LMllcherWMtllng< Nr. 131 Pränumeilltionsprei«: Im Comptoir ganzj. N. 11, b>'.I5j. !l. 5.5>«. stur die.Zustellung >n« H°u« h»ll>i.5uli. MitbeiPostgauzj.ss.l5.haIbI.fi.7.50. Samstag, l2. Juni !)ns«rtl onsgedühr di«i0 Zeilen: lmal So ll., «m.80ll., 3m. 1st.: lonst pr. ^cile lm. «lr.< Lm. «lr., 3M. lull. u.s. >v. Ii,itU'l!o!isste»i;'el iedcöm. Nü N. 1869. Nichtamtlicher Theil. Pllllllliicnllmschc Krisis in London. Die „Englische Corr." spricht von einer bevorstehenden parlamentarischen Krisis in London. Als Anlaß hiezu erscheinen ihr die Vorgänge, die in den auf einander folgenden Versammlungen conscrvativcr Lords in Chesterfield Honsc nnd beim Herzog von Marlbourongh stattgcfnndcn haben nnd ans denen hervorgehe, daß die Opposition im Obcrhansc den Antrag ans zweite Lesung derKirchcnbill aufs entschiedenste bekämpfen werde. Hauptredner für die Verhinderung der zweiten Lesung der Bill waren Lord LairnS und Earl Derby, während der Marquis of Salisbury uud der Earl of Caernarvon einer Amcndirung der Vill das Wort redeten. Die Tory-blatter gcbcrden sich nun sehr zuversichtlich und reden bereits von einer ttO Stimmen starten Majorität gegen die Vorlage, und es geschieht auch das möglichste, nm den etwa noch zagenden Lords Muth zu machen. Der hochkirchliche Clerns veranstaltet in Irland wie in England möglichst viele Meetings gegen die Kirchcnbill; die dort geführte energische Sprache wird von den beiden hauptorgancn der conscrvativen Partei, dem „Morning herald" und „Standard," getreulich mit dem Bemerken wiedergegeben, jeder Conservative müsse mit dem Haupt-corps der Partei stehen oder fallen. Seltsamer Weife lehnen aber beide Toryblättcr jede weitere Verantwortlichkeit von sich ab, limzlifiiacud, daß dic Lords, welche die Opposition m dicsc Vahu gesteuert, ohne Zweifel Alles genau überlegt nnd sich überzeugt hatten, daß dieser Ausweg für die Partei der bcstc sei. Augcsichts solcher Vedcnklichkeiten im Schooßc der Partei dürfte daher um so weniger mit Bestimmtheit auf die Ausführung dieses Entschlusses oder das Gelingen des Vcrwerfungs-^anovers zu rechnen fein, als die üblen Folgen einer ienn'tigci! Krisis, Ruhestörungen in vielen Theilen des Landes, wie sie 1832 uud später vorkamen, noch unvergessen sind. Der entscheidende Wurf fällt erst am 14. d. M. Bis dahin kann noch mancher Zwischcnfall die Constellation ändern, indessen mittlerweile ergeht man sich in allen möglichen Spccnlntionen über die verschiedenen Schritte, welche die Regierung thnn könnte. Sollten die ^ords hartnäckig bleiben, so könnte mau znnächst an line Anflösung des Parlaments denken, wenn nicht gc-lade erst durch eine allgemeine Neuwahl über dic erör-lerlc Frage entschieden worden wäre. Sodann könnte bas Unterhaus eine VcrtraucnSadrcssc für daS Mini-slerium an dic Krone richten, den von dem Obcrhausc gethanen Schritt beklagen uud die Bill bis znm kom-senden Jahre ruhcu lasftu. Dagegen spricht indessen die Erwägung, daß alsdann das Land ein ganzes Jahr lang der Aufregung und Agitatiou zum Opfer würde. Noch könnte das Ministerium abdanken, das hieße jedoch an Stelle der einen Verlegenheit eine andere, nichl minder große setzen, denn wenn ein Premier mit 120 Stimmen Majorität nicht regieren kann, wer soll dann die Zügel in die Hände nehmen? Schließlich bleibt noch ein Mittelweg übrig. Mau könnte das Parlament schleunigst vertagen und Ende Juli eine neue Session beginnen lassen, in welcher die Bill abermals durch das Untcrhans an daö Oberhaus ging. Auf diesem Wege, mit dem Pccrsschub als ultimo ratio im Rückhalte, rechnet man im liberalen L^ger den Peers am besten beikommcn zu könucn. Die liberalen Blätter haben sämmtlich diesen Plan im Auge. Ernst und entschieden redet die „Times" de» erblichen Gesetzgebern ins Gewissen, daß ihre Motive nnd Argumente ohne Boden nnd ihr Widerstand ohnmächtig sei, nimmt aber daö Durchgehen der Vorlage, wenn nicht jetzt, so doch in zwei Monaten als sicher au, Dic „Moruing-Post" ist ebenfalls der Ansicht, daß der Kampf im Obcrhaufe deu Triumph der Bill höchstcus verzögern, aber nicht verhindern könne. „Daily News" hält cs noch für sehr möglich, daß die Bill jetzt mit Majorität über die zweite Lesung hinausrücken werde, nnd dcutct im anderen Falle auf die Wahrscheinlichkeit hin, daß man sich demnächst mit der Stellung des Oberhauses näher beschäftigen werde. Der „Daily Telegraph" hält au seiner früher schon geäußerten Ueberzeugung fest. daß die Verwerfung der Vorlage vielleicht ucrsucht. aber uicht augcnommen werde, uud sieht, wie mau zwi' scheu den Zeilen liest, iu dem Siege der entschiedenen Tories eher eine Scheiuconccssion ihrer politischen Freunde alö etwas anderes. Nclicr die Unruhen in Paris, die am 7. d. M. Abends „ach dem Bekanntwerden dc>? ScrntininmS stattfanden, schreibt man der „Pr." von dort nntcrm 8. d. M.: „Bedeutend waren dicsc Unruhen keinesfalls, deuu sie gcnirtcn die Bouluardbörsc uicht, dic Rente um 25 Centimes steigen zu lassen. Zuerst wurdc die Wahl Ferry's bekannt; als er sich nach der Redaction des Temps begab, wurdc ihm eine Ovation dargebracht. In der Wohnung Bcrryer's tagte das Comit'' Thiers'; als ich dort vor sechs Uhr Abends anfragte, war dic Wahl des von Nouhcr so sehr Gcfürchtcteu bereits gesichert. Abends erschien ThicrS dort selbst; Dufaurc hielt eine begeisterte, gcmüth-vollc Ausprachc, worin cr das allgemeine Wahlrecht pries, welches dic Ausschließung dcs besten Bürgers Frankreichs nicht gestattet habe. Thiers, zu Thränen gerührt, schwor, sich als rechtschaffener Bürger zu benehmen. Abends war sein Hotel auf dem Platze St. Ocorgcö von Tausenden besucht, dic zu Wagen und zu Fnß, darunter Blonsenmanncr, gekommen waren. Das „Rappel" wird in der Rue dc Faubourg Montc-martre gedruckt, iu dersclbcu Anstalt, wo auch La France das Licht dcr Welt erblickt- unmittelbar gegenüber befindet sich daS Rcdactious-Vnrcau. Am 24. Mai hatte die Redaction dcS „Rappel" beleuchtet; diesmal selbstverständlich nicht; nnr die Gasflammen machten die blntrolhc Ankündigungstafcl dcs Glattes erkennbar. Die Polizei sänbcrtc den Hof dcr Drnckcrci; bei dieser Gelegenheit wnrdc auch eiue Extranummer mit Beschlag belegt. Um halb zehn Uhr kam ein Trupp Stndcnten dnrch die Rnc Vivicunc nach dem Faubourg Montmartre ge;ogcu, viv« lioc'iml'm't,, ü !