Nr. 287. Donnerstag, 16. Dezember 1886. 105. Jahrgang. Mtmcher Mung. Priwnmelntlon«»»«»: 'Dili Postveisenbung: ganzjährig fi. »«, halbjährig fi, 7M, Im «omploir: ^. Die ,l!a«be HilfteNung in« Hau» gan^ährig fi. I. — I»,ert«o»««»iir: ff«r G D», «»»l, befinde» fich »ahnhüfstraße ,5. die ««»»etl», Wienerftr»«« il,, - UnfianNnl» »,i«,e ^lltine Inserate !'i« ,u < feilen 2!i lr,, «rötz^, pr, ^cilc « lr. i bc, ,'!^,sn wied«rh<,Iun«en pr. Hellt 8 lr, G werden nlcht angenommen und «»»nuscriHl« nicht ,nrll«gestelll. Umtl'icher Kheil. Se. k. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 8. Dezember d. I. dem Pfarrer zu Postire in Dalmatien Rochus Kalafatir U! Auerleuuuug seines verdienstvollen Wirkens das gol-unie Verdiensttreuz mit der Krone allerguädigst zu verehrn geruht. Der Minister des kais. Hauses uud des Aeußern ^t die absolvierten Zöglinge der k. uud k. orieutali-Mn Akademie Felix Ritter von Lewiecki, Heinrich ^ehlitschka, Engen Lieb mann, Stephan von "gron, Stephan von Lippert und Böla Merle su Consular-Eleveu ernailnt. ^. Am 14. Dezember 1886 wurde in der l. l. Hof« und ^taatsdructerei die slovcuischc Ausgabe des XI.IX. Stückes besRcichsgcsehblatles ausgegeben und versendet. Nichtamtlicher Weil. Schule und Landsturm in Tirol. Es ist der Initiative der Regierung zu danken, wenn in der gegenwärtigen Landtagssrssion allen an-bereu Reichsgebieten vorau das Land Tirol in verstärktem Maße die Aufmerksamkeit auf sich lenkt. Die Vesetzesvurlagen, welche die Regierung au den Landtag gelangen ließ, kennzeichnen sich von selber als bedeutungsvoll; sie habeu die Vertheidigung des Landes und die Erziehung des Volkes zum Gegenstande, bewegen sich auf dem Gebiete der idealsten Beziehungen zwischen dem Staate und seinen Bürgern. Weiche höhere Aufgabe könnte der Staat haben, als durch Pflege des Schulwesens für die Zukunft Fürsorge zu treffen, und ist es nicht die höchste Pflicht des Bür< gers, sein Leben einzusetzen für Kaiser und Vaterland? "on oppositioneller Seite wird behauptet, dass die ^egieruug absichtlich heterogene Gesetze in einen lünst-^chen Connex gebracht habe. Das Landesvertheidi-^ungsgesetz für Tirol lind Vorarlberg mit seineu weit. gehenden Zugeständnissen sei dem Schulaufsichtsgesetze und dem Gesetze über die Volksschule,, voraugeschickt Horden, um deu letzteren Gesetzen die Zustimmung des Landtages zu sichern. Die Erleichterungen im Militär-blenste sollen die Stimmung im Lande und im Land» ^fge derartig präparieren, dass der Widerstand gegen "e Regelnng der Schulverhältuisse eudlich verschwinde, einem beachtenswerten Artikel der «Presse» wird ausgeführt, dass, wie in diesem Falle, so seit! sieben Jahren, die Opposition wiederholt sich an un-, haltbare Hypothesen klammerte, um in vorgefassten! Meinungen beharren und um subjective Behauptungen begründen zu können. Zwischen den verschiedenen im Tiroler Landtage von der Regierung eingebrachten Gesetzentwürfen bestehe allerdings ein innerer Zusammenhang; aber es sei eine durch nichts gerechtfertigte Auuahme, wenn man dabei an eine Absichtlichkeit der Regierung, all ein politisches Strategen: denkt. Der Zusammenhang ist gegebeu; deun in dem Gesetze über die Laudesvertheidigung wie in den Schulgeseheu spiegelt sich der Geist des Landes und seiner Geschichte, spiegeln sich die Eigenthümlichkeiten wider, die Tirol auszeichnen und an denen das Voll mit stolzem Selbstbewusstsein festhält. Die verschiedenen, dem Tiroler Landtage vorliegenden Gesetze sind also keines» wegs so heterogener Natur, wie es den Anschein hat, wenn man bloß nach dem Titel der Gesetze urtheilt. Richtig ist es auch, dass die Regierimg es nach Mög-lichkeit vermeidet, in die Eigenthümlichkeiten des Landes in verletzender Weise einzugreifen. Auf das entschiedenste aber müsse gegen die Insinuation Verwah» rung eingelegt werden, als ob die Regierung durch das gleichzeitige Einbringen der erwähnten Gesetze eine bestimmte Wirkung erzielen wolle. Das Gesetz über die Landesoertheidigung ist eine nothwendige Ergänzung des Landsturmgesehes. und die Schulgesehe entspringen dem Bedürfnisse, endlich im Tiroler Schulwesen Ordnung zu schassen. Herr von Gautsch hat bisher in seiner Wirksamkeit als Unter-rlchtsminister bewiesen, dass er seine Aufgabe mit ern-Am Verständnis erfasst nnd sie im Geiste moderner Wissenschaft zu beherrschen versteht. Er hat sich das öffentliche Vertrauen erworben, und die Regierung kann Anspruch darauf erheben, dass die Tiroler Schulvor-lageu ohne Voreingenommenheit beurtheilt werden. Die Schule ist oft gemig das Object eines falschen Idealis, mus gewesen. Mau trennte die Schule von allen anderen politischen G^ieten, und wenn man sonst zu Concessionen geneigt war. auch wohl einem vollstän-digen Opportunismus huldigte so glaubte man doch in der Schule sich frei von'allen Hemmnissen, so glaubte man, die Schule strenge nach den Linien irgend eines idealen Bildes gestalten' zu können. I«.de Partei wollte ihr Ide«l in die Schule hineintragen, wollte mittelst der Schule sich d^ Zukunft bemächtigen, die Zukunft gleichsam nach dem eigenen Ebenbild erschaffen. Dieser Idealismus hat der Erkenntnis der Nothwendigkeit Platz gemacht. Man hat erfahren, dass selbst wohlthätige Einrichtungen unpopulär werben können, wenn man sich über die Bedingungen der Möglichkeit hinwegseht. Auch der österreichische Live» ralismus hat den Wandlungen der Zeit gemäß seine Forderungen modificiert Er war damit einverstanden, dass durch die confessionellen Gesetze unter dem Mini« sterium Auersperg der Streit über die kirchliche Frage zum Abschluss gebracht uud dass das Klostergeseh von dem genannten Ministerium zurückgezogen wurde. Nir könnten auch noch andere Beispiele anführen, um die Wandlungsfähigkeit des Liberalismus zu beweisen. Man trete daher an die Tiroler Schulvorlagen nicht mit Anschauungen heran, denen man längst entsagt hat. Die Reichs-Schulgesetzgebung hat den Landtagen einen Einfluss auf die Schulgesetzgebung doch gewiss nur aus dem Grunde eingeräumt, weil die Ueberzeugung vorherrschte, dass die Eigenthümlichkeiten der Länder bei der Schulgesetzyebung berücksichtigt werden müssten. Der Geist der Reichs-Schulgesetzgebung wird somit in leiner Weise verletzt, wenn, so weit es mit den Principien der österreichischen Schulgesehe überhaupt vereinbar, die Eigenthümlichkeiten der Länder in der Schule zur Geltung gelangen. Die Tiroler Schulvorlagen, das sei mit aller Entschiedenheit betont bewegen sich innerhalb des Rahmens des Reichsschulgesehes, und es wirb uns, worauf wir heute verzichten, nicht schwer fallen, gelegentlich den detaillierten Nachweis zu liesern, dass die Berücksichti-gung des katholischen Charakters des Landes weder mit dem Geiste noch mit dem Buchstaben des Reichsschulgesetzes im Widersprüche steht. Die Regierung handelt bei der Einbringung der Tiroler Schulgesetze im Gefühle ihrer Verantwortlichkeit; überzeugt von der Schädlichkeit eine« durch viele Jahre sich hinschleppenden Interimszustandes, musste sie sich die Frage vorlegen, unter welchen Bedingungen es möglich sei, für die Schulgesetzgebung in Tirol eine definitive Grundlage zu schaffen. Eine Regierung, welche nicht durch Schein-manöoer glänzen will. welche praktische Zwecke im Auge hat, kaun nicht an Versuchen Gefallen finden, die im