^»K »5»« Donnerstag am 14 December »848. Hcyagthum Krain. ' Machdem Herr Mathias Dollschein, laut > Eröffnung des Reichstags-Vorstandes, seine Stelle ^ als Abgeordneter des Wahlbezirkes Loitsch niederge^ , legt hat, so ist über herabgelangte hohe Ministerial^ Weisung das Adelsberger Kreisamt berens beauftragt ! worden, eine neue Wahl schleunigst vornehmen zu ! lassen, den dazu bestimmten Tag abtr vorerst öffent- ' lich bekannt zu machen. Vom k. k. illyr. Gubernial-Präsidium. Lalbach am 12. December !848. Her;agthum Harnten. Klagensurt, am II. December. Am letzten Samstage hat die Deputation des hiesigen Gemein-derathes, und gestern die des prov. Landtagsaus-schusses und der immatriculirten Herren Stände die Reise nach Olmütz und Prag angetreten, um dort vereint durch unterthänigste Adressen der Stadt und des Landes Kärntens, Sr. Majestät, dem Kaiser Ferdinand I., den Dank für die ,3jährige glor> reiche Regierung, insbesondere für die den österreichi« schen Völkern gewährten Freiheiten cmszusprechen, — und Sr. Majestät, dem Kaiser Franz Joseph !., den Glückwunsch zu Allcrhöchstdessm Thronbesteigung mit Darlegung unserer unwandelbaren Treue und Anhänglichkeit an das angestammte Kaiserhaus darzu- "'"""' Mien, Seine Majestät, der Kaiser Ferdinand I., haben an den Oberstkämmercr, Grasen Dietrich, st tin, folgendes allerhöchste Handschreiben zu erlassen ^""VicberGrasDietrichstcin! Durch cinc lange Neihc" von Jahren widmen Sie unausgesetzt Mir und Meinem Hause Ihre treuen Dienste mit stets gleicher Anhänglichkeit und Sorgfalt. Ich wünsche, das; Sie den Abend Ihres Lebens, das Gott noch lange erhalte, in dem ruhigen Biwußtscyn dieser Verdienste, und dcr Ueberzeugung Meiner dankbaren Anerkennung genießen, und u,n Ihnen einen that. sächlichen Beweis derselben zu geben, enthebe Ich Sie Ihres in dieser stürmischen Zeit so beschwerlich gewordenen Amtes. und verleihe Ihnen das Groß-kreuz Meines königlich ungarischen St. Stcphan- Ordens.« Olmütz, am I. December 1848. Ferdinand m l' Franz Gras Stadion m. j,. Se. k. k. apostol. Majestät haben mit allerhöch. stem Eabinetsschreiben vom 2l. November d. I. dem Hosrathe und obersten Hospostvcvwalter, Maxims lian Ritter von Ottenfeld, bei seinem Uebertritte in den Ruhestand, in Anerkennung der Verdienste, die er sich während seiner 46jährigen treuen und ausgezeichneten Dienstleistung zu erwcrbcn in dem Falle war, das Ritterkreuz des österreichisch kaiserl. Leopold'Ordens tarsrei zu verleihen geruhet. Se. k. k- Majestät haben mit allerhöchster iönt-schließung vom 4 l. M. auf Vortrag des Minister-ratheS dem Ministerialrathe Michael Nucskefer ttiitter von Wellenthal, zum Unterstaats.Secretär im Ministerium sür Handel, Gewerbe und öffentliche Bauten zu ernennen geruhet. Wien, 1. December. Von Tag zu Tag be. ruhigen sich unsere Zustände immer mehr. Ein reges Leben zeigt sich iil allen Gassen, die Landstraßen smd mit Warcnzügcn nach dcr Hauptstadt bedeckt und die Eisenbahnen und Dampfschiffe aus Linz briu. gen nun Massen von Flüchtlingen und Fremden aus den Provinzen, welche sich ü'bcr diesen veränderten Zustand dcr Dinge nicht genug wundern können, zu. rück. Die Theater sind täglich überfüllt. Die baldige Aushebung des Belagerungszustandes wird nur von den Octoberhelden verlangt; allein wir sind überzeugt, daß sich die Masse deß Bürgerstandcs, welche bei oer damit verbundenen alsogleichen Wiederbcwaffnung des Bürgerstandes seinen zerrütteten Geschäften so bald wieder einzogen würde, dagegen ausspricht. Aus Ol. mutz und Kremsicr bringen alle neuesten Nachrichten nichts als versöhnende Ansichten und das neue Ministerium ist sicherlich bereit, den Ausnahmszustai'd so schnell als möglich zu beseitigen, sobald es das Interesse dcr Haupstadt erfordert. Das „Iourn. des östcrr, Lloyd" vom 8 Dec. berichtet aus Wicn vom 7. d. M.: Das große Er° cigniß in Preußen drängt alles Andere in den H!n< tera/und, und liefert überfließenden Stoss für unfere Spalten. Es ist sckwer, auf den ersten Uebcrblick ei-ner solchen That, wie die der Ausiösung der Natiu» nalversammlling und der Octroyirung der Verfassung durch den König von Preußen ist, ein sicheres Ur< theil zu fällen; indessen wagen wir doch den