>N8 .Iniu« l^n'rc! schreiend. Als nm elf Uhr die AnSrufungcu und Tumulte auf dem Boulevard Moutmartre, dem unmittelbaren Nachbar dcs eleganten Boulevard Italien, kein Endc nahmen, schritt dic Poli;ei mit den beliebten Chargen, d. h, mit Faust-Operationen, in kleinen, dichten Colonncu vorrückend, ein uud ließ die Kaffeehäuser schließen. Die Rochcfoi listen beschuldigten die Jules Favreia-ner, die Druckerei dc5 ..Rappel" schädigen zu wollen. Offenbar war dies nnr ein leerer Porwand, um den Tumult fortsetzen zu können. Mehrere Gruppen von Succiakelmachcru halten sich uach dcr Rue Vivicnne gcwoifen; durt wurden dicsclbcn von einer starken Abtheilung Sergeants abgeschnitten. Um halb 1 Uhr Nachts war dic Ruhe vollkommen hergestellt. Ziemlich zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Das Quartier Latin blieb ziemlich ruhig, von Zeit zu Zeit Pfiffe, knr;c Charivaris; in, Quartier Mouffctard erhob sich eine lilutigc Prügelei, die Thäter wrrden arre^ tirt. Cin Austräger, wclchcr das „Rappel" auf dcr Straße feilbot, wurde urrctirt, vom Volte freigemacht, als er jedoch durchrutschen wollte, von den Scrgcantcn abermals f^stgeiiomm^ü. Als die Chargen auf den Bc'U-lcuardö lllSgingcu, sagte cin beleibter, friedlicher Bourgeois: „Merkwürdig! Die Wähler schlagen dic Regie« rnng^im Scruti,,; die Rcaicnilia laßt die Wähler auf dcr Straße schlagen," „D.,s lctztc Hcft dcr „L^tcrnc", schrie cin zerlumpter Kerl; als cr nrretirt werden sollte, zcigtc sich, daß cr nur da5 vor Monalcn iu Pc>. riS dcbitirtc Hcft feilbot uud dic Käufer täuschen wollte. „Man verhafte den Gcttügcr" , schrie das Volk. Die Sergeants erwiederten, dazu halten sie kein Recht, die Pariser Hefte seien frei; Brüsseler Hcfte habe dcr Mann nicht ausgcbotcu. Iu» lcs Favrc war nach Rucil auf seine kleine Villa gefahren; mau versichert, cr selbst habe an das Durch-dringcn Rochcfort'S geglaubt. Dcn Umschwung hat, die Bourgeoisie nach unendlichen Anstrengungen uud Bcre-duugen bewirkt. Paris wollte den Kaiser durch Olli- Lncroma nls Curort. Wer kcuut nicht das niedliche, mit tropischen Ge- ^cichscn übersatte Eiland? Wessen Scclc wird nicht von wehmüthigen, mitleidsvollen Erinnerungen an den un- Mcklichcn Helden von Qucrctaro, an den edlen, den har- len Schicksalsschlägcn crlcgcucu habsbnrgischcn Prinzen s^vegt, wenn er den Namen der kleinen Insel hört? ^croma und Miramar, welche Gegensätze zu Quere- ! ^o uud Mexico! Hier Leiden und Entbchrnngen. Vcr- ^th und Hinterlist, dort im Vollgcnnssc dcs Glückes "erlebte Stunden und freilich unerfüllt gebliebene Iu- Undträuuie, denen vielleicht ein unersättlicher Ehrgeiz znm ! Grunde lag, welcher später die Qucllc dcs Verderbens ^ ,,kldcn sollte! In Miramar nnd Lacroma hat Ma^imi' !!°n sich cin unvergängliches Denkmal gcsetzt. Möge auch ^ Zukunft den Launen dcs ZnfallS freies Spiel gc- ^hrcn. mögen Lacroma uud Miramar ihre Eigenthümer 'M öfter wechfcln, immerhin wird dcr Nachwelt das An- ^'kcn an dic HerzenSgabcn und seltenen Gcistcsvorzügc ^ Schöpses der östericichischcn Seemacht an diesc bci- ^ Namcn knüpfen. z Der Umstand, daß Lacroma nunmehr vom Hof-3" definitiv verkauft wurde und iu dcn Besitz dcS T^nitätslieutenanis v. Dumiöici übergegangen ist, verfaßt uns hentc über diese kleine Insel zn sprechen und '°lvohl die Aufmerksamkeit des Besitzers a!S jene des ""blicums auf die vorzügliche Eignung derselben zum Cur- und Badeorte zu lcnkcn. Daß das milde südliche Sceclima bci Heilung von Brust- uud Luugenkrankhcitcn eine wichtige Rolle spielt, darüber sind alle mcdicinischcn Autoritäten einig. Die Seeluft übt wichtige therapeutische Wirkungen und wird von erfahrenen Aerzten dort cmpfoh' lcn, wo cs sich darum handelt, dic im Sinken begriffene Lebenskraft zu erhöhen. Wenngleich dic Vchanptung dcr Allen, daß cs kcinc Krankheit gäbe, die das Mcrwasscr nicht zn heilen vermag, nicht vollkommen begründet ist, und EnripidcS, welcher demselben die Macht zuschrieb, daß cs allc menschlichen Uebel wegzuspülen im Stande sei, Unrecht behielt, hat man im ^'aufc dcr Zeit dennoch die Erfahrung gemacht, daß sowohl die Sccluft als das Scewasser wirksame Heilmittel bilden. Dcr Anfcnthalt von mit gewissen Krankheiten behafteten Patienten auf dcn Inseln, in den Seestädten und in dcn dcm Mccrc nahegelegenen Wohnungen hat ans ihren Zustand günstige Wirtnng geübt, und was bci Brustkranken die Arznci-knnst vergebens anstrebte, erwirkte das milde Elima. die feuchte Seeluft. Diesem llmstandc ist cs zuzuschreiben, daß un Interesse dcr lcidcudcn Menschheit eine nicht nn bedeutende Zahl von Cururtcu nnd Sccheilanstaltcn cnt-stand, dic aber wegen ihrer Entfernung und daher ihrcr Kostspieligkeit sür dcn weniger Bemittelten uicht zugänglich sind. Merkwürdigerweise wurdc man crst in neuester Zeit auf das adriatischc Meer aufmerksam und faud. daß'mit Acrücksichtigung aller Elemente, welche zur Bildung eines gesunden Climas erfordert werden, jenes dcr Adria zu dcu gemäßigtesten Europas gehört und einige Inseln und Küstcnstädte sich zu Aufcuthaltsortcu sür Brust- und Lungcukrankc vorzüglich eignen. Dic Witternngsbcobach- tungcn lehren, daß im adriatischcn Mccrc Feuchtigkeit uud Trockenheit, Kälte uud Wärmc im richtigen Ebenmaße stehen und plötzliche meteorologische Störuugcu zu dcn Seltenheiten gehören. DaS Aufblühen uud das Gedeihen der animalischen und vegetabilischen Productc an dem Küstcusaumc liefert dcn Äcwcis von dcn günstigen Einflüssen, wclchc dic mildc Sccluft dcr Adria übl. Rasche, für den Kranlcn gefährliche Tcmpcratnrübcrgängc der Atmosphäre kommen in dcr untcrn Adria fast gar niemals vor; dic Thcrmumctcrdisfcrcnzcn treten allmälig ciu und sind stets normal. Dic beständigen, leichten Lnftzügc halten die Atmosphäre dcS adriatischcn Meeres auch im Sommer in einer steten Bewegung, begünstigen ans dicsc Weisc dic Zerstreuung dcr schädlichen Dünste uud erhalten jene Reinheit, dic das Charakteristische eines gesunden Klimas bildet. Dcm Professor Ungcr gebührt das Verdienst, zuerst auf die Wichtigkeit dcs adriatischcn Klimas hingewiesen zu habcu, uud scincr Thätigl'cit ist cs zu verdau» kcu, daß der UutcrnchmungSgcist augcrcgt wurdc und ciuc Atticugcscllschaft sich bildete, wclchc die Errichtung ciucr Kuranstalt zu Lcsina ins Augc faßte. Die Wahl ciucs Kurortes erfordert große Vorsicht, denn selbst iu gesunden Climatcu kann nicht jeder Hafen, jcdcr Strand dcm Kranken znsagcn. Wir haben bcrcits im Juli v.J. iu dcr „Tr. Zla.." uuscrc Bcdcnkcu gcgcu die von Pi^o-fcssor Ungcr cmpfohlcnc Wahl dcr Insel Lcsina als Anf-enlhaltSort für Brusllcidcndc ausgcsftrochcn. Lissa und insbesondere der Ort Comisa verdient in jcdcr Hinsicht nnd hauptsächlich wcgcn dcS Umstandcs, daß es bci weitem nicht so schr wic Lcsina dcn Einflüsscn dcs Conti-nentalklimas ausgesetzt ist, diesem letzteren Orte gegen- 982 liier nicht stärken, durch Nochcfort nicht beschimpfen. Die Politik und die Eandidatenlistc des „Sn'cle" ist vollständig durchgcdruugcn. In 56 Wahlbezirken haben den Dcpartcmcuts-Bcrichtcn zufolge allerdings 28 officielle odcr doch angenchinc