.l."! V8». Donnerstag am O Dezember «8KK Die „Laidachei Zeitung" erscheint, mit Ausnahme dir Sonn- und Feiertag,, täglich, und kostet sammt den Veilagen im Compluir g,,nzjährg 1l >l., halbjährig 5fl. ^i>> lr., mil Kreuzband mi Comptoir gau^ jährig l< sl-, balbjäürig 6 ft. Fur die Zuitclliing in's Haul sind h a l bj ä h ci g ^l<> lr. mchr zu enlrichlcn. Mit bcr Post Porto' srei gan^j'ährig. unler Krcujbano und gcdru^tcr Aoreffc 1i si., halbjährig 7 si. 30 tr. — In sera tion sgeb ilh r für cine Spallcn^ile ooer den Ran,» derselben, flir einmalige Hiüschaltiiüg 3 lr.. stir pvcimalige ^ l'.. für drcimaliqe 5 fr. (5. Vi. Inserate bis 12 Zeilen kosten 1 si. fur 3 Mal. 50 lr. sur 2 ^ial und ^0 kr. fur l Mal einzuschalteli. Zu diesen Gebühl.'l ist nach d,m „vrovisorischen Ocseße vom K. Illovembcr 1».^» sur InserationzstäüN'el" noch lO kr. fnr einc jedesmalige Einschaltung hin^u zu rechnen. Älllllicher Theil. <^'e. f. k. Apostolische Majestät haben mit Aller-höchstem Handschreiben vom 1. December d. I. den Landcspräsidcnten von Salzburg. Karl Fürsten von Lobkowit). zunl Scltiouöchcf im Ministerium des Innern allergnädigst zu ernennen geruht. Se. k. k. Apostolische Majestät haben mit Aller, höchster Entschließung vom 1. Dezember d. I. den Kreispräsi^ntcn in Brixcn, Otto Grasen Fünflir-cheu. zum Landespräsidenten im Herzogthume Salz-bllrg, allcrgnäoigst zu ernennen geruht. Se. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 30. November d. I. dem Lembergcr Obcr«LandesgerichtSrathe. Ioh. Ncchay Edlen v. Fels eis, aus Anlaß seiner Verschling in den wohlverdienten bleibenden Ruhestand, in Anbc. tracht seiner langjährigen treuen und eifrigen Dienst-leistung die Allerhöchste Zufriedenheit allergnädigst zu erkennen zu geben geruht. Die bei dem k. l. Finanzministerium in Erlcdi« glmg gekommene Ministerial-Konzipistenstelle «st dem Konzepts-Adjunkten dieses Ministeriums. Ioscf Frei< Herrn Mcnsi v. Klardach, verliehen worden. Der Instizminister hat die bei dem Preisgerichte zu DeeS in Siebenbürgen erledigte Hilfsamtödireltors« stelle dem Direktionsadjuukten zu Karlsburg. Leon u. Patocki, verliehen. Der Iustizminister hat die bei dem Kreisgcrichtc zu BrooS m Siebenbürgen erledigte Gerichts-Adjunk. tcnstelle dem Bezirksamts-Aktuarc in Szclistuc, Ale» kandcr Vanczeskul, verliehen. Die k. k. steierisch. illyrisch»küstcnländische Finanz. Landes »Direktion hat den Einnehmer des Naviga-tionsamtcs in Gurkfeld, Karl Krischnihka, und den Vcrzchrungsstcuer-Einnehmer uon Visco, Eamillo Vrciuingcr. zu Amtsosfizialcu für das Ncchnuugs. fach in provisorischer Eigenschaft ernannt. Graz am 22. November 1866. Veränderungen in der k. k. Armee. Eruc n n ungeni Der Fcldmarschall» Lieutenant Stefan Freiherr u. Wcrnhardt zum Inhaber des erledigten Linien-Infanterie-Regiments Zanini Nr. 1l', und der Feld-marschall'Licutenant Thomas Freiherr v. Zobel zum Inbaber des vakanten Linien'Infanterie»Regiments Graf Strassoldo Nr. 61. Der Gcncral-Major Khaut/ v. Eulcnthal zum Direktor dcr Genic-Akadcmie. Ver ! eihu u g e n. Dem Hanvtmann-Auditor Wilhelm Pohl der General»Genie-Direktion, und Viktor Ncgclsperg der General.Altilleric.Direktion, der Majors»Charakter Ull N0N0s08. - Pcnsionirun g: Der Major Ernst Scharschmied Edler von Adlertreu des Infanterie'Regiments Graf Degen> frld Nr. 36. RichlmMcher Theil. Pensionsinstitut. ' Mit Vergnügen sehen wir aus einem dcr letz' ten Nnmmcrn dcr «Grazer Zeitung", daß sich in dcr Hauptstadt Stciermarks e iu P cnsio n sin st i tut für die Witwen und Waisen der Volks-schullehrer gebildet hat. Nach bisheriger Einrichtung haben nur die Nit> wen jener Lehrer, die an Mnstcrhmipt', Real« und anderen Hauptschuleu angestellt waren, einen Anspruch auf eine Pension aus dem k. k. Schulfondc; die Wit« wen und Waisen der Triuiallchrcr am stachen Lande, iu Dörfern und größeren Ortschaften sind entweder den Gemeinden olcr dem Lokalarmeninstitute zngcwie-sen. Die Spärlichkeit einer derartigen Versorgung liegt anf der Hano. Nach den gangbaren Hilfsaus-maßcn erhält die Witwe aus dem Armenfondc nicht volle !>0 ft. jährlich für sich. für ciu Kind höchstens 12 fl, V. V., hatte der Vater weniger als IU, jedoch mehr als 3 Jahre im Dicnsic zugebracht. Verhältniß-mäßig noch weniger. Die Versorgung dnrch Gemein, den ist eben jo prekär, und es scheint daher jedenfalls als cine Lebensfrage für den Schullehrerstand, die Zlikunft seiner Familie nach Thunlichlcit sicher zu stellen. Die politische Schulvcrfassuug selbst spricht dcu Wunsch auS. es möchten für die Witwen und Wai. stn der Schu^ehrcrpcnsionsiilstitute nach dem Muster, wie solche in dcu Vorstädten uon Wicu bestehen, ein-geführt werden. Der am 2. Juni 1864 verstorbene Domherr uud Schnlcnodcraufschcr Mathias Grudcr hat sich um das Zustandekommen desselben wesciUli» che Vcroiellstc erworben. Durch seine Veranlassung nnd Thätigkeit trat das gesammtc Lchrcrpcrsonal des Stadtbezirkes Graz in einen Verein und sttUle un> tcrtn 