vorhinein fruchtlos erscheinen müssten. Der katholische Charakter des Landes musste in den Schulvorlagen volle Berücksichtigung erfahren. Die Beendigung des Interimszustandes liegt im Interesse der tirolischen Volksschule, liegt vor allem auch im Interesse des tirolischen Lehrerstandes, der bis zur Stunde unter der Jemlleton. Lerne dich bezwingen. c. Wohin wir sehen: die Natur, der Staat, das ckanülienleben baut sich auf streug geregelteu Gesetzeu s"f, dereu Verletzung sich zumeist an dem Betreffenden !5ber rächt Erstere folgt unbewusst dem stummen ^kbote eines unabänderlichen «Muss», die Mensch. ^ schuf sich freiwillig eine bestimmte Ordnung, an 'k jeder gebunden ist, der Intelligente und Kluge 3 Rücksicht vor dem leitenden Princip und dem .Gemeinwohl, die Mnge dnrch Furcht vor Strafe ^ 'hren Folgen. Gesetze aber sind gleichbedeutend "" Zwang, mid die Nothwendigkeit eines solchen »st '. welche' kein Erfahrener sich verhehlt, deren Aus. lik H' vereinzelten Erscheinungen gMNÜber vielleicht flüssig, der großen Masse jedoch nur zum Heile ""Elchen kann. ,. . bikla " ganze Theorie der Erziehung basiert aus dar " Grundgedanken, und die größten Fehler welche .2" "emacht wcrden. gipfeln in dem «Zumel» oder dun?""«', womit der gebotene Zwang '» Anwen. «^bracht wird. Alle Keime und Triebe der ,ungen sich Zenbnlst bedürfen ernster Pflege, sie vermögen zu en.l")" leicht zum Schaden als auch nutzbringend °h" /Ä'"l 'n letzterem Falle aber geht es nicht i" °er?'^s Zustutzen und Schneiden ab. denn nur chF "^ wuchert die uneingeengte Kraft des Baum-^order? ""e feste Stütze und sorgsame Führung bringend" "ppige Schossen aus. die keme Früchte ^n. Sogar die himmelanstrebcndsteu Ideen ver- langen eine weise Einschränkung, um dem Bestehenden und der Wirklichkeit, wie sie ist.' angepasst und nutzbringend gemacht werden zu können. Vom Erhabenen zum Lächerlichen ist nur ein Schritt; was beide von einander trennt, liegt in der Würde, die uns Selbstüberwindung und die Beherrschung der eigenen Empfindungen verleiht. Wie das Genie die Gesetze der Kunst, welche es ausübt, voll-bcwusst. auch wenn jegliche theoretische Nachbildung ihm mangelt, in sich trägt, so kennt der denkende und verständige Mensch gmau die Grenzen, bis zu denen er seiner Eigenart ungehemmt die Zügel schießen lassen darf. Auch ohne jedes Studium der gesellschaftlichen Ordnnng wird er sich sagen, worin er gegen dieselbe fehlen, wodurch er ihr gerecht werden kann. vorausgesetzt, ihm wurde vou früher Jugend an die absolute Nothwendigkeit des Zwanges klargell'gt. den wir uns selber in all?m uud jedem auferlcgcu müssen, um nicht zum brutalen Egoisten hcrabzusinken und nicht jenes Gebot aus deu Auge» zu verlieren, das den Kernpunkt aller Cultur' bedeutet: das Lcbensglück jedes Nebenmenschen gleich den, eigenen zu achten, hoch zu halten, schonen und fördern zu helfen. Der Naturmensch ist. kann nicht anders sein als träge, passiv in den Gesammtanlagen; des unent« wickelten Charakters; wird ,hm zutheil. was er braucht zur Stillung aller Bedürfnisse, bleibt ihm somit jeder Anlass zur Entwicklung seines Eigennutzes benommen, so dürfte er wohl einen gewissen Grad von Gutmüthig, keit zeigen; welchen Wert aber hätte diese, welche der geringsten Versuchung gegenüber sich wahrscheinlich in Zorn und Schonungslosigkeit verwandeln würde?! Es gäbe keine Civilisation ohne den Zwang zur Bildung. Das Losungswort alles Lebenden heißt: Kampf! Im organischen Reiche, wo es sich eigentlich nur um die Frage «Sein und Nichtsein» handelt, beschränkt er sich auf Ab- und Gegenwehr, der Gebildete richtet ihn gegen sich selber, d. h. er bekämpft dermaßen den natürlichen Trieb der Selbstsucht, dass er diesen zwingt. sich in Humanität zu verkehren. Die heutige Menschheit der modernen Cultur ist unstreitig eine andere als jene, welche vor ungezählten Tausenden von Jahren als Anfänge derselben gelten darf. Wir sind in dieser langen, langen Zeit so sehr über uns selber hinausgewachsen, dass der gegenwärtige Begriff vou Menschthum eigentlich nichts mehr gemein hat mit jenem Geschlecht, das in der Gewalt des Hungers der eigenen Sprösslirge nicht schonte. Begreiflicherweise ward auch in dem Streben und Ringen nach Veredlung nicht immer der rechte Nea eingehalten, die Cultur kann hie und da in Hyper-Cultur, der allzu streng geübte Zwang in Hochdruck ausarten, was in seinen Consequenzen nichts weniger als dem ethischen Zweck derselben entspricht. Die Aus-schreituugen und Uebergriffe, zu denen einzelne Gesetzt unter Umständen Veranlassung geben, beweisen bamie noch keineswegs die Nutzlosigkeit dieser. Es gibt nicht« auf Erden, was nicht n.issdeutet, kein Recht, das nicht in Unrecht verwandelt werden könnte. Die conventio« nelle Lüge. in der sich die moderne Gesellschaft bewegt, ist gleichfalls nnr eine Folge jenes Zwanges, dessen unrichtige Auffassung freilich nicht immer Segen bringt. Die Sonne, unser Lebenselement, kann auch sengen und todten, wenn wir nicht vermöge unserer Intelli- lfaibachee Heilung Nr. ^87 2376 Iß. Dezember 1885. Unsicherheit der Verhältnisse leiden musste. Es ist nicht zu viel gesagt, wenn wir behaupten, dass die Tiroler Schulvorlagen das Beste sind, was unter den bestehen-den Verhältnissen für die Schule geleistet werden kann. Es gibt allerdings auch Leute, welche gegen die Einrichtungen der Tiroler Nothschule Einsprache erheben. In ihrem Doctrinarismus nivellieren sie die Alpen, denken sie die harten Bedingungen hinweg, unter denen der Kampf ums Dasein im Hochgebirge geführt werden muss. Sie nehmen auch keine Rücksicht auf die confessionellen Verhältnisse Tirols und bedenken nicht, dass die wenigen akatholischen Gemeinden neben der katholischen Bevölkerung Tirols eine verschwindende Minorität bilden. Nur indem man die thatsächlichen Verhältnisse in Rechnung zieht, ist es möglich, dauernde Einrichtungen zu begründen. Die Tiroler Schulvorlagen sind ein neuer Versuch, in das Tiroler Schulwesen Ordnung zu bringen, nachdem ähnliche Versuche, so oft sie auch unternommen wurden, regelmäßig gescheitert sind. Die Regierung darf für sich das Verdienst in Anspruch nehmen, dass, indem sie die Wichtigkeit ihretz Zieles vor Augen hatte, sie aufrichtig bemüht war, innerhalb des Rahmens des Reichsschulgesetzes den Eigenthümlichkeiten des Landes entgegenzukommen. Es muss als ein Fehler jeder Partei, nicht nur der liberalen, betrachtet werden, wenn sie die Schule lediglich als Terrain zur Verwirklichung ihrer Ideale benutzen will. Die Mehrheit des Tiroler Landtages hat stets den größten Wert auf die Auto< nomie Tirols gelegt. Die Regelung des Tiroler Schulwesens muss aber als eine wertvolle Ergänzung dieser Autonomie erscheinen. Eine autonome Körperschaft, wie der Tiroler Landtag, muss ihren Stolz dareinsetzen, Positives zu schaffen. Es wird damit immer mehr erreicht, als durch eine Negation, welche den Schwankungen der Zukunft das Feld offen lässt. Der Fortschritt im öffentlichen Leben der Gegen» wart manifestiert sich, wie bereits bemerkt, in der Erkenntnis des Nothwendigen. Auch von der Majorität des Tiroler Landtages erwarten wir, dass sie über die Grenzen des Möglichen und Nothwendigen im klaren sei. und halten demgemäß an der Ueberzeugung fest. dass die Tiroler Schulvorlagen von dem wünschenswerten Erfolge begleitet