Kandidaten gesiegt; lhcilwcisc jedoch niit äußerst geringen Majoritäten." Gejierreich. Wien, !0. Jänner. (Demcnü.) Die „Wr. Nbendposl" schreibt: Die in mchrcren Blättern cnlhal' tencn Gtlüchte von angeblichen Differenzen zwischen einigen Vtitgliedern dcs Allerhöchste» KVnscrhauscs und dem KriegSministcrium entbehren mit all.» daran qc< knüpftcn Bcluntungcn jeder thatsächlichen Begründung und si»d daher in ihrem ganzen Umfange schlechthin als Erfindungen zu bezeichnen. VZien, 9. Hum. (Strafhaft wegen poli> tisch er Vergehen.) E>» Blatt bespricht heute die dein ocrhaflcten Wcltpricslcr und Redacttnr dcs „Vaterland", v. Florcncl'utt, zugekommene l)chi),dlichc Ec-öffnung. daß derselbe zur Abbüßung scii'cr ferncrcn 4monatlich>n Kerkerstrafc in die Strafanstalt Snbcn, wohin auch die Social-Demokraten Tubaric und Pfcif fer abgehen sollc», lrauöporiirt werden wird. Der Ar-tilcl nennt dicse Transferiruna c,ncn Act der Rück sichtslosigteit und fugt bci, das; das Ministerium, olinr dessen Zustimmung der Vu'gang »»erklärlich wäre, sich durch diesen Präccdm^sall d^l traurigstc» Art das Zeug n,ß ausgestellt h^be, daß es eine zwecklose Onälcrei politisch Inhafliltei', sei es auch nur ans Indolenz platze greifen läßt. Nich einer uns gcm,chlcu Mittl,ciln«g ist es ganz richtig o^ß dcr wegen des V^brechcns dc> Störung dcr öffcnllichcn Ruhe zu vier Monaten Kcr lcrs verurtheilte Mitarbeiter dcs „Vatcrland", Well-Priester Bernaid v. Florcnconrt, dann Friedrich Pfeiffer, wegen desselben Verbrechens, zn uiei, und Milan Su-balic, wcgcn Vcrbrcchcns der Religionsslmnna zu sieben Monaten Kerkers tm'urtheilt. heute vom Landcsgerichtc in Nicn an die Strafanstalt zu Snde» zur fcrnc-en Straf.,bbüßn»g abgeliefert worden seicn, Die Abscndung erfolgte anf Grund dcs tz 3l^ 5t. P. O., dcmznfolge jedes Slrafuitheil ohne Dazwischciitnnst dcs Staats anwalts von dem Slrafgclicht^, vor welchen» die Pcr-handlnng in erster Instanz stattfand, in Vollzug zu setzen ist, lind auf Glund des Instizmiuistcrial-ErlasseS vom 13. Angnst 18C,tt, Z. 738'.), womit bcstiinmt wurdc, daß die Strafanstalt Subcu zuc gesangliche»! Al'halluiiq nachstchcndcr Kalcgoricn dcr dci den Gcrlchtshösen dc, Odcr^Luudescznichto^Tprcngcl Wien, Graz und Innsbruck wegen Vcrbrcchm v^rurthciltcn männlichen Individuen zu dienen hab>', als: l>) der wegen sogenannter politischer Verbrechen Vcrurlheiltcn; >>) der wegen Verbrechen überhaupt uernrlhcilieu Pcisoncn geistlichen Standes, nnd l') der weg/n Verbrechen, die in teincm gemeinem Triebe wurzeln, zu ein.r mehr als scchs no natlichen Kcrkeistrafe ucrurlliciltcn, den gebildeten Stünden angehörenden Personen, in Betreff welcher cö Mit Vciüctsichtiguug ihrer gewohnten Lebensweise uud ihrer Bildungsstufe billig und sogar duich die Gcrcch-ligteit beringt e,sche,»t, >hl>cn in Bczug cms Verpflegung, die Art ihrer Beschäftigung nnd Arbciten u. f. w. einige Ellcichtcrungcn zuzugeslhcn. Hieraus dürfte sich ergeben, daß bei der Ablieferung der vorgenannten drei Gcfangencu nach Suden von Seite des Laudcsgcrichles N'cht blos nach den bcst.-hcndcn Vorschriften vorgegangen, sondern auch den persönlich,.'!, Verhältnissen der Vernrthcilten nnd den Ursachen ihrer V.rnrlhcilung Rechnung getragen worden, nnd daß diese Transferi-rung wo^l eher einen '.'let hamn.er Rücksichtnahine, a!S einen „Act der Ruchichlclosigkeit" darst lll, Wcilcr folgt hieraus, daß daS Mlnistcriuin anf diese Transsc-rirung keinen Einfluß genommen habe nnd einen sol^ chcn zu »chmen anch nicht in dcr L^a.»-' war, ohne eine» Eingriff in den Wirkungskreis der G. richte zu machen und sich dem Vorwuife auszusetzen, datz es die durch die Staatsgrundgcsche a,ar welche dcr abgehende Jüngling dcr Realschule an derselben gewonnen hat, zu ermögliche». > Die Prüfung zerfällt in eine schriftliche und münd' > lichc; erstere hat aus Aufsätzen in den obligaten Spra< j chcn, aus mathematischen Arbeiten, auS Aufgaben auS der darstellenden Geometrie nnd aus Proben dcr Fertigkeit im Freihandzeichnen zu bestehen, während sich letztere auf die Geographie uud Geschichte, Mathematik, Physik, Ehemic nnd Naturgeschichte zu erstrecken hat. Bei Examinanden, welche bercilS in den oberen drei Classen vollkommen beruhigende Beweise ihrer Fcr< tigkeit im Freihandzeichnen nnd ihres natnrgeschichllichen Wissens geliefert haben, kann nach beiden Richtungen von einer förmlichen Ucbcrprüfnug Umgaug genommen werden, und es wcrdcn daher die Lehrkörper der betrch fendcn Anstalten zugleich ermächtigt, im Einvernehmen mit den bei der Abhaltung dieser Prüfungen intervene rcnden Schulräthcn von Fall zn Fall zn bestimmen, ob dcr Ealcul uns dcr Naturgeschichte und dem Freihand' zeichnen lediglich auf Grundlage dcr iu dcn drei oberen Elafsen an dcn Tag gelegten Leistungen festzusetzen und in das Zeugniß der Reife cinzutragcu oder ob aus diesen beiden Fächern die Prüfnng thatsächlich oorzuneb/ men sei. Oagesnemgkeiten. — (Der Leiter dcr ostasia ti schcn Vxpedi> t i o n), Coutreadmiral Petz, hat an den Ncichskanzler Graf Beust nachstehendes Telegramm gerichtet: Point de Galle, »^. Juni. Ab Saigon, den 24. Mai. Singapore verlasseil dcn 22. April; in Bangkok glücklich angekommen 2l!. April, Verlrag mit Eiam nnterzei'chuct den 17. Mai. Weiterfahrt heute (24. Mai) nach Hongkong. — (Das Verzeichniß dcr im Jahre 166s znm Geschworncnamte für das Preßgericht in Wien berufenen Gemeindemitglieder) mnfaßl i:i76 Personen. Es sind zumeist bekannte Gestalten au« der Wiener Bürgerwelt — darunter anch nicht ein einzig"' Hochadeliger, kein Bankier, keine Finanznotabilität, kew Börseuparvcnu! Hingegen wohlgczähltc 618 Wieuer Haus' Herren und neben ihnen zumeist Gastwirthc, Dachdcck"', Fraguer, Pfaidler, Fleischhauer, Fabrikanten, Aerzte, ^ vocatcu, Kaufleute, Agenten :c. Sobald die IahresUste dcr (^cschwornen an das Landeögericht gelangt ist, werden auö derselben in öffentlicher Sitzung des Schwul vichtshofeö durch das ^oö jeue 3« Geschwornen destuMt» welche in der ersten Session zu fungircn haben. Aus die' sen scchsunddrcißig wcrdcu wieder bei jeder Verhand^il die 12 Geschwornen ausgelost, welche die Jury b^cn-Eine Neclamatwu kann nicht mehr stattfinden, und ^e> maud darf sich, dcn Fall der Krankheit ausgenommen, b" Gcschwurncuvflicht entziehe». — (Ungarische Näudcrchronik.) Der k. 6o>u-missär in Szegedin setzt seine Thätigkeit mit größter Energy fort; bisher hat er ungefähr 180 Verbrechen aus Tageslicht gebracht uud die Verbrecher festnehmen lassen. ^ ist ihm nun anch gelungen, zu beweisen, daß Nozsa Saw dor daö Aufreißen dcr Eisenbahnschienen, dcn Angriff cwl dic Post, den Kanizsacr Raub u. s. w. veranstaltet h^, und daß sein Helfershelfer bei dem letzten