal-ten, über dcn Antrag dcs Dr. Kaltcnegger, daß der § 4 der LandtllgSwahlordnnng dahin abgeändert wcrt^, daß jeder wahlberechtigte Ort die Wahl selbständig vol' nehmen könne, ohne daß die Wähler sich iu einen Vol" ort verfügen müßten, Bericht zu crstattcu. Dcr LandesauSschuß bcautragt, von diesem Antrag weil er ciuc zu bedeutende Acudcrung der Wahlorduuns involvirt und nicht zu erwarten sci, daß dieselbe sa>^ tionirt würde, für dermal abzusehen. ^ Endlich äußert sich der Landcsausschuß in Betreff der dircctcn Wahlen, worüber dich. Regierung d^ Gutachten der Landtage abgefordert habe. Der lra>>"' schc Landtag habe zwar seine Ansicht darüber schon ' dcr 21. Sitzung dcr vorjährigen Session auSgesproch^ indem cr dcn bezüglichen Antrag des Dr. Kaltcnc^ durch die Vorfrage beseitigte. «^ Doch erscheint dieser Gegenstand dem Landes^ schufsc wichtig gcuug, um ihn im Landtage zur "0 ^ maligeu Discussion zu bringen. Indem dcr Landcsa^ schuß sich die weitere mündliche Erörteruug durch !^''^ Berichterstatter vorbehält, erwähnt er blos Nachstehet Die directen Wahlen in den Rcichörath wäre" ' Oesterreich schädlich. Der Kaiser hat mit dcm ^^s-berdiplom ausgesprochen, daß er das Gesctzgcb""^ recht mit dcu Landtagen theilen wolle und es wurde ^ demselben anerkannt, daß Oesterreich auS vcrschi" ^p Ländern init besonderen Rechten besteht. Dieses/^ j„. war zugleich dem Bestände dcr Verfassung fM>^,«ahrt dem dieselbe, wenn sie nicht vou den Vandtagci' ^ >,jc wird, bald verloren gehen könnte. Wenn es 9 ,' „ dircctcn Wahlen für dcn Landtag cinznführc" < , ^,c wir die ersten, welche zustimmen würden, der tra ^ Landtag wäre der erste, die Verfassung in dicjc zichuug abzuändern. ... ^1' Anders ist es mit dcn directen Wähle" >"^,il Rcichörath. Die Länder müssen autonom bleiven. ^^ aber dies geschehe, dürfen sie nicht im Ccnlralpau aufgehen. ^ Am 1. Mai 1801 hat der Kaiser die ^^ol ^ tcu als „von dcn Landtagen entsendete Boten ""sic und diese habcn die Länder zu vertreten, aus vc ^ gewühlt worden sind. Man kaun daher cincm ^e tage, wie ihn Ungarn hat, nicht beistimmen, ^..^c,i, Läudcr dadurch das wichtige siecht ""'^""'^»gcbc"' bei allen wichtigen Fragen ihre Stimme " "^'0^ Niemals werde weder Ezechcn. noch Polen "° ^„„ic"' solchen directen Wahlen für dcn ReichSratl) 1717 Wir müssen also in dieser so höchst wichtigen Frage solidarisch vorgehen. Der Landcsansschnß stellt demnach nachstehende Anträge: 1. Die vorgelegten 3 Gesetzentwürfe betreffend Ab' ändcrung: ^) der §8 12, 13, 15, 16, 32 bis 37 dcr Landcs-Wahlordnung; d) dcl §8 3, 5, 7, 8 nnd 9 dicser Wahlordnung; c) der W 10 und 1l derselbe» werden angenommen. 2. Der Antrag des Dr. Kaltenegger anf Ab' ätidcrnng des § 4 L. W. O. in Bctrcff der Abslim lnung der Wähler in ihrcm Wahlort, we>de abgelehnt. 3. Dcr Landtag mo>' aussprcchcn, er crlcnuc nicht an, daß dic directcn Wahlen für dcn ReichSralh gut und nützlich wärcn. In dcr hierüber cröffncteu Gencraldebaltc crgreift Dr. Kalte ncgger daS Wort und stellt dcn Antrag, diesen Bericht des LandesaueschusscS behufs gründlicherer Erwägung und Vorbereitung für die allgemeine Dis-tussion dem Vcrfassungsijusschnsfc zuzuweisen. In dcr Molioirnng führt er wcitcrö a», inan kcnne dic Gründe der Nichtsanctioniiung noch nicht und man wüsft daher dicscldeu lenncn lernen, mn, wie beim Hut-wndcgesetze dnrch Vcseitianng dcr Anstände die Sanction zu ermöglichen. Dcr dritte Punkt, die dircctcn Wahlen betreffend, sei im vorigen Jahre noch gar nicht äur Berathung qelangt, in5em dieselbe durch Stellung der Vorfrage ausgcschlosscn wurde. Es bedürfe daher allcldings des Muthe«, mit diesem Antrag wieder vor das Haus zu treten, dcS Muthes, dcn nur die Ueber-zeugung verleihen tonne, für das In!crcssc dcs Landes uud des Reiches zu wirlcn. Eben das österreichische stualsbürgciliche Äcwußtseiu zn wahren, drsscn Noth' weudiglcit Dr. Blciweiö so scharf betonte, handle cs sich bei diesem Gegenstände. Sei auch die