sein werden. Die Landtage. Wien, 14. Dezember. Die Session der Landtage ist unter günstigen Ailspicien eröffnet worden. Nicht nur dass die Begrüßungsreden der Präsidenten allenthalben in versöhnlichem Geiste gehalten waren, auch die Parteien legten bei der Wahl der Ausschüsse allseitiges Entgegenkommen an den Tag und bekundeten auch in sonstiger Weise das ernste Streben, die sachliche Berathung der zahlreich vorliegenden Gesetzentwürfe nach Kräften zu fördern. Namentlich sei hervorgehoben, dass der Landeshauptmann von Kärnten in erhebenden Worten die Eintracht zwischen beiden Volksstämmen pries und ein weiteres gedeihliches Zusammenwirken derselben in Aussicht stellte; dann dass der Laudmarschall von Galizien in gleich warmer Weise die günstige Gestaltung der nationalen Verhältnisse im Lande betonte und das fer« nere brüderliche Zusammenleben zwischen Polen und Ruthenen als eine durch die Geschichte und die bestehenden Verhältnisse gebotene Nothwendigkeit hin» stellte. Allerdings zählt die Session erst nach Tagen, und es ist wahrscheinlich, dass im weiteren Verlaufe derselben auch sprachliche Fragen auf die Tagesordnung gelangen, allein der dringende Wunsch der Bevölkerung, dass den wirtschaftlichen Angelegenheiten ihr Recht werde, und die Fülle ebenso wichtiger als unaufschiebbarer Vorlagen, welche der Erledigung harren, bürgen dafür, dass die nationalen Streitfragen nicht die sachliche Discussion überwuchern werden. Was in der Delegation trotz des hochpolitischen Charakters ihrer Verhandlungen zum Heile des Reiches und zur ungetheilten Befriedigung aller Völker Oesterreichs möglich war — die Unterordnung der Parteirücksichten dem Staatsinteresse — das wird wohl bei ernstem Willen auch in den Landesvertretungen nicht zu den Unmöglichkeiten gehören. Die Wohlfahrt des Landes und das praktische Bedürfnis sollen die Leitsterne sein, welche bestimmend auf das Verhalten unserer Landboten einwirken. Die Wohlfahrt des Landes bedingt aber die Unterordnung des Partei-Interesses uuter das gemeinsame Landes-Interesse, und das praktische Bedürfnis erheischt in erster Linie die sorgfältige Pflege der culturellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten. In letzterer Beziehung ist den Landtagen heuer ein besonders weites Feld der Thätigkeit erschlossen, da die denselben unterbreiteten Vorlagen sich auf alle Gebiete der Landesgesetzgebung erstrecken. Schulwesen und Landescultur, Gemeinde-Angelegenheiten und Verkehrswesen. Bauordnung und Iagdrecht, Armenpflege und öffentliche Sicherheit, alle diese Zweige legislativer Thätigkeit bieten den betreffenden Landesvertretungen die Möglichkeit, viel Gutes uud Ersprießliches für die Bevölkerung zu schaffen. Nachdem überdies die den Landtags-Verhandlun-gen bestimmte Zeitdauer heuer nicht allzu knapp bemessen ist. hängt es thatsächlich nur von dem ernsten Willen der Mitglieder dieser Vertretungskörper ab, die diesjährige Session zu einer ebenso erfolgreichen als fruchtbringenden zu gestalten. Politische Ueberficht. (Die Zweitheilung Böhmens.) Im böhmischen Landtage brachte vorgestern Abgeordneter Dr. von Plener den Antrag ein, der Landtag wolle beschließen, die Regierung aufzufordern, die Sftrachen-verordnung von 1880 und den diesjährigen Sprache»' erlass Prazäks aufzuheben, die nationale Abgrenzuug der Oerichtsbezirke durchzuführen, eine entsprechende Anzahl Kreisgerichte zu errichten, zwei Senate beim Prager Obergerichte zu bilden, die Verwaltungsbezirke ebenfalls nach Sprachen grenzen neu einzutheilen, thunlichst nationale einheitliche Kreise zu bilden und den Antrag einer Fünfzehner-Commission zuzuweisen. Der Vorsitzende erklärte, er werde den Antrag der geschäftsordnungsmäßigen Behandlung unterziehen lassen. (Im galizischen Landtage) hat Fürst Adam Sapieha einen Antrag eingebracht, welcher die ausgiebigere Pflege der deutschen Sprache in den galizischen Mittelschulen zum Gegenstände hat. Der Antrag hebt die Nothwendigkeit der vollkommenen Kenntnis der deutschen Sprache in Wort und Schrift für die galizische Jugend hervor. (Unterrichtsmini st erD r. vonGautsch) hat vorgestern vormittags das Gymnasium der k. k. Theresianischen Akademie in allen Classen einer ein- qehenden Inspection unterzogen und dem Unterrichte daselbst beigewohnt. (Dalmatien.) Registriert zu werden verdient riüe uns aus Zara zugekommene Meldung, dass in der Eröffnungssitzung des dalmatinischen Landtages der Landtagspräsideut ankündigte, dass noch vor Schluss des Landtages eine günstige Erledigung des Landtags beschlusses über die Einführung der kroatischen Sprache in deu k. k. Aemtern erfolgen dürfte. (Die internati on ale Lage) hat sich, wie «Standard» meldet, seit dem St.-Georgs-Tage gebessert, und zwar infolge des persönlichen Vorgehens des deutschen Kaisers, der anlässlich der friedlichen Versicherungen Ailvalovs dic Hoffnung aussprach, der Zar würde eine befriedigende Lösung der bulgarische» Frage finden ohne die Nothwendigkeit, zum Aeußersten zu schreite«. Außerdem schrieb der Kaiser eiuen überaus herzlichen» eindringlichen Brief, der deu günstigsten Eindruck aus den Zaren machte. Das Ergebnis war. dass der Zar seitdem eine gewisse Neigung bekundete, die Candidaten des Mingreliers aufzugeben, falls die übrigen Mächte sich über einen auch für ihn annehmbaren Candidate« verständigen. (Italien.) Die Trauer um deu Tod Vll> ghetti's begegnet auch jenseits der Grenzen Italiens verständnisvoller Theilnahme. Oesterreich-Ungarn M längst die Schatten der Vergangenheit gebannt, welche die Beziehungen zweier durch tausendfache Lebensinter" essen aneinander gewiesene Nachbarreiche zu trüben vermochten. Aufrichtig haben wir dem südlichen Nachbar die Hand zur Versöhnung gereicht, und heute begrüßen die Völker unserer Monarchie mit herzlicher Sympathy in Italien einen loyalen und wertvsllen Bundesgenossen-Dass sich die Verhältnisse so gestaltet haben, dB Oesterreich und Italien sich in dem Streben nach H^ stellung freundschaftlicher Beziehungen begegneten, dies hat nicht zum geringsten Theile Marco Minghettl? mächtiger Einfluss bewirkt. . (Serbien und Vulgarie n.) Wie der «PA Corr.» aus Belgrad gemeldet wird. hat die sertM bulgarische Commission für die Feststellung der beides seitigen Grenzen bei Bregovo ihre Arbeiten in Ms^ tin begonnen. Die gemischte Commission hat den A" bischen Delegierten, Präfecten Angjeliö, zum Plüil" denten gewählt. v (Expedition nach Central - Afril^ Unter Stanley's Leitung begibt sich bei Beginn de» kommenden Jahres eine große Expedition nach Central-Afrika. Dieselbe wird zunächst die Station der Stan^ Fälle zurücknehmen, sodann in den Sudan behufs ^ freiung Emin Ber/s vordringen. Die Kosten trägt on König der Belgier. ^ Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «Ag^ mer Zeitung, meldet, den Abgebrannten in HrasclN 400 st. zu spenden geruht. — (Wahnsinn oder Rachsucht.) E" s^ lichcr Vorfall, dein zwei Menschenleben zum Opfer ft" ^ erregt in Cilli umso größeres Aufsehen, als die ^ tive der Greuelthat vollkommen räthselhaft sind-Sachverhalt ist, wie bisher erhoben wurde, f^^"y-Am 13. d. M. nachts kam der Revierförster Anton " bersek aus dem Markte Tüffer in Begleitung ^ trunkenen Grundbesitzers Johann Rom „ulao ^^ genz bedacht sind, uns zur rechten Zeit vor der Uebermacht ihrer