^ «s Areitag den 10. Juni 1881. XX. Jahrgang. Vit „Marburger Zeitung" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch und Freitag. Preise — stir Marburg ganzjährig S fl., halbjährig 8 fi., vierteljährig 1 fl. 50 kr.; für Zustellung ins Hau» monatlich 10 fr. — mit Postversendung: ganzjährig 3 fl., halbjährig 4 tt., vierteljährig S fl. Insertionsgebtthr 8 tr. per Seile. Der Andrang M den Miltclscholtii und die ftzialt Frvgt. Marburg, 9. Juni. Der Unterrichtsminifter beklagt de»l Alt» drang zu den Mittelschulen, namentlich den Tymnaiien und weist hin aus die bedenklichen Folgen, die sich daraus für Landwirthjchast, Industrie und Handel ergeben. Die Wirkung diese» Andranges läßt stch nicht bestreiten — wa« ist aber die Ursache? Hätte da» Hmdwerk noch seinen goldenen Boden, ernährten noch die übrigen Zweige der VolkSwirthschast wie früher, so wäre der Besuch unserer Gymnasten und Realschulen nicht außer der natürlichen Ordnung. Bei der Ausnahme soll und kann abge mahnt werden und legen wir da» Hauptgewicht aus die Befähigung, über die eine sehr strenge Prüfung entscheiden muß. Wo arme, jedoch begabte und stttlich reine Knaben der Aufnahme würdig stnd, weil ste zur schönsten Hoffnung berechtigen, darf der Staat nicht abschrecken, soll er vielmehr seiner Pflicht als Vormund und Erzieher gedenken und jene Opser nicht scheuen, die erforderlich stnd, um solche Knaben zu Jüngern der Wifsenschast, zu geistigen For-schern und Psadfindern, zu Führern de» Volke», zu Dienern de» Staate» im besten Sinne de» Worte» heranzubilden. Für solche Zwecke fehlen heute allerding» noch die Mittel und ste werden fehlen, so lange der Militärstaat unser letzte» Mark verbraucht. Im Arbeit»staate dagegen hat jeder Beruf da« gleiche Recht, den Anspruch auf diefelbe Vor-bereitung und Pflege. 3m Arbeit»staate wüd keine Klage mehr gehört über den Andrang zu den Mittelschulen und wird der Landwirthschaft, der Industrie und dem Hattdel die Blüthe der Jugend nicht entzogen, ohne welche sie ver« kümmern. Im Arbeitsstaate, wie z. B. in der Schweiz, in Nordamerika, erfreuen stch alle Lehranstalten de» entsprechenden Besuche», weil der ehrliche, freigewählte Beruf dann auch Jeden nährt, der stch demselben gewidmet in klarer Erkenntniß de» Ziele» und der Wege und mit dem Aufgebot seiner vollen Kraft. Franz Wie»thaler. Zur Geschichte des Tages. Die Vertagung de» Reichsrathe» hat die Rechte um so mehr enttäuscht, je fester ste überzeugt war, eine Parteiregierung zu besitzen. Anstatt nun die halligereisten Pläne der Polen, der Tschechen und der Klerikalen durchzusetzen mit allen Mitteln, schickt da» Ministerium den Reichsrath heim aus unbestimmte Zeit, und läßt seine Partei gänzlich im Dunkeln über die Beweggründe! --- Die Tschechen sühlen stch durch die Möglichkeit beunruhigt, daß bi» zum Herbst ^wichtige Veränderungen in der Regierung vor sich gehen." Ersolgen diese Veränderungen, so geschieht e» wohl nicht der deutsch-freistnnigen Partei zu Liebe, sondern nur, weil man besorgt, die Politik der Ver iöhnung könnte auch aus da» Heer ihre zersetzende Wirkung üben. Die Halbamtlichen zu Wien und Peter »bürg haben einen Gegenstand edler Wettbemühung gefunden. An der Donau wie an der Newa spenden ste dem Staatsstreicher in Sophia ihren Beifall eine Haltung, welche befürchten läßt, die osstziöse Unterstützung werde sich zur osfiziellen erweitern, sobald da» Volk von Bulgarien die angegriffene Versaffung mit den Waffen in der Hand zu vertheidigen sucht. Bei allem Stolze und gewaltthätigen Versahren kann die Selbstherrschast in Ruh« land e» nicht lassen, zu heucheln Mtd abgedroschener, verlogener Gemeinplätze stch zu bedienen. Mit „Gotte» Hilfe" soll nämlich der Plan de» Kaiser» au»geführt werdet», die Ab. gaben zu vermindern, ,,soweit e» möglich ist." Die bewaffnete Macht, welche den politischen Bedürfniffen de» Reiche» und der gegenwärtigen Lage de» Heerwesen« entspricht, soll erhalten bleiben, ohne die Steuerkraft de» Volke» zu beeinträchtigen. Vernlijchte Nachrichten. (Gesetz gegen die Trunkenheit.) In Holland tritt am 1. Nov. ein Gesetz gegen die Trunkenheit in Krast, welches u. A. folgende Bestimmung enthält: „Mit Gefängnib von 1 Tag bi» S Monaten oder Geldbuße von 50 Eent» bi» 300 fl. werden bestraft: 1. wer ein Kind unter 16 Jahren abstchtlich betrunken macht; S. wer Jemanden mit Gewalt oder Androhung von Gewalt zum Gebrauch von berauschendem Getränk zwingt. Hat die Handlung eine Krankheit zur Folge, so wird der Schuldige mit Gesängniß von 1 Tag bi» b Jahren bestraft. Hat die Handlung den Tod zur Folge, so wird er mit Zuchthau» von 5 bi» 10 Jahren bestraft. Begeht der Schuldige die strafbare Handlung in seinem Beruf, so kann ihm die Au»abung de» Berufe» für eine Zeit untersagt werden, welche die Dauer seiner Hauptstrafe um mindesten» zwei, höchsten» sünf Jahre übertrifft. (Reform de»Geschäst» leben« durch da» Telephon.) Der „Franksurter Zeitung" wird au» Zürüch geschrieben: „Eine einsache Feuilleton. A>s drr Numptlkammrr dts modttutll Abrrglaot»ta». «Kchlu».» Man steht ittdeß au» diesem Beispiel aus'» Neue, wie höchst mangelhast die Beobachtungen gewöhnlich angestellt werden. Wenn einer einmal an zwei oder drei Feiertagen nacheinander bemerkt hat, daß stch das Wetter änderte, so hält er stch sür berechtigt zu jagen, nach seiner Ersahrung habe der Freitag Elnfluß auf das Wetter. Nach den bereit» erwähnten vierzig Jahre lang geführten meteorologijchen Tabellen fiilen von zweitausend Wetterveränd^rungen zweihundertneunundstebenzig aus den Sonntag, zweihundertsünfundachtzig aus den Montag, zweihundertzweiundneunzig auf den Dienstag, zweihundertneunundstebenzig auf den Mittwoch, zweihundertneunundachlziq auf den Donnerstag, zweihundertdreiundachtzig auf den Freitag und zweihundertdreiundneunzig auf den Sonnabend. Summa zweitausend. Die Thatsachen oder vielmehr die Zahlen sprechen! Wollen wir den naturwissenschaftlichen Prltfftein: forgfältige Beobachtung überall, und gat'z besonder» da, wo etwa» gegen den streng gejetzlichen Gang, den die Natur immer ein hält, !zu versloben scheint — wolleil wlr diesen Prüsjtein noch an einem letzten tveispiel anwenden, so lade ich meine Leser zu einer kurzen Betrachtung dessen ein, wa» man Hellsehen oder Somnambuli»mu» im weiteren Sinne dieses Worte» nennt. E» gibt unleugbar Zustände von krankhafter Reizung oder Erhöhung der Nerven-thätigkeit. Wir beobachten z. B. nicht selten bei nervösem Zahnschmerz, daß die Geruch»nerven eine ungewöhnliche Schärfe ihrer Funktion entwickeln. Gewisse auf da» Gehirn einwirkende Reize, wie Wurinkrankheit, fehlerhafte Blutbil-dung zc. veranlassen häufig einen entweder ab« norm tiefen oder einen sehr unruhigen Schlaf mit mehr als gewöhnlich lebhaften und zusammenhängenden Träutnen und lautem Sprechen. Eiltzelne solcher, namentlich bei senstblen dieichsüchtigen jungen Mädchen vorkommender Fälle gewähren nun allerding» eilten ganz iltter-essanten Beobachtungsgegenstand. Das Verworrene, Zusammenhangslose, wa» der Traum gewöhnlich hat, macht einem geordneten, zu-samtnenhängenden Traumleben Platz, welches stch sür den Beobachter in ebenso zusammen, hängenden Schlcfreden kund gibt. Im Traum erhält aber nie und niminer Jemand Kunde, weder über sich selbst noch andere Persol.en und Gegeilstände, die er nicht schon aus gewöhnlichem Wege empfangen hätte. Der Traun, ist immer nur ein Erinnern, Reproduziren. wobei freilich der Phantasie de« Träumenden voller Spielraum zu den buntesten und tvunder» ltchslen Kotnbinationen gegeben ist. Dasselbe gilt auch von jenem erhöhten Traumleben, welche» man Hellsehen und Somnambtllismus genannt hat. Für den psyHologischen Forscher wird die Beobachtung der Aeußerungen diese» Traumleben» immer von großem Interesse sein. So wie wir aber hören, daß die Schlafende — denn wir haben e» hier fast immer mit jungen oder alten Mädchen zu thun — daß aljo die Schlafende Dinge spricht, von denen ihr erst im Traum die Kunde zu kommen scheint; wenn ste beginnt zu prophezeien, wenn ste sagt, wo Dinge verloren sind, von denen ste dem Anschein nach keine Kenntniß haben konnte, und ganz besondel», wenn stch dann jene Dinge an dem von der Somnambule angegebenen Platz zum allgemeinen Erstaunen wirklich finden: dann waffnen wir unser geistige» Auge mit der Brille des stärksten Zweifels, und dulden wir nicht, daß das edelste Geschenk, welche» wir vom Schöpfer empfangen haben, unser gesunde» Urtheilsvermögen, von den Nebeln einer krankhaften Phantasie umdüstert werdet Sollte aber Jetnand Gelegenheit haben, einer somnambuli-sttschen Vorstellung beizuwohnen, wo ein Magne-tiseur am Bett der Schlasenden steht, die niest, sobald der Erstere eine Prise nimmt, wo die Somnambule einen aus ihre Magengegend gelegten versiegelten Brief liest, — dann empfehle ich ihm de» Herrn von Bockum-Dolffs glstü-gelte» Wort: ^Jch verlange, daß man mir meinen Hut bringe." Unzählige Mal ist das Kunststück des Lesen» verschlossener, auf die Magengegcnd gelegter Briefe schon produzirt worden. Darum ist e» sehr zu verwundern, daß jener Prei» von zehn- Keschästsmanipulation hatten wir in den letzten Tagen Gelegenheit zu bewundern. Während nnsercr Anwesenheit im Speisesaal des „Hotels Zklrcherhos" in Zürich vernahmen wir den Glockenton dcs Telephon im Nebenzimmer. lKleich darans erschien der Wirth nnd ersuchte einen Geschästsreisenden, an den Apparat zu kommen, eine Firma in der Stadt wünsche ihn zu sprechen. Die Unterhaltnng, welche uns der Gerufene nach fltnf Minuten mittheilte, lautete: „Herr N., sind Sie zur Stelle? — Ja. — „Ich bedaure, daß Sie stch heute vergeblich be-mltht haben." — Reisender: Ich werde mir erlauben, diesen Nachmittag nochmals vorbei« zukommen. „Ist nicht nöthig. Haben Sie Ihr Kommissionsduch zur Hand?" — Reisender: Sofort. — „Dann bitte gefälligst die Artikel zu notiren: Dessins und Stlickzahl, und nach jedemmale „verstanden" zu melden. — Es