Majorität ^cs Landtages voraussichtlich dagegen, so lönnc doch dic Discussion dazu dienen, die Ansichten zu läutern, denn die schlechteste Politik sci es, mit ftincn Meinungen Mückznhüllcn und dcr Erörterung aus dem Wege zu' uchen. Er anerkenne es mit Dank, daß dcr LandeSaus schuß die Imtialivc ergriffen, dcn Gegenstand wieder auf die Tagesordnung zu bringen. Dicö werde jedenfalls Gelegenheit bieten, zur Klärung der Anschauungen. Er mufft nun der Spccialdebatte insoweit vorgreifen, als er zur Begründung seines Antrages diejenigen Anträge andeuten wolle, die er sich für dic Spcl'ialdebaltc vorbehalte. Dieselben beziehen sich 1. auf die Verdopplung dcr Anzahl der Abgeordneten des NcichsrathcS, 2. Erhöhung der Abgeoronclcnzahl für Krain von 0 auf '.), 3. Abkürzung der Mandatsdauer, 4. entsprechende Abänderung dcs § K» der Landesordnung für Krain Der Vcrtagungsantrag Kalteneggers wird unterstützt. Kromcr: Die vorliegenden Gesetzentwürfe seien nur hinsichtlich der Partcistcllnng, auf welcher sic bethen, «och nicht geprüft worden. Iedc Wahlrcform ^nne eine politische Tendenz haben, nämlich einer Partei un Uebcracwicht zu verschaffen. Er lönnc die vorliegenden Gesetzentwürfe von dcr Tendenz eines Wahlma« "bvers nicht freisprechen. Der Großgrundbesitz stehe dcr "lorität in gewissen Fragen als geschlossene Phalanx s^lMcr, diese müssc gesprengt, es müsse eine Bresche h, ^b Bollwerk der sogenannten deutschen Pcirtci gelegt ^ben. Durch die Einfügung von 100 nicht landtäfti-?'.' Grundbesitzern in diese Gruppe werde ihr bis-^lgcr Einfluß ncutralisirt werden und sic die früheren ^nteressm uicht mehr vertreten können. In der Gruppe ^l Städte und Märkte habe sich cin freierer Geist, eine edenkliche Gährung zu zeigen begonuen. diese müsse ."lch Nlischung mit gesunden nationalen Elementen gerochen werden. In Oberkrain seien die volkreichsten "adle Krainburg, Lack, Stein stets national gesinnt ^wesen, dagegen wehe aus dem Norden vom Loibl ^' deutsche Luft, die Neumarlllcr, die man ge-^Mich als Dcntschthümler bezeichnete, wollten sich "her in dic nationale Strömung nicht fügen. Dem '?' durch dcn Gesetzentwurf vorgebeugt, durch Eon» Atmung der Wahl in Krainburg sollen die Neu armer überstimmt werden. Sic können dann mit ihrer ^"lschen Liedertafel ein Hosannah bei der Wahl des ^egencandidaten anstimmen. (Heiterkeit.) In Unter> Ul» und Inncrkrain tünneu die Nationalen leine ^«"plschlacht wagen, da müssen sie daher eiuc andere «mpsart wählen. Die Wahlortc Obcrlaibach nnd Laaö m? ^"' Adclöbcrg bisher immer gesiegt. Jetzt "M daher dieser Wahlbezirk durch die Orte Zirkniz. Na", "? Scnosetsch verstärkt werden. Dcr zu großen "«Mcbigkcit dcr Regierung allein haben wir es zu sei,."'^"" ^ in Adclsberg Gewählte noch immcr 2 '." ^latz in diesem Hause nicht einnimmt. Für die ^ ^ !^"" ^"" "ntionalen Element durch diese Gc> V^.^ schert. Was Gottschcc betrefft, so dems^^ Erntende Wählerzahl dieses Ortes für die sichc n . ^ '^^ '"'' ^'" Mann einzustehen. Hier den ^.il ^! licwährtcn Triaricr von Sodcrschilsch liches Ä!n^?. ^* den Sieg übcr Gottschec. Ein äl n-lvert?'"""bt>nu walte betreffs des Bezirkes Rudolfs-nnlen N^ - ^" ^" l)«bcn sich von dcr natio-r°l n ^^ - '"'"7,'"rt. Wcixelburc. habe sich der libc-Äiöttliu« "^"^^"°lsc^ ""lchc °nch in den Bezirken Gulkfcld cincn bedeutenden Zu-^s nhult. Dl, Wahl war bisher stets schwankend, man habe zur Verstärkung die alten Kämpen aus der Stara prauda, von Sciscnberg bcigezogen, der Gesetzentwurf habe für entsprechenden Succurs Sorge getragen. Er anerkenne, daß der H 13 liberale Bestimmungen enthalte, aber das Gesetz läßt uus zuviel in die Karte blicken, man braucht gar nicht erst zwischen den Zeilen ;u lesen. Wir werden uns aber das Messer nicht an dic Kehle setzen lassen; § 7 des Grundgesetzes der Ncichs-ucrtretung bietet uns die Garantie, daß die beantragten Gesetzentwürfe nicht sauctionirl wciden können. Votiren Sie dieselben immerhin zum dritten