Strahlen zu schützen. Die wirtliche Freiheit, jenes köstliche Gut, nach dem wir oft in blindem Eifer streben. besteht weit weniger in der Unabhängigkeit nach außen als in der Herrschaft, die wir über uns selber erlangen. Nicht die Züqellosigkeit, sondern die Gewalt, mit der wir das eigentliche Sehnen, Denken und Empfinden im Zügel haben, macht uns wahrhaft frei. Nie werden wir imstande sein, diese Macht auszuüben, wenn uns die Einsicht der Nothwendigkeit eines gesunden Zwanges verschlossen blieb. Man muss sich im kleinen und von zarter Jugend an gewöhnen, nicht als Druck zu betrachten, was den ursprünglichen Anlagen gegenüber als Gegengewicht zu gelten hat. Die Strenge, welche wir dadurch in Bezug auf die eigenen Schwächen uud Neigungen anzuwenden lernen, macht uns in gleichem Grade milder und nachsichtiger in der Beurtheilung anderer. Nur derjenige, welcher gewohnt ist. für sich selber immer eme Entschuldigung zu finden, eine Ausnahme zu bedmgen. wird die Mitwelt hart und häufig genug auch ungerecht richten. Wie oft verwandelt sich der Zwang, dessen wir uns in unserer Unvernunft und Kurzsichtigkeit meist so gerne erwehren möchten, in seinen Wirkungen zur Wohlthat! Die Höflichkeitsgesehe der Gesellschaft for. dern nicht selten die größte Selbstbeherrschung in Mo-menten, wo diese oft unmöglich, mindestens doch sehr schwer, jedenfalls lästig und unbequem erscheint. Wir sind bemüssigt. Rücksicht zu nehmen, die Interessen an. derer an Stelle der eigenen treten zu lassen; der Zwang, der uns damit auferlegt wurde, anfänglich drückend, wirkt allmählich zerstreuend, entreißt uns mehr und mehr der dumpfen Hingabe an quälende Sorgen und Herzleid, und was scheinbar einer Fessel gleichkam, brachte schließlich Erleichterung, Befreiung von einseitigem Grübeln und einer Trauer, die uns armselig und engherzig dünken muss, sobald wir sie mit der «Menschheit ganzen Jammer» verglichen. Erhebe dich über dich selbst! Das ist die große, schöne Lehre, welche, so lange die Welt sich bewegt, in verschiedener Sprache und immer neuer Form und aus tausend Erscheinungen zu unserem Gemüthe spricht. Lerne dich bezwingen, und jene innere Freiheit wird dein Theil, die kein Unglück, keine Armut, keine Knech-tung durch äußere Verhältnisse dir nehmen kann! Wer freiwillig entfagt. dem vermag das Leben wenig zu rauben; diese Unabhängigkeit zu erringen, sollte unser aller Bestreben sein, nie aber wird sie uns erreichbar werden, wenn wir nicht auch den Zwang zu schätzen wissen, dem das Kind gute Erziehung, der junge, ringende Mensch die richtige Führung, der Denkende jenen Halt zu danken hat, welchen er nach schweren Kämpfen früher oder später in sich selber gefunden. «Des Menschen größtes Verdienst bleibt wohl. wenn er die Umstände so viel als möglich bestimmt und sich so wenig als möglich von ihnen bestimmen lässt»; der Lehrmeister, der uns diese große Kunst zu lehren vermag, ist aber nicht der eigene Verstand allein, sondern vielmehr der Zwang, welchen wir uns selber aufzuerlegen nnd mit Würde zu tragen verstehen. PH. Vogler. Mache. Nus dem Slovenischen des I. Kai. Sei mir gegrüßt, erste weiße Rose! Der «H liche Thau hat dich geküsst mit seinen Thränen ^ die bleiche Mondessichel versank in deine M"'" .^ Brust. Leise, geheimnisvoll rauscht der ^u^ durch die dichtbelaubte» Aeste dunkler EypreMN. ^, wehmüthig singt im Busch die Nachtigall 'yr.^ lied. Erste weiße Rose, du kleine zarte F"'yUng« ^f sag an. wer dich gepflückt, wer dich hicher aeb^ ^ das Todtenfeld. Täufcht mich mein Auge.^ A"5 .^ch auf dem du ruhst, ist neu! Ein aromatischer ^ V^heN erhebt spielend die weißen, wie Seide rau^i ^ Bänder; aus den Kränzen gerissene Matter '».. Wind davon — nun ist die weiße GrabesausM., Anna Iarn. ^o'iie, Anna!? Wäre es möglich? — ^ °" ^lnals süße, liebliche Jungfrau, auch dich h" d" ^ ^ rastende Tod zu früh hinweggerafft l>! ^ ^M nigen Tagen h„be ich dir gelauscht, da du w^ vor dem Bilde der himmlischen Il'M"" ^ jMe und mit gerötheten Augen um Segen '" " ^ernde Liebe gebetet! Hat dich vielleicht tue heua"i^ ^ch Flamme jenes hübschen Fremdlings gewo«?. ^! voll Liebe umfangen? Du antwortest "" "cy ' ^ ^ Alles um mich. um dich herum ist verstummt, Todten schweigen auf ewig! ssren"^ Sprich, erzähle mir, bleicher M>nd. atter ^ ^-weshalb wandelst du so schweigsam hin uver Llllbacher Zeitung Nr. ii87________________________________________2377____________________________________________16. Dezember 18«tz. aus Polite zum Gasthause des Jakob Rescc in Polule w Cilli und kanten daselbst stehend ein halbes Liter Wein. DoberZet begab sich zur Zahlung seiner Zeche in das Vorhaus, hielt aber sein geladenes Doppelgewehr derart gespannt in das Gastzimmer, dass dies den an lesenden Grundbcsitzcrs-Sohn Franz Zupauc zu der Nemertuug veranlasste, er möge die Waffe anders Hal-ien. damit er niemanden verletze. Durch diese Bemerkung beleidigt, drohte Dubcrsek, jeden zu erschießen, der ihm nahe komme. Als hierauf der Kuecht Iuhanu Kavcic nnf ihn zutam, fragte er diesen, wer er sei, uud da keine Antwort erfolgte, schoss Dobersek in der Entfernung von brci Schritten mit seinem Gewehre den Entgegenkommenden in die rechte Vrustscite, so dass der Getroffene lebensgefährlich verletzt wurde. Als darauf die Hausleute dem Verletzten, dessen Kleider infolge des Schusses zu brennen anficngcn, zuhilfc eilten, bedrohte Dobcrsct diefclbcn mit dem Erschießen, wenn sie sich uicht entfernen. Einige Zeit darauf gicng Duberset von da mit dem erwähnten Johann Rom zum Hause des letzteren, wohin sich auch der Grundbesitzcrs-Sohn Franz Zupanc begab und begehrte, angeblich durch Pochen an der Thüre, Einlass, während nun Franz Zupanc zu Dobersek trat, hielt ^terer demselben das Gewehr entgegen und hörte die ^ncisca Rom nur noch die Worte vom Ncvierförstcr Pechen: «Im Namen des Gesetzes!» worauf ein Schuss ^ und Franz Zupanc, inmitte der Brust getroffen, todt zusammenstürzte. Der Thäter wurde durch die Gen-^llnerie in seiner Wohnung in Tüffer arretiert und dem «reisgerichte in Cilli eingeliefert. Dobcrset gestand die Handlung sogleich ein und gab an, die That deswegen ^erübt zu haben, weil ihn Johann Kavcic und Franz "Upanc misshandcln wollten. —- (Unsere Dalmatiner.) Man schreibt der 'Pol. Corr.» aus Genua: Vor kurzem brach im hiesigen Mw auf einem in Ladung begriffenen italienischen '"nrtschiffe Feuer aus, Welches große Dimensionen anzu-Nehmen drohte. Schon war ein daneben verankertes Schiff LleichfMs von den Flammen ergriffen, als es den herbeieilten Mannschaften gelang, nach fünfstündiger Lösch-arbeit dem Feuer Einhalt zu thuu. Fünf Matrosen des österreichischen Bartschiffes «Ljnbidrag», Capitän Scraualo, haben sich bei den Lüscharbcilen an den exponiertesten Stellen derart ausgezeichnet, dass der hiesige Hafencapitän bom k. und k. Generalconsulat die Namen jener wackern Dalmatiner verlangte, um dieselben dem königlichen italienischen marine - Ministerium wegcu einer besonderen Auszeichnung in Vorschlag bringen zu können. — (Der Triumphwagen des Grafen Cham-bord.) Wie aus Paris berichtet wird, ist der für den 'Einzug des Grafen Ehambord» bestimmte, aus den Ergebnissen einer Geldsammlnng der Legitimists angeschaffte Triumphwagen an den König von Griechenland silr 25 000 Francs verkauft worden. — (Ein Mittel gegen den Katze n jam-'"e.r-) In den Staaten Centralamerikas und West-asritas werden die unter dem Namen Kola- oder Gurun-"sse bekannten Früchte eines dort einheimischen Baumes wegen ihres angenehmen aromatischen Geschmacks und !!?o muskatartigen Geruchs als Genussmittel benützt, „ie sollen eine erfrischende Wirkung auf das Zahnfleisch äußern, die Zähne conscrvieren und die üblen Wirtungen °es Genusses verdorbener Speisen beseitigen. Der Genuss ?