Aus. spruch, daß die radicale Partei in Preußen eine gründliche Niederlage erlitten hat. Niemals hat eine Partei so verdient, schmach' voll besiegt zu werden, als die Linke dcr constitui. renden Versammlung, welche in Berlin tagte. Sie hat systematisch aus die Entzweiung des Volkes mit der Krone hingearbeitet. Sie hat den Staat umstür-zen, nicht ihn neu ausbauen wallen. Sic war gesandt, um Frieden zu begründen, und sie hat den Kri>g heraufbeschworen. Sie hatte schlechte Entzwecke und hat schlechte Mitlcl gebraucht, um sie zu erreichen. Sie war ganz erfüllt von politischem Iesuitis. mus. Die kleinen Fehler, welche die Legierung mach-te, wmden frohlockend als große Vergehen hingestellt und jubelnd dc.zu benlcht, um die Krone u»d den Thron in einen Abgrund zu drängen. Aber die falsch spielten, spielten nicht fein. Die Krone sah ihnen in die Karten, und auch das Volk that es. Die erstere erkannte, daß man sie vernichten, und das Letzten' sah, daß man ihm nicht wohl wollte. — Dcr König von Preußen hat kühn gehandelt, aber auch osse», ehrlich und freisinnig. Er wurde gedrängt, einen gro ßen Schritt zu thun, um seinen, Hause die Krone, um seinem Lande den Frieden zu erhalten, und auf würdige Weise hat er ihn vollführt. Möge es ihm gelungen seyn! Im Hinblick auf die Ereignis in Preußen darf sich jeder Oesterreicher Glück dazu wünschen, daß die Gesinnungen, welche in jenem Lande eine Mehrheit dcr Deputirten erfüllten, in seinem Lande nur eine kleine Minderheit beseelen, deren gefährliche Absichten glücklicher Weise durch ihre Unmacht neulralisirl werden. Kund m a ch u n g. Es hat sich, wie man vernimmt, unter d Lieutenants und Militär-Gouverneurs, Freiherr», von Weiden, vom 24. desselben Monats, das standrechtliche Versahren sür alle Falle überhaupt aufgehoben worden sey. Zur Berichtigung dieser irrigen Meinung sindet sich die Eentral'Commission der k. k. Stadt - Kommandantur l'cranlaßt, aus drn ausdrücklichen Wortlaut der beiden Proclamationen hinzuweisen, nach welchem gegen alle noch zur Untersuchung gebracht werdenden Theil» nehmer an dem letzten im Monate October dieses Jahres Statt gefundenen Aufruhle nicht mehr das standrechtliche, sondern das kricgsrechtliche Verfahre», einzutreten, — da tnngegen die in der Proclamation oom I. November sür die Dauer des Belagerungszustandes gegebenen Bestimmungen fortan unverän oert dort in ihrer Kraft zu verbleiben haben. Nach dem Sinne dieser Proclamation wird auch fernerhin noch standrechtlich behandelt: 1) Wer Waffen verheimlicht und nicht abliefertt 2) Wer einen Militaristen zum Trcubruche zu verleiten sucht; l!) Wer zum Aufruhr reizt, oder einer solchen Aufforderung werkthätige Folge leistet; 4) Wcr bei einer aufrulncrischcn Zusammenrot» tung aus die erste Aufforderung der öffsntlichen Bc. Horde sich nicht zurückzieht, und 5) Wer bei einer aufrührerischen Zusammcnrot< tung mit Waffen in dcr Hand betreten wird. Dieses wird zur allgemeinen Wissenschaft hiermi »erlautbaret. Wien, den 8. December »848. Von der k. k. Eentral'Untersuchungs Commission. Die »Gratzcr Zictung" vom »2. Dec, bringt folgenden Korrespondenz. Artikel aus Wicn vom 9. d M,: Glaubwürdige Privatbriefe aus Prag brach, ten heute die Nactiricht, daß Seine Majestät (Kai» ser Ferdinand) in Folge der letzten Ereignisse noch jetzt so angegriffen seyen, daß Allcrhöchstdirselben durch zwei Tage sogar das Bett liätten hüten müssen. Auch Ihr, Majcstat, die Kaiserin, wird als sehr leidend geschildert. Selbst auf Seine Majestät, un. sercn regierenden Kaiscr, soll die damalige Nachricht, daß Er die Negieruna, antreten müsse, einen solchen Eindruck gemacht haben, daß Er durch volle zwei Tage weder Speise noch Trank zu sich genommen, so daß die um die Gesundheit Höcl'stihres Sohnes schon in hohem Grade besorgt gewesen sey. Das Gerücht, daß Seine Majestät (Kaiser Franz) Eich znr Armee nach Ungarn begeben wol. len, erhält sich noch immer, und heute wird sogar der Ort Schloßhof als derjenige bezeichnet, wo Fürst Windischgrä lz und Baron Icllaiiö, welche morgen Wicn verlassen sotten, Seine Majestät zu erwarten halten. Noch immer aber hoffcn Einige eine friedliche Ausgleichung der ungarischen Angelessenhei° ten, da Bischof Lon