lnr Annst, Wissenschaft und geselliges Leben. Redigier von Franz Hermann von Hermannsthal. 2^, V^.22N'V-2.3f<2» ^7 Hi Freitag am K^. Septeinber I.84Ä. HK^^" Von dieser?e>is,Dr!il erie!>e,»e» ,vön,e„lt«t! zwei Nlunimrrn, ,edcs Mal ein halber Vonen. Der Vre,s des Blattes ili in ?aiback aaniiahrian, Mädchenrache. Elovischcs Volkslied. Vrauer kommen Hand in Hand Zwölf fröhliche Gemüther; Franz nininil die Geiae «»n der Wand, Und Hanns singt zu der Cither: «Der Mädchen h»b' ich dreimal drei, „Kuß' jedes auf die A5onge; „Doch keinem bleibe ich getreu, „Und seines lieb' ich lange." Die Burschen brachten Dieses warn. Den Mädchen zu den Ohren, Und Alle hatten ohn' Erbarm' Eich gegen Hanns verschworen. Denn wie er endlich freit, da will — Er mußte sich wohl schämen! — Zur Strafe für sein Gaukelspiel Ihn Zar sein Mädchen nehmen. Sie geben wohl bald am Altai De» Schwur zu,» Eh'slandsbunde, Nur für den losen Iunaen war Kein Mädchen in der Runde. Da sitzt der schmucke Hanns zu Haus Recht nach des Inmanns N>ise! Er lehrt sich selbst das Zimmer aus, Und locht sich selbst die Speise. Bern. T o m sch ! t sch. Skizzen aus Krai». l. Der laibacher Morast und seine Entsum- pfung. Von Michael Heinto. Herr Franz Graf von Hochenwart sagt in seinen schätzbaren „Beiträgen zur Naturgeschichte, Landwirih- schaft und Topographie des Herzogihums Kram" in Be­ ziehung auf dasselbe unter Andern, folgende beherzigens- werrhen Worte: »Krain, dieses an Naturproducten so reiche Land, ver­ dient dem Publicum besser bekannt zu sein. Reisende, die uns besuchen, die das Landesmuseum in Laibach näher be­ trachten, welche die Eigenheiten des Landes berücksichtigen, die Naturmerkwürdigkeiten wohl gar an Ort und Stelle besehen, unheilen sehr' vortheilhafc über Krain." Diese Worte des erwähnten hochgestellten und hoch­ verdienten Vaterlandsfreundes, dessen Namen jeder Krai- ner mit Hochachtung nennt, sind e3, welche mir den Im­ puls gaben, mich auch meinerseits an die Darstellung ei­ niger dieser Merkwürdigkeiten und Eigenthümlichkeiten un­ seres Vaterlandes zu machen, und den Lesern dieses Blat­ tes nach und nach eine Reihe von „Skizzen- aus mei­ ner patriotischen Schriftemasche vorzulegen, um so auf meine Weise und nach meinen Kräften zur Verbreitung genauerer Kenntnis; dieses so vielseitig interessanten Landes beizutragen. Mögen nun diese „Skizzen" freundlich hin­ genommen werden, und möge es ihnen gelingen, Vater­ landsfreunde, welche, nach Maßgabe ihrer Stellung, in der Lage sind, entweder ähnlichen Arbeiten sich zu wid­ men, oder Bestrebungen dieser Art durch geeignete Mit­ theilungen von Aufschlüßcn, ,Nolizen und Materialien was immer für einer Gattung, zu unterstützen, für diese schone, der thätigsten Theilnahme würdige Sache zu gewinnen! Ich beginne nun diese „Skizzen" mit einem sehr wich­ tigen und bedeutsamen Gegenstande, indem ich mir zuerst eine Darstellung des laibacher Morastes und der Geschichte seiner Entsumpfung, wie ich sie der Tendenz dieses Blat­ tes und der Rücksicht auf den zu Gebot stehenden Raum nicht unangemessen halte, zur Aufgabe mache, wobei ich vor Allem dankbar bekenne, zu diesem Zwecke nicht nur die »Entsumpfung des laibacher Morastes" von