3. Mai 1863 an daö hochwürdigstc fürstdischöf-liehe Scckaucr Konsistorium die Vilte, die Vildnng eines Vereines von Lehrern zur Gründung eines Pen» sionsiustltntcö für die Witwen und Waisen dcr Vollö» schullchrcr bestätigen, die Oberleitung dieses Vereines übernehmen, die entworfenen Statuten genehmigen und auch die Bestätigung von Scitc der hohcn k. k. Statthaltern erwirken zu wollen. Die Bildung dic< scS Vereines fand bei den, fürstbischöfiichcn Konsisto-rinm nicht unr die volle Genehmigung, sonder», anch eine sehr kräftige Unterstützung ; es wurden von dem< selben alle Schuldistriktsaufsichtcn aufgefordert, die Förderung dieses Vereines sich besonders angelegen sein zu lassen, und alle in ihren Schuldistrikten befindlichen Lehrer znr Vetheiligung an demselben ein» zuladcn. Diese Aufforderung war nicht ohnc Erfolg geblieben, denn dic Gründung eines solchen Pcnsions-institutes war ja schon längst als ein dringendes Vo dürfniß erkannt wordcu; daher dieser Verein nicht nur von den meisten Lehrern, von welchen dcr größte Theil bcitrat, sondern auch von anderen, dcueu das Wohl des Lrhlstandcs am Herzen liegt, mit Peuden begrüßt wurde. So konnte denn die förmliche Konstituirnng dcs Vcrciucs vor sich gchen. und er trat, von dcr hohen k. k. Statthaltern bestätigt, in dcr zweiten Hälfte des Jahres 1864 in daö Leben. Zur Leitung desselben wuvde ein Vorstand, 6 Ausschuß, uud " Ersahmän» ncr gewählt. Als Mittel, den Vcreinsfond zu bilden, sind in den Statuten folgende angegeben: 1) die erste Einlage dcr bcilrctcndeu Mitglieder; 2) die jährlichen Beiträge dcr Mitglieder uud Wohlthäter, und 3) allfälligc Geschenke. Legate und andere Zuflüsse. Die erste Einlage ist nach Altersklassen geordnet; für einen Lehrer unter 30 Jahren 6 st., uon 30 — 40 Jahren 10 fi.; von 40—60 Jahren. 16 fi.; von 60-00 Jahren 20 fi.; über 60 Jahre 26 fi. V. V. Für die Jahresbeiträge dcr Mitglieder sind 6 Klas> sen. geordnet nach dem Dicnstcscinkommcn, bestimmt, nnd zwar in dcr 1. Klasse jährlich 2 fi., in dcr 2, 3 ft., in dcr 3. 4 ft., in der 4. 6 ft., in dcr 6. 6. Gulden. Die Untcrlehrcr am Lande gehören in die erste Klasse; die übrigen Vcitragsklassen werden von sämmtlichen Mitgliedern ciucs jeden Schuldistriltes be> stimmt. Wenn der Foud die Höhe von 20.000 fl. V. V. erreicht haben wird, vermag der Verein seinen Ver» pftichtungen im ganzcu Umfange nachzukommen, uub cs erhält danu wieder jede Lchrerswitwe jährlich 60 ft. V. V. und jedes eheliche Kind cincs verstorbenen Lehrers jährlich 20 ft. V. V. bis zum vollendeten 16. Lebensjahre. Segen und Gedeihen dieser wahrhaft menschen« freundlichen Anstalt! Sic wird nicht bloß eine huma» nitätische Wirkung übcn, sondern auch anf die He« bung des Schullchrcrstandcs in allen Hinsichten vom günstigen Einftnsse sein. Hoffentlich wird daö gegc» bcnc Veispicl allcrwärts znr Nachahmung reizen. Vom südöstlichen Kriegsschauplätze. Aus Marseille, 1. Dezember, wird die An» kunft des „Earmcl" mit Nachrichten ans Konstanti.no. pel bis 22. November tclcgraphirt. Omer Pascha hat den Augriff auf Kutais auf. geschoben, da cr crst die Ankunft dcs Gelocs zur Ve-soldung scincr Truppcn abwarten will. Am 14. v. M. wurden ihm zwci und cinc halbe Million Francs von Konstantinopcl aus zugeschickt. In dcr türkischen Hauptstadt ging das Gerücht. Kars habe kapilulirt: doch ist daösclbc nicht bestätigt worden. ' Vassif Pa> scha ging nach Kars, um der dovligeu Garnison dic ihr für die tapfere Haltung vom 29. September bc< willigten Dekorationen zu überbringen. General Vl» viau, dcr noch immer mit dem rnglisch'türkischcn Kontingent in Kcrtsch steht, wird mit 12.000 Mann türkischer Truppcn Verstärkung erhalten. Scit dem blutigen Kampfe, der in Konstantinopcl vorfiel, geht die Bevölkerung nur noch bewaffnet ans; doch sind die Verbrechen wieder zahlreich geworden. Bei Abgang dcr Post alls dcr Krim vcrdoppcl. ten die Russen ihr Feuer uou der Nord. gegen die Südseite uon Sebastopol. Die Russen befestigten Ni' kolajeff. sowie die Dimpcrmündungcn und die Mün< dung dcs Vug. Oesterreich. Wien, 3. Dczcmbcr. Das hohe Unterrichts-Ministerium hat einc Zuknlar» Verordnung, die Gin« führung eiucr guten Schnlzncht betreffend, erlassen. Als höhere wirksame Förderungsniittel werden darin das eigene Beispiel der Lchrcr, das cinhciiliche Zu> sammcnwirkcn der Lehrkräfte uno eine anf Mäßigung. Klugheit und Unbefangenheit beruhende Ucbcrwachuug von Seite der Schuloorstchcr bezeichnet. — Anläßlich eines vorgekommenen Ansnchcns «»«4 hat das l. k. Finanzministerium riltschie^eil. Daß dic Annahme durchlöcherter Silbermünzc bei dcn k. k. Zollämtern nicht gestattet werden könne. — Dcr k. k. Internuntins, Herr Feldmarschall« Lieutenant von Pvokesch-Osten, wiro zwei over drci Tage in Tricst verweilen und dürfte vor dem All. Dezember in Konstanlinopcl nicht eintreffen, da er sich auch im Piräus aufhallen wird. — Nach einer gestern eingelangten telegraphischen Depesche wird der neu ernannte