Male, kaum geboren, werden sie in Wien zu Grabe getragen werden. Svetec: Dem Antrage dcs Dr. Kaltcncgger stehe nicht allein der Mangel an Zeit entgegen, sondern es müssc auch berücksichtigt werdeu. daß die Anträge nicht ucu, soudcrn im Landtage schon zwcimal verhandelt und auch vom Lanocsausschussc schon wiederholt berathen worden sind, daher lci er für sogleichcs Eingehen in dicse Debatte. Kromer entgcgnet cr, die Majorität beabsichtige kein Wahlmanövcr. sondern sie wolle nur das Recht (Bravo). Als noch dic Linke dcs Hauses die Majorität hatte, hat sic dieselben Acnocrmigcn beantragt (<)riM — Hört). Was die Einbeziehung neuer Orte in die städtischen Wahlbezirke betrifft, fo fei dieselbe vollkommen gerechtfertigt durch die Bedeutung dieser Ortc- Er könnc nicht glauben, daß eine Zusammensetzung dcr Wahlbezirke, wodurch die Linke die Majorität erhielte, für das Laud wohlthätig wäre, wohl aber wären die beantragten Abänderungen dcr LandtagSwahlordnuug nicht nur für das Land Krain, sondern anch für die Macht und dcn Bestand Oesterreichs von Nutzen. Dr. Tom an protestirt dagegen, daß die Gesetz entwürfe vom Partcigcistc und vom Haß gegen das deutsche Elemcut eingegeben seien. Svetcc habe ihre Berechtigung bereits nachgewiesen, Kromcr unterschiebe seine eigene Tendenz der Majorität. Dr. Zarnil: Dic Rede KromerS habe ihn erfreut, sie habc eben wieder bewiesen, daß das Princip der Minorität Deutschthnmelci und keine Spur von Liberalismus sei. Wic könnten sonst z. V. über die Berechtigung dcs Großgrundbesitzes solche Ansichten in der zweiten Hälfte dcS 19. Jahrhunderts ausgesprochen werden ? Aber man dürfe sich durch dic Stichwörtcr: Liberale, Ultramontane, nicht täuschcu lassen. Sic bedeuten nichts. Dic Linke kämpft nicht gegen dic Geistlichkeit als solche, sondern gegen die nationale Haltung derselben. Darum sind ihr Geistliche, welche Deutschthümler oder Italicnischgcsinntc sind, „anständige Leute." Das Recht! dcr nicht landtäflichcn Großgrundbesitzer sci in Kärntcn> anerkannt worden und dcr deutsche Liberalismus habc! sich'damit gcbrüstct, dasselbe ist auch ganz selbstvcrstäud» lich. Alle Abgeordneten in diesem Saale sind ja Abgeordnete des slovenischen Volkes und in 10 Jahren wird man hier kein dculschcö Wort mehr hören.! Die Gesctzeutwüift sind liberal und bedeuten dcn Sieg des Slavcnthums. Wenn die Nemnarktlcr Liedertafel cin Hosannah singen wird, werden wir vielleicht cin Allclnjn anstimmen. WaS die der liberalen, Partei anhängenden Wahlorte betrifft, so sci z.B. Wcizel-, bnrg durch Versprechungen hinsichtlich dcr Verlegung des Gerichtssitzco gelodert worden. Was endlich den tz 7 des Grundgesetzes über die Ncichöverlretung betrifft, fo paßt cr hier nicht, denn wir halten an dem Gruppen-fyslcm fest. Kaltcucgger: Der Gesetzentwurf sci gegen das gewiß liberale Princip gerichtet, dic Wahlbezirke kleiner uud damit die Ausübung dcr Wahl leichter zu machen. Die Linke leite bei ihrer Opposition dagegen nicht die Sucht nach Germanisirung, sondern das Bestreben, jeder Meinung Möglichkeit dcs Ausdrucks zu verschaffen. Dem Vorredner müsse er bemerken, eine wesentliche Aenderung einer Gruppe sci soviel als ihre Vernichtung. Das charakteristische Merkmal des Großgrundbesitzes sei dcr laudtäflichc Besitz, dcr allerdings politische Bedeutung habe, ändcru wir dieses Merkmal, so ändern wir die Gruppe als solche. Was die gegen die nochmalige Be rathung dcr Vorlage vorgebrachten Gründe betreffe, so hätten sie ihn nicht überzeugt, wic könne man ins Blaue hinein votircn, ohne zu wissen, ob das Votirtc nicht nochmals verworfen werden wird? Dr. Zarnit berichtigt, ftinc Aeußerung in Betreff dcr dcutsckthümclndcn illiberalen Tendenz der Linken habe blos der Behauptung Kromcrö gegolten, es sei mit dem Gesetzentwurf auf eine Vertreibung dieser Partei abgesehen. Was dcn Großgrundbesitz betrifft, so seien die vorgebrachten Behauptungen halllos; dcr 8 7 dcs Grundgesetzes über die