Herrn Franz Grafen von Hochenwart, Laibach, gedruckt bei Joseph Vlasnik, 4 838, benützt, sondern auch von einigen andern Seiten sehr willkommene Daten erhalten zu haben, wo­ durch es woglich wurde, den Gegenstand nach verschiedenen Seiten hin zu beleuchten. In der Richtung nach Süden und Südosten von Lai° dach bilden die Gebirgsketten einen in zwei Flügel abge- theilten Kessel, welcher, im Flächeninhalte von drei Qua- dratmeilen, den laibacher Morast einschließt. Ein und fünf­ zig theils größere Bäche, theils kleinere Gewässer strömen H58 dem Moraste zu, und ergießen sich zum Theile in den Lai­ bachstuß, oder versickern im Moorgrunde. Dieser ganze be­ deutende Wasserbehälter hat seine Abdachung gegen die Stadt Laibach zu, und keinen andern Abzug, als durch den die Stadt mitten durchschneidenden Laioachfiuß. Der Fluß, den ganzen Morast durchziehend, hatce ehemals von ftinem Ursprünge bei Oberlaibach bis zur Stadt Laibach in einer Strecke von 14,300 Klaftern nicht mehr als 2^ 10" 9" Fall, und wurde in der Stadt selbst von einer Breite von 23 bis 30 Klaftern zwischen den Gebäuden bis auf i« Klafter zusammengedrängt, während die an den Schloßberg gelehnte Stadt, wie eine Schleuß« zwischen der hier sich verengenden Gebirgskette am Fluße stehend, die Morastfläche von der gegen den Sauestrom sich aus­ breitenden 2 1/2 Meilen langen und 3/4 Meilen breiten Ebene, das laibacher Feld genannt, scheidet. Diese letzlere Ebene zeigt durchgeheüds bis nahe an die Stadt eine zwei bis vier Klafter hohe Aufschichtung von reinem Schotter, wie solcher noch jetzt das Flußbett der Saoe bildet, wogegen das Morastthal jenseits der Scadt aus Torf und Moorgrund besteht, in welchem sich die mit Dorfern besetzten Hügel dwlu» !ir<-zl>i>oll, >>e»!ie, Ku3l.',i»ou«!>, biliös, dann einige andern kleineren, als In­ seln erheben. Es unterliegt kaum einem Zweifel, daß, wie die Be­ schaffenheit des Bodens zeigt, vor undenklicher Zeit der Savestrom, der jetzt 1/2 Meile weit entfernt ist, ganz nahe an der Stelle, wo jetzt die Stadt Laibach steht, vor­ beigeflossen sein müsse. Eben dadurch gewinnt auch die Meinung des Naturforschers Haquet, die ganze Morast- fiäche sei einst ein See gewesen, und habe dann durch die Oeffnung der Bergketten am jetzigen Standorte der Stadt den Abfluß bekommen, an Wahrscheinlichkeit. Denn das Zurückziehen des Savestromes dürfte durch eben jene große Elemencarrevolution bewirkt worden sein, durch wel­ che das Wasser des Sees den Kessel der Gebirge durch­ brach, und den Abfluß mittels des Laibachstußes erhielt. Die Meinung, daß der Abfluß jenes Sees plötzlich her­ beigeführt worden sein müsse, wird dadurch bestärkt, daß man im Moraste mehre Schuh tief unter der Oberfläche eine große Menge abgestockter Eichbäume vorfand, daher nach dem See ein Wald die nachherigc Morastfiäche be­ deckt haben muß. Da aber späterhin die große Masse Wassers durch den einzigen engen Durchschnitt bei Laibach nicht abfließen konnte, so war es natürlich, daß es bei starken Regen­ güssen, die sich häufig ergaben, die ganze Fläche gleich einem See überschwemmte. Dazu kam der Umstand, daß die Ufer des Laibachstusses, an welchen viele Eichbäume, wahrscheinlich Reste jenes