Verbrechen sog^ ein — Sicherheitscommissär gewesen ist. Seitdem der '' Commissar amtirt, ist verschiedenen Bestohlenen und "^ raubten dic hübsche Summe von ca. 200.000 fl. a"° dem Vermögen der Räuber wieder erstattet worden. über dcn Vorzug. Fast alle Kranken, welche bisher ihr Heil auf Lcsina suchten, sind darüber einig, daß ihncu dcr dortige Aufenthalt nicht behagte. Es mangelt jeder Eomfort, jcoc Abwechslung, jede gesellschaftliche Zer-strcnung - und bei körperlichen Leiden ist es sicher nöthig, dcn Geist gesund und frisch zu erhalten. Mono tonie und Einsiedelei üben nachthciligc Wirtnngen auf Geist nnd Körper. nnd wcnn angenehme Zerstreuung, geselliger Umgang nnd der Genuß der Naturschönheitcn den Hcilungsproecß zu befördern vermögen, mnß dic Wahl Lesina'S als Kurort für Brustlcidendc als ein entschiedener Fehlgriff bezeichnet wcrdcn. Iu ganz Dalmatic« ist unter dcn Ortschaften, wclchc sich durch vorzügliches Klima nnd seltcnc Naturschönhcitcn auszeichnen, Nagusa der südlichste und schönste. Von einer reichen und üppigen Vcgctatiou umgcbcn, besitzt Ragusa eine pittoreske Lagc, bietet eiu Bild voll Leben und Lust und ist die heiterste uud freundlichste Gegend in ganz Dalmatien. Dic lächelnden, ewig grünen Flnrcn bilden einen gewaltigen Contrast zu dem sonstigen Ernste des steilen, baumlosen dalmatinischen Küstengebietes. Die südliche Flora steht hier iu ihrer vollsten Blüthe uud die seltenste» Pflanzen gedeihen in üppigster Fülle. Dattelpalmen, iudischc Feigen, Oleander, die Baum-Aloe, der Oel-, Feigen, Orangen-, Mcmdel- und Granatapfcl-baum uud andere Sträucher und Bäume, wclchc im größten Theile Europas nur sorgsam in botanischen Gärten gezogen wcrdcn, zieren ringsum Hügel und Triften und mit unbeschreiblicher Lust weilt das Auge auf dem reichlichen Scgc» der Mutter Natur. Zahlreiche Landhäuser und Villen umringen die Stadt und herrliche, schattenreiche Spazierwege führen zu dcn romantischen Umgcbuugcn. Aus dem sechs Miglic» entfernte» licb-lichcu Thale Gionchetto führt ein Aquüdnct, welcher die Stadt mit dem reinsten uno besten Qucllwasscr versieht, uud Ragusa ist eine dcr wenigen Städte Dalma» tienS, welche Ueberfluß an gesundem, frischem Trink-wasscr besitzt. Dic mittlerc Jahrestemperatur bctiägt 15" R. und dic Sommerhitze wird durch die regelmäßig wehenden erfrischenden NW.-Brisen gemildert. Dic Bevölkerung Ragusa's zeichnete sich von jeher durch einen höheren Bildungsgrad vor dcn übrigen Äc« wohncrn DalmaticuS aus. Ragnsa erscheint dcm Frcm dcn alöcmcOasc in dcr großen Wüste „Orient"; — es ist cin vorgeschobener Postcn der westeuropäischen Eultnr und mit Recht nennt man es das „slavische Athen".— In Ragnsa ucrgißt der Fremde, daß cr sich in dcm noch anf cincr niedern Enllurslnfe stehenden Dalmatien bcfindtt, Dlc Rciguscmcr sind gastfreundlich und ans Ragnsa wird dcr Fremde nnr angenehme Erinnerungen mitnehmen. Doch nicht in Ragnsa, sondern auf dcr schönen Insel Lacroma, dem Lieblingsanfmthalt dcs KaiscrS von Mexico, welche durch Richard Löwcuhcrz, dcr bei scincr R-ckkehr auS dem gelobten Lande (N92), von einem heftige» Sturme überrascht, hier landete, eine geschichtliche Bcdcntnng erhielt, müßten — um vor Staub geschützt zu scin und stets die gesunde milde Seeluft ciuathmcn zu könne», die Wolinnngcn dcr Krankcn lic-gcn. Ragusa wurde nur zum Erholung«, und Zerstreu ungsortc dienen. Südlich von Ragusa in einer Entfernung von nur einer Seemeile, so zwar, daß man in wenigen Minute» hiilüber gelangen kann, liegt die uu eine Miglic langc nud 300 Klafter breite Insel, welch ihr früherer Bcsitzer. dcr cdlc Maximilian, zu eine" förmlichen Paradicsc nmschuf. Von dcn mit herrlich^ Grün bewachsenen Hügclu dieses Eilandes schweift ^ Wohlbehagen dcr Blick auf dic schimmernde Wass^ fläche dcr Adria und die prächtige» malerischen U>" gebnngcn. Tausende von exotische» Pflanzen, die s^. nur im tropischen Süden gedeihen, schwängern die ^ mit balsamischen Düften nnd verleihen mit dc» a"/ Gärten der Semiramis erinnernden Anlagen dicii, Eilande zauberischen Rciz. Aber nicht nur zum "^ füi.- Brustleidcnde, sondern auch zunl Seebadeort sch^ . dic Natur diese Inscl geschaffen z» haben, den« a ihrer Südseite bcfindct sich cin prachtvolles gc>ctM.«l Wasscrbcckc», dessen durchsichtige Wellen den Äcst>« znm erfrischenden, stärkenden Blde einlade». Dcm !^ gc» Besitzer Lacroma'S ist cs also vorbehalte», b'> schöne Inscl — deren Pflanzcnrcichlhum derselbe "'" nur zu erhalten, sonder» durch nc»c Anpflauzu»^" 4 vermehre» gedenkt — im Interesse der leidenden M"' hcit ihrer natürlichen Bestimmung zuzuführen. .^ Das auf dcr Inscl bcfinolichc Kloster, wc^ seine Entstehung einem von Richard v. Mucnhcrz . gelegten Gelübde verdankt, wurde durch Kaiser ^" milia» renouirt, dnrch'Neubauten erweitert uud z"^-^. förmlichen Schlosse, wclchcö im seinem Innern co> ,^ table Wohnlocalitäten enthält, eingerichtet, daher qucme Unterkunft für Eurgästc bereits vorhanden N' (T. ^)'^ 988 ,H ocales. — (DieFir mu n g) wird Se. fürstbischöfliche Gnaden cuu 2!l. d. M. in A ich vvruehmcn. — (FeuerSbrunst.) Am '<). d. M. N'achmittag brach in Zirkniz in dem Hause des Nealitä'teubesitzers uud Handelsmannes Johann Muzi, in welchem sich das Magazin und ein Spccerciwaarenladcn desselben befand, ein Schadenfeuer aus, das bei der herrschenden Dürre uud dem starten Winde ungeachtet der von allen Seiten geleisteten Hilfe und dabei thätig gewesene»! Feuerspritzen von Zirtniz und Gra-hovo 8 Wohnhäuser nebst Wirthschastsgebäudeu uud die pfarrhöflichc, mit Holz gefüllte Hvlzlege in kurzer Zeit verzehrte. Die Entstehungsursachc ist bisher unbekannt. — (Ueber den Fall unerhörter Roheit), welcher sich am verflossenen Sonntage in Topol, Bezirk Planina, ereignete nnd worüber wir berichteten, wird weiter gemeldet: (im Bauer, Besitzer einer Hübe, hat iu trunkenem Iustandc nm 10 Uhr Abends seine Inwohnersleute, welche bereits im Bette lagen, mit einer Hacke ohne irgend ein besonderes Motiv überfallen und selbe schwer verletzt, dem Mann den linken Daumen abgehauen, dem Weibe die rechte Hand zweimal gespalten, den linken 3)berarm gebrochen, denselben fast bis zum Knochen durchgehaueu, sowie die linke Vrust durchhackt. Beide Benvuudctc wurden ins Civilspital nach Laibach überbracht. Dem Manne mußte noch im Laufe des vorgestrigen Tages der Daumen cnucleirt nnd dem Weibe die Hand amputirt werdcn. Der Zustand der letzteren ist besonders bedenklich. Der Grad der Betrunkenheit des Thä>-ters wird von den: Manne als nicht stark angegeben. — (D iö c esanv erand erungen.) Dem Herrn Josef'Habe, Localist in Draschgosche, wurde die Pfarre Ovöise verliehen; dem Herrn Andreas Pavlic, Localist bei