Nr. 4. Fmtaa, 5. Jänner 1900. Jahrgang 119. Mbacher Zeitung. ^»n'lumeratlonsprels: Mit Postvelsendiliig: «anzjähng 30 l(, halbjöhrig l5 li, Im (l o m p« o i r: ganz >">»ng ^2 li, halbjährig li X, ssür die Zustellung ins Ha»« „anzMria » K, - InsertionSgtbür. ssür tlelnssiatc l>il zu 4 Zeilr» i»u l>, größere per Zeile >2 !>; bei üfteren Wiederholungen per ^jeiie U b. Die »Lalbacher Zeitung» erscheint »änlich, mit Ausnahme b,r 3onn< und Feiertage, Die «>«l»lstr«»l»» befindet sich «ongrt<«p!ah Nr ll, di, «evaetlon DalmatiN'Hafie Nr, e, Vpnchttunben bei «edottwn v )ie auf die letztere Währung lautenden Gcbüren in den ' m Punkte 1 genannten Geldsorten beglichen, so haben für die Umrechnung die jeweils von den k. l. Staats» iahnverwaltungen auf Grund der Börsenotierung er» lnittelten und hinausgegebenen Course Anwendung zu finden. Wittek m. p. Iorlasch m. p. Den 3. Jänner 1900 wurde in dn l. l. Hof- und Staat» bruckerei das l. Stück des Reichsgesehblatte« in deutsch« Aus» gäbe ausgegeben und versendet. Den 3. Jänner 190(1 wurde in der k. l. Hof« und Staats' druckerei das l^XXXVl. und X0II. Stück der böhmischen, da« XCIV. Stück der kroatischen, dll? X6VI. Stück der rumänischen. dllS Xl^VII. Stück der böhmischen und slovenischen, das XCVlll. Stück der rumänischen, das X(^lX. Stück der böhmischen und rumänischen, das (^1. Stuck der böhmischen und slovenischen und das CIV, Stück der polnische», rutheuischen, slovenischen und lroatischen Ausgabe des steichsgesehblattes ausgegeben und versendet. 3iach dem NmtSblatte zur «Wiener Zeitung» vo« 3ten Jänner 1900 (Nr. 1) wurde die Weiterverbreit««« folgender Presserzeugnisse verboten: Nr. 391 «Vollsslimme» vom 24. December 1899. Nr. 308 «1.» ?lltri» äell 5'riule» vom 21. December 189». 3tr. bl <«!»»? 2 ro6tir,,ln. vom 22. December 1899. Nichtamtlicher Theil. Türkisch-griechische Vertragsverhaudlungen. Ganz unverhofft hat die Pforte der griechischen Gesandtschaft einen Entwurf für einen Handels« und Schiffahrtsvertrag zwischen der Türkei und Griechenland zukommen lassen, nachdem sie es bisher immer abgelehnt hatte, in Verhandlungen über diese Angelegenheit ein-» zutreten, und vorzog, anstatt den griechischerseits vor- geschlagenen Provisorischen Handelsvertrag anzunehmen, eine sechsmonatliche Verlängerung des am 4. December abgelaufenen Termines für den Abschluss eines Handels» Vertrages mit Griechenland zuzugestehen. Dieses Vor- gehen erscheint, wie in griechischen Kreisen betont wirb, umso auffallender, wenn man den Inhalt des türkischen Vertragsentwurfes prüft. In demselben wird ausge- sprochen, dass dle Einfuhr aller monopolisierten Artikel aus Griechenland nach der Türkei verboten werden soll, dass das Ueberwachungsrecht der türtischen Be- iorden bezüglich der griechischen Handelsschiffe auf fünf Neilen jenseits der türkischen Gewässer ausgedehnt, >ass die griechischen Handelsschiffe dieselbe Behandlung vie die türkischen erfahren, dass den griechischen Unter- hanen der Küstenhanbel und die Fischerei in der Türkei lntcrsagt sein soll, woran sich noch ähnliche Forderungen lnüpfen. Jede dieser Bestimmungen bezeichnet man iriechischerseits als unannehmbar, abgesehen