^?K 5l. M >. R845. ^^c^^^l^^^m^H.^z^H>^^^^- R^i. ^^^^^^'^^^^z^^t'^^l^^«. >! Der Gefühle edelstes. ^. , ^.. Wl'as das Herz so selig nur empfunden. Wenn es rein an seinen Schöpfer denkt. Was den Geist in nächtlich stillen Stunden Himmelwärts zum Weltenvater lenkt: Was als Talisman uns oft erschienen, Nenn der Vosheit Netze uns umspinnen, Was der Liebe zart Geäder nährt Und der Menschheit wahre Würbe lehrt — Wer errath es nicht nach kurzem Sinnen? — Was zu edlen Thaten uns entzündet Und im Leben oft zum Schild uns dient; Was der Freundschaft ehr'ne Säulen grünbet. Daß sie fest im stärksten Sturme sind: Was der Seele ihren Adel geben Und so oft erheitern kann das Leben; Was das Thier sogar im Innern fühlt. Sey »s unvernünftig auch und wild — D a n kg e fü h l ist es ! — sucht kein's darneben. — , Leo p o l d Ko rdesch. Die Mutter des Gerichteten. ( Ein, Skizze von Lud. Holt.) «^lc Nacht war schon weit vorgeschritten, die Thurmuhr der entfernten, Vorstadtkirche hatte die eilfte Stunde geschlagen. — Der Regen plätscherte monoton aus das schlechte Straßenpflaster des entfernten Vor-stadtgrundes, in dem nur manche erbärmliche Schänke und manch schlecht erleuchtetes Fenster noch Leben ver riechen. Es war eine jener trostlosen Nachte, in der man am hellen Kamine im warmen Schlafrocke, mir Bedauern des armen Wanderers denkt, der im freien Felde einem fernen Ziele zuschreitet. In dieser Nacht, die auch den Glücklichen und Sorglosen leicht düster stimmt, in der manch' trübes Bild aus der Vergangenheit aufsteigt, saß in einem ebenerdigen Hinterstübche", dessen vergitterte Fenster in einen 'öden Hofraum führten, in welchen die Regentropfen noch monotoner niedersielen, als auf die Straß!», ein Weib, vielleicht in dieser Nacht das unglücklichste, das lebte; eine Mutter, deren Kind am nächsten Morgen unter der Faust des Henkers enden sollte. Das Talglicht war tief herabgebrannt, der lange räuchenge Docht, der starre ins Leere gerichtete Blick, die gleichsam aus dem Kopfe heraustretenden Augen zeigten deutlich, daß die Außenwelt keine» Theil hatte an den Gedanken des gemarterten Weibes. Ein grauenhaftes Bild schwebte ihr unablässig vor. Dabei tauchte im entsetzlichen Contraste eine liebliche Erinnerung um die andere auf, mit einer Treue, mit einem Farbenreichthum, die man nimmer vermuthen sollte in der Phantasie eines durch lange, kummervolle Jahre und vielfaches Elend gequälten Weibes. Sie hat iyren unglücklichen Sohn wieder als Säugling an der Brust, er lächelt ihr unschuldig in das glatte fröhliche Gesicht, sie küßt seinen kleinen Mund, sie spielt in seinen Härchen, sie^reicht ihm die volle Brust, an der er gierig saugt, ach wie ist sie in diesem Momente so selig. — Und da stand er, vor kaum zwei Stunden, als sie ihn das letzte Mal sah, der unglückselige Bursche, der schon im halben Wahnsinne und in der furchtbaren Erwartung seines unabänderlichen Schicksals, sie trotzig von sich gewiesen, den erst die Stimme der Mutter aus der starren Vision weckte, daß er noch einmal, zum letzten Male Thränen vergoß. Sie sieht ihn noch einmal als Kind, als Knaben bei seinen frohen Spielen, als er kindliche Wünsche stammelte; er wächst in ihrem Geiste noch einmal zum kräftigen Jünglinge, die unendliche Mutterliebe „tann sich, außcr der letzten That, keines Fehlers ihres Kindes mehr erinnern; sie sieht in dem für den Tod bestimmten Verbrecher nur ihr geliebtes, ihr unglückliches Kind, - 210 — S", der tausend und tausend Thränen, die er ihr erpresit! sie waren bitter, sie drückten den Schmerzens-pfeil oft tief in das Herz, die Besorgnis; wegen der foltschreitenden Verderbniß ihres Kindes hatte manche Furche in ihr Antlitz gegraben, aber die