St. Leonhard, die Pfarre Natschach. — Gestorben ist Herr Josef Kastelic, Pfarrer in Nasscnfuß, am 7. d. — Alle drei Seelforgerstellen sind am ^!. d. M. ausgeschrieben worden. Oonstitutioneller Verein. Vrisllmmlnug vom 11. Juni, Nach Verlesung des Protokolls der letzten Sitzung theilte der Vorsitzende Herr Deschmann die in Folge Austrittes des Herrn Bürgermeisters Dr. Suppan ans dem Ausschüsse erfolgte Neuwahl des Obmanns uud Ob-manustellvertreterS mit, welche erstere auf Herrn Desch-ma u n, letztere auf Herrn Dr. v. Kalten egger fiel. Die Versammlung nahm diese Mittheilung mit lcdhaftem Beifall auf. Dr. Rudolf erbittet sich das Wort. Indem er sohin auf einen Artikel des „Triglav" gegen den Präses des Vereins, Herrn Deschmanu, hiuweist, in welchem derselbe in der unwürdigste» Weise verunglimpft wird und welcher jeden rechtlich Gcsiuulc» aufs tiefste empören müsse, sprich! er die Ansicht aus, das; der Verein seinem hochverehrten Präses eine Genugthuung für diese unwürdigen Augriffe schnldig sei (allgemeiner, lebhafter Beifall). Hicbei wirft der Redner den Regierungsorgancn Lässigkeit vor, welchen Auwurf der Negicrungscommissär Dr. Schöppl als unbegründet zurückweist. Herr Deschmann weist daraufhin, daß ein Blatt, welches auf einem so tiefen Niveau stehe, wie der „Triglav", und daher auch kein Organ der öffentlichen Meinung sei (Bravo), eine Vrwidcrnng nicht verdiene, daher er, von allen weiteren Schritten in dieser Beziehung Umgang zn nehmen bitte, womit der Gegenstand anch als abgethan erklärt wird. Dr. Kecbachcr referirte sohin Namens des Ausschusses über einige Abänderungen des Gemcindestatutes del Stadt Vaibach vom Jahre 1,85)l), über welche in der nach stcn ^andtagsscssion verhandelt werdcn soll, uud formulirtc nach vorläufiger kurzer Begrüuduug folgende Antrage: Del constitutionellc Verein fpricht aus, daß folgende Abänderungen des provisorifche» Gcmeindestatuts vom Jahre 185il.) wmv schcnswerth feien: 1. Das active Wahlrecht kann nur persönlich, uicht durch Bevollmächtigte ausgeübt werden. Korporationen und Vereine, solche, die einen Grund- oder Hauöbesitz haben, für welchen selbe eine Steuer zahlen, welche das Wahlrech, im Gefolge hat, wählen durch eine eigens hiezu bestimmtt Person (Vorstand). 2. Die Abtheilung der Wahlberechtigten m drei Wahlkörper ist beizubehalten. 3. Die jährlichen Ergänznngswahlcn des Gcmeinw rathes für je ein Drittel ausscheidender Mitglieder siul beizubehalten und ebenso die dreijährige Functiousdauer des Bürgermeisters als solchen ohne Rücksicht auf die ihn ali Gcmeinderath treffende Reihe des Austrittes. 4. Der Stellvertreter des Bürgermeisters (Vicebürger^ meistcr) hat deuselbcn ebenso in der Vorstandschaft del Gemeinderathcs, als auch iu jener des Magistrates zu sub, stituircu. 5. Die Wählbarkeit jedes wahlberechtigten Geumndc gliedes männlichen Geschlechtes beginnt nach zurückgelegten 24sten Jahre. . ^ ^ , ^.. 6. Sänmige Schuldner der Gcmemde nnd ,euc Her sonm, welche über die aufgehobene Vermögenövcrwaltnm der Gemeinde vder einer Gcmeiudcanstalt oder über cü ihnen vvu der Gemeinde besonders anvcrtrautcs Geschäft mi der zu legende» Rechnung noch im Rückstände sind, verliere, dic Wählbarkeit nicht. 7. Ein Recht zur Ablehnung der Wahl sollen nn Seelsorger uud öffentliche Lehrer haben, Personen, die übc 60 Jahre alt, und welche ."> Jahre im Gemeinderathc ^ waren. 8. Zur Veräußerung von Gegenständen im Werthe von 20.00s) fl. uud darüber bedarf es keines eigenen Lan desgcsctzes, fondern nur der Zustimmung der Zwcidriltcl-majorität des Gemciuderathcs. Diese Anträge werden »lach kurzer Debatte, bis auf jenen, die Wählbarkeit mit dem erreichten 24. Jahre betreffend, der nach dem Antrage des Herrn Professor Heinrich abgelehnt und sonach das Alter von 30 als Be-diuguug der Wählbarkeit beibehalten wird — angc-u o m m e u. Es gelangt sohiu eine von dem Ausschüsse aus Anlaß der Jantschberger Affaire entworfene, zur Uebcrrcichnug au den Herrn Minister des Innern bestimmte Denkschrift zur Verlesung. Dieselbe geht von der statutenmäßigen Aufgabe des Vereines ans, die verfassungsmäßige Freiheit, den materiellen und geistigen Fortschritt zu fördern und alle die Gleichberechtigung uud den Fortschritt int Lande gefährdenden Ucbergriffe abzuwehren. Der Vcrciu legt den gedachteu Ereignissen eine größere Tragweite für das constitulionelle Princip bei uud glaubt, dieselben um so weniger mit Stillschweige,, übergehen zu dürfen, als die den Sachvcrhalt nnd die Ursachen der sich vollziehenden Bewegung entstellenden Berichte vcr-fassungsfciudlicher Blätter eine offene Darlegung der Zu-stäudc von unabhängiger Seite nothwendig machen. Der Verein erblickt in den fraglichen Vorfällen eine grelle Verletzung der, allen Nationen des Reiches gewähr leisteten Gleichberechtigung uud ein dauerndes Hcmmniß der geistigen nud materielle» Entwicklung Krains, eine eminente Gefahr für die Zukunft des Vaterlands, um so mehr, als die durch solche Vorfälle geuährtc gegenseitige Erbitterung die bisher von keinem wahren Patrioten aufgegebene Möglichkeit einer endlichen Versöhnung der Parteien im ^ande immer schwieriger macht. Er erblickt in der Anwenduug der brutaleu Gewalt als der ultima, i^tio deu Versuch der Beweisführung der Unmöglichkeit verfassungsmäßiger Zustände für Krain und der Provozirung der Gewaltanwendung zur Verkümmerung verfassungsmäßiger Freiheiten. Er sieht writers in den fortgesetzten Angriffen auf in Krain lebende Deutsche, ja selbst anders denkende Kraiucr, eiuc flagrante Verletzung des Princips der Gleichberechtigung. Indem die Denkschrift den Mißbrauch dieser fegen-verheißenden Parole schildert, wirft sie einen Blick auf die Entwicklung der nationalen Bewegung in Kram. Die sogenannte nationale Partei habe alles erreicht, was mit Rücksicht auf die dcrmaligc Entwickluugöstufc der slovcui-chen Sprache im Verhältnisse zu den Anforderungen der Eultur, des Staatövcrbaudcs mit dem Gcsammtreiche, des Verkehres mit den übrigen Völkern z» erreichen möglich war. Was man noch weiter anstrebe, darüber geben die Tabors und die Presse Antwort. Man verpflanzte den Kampf vom nationalen auf das kirchlich pulitische Gebiet, die nationale Abwehr gcge» deutsche Cultur wurde zur Offensive gegen Freiheit uud Fortschritt. Die wärmsten Freundc des Vaterlandes mußtcu sich von einer Partei loslösen, die ein frciheits- und vcrfasstlngöfeindliches Programm cmfstelltc, und alle, denen das Wohl des Vaterlandes am Herzen lag, schaartcn sich um das Banner der Verfassung. Die Vcrfassuugssrcundc des ganzen Landes fanden ihren natürlichen Mittelpunkt im constitutionellen Verein, der sich bald kräftigte, ein Organ gründete, das, allen