ovics, einer der ersten Redner Ungarns, eben in Olmütz angekommen seyn soll, um von Deiner Majestät die Einstellung der kriege, lischen Maßregeln zu erbitten. Wenn sich übrigens das heute hier sehr verbreitete Gerücht bestätiget, daß man Kossu t h in Pesth zum Könige von Ungarn ausgerufen habe, so ist wohl an »ine friedliche Beilegung der Dinge in Ungarn nicht mehr zu denken. Wie man hört, sollen auch die Ungarn eben erst wie. der einen Angriff aus die von den k. t. Truppen bei Theben geschlagene Pontonbrücke gemacht habcn, je. doch ungeachtet die Angreisenden 18.000 Mann stark gewesen seyen, von unseren Truppen mit namhaf. cem Verluste zurückgeschlagen worden jeyn. Authen» tische Nachrichten fehlen leider noch immer und man weiß nicht, welchem dcr vielen Geruch:? man glau» ben soll. 768 Gras Stadion ist, wie man vernimmt, im t Wegrisse, eine Organisirung des Ministeriums des l Innern vorzunehmen und gesonnen, den dermaligcn l Pcrsonalstand desselben bedeutend zu reduciren. Nichts- ^ dcstowcnigcr wurde aber dem Vernehmen nach so « eben der Linzer Polizeidirector Noe v. Nordberg zum t Ministerrathe im gedachten Ministerium ernannt. t In Bezug auf unseren Belagerungszustand ist z wieder «ine kleine Erleichterung eingetreten, indem von jetzt an auch den Gast« imd Kaffehwirthen in 5 den Vorstädten gestattet ist, ihre Localitäten bis l l 5 Uhr Nachts offen zu halten. t Kaiser Ferdinand lebt in Prag sehr zurück- l gezogen. Die Stille des Privatlebens wird dem lei. i denden Gemüthe und der angegriffenen Gesundheit z des guten Monarchen wohlthun. t Jetzt erst zeigt es sich, welcde große Sympa, z thien Ferdinand hier noch immer hatte, wenn « man sich auch darüber nicht tauscht, daß der Strom t der Zcit eines jüngeren Armes zur Regelung bedürfte. ^ In vielen Familien, die bisher für radical galten, i gibt sich bereits ein Umschlag der politischen Meinung c kund, obgleich es an solchen nicht fehlt, welche die c Scclcngröße Ferdinand's nicht begreifen können oder wollen. Es sind aber dieß meist Leute, die ihre s politische Anschauung aus der ersten besten Kneipe Holm, und die, wollte man ihnen zumuthen, sich auch nur ein Mal das Vesperbrot zu versagen, mit Lächeln und Kopsschütteln antworten würden. „_____________ 5 Johann Horvüth. aus Csodno, Oedenburger Co. < mitat in Ungarn, gebürtig, 44 Jahre alt, katholisch, ^. ledig, Schinidgcftllc von Profession und ausgedienter ^ Kapitulant des Inf. Negimenles E. H. Ernst, ist t bei erhobenem Thatbestande theils geständig, theils i durch Zma/nauös^gen rechtlich überwiesen, daß er, s nachdem er am 5. October d. I kurz vor Allsbruch h- der Revolution mit dcm!jüdischen Handelsmann Maler , Spitzer von Nieselburg nach Wien gekommen war, ^ sich hier mit einem aus dem kais. Zeughause entwcn. ^ dcten Karabiner und scharfer Munition versah, mit wel» , cher Bewaffnung er hoher Wahrscheinlichkeit zufolge an ^ den October-Eriignissen Theil nahm , daß er ferner nach ^ Einnahme der Stadt, ungeachtet der durch Proclama» 5 tion Seiner Durchl., des Hrn. Fcldmarschalls Fürsten ^ zu Windischgrätz, und der k. k. Stadt,Commandan^ 1 tur vom l., 13. und 17. Nov. d. I. angeordneten v Ablieferung der Waffen, diesen« allgemeinen, auch ihm « nicht unbekannt gebliebenen Befehle vorsätzlich nicht v Folge geleistet, sondern, nachdem er von dem Kara- 5 bincr, angeblich, um besser daraus schießen zu können, i< die Riemstansze abgenommen hatte, solchen im gela- ( denen Zustande in einen, Magazine in der Leopold- , stadt, nebst einer Anzahl von 27 Stück scharfen Pa. f tronc,l verbarg, wo beides am 4. d. M. bei einer 5 vorgenommenen Haus Revision vorgefunden worden ist, ^ Da Johann Horvi'tth selbst gestand, daß ihm < das gegen die Verbergnng von Waffen angedrohte ^ standrechtliche Verfahren bekannt war, so ist derselbe ^ wegen vorsätzlicher Verhehlung abzuliefernder Waffen uud Munition durch standrechtliches Urtheil vom 7. , d. M. zum Tode durch den Strang condemnirt, und , das Urtheil nach der um !2 Uhr Mittags erfolgten ^ Kundmachung an dc,nfelben Nachmittage durch Er. . schießen mit Pulver und Blei vollzogen worden. ^ Nicn, 7. Deccinbcr »848. , Von der k. k. Central-Untersuchungs-Commission. ,- Johann