erfolgte die Bestellung, der Reisende dankte, und mit der Bemerkung de« Bestellers: „Besorgen Sie Alles plinktlich, reisen Sie glücklich, Adieu", war das Geschäft erledigt. In einer gleich glatten wie raschen Welse hat wohl nie ein Geschäftsreifender eine Ordre notirt. Wie man uns mittheilte, sind in Zürich bereits über 200 Abonnenten dem Unternehmen beigetreten, die Einrichtung ist fo beliebt in kurzer Zeit geworden, daß eine Vergrößerung des Netzes be-reits geplant ist. Die größeren Hotels haben alle Telephons, von der Zentral-Mation kann man bequem mit feinem Hotel verkehren, Aufträge ertheilen und der prompten Erledigung sicher fein." (Revolutionsgeschichte.) L. Kossuth arbeitet an einer gröberen Verlheidigungsschrist gegen Arthur Görgey's Anklage und foll diese Schrift die ganze Gefchichte de» NevolutionS« jahres umfassen. (Auswanderung.) Die Auswanderung aus dem südöstlichen Siebenbürgen nach Rumänien nimmt wieder überhand. Kürzlich zogen 25 Wagen mit Auswanderern auf der Rolhen-lhurmer Straße nach Rumänien. Einem Gerüchte zufolge werden 600 Famlien für die Kolonisation in Dobrudscha angeworben. Die Spuren der Auswanderung sind auch in den Dörfern äußerlich flchtliar; an den verlasienen Häusern sind Fenster und Thören mit Brettern zugenagelt. (Halbpolitisches aus Ungarn.) Der ,^Wiener Allgemeinen Z^ilung" wird au« Budapest geschrieben: „Das ungarische Abgeordnetenhan« bereitet sich zu einem langen Schlafe vor, denn dicser Session Arbeit war schwer. Die Minister treffen Vorbereitungen, um sich in den Bädern von allen jenen Gesetzentwürfen zu erholen, welche Heuer von den Landesboten in ein bessere» Archiv gebettet wurden, oder aber beabsichtigen, in ländlicher tausend Franken, welchen vor mehr als vierzig Jahren die Pariser Akademie der Wissenschaften ausgesetzt hat, noch bis heute nicht verdient worden ist. Jene Summe ist nämlich derjenigen Somnambule versprochen worden, die vor einer Kommisston der Akademie ein von dikfer mit» gebrachtes, verstegelkes, auf die Magengrube der Somnambule gelegtes Schrifti'tttck zu lesen vermag. Wie gesagt, der Preis ist noch heute zu verdienen, und wenn ich recht unterrichtet bin, so hat sich in dieser langen Zeit, ungeachtet der erlassenen öffentlichen Bekanntmachungen, noch nicht einmal eine einzige Somnambule dazu gemeldet, jene Prüfung zu bestehen. Ich denke, die Somnambulen werben selbst am besten wissen, daß gewisse Vorbereitungen dazu gehören, um einen verschlosienen Brief mit dem Magen zu lesen; vor allen Andern, daß man vorher wissen muß, was darin steht. Wie vortrefflich gleichwohl diefe mysteriöse Lektüre bisweilen ausgeführt wird, davon finden wir eine tzübsche Probe in Schleiden'« Studien. Es fei mir gestattet, sie hier nutzutheilen. Es waren, so erzählte dem Verfasser der Studien der bekannte Arzt Himly, es waren alle meine sorgfälligsten Bemütjun^^en, mich von der Wahrheit der magnetischen Erscheinungen zu überzeugen, vergeben« gewesen; immer hatte meine Gegenwart den Eintritt der Ekstasen ver, Stille und idyllischer Zurückgezogenheit über neue Steuern nachzudenken. Koloman v. Tisza und Graf Szapary werden Landaufenthalt nehmen und sich an dem fatten Grün der Fluren erbauen, werden dem Glockengeläute der Heerden lauschen und das „magyarische Jodeln" der Csikos bewundern, wobei sie ganz gut an die Prästdentenglocke und die Schlachtrufe der äußersten Linken denken können. Der berühmte Wetterprophet und Handelsminister Baron Ke-Möny reist nach Siebenbürgen und will im traulichen Verlehr mit seinen Wählern Einiges über Handelswissenschaften erfahren, während der Honved,Minister Szende sich nach Marienbad zurückzieht, um dort etwas von seinem außerordentlichen Gewichte zu verlieren. Kultusminister Trefort plant, in Buzias die schönsten Tage dieses Sommers zu verbringen, und Ju« stizminister Pauler soll entschlosfen sein, eine Reise bis ans Ende der Welt zu unternehmen, um dort seine Vorlage über die Civilehe in das Meer zu versenken. Die geehrten Herren Abgeordneten sind aber nicht in der Lage, an Lust» reisen zu denken, denn die Wahlen stehen vor der Thür, und Jedermann, dem sein Mandat lieb ist, muß fest an Programmreden und Weinvertheilen denken. Durch kleine Geschenke und große Versprechungen müssen die Wähler weich gemacht werden, denn immer näher, näher rückt der Tag, an welchem die bekannte Urne wieder eine Nolle spielt. Der Schreiber dieser Zeilen hatte l)eute da« Vergnügen, einen Abgeordneten zu sprechen, welcher eine bewährte Praxi« in Wahlangelegenheiten besitzt. Dersellie sagte: „Meine Programmrede ist fertig. Ich werde vor die Wähler treten und Ihnen sagen: Meine Herren! Obwohl ich kein Programm habe, trete ich mit Beruhigung vor Sie, denn mein Gegenkandioat hat ebenfalls keines. Ich sage immer Ja, er sagt immer Nein, und ich erwarte von Ihrem Geschmack, daß Sie mit mir Ja sagen. Wenn Äe es wünschen, verspreche ich Ihnen, daß ich Steuern und Stempel abschaffe, und