Lan-desaugelegenheitcu seine Anfmerksamkeit zuwendend, im Sinne der Verfassuug wirkt. Dieses Wirken hat die Anfeindungen der Nationalen und ihrer Alliirten, der Elerica-len, und in natürlicher Folge die jüngsten iu kleinerem Maßstabe seitdem wiederholte,, Insulte hervorgerufen, deren wahre Urheber sich, wie bisher, dein strafenden Arme der Gerechtigkeit entziehen zn wollen scheinen. Die Denkschrift schildert nun die Wirkung der Tabors mit dem gepredigten Dcuischeichaß und der versprochenen Sleucrvcrmiudcruug iu: Falle der Erhörung der nationalen Wünsche; die in ihren unvermeidlichen Eonscqucuzen dem dualistische» System u»d dem Frieden mit dem Nachbarland Italien widersprechende Idee Sloven ieus, welche von den bcchciligtcu Landes, vcrtrctuugen pcrhorrescirt werde. Das Verhalten der Nationalen den letzten Begebenheiten gegenüber, die Demonstrationen für den gctödtctcu Rode, die Ausbeutung dicser Vorfälle durch die slavische Presse, die daran geknüpfte» Bedrohungen Andersdeulender und der gegen die Städter ausgeübte bäuerliche Terrorismus, zufolge dessen sich jeder Baucrubnrschc berechtigt glaubt, dem Spaziergänger sciu politisches Glaubcnsbekcnntniß abzuverlangen, wird ein. gehend charaktcrisirt uud darcm cinc Kritik der Dentschrif, geknüpft, welche von der Majorität des Landcsausschussci gegen dm Widerspruch des Landeshauptmannes uud dci Landcsanöschusscs Deschmaun beschlossen wurde. Gegen die geschilderte Bedrohung der ruhigen Existenz der frcicn McinunaMußcruna. in politischen Dingen, dn Genusses verfassungsmäßiger Gleichberechtigung, der Person lichen, politischeu und religiösen Freiheit, verlange dc? Verein energischen Schutz von der für Ruhe nnd Ordnuu« im Staate zu sorgen berufenen Regierung, umsomehr al, die Ziele des Vereins mit dem Einstehen für die Verfas sung und deren freiheitliche Fortentwicklung zufammc»falle» in welcher allein derselbe das Heil Oesterreichs uud dc, Vaterlandes erblicke, uud er glaube den wirksamsten Schu» in der strengsten Handhabung der Staatögrundgesctze gege, Jedermann und Beseitigung jedes unberechtigten reactionäre, Einflusses zu finden, was er von der Regierung Zuversicht-ich erwarte. Mit dem warmen Appell, Krain nicht als )erlornen Posten des Liberalismus aufzugeben, auf daß nicht )as Bauucr der Vcrfassuug, wie jenes der Turuer, uutcr lohen Aauer»hä»den in den Staub sinke, schließt die wäh ^eud der Verlesung mit BeifaUsbczeua.una.cn aufgenommene Denkschrift. Nachdem Dr. v. Kalteneggcr und Dr. v. Schrey 'ür die Annahme der Denkschrift gesprochen, erfolgt dieselbe : insti m m i g. Ncntstr PH. Dic „W. Z." cntliält dic Ernciiinmge» für den Hteichgerichtchof, dnrch Sc. Majestät dcn Kaiser. Unter dcn Et'iicmntm bcfiudct sich dcr Hcrr Bürgermeister Dr. Iosrf S uppa n und, als Ersatzmann dcr Hos' imd Gcrichlt!, dc,' Nuc Faubourg Montmartre und am Acm« ll'vard. Auf dicsml Punttc warcu nm II Uhr alk Eaf«^ uud Gewölbe ncschlosscu. Dic Stadtscrciccmtcn sperrtcu die N»c Mcmlmartrc ab. cine Compagnie der Puriscr Oardc besetzte das Trottoir am Voulcvard Pois souni^re und ciuc Cavalerical!lt?cill!ug versperrte den Hugau^ zum Äoulcvard. Dic Omuiblwwä^en uud andere Fuhrwcrtc mußten durch dic Seitenstraßen fnh-rcn. Um Äiittcruacht war daselbst cmc zahlreiche, je« doch ssrößtcittycilS aus Neugierigm bcstchcildc Meligc angcsaminclt. Nnfc wurdcn jedoch „ur iu dcr Nnc VioiUmartrc hörbar. Dic Cavalnic machte Schwen-l>iu,i uud desctztc dic Mitte dcr zwischen dcm Boulc-oard Poissonl^rc u»d dcm Aoulcvard Hlc,litt,un'trc ^e» lcgcucn Fahrstraße. Dcr Vclkchr in dicscm Theile dcr Bonlcvnds wurde ganz vcrbotc,,. Eri'stc Unruhen wurdc» auch vom Boulevard Bcl. levillc uud dcnl Änstillc^Platz szumcldcl; um letztgelwui,-tcu Bonl'v^rd mid im Faubonrg du T>,nplc mun-cri liul 8 Uhr Abclids alle Gaslaterneu zcrtlümiucrt; dic Nulicslörcr vcrdrauittcn dic Bude eiriet« Zcitliugc'urr' schlcißcrö und plüudcitci, ciil Cas«. Die Polizei und ciuc Abtheilung dcr Pariser Gcnde stalten um halb l2 Uhr dic Ordnung wicdcr dcr. Achnlichc Sccuci, tamcn auch auf dcm Baslillc-Platz vor, doch hiclt daselbst dic Polizci dic Ordüuug anfrccht. Ei< wurden zahlreiche Verhaftungen vorgcuommcu. Außcrdcn kcmlcn Uuruhci, in Oordcaux, ^tautcs, Arlcs mit Dcmolir»„g von Gaölatcrncn, Zcistörimg von Waarcü, vor. Der Polizcipräfctt von Paris hat c'iuc Ppcre. MctlllliqncL <;^.—. — 5'M'c. MtMilMs lint Mai- und Novnnder-Ziüsn, l^:—. — 5vrl,'c.!)ill!iol,al-AuIrheu 70.10.— l^0cr SlaatSanll'hm I01,?<». — Banlactien ?uni< beziffert dm VcnillMciimil: I.nif lull ^«.'i,N 1> l>(.» fl,, dcm zur VcdMmg dir folgmdm Puslm ^'gcinit'clslclieii: Mclallscha^ 10^,87,^.1«0 fl., i» Melall ^hüiale Wechsel ^,s,21.5>s>? fl., SllmMiütt'ii, wcichr dl'r Äant czchöreu .">,142.97-l fl., Cscomptc?t.^i1!1.48l sl„ Darlehcu 5<:.?!i(!,:')I5 fl.. ringcloolV Coiipuut« limi Oliiüdcüllastliii^^Ovli^aliliuen 8Ü.07? Oult'l'ii. riiu^l^lc und döch'mäßici a,!^'tauftr PfaMnlcfc 11 Mill. !'>1'.>,«! Gulden. Dic hohen (5'rträgnisse »lnserer Austalte» nnd die Htencril. Dic Aii^udaüt dcziffcrt ihr Stcuereouto pro 1«0« „lit 8li'>.!>09 sl, dic Kreditanstalt mit 4^1.126fl,. dic ?iord^ dlll»i mit 1.122.7^ fl., dic Etaat^bahu mit 1,781,019 fl., dir ,tt'cn'l ^udwigdahu mit ^'1.570 st. Verstorbene. Dcu 4. Juni. Dc», Hcvvn Grorg ^cncrt, pens. l. !. ölauzleidiciicr, sciiic Gattin Maria, alt 2 an der allgemeinen Schwäche. D c n 8. I u u i. Dcm Hcrni Iohaun Micheuz, Gaslgclier, seiuc Gattin Hiaria, alt 53 Jahre, in der Stadt Äir. 179 am ^cdcrkreb^. - Matthäus Schenk, Inwohner, alt 70 Iahrc. im Civilspital an Altersschwäche. ^^. ^ü^l'lii'liMssiscsl^ ^»'.ulnuizlllllssell in l^Mnch. <; U. Mi,. 325.15 4- 9.4 milldstill f. ss. Ixwöllt li. 2 „ N.' 325.,,. ^-10x OSO.schw.^ gau; bm, ''" 10 „ Ab.! 325,.>,^ !