königlich eng> lischc Gesandte in den Ictztcu Tagen der laufenden Woche a»f seinem Posten in Wien eintreffen. Die Appartements im Hotel zum römischen Kaiser, welche von gestern an für ihn bcrcil gehalten werden, wird Sir Hamilton Seymour bis zur Ermittlung eines Gesandlschaflhotrls benutzen. — Die Deputation, welche hier eintraf, um das Ansuchen wegen Errichtung einer Filial.Eskompte. dank in Agram zu überreichen, besteht ans den Kam» mcrrälhen Herren'Koller, Weiß, Hirsche! und dem Kammcrsekrctär Dr. v. Takalac. — Man nennt den k. k. Ministrrialrath Herrn ,u. Brentano als für den Posten des landesfürstlichcn Kommissärs der Kreditanstalt für Handel und Ge> werbe dcsignitt. — Die k. k. privilegirte österreichische Eisenbahn. Gesellschaft hat aus Anlaß der bevorstehenden Eröff» »mug der Wien > Raaber Eisenbahn dein hohen Mini> stcrium des Innern den Betrag von !!000 st. E. M. mit der Vitte zur Verfügung gestellt, diese Summe theils an Hilfsbedürftige der Stadt Wien, theils an solche der an der Wien ° Naabcr Strecke gelegenen Gemeinden zu vertheilen. — Für das Jahr 18lltt sind circa Nl10 Millionen Stück Zigarren aller Sorten im ganzen Umfan-ge der Monarchie zum Verkanfe präliminirt. Wien allein konsnmirt jährlich N2 bis .'^ Millionen Stück Zigarren. Seit zehn Jahren hat sich die Zigarren-Konsnmtion um mehr als 100 Perzcnt gesteigert. — Gutem Vernehmen nach ist eine Vermehrung der Bishümcr in den österreichischen Kronländern und eine nenc Emtheilung der Diözöscn beantragt. Die dießfälligen Einvernehmungen sind bereits genossen und die erwähnten Anträge dem Prinzipe nach ge< nehmigt. — Wien wird demnächst auch ein klösterliches Institut mehr zählen; binnen wenigen Tagen wird nämlich im Krankenhause auf der Wieden ein Novi» ziat der Krankenschwestern vom dritten Orden des hei-ligen Franzislus eröffnet. Schon seit längerer Zeit gehören die Krankcnwärterinnen in jenem Spitalc dem Franziskusordcn an, nun abcr wird eine förm< liche Kongregation daraus hervorgehen. — Das Bankhaus M or pur go und Pa rente hat aufs Neue seinen Wohlthätigkciwsinn dadurch beurkundet, indem es aus Anlaß der Wiedcrgenesnng Sr. kais. Hoheit dcö Herrn Erzherzogs Ferdinand Mar dem Süitthaltercipräsidium tausend Gulden zu einem frommen Zwecke, überreichte. — Die Herren Julius und Richard Manro-ner haben den ganzen Ertrag der heutigen außer ordentlichen Vorstellung in ihrem ans Anlast der Nicdcrgcncsung Sr. kais. Hoheit glänzend beleuchteten Theater dem Armeninstitutc bestimmt. — Der Vicepräsident der Venediger Handels» kammcr, Herr Josef Mondolfo, hat, vom 1^. I..M. angefangen, für die Armen in der Pfarre S. Marco in Venedig auf drci Monate täglich ;'!0l) Pfd. Mehl bestimmt. — Auf Grund abverlangter Gutachten sind jctzt Verhandlungen schwebend über die Zulässigkeit dcr Benützung von Lokalitäten der 1., 2. oocr, wie es auch schon vorgekommen, A. Stockwerke zu Waren >Ver-kal'fsgewöllxn. Eine Beschränkung solcher Benützung würde für die entlegenen Stadttheilc und die in selbe» befindlichen, znm Theile disponiblen Vcrkaufsgewolbc nnr nützlich sein. — Man spricht von der Gründung einer neuen Universität für Ungarn. Die Wahl der Stadt, wo die Errichtung erfolgen soll, ist noch zweifelhaft. — In einem Zivilrcchtsfallc wnrdc entschieden: Der Wechselglänbigcr ist berechtigt, anf bewegliche wegen einer Wcchselforderlmg gepfändete Sachen sci. neö Schuldners auch nach aufgebrochenem Konkllrse über das Vermögen desselben bei dem sonst lompe» tenten Gerichte Eiekntion zu führen, und es kann daraus, daß der Gläubiger seine Forderung bei dcr Kouknrsinstanz anmeldete und liquioirte, nicht gefol> gcrt werden, daß er auf das ihm zustehend? wechsel» rechtliche Erekut ionsrecht verzichtet habc. W icn, ll. Drbr. Ueber die Angelegenheit d.r Donaufürstcnthünicr schreibt die „OesterrcichischeZtg." wie folgt i Es tauchen bezüglich dcr Reorganisation dcr Fürstenthümer seit einiger Zeit von mancher Seite derartige Konjekturen anf, daß »nan über den glän-bigen Eifer, mit dein einzelne Organe der Presse solcher Abenteuerlichkeit ihre Kombinationsgabe widmen, höchlich erstaunen muß. Nährend nämlich einige Blät> tcr als zuversichtlich melden, daß Frankreich und Eng> land die unglückseligste nnd schmachvollste Zeit, welche die Fnrstcnthümer scit einer längeren Neihe von Iah» ren glücklich überwnnDeu, neuerdings durch einen pl'a> nariotischcn Hospodar heraufbeschwören wollen, beißt es andererseits, daß Oesterreich ernstlich beabsichtige, einen dentschcn Prinzen (nach einer andern Version sogar einen k. k. Erzherzog) auf den Thron der Für-stcnthümcr zu setzen. Eine dritte und in dcr That ebenso unzurechnungsfähige Konjektur hat bereits sogar cincn Prinzen aus dein Hause Savoyen im Ange. dem die Wcstmächtc aus Erkenntlichkeit für die von Sardinien geleistete Hilfe den Fürstenbnt der Moldau und Walachei anf das Haupt zu setzen gedenken. Nachdem gegenwärtig noch zu wcuig Aussicht vorhaudcn scheint, daß das