Rcichsvcrtrctung spreche nur von einer Aenderung in dcr öcstslcllung dcr Gruppen. Von dieser sci aber nicht dic Rcdc. 5t r o m c r widerspricht dcr Behauptung Suctcc', die ehemalige Majorität habc dic nämlichen Gesetzentwürfe eingebracht! das sei nicht richtig. Alan habe damals kcinc Verstärkung dcr Wahlbezirke beantragt. SvcM habe nicht aufgeklart, warum nicht anch andere Orte in die städtischen Wahlbezirke einliefen worden, z. B. dic Märklc Weißenfcls, Wippach? Man habc eben keinen Grundsatz vor Augcu gehabt, sondern nur cinc berechnete Eombi-nation. Cr erklärt offen, er sircbc die Nichtsanclionirung dicscs GcfttzcS an. ..Man möge es auch außer diesem ftause wissen, daß wir nicht gcrmanisircn, daß wir nns aber auch nicht slovcnisiren lassen wollen." Dr. Zarnik: Eine Slooenisinmg sei nicht mög lich, denn seincs Wissens sci Abg. Kromcr ein geborener ölovcnc. (Das Publicnm hat sich schon seit längerer Zeit durch so lärmende Zeichen dcs Beifalls und Mißfallens an dcr Debatte bcthciligt, daß dcr Landeshaupt--mann sich genöthigt sieht mit Räumung dcr Galerie zu drohen.) Dr. Eosta spricht gegen Dr. Kaltcneggcr. Wir werden den Grund dcr Ablehnung nicht erfahren. Aber das wissen wir. daß die Grundsätze, die dcr Abg. Kromer ausgesprochen, anch jene der taiscrl. Regierung sind, wir wissen, daß die Gesetzentwürfe nicht fanctionirt werden, so lange dieses Ministerium am Ruder bleibt, weil man aber doch nicht wissen kann, wic lange dies der Fall sein wird, haben wir die Gesetze wieder eingebracht. Der krainischc Landtag wird in diesen Fragen nie zweifelhaft fein. wie er fchon im vorigen Jahr dcn Antrag bezüglich dircctcr Wahlen ohne Debatte begrub. Wir haben die Gründe in unserem Berichte anSgesprochcn. und haben ihnen nichts znznfügcn. Weiteres bchallcn wir uns für die Spcl'ialdebattc vor. Kromcr konnte nicht besser zu unseren Gunsten sprechen. Ich halte seine Rede für so wichtig, daß sie in das Slovcnischc übersetzt und jedcu Slooencn cin Exemplar gegeben werdcn sollte. Kromer sprach heute vun einem Wahlmanövcr. Wir tonnten dicsc Frage umkehren, die «anzc nus oclroyirte Wahlordnung ist nichts als ein Wahlmanüvcr. Daß aber unfcrc Amräge ucrcchtserligt sind, Hut Kiomer selbst gezeigt, wenn Kraiuburg, Stein, Lack dic meistbcvöltcrten Hlädlc Ol^rtrains sind, warum soll ein kleiner Ort, wic Neumuittl ihnen gegenüber cin Vorrecht ausüben? Ebens? bezüglich dcr kleinen Stadt Laas. Was die Haltung der ehemaligen Majorität in dcr Wahlfrage betreffe, berufe er sich auf die stenographischen Prototolle, wornach dic Abänoernngcn der i>j? 10 und 11 mit 20 gegen 5> Stimmen angenommen wurden. Was Bildung dcr Wahlbezirke betrifft, fo wurde damals tz 3 M. ä. mit alle,, gegen cine einzige Stimme angenommen. Kromer habe hcntc selbst bezeugt, daß, wenn die Wahlord« l nnng i:u beantragten Sinne geändert werde, es im ^ Landtage nur eine Partei im nationalen Sinne geben , würde. Die voraussichtliche Nichtfancliouirung dürfe ' nns nicht abschrecken, auch in England haben die Kämpfe , gegen die Blil>!flcckcn (rotwiidmou^) lange gedauert, !abcr endlich zum Siege geführt. Werden die Gesctz-cntwürfe auch jetzt nicht sanctionirt, fo werden doch ! vielleicht Zeiten kommen, wo man deu slovenischen For-j dcrnngen gerecht weiden wird. Die Gcneraldeiiattc wird geschlossen. (In der Spccialdebatte, welche wir wegen Raummangel morgen bringen werden, wnrden die Au-trügc Dr. Kaltcneggcrs abgelehnt und sämmtliche Ausschußauträgc ohnc Abänderung angenommen und in dritter Lesung zum Beschluß erhoben.) Sagesneuigkelten. — (Raab und Laibach gehören zu Böhmen!) Das behauptet wenigstens der „Pokrot", indem er > mit großer Genugthuung mittheilt, wic die in Lemberg gar» ! nisonirenoen böhmischen Regimenter Nr. 17 nnd 19 ihre Freude über den in Böhmen erfochtenen Wahlsieg in be-'sonders ostensibler Weise an deu Tag gelegt hätten. Nun ! ist aber das Regiment Nr. 1!) em ungarisches (Ergätl-j zunsssbczirk Naab) und