^r Früchte dürfte jedoch bald auch iu Europa ein hausier werden, wenn der nachfolgende Bericht des eng-l'chen Arztes Watson Smith sich als richtig erweisen I^te. «Pie Kolanuss, welche iu Westasrika einheimisch ist, steht dort», so lesen wir im «Medical Chronicle», «nicht nur in dem Rufe, schlechtes Wasser trinkbar und verdorbene Speisen genießbar zu machen, sondern sie soll ein vorzügliches Mittel gegen eines der größten Leiden der Sterblichen, den Katzenjammer, sein. Eine Paste aus Kolanüssen macht binnen einer halben Stunde den schwersten Kopf wieder leicht und klar. In einzelnen Garnisonsstädten sitzen an den Wegen Verkäufer, welche den vor-beipassiercnden Soldaten, die allzu reichlich dcu Spirituosen zugesprochen, Kolanüsse verkaufen, und wenn die Soldaten die Kaserne erreichen, ist der Rausch vollständig verflogen, l?) Die Araber, weiche im Trinken bedeutend mehr leisten können, als die Eingebornen, vermögen dies nur deshalb, weil sie während des Trinkens Colapaste lauen und so den üblen Wirkungen des Alkohols vorbeugen. Aber noch mehr; es wird auch behauptet, dass der Trinker sich während der nächsten Tage nach dem Genusse der Kola seinem Lieblingsgetränke nicht ohne ein Gefühl des Ekels wieder zuwenden könne.» Somit hätte man es bei den Kolanüssen auch mit einem moralisierend wirkenden Kater-mittcl zu thuu, das selbst auch von Vcgctarianern als Ersatz für den ihnen fo verhassten Häring aeceptiert werden könnte. — (Einsturz eines Klosters.) Man meldet der «Wiener allgemeinen Zeitung» aus Trieft: In Mi-lazzo ist infolge eines furchtbaren Sturmes der Seitenflügel des dortigen Rosario-Klosters mit dem anstoßenden Häuschen eingestürzt. Neun Personen wurden unter dem Schütte begraben, sechs derselben blieben todt. — (Der Fasten virtuos Merlatti) in Paris hat am 12. d. M. seinen 47. Fasttag erreicht uud betheuert, er werde am 50. den Vorsitz des von ihm veranstalteten Banketts sührcu, aber allerdings nicht ganz dieselben Speisen zu sich nehmen wie die übrigen Anwesenden. Wenn man ihm jetzt Gewalt anthäte und in einem Schwäche-Anfälle irgend eine Labung reichte, so würde er sich uachher ein Leides anthun, sagt er drohend zn seinen Wächtern. — (Das Papier der Alten.) In den Mittheilungen über den «Papyrus Rainer» findet sich ein Bericht von Julius Wicsucr über die bisherigen Resultate seiner Untersuchung der Papiere von El-Fajum. Aus dcmselbeu geht die interessanteste Thatsache hervor, dass die mikroskopisch untersuchten Papiere, welche frühestens aus dem 8. bis ". Jahrhundert stammen, in die Kategorie der sogenannten gefilzten oder geschöpften Beschrcibstoffc gehören, also Papier in modernem Sinne sind. Alle wurden durch eine Art Leimung bcschrcibbar gemacht; die besser erhaltenen könnten sogar jetzt noch mit Tinte beschrieben werden. Die mikroskopische Untersuchung hat ergeben, dass diese Papiere ausnahmslos aus Hadern (Lumpen) bereitet sind, und zwar in der Hauptmasse aus Lcmenhadern. Die Fajumer Papiere sind die ältesten Hadernpapicre, die man kennt. Alle Fajumer Papiere sind mit Stärkekleister geleimt Es ist also der Stärkekleister ebenfalls, im Widerfpruche zu den bisherigen Annahmen, das älteste bekannte Material, um Papier beschreibbar zu machen. — (Billige Hä ringe.) Wie von Schweden berichtet wird, liefert die diesjährige Häringsfischerei ein außerordentliches Resultat, und kommen an der ganzen Küste von Schweden uud Norwegen erstaunliche Mengen zum Vorschein, so dass man sie an vielen Orten fast mit Löffeln aus dem Wasser schöpfen kann. Der Versandt nach Deutschland und Oesterreich hat bereits begonnen, und kostet eme Tonne Häringe von 8 Cubikfuß 1 bis 2 Kronen. — (Milderungsgrund.) Richter: «Haben Sie noch etwas zu Ihrer Vertheidigung beizufügen?» — Angeklagter: «Ich bitte bei der Strafausmessung zu berück-sichtigen> dass ich den Diebstahl nicht bei Ihnen begieng!» Local- und Provinzial-Nachrichten. — (Die städtische Wa sserleitungs-section) hielt gestern abends eine öffentliche Sitzung ab, an welcher sich nebst den Mitgliedern der Section auch mehrere geladene Sachverständige betheiligten. Es gelangte zur Verlesung das Elaborat des Directors der geologischen Reichsanstalt Stur betreffs der Wasserleitung. Im ersten Theile seines Elaborats fasst Stur jene Momente zusammen, die in der städtischen Wassersection schon gründlich durchberathen worden sind, und spricht seine Zustimmung aus. Im zweiten Theile bespricht er die Methode, beu Weg, ans welchem man sich von dem für die Wasserleitung nöthigen Wasserquantum überzeugen solle. Er meint, dass man, um sich die vollkommenste Sicherheit vom gehörigen Wasserquantum zu verschaffen, Pumpversuche anstellen solle. Es entspann sich nun eine lebhafte Debatte darüber, ob zur Constatierung des für die Wasserleitung gehörigen Wasserquautums Pumpversuche anzustellen seien oder nicht. Da nämlich für die Wasserleitung zwei Tracen in Vorschlag gebracht worden sind — die eine Alternative will das Wasser vom Laibacher Felde beziehen, die andere aber von Povodje — so giengen über die Anstellung der Pumpbersuche die Ansichten sehr auseinander. Allgemein wurde zwar betont und die vollste Ueberzeugung ausgesprochen, dass sowohl am Laibacher Felde genug Wasser für die Wasserleitung sich vorfindet, wo die Save durch die Schuttschichte mit den Brunnen communiciert, als auch bei Povodje, wo man nöthigeufalls drei Quellen vereinigen oder das Wasser noch weiter von oben, von Skarucna, erhalten könnte. Uebrigens hat auch der städtische Ingenieur bei Povodje auf dem höchsten Schuttlegel Versuche angestellt und selbst dort das für die Wasserleitung genügende Wasserquantum gefunden. Ueber das Vorhandensein des nöthigen Wasserquantums, sowohl bei Povodje als auch auf dem Laibacher Felde, kann somit nicht der geringste Zweifel obwalten; da jedoch vom Laibacher Felde keine positiven Daten über das Vorhandensein des fraglichen Wasserquantums vorliegen, so wurde auf Antrag eines Mitgliedes der Section der Beschluss gefasst, dass auf dem Laibacher Felde Pumpversuche anzustellen seien, falls dieses Terrain als Bezugsquelle für die Laibacher Wasserleitung gewählt werden sollte. Der städtische Ingenieur legte der Section auch Plane vor über die Tracierung der Wasserleitung und genaue graphische Tabellen über die Menge des Wassers, das man an verschiedenen Orten in Laibach brauchen werde. Schließlich wurde der Beschluss gefasst, den städtischen Ingenieur eine Reise nach Agram, Prag, Pressburg und Weinberge unternehmen zu lassen behufs Informierung bei den dortigen Wasserleitungs-Unterneh-mungcn, der dann auf Grund der gemachten Erfahrungen und der gesammelten Informationen Detailpläne ausarbeiten solle, auf deren Grundlage der Concurs für die Wasserleitungsarbeiten ausgeschrieben werden soll. Ob Povodjc oder das Laibacher Feld als Bezugsquelle für die Wasserleitung