Urban, von Wien gebürtig, 37 Jahre alt, katholisch, vcrheirathct, vormals als Geschäftsführer in einer Bandsabnk brdicnstet gewesen, und im Juli dieses Jahres zur berittenen Abtheilung der , Cicherhcitswache eingereiht, hat laut gesetzlich erhöbe- ' ncn und richtig hergestellten Thatbestandes und zu ^ Folge scines eigenen Giständnisses, im Einklänge mit ' mehreren Zeugenaussagen, sich am 3l. October d, ^ I. bei seinem Corps krank gemeldet, an demselben ^ Tage aber aus die Elendbastei begeben, dort mit Hilfe von Pn'lttaricrn eine der daselbst aufgcstcll-ten, und gegen die Ech^gbrücke auf das alldort befindlich gewesene k. k. Militär gerichteten Kanonen bedient, dieselbe Nachmittags mit Hilfe von etwa l5 > Proletariern auf die Burgthorbastei gezogen und aus i derselben gegen die k. k. Etallungen, dem Ausstellungsorte der so eben beim Burgthor eindringen wollenden k, k. Truppen mehrmals abgefeuert, dieselbe aber sofort erst bei der offenbare» Unhaltbarkeit des Postens verlassen, um unter Beseitigung aller auf diese seine Theilnahme an dem verbrecherischen Wi> dcrstande hindeutenden Spuren sich in seine Wohnung zu begeben. Derselbe hat sich demnach des Verbrechens der Theilnahme am Aufruhr und an dem bewaffneten Widerstände gegen die Tvupftcn Sr. Majestät schul-dig gemacht lind ist hiefür von dem über ihn abge. haltenen beeideten Kriegsrechte nach Ersorderniß der §Z. 4 — 6 des 62 Artikels der Th. p. G. O. und zu Folge der Proclamationen Sr. Durchlaucht, des k t. Herrn Feldmarschalls Fürsten zu Windisch grah, vom 20. und 2.". October durch Stimmen-einhelligkeit zum Tode mit dem Strange vcrurtheilt, diese Strafe jedoch von Sr. Durchlaucht dem Herrn Fürsten Fcldmarschall in milder Berücksichtigung sei-ncr mit der Aufrichtigkeit des Geständnisses verbundenen innigen Reue in die Strafe l2jährigcr Schanzarbeit verwandelt worden. Dieß Urtheil ward demgemäß auch am heutigen Morgen kundgemacht. Wien, am 9. December >848. Von der k k. Central-Untersuchungs-Coinmission. Alexander Skarbek v. Leszczynski, aus Wien gebürtig, 46 Jahre alt, katholisch, ledig, Privatier, ehemals k. k. Lieutenant, letzterer Monate Chef des Nationalgarde-BczirkesNr. I., hat laut erhobenen That' bestandcs lind seines mit demselben übereinstimmenden Geständnisses, nicht nur den Pflichten eines redlichen Staatsbürgers überhaupt zuwider, sondern selbst, uneingcdcnk des bei seiner Quittirung als kaiserl. königl. Officier anögesteUten Reverses: Nie. mals gegen das allcrdurchlauchugste Erzhaus Oesterreich streiten, noch dessen Feinden einen Vorschub oder Hilfe leisten zu wollen, dennoch an dem be waffncten Aufruhr im Monate October auf mehrfache Weise dadurch sehr thätigen Antheil genommen, daß er, ungeachtet der Proclamations vom 20. und 2ll. October, die Verbarricadirung des Schottcnthores im i5inverständnisse mit Mcsscuhauscr bcwcrkstel ligte und bis zur' gänzlichen Erstürmung der Stadt durch die k. k. Truppen im Bezirke Schottenvierttl alle möglichen, zur Festigung eines hartnäckigen Widerstandes geeignet gewesenen Maßregeln getroffen; daß er sogar am l8. October eine Mission, um die Stellung und die Stärke der an der österreichischen Gränze stehenden ungarischen Armee und ihre Stimmung für den Wiener Ausstand auszuforschen, in das feindliche Lager willig übernommen, und nach seiner Rückkehr nach Wirn von dieser Sendung dem ohnehin aufgeregten Publikum in einem Placate llclo. N, October auf eine noch mehr aufreizende und zum hartnäckigsten Widerstände crmuthigcndc Weise Kunde gegeben hat. Alexander Skarbck v. Leszczynski hat sich demnach des Verbrechens des Hochvcrrathes und der Theilnahme an dem bewaffneten Ausrlihre schuldig gctnacht, und ist hiesür im Grunde des 5. Kriegsartikels so wohl, wie des §. 52 des Civil-Strafgesetzbuches, endlich nach dem Wortlaute der Proclamationen Sei.-ner Durchlaucht, des k. k. Herrn Feldmarschalls Fürsten zu Win dischgrätz , . 