davon, dass >ie, wie hervorgehoben wird, gegen den Sinn und Wortlaut des unter dem Schutze der Großmächte abge- schlossenen Friedensvertrages zwischen der Türlei und Griechenland, ja überhaupt gegen die klaren Bestim- mungen des internationalen Rechtes und speciell des Londoner Protokolles vom Jahre 1830, welches die Unabhängigkeit Griechenlands ausgesprochen und dem die Psorte sich angeschlossen hat, verstoßen. Schon vor mehr als einem Jahre haben die griechischen Unter- händler für die Eonsularconvention die Aufmerksamkeit der Pforte auf den Umstand gelenkt, dass auch der Frage des Handelsvertrages näher getreten werden müsse, und seitdem sind die griechischen Delegierten wiederholt auf diesen Gegenstand zurückgekommen. Die türkischen Unterhändler haben jedoch stets erwidert, dass es nicht opportun erscheine, so lange die Handels- verträge nlit den übrigen Staaten nicht abgeschlossen sind, einen solchen mit Griechenland zu vereinbaren, und man war daher auf griechischer Seite anzunehmen geneigt, dass auf die weitere Erstreckung der erwähntni sechsmonatlichen Terminverlängerung für die Handels« Vertrags-Verhandlungen abgezielt werde, falls, wi< vorauszusehen sei, auch bis dahin der Abschluss eines Handelsvertrages zwischen den beiden Staaten nichl erfolgt sein sollte. Diese Annahme erfchien umso be rechtigter, da die türkischen Delegierten auch noch it letzter Zeit, als die griechische Gesandtschaft der Pfort< den Entwurf eines provisorischen Handelsvertrags vorlegte, keinerlei Absicht verriethen, ihrerseits ein« Entwurf für den definitiven Vertrag auch nur auszu> arbeiten. Und nun tritt die Pforte mit einem gänzlicl nnannehmbaren Vertragsentwurfe hervor. Die gllechlsch Gesandtschaft hat das Athener Cabinet hievon ii Kenntnis geseht und wartet dessen Meinungsäußerung die allerdings nicht zweifelhaft sein kann, ab. Feuilleton. Aelplerbriiuche am Dreikönigsabeude. Von Kranz IvanetlÜ. t.^5^" ?^ Vorabend des Christ, und Neujahrs- 31' -!""b auch der Dreitönigsabend von den Aelplern ein . ^ ^bend gefeiert. Sobald die ersten Stern- ^aufblitzen und feierliches Glockengeläute den An- 2. ^"^enacht kündet, verfammeln sich die In- slu? - einzelnen GeHüfte vor dem in der Mar- ! "/„ aufgerichteten, mit Moos und Tannenreis ge- AM /"^lel" und halten, nachdem sie zuvor im den s?^"" Christkind eine kurze Andacht verrichtet, dcssM.n?"V"l"zug um Hans und Hof. Während a^wr? "^" "°ch "lter, schöner Sitte Segensgcbctc S^nn "^""d Stuben und Kammern, Stall und W?il2l ^^ und Keller, Flur und Garten mit w '^' ^sprengt und mit Weihholz bcränchert. 6au8^. " Rückkehr in die Gesindestube tritt der zoa^p', 5" dem mit einem weißen Linnentuch über- ^ri",' . uud mit drei brennenden Kerzen besteckten grn^?M, u'« auf demselben den Dreikönigsluchen, Stück. '? ?"s «starke Brot. genannt, in so viel Nachd,.' ".