bevorstehende Friedens» Reglement bei der Vornahme des 1. Garanticpnnktcs — wir können bei dieser Gclcgcnhri ein „^cidcr" nicht unterdrücken — das Princip türkischer Oberhoheit in den Fürstcnthümcrn für mill und nichtig erklären wird, so ist nicht zn begrcifcn. wie man nur anf dic Vermuthung fallen kann, daß ein k. k. Erzherzog odcr ein anderer Prinz ans eincm christlich-europäischen Rcgentcnhansc sich hcrablassen werde, eine Investitur von dcr Türkei anzunehmen und vor türkischen HatuShcrifs sich in tiefster Untcrthänig-kcit zn beugen. Bis jctzt ist in dcr diplomatischen Welt anch nicht dic leiseste Anregung in Bezug anf dcn Plan. die Donaufnrstcnthümcr zu cinem unabhängigcn Staatc zu machcn, gemacht worden. Dcr crstc Ga ranticpnnkt ist allerdings in jüngstcr Zrit Gcgcnstand dcr Untcrhandlungrn gcwcscn. Dicse fanden jcdoch nur cinc solche Ausdehnung, wic sic die Nullification der dic Fürstenthümcr betrcffcndcn, zwischen Rnßland nnd der Türkei geschlossenen Verträge, ferner cinc nothwendige Initiative bcznglich dcr innern Neorga« nisation dcr Fürstcnthümer bcdingtcn. Dic Pcrsoncnftagc ist noch gänzlich in dcr Schwebe. Bis jetzt ist in dicscr Vczichnng nnr so vicl gciviß, daß mehrere walachischc Bojaren alle Wclt mit ihren Prätensioncn nwlcstircn, und daß Lord Ncdcliffc ein bcsondcrs wohlgcfälligcs Ange anf dcn ucrtürktcu Gonvcrncnr von Samos, Alcrandcr Ghika, gcworfcn, indem dcr lctztcrc allc Eigcnschaf-tcn bcsitzcn soll, um dic Snzcränität dcs Halbmondes in der Walachci in cinc thatsächliche Sollvcräni-tät umzuwandeln, an dcr zu participircn gewissen Hcrrcn, dic sich gcrn als Viccsultanc gcbcrdcn inöchtcn, nicht nnaugcnchm wärc. — In dcr lctztcn Vcrsaminlnng dcs obcröstcrr. Gewerb'xrcins hat dcr Hcrr Viccpräsidcnt Johann Grillmaycr drci Stück Cattun. die crstcn in Obcr-östcrrcich anf mechanischcn Wcbcstühlcn crzcngtcn. vorgelegt. Dic Eattunc stammcn aus dcr Fabrik bcs Hcrrn Grillmaycr, welchcr daselbst dic crstcn inccha-nischcn Kraft-Wcbcstühlc anfgcstcllt hat. — Wir brachten letzthin dic Nachricht, daß dic Kanischa Marburgcr Eiscnbahn-Gcscllschaft sich mit der Ofcn-Kanischacr zn cincr Ofcn-Marblir^cr Gesellschaft vcrcinigt habc, und daü nntcr andern Bediii' gungen die Allfnahme zivcier Mitglicdcr ans dem Eomit^ dcr Kanischa-Marburgcr Gcscllschaft in das Eonlit<' dcr vcrcinigtcn Gcsellschaft beschlossen worden. Wir vernehmen nnn, daß dic Herren Mark breiter nnd Gntmann aus Kauischa daselbst znm Eintritt in das (5omit<'> gcwählt wurden. Hcrr Mark' brcitcr hatte sich besonders nm dic Angelcgcilbcit vcr« dient gemacht; seit vier Iahrcn wirkte er für die Aufnahme jcner Bahn in das Eisenbahnnetz, für dic Bildung dcr betreffenden Gesellschaft und für den Beginn dcr Vorarbcitcn durch persönlichc Thätigkcit, durch Bcsprechung in dcn öffentlichen Blättern nnd durch Deputationen an die Staatsverwaltung. Gleicher» weise war er bei dcr gelungenen Vereinigung der beiden Gesellschaften wirksam. Daß von Kanischa nun auch eine Eisenbahn nach Oedenbnrg gebaut werden soll, ist aus dem Anöschreibcn der Ocdenbnrger Han» delslammer ersichtlich, welches zn diesem Behufe eine Versammlung anf dcn l6. Dc;. im Oedenburger Ko» mitatssaale einbernft. Wien. 4. Dez. Die kais. französische Gesandt« schaft bierselbst ersucht nm die nachfolgende Veröffent« lichuug -. «Da mit Ende November der Schluß der allge» meinen Ausstellung in Paris erfolgt ist, macht die sais. französische Gesandtschaftskanzlei bekannt, daß die wahrend der Dancr der Ausstellnng a»f ^!> kr. herabgesetzte Taze für das Vi^n der Pässe nach Frank» reich, vom l. Dezember 18.">!» angefangen, wieder anf die frübere tarifmäßig bestimmte Tare von 1 st. 30 kr. festgestellt worden ist." — Ans Wir::, 1. Dez., wird der „Triester Ztg." geschrirbcn i Wir sehen die Spalten unserer Zeitungen sämmtlich gefüllt mit ThcuerungsartitVln. Nnr schade, daß die meisten derselben vor lauter Gründlichkeit und tiefsinnigen Untersuchungen über die veranlassenden Ursachen gar nicht recht znr Sache selbst kommen können. Aber anch der größere Theil der wirklich heilsamen Vorschläge wird wahrscheinlich nnr anf dem Papier und frommer Wunsch bleiben, bis dic Thcncrnng vorüber, lind dieselben in den Au« gen der Menge überftüssig geworden sind. Das größte Hinderniß einer kräftigen nnd nachdanernden Abhilfe bcstcht in dem Mangel an Assoziationsgcist. d.h. dem gegenseitigen Vertrancn und bereitwilligen Entgegen» kommen zn gemeinsamen Anstrengungen. Bis nicht dieses Zurückziehen dcr Meisten auf sich selbst und ihre nächsten Kreise, dieses Warten, bis ein Anderer das Nölhigc bcginnc, gründlich übcrwnndcn sein wird, so lange wird jede solche Krisc die Menge auf das unliebsamste überraschen und rathlos finden. Nün» schcn wir, daß dic gegenwärtige allgemeine Beäng» stignng wenigstens das Gutc im Gefolge haben möge daß unsere Mitbürger einsehen Icrncn, wic wenig sie vereinzelt, wic vicl sic hingegen vereint ausznivirkcil im Stande sind. Tricst. 