Verheerung, welche diese eine Nacht in ihrem Gesichte anrichtete, »var erbarmungswürdig, sie mußte schwerer wiegen bei dem ewigen Gerichte ihres Sohnes, - als die fluchbeladene That, welche sie- herbeiführte. ^ Es versteinerte nach >und uach jeder Zug in der-l höchsten Spannung der Seelenangst, je deutlicher die Phantasie ihr die nächste Zukunft vormalte, und sie that es gräßlich treu, und es drückte sich ein ohnmächtiger .maßloser und unbestimmter Haß im sicberischen Zucken des Mundes aus. Und gleichförmig und ruhi^ plätscherte der Regen fort, schilch Minute an Minute hin, Tausende wiegten sich in weichen Betten in heiteren Träumen, vielleicht noch Mehrere rangen unter der Last physischer und moralischer Schmerzen; aber kein lebendes Wesen war im Augenblicke so tröst- und hoffnungslos, wie diese Mutter. Lange saß sie bleich und marmorkalt, ein Bild der Verzweiflung, bis sich alle Gedanken im Gefühle eines unbestimmten Entsetzens vereinigten und sie mit einer Starrheit erfaßten, daß sie geistig und physisch todt schien. Das ärmliche Talglicht brannte aus. Finsterniß verhüllte das Jammerbild, während der Regen fortrieselte und sonst kein Laut die schauervolle Nacht belebrc. Allmählich sielen die aufgestemmten Arme dr.-Mutter herab, das Haupt sank nach, und die gräßliche Vision ging in einen schlummerähnlichen Zustand über, den die gütige Natur in einen tiefen, todtähnlichen Schlaf verwandelte, ohne Noth, ohne Traum. Der Morgen brach an; die arme Mutter schlief, ihr Kind betrat seinen letzten Weg, farblos und halbtodt, mit irren Gedanken, die zum Glück nicht mehr die Kraft hatten, der Mutter zu gedenken. Er hatte sein letztes Ziel erreicht, den schmachvollen Schlußstein eines verirrten Lebens, Seine Mutter schlief. Er kämpfte den letzten, kurzen aber fürchterlichen Kampf. Seine arme Mutser schlief. Da hing seine Leiche, schon hatte seine Seele vor ldes Ewigen Richterstuhl ihr Unheil empfangen, noch immer schlief die arme Mutter, deren Iammermiene fortan nicht der Schatten eines Lächelns mehr besuchte, deren jeglicher Gedanke an Glück mit der letzten Nacht versunken war. Ü'N'nk n seinem Zimmer auf dem Divan einen Löven und eine Tigerin, beide ohne alle Fesseln, hat. Eine Milchfrau verklagte einen Soldaten, der es laugnete, ein Glas Milch von ihr erhalten und getrunken zu haben. Der Defterdar fragte, wann der Soldat die Milch getrunken, und als er hörte: vor wenigen Minuten, ließ er ihm auf der Stelle den Leib aufschneiden. Die Milch fand sich und die Frau erhielt ihre Bezahlung. Gemeinnütziges. Viel Int.'ress eerregt in Berlin eine neue Erfindung des Dr. Wilhelm Bunge r. Derselbe hat nämlich nach zweiundzwanzigjahrigen Versuchen einen Wagen mit 6 Rädern construi.rt, der durch eine Maschine innerhalb der vier großen Räder in Bewegung gesetzt und durch die zwei kleinern Räder dann gelenkt werden kann. Durch einen leisen Druck in Gang gebracht oder angehalten, soll sich dieser Wagen von selbst mir gleicher Geschwindigkeit vorwärts und rückwärts bewegen, maßige Höhen hinaufsteigen, mit einer Last von mindestens achtzehn Centnern auf der Ebene die Meile in 24 Minuten zurücklegen und nicht nur auf Schienen, sondern auch auf chaussirten Wegen anwendbar seyn. Papierkorb des Amüsanten In einer Abendgesellschaft wurde erzählt, dasi Herr X. Y. Z, ein neueS Lustspiel bis auf den Schluß fertig babe. — „Dieser Schluß ist ganz unnöthig," meinte ein Anwesender, „denn das neue Stück wird ja wohl ohnehin, wie das frühere, nicht bis zum Schluß ausgespielt werden." »Woher diese Wolke auf demer Stirn?« sagte Jemand zu einem, Trunkenbold, der ein Pflaster an der Stirne trug. ^Ach Freund,, die ist,noch vom ge-, strigen Nebel" war die Antwort. 