^"k'be"' als das Haus Personen zählt. Noiten ^'^ geschehen, vertheilt er mit den heiliae, m ?" ^gne uns allen den Genuss dieses einzelnen Stücke an die Haus- danlen 35^^nüt Glück- und Segenswünschen "blnde ode. ^V^ Wenige, welcher an diesem odn am daraus solgeuoen Festtage in neun Häusern von diesem Brote gelostet, das ganze Jahr hindurch gesund bleibe. Nach der Vcrtheilung des Dreilönigsbrotes wirb von der Küchendirne das zumeist aus Milchsuppe oder Hirsebrei, Sauertraut und Dörrobst bestehende Nacht- mahl aufgetragen. Ein Vollsspruch sagt: Wer an diesem Abende Semmelmilch genießt, bleibt im neuen Jahre vor Rückcnweh geschützt; wer Sauertraut isst, bleibt vor Ausschlag bewahrt, und wer Dörrobst isst, bleibt gegen Halsweh gefeit. Auch heißt es: Wer an diesem Abende einen Lorbecrzweig ober seiner Schlafstelle an- bringt, bleibt durchs ganze Jahr von bösen Zufällen verschont. Während des Abendessens und nach demselben werden von einem beredten Mütterlein oder irgendeiner sagcntundigen Person des Hauses allerlei Geschichten und Märlein erzählt, die ein mehr oder minder mythisches Gepräge tragen. Einige derselben, welche Schreiber dieser Zeilen im anmuthigen Görtschitzthalt unseres Nachbarlandes Kärnten vernommen, mögen im Nachstehenden mitgetheilt werden. Einst gicng am Dreikönigsabend ein Schaffner von St. Ullrich am Iohannserberge nach Diex, um dorl seinen Firmgöd zu besuchen. Es war ein wunderschön« Winterabend. Berg und Thal deckte eine weithin glitzernde Schneedecke; die Eiszapfen, mit denen del Frost das Geäst der Büsche und Bäume umsäum< halte, erstrahlten, vom Mondenlicht umwoben, i» Silberglanz, und vom blauen Himmelszelte guckter und flimmerten viel tausend Sternlein auf die stille vom Zauber der Weihenacht verklärte Landschaft Frohen Sinnes Uomm wr Schaffm'l den steilen Ver, hinan und war schon beim ersten Feldlreuz angelangt, als er plötzlich ein derart heftiges Getrampel und Gequieke vernahm, dass davon Gefels und Wald- schlucht wiederhallten. Entsetzt blickte der Mann um sich, um den Grund des wüsten Lärms zu erforschen; aber ehe er sich's versah, stürmte unter lautem Hajahu und Hijahi ein langer, hagerer Mann, hoch zu Rosse und begleitet von einer Unzahl kleiner Hündchen, mit Windeseile über Busch und Graben an ihm vorbei der Diexerhöhe zu. Dort angekommen, umritt der un- gestüme Geselle dreimal blitzesschnell des Berges Höhe und zog sodann mit seine« Gefolge pfeilschnell wieder von bannen, mit schriller Stimme rufend: «Hoal,Hoal, jeder fuch' sich seinen Thoal!» Von Furcht und Schrecken gepackt, beschleunigte der Schaffner seine Schritte und langte athemlus m Diex an. Ein alter Jägersmann, dem er die Begebenheit erzählte, sagte: «Gut für dich, dass du dich beim wilden Gejaid ruhig verhalten und leinen Laut von sich gegeben hast! Denn beim geringsten Geräusche hätte dir der wilde Jäger den Buckel angehackelt oder dich gar in tausend Stücke zerrissen». Am Dreilönigsabenoe kann aber ein Sonntags- oder Zehentlind nicht bloß seltsame Gestalten schauen, sondern manchmal auch eines besonderen Glückes theil- haftig werden, wie z. B. vor vielen Jahren ein Hübner aus Selesen, der aus dem Krähwaldberg einen Karren Holz nachhause führte. Auf dem halben Wege erblickte er auf einmal den unteren Rand des Karrens in goldgelbem Lichte erglänzen. Verwundert sah er nach. woher der goldene Schein wohl läme. Sein Staunen wuchs, als er zu seinen Fühen die Furchen, die des Karrens Räder im Schnee gezogen, gleich breiten, goldemn Viindern sich bis zum Felsen Laibacher Zeitung Nr^4. 