20. und 2.;. October, in dem über ihn abgehaltenen beeideten Kricgs-rechte einstimmig zur Todesstrafe mit dem Strange uerurtheilt worden. In besonderer Berückslchtigung jedoch der von ihm an den Tag gclegtcn aufrichtigen Reue, haben Seine Durchlaucht, der Herr FcldmarschaU, diese Strafe in jene des zwölfjährigen Festnngsarrestes zuverwan» dcln befunden, worauf das Urtheil heute kundgemacht und in Vollzug gesetzt worden ist. Wien am !). December l848. Von der k. k. Central-Untersucbungs Commission, U n g a r u. In Pcsth und Ofen herrscht die Cholera. I>, den letztvergangenen Tagen ist sie, besonders in Ösen, in voller Kraft ausgcbrochen. Bis jetzt hat sie groß tenthcils in der von ihrer Unreinlichkeit bekannten Waffcrstadt gewüthet; in dem am Blocksberge ll> genden Etadttheile und in der Festung hat sie noch kein Opfer geraubt. Am 24. October hielt die Stadt eine Nepräscntantenversammlung und beschäftigte sich firößtcntheils mit den Anstalten gegen die Cholera. Da der Bürgermeister anzeigte, daß die Kranken in dein gewöhnlichen Spitale keinen Platz hätten, ward beschlossen, die Aßalaische Caserne in ein Spital um» zuwandeln. Aermeren Kranken ist die Stadtapotheke umsonst geöffnet. Von Seiten der Repräsentanten wurde in einer Sitzung der städtischen Abgeordneten der Antrag gemacht, das immerwährende Läuten mit der Todtenglocke abzuschaffen, da hierdurch die Be» völkerung nur in Angst gesetzt wird. M ä h r e n. Olmütz, 5. December. Die Deputation des constituirenden Reichstages, welche am 3. December Sr. Majestät die Glückwünsche der Volksvertreter zu Allerhöchstsciner Thronbesteigung darbrachte, über» reichte hicbci folgende Adresse: Euere Majestät! Mit freudigen Gefühlen begrüßen wir den Ne. gierungsantritt Euercr Majestät. Gestatten Sie uns, Höchstihncn unsere ehrerbie» tigen Glückwünsche darzubringen. Durch die freiwillige Thronentsagung Seiner Majestät F er 0 i n a n d I., Ihres kaiserlichen Oheims, und die Vcrzichtleistung Höchstihres Vaters auf den constitutionellen Thron berufen, werden Eucre Ma> jestät alle Ihre Völker mit derselben Liebe und Huld umfassen, wie Allcrhöchstdcro Vorgänger im Reiche, lind wie Er werden auch Sie in dem Vertrauen und der trencn Anhänglichkeit der Bewohner der Monar, chic Entschädigung sindcn für die Mühen und Sorgen der Regierung. Der Reichstag, durchdrungen von der Wichtig, kcit seiner hohen Ausgabe, wird es sich angelegen seyn lassen, seine Kräfte unausgesetzt dem großen Vcrfas. sungswcrkc zu widmen, und auf diese Weise den Erwartungen Eucrcr Majestät und der Völker zum Ge. dcihen des gemeinschaftlichen Vaterlandes zu cntspre. chcn suchen. Eucrcr Majestät ist von dein Lenker der Weltgeschicke dcr hohe Beruf bcsehieden, die von Ferdinand dem Gütigen gewährte Freiheit zu befestigen, gegen alle Stürme zu schützen, und alle Wunden der Vergangenheit zu heilen. Freie Institutionen sind die festesten Stützen des Thrones, und für den Monarchen ist es ein erheben, dcs Bewußtseyn, die Geschicke freier Völker zu lenken. Hoch unser constitutioncllcr Kaiser Franz Joseph der Erste! Kremsier am 2. December «848. Für den constituirenden Reichstag. Der Vorstand. Franz Smolka m z,. Präsident Ignaz Streit m. p. Schriftführer. Se. Majestät geruhten hierauf folgende Worte zu erwiedern: .Ich empfange mit wahrem Vergnügen die Adresse des conslituircnden Reichstages. Obwohl eben erst zur Regierung gelangt, sind )hncn Meine Wünsche, Meine Absichten bekannt. In meinem Maniseste von, gestrigen Taf,e, so wie durch die Erklärungen Meiner Minister, habe Ich Mich darüber unabänderlich, unwiderruflich ausgesprochen. Ihnen, meine Herren, liegt es nun ob, ihre große Aufgabe bald, und zum Heile dcs Staates zu lösen. Setzen Sie mich bald in die Lage, den Ver-fassungsentwurf, den die Völker mit Ung/ould crwar, ten, zu prüfen, und ihm Meine kaiserliche Sanction zu ertheilen." Der ..Oestcneichische Correspondent« vom ,0. De. cember berichtet aus Olmütz, 6. December: Fünf Sitzungen des Reichstages in Kremsier sind vorüber. Wenn die eine derselben auch nickt dem constituiren» den Werke gewidmet war, sondern den hochwichtigen 769 Staatsact der kundgemachten Tdronoevänderung »n sich sckloß, so geben doch die andern uns vor der Hand einige Gelegenheit zu urtheilen, ob die Par teicn aus dcr Neilschule sich unverändert hierher gc-pfianzt, oder ob ihre Korphyäen nicht zu Aristocraten in dem Sinne geworden - das; sie nichts gelernt und nichts vergessen. Wir würden dieses in dein Zustande, worin wir uns jetzt