3. Dczcmbcr. Sc. kais. Hoheit der Hcrr Erzherzog Fcrdinand Ma? ist hcutc Vormittag um 10 '/, Uhr an Bord dcs Kriegsdampfcrs „Eli< sabeth" nach Venedig abgereist. Sc. Erc. der Herr Civil - nnd Militärgouvcvncnr FML. Frcihcr uon Mcrtcns hatte gestern dic Ehre, von Sr. kais. Hohcit dem durchlauchtigste»! Herrn Erzherzoge Fcrdinand Maximilian empfangen zn werden, uud hiebci die angenehme Pflicht zn erfüllen, dem erlauchten Prinzen den Ausdruck dcr lcbhaftcn Frcnde darznbringcn, wclchc sämnttliche Behörden dicscö Vcrwaltnngögcbictcs vereint mit dcr gcsammtcn Bcuölkcrnng übcr die glückliche Wiederhcrstcllnng dcr vollen Gcsundhcit dcs gclicbtcn Erzhcrzogs cm-pfiildcn. Seinc kaiscrl. Hohcit gcrnhtc, nnt dcr dcm edlen Prinzen eigenen Gütc dicsc anfrichtigcn Gefühle hnldrcich cntgcgcn zn nchmcn. Deutschland. Dresden, 1. Dezbr. Die Nachrichten übcr das Befinden Ihrer k. Hohcit dcr Prinzessin Amalie lantcn crfrcnlicherwcisc fortwährend günstig, nnd las» scn an dem erwarteten glücklichen Erfolge der Ope> ration nicht mehr zweifeln. -/ Mehrere Ritter des Maltheserordens und in ihrem Namen dcr Ordensritter Freiherr v. Weiden haben, wie man uns meldet, der Bundesversammlung einc Eingabc überreicht, lü welcher sie Beschwerde darüber führe», daß einige deutsche Bundcsstaalcn ihnen bis jetzt nicht einc Pension gswehrt haben, auf welche sic rechtliche Ansprüche erheben. Die Beschwerde ist gegen Baiern. Württemberg, Baden. Hessen und die großherzoglich'sächsischen Staaten gerichtct. Schon K»«ä in früheren Jahren beschäftigte sich die Pundtsver» sammlung mit dicscr. Angelegenheit, obuc sie zum M> schlnsse zn briu^cn. Die neue Eingab wurde an ci> ncn eigenen, au^ 4 Gesandten bestehenden Ausschuß gcwicseu. Nir lesen in der «Neuen Münchner Ztg." : „Dir von Er. Majestät dem König am IN. No> vembcr dem apostolischen Nnntius am baicrischcu Hofe. Mons. dc Luca. gewährte Audienz l>at sich, wie wir vernehmen, ans die Vernfnng Sr. ErzeUenz dcs hochw. Herrn Erzbischofs von München. Kar! August Grafen v. Reisach. nach Nom lind dessen Er» yöhliug zur Kardinalöwürdc bezogen. Se. Heiligkeit Papst Pills IX. wünscht nämlich aus Gründen, die iyrc volle Berechtigung baben. daß die drci Haupt» nationen Europa's, die deutsche. französische mW eng» Usche, ihre besondern Vertreter in dcm hohen Senate der Kirche bcsiycn, und nachdem Kardinal Wiseman vor Kurzem als Vertreter der englischen einen Nnf an den Sit) des apostolischen Stuhles erhalten, ist mm die Wahl eines Vcrlretes der Deutschen auf nn> sern hochw. Obcrhirten gefallen, der dem ausdrückü» chen Wunsche des h. Vaiers, so schmerzlich il'm auch die Treilnung von seiner gcliel'ten Heerde fällt, doch nicht widerstehen zu dürfen glaubte. Das Konsistorium. in welchem die Promotion des hochlvürdigen Hcrru Erzbischofs erfolgen soll. ist vorläufig anf den 21. Dezember festgesetzt, wcßhalb Se. Erzcllrn; bereits in zehn bis zwölf Tagen die Reise nach Rom antreten durste. Die Erzdiözese und ganz Vaicrn mutz über den bevorstehenden Verlust der Gedanke trösten, daß die Weisheit des Kardinal» lollcgiums dnrch eine hohe geistige Kraft verstärkt wird imd oic Interessen der katholischen Kirche in Snddenlschland in dein vcrchrtcn Kirchenfürstcn jedcr> zeit einen einsichtsvollen Verehrer finden werden." — Wie man dem Württembergcr „Staatsanz." ans Karlsruhe vom 28. November berichtet, hat die crzbischöflichc Erncunnng des Stadtlaplans Höll zum Dompräbendar in Freiburg die Bestätigung der großherzoglichcn Regierung nicht erhalten. Es ist dieß der zweite abschlägige Bescheid in dieser Angelegen-l'eit, nnd. wie mail bestimmt erfährt, hat der Erzbi. schof sich z»r Erreichung dieser Äestätignng. unter aus» drücklichem Vorbehalt seines in Anspruch gcnommcuen unbedingten Ernennnngsrechts. au die höchste Person Sr. k. Hoheit des Regenten selbst gewendet. Frankreich. Paris, 30. November. Der „Monitenr" meldet die gestern Abends um 7 Uhr erfolgte Abreise des Königs von Sardinien nach England. Der Kai» ser geleitete seinen Gast bis zum Wagen nnd der Prinz Napoleon l'iö zum Bahnhöfe. Die Straßen nnd Boulevards auf dein Wege des Honigs w.iren mit den Fahnen Frankreichs und Sardiniens geschmückt nnd beleuchtet. Die Vordcrseilc und das Innere des Bahnhofes der Nordbahu wareil glänzend ausge« schmückt und mit Gas beleuchtet. Die höchsten Mi. litär- und Zivilbeamten, so wie der Verwaltungsrath der Nordbahn empfingen den König, der nach Verabschiedung vom Prinzen Napoleon unter den Vivals der Menge den Waggon bestieg und die F^yrt nach Ealais anlrat. Ein kaiserliches Dekret bestätigt zahlreiche Mc. dailleN'Verleihnngen an Militärs der Krim-Armee und darunter an acht Araber, die dem Negimeutc der al« gicrischcn Tiraillenrc angehören. Anßcr dem Admiral Brnat ist auch ein Fregat» ten-Kapitän, der sich vor Scbastopol durch seine Leiltnugen bei der Artillerie ausgezeichnet hatte, anf der Rückfahrt des Geschwaders gestorben. Die „Indepcndancc Bclge veröffentlicht das nach. stehende Zirkular des Grafen Walcwski an die fran» zösischcn Gesandten ?e.: Meine Herren! Nach den mir von mebrcren Punkten Deutsch» lands zugehenden Nachrichten hat die von dcm Kaiser beim Schlüsse der allgemeinen Allsstellung gelialtene Rede. wie leicht uoransznsehen war. einen tiefen Ein» druck geinacht. Gleichwol)! soll dieselbe nicht überall in gleicher Weise anfgcfaßt. svndern Gegenstand verschiedener Auslegung geworden sein. Es gibt jedoch nnr eine richtige Auslegung nno die nentralen Siaa» ten konnten sich nicht über die Gefühle täuschen, die ihnen augenscheinlich nnr zum Lobe gereichen. Der Kaiser sagte, daß er einen baldigen !