26 5. Jänner 1900. Politische Uebersicht. Laibach, 4. Iänn«. Nach Wiener Informationen bezeichnet man die Behauptung des Belgrader Correspondents der «Neuen Freien Presse», dass Graf Goluchowski zum Zwecke einer Wiederherstellung der normalen Be- ziehungen zwischen Russland und Serbien — gleichviel, ob mit oder ohne Erfolg — interveniert habe, als eine Erfindung. Selbst eine weitere Ver- schärfung der russisch-serbischen Beziehungen könne auf die Entente zwischen Oesterreich-Ungarn und Russland keinen nachtheiligen Einfluss ausüben. Im letzten französischen Ministerrathe unterbreitete der Ministerpräsident den Bericht über eine Conferenz, die kürzlich bei ihm in Betreff der Küsten-Vertheidigung Frankreichs und seiner Colonien abgehalten wurde. Dabei wurde gleich- zeitig über die Verstärkung der Seemacht und die Stützpunkte der Flotte berathen. Diese Maß- regeln werden den Gegenstand zweier voneinander ge- trennter Gesehesvorlagen bilden, wovon eine die Küsten« Vertheidigung, die andere die Verstärkung der Flotte betrifft. Die Gesammtkosten von 400 Millionen sollen dem Budget keine neue Lasten auferlegen. Die Küsten- Vertheidigung wird 120 bis 130 Millionen erheischen, die auf zwei oder drei Jahre vertheilt werden sollen. Zur Deckung wird der für die Tilgung der kurz- fristigen Schatzbons eingestellte Iahrescredit von 50 Millionen, der jetzt verfügbar geworden ist, verwendet werden. Die restlichen 270 bis 280 Millionen sollen für den Bau neuer Schiffe dienen, deren Programm indes noch nicht endgiltig festgestellt ist. Die Marine verlangt je sechs Panzerschiffe und Kreuzer und eine gewisse Anzahl von Torpedobooten. Der für die Schiffs- bauten bewilligte Iahrescredit von 105) Millionen ist zur Hälfte noch für zwei Jahre gebunden; deshalb foll m den nächsten zwei Jahren die verfügbare andere Hälfte und in den nächstfolgenden zwei Jahren der ganze Betrag für die als nothwendig erachteten Neu« bauten verwendet werden. In Lissabon wurde am 2. d. M. die Session der Cortes, deren zweite Kammer im vorigen Monate neu gewählt worden war, feierlich er« öffnet. Die königliche Thronrede constatiert zunächst die Fortdauer der herzlichsten Beziehungen Portugals zu den übrigen Mächten und erinnert an den Besuch der deutschen, englischen und französischen Flotte in Por« tugal. Sodann bespricht die Thronrede den Erfolg der Expedition im Norden von Mozambique und fügt hinzu, es müsse wieder einmal gezeigt werden, dass das Volk, welches diese Länder der Civilisation zu er- obern wusste, leinen Mangel an Elementen habe, um sie zu erhalten und zu vertheidigen. Schließlich kündigt die Thronrede verschiedene Mahregeln zur Sanierung der finanziellen Lage an. Aus Washington wird vom 2. d. M. ge- meldet: Im heutigen Cabinetsrathe theilte Staats» secretär Hay mit, dass die Unterhandlungen mit den europäischen Großmächten und mit Japan be- züglich der Aufrechterhaltung der «Politik der offenen Thür» in China zu höchst befriedigenden Ergebnissen geführt haben. Tagesneuigteiten. — (Eine erschütterndeKata strophe) hat sich am 1. d. M. nachts in der Theaterrestauration in Flume ereignet. Dort war eine