befinden, sür ein großes Unglück halten, weil wir dadurch nur wieder schroffe Parteien, aber keinen einigen Reichstag erhalten würden, und wenn wir auch eine absolute Einigkeit aller Fractio-nen in keiner Kammer überhaupt sür möglich, ja un^ ter gewissen Verhältnissen nicht einmal für wünschenswert!) halten, bei uns glauben wir in einem anderen Falle zu seyn, weil es da eine doppclte Oftposition, die nationale und politische gibt. So lange nach bei-den Seiten hin die Elemente sich schroff gegenüber stehen, schlt es dann natürlich an jedem Mittel der Einigung, und dieses halten wir in unserer Zeit un-ter den gegenwärtigen Verhältnissen sür so unumgänglich nothwendig. Wir hatten freilich geglaubt, daß die Kammcrmitglicder aller Parteien ebenfalls von diesem Gedanken ergriffen, einen neuen Weg in Kremsicr einschlagen würden; die ersten Sitzungen haben uns aber in diesem Glauben wankend gemacht, in so fern wir das beliebte Manövcr der Frankfurter Linken, die namentliche Abstimmung, auch hier ohne alle Ursache aus's Tapet gebracht sehen. Wir gestehen es. daß wir gar nicht böse darüber sind, zu sehen, wie die Linke eine dcr wichtigsten W.'ssen des parlamentarischen Kampfes so ganz ohne Noth abnutzt, aber wir bezweifeln, ob ihr Arsenal reich genug ist. Dieselbe Zeitverschwedung, dieselbe Verzögerung des Geschäftsganges, den man früher durch die Hetze der Interpellationen hervorbrachte, scheint man nun durch dleses Manöuer fortzusetzen. Jedoch wollen wir die Hoffnung auf vielleicht spatere Erkenntniß nicht abstreiten, da wir sehen, dasi die Lehren dcr neuesten Zeit eine gewisse Partei unseres Mrichstages nicht unberührt gelassen haben. Dcr Vorrcitcr dcr Linkeil hat bei der kurzen Konversation über den letzten Vortrag des Finanzministcrs ein sehr wahres Wort gesprochen, indem er mit Hinwcisung aus die Steucrvcrwcigcrung der Berliner National-Versammlung es aussprach-. die Verlegenheiten dev Regierungen kommen den Völkern nachträglich theuer zu'stehen. —Wohlan! dicscn Ausspruch als tiefinncrste Ueberzeugung immer vor Augen gehalten, und die Brücke zur Einigung __ nämlich zur Verständigung, zur Vereinbarung ist gesunden. Reichstags - berichte. Fünfte Sitzung des österreichischen Reichstages in Kremsicr. Donnerstag, den 7. December. Anfang der Sitzung ll Uhr. Vorsitzer: Präsident Smolka Auf dcr Ministerbank: Kraus, Bach, Stadion, Thicnseld. Präsident Smolka erstattet Bericht über die Aussülming des Kammcrbeschlusses: Eine Deputation an II. KK. Majestäten in Olmütz und Prag ab.-zusenden. Seine Majestät, der Kaiser Franz Joseph, nahm die Deputation sehr wohlwollend auf und äußerte den Wunsch, die Kammer möge bald den Versasfimgsentwurf Seiner Sanction unterbreiten. Hier^if reisten die Abgeordneten nach Prag, und obgleich Se. Majestät, der Kaiser Ferdinand, teincDcputatioilcn empfängt, wurdc dennoch der des Reichstages eine Audienz bewilligt, bei welcher der Präsident die an Se. Majestät gerichtete Adresse im Auszüge vorlas, und die Antwort erhielt, daß Sc, Majestät, der stets geliebte Kaiser Ferdinand, es zum Wohle Seiner Völker für zweckdienlich erachtete, die Krone in die Hände Seines thatkräftigen Neffen zu legen. Hierauf kamen die unausbleiblichen UrlaubSgc. suche (auch Wessenberg verlangte, und erhielt ei.-ncn «wöchentlichen Urlaub), Prüfung der Wahlacte, woraus die Verhandlungen über die Geschäftsordnung fortgesetzt, und ein Paragraph hinzugesetzt und angenommen w»r?e: dasi die Amtsblätter dcr Provinzial.Zci. tungen die stenographischen Berichte dcr Sitzungen so schnell als möglich liefern sollen. In Abwesenheit des Ministerpräsidenten beant. ^ wortet der Minister des Innern die Interpellation Schüfe lka'ö in der Art, dasi Oesterreich keine.'', wegs unter militärischer Dictatur stehe, sondern, dasi alle Acte von der Regierung ausgehen, und dicsel. be auch dafür jede Verantwortung übernehme. Die Ausnahmezustände in Wien und Lcmbcvg sind die nothwendigen Folgen der dortigen Ereignisse, lind wie zahlreiche Adressen dcr Ncpläfentantcn jener Städte beweisen, dem Handels, und Gcwcrl öbcttiebe keines, wegs hinderlich. DaS Kriegsgericht ist eine Folge des Belagerungszustandes, und auch diesem werden zu> >!l,'littheil»ng