>"">!'!<') und daucruden Frieden wünsche. Ich habe nicht nöthig, bei dieser Erklärnng zu verweilen, sie ist selbstverständlich und bedarf keines Kommentars. Indem der Kaiser sich an die nentralen Staaten wandte und sie aufforderte. in diesem Sinne ihre Wünsche ansznsprechen, hat er hinreichend bekundet, welchen Werth er anf ihre Meinung lege und welche Bcdeutuug er ihrem Einfluß anf den Gang der Er< eignissc beilege. Dieß war dic Anschauungsweise, die er in Bezug auf dieselben seit dem diplomatischen Konflikt, der den Feindseligkeiten voransging, hatte. Der Kaiser war stets der Ansicht, daß wenn dieselben damals ihr über den Gegenstand des Streites gefälltes Urtheil mit größerem Nachdruck ausgesprochcu hätten, sie eine heilsame Einwirkung anf dic Entschlic-ßnngen jener Macht geübt haben würden, welche den gegenwärtigen Krieg hervorgerufen hat. Nach der Ansicht des Kaisers hat il're Stelluug sich nicht ge> ändert und sic können durch eine feste nnd entschiedene Haltnng noch hellte, die ^ösnng eines Streites bcschlennigen, den sie nach seiner Ucberzengnng prä-venircn konnten. In diesem Sinne wünscht (.wimml,) der Kaiser, daß die neutralen. Staaten ihre Entschlüsse den krieg» führenden Mächten laut bekannt geben lind das Gc» wicht ihrer Meinung in die Nagschale der beiderseitigen Streitkräftc legen. Dieser Aufruf, der übrigens von einem ans den Vertretern aller Nationen gcbilde» ten Auditorium so wohl verstanden und mit solcher Wärme begrüßt worden ist, ist demnach nichts als eine feierliche Ancrkcnunng der Wichtigkeit und Wirksamkeit der den nentraleu Staaten in der gegcnwär» tigcn Krise zugefallenen Nolle. (Gez.) Walewski." Großbritannien. London, lll). November. Der König von Sar« dinien traf henie Früh um 7 Uhr 1U Minuten in Dover ein, nahm dafclbst die Adresse des Gemeinde, rathes entgegen, welche er mit einigen der Gelegen« heit angemessenen Worten beantwortete, indem er unter Andern der Leistungen des englischen Heeres in schmeichelhafter Weise Erwähnnug that, und fuhr dann mit cinem Ektrazuge uach London, wo er lim Mitlag ankam. Am Bahnhöfe empfing ihn Prinz Albert, in dessen Begleitung der König, nachdem er sich einige Augenblicke ausgeruht hatte, die Fahrt nach dem Bahnhofe der großen West bahn antrat. Der Weg, welcher gewählt wnrdc, um dorthin zn gelan« gen, war derselbe, den der Kaiser der Franzosen bei seinem nenlichen Bcsnche eingeschlagen hatte. Man flibr nämlich über die Westminster-Brücke, durch Parliament > Street, Whitehall, Elk'.ring » Cros^, Pall-Mall, Saint - James» Street. Piccadilly und den Hyde »Park. Auf dem Bahnhöfe zu Windsor kam der König gegen 2 Uhr an. Auch der dortigc Gemeindcralh überreichte ihm eine Adrcsse. An dcr Schwelle des Schlosses ward er von der Königin empfange,,; heute Abends findet ein großes Gala< Diner Statt. Seit einiger Zeit herrscht anf den englischen Schiffswerften eine ungenisine Thätigkeit. Zum Theil ist man eifrig mit Ausbesserung der aus der Ostsee znrückgckchrtcn Schisse beschäftigt, zum Theil rüstet man sich dnrch den Bau und die Armirung neuer Fahrzeuge für den Feldzug dcs nächsten Jahres. Es werden gegfuwärtig mehrere Schrauben«5!mieuschisse annirt und zwar nicht. um andere bercils armirle zu crs.tzcn. sondern um die Zahl der schon vorhandenen Schisse zn vermehren. Zn gleicher Zeit werden so> wohl anf 5en Admiralitä'ts. wie auf den Privatwerf« ten zahlreiche Kanonenboote . Dampfbombardcn, schwimmende Batterien und schwimmende Floße er> baut. Bei letzteren wird eine nene Konstruktionsarl znr Anwendung gebracht' sie sollen einen Tiefgang von höchstens 3 F»ß haben und einen Mörser vom schwersten Kaliber tragen. In der Sache Türr's hat sich die „Post" zu einer und von ihrer ersten wesentlich verschiedenen Ansicht bekehrt. Anfang) habe sie in der Festuch« mnng Türr's nicht umhin gckouut, cine grobe Vcr< lehuug des Völkerrechts und eine Beschimpfung Eng» land's zn erblicken. Seitdem hat die Regierung, wie die „Post" zn wissen glaubt, ohne einen Angen» blick Zeitverlust die nöthigen Schritte gethan und zugleich den Fall den Kronadvocatcn znr Begutach« tung vorgelegt. Niemand könne einer Militärmacht das Recht abstreiten, einen Fahnenftüchtling entweder auf dem Gebiete ihres Souveräns oder wo immer dessen Gerichtsbarkeit Geltung hat, festzunehmen. Gleichviel, ob