gewählt werben soll, darüber wird in nächster Zeit die Wasserleitungs-Commission im Vereine mit der Finanzsection berathen und dann dem Gemcinbe-rathe diesbezügliche Anträge stellen. Die Wasserleitungsfrage fcheint also einer baldigen Lösung entgegenzugehen. pichen Auen? Hast dn Anna Iarn gekannt? Du nickst ,, ! lrauriq zn; oh. so erzähle, mein Freund, erzähle ^ ich will aufmerksam deinen Worten lauschen, wie ? einst in der Abenddämmerung gelauscht den Mär-^n meines alten Mütterchens, si,, Alles ist still. Die Sterne werden nach »nd nach Mbar. die Nachtigall ist verstummt, noch einmal öffnet "kn Blutenkelch die weiße Nose und stirbt. v», Aber wie eine Stimme aus tiefer Grabeshöhle F"ehn,e ich aus der Höhe wehmuthsvolle Worte, der tr« beginnt zu mir zu reden, mir zn erzählen die Fr'ge Unebenheit: ««Als ich vor drei Tagen auf ^"Straße wandelte, blickte ich auf das Schloss der i N" Iarn. Sie stand am Fenster, in schwarze Seide lva. .' "it finsterem Oesichtsausdrucke, nur ihr Blick ez c "'Hl so kalt wie gewöhnlich. Ihr Anqe lebte auf. hasVMte Funken, das weiße Handchen drückte krampf-, zeial^ Fanst an die Brnst - die ganze Situation Ee 5 !"'^m Hass, unheilverkündende Rache. Ihr zur schw./^ 'ch eine kräftige, schlanke Mannesqestalt das in die Höhe gmch^ eine?'^""o si^csbewufst. Seine Rede klam, ähnlich^ Griisi, ^" unterdrückten Freude: «O ich danke Ihnen. ^ Ermw "dviqa Iarn! Sie beaMteu mich nnt der, Vle',,> eines Bundes, dem mich zum zufriedenen TiH A" ans Erden macht. Ich verspreche Ihnen. Ihr Hln, .?' "eine liebe Anna, einem Engel akich zu "'cht >,'', s'r zn beschützen, so dass ihr Leben auch WM." bische Schatten verdüstern wird! Und nun ^ "lanben Sic mir, meine Braut zu sehen!» «Nein. Alex/j Orsinski», erwiderte sie kalt. «ich musz Sie uoch über Ann»'s Vater in Kenntnis sehen. Bleiben Sie.» «Einmal erzählten Sie mir schon über das Leben ihres Gatten. Wollen Sie heute das Gespräch wiederholen, so bitte ich Sie. früher meine Braut herbeiführen zu dürfen». «Sie irren, Alexej; ich sagte Ihnen noch niemals etwas über Anna's Vater. In den Adern Ihler Braut rollt nicht ein Tropfen Blutes der Grafen Iarn. Anna hatte nie einen Vater; sie war der Sprosse meiner ersten Liebe. Setzen Sie sich, i„,d ich will Ihnen mein Llben schildern und über meine Liebe Auskunft geben: Vor Itt Jahren — setzte sie fort, nachdem Orsiuski neben ihr Platz genommen — vor 16 Jahren lebte ich in Petersburg im Hause meiner Eltern. Ich war ein juuges. blühendes uud — wie die Leute sagten — ein schönes Mädchen. Damals lernte ich einen jungen, geistreichen Cavalier kennen uud mit der Zeit liebte ich ihn auch. Ein Blick, ein Wort. zuletzt ein Kuss — Sie wissen ja, wie es bei Liebenden der Brauch! Ich liebte ihn mit der ganzen Leidenschaft eines heißrn, jungen Blutes, aber er — oh. so oft ich dieser Stunde, die mir das qanze Leben verbitterte, gedenke, möchte ich jedes Leben lim mich her vernichten; ich hasse die ganze heuchlerische Welt, die ganze Menschheit — es war dies jene Stunde, da ich ihm unter Thränen die Folgen ^ nnsercr Liebe ankündigte! Schon lange bemerkte ich, > dass seiii Feuer nachlasse, aber dass er mich ganz und ^ gar nicht llcb habe, tonnte ich mir nicht vorstellen. Er! verreiste mit dem Versprechen, mich zur Gattin nehmen zu wollen; aber er kam nie wieder. . . Als eine Ent« ehrte stießen mich meine Eltern aus dem Hause, die Leute verspotteten mich, ich war eine Waise! ... Ich suchte den Geliebten, aber man gestattete mir nicht, ihn zu besuche»; man gab vor, er sei krank, nnd niemand dürfe zn ihm. Ich entfernte mich und verließ die Stadt. . . Mit einer wandernden Zigrunertruppe ge« langte ich nach Paris. Ich will Sie nicht quälen mit der Erzählung dessen, was ich gelitten, wie ich gelebt; nicht könnte ich heute zu Ende kommen. Es mag genügen, wenn ich sage. dass ich nach mancher durch, wachten Nacht — oftmals hätte ich vor Hunger sterben mögen — endlich unter ein Dach kam, woselbst ich vor Wetter und Unglück geschützt war: der alte, halb irrsinnige Graf Iarn ehelichte mich und nahm meine kleine Anna als fein eigenes Kind an. . . Das kleine zarte Mädchen wuchs auf, zwar nicht in der Liebe der sie pflegenden Mutter — für Liebe war kein Plätzchen mehr in meinem Herzen — aber unter der strengen Obhut einer sorgsamen, gut bezahlten Erzieherin. Ich war wr Sorgen ledig, Kindergeschrei weckte mich nicht mehr aus dem Schlummer nnd meinen Gedanken; der Graf näherte sich mir häufig — in meinem Herzen aber entwickelte sich mehr und mehr ein Hass, nnd all mein Sinnen war — Rache... . Nachdem sich die Eltern mit mir ausgesöhnt hatten, erfnhr ich, dass der Urheber meines Unglückes, den ich nun leidenschaftlich hasste, damals wirklich krank war, dass er mich zur Gattin nehmen wollte, dass er mich überall gesucht... (Schluss folgt.) Mbllchn FeUuug Nr. ^87 2378 16. Dezember 188«. — (?ro äomo.) Wie wir aus dem in der gestrigen Nummer des «Slovenski Narod» veröffentlichten Berichte des Gemeinderathes Potocnik über die sanitären Zustände in Laibach ersehen, hatte der genannte Herr Gemeinderath die Güte, in der vorletzten Sitzung des Laibacher Gemeinderathes u. a. auch unseres, all» wöchentlich vublicierten Ausweises der Sterbefälle in einer allerdings wenig schmeichelhaften Art und Weise Erwähnung zu thun. Der Herr Gemeinderath findet, dass diese statistischen Daten «die Laibacher Bevölkerung gewiss nicht beruhigen» und dass der Erlass des k. l.Landespräsidiums an den hiesigen Gemeinderath «vielleicht ohne Zweifel» in causalem Nexus steht mit Berichten, wie solche dem t. l. Landespräsidium nicht zugekommen sind, so lange der verstorbene Dr. R. v. Stöckl dem Landes-Sanitätsdepartement vor» stand. Dass die erwähnten Wochenausweife die sanitären Zustände in Laibach nicht im rosigsten Lichte erscheinen lassen, wollen wir dem Herrn Gemeinderath gerne glauben; in diesen Ausweisen, welche nur amtlich festgestellte Ziffern aufweisen, einen «Angriff auf die Stadt Laibach> zu erblicken, ist jedoch eine Ungeheuerlichkeit, die wir dem Herrn Gemeinderath Potocnil nicht zuzumuthen gewagt hätten. In ehrlicher Absicht, die Uebelstände aufzudecken, damit sie erkannt und nach Kräften beseitigt werden, ist vielleicht denn doch dem allgemeinen Wohle zuträglicher, als den Vogel Strauß zu spielen und die Wohlmeinung anderer zu verdächtigen, — (Südbahn.) Die krainischen und küsten-ländischen Mühlen haben in der letzten Zeit russischen Weizen in nicht geringer Quantität vermahlen und nur wenig ungarisches Getreide zum Zwecke der Mischung bezogen. Um den Consum russischen Getreides in den südlichen Provinzen hintanzuhalten, hat die Südbahn eine Reihe von Frachtermäßigungen für den Bezug ungarischen Getreides für südösterreichische Mühlen zugestanden. Seither bezogen die Mühlen in Görz, Krain usw. mehrere tausend Waggons ungarischen Weizens und nur geringe Mengen russischer Provenienz. — (Staatsnoten von 1886.) Ein Crlass des Finanzministeriums, womit die Bestimmungen über die Umwechslung und Einlösung der Staatsnoten zu 1 fl. österr. Währ. mit dem Datum «7. Juli 1886» in Erinnerung gebracht werden, besagt, dass diese Noten bei den hiezu ermächtigten Cassen nur noch bis 31. Dezember 1886, vom 1. Jänner 1887 bis 30. Juni 1888 aber nur mehr über förmlich an das Reichs-Finanzministerium