jenes Nr. 17 cin traineri'sches > lMgänzungsbezirk Laibach). Es scheint daher, daß entweder z Raa'l) und Laibach ohne ihr Wissen in Böhmen einverleibt oder die Magyaren und Slovcnen der bezeichneten Regimenter über Nacht czcchisirt worden seien. — (Gegen den Mädchenhandel.) Das ungarische Ministerium des Innern erlies; am 2. October eine ! strenge Verordnung an die Behörden wegen dcs noch immer bestehenden schändlichen Mädchenhandels nach Egypten. — (Revolution in dcr Telegraphic.) Ein Amerikaner, Dr. Everitt aus Louisianna, hat in Brooklyn unlängst ciuc Porlesung mit begleitenden Experimenten abgehalten, in welcher er behauptete, ein neues System der Telegraphic, das der Elektricität gar nicht bedürfe, entdeckt zu haben. Die alte Theorie, daß dcr Ton durch Vibration dcr Luft verursacht werde, wirft cr über Bord und behauptet, den Ton wie den Blitzstrahl durch einen einfachen Draht leiten zu können. Das Nähere über diese Entdeckung ist jedenfalls abzuwarten. Locales. — (Tagesordnnng fiir die XIII. L and-tagöfitzuug am 13. October 1809.) l. Zporoöilo «0 rii/<»-w«^() i)o«wvc xli v^voclino XrimMo. (?ri-lo^i 05). ^. Bericht des Finanzausschusses über den Voranschlag des Domcsticalfondes für das Jahr 1870. (Beilage 66). :j. Bericht des Finanzausschusses über das Anlangen der Beamten dcr Laudcscasse um Auflassung und Aussolguug der von ihnen erlegten Dienstescautione». (Beilage 07). 4. ^ü8v«t po^meä gospollu är. liuäos-luvc», Uu/,1:>s>'», xaraä vxuMnuo /^varoviUnicc, /:», liniuMo (k!/(!lo /u i>c>8l0M m prMmIch'iv» 1i1ili^ 08). 5. Petitiouö-Auöschußbcrichtl.'^ a) Ucbcr das Ansuchen des Vereines zur Pflege lranter k-tu-dirender in Wien um eine Subrcittwi,. li) Ueber dle ^e-liüon dcs Leuöcc und anderer Gaftivnthe gegen die Anforderung von Vcrzchrungssteuer - Nachzahlungen. c>) Ueber 1718 das Gesuch der ehemals in der Herrschaft Senotschcr Waldung servitutsbercchtigten !5<; Insassen von Präwald um Ausmessung und Zuwclsuua. des ihnen nach Ablösung der tzolzbezuMechte noch fehlenden Waldautheiles. 0. ?ro^ poMne^ ^08poäu (li'. V^Ioiitiün Xnvuika /g. ^t^ino pr68tr0>'!l>, I^udi.ilNl^o wwil>ird dasselbe fiir all,,' Theilnehlucr am Feuer-wehrtage ein werthoolles Errinucrungsblalt sei». Neul'gaten und Fremdlinge. Unter dicsem Titel dringt dic „^razcr Tagespost" einen Artikel, den wir wegen seines lreffcudcn Inhaltes nachstehend wiedergeben: „Renegaten und Fremdlinge" sind nach dem Dafürhalten jenes steierischen Abgeordneten, welcher sich mit fo leidenschaftlichem Eifer zum Dolmetsch nationaler Hypochondrie gemacht, der Fluch des slovcnischcn Unterlandes. Was verstehen die ullranalionalen hitztöpfc unter dem Worte Renegat? Das sind ihnen Personen, welche als geborne Slovene« dem Deutschlhum ihre Bildung verdanken, die sich des geistigen Gewinns freuen, welchen sie durch deutsches Echriftthum nnd deutsche Denkweise erlangt, und die so besonnen sind, guten Frieden zu halten mit ihren Landesnachbarn und innigen Antheil zu nehmen an dcr Entwicklung des Berfassungslebens. Das sind nun durchweg Eigenschaften, die bei normal denkenden beuten aus Achtung Anspruch machen können; nur die Unduldsamkeit und Befangenheit nationaler Iaua-! tiker nennt jene Slovene», welche besonnener denken als sie,! „Ncuegaten" und „Delilschchümler" — und glaubt diese „Abtrünnigen" mit vollem Necht verachten zu können. „Die Nebe zur Mutlersprache — und werde diese blos Von einer Million Menschen gesprochen -- ist an sich ein edles Gefühl; das Streben, die naturgemäßen Rechte dieser Sprache in Schule und Amt einzubürgern, ist sehr schätzcns-werth. Doch bei diesem Streben braucht man nickt besonnenen Urtheilen über andere nationale Bedürfnisse den Nucken zu lehren. „Einem jeden Slovenen muß es doch freistehen, dar^ Über nachzudenken, ob das Schriftthum seiner Muttersprache hinreicht, ihn zu bilden; wenn dies nicht der Fall ist, so erscheint es nur hochachtbar, wenn ihn die Sehnsucht nach Bildung in die