in britischer Uniform oder nicht, hätte Tnrr in Wien gesetzmäßig verhaftet werden können. Es bleibe nur dic einfache Frage zn beantworten, ob Oesterreich ein gesetzmäßig« Recht dazu alls nicht« österreichischem Gebiet besaß, und dieser Pnnlt sei in bejahendem Sinn erledigt — erstens dnrch die zwischen verschiedenen Großmächten und der Türkei bestehenden Kapitulationen, in denen der Sultan ihnen Gerichtsbarkeit und Gewalt über ihre Unter» thancn auf türkifchem Gebiet einräumt, nnd zweitens durch die besondern Bestimmungen des Vertrages, kraft dessen Oesterreich die Moldan und Walachei militärisch besetzt hat. Demnach war Bnlarcst für Tnrr eben so gefährlich wie Wien. Unter diesm Umständen könne sich die britische Regiernng des Türr nicht so annehmen, als wie wenn er ein britischer Unterthan oder mit Vcrletmng des Völkerrechts verhaftet worden wäre. Spanien. Dem „Monitcur" schreibt man alls Madrid vom 2^. November: «Die Armee organism sich gut. namentlich die Iusanlelic: am t. Jänner werden 30.0W Mann Provinzialbataillonc als Reserve unter die Fahnen treten. — Die materielle und moralische i.'age dcs Bandes bessert sich täglich. Die anarchischen Vcstrc« bungen, vom Volle abgewiesen, haben leine Aussicht auf Erfolg. Die dießjährigc leidlich gute Ernte, dio Hoffnung einer reichen nächstjährigen Ernte, gcslüßt auf die lange Regenzeit, daö Zuströmen fremder Ka< pilalien für ausgeführtes Getreide und Wein — Allcs vereinigt sich, um einen befriedigenderen Zu« stand zu schaffen, als es seit mehreren Jahren dcr Fall war." Rußland. Wie ans W arsch a u berichtet wird, hat der Fürst» Statthalter dcö Königreichs Polen die im vorigcu Iahrc angcordnetcn Beschränkungen im Grenz« verkehre mit Prcnßeu anfgehobcn. Fottan sollen preußische Unterthanen, welche innerhalb eines drei» meiligen Bezirkes von dcr Grenze wohnen, auf die cinfachc Vorzriguug eines von dirßseuigcn Behörden angestellten Legitimations »Auöweiscs ooer Passes das Gebiet von Polen betreten dürfen. Die Visi» rung dcr betreffenden ^cgitimatwucn von Seilen einer russischeu Gesandtschaft ist nicht mehr erforderlich. Ausgenommen von dieser Bcgünslignng sind nnr die» jrnigen Pcrsoncn, denen dcr Eintritt i>, daö König, reich Polen überhaupt untersagt ist. Telegraphische Depeschen. " G c n n a. 1. Dez. Eine an die Regierung eingegangene Depesche meldet den Untergang eines Schiffes, welches zwischen Konstantinopel und Vala' klawa den Transport von Lcbensmitteln zu besorgen halte. Doktor Ehaumel ist von Marseille znr Köni> gin Amalic nach Nervi berufen worden- seit einigen Tagen weilten dort dcr Herzog von Anmale nnd dcr Prinz von Ioinvillc. " Florenz, 2. Dez. Dic Grnndstener im gcsammtcn Großhcrzogthnm ist für das VerwaltungS» jähr 18.'i6 auf tt Millionen, und dic Personalstencr, anf l!00.(1W ^irc> festgesetzt worden. Drnck lind Verlag von I. v. Hleinmayr H F. Bamberss in ^aibach. — Verantwortlicher Redakteur: F. Vamberg. Börsenbericht aus dem Abendl'latte der öster kais. Wiener-Zeitung Wien 4. Dezember 1855, Mittags I Uhr. Di, günssiqe Etimmimg. welche sich iu ^v>,'lqe der gi'lnsüg'ü auswärii^cli Kuisberichte an der heutigcu Börse kund gal'. sprich Üch ror^ll^wlifc in der Besserung der Deviftn ^ u>»d Valuten-Kurse lins, Vlin C>sssftrn sind Nlirdbahn - Altim bis 205 '/, sjestiegen. B.inf-Ntti.il wurden bis U-lN be^ihlt Staal^eiftnbahi,-Aktien eröffiieten 343',/, und schlosst, 3^2 ',. ?l»>,'>Nl' —. z^'»dl'n l0.4i>. — Viciilcüld lll) '/, '^ries. — Paris !2« '', Vrief. Etaatsschüldverschr.il'iingen zu 5'/. 73'/,-73'/, dctto .. 4'/.'/. V2 Vruiidelitl.i^-Oblig. N, Oess.l. zu /i '/, 75 75 '/, detto aü^lirr Krl,'!i>^iid/l 5 7« tttt 72 Glog.zniher >Il'lig. m. R, z» 5 7, t»l '/, —!2 Oedelll'iNz^r drllo detto „ ü 7, sN'/,-Ul Peüher ictto detiu „ 4'/« !)2-!>2',. Mailänder detto detto „ 4 7. 58'/. - 8l» Let!lris-«nlcht» vom Jahre lK34 !i2!» 2:U> d,tto drtlo 183» «ll> lltt/. d,ts» zn 2 '^, 7, ü^ '/,--54 B«»f-Mi',l pr. Siü^ (ohne Bczugsrccht) tt32 9!i4 Osfompt^'anl'Vlltirü 88-88 V, Mtl.» tcr f. s. priu. östtrr. Staats' (zislnl'ahü.^ftllschast j» 2«><1 st, orcr 5U0 ssr. ' 342 '/,- 342 7^ ?.'mdbah» ' ?Ikt,s„ 2U5 '/, -205 7. BuiM'tia^iuj-^mmldilsr 2^5—2>7 Prrßl'urg^tyr». (iisolb. l. Eüiissil,'» 18^20 slltl' 2. „ mil Pvi.'rit 2.1—30 Dampschiss'Mt!,!! .'3>u 52" tel!.' des VIc'vt' 400-405 i.r'Da»!ps»»,l),'«Iticn ^ 0-lUl P.sther K.ttt»brück.!!- ^llticii 52- 54 Llo^ Pri.'r. Ol'l'g. (,',, Sill'cr) ü 7. 8« - 90 !)ioldbayü detw 5 7. 7tt'/,-77 7, G!rM»ihcr d.,, 5»"/, 76-77 Conil, < 3il!!l>sy^,l!e 13 7. - ^ (i!^rh.,zy 40 st, ?cs, 74-74'/, W!»d!,ch>,r>^^.'ss 23 23 '/. Wa!dstc»,',chc « 25-25',, K.gi.vich'fchs ^ iv 7,-107. Fürst Salm „ 4<)—40 7. <2t. ^„,,,'irs ., XU',,—40 P-'ls») ., 40-40'/. . ^t, t. vollwichtig. Dusatrü-VI.jil' lü 7,-- l5 7. Telegraphischer K»«rs » Vericht der Etaatspapiele vom 5. Dezember 1855 Gtaat^chiildUlrschreibimgel! . z» 5pllt. sl. in l5M. 73!»/!tt dctto aus der Nalio»al-A»l,ihc z» 5 7» st. >u liM. 77 l/.