wenn Sie Bedürfniß nach einem Versprechen haben, daß ich den Juden das Geld wegnehmen und unter meinen Wählern ver-theilen werde, so können Sie das Versprechen haben. Und somit habe ich die Ehre, mich Ihnen bestens sür die bevorstehende Wahl zu empfehlen." Es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn diese Rede nicht donnernde Eljens in den Kehlen der Wähler erwecken würde. Es gibt übrigens auch Kandidaten, die gar nicht vor ihre Wähler treten und trotzdem schließlich gewählt werden. Diese Kandidaten haben gewöhnlich irgend einen guten Freund, der zu dem Gegenkani)tdaten geht und ihm Folgendes vertraulich zuflüstert: „Man spricht davon, aber Niemand weiß, wer es zuerst sagte, daß der geehrte Gegenkandidat heute erschossen werden soll, sall« er nicht zu- hindert, oder ich war auf so grobe Täuschungen gestoßen, die keiner weiteren Beobachtung würdig waren. Da beschloß ich endlich, eine Reise nach Halle zu unternehmen, wo unter der Aufsicht eittes der berühmtesten Profesioren und Gelehrten eine, wie behauptet wurde, ganz unzweifelhaft hellsehende Somnambule die wissenschaftliche Welt in Erstaunen setze. Ich wurde von jenem Manne fteundllch aufgenommen, wohnte allen Erfcheinungen bei, und felbst bei der ailerkritischesten Prüfung war es mir unmöglich, auch nur eine Spur eines gespielten Betruges zu entdecken. Eines Morgen«, als die Somnambule im Schlaf lag und soeben vorhergesagt halte, daß sie sich diesmal, wie auch sonst zuweilen geschehen, recht wohl aller Begebenheiten, die während ihres Schlafes vorgefallen. erinnern werde, wurde ein Billet von einer Freundin gebracht. Ich nahm e« dem Ueberbringer ab, und im Einverständniß mit dem Arzte erbrach und las ich es (in Gegenwart der Schlafenden) lant vor. E« enthielt die Bitte um eine Stickerei. Der Brief wi»rde der Somnambule aus die Magengrube gelegt und von ihr ohne Schwierigkeit wörtlich abgelesen. Wir warteten mit Interesse da« Enve ves Schlafes ab, welches nach einer Stunde erfolgte. Nach einigen Reden fragte die Dame, ob nicht ein Billet an sie gekommen fei. W.r rücktritt." Schon wiederholt ist es vorgekonlmen, daß in Folge dessen der Gegner das Feld geräumt hat. nnd die guten Wähler nu« der Urne Jemanden erstehen ließen, den sie gar nicht wollten. Doch trotz alledem ist das Leben der Abgeordneten-Kandidaten in keiner Weise beneidenswerth, denn wie schon der Dichter poetisch prophezeiend sagt: „Wer die Wahl hat, hat die Qual." Originat-Zlori. espoildeiiz. Marburg, 8. Inni. Der neueste Schutz« engel ves Stamme« Israel ist die „Südsteirische Post", die Vertreterin de« modernen Christen-thum«. Dieselbe erzählt in ihrer 19. Nummer, wie grausamlich ein Budapester Handlungehan« durch einen hiesigen Advokaten beschummelt werden sollte, der für dessen Vertretung wegen einer Forderung von 150 st. ein Expenfar in dem merkwürdig bescheidenen Betrage von 91 fl. 80 kr. in Anrechnung lirachte, welche« sofort gerichtlich auf 12 fl. 6(i kr. adjuslirt wurde. Da« war tvieder einmal ein prächtiger Bärentrieb, und ein Beweis dafür, daß ein katholischer Priester, denn ein solcher ist ja der Posiillon der „Südsteirischen Fahrgelegenheit", anstatt, wie e« Christen- und Re^aktionspslicht ist, der Wahrheit auf den Grund zu sehen, stch nicht entblövet, die gröbsten und schamlosesten Lügen, die er in seiner gläubigen Seele ans-nimmt, rücksichtslos in die Druckerei zu befördern, wenn es auch die Ehre eines ganzen Standes gilt, kann man damit nur einen politischen Gegner in der allgemeinen Achtung herabsetzen. Ist denn die „Südsteirische" wirklich der Meinung, daß es ein Gericht der Welt gibt, welches das Expensar eines Advokaten, dessen Ansprüche nachzuweisen sein müssen, von 91 fl. 80 kr. auf 12 56 kr. adjustirt, oder glaubt sie. daß es für einen Advokaten außer feinem Gewissen und seiner Ehre keinen Richter oder keinen Dtsziplinarrath gibt. Jedenfalls ist ihr Ulibekannt, daß fast bei allen Gerichten Eis« leithaniens die Kosten auf den Nefuchen zu verzeichnen sind, welche sohin im adjustirten Betrage am gerichtlichen Bescheide eisichtlich sind. Knabenhaft kindisch ist wahrlich der Verfaffer solcher Notizen, fllr wie beschaffen muß er aber erst die Leser halten, welchen er solchen Blödstnu zu bieten wagt. Wie gewaltig bejudet die „Südsteirische" wurde, beweist der wahre Sachoerhalt und kann es nur der niederträchtigsten Bosheit gelingen, aus demselben die Notiz so zu gestalten, wie sie in Nr. 19 der „Südst." erschienen. Die Sache verhielt stch so: Ueber Anempfehlung des hiesigen Agenten Herrn Nikolaus Koller vertrat Herr Dr. Duchatsch im Jahre l876 das Budapester Handlungshaus Schlestnger und Komp., welche« gegen den erstaunten und wünschten den Inhalt desselben von ihr zu erfahren, den ste auch sogleich ganz wörtlich mittheilte. Da entfaltete ich das in meiner Hand gebliebene Papier; es enthielt nichts, als das von mir selbst geschriebene Wort: ^ttraxvo! (ertappt!) Ich reiste natürlich