Gefilde der deutschen Literatur führt; — es muß ihm doch dic Freiheit gestaltet sein, sich geistige Nahrung zu suchen, wo er will. Sollte es etwa eiu Unglück sein, wenn eiu Unterländer sich gesteht: „Ich bin ein geborener Slovene, meine Bildung ist aber deutsch, weil sie nicht slovenisch fein kann; ich denke, fühle, Politisire deutsch?" „Der bedeutendste Gelehrte der Sloveneu, Mitlosich, schreibt deutsch, wcil ihm die Wissenschaft höher steht, als die Schrullen einiger Eompatriotcn. Dabei verleugnet er seine nationale Abkunft nicht, wenn auch scine politischen Ansichten nicht jene der Abgeordneten Herman und Woschuiat sind. Er liebt gewiß den Voltsstamm, dem er entsprossen, mit treuer Neigung; ^ wer wollte ihn einen „Renegaten" deshalb nennen, weil er nicht so denkt wie jene Politiker des Unterlandes, welche das Rauspcrn der böhmischen De-claranten nachäffen und über die Sprache die höheren Interessen ihres Volksstammeö vergessen? „Jene Staatsmänner des Unterlandes, welche in dcr Verisicirung eines deutschen Abgeordnelen eine „Beleidigung der ganzen slovenischcn Nation" erblicken, sehen in Moriz von Kaiserfeld deshalb einen „Renegaten," weil fein Familienname: Blagatinfchet — ei» sloveuischer ist. Wafer ist ihnen ein Renegat und Deutschthümler und alle im Unter-ande geborenen, im Gemeinwesen eine Rolle spielenden Männer, welche nicht in der Sprache eines tleuien Volls-stammes das höchste Gut desselben erblicken. „Die „Renegaten" und „Deutschlhümler" des Unterlandes touncn sich über das Prädikat trösten, welches ihnen der Fanatismus angehängt; wo dieser beginnt, da hört in der That die Zurechnungsfähigteit auf. „Auch den „Fremdlingen" unter deu steierischen Abgeordneten wurde jüngst in dcr Landstube eine gemüthliche Gardinenpredigt gehallen. Wic engherzig ist jener Eantönli-geist, welcher sich gegc» alles Gute und Tüchtige sträubt, was von jenseits der Eantongrenze ins Land gekommen. Der tüchtige Mauu, der für'ö Gemeiuhctl arbeitet, sei und bleibe willkommen in jcdem Lande, wo er sich niederläßt, — ihögc seine Wiege gestanden haben wo immer; er ist ein Wohlthäter des Landes, in welchem er wirtt, und verdient den Dank desselben, nicht die Insulten politischer Schergen, welche die geistigen Arbeiter fürs Gemeinwohl vor allem nach dem Paß fragen. „Die nationalen Fanatiker, welche Gesichtspunkte wählen, wo alles auf dcu iiopf gestellt und von den Flammen des Hasses unheimlich beleuchtet erscheint, thäten am besteu, den Kampf aufzugeben, iu dem sie sogar Insulten als Waffen gebrauchen. Das wäre das erste Verdienst, welches sie sich um die Slovcneu erwcrdcu, welchen sie sich ungebeten als Führer aufdrängen." Mucke M Die Unrubeu in Dalmatien. Aus Pola, '.). October, wird der „Triester Zeitung" > geschrieben: Seit zwei Tagen wird in Wien, Pola und Zara ein lebhafter Depcschenwcchsel unterhalten. Bon Wien aus ist, wie bereits gemeldet, auf telegraphischem Wege der Befehl ergangen, die disponiblen Schiffe im adriatischen Golfe sofort uach den Äocchc zu beordern und den Dampfer „Lucia" mit aller Beschleunigung auszurüsten. An dcr Ausbesse-^ rung des Dampfers „Andreas Hofcr" und der Ausrü'stuug ^der „Lucia" wird uuausgesetzt Tag und Nacht gearbeitet und beide Kriegsschiffe werden Montag den 11. d. M. auslaufen und »ach dem Eaual von Eattaro abgehen. Heutc Nachts foll an alle Küstcnstationeu der telegraphische Befehl ergangen sein, die Kanonenboote „Rela" und „Kerta," welche sich unterwegs auf dcr Reise nach der Levante befinden, aufzuhalteu und nach den Bocchc zu beor-deru. Er. Majestät Dampfer „Taurus," von den Eulina-Mündungeu zurückgekehrt, hält stets vorgeschobene Feuer und ist in steter Bewegung im Eanalc von Eattaro. Aus allen! diesen Verfüguugeu und Vorkehrungen ergibt sich demnach,^ daß die in Folge des neuen Wehrgesetzes und der Steuer-Verweigerung entstandenen Unruhen in Süd - Dalmatien einen ernsten Eharakter angenommen haben und üble Folgen nach sich