fröhliche Gesellschaft ve» sammelt, in welcher sich unter anderen auch der Geschäfts- mann Paul Naborszly und der Geschäftsführer Attila Rudan von der Firma Howaldt & Eomp. befanden. Während der Unterhaltung beklagte sich Rudan über Schmerzen in der rechten Brustseite. «Da hast Du Anti« virin», meinte Baborszly und reichte dem Freunde ein Weihes Pulver, das dieser auch einnahm. «Was ist das für ein Pulver? Es ist bitter wie die Galle», rief Rudan sofort, nachdem er das Pulver verschluckt hatte. «Da, siehe, ich nehme es auch», entgegnete Gaborszky und verschlang ebenfalls eine kleine Dosis des weihen Pulvers. Gleich darauf wurde dem Rudan schlecht. Unter Erbrechen wurde er nach Hause gebracht und starb kurz darauf unter furchtbaren Schmerzen an Vergiftungssymptomen. Ba- borszly gieng ebenfalls nach Hause, schrieb daselbst einen Brief und schoss sich gleich daraus eine Kugel durch den Kopf. In dem Briefe bekannte er, er habe seinem besten Freunde Strychnin anstatt Antipirin gereicht, weshalb er sich todte. Das Strychnin habe er zur Vergiftung von Wölfen und Mardern bei sich getragen. — (Kindstaufgäste zu Rad.) Grohes Auf. sehen erregte am Sonntag nachmittags der R. C. «Diana» in Leipzig - Lindenau, dessen sämmtliche Mitglieder einer Einladung zufolge an der Kindstaufe eines Mitgliedes per Rad theilnahmen. Kurz vor 2 Uhr setzte sich der Zug, 16 Mann stark, per Rad nach der Kirche zu Leipzig-Linoenau in Bewegung. Man sah eine Reihe elegant gekleideter Radler (schwarzer Gehrockanzug, weihe Cravatte, weiße Handschuhe und Eylinderhut). An der Spitze fuhr ein Radler auf Einsitzer mit Anhängewagen. Darin sah die Dame, welche den Täufling trug. Iu Paaren folgten die übrigen Radler in strammer Haltung. An der Kirche standen Hunderte von Neugierigen und warteten des sportlichen Auszuges. Die Haltung der Herren bewies, dass es ihnen ernst mit ihrer sportlichen Kundgebung war. — (Ein solides und bequemes Nest.) Das ornithologische Museum in Solothurn in der Schweiz ist um einen merkwürdigen Gegenstand bereichert worden, der wohl einzig in seiner Art sein dürfte. Es ist ein Vogelnest, das nicht weniger als 32 Centimeter im Umfange hat und ganz aus stählernen Uhrfedern construiert ist. Während des Sommers bemerkte ein Arbeiter einer großen Uhrmacherwerlftätte der Stadt, dass eine Schwalbe, die auf einem benachbarten Baume nistete, oft in den offenen Arbeitsraum flog und im Davonfliegen irgend etwas aus der Werlstätte, sei es Metallspänchen oder gar eine stählerne Uhrfeder im Schnabel mitführte. Vor einigen Wochen nun, nachdem die Schwalbe längst mit ihren Genossen in ein wär- meres Land gezogen war, kam der Arbeiter auf die Idee, auf den Baum zu klettern und das verlassene Schwalbennest anzusehen. Und o Wunder! Dieses Nest war ganz und gar aus entwendeten Uhrfedern zusammen- gesetzt und bildete gleichwohl eine weiche und sehr leichte Wiege. — (Wie lange man hungern kann.) Aus Anlass der in Amerika erfolgten Entlarvung des Hunger- künstlers Succi durch den Dr. Daniel Almeida stellte der Secretär des Rochusspitales Dr. Ignaz Purjeß aus H Chroniken eine Statistik zusammen, aus welcher ersiaM ist, wie lange man hungern