212 — Ein Müller stiesi an, einer Straßenecke unsanft an einen Rauchfangkehrer. Durch diese Berührung wurde der Erstere schwarz, der Andere weiß. Beide wollten Genugthuung haben und es kam vor Gericht. Der Schornsteinfeger klagte, der Müller hätte ihn weiß — der Müller wieder, jener hatte ihn schwarz gemacht. Der weise Richter aber sprach nach kurzer Besinnung: ,Du, Schornsteinfeger, allein bist strafbar, denn der Mül»-ler hat dein Unrecht ja deutlich schwarz auf w eiß.« Ein großer Raufer verlor in einer Schlägerei ein Auge. Nach einigen Monaten darauf gab es abermals eine Rauferei im Dorfe. Anfangs sah er bloß zu, endlich aber mischte er sich tüchtig darein und es wurde ihm auch das zweite Auge ausgeschlagcn. „Da hast es!" rief er zornentbrannt, »schon wieder ein Aug' beim Geier!" Theater in üaiback. Unverhofft sahen wir Montag am 8. December Nestroy's Posse: „Unverhofft" zum zweiten — und wie wir «erhoffen, zum letzten Male über die Vühne sckreiten. — Dinstag am 9. December: ..Gebrüder Foster." Charaktergemälde in fünf Akten nach dem Englichen von Dr. C. Töpfer. Diese „Gebrüder Fester" sind ein gutes Sittenbild, tonnen aber neben ihren Vorzügen einige unerquickliche und larmoyante Längen, besonders in den Scenen des Thomas Foster (Hr, Posinger) nickt verlaugnen, ein« Parthie. die wir Herrn Pofinger als eine keineswegs gelun. gcnc bezeichnen, was besonders von der letzten Anklagescene im fünften Akte gilt. Dlle Spengler, als Agnes, Welstcdt, und H?rr Thom6 (Stephan Foster) lrugcn durch ein gut berechoetcs, consequenles Spiel zur beifälligen Aufnahme der Piecc am meisten bei. Die Herren Mayer und Moldt (Georg Klingsporn und Innocent Lamm) gefielen sick in etwas zu übertriebener Karrikatur. Vlad. Etterich, als Thoms Frau, Herr Köppl, als Walter Brown, und Herr Zeiner, als Robert, waren brav. In Herrn Pogrell (Heinrich Vl.) vermißten wir neben Gedacht-niß auch den königlichen Anstand. Der Mittwochs - Vorstellung: „Ein Handbillet Friedrich's ll.." Lustspiel in drei Aufzüacn von Wilhelm Vogel, wurden wir ganz beizuwohnen verhindert. Herr Johann Ko rösch i tz , aus früherer Zeit als Meister auf dem Maschin-Flügelhorne bekannt, soll sich in den Zwischen - Alten zum allgemeinen Veifalle auf dem besagten Instrumente pro-ducirt haben- — Donner st aa am 11, December, zum ersten Male: „Die Plutrache." Drama in einem Akte von Franz von Her m a» n tth a l, — Vatuban (Herr Thom<°,, ein wilder Insulaner, hatte den Bruder des Thongo, Beherrschers einer wüsten Insel (Herr Po sing er), in einem Streite erschlagen. Nach dem Gesetze der Blutrache jener Nation war Datuban jetzt dem Thongo verfallen, allein in edler Berücksichtigung, daß Natuban's Weib Illina (Dlle. Spengler), mit ihren noch unerwachscnen Kindern hilflos zurückbliebe, wenn dieser der Blutrache zum Opfer fiele, will der edle Thongo die Rache so lange verschieben. bis der damals 5jährige erstgeborene Knabe so weit herangewachsen ist, daß »r das erste Wild erlegt, wodurch er dann starl genug sey, Mut« ter und Geschwister zu beschützen. So verstreichen 10 Jahre und die eigentliche Handlung des Stückes beginnt, als eben Iami (DUe. Po sing er) das Jünglingsalter erreicht hat und man den Racker erwartet. Iami hat len ersten Hirschen erlegt, erfährt von seiner Mutter, welches Schicksal eben darum dem Vater de« vorstehe und beschließt, seinen Vater heldenmülhig zu vertheidigen. Sein Vater Batuban verweist ihm diesen Vorsatz streng und will sich dem Rächer selbst, als ihm verfallen, stellen. Da erscheint Thon« ao und will, daß Batuban ihm folge. Illina aber wirft sich mit den Kindern auf die Kniee, um seinen Entschluß zu ändern uüd das Leben des geliebten Gatten und Vaters zu erbitten. Thongo. im