ziehen dürften. Aus glaubwürdiger uud foust sehr verläßlicher Quelle ersahreu wir, daß bereits ciu blutiger Zusammenstoß zwischen der Bevölkerung und dem Militär stattgefunden habe, dcr — wenn unser Gewährsmaun gut uutcrrichtet ist — den Soldaten M) Todte und 1 gefangenen Officicr kostete. Dcr Statthalter von Dalmatteu, FML.! Ritter v. Wagner, der mit cincm Lloyddampfcr nach dem Schauplatze geeilt fein soll, dürfte es, sagt man, nicht wa-^cn, sich in Eattaro auszuschiffen. Die Bezirke von Cri voscie, PastrooicchiD uud Zuppa sollen iu vollem Aufruhre sein. Privatnachrichteu Zufolge vertheilen die Mehl- uud Koruhäudler uucntgcldlich ihrc Borräthc au die aufrührerische Bevölkerung. Daö Post'Dllmpfschiff „Holsatia," Capita» Ehlcrs, ging am 6. October mit 81^ Passagieren uon Hamburg vm Havre nach Ncw-Iork ab. Teleniaphisciie W?cl,s?l course vom ll, October. 5pcrc. Mctalliaucs 59.80. — 5verc. Mctalliques mit Mai« uud Novcmbrr-Zmseu 59.80, — 5perc. National-Auleheu 69. -. — I860« Slaalsanlchcu 94.10. — Bantacnen 721. — Eredit-Aclicu 252.75. — ^udon l 22.90. - Silber 120.25). - K l Ducateu 5 83. Aandel und Golkswiithschastliches. ^tcue Untlrllehmuug ,,. Iu der kürzlich stattgehabten Sitzung dcr Vcn'ius-Cummission sind wieder einige Concessions-Gesuche erledigt wordm. darunter: Austra-Italicnifchc Bank (Aclien-EapUal 20 Millionen Gulden), Landwirthschaftlichc Baut (Aclien-Capital l0 Millionen), Wiener Hypulhelencasse (Aclieil-^apilal 5> Mi scl,en dcr Anstro-EgWtischen und dcr Alisiro-Orientlllischm A«»l sind wir ersucht wurden, zn erUären, dasj solche Verhandln','^!! uain Ver>l,alluiici'-^tlaudy, G. W. Andrews, Kar! Wcsscly, Aloi« Oliva und FraiU Finger die Gründung einer Actien-Gesellschaft unter t»cm Namrü .'»lettrnsteg.Attieuucrcin in Prag bewilligt. Der Fonds der Ge-sellschaft wird durch 260.000 ft., ocrtheilt auf l.'z00 Stiicl AcM" zn 200 fl,, grbilde!. - Herr Iulinö Prohasla hat das Dnccto linm der Iunerl'crgcr Acüen-Gesellschasi zurückgelegt und gedcnlt nun ali« Verwaltung^rath in Zutunft zn wirlcii. An seine'Slclle tounnt cin Westfale. — Monlag den 11. d. M. findet die consti' tnirendc Geueral-Versaimiilniig der Nenb^rg^Maria^eller Gewcrl' schuft stall, — Dic bekannten Zeilinll.er'scheü Hammcrwrrle, sowl^' die ausgedehnten Waldcomplexe uud Maicrhufe zn Ncttcncgg i» Itcicrmars sind bei der Crida - Licilation am 0 October. Stadt Wic«. Die Herren: Cossetti, Kaufm,, von Pordcnonc. — Abaillard, von St. Barbara. — Scheiuer, Ingenieur, uun Weyer. -- Kran^, Kaufm, von «Kiofol. — Kornhanser, von Wim. — Piöcutini, Kaufm., von Wien, - Flckler, Profcssor, von Tricst. Na;or, Privatier, von Venedig. - Hari« und v, Pirucr, von Paris. — Sc. Excellenz Varou Lallermaüü, l. t. Oberlandeögcr-Prasidttit, vou G»az, - Baron Äpi'altrcr. GntSbcs,, von Kreuh. Elefant, D«e Herren: Hrancevic. — Moinil, Pharmaceut, von Stein. — Nalosche, von Laäti Trg. - Hünigsbcrg, vou Wa' rasdin - Hohn, Vcamte, vou Kraiuburg -- Braun, Beamte, von Trieft. - Wihn'lcr, Acieiit, von Trieft. — Supaucic, Musilcr. — Milller, von Maiuz. — Dcschummi, von Littai. — Gardmii, BeaiuteiiVfrau, von Obersteiermark. Theater. Hentc: Wal)» u„l> Wahnsinn, Schnnspiel m 3 Acten, Nccept stcgeu Tchwiegormüttei', Lustspiel in 1 Acl. __________Morgen: Faust, Oper in 5 Acten ^^ '«!:«-> ^ «- 6 .-. .- 11 ß" « , « ^- ^_ ^ 3 « ,5, — ,ß b-l " ! ^ .3 Z " " ^ ^'^,« ' «j'll.Mg. "ii3i.^. ^ 0.1 windstill vicbel II. 2 „ N. :«0,«i -j-K'.i, windstill heiler 0.