in Wien zu richtende gestempelte Gesuche gestattet ist, während nach dem 30. Juni 1888 diese einberufenen Staatsnoten weder umgewechselt noch eingelöst werden. — (Todesfall.) In Pisa starb am 8. d. M. der pensionierte Oberstaatsanwalt Dr. Hermann Ritter von Mulley, der in den Jahren 1848 und 1849 Mitglied des Frankfurter Parlaments und von 1861 bis 1867 Vertreter der Stadt Eilli im steierischen Landtage war. — (Altersversorgung landwirtschaftlicher Dienstboten.) Im fteiermärkischen Landtage meldete Schriftsteller Abg. Morri folgenden Antrag an: Der Landtag wolle beschließen, die Frage der Altersver< sorgung landwirtschaftlicher Dienstboten in Berathung zu ziehen und zu diesem Zwecke einen eigenen Sonderaus-schuss einzusehen. Der Antrag wird in geschäftsordnungsmäßige Behandlung genommen. — (Tteiermärlische Sparcasse.) Der Aus-schuss der steiermärkischen Sparcasse hat vorgestern beschlossen, der Unterrichtsverwaltung einen Netrag von 400000 fl. zum Baue von zwei Staatsgymnasien am linksseitigen Murufer zur Verfügung zu stellen. — (Aus dem Görzer Landtage.) In der vorgestrigen dritten Sitzung des Görzer Landtages brachte der Abg. Kocijancic einen Antrag ein auf Abänderung des Gesetzes zum Schuhe der Vögel. Der Landtag bewilligte die Dringlichkeit für diesen Antrag und wies denselben dem juridischen Eomitö zu. Sodann erfolgte die Wahl eines Siebener-Eomitis für den Antrag des Landes-Ausschusses auf Errichtung eines Landes-Kranten- und Irrenhauses. In dritter Lesung gelangten hierauf folgende Gesetzvorschläge zur Annahme: über die Theilung der Gemeindegründe in Gargar, Selo, Schön-pass und in Unkova; über einen Zusah zu 8 61 der Gemeinde-Ordnung, endlich über die Constituierung der Steuergemeinden Nilja und Raccogliano zu einer selbst« ständigen Ortsgemeinde. ^ (Margarethe Halm.) Die Grazer Schriftstellerin Frau Margarethe Halm, die durch den im August erfolgten Tod ihres jüngsten Sohnes gemüthskrank geworden war und einen acuten Nervenanfall hatte, wegen welchem sie in eine Heilanstalt gebracht wurde, lehrte nach emmonatlichem Aufenthalte in derselben Sonn« tag m den Krels ihrer Familie zurück und wird demnächst eine Erholungsreise antreten. — (Raubmord.) Aus Trieft wird telegraphiert: Auf der Straße zwischen Gürz und Cormons wurde ein furchtbares Verbrechen verübt. Der vom Viehmarkte heimkehrende Vauer Peter Fontamm wurde nachts überfallen und beraubt. Die Mörder betäubten ihr Opfer und legten es auf das Eisenbahngeleise. Ein heranbrausender Zug trennte den Kopf vom Rumpfe. Von den Mördern hat man keine Spur. Ann st und — weißer, »-------24 — Gewerbliches. Wie «Die Genossenschaft» meldet, findet das Wirken und Streben das «Eisten deutsch-österreichischen Gcwerbebundes> in wahrhast gewebefreundlichen Kreisen steigende Anerkennung, und bricht sich insbesondere in gewerblichen Kreisen durch dessen hin« gebungsuolle Thätigkeit eine bessere Erkenntnis Bahn. Als ein neuerlicher Beweis für diese Thatsache darf wohl der Umstand dienen, dass Herr Friedrich Vrosche dem Nundesrathe unter Anerkennung dieser gewerbefrcundlichen und nützlichen Bestre« bungen 20 Ducaten in Gold übermittelt hat. Dieselben sollen zu drei Preisen verwendet werden, von denen die zwei ersten — in der Hohe von 10 und 5 Ducaten, zur Anspornung zweier sleistiger Handwerker für Aufwendung einer prallisch gewerblichen Thä-tigleit, die einen Fortschritt auf diesem Gebiete bewirkte, während ein dritter Preis von 5 Ducaten für einen vorwärts strebenden Gehilsen, der mindestens durch drei Jahre bei einem Meister in Arbeit stand, zuerkannt weiden sollen. Der Vunbesrath wird in seiner nächsten Sitzung die Bedingungen der Verleihung dtt Ehrengaben festsehen, sowie zum Iweae der Entscheidung M durch mehrere geeignete Personlichleiten verstärken. Vom neuen Jahre an wird die noch immer nicht reiche gewerbliche LiteratM durch ein neues Blatt erweitert werden. Dasselbe betitelt ftH < Die Frau Meisterin» und wird den Abonnenten der «Genossenschaft» als Gratisbeilage zugemittelt. Der Titel drU, Diamant und Thomas, Kaufleute, Wien. — Lustig, K'aufn^ Saaz. — Schulz und Kaufmann, Kaufleute, Graz. — Tun, Privatier, Ratanovic. — Dr. Zizel, praktischer Arzt, Frieda«. — Ogrinz, t. k. Bezirtshauptmann, Marburg. — Gorischel, Pfarrer, Trata. — Kronabetuogel Iosefa, Beamtcnsgatt'N, Stein. — Slibar, Kaufm., Selzach. — Parma, Privatier, Laibach. — Prohaska, Ingenieur, Trieft. Hotel Vairischer Hof. Slol. Schweinehändler, MannSburg. ^ Leckncr, Schweinehändler, Tirol. — Strohmeier, Obsthändler, Großflorian. — Schlägel, Obsthändler, Leipzig. Gllsthof Tiidbllhnhof. Silini, Reis., Italien. - Mahler, Ruda. und Pitner, Künstler, s. Gesellschaft, Tarms. — Perancl, P"< vatt', Marburg. — Ieroua, Marqueur, Laibach. Gllsthof Kaiser von Oesterreich. Haus, Buchhalter, Marburg.-" Menzinger, pens. Lehrer, Woch.-Feistrch. Verstorbene. Den 1 4. Dezember. Anton PoZgaj, Schreibers'Soh", 26 Tage, Bahnhofgasse 28, Fraisen. Den 15. Dezember. Johanna Doberlet, Hausbesitzer«", 65 I., Kratauerdamm 22, Marasmus. Im Spitale: Den 11. Dezember. Francisca Gerdina, HausbesH^ Gattin, 51 I., Eiterungsfieber. — Anton Pajl, Arbeiter, b6^' ?Ieuriti8 oeclymn, pulm. Den 12. Dezember. Jakob Pengov, Taglöhners-soy"' 1 I. 4 Mon., 3^pkili« kereäiwri«. ^ Den 13. Dezember. Barthelmä Alic, Arbeiter, 5? A lukercuIoniL pulmcmum. — Maria Prepeluh, Stadt«""", 79 I., Klark8mu8 »enili». « Den 14. Dezember. Francisca Berce, Arbeiterin, 26^' lubereuloüi» pulmonum. Meteorologische Beobachtungen in Laibach^. z ^ V zZ °w> ..««. ^ _____Z ^ Z'2ß Z2__________________^^ ' 7 ll.M. 735M 3.4 O. schwach bewöllt2.0t) 15. 2 » N. 734.65 10,0 W. schwach theilw. heiter g^,» 9 » Ab. 733.85 7,6 W. schwach bewölkt Vormittags wechselnde Bewölkung, Sonnenschein; nachw'^ tags und abends Regen. Das TageSmittel der Wärme 7,0", " 8.1° über dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: I. Naglii, Z>as Urtheil der Aerzte . allein ist mahgebend, ob ein Heilmittel sich in gewissen ^ ^ heitsfällen bewährt oder nicht, und verweisen wir z. Ä> ? f^en Aussprüche von einer großen Anzahl Universitäts-Pro"''^^ über die so allgemein in Anwendung kommenden ^.^Sob R. Brandts Schweizerpillen. Dieselben haben das ungetheu^.^< der Aerzte gefunden, und diesen verdankt das Präparat "^^eh" haft die kolossale Verbreitung, welche dasselbe heute als ""« ^ mcS, sicheres und unschädliches Abführmittel gefunden- ^«g) il Schachtel 70 Kreuzer in den Gesundheitspflege. In gesundheitlicher Beziehung gewähren wir ""'" ä^ trauen den» r. Achills Ulq«s^. Soeben hat die Presse verlassen und gelangte pr Ausgabe: Dichtungen von Edward Banchaber 8". 325 Seiten. « ? 5W. Course an der Wiener Börse vom 15. Dezember 1886. n^ dm. officienen CourMatt- Sluats Nnlchen. »ir!>!Nlcnlc ....... ß» — «» «l> Si>b«l»«nle ....... 83 «I«!» — >»«<.'fl 0«/„ Fünftel ino „ '»9^«>"0- M>4l> klaal«lo!e . . 10« „ I«7'l5 IN? 7l >U«4cl ^ . . L« „ 1««b0ia?'- T«mo.Re>.Nn? — 53'- <,"/<> 0efi. Volblenle. steuerlrei . l>» il>H4 3s, 0eft«r. «°ltm«n»l. fteuerfrei - iou?oiv0 9« n»g, Goldlenle 4°/« - - - '«< 30 104 4b . Papi««nle 5°/» .... »4 il> 94 »v . sllenb..Nnl.i«0sl.«,W,S, Ib»-i5zl50 « Qftl>ahn»Prioritäten . . 10!) 201<,0 7 , e>lac>ll<°Obl.