sogleich völlig aufgeklärt ab. Die Somnambule fuhr aber nichtsdestoweniger sort, noch lange unter der Leitung jenes berühmten Mannes ihre Rolle zu fpielen, deu ich seitdem nicht für eilen Betrüger, aber sÜr einen sehr einfältigen Betrogenen halte. So weit Himly. und gleichen Ersolg haben, setzt Schleiden hinzu, ohne eine einzige Ausnahme, alle mit gleichen, Scharssinn angestellte Proben gehabt. Obgleich man von Denen, die sich sür eine Somnambule interessiren, gewöhnlich behaupten hört, es liege für die Kranke gar kein denkbarer Grund vor, jenen Zustand zu simu-liren, fo trage ich doch nicht das geringste Bedenken, alle Fälle der höheren Schlaskuust in zwei Kategorien zu bringen; in der einen herrfcht das Motiv der Gewinnsucht, und mnß man leider gestehen, daß der gewerbmäßige Somnambulismus meist ein sehr lukratives Geschäft ist; zu der zweiten Kategorie zähle ich die Fälle, wo der Wunsch, sich interessant zu machen, das Motiv zum Hellsehen bildet, llnd man wird mir gewiß zugeben, daß es für ein Johann HauSller'schen Konkurs 9l fl. 80 kr. zu fordern hatte. Am Sl. Jänner 138l, also nach Verlaus von fttns Jahren wulde das 7 fl. 92 kr. betrastende Expensar eingemahnt, wonach das betreffende Haus, welches seine Tangente aus dem Konkurse schon längst direkte erhallen hatte. 6 fl. 7 kr. baar und einen alten unbrauchbaren 50 kr. Stempel einschickte. Dies veranlaßte Herrn Dr. Duchatjch, das Expensar gerichtlich adjustiren zu lassen, und hat da« k. k. Bezirksgericht Marburg r. D. N. mit Hinzurechnung der Adjustirungskoften in dem Bescheide vom 23. Mai 1881, Z. 3856, ihm die Kosten mit 12 fl. 56 kr. zuerkannt, deren Nest ein Beamter des Herrn N. Koller am 3. Juni 1881 bezahlte. Daß die Redaktion der ^Sttdsteirischen" falsch berichtet wurde, entschuldigt nicht, sie ist sttr alle ihre Mittheilungen unbedingt verantwortlich; wir wollen aber auch nicht nachforschen, wer die Mittheilung gemacht, vermnthen jedoch, dab eS Jemand war, der dem betreffenden Advokaten selbst seit einer langen Reihe von Jahren verpflichtet ist, dem dieser demnächst mit adjustirten Kosten auswarten wird. Daß aber nur der eben erwähnte Fall gemeint sein kann, geht au« der Uebereinstim-mung der Ziffern 91 fl. 30 kr. und 12 fl. 56 kr. und der b^ichneten Parteien hervor. Der po» etisch angehauchte Advokat wird liber alle gegen ihn gerichteten schamlosen Angriffe und Lügen seinen guten Hnmor nicht verlieren, ob ihn der Redakteur der »Südst.", der die Kastanien slir Anvere aus dem Feuer holt, bewahren wird, ist zu bezweifeln, denn noch besteht bei manch' politischer Gegnerschast so viel kollegiale Ein« mNthigkeit unter den Advokaten, dab sie sich Schändung der Ehre ihres Standes nicht ge-fallen laffen, und nicht gefallen lassen dürfen. ZUarburger Zjerichti?. (Impfung.) Sonntag den 12. d.M. Nachmittags 2 Uhr wird im Mädchenschulgebüude am Domplatze die diesjährige Impfung vorge-nommen. (Ländliche P fing st unter Haltung.) Aus Lembach — Al»fangs Juni wird uns geschrieben; „Um diese Zeit ist es sonst der Brauch, daß eine mißliebige Persönlichkeit in unserer Gemeinde geprtlgelt oder sonst maltrai-tirt — zur Abwechslung auch todtgeschlagen wird. Als dies vor einigen Tagen im Plane war, und zwar in der Nähe meiner Behausung und gegen einen mir näher stehenden Menschen, wagte ich mich zu den Unternehmern und ver« suchte ihnen das Thörichte ihre» Planes auseinanderzusetzen, was man ungläubig ausnahm. Als ich den Leuten aber gar von der anzu-hoffenden Strafe und vom weltlichen Richter sprach, lachte man mir ins Gesicht und meinte, daß ich wahrscheinlich davon gar nichts wissen dürfte, dafi in Graz ein Herr sei, der alle Ur-theile und Erkenntnisse der Richter zu nichte mache und dab olle Beschuldigten in Folge dessen Reden sreigesprochen würden!! Alle lSr-wivernngen waren sruchtlos und man wies aus eben in den Zeitungen besprochene Fälle, die leider solche Ansichten bestärken, hin." (lSegen die Aeilderung der Schulgesetze.) Der Gemeinderath von Cilli hat einstimmig beschlossen, an das Herrenhaus die Petition zu richten. ,,dasselbe möge im Interesse des Fortgedeihens unseres Staates eine Aende-rurig der Schulgesetze in der vom Hause der Abgeordneten beschlossenen Art nicht zulassen und an der Fortdauer der achtjährigen Schulpflicht festhalten." (Volkszählung.) Die Bezil kshauptmann-fchast Pettan zählt 61,328 Einwohner (39,235 männlichen und 42,093 weidlichen Geschlechts). Der Viehstand beträgt: 6435 Pferde, 3 Esel, 38,320 Rinder, 476 Ziegen, 1369 Schafe, 43,884 Schweine. Bienenstöcke gibt es 8345. (Hagelschäden.) In Zwettendorf, Lendorf, St. Nikolai, Dobroszen, Laakoorf, Alten-dorf, St. Johann, Golldorf, St. Peter, Eben-kreuz, Sandberg, Täubling, Seitendorf, St. Martin, Wurmberg... wo am vorletzten Samstag der Hagel Rebeu, Obstbäume und Saaten geschädigt, muß das Wintergetreide abgemäht werden, um die Aecker noch mit einer zweiten Frucht bestellen zu können. (Volle Strashäuser.) Die Karlau