Innern von so rührenden Bitten besiegt, beschließt, den Mör- der seineß Pruders zu schonen, will es aber nicht zeigen und heißt Vatuban ihm folgen; Ianni will den Vater vertheidigen > wird aber von Thongs an einen Baum gebunden. Nach langer Anstren» gung reißt dieser die Binde entzwei und eilt dem Vater zu Hilfe, allein dieser kehrt wohlbehalten mit der Erklärung zurück, daß Thengo ihm verziehen und seine Rache aufg/sieben habe, worauf das Stück mit Erclamationen des Dankes gegen den ebelmütHigtn Rächer schließt. Man sieht, daß die Handlung dieser dramatischen Kleinigkeit eine ganz einsacke sey, allein die Idee ist gut durchgeführt, die Sprache schön und bilderreich, daher lediglich Alles auf das Ensemble einer richtig aufgefaßten Darstellung an« lömml, welcher letztern wir in der That alles Lob ertheilen müssen. Ganz kleine Kinder machen sich gewöhnlich weit besser stumm, als redend, dieß wäre unsere Ansicht beiSigana (kleine Posin-ger). Die Mitwirkenden wurden am Schlüsse gerufen. — Hierauf zum ersten Male: „Der Angeschmierte," ländlicher Schwank von Grois, in einem Aufzuge und in oberösterreichischer Mundart. Die Farce, besetzt durch die Herren Mayer, Köppl und Schmidt, dann die Damen Etterich und Amesberger, sprach lo ziemlich an. — Samstag am 13. December (Venefice des Hcrrn Friedrich Moldt: ,,Der Diamant deß Gcistertö« nigs." Zauberspiel in zwei Uufzüae» von Ferdinand Raimund, Musik vom Professor Drechsler- — Tin Zauberspiel-Ja wohl im wahresten Sinne, denn eß wirkt durch seine blühende Poesie, durch kerngesunde Komik, phantasicreiche Allegorie und treffenden Witz mit einem wahren Zauber auf die Zuschauer, ohne daß sie bei schlagenden Pointen zu erröthen brauchen, wie in den erbärmlichen, meist Hirn- und geistlost», zotcngespickten, sogenannten Localposscn unserer Zeit. Herr Moldt konnte nichts Besseres wählen und hat auch gesehen, wie unser Publikum einc solch« Wahl zu biUigcn versteht, denn ein volles Haus und der ein« stimmigste Veifall waren Bürgen dafür, und ti, geschätzte Dlrection kann versichert seyn. mit diesem Stücke bei einer Reprise noch weit besser zu reussiren, als vielleicht mit dem neu esten jetzigen Wicnerpossenfadrikat. Ja, Possenschreiber der Geqenwart! Rai« mund ist und bleibt da ein König und ein Riese, wo ihr nur Däumlinge! — Die Posse ging trefflich zusammen- Wir können bei einem Stand von 32 handelnden Personen nicht ins Besondere eingehen und erwähnen daher bloß des Beneficianlcn als Flooian Waschblau, den er köstlich darstellte. Ucbrigens verdient die ganze Besetzung einstimmiges Lob. —Sonntag am Itz. December zum zweiten Male: „Die Gebieterin von Kaint Tropez," eine Vor« stellung, die sowohl der Direcnon Vortheil, als den gesammlen Theaterfreunden Genuß uüd wahres Vergnügen gewährte. l! eopold Kordes ck. Charade. (Dreisilbig.) Niemand H.U mehr Nösee uno mehr Gutes. AIs mein ersteb Sllbenpaar gethan; Meine z we i l e ichwin^r voll Götlermulhes Sich zu Wavorö Günstlingen kinan. Wenig thut meii, Ganges oder nlchls. Doch von seinen Wunderlhateu lprichl'e. — Theater Nachricht Unsere verdiente Schauspielerin Frau Theresia Ette« rich, hat zu ihrer übermorgen am 20. dieses Statt sindenden Einnahme Dr. Värmanns treffliches, effectrciches. fünfaktigeß Schauspiel: „Frauenehre, oder Don Pedro der Grausame" ausgewählt. Da dieses Schauspiel, »in herrlich gezeichnetes Sitten« und Lharaktergemälde, überall entschiedenes Glück machte, zudem der Fleiß, wi, die angestrengte Beschäftigung dieser braven Schau« spielerin ausier Zweifel gestellt sind, so laßt sick erwarten, daß beide Umstände bei den Theaterfreunden volle Berücksichtigung fin« den werben- Verleger: Ignaz Alvis Vtler v K leinmayr.