kann. Hippolrates behaus der Mensch könne sieben Tage ohne Nahrung lebs Drusus Germanicus hat nur sieben Tvge lang fast können. Unter Papst Clemens VII. soll ein M Mann Namens Srini im Gefängnisse 20 Tage l«l gehungert haben. Die Chronik erzählt, dass Rudolj Frankenstein, Bischof von Sfteyer, zweimal je 40 T«l lang gefastet hat. Leonarous Pistoricusis hat es bB fortwährende Uebung fo weit gebracht, dass er wöchentli nur einmal aß und trank. Graf Giradesci wurde ^ den Gibellinen gefangen; er blieb 71 Tage ohne Ss» und Trank im Kerker. Die Authenticität dieser D» erklärte, dass er von nun an leine Besucher mehr zulaÜ würde. Dann fragte er den Gärtner, der die Gew^ Häuser zu beaufsichtigen hatte, wer das gethan hi^ Dieser war verwirrt, erklärte aber, dass er den Sch<^ nicht angerichtet hätte. «Es that mir sehr leid», sagte' «als ich sah, wie es gemacht wurde.» — «Sie s! es mit angesehen. Sie giengen auf und ab, als ob' etwas probten. Ich hörte die Namen von Lord Sallsl< und Gladstone, und dann schlugen Sie plötzlich mit ^ Arme herunter und die Orchidee war gelnickt.» 2h^ berlainS Gewächshäuser blieben weiter dem Public zugänglich. ^ Local- und Provinzial-Nachrichteu. Handels- und Gewerbekammer für Krain. (Fortsetzung.) Der § 40 der Gewerbeordnung enthält z^ keine Definition eines Zweigctablissements. Es ? jedoch aus der Bezeichnung «Zwcigetablissemcnt» ? vor, dass das Gesetz bei solchen Niederlassungen eil regelmäßigen Geschäftsbetrieb mit den demselben ^ sprechenden Einrichtungen voraussetzt und dass d« Betrieb ein von der Hauptunternehmung abhäng>l Theil derselben sei und für Rechnung derselben' folge. (V. G. H. vom 10. October 1889, Z. 3Zl A. Nr. 4871.) Man wird daher unter Zweigetablissement ^ gewerbliche Betriebsstätle verstehen müssen, welches dem Hauptgeschäft in Verbindung stehend, dessen < werbllche Zwecke verfolgt und unterstützt, und Ml , einer Weise, die sich nicht mehr innerhalb des < mens der mit dem Gewerbebefugnifse verbundenen 3^ vollzieht. (V. G. H. vom 27. März 1885, Z. 5 B. Nr. 2478.) a , ^» Die Betriebsstätte gehörte im vorliegenden A dem Grafen Th., der verpflichtet war, in derselben» schlangeln sah, an dem er kurz vorher vorbeigefahren war. Von Neugierde gedrängt, ließ er nun den Karren stehen und gieng raschen Schrittes dem Felsen zu. Dort bemerkte er im Hintergrunde eine weihe Frau mit reichem, rothem Haare, die, von zwei Raben um- geben, auf einer Moosstäche saß und voller Eifer goldene Schnüre und Fäden zu Knäueln wand. Der Hübler, obschon im ersten Augenblicke verdutzt, gewann alsbald die Fassung und redete selbige Frau also an: «Gute Frau, gib mir etwas von deinem vielen Golde, damit ich meine verfallene Hübe und meinen alten Stall ausbessern kann.» — «Sollst es haben», er« widerte die Frau, «weil du zur rechten Ttunde und am rechten Orte beten kannst.» Und sie warf ihm einen Knäuel Goldzwirn zu und verschwand alsbald. Der Hübler hob den Knäuel frohen Herzens auf und fuhr mit dem Holze weiter. Zu Hause angekommen, lief er schnurstracks in die Stube, um der Bäuerin das Mit- gebrachte zu zeigen. Als er aber in die Tasche griff, zog er statt des Knäuels einen Haufen Goldmünzen aus