vermag die Sträflinge nicht mehr zu fassen und mußten deshalb neunzehn Verbrecher, welche das Kreisgericht Cllli verurtheilt hatte, nach Capodistria gebracht werden. (Untersteirische Bäder.) In Sauer« brunn bei Rohitsch stnd bisher 164 Badegäste angekommen. Letzte Post. Beim Kardinal Schwarzenberg in Prag hat ein Konventikel über die „schwankende poli^ tische Situation" verhandelt. Im Dtnlschen Reichstag wurde eine Vorlage der Regierung, betreffend die Erhöhung des Zolltarifs eingebracht. Die Pforte hat die hervorragendsten Führer des sttdaldanischen Bundes, welche Derwisch Pascha zu einer wichtigen Besprechung nach Prevesa eingeladen, verhaften und aus ein Kriegsschiff bringen lassen. Dle Kurie soll beabsichtigen, der französischen Geistlichkeit sür die bevorstehenden Wahlen eine versöhnliche Haltung anzurathen. Gladstone hat in einem Briese an Zankoff den Radikalen Bulgariens seine vollste Sympathie ausgedrückt. bleichfttchtiges Mädchen, dem das Loos bisher zugelheitt war, ziemlich unbeachtet zu bleiben, etwas ungemein Reizendes hat, plötzlich der Gegenstand andachtsvoller Ausmelksamkeit und Bewunderung zu werden. Hat doch dasselbe Moliv ein junges Mävchen un Krankenhause zu Kopenhagen vermocht, sich jahrelang fast lägtich Glasscherben, Radeln, abgebrochene Messerklingen zc. mit den gröbten Schmerzen unter die Haut zu bohren, wo sie dann Ent^ zultdungen und Geschwüre erzeugten. Sie dachte, man wurde nicht devliisei» kctnnen, wie jene Gegenllände unter die Haut kämen, und hoffte sich dadurch den Aerzten ul»o dem Publikum interessant zu machen, wie sie selbst gestand, als man sie endlich bei ihren Manövern ertappte. Roch Vieles wäre über diesen Gegenstand zn sagen, auch Über Anderes noch, was in dteses Thema einschlägt, wie Psychographie, Sympalhle, moderne Gespenster Ze. Ullein es »st Zelt, mtch der Regel zu erinnern, daß, wenn an einem Aufsatz nichts zu loben ist, es doch immer bereitwillige Anerkrinlung siitdet, wenn er zur rechten Zett schluht. Ich wünsche nicht den Eindruck geinacht zu haben, als sei ich ein Fetnd der Phantasie. Rur da möchte ich die Phantasie mit Ersolg brlämpsen, wo sie nun einrnal nicht hingehört; wo es gtlt, Naturerscheinungen zu beobachten und zu erklären, leitet sie unser Urtheil irre und isi daher von diesem Gebiete streng sern zu halten. Die Phantasie ist etwa» Schi)nes, aber die Wahrheit ist so schön, daß, wenn beide sich im olympischen Saal begegnen, Goethe's Lieblingsgöltin vor der Wahrheit sich demüthig neigt und den schönsten ihrer Blumenkränze ihr aus das Haupt drückt. Und stältden der Phan» tasie auch nicht die ultergrülldtlchen Tiesen des MenjchenherzeltS zu Gebote, stände ihr nicht oas Reich der Farven ut»d der Töne offen, sie würde immer noch genug Stoff in der ästhetischen Raturbetrachlung finden; denn nicht davon, nur von der Beobachtung und Forschung möchte ich sie ausgeschlossen wissen. — Die Welt als Ganzes wie im Einzelnen betrachtet, der gervaltige LichtbaU, unsere Sonne, wie das Vergibmeintticht am Bache, die unzähligen Well» tölper, welche uns vom nächligen Himmel herab »hre Strahlengrühe an« unermebllcher Frrne zu» senden, wre die unscheinbare Muschel am ein. sainen Meeresstrand — das Alles sind so grobe Wunder, daß es wahrlich der Phantasie bei dt^r Raturbetrachtung nie.an Nahrung fehlen kann; sie wird immer dem bunten Schmetterling gleichen, der über tausend dustigen Blülen ein-hergaukelt und vor Uebermuth und in der Lust vor all dein lockenden Ueberflutz nicht weiß, ans welche Blüte rr sich zuerst niederlassen soll. ErklAruug Die „Südsieirische Post" brachte eine Notiz, daß ich meine politischen Gegner mit Korrespondenzen belästige, auch soll ich eine Korrespondenz-Karte an Herrn Professor Horük gefchrieb^ haben. Diese Karte habe ich nicht geschriebm und bin ich gewohnt, aus dem, was ich thne und lasse, kein Hehl zu machen. An jene, die sich zu meinen politifcveu Gegnern zählen, habe ich nur an Professor 5^., der mein Schulkollege und Jugendfreund war, und recht gut weisj, daß es nicht ganz undankbar ist, klerikal zu sein und mit den Pfarrern auf gutem Fuße zu leben, einigemale geschrieben, dann Herrn Dr. Gregorec kleine slovenische Verse und eine sehr pikante Kommuniongeschichte zur Ausnahme in sein Blatt empsohlen. Dieser machte keinen Gebrauch davon, ich besitze jedoch noch das Konzept, sowie seine mir aus dieses Schreiben zugekommene Antwort, welche nicht nach Knigge» Umgang mit Menschen siilisirt ist. Vielleicht komme ich noch in die Lage, der Welt aus diesem Schreiben ein Eträußchen duftender Blüten zu binden. Dies ist die ganze Korrespondenz mit meinen politischen Gegnern, wenn ich sie damit wirklich belästiget habe, dann soll's mich freuen. Marburg am 5. Juni 1881. Dr. Duchatsch. Landwirtyfchaftliches. Spargel. Vor Eintritt des Winters schneidet man die Spargelstengel ein paar Em. über dem Boden ab und bedeckt die Stellen, wo die jungen Pflanzen liegen, ganz leicht