sür Eivilpevsoncn Beisitzer aus dem (äivil-stände beigezogcn, und was die Hinrichtung B l u m's betrifft, so haben die lnehcr gesandten Reichscommis-säre aus den Acten ersehen, daß das Militärgericht gewissenhaft nach den bestehenden österreichischen Gesetzen gcurtheilt habe. Auf dessen Eigenschaft als Mitglied des Frankfurter Parlaments konnte keine Rück sicht genommen werden, weil die Beschlüsse vom '<^. und 30. September von dcr Eentralgewalt nicht os. sicicl dcm österreichischen Ministerium bekannt ge macht wurden, und überhaupt in so lange sür uns nicht maßgebend seyn können, bis die beiderseitige» Verhältnisse Oesterreichs und Deutschlands zu einander festgestellt sind. ^n diesem ^inne sind den, österreichischen Bevollmächtigten bei der Ecntralgcwalt die entsprechenden Weisungen zur weitcrn Mittheilung an dieselbe zugegangen. Schu scl t'a verlangt dieDrucklegung dieser Er. klärung. Dcr Antrag wird jedoch verworfen und mil der Lesung dcr Geschäftsordnung sotta/fahiel!, wobei dcr Abgeordnete Neuwall auf eine schicklichere Unterbringung dcr Journalisten hinweis't. Die Sitzung wurde gegen 2 Uhr Mittags geschlossen, und die nächste auf Montag den !l. festgesetzt, Lombard. Vcnctmmlchcc. Sömgrcich. Vor Venedig, 2l. November. Die Tragödie der altcn Dogenstadt geht ihrcr Katastrophe entgegen. Die neuerliche Erhebung der ultraitalienischen Elemente in Süd-Italien, die Verlegenheiten des Papstes werden uns nicht lange in müßiger Zuschauer jchast hier hcrumlagern lassen. Es heißt, sobald die Sachsen in Ungarn in Ordnung seyn werde», wer den wir vorrücken, um Italien auch jenseits des Po zu besetzen. In den Zuständen Venedigs selbst hat sich wenig oder gar nichts geändert. Interessant dürfte es sür Sie seyn, Ihren Lesern mittheilen zu können, daß Manin, die Seele der jctzigcn provisorischen Regierung, in gerader Linie von dcm letzten Dogen von Venedig abstamme, der ebenfalls ein Manin war. Wie wir hier außerhalb hören, beschränkt sich alle Thätigkeit dcr Venctianer in dcn, Momente auf Eol-lectcn und andere Operationen, um dcr Fina»zveri> gcnhcit entgegen zu arbeiten. Ein interessantes Seitenstück zu dcn >5 Nobili, die dcr Marschall Gras R ad c hl y den größten Theil dcr Kricgösteuer tragen läßt, bilden vier ^mbardcn, Georg Naimondi, Maximilian Stampa, Jacob Poldi, Vitalino Erivelli, welche t>00 Stück vcnetianische Attien des italienischen Anlehcns zur Unterstütznng Venedigs genommen haben. Diese kosten 30.0N0 Frcs. Aus die Prämie von ;o Proccnt, die dem Abnehmer von l0 Acticn zu Gute kommt, haben sie verzichtet, — Vorgestern hat in dcr Kirche St. Giovanni und Paolo eine solenne Todtenmessc zu Ehren dcr für Venedig Gcfallcncn Statt gchal't. Sie soll ungcmein besucht gewesen seyn. Ein Maestro Antonio Dcval hat ein eigenes Requiem für diese Gelegenheit com ponirt. Ein Flüchtling aus Treviso, Abbate Giamba-tista Rambaldi, hielt einen langen Sermon, und dcr Cardinal-Patriarch selbst sungirte am Altare. Nach Berichten aus Mailand vom 3. d. M. herrschte alldort fortwährend Ruhe. Bologna war nach Eingang dcr Nachricht von dcr Flucht des Papstes in großer Ausregung, allein es ist bis zum 20. Nov. zu keinem Ausbruch einer Volksbewegung gekommen. General Zucchi hat den Freiichaaren des Garibaldi das Vorrücken gegen Bologna verwehrt und diesem Partisan eine tüchtige Schlappe beigebracht. Ein Eou rier aus Livorno brachte die Nachricht, daß dcr hei-lige Vater in Gatta gelandet und sich unter dcn Schutz des Königs von Neapel gestellt hat. Die Minister von England, Frankreich und Spanien wa,en in sei- n.i Begleitung. RVm w,,r ^.,iz!ich der Anarchie ver» lallen, eben so Ancona. In Civitavecchia flattert die dreifarbige ^ahne neben dcr Päpstlichen. Römische Slmttl'ü Die „Allgem. Zeitung" vom!). December meldet aus Rom vom 27. Nov,: Die Flucht des Papstes hat aus alle Parteim cinen sehr tiefen Eindruck ge» macht. Die Liberalen haben sich das Wort gcgeben, ;u tl'un, als wenn nichts geschehen wäre, und über-wachen daher die ö^ntliche Ordnung eifersüchtig Das von dem Präsidenten der Deputirtenkammer veröf.' scntlichtc Manifest schärst dcr Bevölkerung nickt bloß von Ron,, sondern von dein ganzen Staat tic Noth» wendigkeir ein, sich vor