derselben. Die Bäuerin jubelte laut auf und rief: «Meine Ahnung hat mich also nicht betrogen! Du hast die Gabe, die ich zum Perchtentage erwartet, mit- gebracht; denn höre nur: Just heute früh, als du den Ochsenkarren aus dem Hause zogst, sah ich Frau Holla mit einem goldenen Kamm im Haare beim Küchenfenster stehen und Berg und Wald im rothen Feuerschein erglänzen. Dies bedeutet, wie du selber weißt, grohes Glück. Denn nicht umsonst heißt es: Erscheint Frau Holla zur Zeit der Rauchnächte im Feuerschein und mit Gold im Haargelock, so streut sie gülden Laub auf Herd und Block.» Kein Glück hmgegen hatte jener Bursche, der an diesem Abend einen Eberlopf von Mllburgen nach St. Flonan trug. Weil es »ym an Mauem «vinne gebrach, verstand er's nicht, seine Glücksstunde aus. zunützen. Als er nämlich im dichtestell Schneegestöber die Gutschenhöh erreichte, wurde er mitten im Walde am Eingänge eines Felsenofens eines kleinen Männchens gewahr, das auf einem Kästchen hockte und bald mit der Rechten, bald mit der Linken auf dasselbe schlug. Statt sich nun dem Männchen zu nähern und es gebürlich anzureden, blieb der Burfche stehen und schrie es, nachdem er eine Weile dessen Gethue lächelnd zugesehen, höhnisch mit den Worten an: «Männchen klein und klug, zeig mir deinen Schatz, ich will dir dafür geben meinen Seidenlatz!» Auf diese Rede hin sprang das Männchen wuthentbrannt vom Kästchen auf und rief: «Du bist ein toller Bursch; du hättest nicht zu kreischen gebraucht wie die schwarze Krähe auf dem Tannenbaume droben, fondern hättest zu mir kommen und mich mit den Worten ansprechen sollen: Männlein klein und fein, ist dein Küstchen gesperrt, so öffne es mit dem rechten Schlüssel, ich geb' dir dafür den Eberrüssel.' So hättest du den Hut voll Silberlinge erhalten, so aber bekommst du nichts, und überhaupt sieht mich hundert Jahre lein Menschenkind mehr.» Danach entstand ein Summen und Gesurre im Gestrüppe, und das Männlein mit dem Kästchen war verschwunden. Die Erzählungen von derlei Berggeschichlen und Märlein, welche mit Lesen aus der biblischen Geschichte oder einem anderen frommen Hausbüchlein abwechseln, dauern meist bis zur Ankunft der Drei« lönigösänger. Diese kommen in der Regel ganz stille und sachte zum Hause herangeschlichen. Nachdem sie im Hofraume das heil. Dreilönigslied abgesungen, treten sie in bi< Stube und bringen den einzelnen Insassen des Gehöftes ihre Neujahrswünsche dar,' sie mitunter mit den drolligen Worten beschließ «Liebe Leutlein, zum Schlüsse wünschen wir ^! nochmals das Allerbeste. Vollt haben Kühe soviel, ^ es gibt Tage im Jahr, sollt haben Würste soviel/ es im Stadl gibt Heu, sollt haben Most soviel/ es im Brunnen gibt Wasser, sollt haben Thaler l<^ als es im Bergbachl gibt Sand. Alle euere DiE sollen kriegen feine Gesponsen und all euere BuM rosige Braut' und dazu ein paar Schock fris Krönlein beschert, dessen Lebensstern sich zum ">"> Glücke lehrt.» — z Mit dem Wunsche, dass es also geschehe UN», in vieler Beziehung so bedeutungsvolle Neujahr,^ wackeren Alpenbewohnern die Erfüllung all ^ Wünfche bringen möge, fei diese kurze Sch/A > der Verglerbräuche in der letzten der ZwölfiM" schlössen. »