mit etwa» verrottetem Mist. Im zweiten Jahr zieht man, nachdem die Pflanzen ausgetrieben haben, all-mälig die zwischen den Reihen ausgeworsene Erde in die Gräben hinein, so daß während de» zweiten oder dritten Jahres die ganze Fläche des Spargellandes nach uno nach wieder eben gemacht wild und dle Köpfe der Pflanzen 60—70 Em. unter der Erooberflsche liegen. Jln vierten Jahre beginnt gewöhnlich die Ernte von der Zeit an, wo die ersten Spargelstengel sich Über der Erdoberfläche zeigen, bis Anfang Juni. Die Gewinnung der Spargelstengel im gebleichten Zustand kann aus zweierlei Arten erfolgen, entweder dadurch, daß man, sobald ein Stengel mit seinem Kopf sichtbar wiro, die Erde ringsherum beseitigt und ihn mit einem langen Messer in einer Länge von 10—12 Cm. adschlieidet, wobei man jedoch die etwa daneben hervorkommenden und unstchtbaren Stengel nicht verletzen dars. Da» andere'Versahren besteht darin, daß. sobald der Kops sichtbar wird, lange thönerne Töpfe oder Röhre darüber gestellt werden, so lange, bis der Spargelstetigel die vorher angegebene Länge über detn Boden erreicht hat, wo er dann abgeschnitten wird. In dem ersten Jahr der Ernte dars man den einzelnen Pflanzen noch nicht alle Stengel nehmen und man muß einzelne immer noch stehen lassen, während bei älteren Pflanzen sämlntliche Stengel in der früher angegebenen Erntezeit abgeschnitten werden dlirsen. Die Spargellänber bedürfen außer den gelvöhnlichen Arbeiten alljährlich im Herbst eine Düngung, oie vor Eintritt des Wlnters uiitergespatet wird; ber einer solchen Behandlung erreichen die Spargelanlagen in mittleren Bodenverhältnissen eine Dauer von 30 Jahren, nach welcher Zeit sii wieder neu angelegt werden müssen. K l a u s ch. pn'iem pr.Iski 2 N Ale „Z>eutsche Zeitung" ist vom 1. Juli zu vergeben. (637 Aasrage beim Casino-Dicner. KchlelstrtibtiGötz'Dierhallk. Da mein Kollege, welcher die Arbeiten geholt und abgeliefert, nach Hause reisen mußte, so bitte ich die verehrten Kunden, mir die Arbeiten gütigst zu schicken. (634 ^okann Zilvorio. Wohnung. Der zweite Stock deS Hauses Nr. 4 in der Herrengasse ist sogleich zu beziehen. (636 Zwei schöne freundliche Wvhnnngen sind von 15. Juni ab billigst zu vermiethen. (633 Anfrage bei Josef Felder, Lendplatz. Vi« Glaferlehrling mit gutem Zeugniß und zurückgelkgter L^sjähriger Lehrzeit sucht einen Posten um auszulernen. Auskunst im Comptoir dieses Blattes. (638 Vorthtilh. GejchüstSllblWllg. In «razk ist ein sehr gut situirtes, komfortabel eingerichtetes gröberes unter günstigen Bcdingnissen sogleich abzulösen. Näheres durch I. Kadltts Comptoir in Marburg. s625 3. 7774. Edikt. (614 Vom k. k. Bezirksgerichte Marburg l. D. U. wird bekannt gemacht: Es sei über Ansuchen des Herrn Dr. Tnpold die exekutive Versteigerung der dem Herrn Alois Edlen v. Krichuber gehörigen Realitäten, alS: I. Urb. Nr. 109 acl Spielfeld in der St. G. GamS. im Schätzwerthe per 4584 fl. 45 kr.; II. Urb. Nr. 1046 aä Burg Marburg in der St. G. Leitersberg und Dobreng, im Schätz-werthe pr. 6943 fl. 28 kr.; III. Einlage 27 der C. G. Wachsenberg (ehemals Urb. Nr. 11S ^ aä Spielfeld) im Schatz-werthe mit 11345 fl. 73 kr., und IV. Einlage S9 der E.G. Willkomm (ehe mals Urb. Nr. 493 ö aä HerberSdorf) im Schätz werthe mit 13235 fl. 94 kr. — die zweite Feil birtungS-Tagsatzung auf den SS. Jnni 1881 Vormittag 11 Uhr, Amtszimmer Nr 4 mit dem Anhange angeordnrt worden, daß die Pfand-Realitäten einzeln bei dieser Feilbietung nur um oder über den Schätzwerth hintangegeben werden. Die Lizitationsbedingniffe, wornach insbesondere jeder Lizitant vor gemachtem Anbote ein 10°/o Vadium zu Händen der LizitationSkom-mission zu erlegen hat, sowie das SchätzungS-ProtokoU und der GrundbuchsiEztrakt können h. g. eingesehen werden. Zugleich wird bemerkt, daß ^bei der ersten Ediktsinserirung der Schätzwerth der Realität IV unrichtig mit nur 3235 fl. angegeben wurde. K. k. Bezirksgericht Marburg l. D. U. am 21. Mai 1881. __gründliche Hilse M Zitaten- und Anterleibsteidenile! Die Erhaltung der Gesundheit beruht zum gröpten Theile in der Reinigung und Reinhaltung der Säfte und des BluteS nnd in der Beförderung einer guten Verdauung. Dies zu erreichen ist das beste und wirksamste Mittel: Vr. Rosa's I^edensdalsam. vr. R o s a's Lebensbalsam entspricht allen diesen Korderungen auf daS Nollständigste', derselbe belebt die gesammte Thätigkeit der Berdauung, erzeugt ein gesundes und reines Blut, und dem Körper wird seine frühere Kraft und Gesundheit wieder gegeben. Derselbe ist für alle Berdauungöbeschwerden, namentlich AppktitloslgKtit, saUttS Avsftoßt«, PlShunge«, Erbrechen, Magtvkrampf, Verichltimvug. Hümoirrhoiden, >rl»krlad«llg dez Ma- gtkt mit Sptt^eu Zt. ein sicheres und bewährtes Hausmittel, welches sich in kürzester Zeit wegen seiner a'tSgezeichneten Wirksamkeit eine allgemeine Berbreitung verschafft hat. Eilt grojSc Micht i fl., ei« Halde Mschi d0 kr. Hunderte von Anerkennungsschreiben liegen