Waldes, noch in neuer Zeit wuchsen, über die Morastfläche bedeutend erhöht waren, daher das Wasser bei Ueberschwemmungen wohl hinüber, nicht aber wieder zurück in den Fluß kommen konnte. Die Erbauung der Stadt an der engsten Stelle des einzigen Abfiußes wirkte endlich vollends nachtheilig ein. Hieraus geht nun hervor, daß die Lage der Scadt Laibach in frühe­ rer Zeit nicht sehr günstig und der Gesundheit zuträglich gewesen sein müsse, und Ueberschwemmungen nicht zu Sel- tenheiten gehören konnten. So bringt Valvasor im XI. Buche der ?Ehre des Herzogihums Krain" die Nachricht, daß in den Jahren 1190, 153? und 1589 die Stadt auf solch' ungeheure Weise überschwemmt war, daß man in den Strassen mit Schiffen fuhr, und das Wasser bei den Fen­ stern in die Häuser rann. Uns, den jetzt Lebenden, ist zwar ein derlei Ereigniß nicht erinnerlich, wohl aber haben wir öfters — was unsere Nachkommen wohl nicht mehr er­ leben dürften — die am tiefsten gelegenen Plätze der Stadt bei länger anhaltendem Regen mit de» zu solcher Zeit schmu­ tzig gelben Wogen des Lawachflußes bedeckt- gesehen. Der Morast war einst fast durchgehend!, mit einem 1 bis 2 Schuh hohen filzigen Moose — ü>>>>!,^,iu>,! oH-mdif«. I>„!» — dicht überzogen, welches auf Schichten von Torf, schwarzer, mit Wasser gesattigcer Moorerde und weißen,, grauem oder gelblichem Thone ruhete. Einzelne Stellen dieses verfilzten Mooses schwammen unmittelbar auf dem Wasser, und verursachten dem darüber schreitenden uner­ fahrenen Neuling unier den Jägern — die in der Vor­ zeit die einzigen Nutznießer des Morastes waren — kein geringes Grauen, wenn seine Füße den Boden eindrückten, und er bis an die Waden einsank, während sich dazwischen eine Blase aufblähete, und dieses bei jedem Schritte sich wiederholte. Andere Strecken waren mit kleinen Fichten, Fohren, Eschen, Birken und anderem nieder» Holze dicht bewachsen, welches zwischen seinen Wurzeln das Wasser aufhielt, so wie es auch hie und da an großen Maßen Schilf nicht gebrach. Ferner gab es weite Strecken von schwarzem, ganz mit Wasser durchweichten Torf, dessen Oberfläche am Sonnenlichte metallgelb und blauroth schil­ lerte; dazwischen wuchsen einzelne Grasdüschel hervor, auf welche der Jäger treten mußte, widrigenfalls er bis an d,e Lenden in den Schlamm sank. Das Gefährlichste aber wa^ ren die mit dem oben besagten Moose ganz bedeckten, theils auch mit Schilf umwachsenen, 2 bis 10 Klafter im Durchmesser haltenden, senkrecht aufsteigenden Quellen, mitunter von mehren Klaftern Tiefe, Seefenster genannt, aus welchen keine Rettung für den Versunkenen möglich war. (Fortsetzung folgt.) Charlotte. Erzählung v»n E. Reball. (Beschluß.) Edward fand nicht Worte, um ihre quälende See- lenangst zu beschwichtigen, er war selbst trostlos, indem eine dumpfe Ahnung, wie eine Gewitterwolke, in seinem Innern heraufzog. Die zerrißenen Stränge wurden zusammengeknüpft, und bald setzte sich der Wagen wieder in Bewegung, doch mit einer Vorsicht, die Edward's Gefühlen widerstrebte, welche ihn vielmehr zur größten Eile drängten. Sir Edward's Wagen hatte nun das Plateau er­ reicht, von wo aus der Weg sich abwärts nach Oneglia ganz nahe an dem Seegestade schlängelt.