- 9,u windstill f. g. dewollt ^"' N^nnischc Iviltcninc, anhaltcud. Wollcu^ig aiiwcchscwd aus SO. »nid SW.. c>wa« Ni^en. ?ldrudi< Wctinlcuchtcu iu SO. Das Taa.r5mi!tc1 drr Wärml,- > 9 7", nm 5>0" uulrr dem Nmmalc. Iu de» Älpcu fiel reichlicher Schmc, dnhcr die starlc AdtOhliilic, dcr i.'ust. 984 Volkswillhschatt. Ueber Waldssenussenschaften. l. Das Subcomil^ der Enqus'tecoinmisfion, welche vor kurzem zum Behufe dcr Revision des bestehenden Forstgesetzes hier tagte, hat in den als Anhang seinem Elaborate beigefügten „Mitteln zur Hebung des Waldwesens in Kram" auch auf daS Institut dcr Wald-genosscnschaflcn hingewiesen, deren Bildung in andern Ländern von nicht zu unterschätzenden Erfolgen begleitet ist. Wohl wurde dort hervorgehoben, daß in Krain dcr Zeitftunlt noch nicht gctommen sei, wo cinc solche Institution mit Aussicht auf Erfolg ius Vcbcn gesetzt werden könnte; daß es aber jedenfalls wünschcnswerth erscheine, wenn die wittyschafllichen und rechtliche!, Grundlagen solcher Einrichtungen schon uorcrwogen wcrdcn. Die Wa log en o sse n s ch a st c n können einen doppelten Zweck verfolgen: entweder die möglichst ungc-schwächte Erhaltung jener Holzbeständc, dcrcn Vernichtung bedeutende klimatische oder sonstige Nachtheile im Gcfolge hätte, und zwar dies vermittels kräftigen Zn-sammcnwirlcns dcr einzelnen Walobcsitzcr; oder ist es das Ziel solcher Inslitntc, die wirthschastlichell Schwierigkeiten im Kleinwaldbesitzc durch freiwillige Znsammcn' legung kleiner Parzellen in einen zusammenhängenden Wirthschaftscomplex zn beseitigen, hicmit cinc intensivere Wirthschaft einzuführen, die Rente zn steigern, Absahwege zu erschließen u. s. w. Demnach läßt sich zwischen W a l d sch ntz g eno s-senschaftcn und Waldwirthschaftsgenossen -sch aften unterscheiden. Die ersteren gehören vorzüglich in Bänder höherer Cultnrstufe, wo von dem freiwilligen Zusammenwirken der Waldbcsiyer eine entsprechende Garantie dcr Wald-erhaltung erwartet werden kann. Dort strebt man vcr-mittcls dcr Waldgcnosscnschaftcn dasselbe an, was wir in einem großen Theile Oesterreichs bis nun nicht an^ ders, als durch die Verbote der Waldrodung und Wald devastation, sowie durch das Gebot der Wicdcraufforstung erreichen können. Für die Regelung derartiger Waldgenosscnschaflcn ist gegenwärtig in Preußen, wo schon seit längerer Zeit solche in Bestand sind, durch den Minister dcr land-wirthschaftlichen Angelegenheiten ein Gesetzentwurf eingebracht worden, welchen wir uns hier mitzutheilen erlauben. 8 1. Wo die Erhaltung oder Erziehung cmcö Waldes durch ein dringendes Bedürfniß der Landcscultur geboten ist — insbesondere in Ortölagcn, in denen mit dcr Vernichtung des Waldes der Schntz gegen nachthci-ligc klimatische Einflüsse verloren geht, au dcr Sccküstc, an Flußufern, im Gebirge, auf Boden, dessen Entblößung Versandung herbeiführt, nnd wo die Waldcrhal-tung oder Erziehung nur durch gemeinsames Wirken dcr Grundbesitzer zu erreichen ist. können die letzteren durch ein durch königliche Verordnung landesherrlich bestätigtes Statut, § 8, zu Waldgcnosscnschaftcn vereinigt werden. Solchen Genossenschaften stehen die Rechte der juristischen Personen zu. § 2. Die Bestimmung des H i fiudct auf bebaute, sowie auf solche Grundstücke, welche als Acker. Wiese oder Gartenland nachhaltig benutzt wcrdcn, keine An-wendnna.. tz 3. Die Waldgenosscn haben sich in der Bcnutzuug ihres Eigenthumes allen Beschränkungen zu unterwerfen, welche der mittels Bildnng der Waldgcnosscnschaft zn erreichende Zweck erforderlich macht. Denselben Beschränkungen unterliegt die Ausübung von Scrvitutsbc-rcchtigungcn. Die ScrvitutSbcrcchtigtcn sind jedoch wegen solcher Bcschränknngcn, so N'cit sie nicht ans allgemein gesetzlichen Vorschriften beruhen, zn entschädigen. tz 4. An den Nntznngen nnd basten dcr genossenschaftlichen Waldwirthschaft haben die Waldgcnosscn in der Regel nach dem Verhältnisse des ErtragswerthcS dcr von ihnen eingeworfenen Grundstücke theilzunehmcn. Wcrdcn jedoch für einzelne Grnnostückc, namentlich für die erste Eultivirung derselben besondere erhöhte Ausgaben erforderlich, so bleibt die anderweitige Regnlirung des Theilnahmcvcrhältnisscs nach Maßgabe dcs Vortheils und abzuweudcnoeu Schadens dem Ocnossenschaftsstatute vorbehalten. tz 5). Die Waldgcnosscnschaftcn können die Heranziehung der Waldgenosscn zu Naturaldicnstcn beschließen. Im Falle der Nichtlcislung dcr letzteren tritt an deren Stcllc der dem Werthe entsprechende, im Vor-aus zu bestimmende Geldbetrag. § 6. Streitigkeiten über den Maßstab zur Ver» lheilung der Nutzuugcu und Lasten entscheidet dle Regierung nach Anhörung dcs Kreistages. Gegen die Entscheidung dcr Regierung ist innerhalb 4 Wochen der Recurs an das Ministerium für die landwirthschaft-lichen Angelegenheiten zulässig. H 7. Die von den Waldgcnosscn zn leistenden Geldbeiträge unterliegen der cxccutivischcu Beitreibung gleich den öffentlichen basten. § 8. stur jede Waldgcuosscnschast wird nach An-hörnng dcr Bcthciligtcn nnd nach zuoorigcr Begutachtung durch den Kreistag ein Slatnt errichtet, welches die näheren Bcstiimnungcn ;n treffen hat über 1. Um fang des genossenschaftlichen Beetles nnd der genossenschaftlichen Zwecke; ^. d«'n Cultnr- nno Bewirthschaft tungsplan, jowic die Formen, in welchen eine Abänderung derselben beschlossen uud bewirkt wcrdcu kenn, 5i. die den Grnndbesitzern und Scrvitntbcrcchtigtcn aufzuerlegenden Vcschränknugcu (tz A , 4. das Verhältniß dcr Theilnahme an den Nutzungen und Lasten (F 4), 5. die Formen und Fristen, in denen die Vcrlhciluugsrollcn (Nr. 4) offen zu legen und ctwcngc Reklamationen anzunehmen und zu prüfen sind, »! die innere Organisation der Gcnosscnschast nnd ihrer Behörden, sowie die Vertretung der Genossenschaft nach Außen hin. Das Statut bedarf dcr Bcstätiguug dcs Königs. H 9. Die Waldgenossenschaften unterliegen dcr Aufsicht der Rcgicruug, welche die Ausführung und Handhabung des Statutes anzuordnen und zu überwachen hat. § 10. Die behufs Bildnng einer Waldgenosscnschaft einznlcitendcn Verhandlungen erfolgen gebühren- und stempelfrci ans Kosten des Staates. tz I I. Die in den einzelnen Lcmdcsthcileu bereits bestehenden Spccialgcsetze über Bildm,g von Naldac-lwsscnschaflcli wcrdcn durch gegenwärtiges Gesetz nicht berührt. Wir köuncn nicht umhin, diesem Gesetzentwürfe unsern vollen Beifall zu zollen, erachten aber eine Anwendung ähnlicher Mittel den Verhältnissen, besonders der österreichischen Alpcnländer, gegenwärtig nm so weniger angemessen, als wir zwischen dcr im Scrvitutcn-enllastungswegc eben erst durchgeführten Waldzerstücknng und einer Zusammenlegung, wie sie durch iolchc Genossenschaften angestrebt wird. denn doch noch eine Ueber-gangsperiodc verstreichen und mit ihr die Erkenntniß sich entwickeln lassen müssen, daß das Heil dcs Waldes nur in dcr Zusammenlegung großer Eomplcre zu finden ist. 11. Wer Natur und Wesen der Waldwirlhschaft nnr einigermaßen kennt, wird nns hierin bestimmen, daß sie sich nur in großen zusammenhängenden Eomplcren rationell uud rentabel gestalten läßt; daß die Waldzer-slückuug - - wenige ihr günstige locale Verhältnisse abgerechnet nnr znm Ruin dcr Wälder führt. Es ist cuidcnt, wie schwer cs hält einen beispielsweise nur 5) Joche großen Waldbesitz nach gewissen. nur auf große Dimensionen angelegten Bctricbsrcgcln z. B. im Dunkclschlagc nachhältig zu bewirthschaften oder die Umwandlung ans den: Hochwaldbctricbc in jenen des Mittel- oder Niederwaldes und ningctchrt durchzuführen. Solche Bctricbsoperationcn erfordern oft Jahre hindurch das vollkommene Rnhcn aller Nntznngcn, die dcr Waldbc- sitzer andrerseits wieder nicht entbehren kann, ohne seinen gesummten Wirthschaftsbctrieb zu gefährden. Solchen Uebelstäuden abzuhelseu, scheinen in erster Richtung die Waldwirthschaftsgenossenschaf-tcn berufen zu sein. Es vereinigen sich Beispielsweise 20, 50, 100 oder 5>00 Kleinwaldbesitzer, deren Waldanthcilc im Zusammenhange stehen, zu dem Zwecke, nm ans den" zerstücktcn Waldbesitzc einen Witthschaftstörper von 100. 