zur Ansicht bereit. Derselbe wird auf frankirte Zuschrlften gegeu Nachnahme des Betrages nach allen Richtungen verschickt. Atte st. Ich leide seit einigen 2V Jahren an Hämorrhoidalbeschwerden und hartnäckigem Magenübel, Asthma nnd damit verbundenen Blasenverschletmung, Verstopfung und sonstigen Beschwerden. In dieser großen Noth brauchte ich einige Zeit den „Dr. Rosa'S LebenSbalfam" deS Herrn Apotheker ^ Fragner in Prag und hat mir dieser Balsam eine außerordentliche Hilfe geschafft, so daß ich denjelden nicht ^ ? genug der leidenden Mtnschl)eit empfel)len kann; schließlich bemerke noch, daß meine Tochter an Bleichsucht, t überhaupt v»el an Blut gelitten hat, und durch den LebenSbalsam sich vollständig kurirt l)at. Dieses beschei- A nige ich der Pflicht und Wal»rheit gemäß. Ar. VSN Sturtevant. ^ Bad Gieliichenstein bei Halle a. S., Provinz Sachsen. V » X V «s o!! Um nnl»ebsamen Mißverständnissen vorzubeugeu. ersuche die ?. 7'. Herren Abnehmer liberall anS-driicklich 1)17. Koksa's aus II » in zn verlangen, denn ich habe die Wahrnehmung gemacht, daß Abnelimern an manchen Lorten, wenn selbe e in-f a ch Lebensbalsam nnd nicht a n S d r ü ck l i ch vr-. R o sa'S L e b e n S b a l s a m verlangten, eine beliebige nichts wirkende Mischnng verabreicht wurde. Echt 'st lli'. kosa'8 l.stlon8tlal8am i»b.M)e» nur im Haupt-Sepot des «runqers «. r'i>a»ne>!-, Apotheke „zum schwarzen Adler" in Prag, <^ck der Spornergasse Nr.20K-3. In Marburg: D. I. Bancalari, W. A. König, Jos. Noß. Apotheker. dann i» Apotheken zu Graz, Admoiit, Cilli, Fcldbach, Lcoben. Leibnitz,^ Miirzzuschlag, Pettau, Radkersburg, Rotten,naiin, Stainz, Wildon,ß Windisch-Graz. ^ Sännntliche Apotheken in Oesterreich, sowie die «leisten Material-Handlungen t ^ haben Depots dieses Lcbensbalsanis. ein sicheres und erprobtes Mittel zllr Heililng aller Elltzi'lndllngell, Wunden u. Geschivi'tre. ^ ? Selbe wird mit sicherem Erfolge angewendet bei der Entzüuduug. Milchstvckungen und Verhärtung ^ A der weitilichen Brnst bei dem^Entwöhnen des Kindeö^ liei Atiscesen, Blutschwüren, Eiterpusteln, Karbunkeln ^ ^i Nagellchtvüren, beim sogenannten Wurm am Kingcr oder an der Zehe! bei Verhärtungen, Anschwellungen, ^ Drüsengeschwülsten ; bei Aettgewächsen, beim Neberbeine' bei rheumatischen und gichttschen Anschwellungen. ^ H chronischen Gelenksentzünduugen am Fuße, Knie, Hand nnd Hüften; bei Veistanchnngen; beim Anliegen ^ ^ der Kranken, bei Schweißfüßen und Hülineraugen I bei aufgesprungenen Händen nnd flechtenartigen Schrun- ? 5 den! bel Geschwülsten vom Stich der Insekten, bei alten Schäden, eiternden Munde«! ÄrebSgeschwüreu, " offeuen Füßen, Entzündungen der Knochenhaut n. Alle Entzündungen, Geschivülste, Verhärtungen, Anschwellungen werden in kürzester Zeit geheilt! wo. es aber schon zur Eiterbilduug gekomm n ist, wird daS Geschwür »n kürzester Zeit ohne Schmerz aufgezogen Aij U"d gkheilt. Dosen i» und ZRS kr. M D.,S erprobteste nnd durch viele Versuche als daS verläßlichste V^ittel bekannt zurHeilung der Schwerhiirigkeit und zur Erlangung deS gänzlich verlorenen Gthiires - l Fläschchen I fl. ö. W. (4'^8 ^ Pferde-Fleischhauerei ist sammt der Concession nntcr kiilligen Bedingnissen sogleich wegen Nebernahme einer Realität abzulösen. (630 Anzufragen im Comptoir d. Bl. 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Die näolistv srsts ^ewivn^iedunßs dieser großen vom Staate zarantirtvu Geldverloojung ist »mtliod kostxsstvilt und findet schon am 15. n. lk. Juui d. I. statt, und kostet hierzu 1 xallxss Original-LooS nur Nsrk 6 oder 3'/^tt. g; 1 ^ ^ 3 „ N t visrts! „ „ „ 1'/, „ V0 Alle Aufträge werden sofort gegen oäsr <1ss L^ztraxes mit der größten Sorgfalt ausgeführt uud erhält Jeder mann von uns die mit dem Staatswappen versel>enen 0i'iß^ili»t-1.oovs selbst in Händen. Den Bestellungen tverdeu die erforderlichen amt llchen Pläne gratis beigefügt, aus wvlchen sowohl die Eintheilung der Gewinne auf die resp. Elasse», als auch die betreffenden Einlagen zu ersehen siud und senden wir nach jeder Ziehung unseren Interessenten uuaufge fordert amtliche Listen. Die Auszahlung der Gewinne erfolgt stets prompt ulltvr 8t»at.lZ-Uaraut.is und kann durch direkte Zu-sendungen oder auf Verlangen der Interesseuten durch uujere Verbiudungen an allen größeren Plänen Oester reich'» veranlaßt werden. linsere Eolleete war stets vom Glücke besonders begünstigt uud haben wir uuseren Interessenten oft malS die größten Treffer ausbezahlt, u. a. solche von Mark SS«».00<», 1Vt».W0, 8v.vvt», 4<».UV0 ic. Voraussichtlich kann bei einem solchen ans der«« gegrilndeten llnternchmen überall auf eine sehr rege Betherlignng mit Bestimmtheit gerechnet werden, man beliebe daher schon der nahen Aiehnng Halver aUe Aufträge baldigst direllt zUj richten an Ksuknlänu d>iluv«, Kank- u»d Wtchsclgtjchiisl ja Hatnl»vrg, Liu- uuti Vvricaut allei' Ltaiitvvblixktionvu, uud XulsIZsusIoo»«. 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