^ dctto .......4 >/2 ., . l 3 8 Vf. 2 Monat, «ugSl'ura,, für l<„' dulden (iur. Gulc>. l > 0 .l/4 Äs. llsc. Vcrliü, sin l U preußische Thaler l5l) l/4 2Ui,'»at. Franlsurt a. M. lsiir l2(i st. sul>d. !^cr- ,i»S-Währ. im 24 1/2 st. ,niß, Guld.) 10U t/« As. 3 Mmia'. Hamburg, siir !'U» M.nf Banco, («uld.u 8l l/4 '^s. 2 ^ionat. üoiido». sur l ^,'ilud Stell»!^, !ul0c„ «0-4» 3 Mo:>a . Mailond, fur 30l» Orst.rr, i!ire. <5»nld.n l l0 5/6 2 !)>«oua>. M.>rs.'ille. für 300 ^ranft!!,G»>d>» 1^8 l/4 Vs. '.i Moual Paris, ,ur ^«<» ss. vollw. M»nj-Ducat,n . 15 7/8 pr. lirnt. Agio. Gold? uud Sillill-Kurse vom 4. Dezember 1855. Ärics. Gcld. ^tais. Münz-Dusaten Al,,'o .... 153/4 151/2 bctto Rand- detto „ .... 15 1>4 15 Na^olcoüS>or „ .... 8.39 63? Eouvrainsd'or „ .... <5.t,k»l an glöß<'«n und kleinern Olt^n solioe nnd thätige Agcolvn. Kaufln^inisch^' Kcnntniss.' sind „icht erflildcr,' lich, d^igcgl'n ausgl'brcill'te Bekanntschaften schr zlvsckdicnüch und b<'l!cl).'n sich Reflektanten mit Angabe ihicl Referenzen unter »W. s). Nmnberg" sl-aiico zu melden. 3- 980. (4) ll»». 5,<» «) i>i«. v<„> inii- !<»t' cl!en,l5l:l,em XVc^« „nlür^ul-I^ »nll «us. il,lll!! , <: llurcl, s, llic? Hs«:l)ncl<:ln nucl, ein l»»»»»e>»lVl»«'L'e< un<1 »>>-!>ul1ei,8<:l!r5 crruic!,» ^vurclo , ci»5 icli n <> c k !!> l!! n ' !! ll u r ii l) « r ^ « IN 2 e l» l u ll 15 r si! l> l u « ß , e ll s e n, ^» < u ll l 5 nll«..>>lisl clcr ^Vulll-neil. ßemüzz >Z^. <^««>>»v«<,ne>,, k<>n Kr<'i«-l>nv5i!ill5 in N u n ^ ! » ll. ") ^lil.t, voll-Ällo'ß iu Lnidücl, l^i ^>«l» «.»«»«III „,:>m Feldinxrschall Nadthky." Z. l858. (l) ' . Einladung znr Pränn mcration ^cden"2^7r7ch^t^ '"l das ^A^^Z"^^ ^"WW Illustrirtr Familienbuch!^'^^i ^ ' ^ > Hefte» verbindlich, l i^_________^.______ ,, .^ ,','>' 'ch < l en Ichr^ang. ' Es wiid il„al.'lässia, das schöi,e Ziel v^rf^lqe,,, alles Unedle u,,^ Mitt^Iinäsü^e, ?lll.-3 was vom voi iib/n^u->ch,i,dc!' Zeirgrist eii^i, ali^eübückllchrti Weith empfäiigt, si>nc» Spaltn feiü zu l)Hlt^i> und d,»«, ll'el-ch^stin ^i^i^i! ei« Oi'^a» st«'diigei,,'! Il'uerh^lnl»^ inid Bslchl'ung sein. Allch di.'snnal ist ohne ii'^od eine Pl'eis.>rhöhm,g ^ei Terr r'eiiii^hit w^den, indein liliter ^citluig d^s ilihmlichst bek>nn»ten Dl'. Lei'in S ch l'l cki» g eine liler. rrit. M^nat^ldelftcht bei^e^eben wild. Außerdem hat sich aber die Direktion des öst^rr. Lloyd entschlösset,, allen Abonnent,»», welche von dics.'>n 6. I^h-gang ai, sich ,^nl Al,'!,al)>ne dci nächst,!, 36 ^iefelliügen veibilldiich machen, cinc große wcrthvollc StahlNichprämic nach Ve> h.'>)d e » 5 Picisgeinäldc (3000 F,a»ls) s. Z. gratis z>» l'!b''!.qrb,!!. In Laib ach nimmt darauf Piaiilimelation an Iohan» Giontini. 3, >«!,, (3) Omladung zur Thellnahnle an der gsoßkn nnd rcicl) ansglstaltel»n, von Ioh. E. So then in Wieu geleiteten deren Ziehung unwiderrnsiich tt»zK HH. IDV»V«»RK»S2 R8KK i» N3ieu erfolgt. Die Gewinne hierbei besichcn ans dcn w^lthoolisten »"d schönstm Gcstenstandcn, im mindesten Werthe von 4«l»«M ft. G. M. wovon mehrere bei der Loudo»er - Hndustric-Allöstellunss allqelncine, wohlverdiente Gllvllnderung erregt haboi, daher sie gcivis; snr Ied.'lm,nn ci,^ ho list 'vlM'chenswel'thc 3lcquisition waren. Daül «ios kostl-t H fl. <3. M. Da ditse Lottelic nur die gcimge An,^il'l von 8tt«tt ^'o!en enthalt, so dürfte anzunehmen sein, daß selbe in rUszester Zeit vergriffen scin werden. Lose, so wie die lesenswerche Beschreibung d^. Kuni? - Effekten sind zu haben in Laibach del'm geferliqten Handelsmanne, ber auch die Lose der große,. Kl'ssen« Lotterie für die Ziehung vom II. Jänner v.lkaust. Hand Wirth schaftlich es. Die licu eingerichtete, mit 1. Oktober l. I. in Betrieb kommende Fabrik von Ackerbau - Geräthcn und Maschinen auf dcm Eisenwerke zu H o hen maul hen in Untcrfteier, empfiehlt lhrc . Göpel- und Handdreschmaschinen, ! Hcchscl-, Gcttcidc-Rcinigttltsss- nnd Schrot-Maschinen, sowie sonftlge zum Betriede der ^andwirthschaft angewendete Ä.'aschinen und Gerälhe, nach den neuesten engllschen Modellen aus bestem Material eräugt. Ferner werden angefertigt: adgcdredte Kal^'ch' und Lastachsen Mll Büchsen und Stößel, Z ugm eyer'sche und andere eiserne Pflüge u. s. w- Auf Briefe und Bestellungen, franko erd.ten, wird der PrelS- Courant ertheilt. «#©/#. JEv. Wutscher. Z. l5!4. (!0) Hand Wirth schaftliches. Die neu eingerichtete, mit 1. Oktober l. I. in Betrieb kommende Fabrik von Ackerbau - Gerathen und Maschinen auf dem Eisenwerke zu H o hen maul hen in Untcrsteier, empfiehlt ihre . Göpel- und Handdreschmaschmen, ! Hcchstl-, Getreide-RcimgMtB- und Schrot-Maschmen, sowie sonstige zum Betriebe der ^andwirthschaft angewendete Maschinen und Geralhe, nach de,^ neuesten englischen Modellen aus bestem Material eräugt. Ferner werden angefertigt: adgcdredte Kalcsch- und Last-achl'en Mll Büchsen und Stößel, Z ugm eyer'sche und andere eiserne Pflüge u. s. w- Auf Briefe und Bestellungen, franko erd.ten, wird der PrelS- Courant ertheilt.