200, 500 oder 2000 Jochen zu bildeu, errichten sich cin Genossen-schafts-Statut, wählen oder bestellen den Wirthschaftsführer, fetzen den Maßstab der Vcrthcilung dcr Nutzungen und Lasten, die Betriebsart u. s. w. fest und führen überhaupt einen einheitlichen, rationellen nnd schlag-wcisen Betrieb in der Weise cin, daß für die Zeit des Bestandes dcr Genossenschaft von der Individualität der einzelnen Walokörfter oder Theile völlig abgesehen nnd dcr jeweilige Holzschlag ohne Rücksicht auf die Zwischcn-grcnzcu immer dort eingelegt wird, wohin er eben nach wirthschaftlichcn Grundsätzen planmäßig fällt. Dadurch wird ciue rationelle Wirthschaft übcrhanpt und insbesondere die gleichmäßige, jährlich nachhaltige Befriedigung dcr genossenschaftlichen Holzbedürfnissc er möglicht. Doch leidet dcr Klcinwaldbcsitz noch an einem an^ dern nicht minder empfindlichen nnd drückenden Uebel stände, welchen wir in dcr Schwierigkeit des vorthcilhaften Absatzes jenes Holzes erblicken, das über den eigenen Wirthschaftsbcdarf erübrigt wird. Diese Schwierigkeit hat ihren Grnnd größtenthcils in der Unucrtrantheit dcs Kleinwaldbcsitzcrs mit dem Holzmarktc und in seiner Abhängigkeit vom Zwischenhändler, der die Unwissenheit nnd Unbchilfiichkcit dcö absatzsnchenden Verkäufers in dcr Regel unbarmherzig ausnützt. Auch dem können die Waldwirthschaftsgenossen-schuften ausgiebig nachhelfen, indem dcr durch die Vereinigung erstarkte Waldbesitzkörper und respective seine Wirthschaftsführnng der Mittel und Wege zum vor-thcilhaftcn Absatz sicherlich in dem Maße wie der Einzelne nicht entbehrt, vielmehr in der Lage sein wird, sich Kenntniß von den mehr begehrten Holzsortnncntcn nnd ihren jeweiligen Marktpreisen zu verschaffen, sowie die Forstproductc billiger als der Einzelne zn erzeugen, zn transportiren nnd in Vertrieb zn bringen. Es kann nicht übersehen werden, wie viel billiger sich die Holz' bringung in großen Massen nnd mit rationellen Transportmitteln gegenüber jener dcs Ein;clncn im Klcinwald dcsitzc aeslaltet und welch' großen Vortheil hierin die WaldwirlhschaftSgenossenschaftcli böten. Sclbstuerstnndlich ist cs, daß die Handarbeiten ilN Wirthschaftsbetricbc von den Genossen in nutura beigestellt und überhaupt die Barauslaacn der Genossenschaft auf das Mindeste beschränkt werden müßten, dadurck wäre cs auch möglich, daß sich ganze Gegenden eines Waldlandcs in diesem oder jenem Zweige der Holzver-arbeitnng ganz besonders vervollkommneten und damit einen sichern Rnf anf dem Holzmarkte errängen. Die Staatsverwaltung würde sicherlich nicht anstehen, solche Genossenschaften unter ausgiebigen Schutz zu nehmen, sie durch Stempel- nud Gcbührenfrcihcit, Mcliorationsbciträgc n. s. w. zn unterstützen. Wir verhehlen es uns nicht, daß in Krain die Zeit M- Bildnng solcher Genossenschaften noch nicht gekommen ist, daß dicse lctztcrn dcr systematischen Waldboden' zcrstückung, die sich dem Volke nur zn sehr angenehm gemacht hat, auf dem Fuße folgen könnten; dennoch aber wären Versuche in kleinerem Maßstabe anzustreben, dic Erfahrungen sorgfältig zn sammeln, nnd das Verstand" niß für derartige Institute zn wecken, welche unzweifelhaft cinc Zutuuft haben und sich auch iu Oesterreich einleben wcrdcn. Wir können cs schließlich nicht übergehen, darauf hinzudeuten, daß Waldgcnosscnschaftcn der zweiten Ai't die znvcrläßigstcn Pionnierc dcr auch dem Waldbcsitzc frommenden Eommassation wären. Verantwortlicher Redacteur: Ignaz v. K l e i n m a V r. Nn«»s«'nll<,»'i°^j Wien, l0. Juni. Vis in die Mitte dcr Börse war dic Cunröbewegung cinc so schwankende, das; ein einigermaßen zu treffendes Gcsammlbild schwer z» entwerfen gewcsc» Ml'l^llU^IU)!. wäre. ^iach der (3lllärnugi>zeit lam eine entschieden flaue Tendenz Mi, Durchbruch, von welcher „nr einige Gattungen junger Bahnen eine Ausnahme machten. Dieses Abfallen der meisttu Eonrse traf beiläufig mit dem Momente zusammeu, an welchem die telegraphischen Nachrichten itber bedrohliche Erscheinungen iu Pariö bekannt wurden. Staatsfonds wurden wcnia/l' alterirt, Devisen imd einige Silbcrprioritiiteu zogen etwas an. ^K. Attgemeine Ttaatsschnld. Für 100 fl. Geld Waare Einheitliche Staatsschuld zn 5 pCt.: in Noten vermiöl, Mai-November 02.40 62,50 Febrnar-Angnst 02.30 02.40 ,. Silber „ Ian»er-Inli . 70.,!" 70.70 „ „ „ April-Oclober. ?()..'><» 70.0«» Steuerauleheu rückzahlbar (5) . W.25 ^.s,o Lose v.J. 1839......^>" 250.- „ „ 1854 (4 "/,) ,u 850 st. 9.''25> 9l'.50 „ ., 1800 zn 500 fl. . . l02.W 1W.10 „ „ I860 zu l»0 fl. . . U'<1.- 105. „ „ 1864 zu 100 ft. . . I23.l>0 124.-Staatö-Domcincu-Pfandln'lrfe zn 180 sl. ö W. in Silber . . 118.25 118.75 «. (YrundentlastmlttS-vbliftatioUl'u. Filr 100 si. Geld Waare Mlimcn .... „ 5pCt. 9ii,50 M. ^ Galiz'cli .... „ 5 „ 7^i.70 7^.— Niedcr-Ocsterreich. . „ 5 „ 94.- 94.50 Obcr-Oeslerreich . . „5,. 93.— 94,- Siebrnblirgeu . , . „ 5 „ 7?.— 77.25 Stelcrmart . . . „ 5 .. 9s. - 98.5><» Ungar« .... ,. 5' .. 81 «l^5 V. Actien von Bankinstituten. I Geld Waare Anglo-Üslrrr. Baut.....330.— 33K.50 Auglo-ungnr. Vanl .... 117.— 117.I-.0 Podru-Creditanstalt .... 280. - 284— Crcditanslalt s. Handel u. Gcw. - 302.80 W3.-Creditanstalt, allgem. nugar. . . 1lX) n0 101.— (5«comptcrOcsellschast, n! ö. . . 830.- 834.-. Franco-osterr. Vanl .... 124.-- 124.50 Gcmralbant.......73. - 74.— Nalionaldllnl.......745.— 747 - Vcrciu Cm. 100. KX1.50 Geld Waare Oestcrr. Nordweslbahn . . . . 91.20 91.5« Siebcnb. Bahn in Silber ver). . 88.25 88?>' Staatsb. G. 3"/„ ü 500Fr. „I. Em. 130 25 130.^ Siidb. G. 3'/„-. 500 Frc. „ . . 116.- 1K''-"" Slldd.-Bon« 0 7, (1870-74) -. 500 Frcs......241.— 242.^ «. Privatlose (per Stück.) Creditanstalt f. Handel n. Gew. Geld Waa" zu 100 fl, ö^W......10850 K'9.^ Äudolf-Stiftung zu 10 fl. . . 15.— 15-" TÜecbsel (3Mou,) Gcld Matt Augsburg für 100 sl, Mdd. W. 102,90 103.^ Franlfnrt a.M. 100 fl. detto 103.- 1^> '^ Hamburg, filr 100 Marl B°l:,-° 91 20 9 " London, fi!r 10 Pfund Sterling 124 30 lA" Paris, siir 100 FraucS . . . 49,35 4^' <5our« der Geldforten Geld Wa^re K. Münz-Ducaw: . 5 fl. 80;lr. 5,si. 8<: NapoleonSd'or . . 9 .. 9l .. 9 .. -»^ " VereinÄthalcr . . . 1 „ 82! „ 1 ,. «^ " Silb« . . 12l „ 90 ,., 122 „ 1<> " Krainische OrliiideullastungS - Obligationen, P"' vatnotnuu«: 80 50 Geld. 90 Waar,