«l» I0„ Ab. :^N.H<» -j- ^.5, windstill heiter Nachts heiler, dichter Murgeiuiebel Gegen 11 Uhr Aufhci<^ ning. Wolttuloser Tag, ruhige ^'ust. Abrndrolh. Das Tagesn!'»" dcr Warme -^ 1'5", um 5,2" nulcr dem Normale. Die steia/üde Alniahme der Temperatur schr empfindlich. Verantwm llicher Nedaclcui: ^gna, v. K l e i n »l a v r. W Für die zahlreiche Begleitung beim i.'eichcnbcgä!!gnissc W ^ meines innigstgrlicbtcn Gattcll M > Johann Plieker > W» spreche ich hicinit allcu Freunden und Bekannten mciucil W « tiesgcfilhllen Dant aus. W M Laibach, am 10. October 1869. W D^^ln-lH««»»^^ Wien, i». October All der henliacu Vorbörse wlllbe lebhafter Umsatz zu ziemlich hohen Coursen gemacht. D,c Silmmnnc, schwächte sich jedoch später ab, da e"i Tc VlllllNUlllUjl. gramm des Corrcspondeu'idurcau vou Arbciterunruhen in Frankreich berichtete. Die MMagsbürse trug den Charakter der letzten Tage: Leblosigkeit des Verkehrs w SP"» " tson?pllpielcu, Festigleil der AnlagSwcrthe. Von letzteren waren wue vorwiegend Gru»dcn,lllstnng^bligalic>um. Rente beider Gattungm, ActlM dcr Nationalbant und i!ose verschiedener ^kattg"" gesucht. Auch Escomptr-Ncticn waren gefragt, dagegen Priorilütm ohne großcrc Vcräudernug, H. Allgemeine Kta PE,.: in Noten vcrziusl, Mai-November W,:l0 <>0/l0 „ „ „ Februar-August U0.25, «0.-10 „ Silber „ Jänner-Juli . Ü^.W K9.40 „ „ April-Oltober. N9.W «9,40 Stcueraulehen nlclznhlbar (^) . 97.-- 98.— Lose v.J. 1839 ..... 345.- 24<>.-,. „ 1854 (4 °/«) zn 250 fl. 88.50 89 50 ., I860 zu 500 fl, . . 94.60 9480 ,. ,. 1800 zu 10» fl. . . 99.50 100.-,. „ 1864 ,u 100 ft. . . N5 75 116. SllllltSlDomäncu-Pfaudbricfc zu 120 si. ü W. in Sübcr . . 11> « ^.50 9^.5 Eiebeubilrgeu . . , . 5) „ 75 ?.. <..50 Stelermarl ... „ 0 „ ^ " ^« >" Ungarn .... «5„ 795,0 80... C?. Actie» ul»n Bankinstituten. Geld Waare Aualo-östcrr. Bank abgest, . . 258 50 259.— Auglu-nngar. Bank .... 9150 92.50 Bu'dcu-Creditanstalt .... —.-- ^.— l^reditauNalt f, Handel u. Gew. . 257.25 257.50 Credltanstall, allgrm. uugar. . , 87 50 88 50 Üscomptc-Gcscllschast, u. ö. . . 827.— 8:l2.— Frauco-osterr. Baul .... 9950 10U. - Geunalbanl......."l«50 4950 Nulwnalvant. .....725-727 — Niederländische Baut .... 82.— 83.— Vcreiusbank.......97. - 98.— Vertehrsbant.......N3 — ^.^.50 >V. Actien von Tvanöportnnterneh, mungcu. Geld Waare Alföld-Fiumauer Bahn . , - 1«?.— 157.50 Böhm, Wrstbahu.....218.— 219,- Carl^'udwig-Bahu.....245— ^45.50 Donnn'Dampsschifff. Gesellsch. . 558.— 5<,2,— Elisadcth-Westliahu.....18l. 182— Fcrdmaiidu-Nnldbahn , . . 2105—2110,— Filnsinchcu-Barcser-Vahn , . 174.50 I<5.— Frauz-Ioscphs-Vahn .... 175.- ,176. » l z.'cmbcrg-Ezcru.-Iassyer-Bnhn . 198. 198.75 . Geld Waacc i Llot,d, «ftcrr........343.— 345.— ! Omnibus lerstc Emissiou). . . 190.— 192.— ! Rndolss-Bahn......163.50 164.— , öiebcnbiirgcr Bahn ... 162.— 163. - , Slaatsbahu.......372. 373.— ! ! Siidbahll.......252.- 252.50 ^ Süd-uordd Verbind. Bahn , . 155— 156.— Theiß Bahu.......250 50 251.— ! Tramway........134.— 134 50! «5. Pfandbriefe (filr 100 fl.) ! Mg. »ft Boden-Eredit-?Iuf!alt Geld Waare verlosba,' ,u 5 pCt. in Silber 107.50 108 50 dlo.iu33I.ritck;.zu5pCt.ino.W. 90.50 91,—^ Natioilalb. ouf 0. W. vcrloöb. < zu5M........92.80 93.-! Oest.,^,pb. zu 5'/, PCt. rllckz. 1878 -.^ —... Ung. Bod.-Crcd.-Aust.zu5V, PCt. 90.— 90.50 «?. rioritätsol,lissatione». i. 103 fl. 0. W. > Geld Waare' Elis.-Westb. in S. verz. (l. Emifs.) -.- - — - ! FerdinaudS'.Nordb. iu Silb. verz. 105.— 105.50 ! Franz-Josephs Bahn .... 91.70 92,- ^ G.Tarl-Ludw.B.i.S.ucrz.I.Em. 99.50 100.-> I ...........Md W°ar ^ Oesterr. Nordwestbahu . . . . 89 75 ^''" ! Sicbcub. Vahu iu Silber verz. . 86.75 ^' ! Staatsb. G. 3"/« -'. 500Fr. „I. Em. 135.^ ^/^. S!idb.G.3^-.500Frc. „ . . 114.75 N^>' Siidb.-Bous 6 «/, (1870—74) ^... i. 500 Frcö......239.- 2^-" ! E2. Pvivatlose (per Slilck.) Creditllnftalt f. Haudcl u. Gew. Geld Wa°l zu 100 fi. ö W......157- 1''^ Nlidolf-Stiftuug zu 10 si. . . ^-^ ^''' ^ Wecksel (3M°n,) Geld M«^ Augsburg fitr 100 st, siidd. W. l<>2,- 1";-^ Frankfurt a.M. 100 st. detto 102-- i^ ^, Hamburg, fllr 100 Mark Ba::co 90.40 .^^ l.'ondou, filr 10 Psund Sterling 122«» " ^ Paris, für 100 FraucS . . . ^^.8^ '""'" °" ^!^'"""^ W»»','.„ Hi. Mül'.z-Ducaici'. . 5 ft. 82j rr. ^ fl-'g./, „ NapoleonSd'or . . 9 „ 8l,; >, - " ^^,. „ Vcreinsthalcr. . . 1 « ^! « .,.„ " 95 .. Silber . . 120 „ I« „ 1^" " Kraiuische Gruudeull^m^-0blig°l«^ - yatnotmm«: 86 50 Oclb. 90 "'°