(Un2.Qftl'ahn)------------'- „ « « vom I. 187« . —'—------ .. Piämlen°«nl. k wo sl, ö. W, —--------'- Iheih.»itg..Lose 4°/» ,00 izi!che....... lvi5vi05- ^°/, miihiifche....... I04 7K105- l»°/° niedclöftllllichische . . . 109 — 110 — l°/, «briijsterreichijche .... 105-30 106 — ""/, steiiischc....... 10b do — — b°/° lroatilche unb slavonische . 1O5 eo 106 50 b'/> ficbcnb 105'5c Nnbere öfientl. Nnlehen. Dcnau U!eg.«Lose 5°/° l«0 sl. . 11» - II» b(, die. ?>!,!lihc 187», Neuersrei . '06- 10« b<, lli'lehcn d. ktablgcmclnbe Wlen 104«0 ic,b-4! Nnlchcn d, ßtadtgemeindc Wien (kilbrr urb Gold) .... I«1 - —'— Plän,ien.«Inl. d, Etadtgem, Wien 1l4 50 lib — Pfandbriefe (jllr ino fl.) Oobcncr. c>Ug.österr.4>/,°/,Golb. 124- iz!4l>c! dto. in 50 „ „ 4'/, °/° 100 «« loi — dto. in 50 « » 4«/„ . »8 7b »7 2b tto. ^,belenva»l ioj. ö>/,°/° loi lb i««- O,-ung, Vu»l verl, 5«/,, . . ioi - iui in I. 1«,,9 vc.l, 5'/,°/° —— —'- Plioritäts'Obligationen (stir 1<»0 si.) «tMadeth» weftbahn i. Emission — - — — L«bil!a!,de»Noidbahn in ^»lbcr 99-40 99 80 Hranz-Io>ll»^ah>>..... —— >- — 8' U<^l) si. tz. ^/»"/<> . 1«0 80 101-20 Oeslcrr. VtvldUrslbayn . . 10» 20 10« bv Eicl'c!>bl!l>!rr.......—-— — — Oeld U5a:c Staatsbahn I. Lmlsfion . . 1»? b< >»3 — Siibbahn k 8»/,..... izü bo >ss(< - „ 5 5^»..... 1,8 l.V l»» 90 Ung.«galiz. Bay«..... loi — l»i 2« Diverse L«fe (P« Otlls). «lrcditlose 100 fl...... I79»l5 l?9'7.'> Ealm-t!oje 40 !l..... 58?b b!' lb Et,'V«noie.L°>e 40 fl. b» - 5» bo WaldNein.Lllje li« fl. . »5 - ?3 50 windlschgri>h.z«ose «o sl. . . «5 - 4« - lvanl.Uctien (P« Vtüs). «lnglo'0tfterl. «ant «oa fl. . l13«b»3 50 Nanlverlin, U'icnei, lou ft. . 10540 10« 80 Vdncr.nd,u.G. isoll. 29^80 «85— «iredilbanl, »llg, Ung. ^«o fl. . zo»—»0S'50 Depositenbank, Ally.uou fl. . 184 —1»5'5» el.,Niedei«st.500fl. 550— «4 -Hypolyclcnb., öft,>!0u sl.ziü°/l.lllchr«l'anl, All,,, ,^0 ji. , 154-50 Ibb'bv ^ ctien von Transport» Unternehmungen. (per Eitück). «lbrlcht.Vahn «oo fl. Sllbn .--------------- »l<«lb.Mum..«ahn »0« fl. Sllb. l»s 7518S ,5 «ulfig'tcpl. «llenb. ««ft. «Vl.---------------- Vöhm. Nordbahn 150 fl, .,---------------- _ wtstbahn l<» ft. . . . »70 — »75 — Vufchtilhrabn «isb. 500 fl. «Vl.---------------- Mt. N) ,00 sl. . —'--------— Donau « Dampfschiffzhlt« » Ges. Oesterl.üOO fl. TM. . . . »80—383 — T>l2U.Z,)L00fl.V.-------------— Dur-Vodcnbachtl «,.«, 200 fl,G. —'----------- Llisabelh.Vahn »00 fl. «Vi. . —'--------— „ ijin»l, ö, W. . !z50 4H>z<>'g0 Gelb ware Elldbahil l00 st. Silb« . . 105 7b l0« -Vub.Nvldb .Vnb.'Ä,2, 5u U»8.ll0cNb.s«aab,«raz)»0«fl.S i?« 51» l?3 50 Ind«ftrie.»ctln, (per Stüch. ltgybi und Kindberg, Vifen» unc> Vtahl«Inb. in lticn lOu fl. . —-^ -. -— — — Valuten. Ducaten........5 94 5 9» zc»»ssianc«»Et •"Oütballen vollkommen schmerzlos. Mein ^ufenthalt liier erstreckt sich nur bis in-^usive Samstag den 18. d. M. Zeugnisse von Aerzten, Privatpersonen und geistlichen würdenlrägern liegen zur gefälligen Einsicht. a Hochachtend Alexander Treund, Hotel Elefant Nr. »0, Avon 10 bis 1 Uhr und von 5 bis 7 Uhr. Au» Wunsch komme ich zu beliebiger Zeit ins Haus. (5222) Hustenden Kindern reiche man Kärntner Römerquelle mit gewärmter Milch, bestbewährter Gesundbrunnen bei Hals-, Magen- und Blasenleiden; hochfeines Tafelwasser. 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Bezirksgericht Stein, am 13ten Dezember 1886. CACAO und CHOCOLADE Victor [^^ Schmidt & Söhne welche auf der ersten Wiener Kochkunst-Ausstellung mit dem höchsten Preise, dem Ehrendiplom, ausgezeichnet wurden, sind nur echt mit unserer behördlich registrierten Schutzmarke und Firma. Zu haben bei allen renommierten Herren Kaufleuten und Delicatessenhändlern, in Laibach bei Herrn Peter LaSSnik. — Versendung in die Provinz per Poßtnachnahme. VICTOR SCHMIDT & SÜHNE k k landesbef. Fabrikanten. Fabrik und Central-Versandt Wien, IV., Alleegasse Nr. 48 (nächst dem Südbahnhofe). (5213-1) Nr. 9320. Dem unbekannt wo befindlichen Anton Sever von Nusödorf, zuletzt Verzehrungs-steuerbestelltcn, wird Herr Dr. Eduard Deu zum Curator aä actum bestellt und diesem das wider ersteren erflossene Aagatellurtheil vom 4. August 1886, Z. '5665, zugestellt. K. l. Bezirksgericht Ndelsberg, am 4. Dezember 1886. (5201^1) Nr. 10366? Bekanntmachung. Den unbekannten Rechtsnachfolgern der Johanna und Marianna Saller von Laibach ist Herr Karl Puppis von Loitsch zum Curator aä »clum unter gleichzeitiger Behändigung des Feilbietungs-bescheides ddto. 8. Oktober 1886, Z.8447, bestellt worden. K. t. Bezirksgericht Loitsch, am 4ten Dezember 1866. ^(5150^1) Nr. 8407. Neassunüerung efecutiver Feilbietungen. Es wird hiemit bekanntgegeben, dass ill der Executionssache des Josef Errath von Nassenfuß (als Cessionärs des Josef Zupan von Grohzirnik) gegen Ignaz Repovz von Kamenica pow. 100 fl. 80 kr. s. A. die executive Feilbietung der dem Geaner gehörigen Realitäten Einlagen Nr. 32, 249, 287 und 297 der Steuer-aemeinoe Cirnik, im gerichtlichen Schah-werte von 415 fl., 320 fl., 110 fl. und 150 fl., im Reaffumierungswege auf den 12. Jänner, 16. Februar und 16. März 1887, jedesmal vormittags von 9 bis 12 Uhr, Hiergerichts mit dem frühern Anhange angeordnet worden ist. K. l. Bezirksgericht Nassenfuß, am 20. November 1886. ____________ ^5121^3) Nr. 6129. Neassumienmg dritter efec. Feilbietung. Vom k. k. Bezirksgerichte Littai wird bekannt gemacht: Es sei die mit dem diesgerlchtlichen Bescheide vom 13. November 1884, Zahl 6980, auf den 27. Jänner 1685 angeordnet gewesene, sohin abrr mit dem Reassiimierungsrechte sistierte dritte executive Rcalfeilbietung der Realität Urb.-Nr. 160/162, Band II., Seite 51 »ä Gallenberg, reafsumiert und auf den 21. Dezember 1866 vormittags von 11 bis 12 Uhr Hiergerichts mit dem vorigen Anhange an» geordnet. ' K. k. Bezirksgericht Lltta,. am 8ten Oktober 1886. (5101—1) Nr. 6531. Neassumierung executiver Feübietungen. Vom k. k. Bezirksgerichte Laas wird hiemit bekannt gemacht: Es sei über Ansuchen des Andreas Znidarsic von Altenmarkt die mit dem Bescheide vom 6. Februar 1886, Z. 863. auf den 14. Mai, 15. Juni und 14. Juli 1886 angeordnet gewesene executive Feilbietung der der Margaretha Sterte von Iggendorf gehörigen, gerichtlich auf 300 fl. bewerteten Realität «ud Grundbuchsein, läge Nr. 73 der Catastralgemeinoe Verh mit dem frühern Anhange auf den 12. Jänner, 12. Februar und 12. März 1887, vormittags 9 Uhr, reafsumiert worden. K. t. Bezirksgericht Laas, am Nten September 1886. ^5099—1) Nr. 6979. tilelicitation. Vom k. k. Bezirksgerichte Laas wird bekanntgegeben: Es sei über Ansuchen des Anton Cimperman von Karlovic die Relicitation der früher dem Johann Cimperman von Großoblak gehörig gewesenen, von Maria Cimperman von Vroßoblal um den Meistbot von 800 ft. erstandenen Realität Vrundbuchseinlage Nr. 10 der Ca-tastralgemeinde Großoblak, früher Urb.-Nr. 32. Rectf.'Nr. 358 »6 Grundbuch Nadliöek. bewilligt unb zu deren Vornahme die Tagsatzung auf den 10. Jänner 1887, vormittags 9 Uhr, Hiergerichts mit dem Anhange angeordnet, dass obige Realität hiebei allenfalls auch unter dem Erste» hungspreise an den Meistbietenden hintangegeben werden würde. K. k. Bezirksgericht Laas, am 7ten Oktober 1866. Im Verlage von lg. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg in Laibach ist soeben erschienen: Slovenska Pratika za navadno leto 1887. Preis per Stück 13 kr. — Wiederverkäufer erhalten Rabatt. (3711)26-21