dcn Augen von ganz Europa freier Institutionen würdig zu zngen. Und in der That herrscht seit der Bekanntmachung dieses welthi» storiscden Ereignisses überall die musterhafteste Nuhe. Die Freunde des Papstes athmen frei auf, ihn frei zu wissen; die Fo>tsch>ittsmänncr fühlen deutlich, wie viel auf dem Spiele steht; nur dcr gemeine Mann und die Fvcmdcn zeigen sich ängstlich, und vergangenen Sonnabend sollen sehr viele Pässe eingefordert worden seyn. Viele Leute verscharren ihre Habe, An> dcre haben sich sogar verp>ovianti>t. Der Schreck hat bekanntlich wedcr Sinn noch Verstand. Die Libera-len verdenken es natürlich dcm Papst, daß er sich ihrem Schutz entzogen habe. Niemand habe ihm ja ein Haar gekrümmt. Die Mythe aber berichtet, er habe auf seinem Tisch bei den abgelegten Priesterklei» oem vier Kugeln, die er i» seinen Zimmern aufgele» sen hlibe, zurückgelassen, und sey verkleidet bei nächtlicher Weile durch das Thor entkommen, welches noch frische Fcucrspurcn zeigte. Bekanntlich hatte man e-5 beim Sturm vom ll».Nov. angezündet. Zur Flucht soll ihn die täglich näher rückende Gefahr, sich aus's Neue zum Schild dcr revolutionären Bewegung erhoben zu sehen, bewogen haben. Der Plan der Constituante, welche weder in Turin, noch in Toscana hatte Fuß fassen können, war offenbar der gewesen, von Rom aus ganz Italien aus's Neue in Revolution zu vcr-setzen und die Unabhängigkcitssrage rasch und blutig zu lösen. Der französische Botschafter, der die gewaltsame Herbeiführung der französischen Intervention hcit vereiteln hellen , wird jetzt ein Earlist geschimpft. Marti nez della Rosa scheint de» Papst, wie cs heißt, auf ein spanisches Schiff begleitet zu haben. Das „Gior-nale Romano," welches das Organ dcr geistlichen Re» gierung des Papstes war, lM seit vorigen Donner» stag aufgehört zu erscheinen. Ein Eorrcspondent dcr »Augsb. Allg. Ztg ' meldet ferner aus R o m v 30.Nov : Ueber das Entkommen deS Papstes kann ich jetzt folgende mir verbürgte Einzel' hcite» nachtragen, die Ihrc Leser zur Berichtigung der andern, reicher ausgeschmückte,, Schilderungen, welche auch die neapolitanischen Blätter liefern, be. nnycn mögen, Dcr baicrische Gesandte, Graf Spaur, welchen der bedrängte Kirchen fürst in den Tagen der Evisis in's Vertrauen gezogen hatte, war bereits am Morgen des 2-l. Nov. von hier abgereist und hielt in GaUora, einem einsamen Icsnitenconvent zwischen Albano und Ariccia, Postpscrde zur Weiterreise nach der neapolitanischen Gränze bereit. Abends spät hüllte sich der Papst in einen E.ndinalsn'antel ein und setzte sich in einen dcr bercitstchenden Wagen, welcher ihn nack Giardino Eolonna brachte, von wo er zu der Wohnung des französischen Botschafters hinab-stieg. Nach kurzem Aufenthalt stieg er dort in einen Wagen, welcher ihn nach GaUora brachte, wo der baicriscye Gesandte seiner harrte, sich selbst, in einen Pelz gedüllt, auf dcn Bock setzte und den heiligen Va-ter wohlbehalten über Terracina nach Gaeta brachte. Die Flucht ist cbcn vor Thorschluß gelungen. Denn allen von Ancona undFulingen eintreffenden Manifesten dcr democratischcn Elubbs zufolge, hätte die ita-licnische Eonstituante ihre Sitzungen aus dcm Eapi-tol schon begonnen haben sollen. Solche ausschweisende Ideen hat nun die erfolgte Wendung der Dinge auf ein Mal beseitigt. Urbri^ens denkt das gegenwärtige Ministex'um auf dem betretenen Weg fest voranzu-schrciten. In Bologna besteht ein Eonftict zwischen den Progressisten, welche durch Znechi in Schach ge. halten werden, und den Gemäßigten, welche, wenn Ue bei Krast bleiben, den Papst bitten wollen, das Ministerium zu ändern und die Kammern nach einem Ort zu verlegen, der ihnen Freiheit dcr Discussion vergönnt, was in ^om natürlich nicht der Fall ist. .«Qente: „Schau sp ieler u >< dTeil tanz er.« Verleger: Ja«. Al. Kleinu» ayr. — Verautwvrtlichcr Nedactenr: Leopold Kordesch. ^ ^» c» x ^"" Z. 22UI. (y Für Schlittschnhsahrcr. Um durch cin möglichst gesichertes Erträg-niß mehr Sorgfalt auf die Erhaltung und Reinigung der Eisbahn am sogenannten »Kern« in der Tyrnau verwenden zu können, hat der Unternehmer derselben, I. Ferkou, ein Abonnement mit I st. 2U C. M. für Erwachsene und 1 fl. C. M. für Kinder unter 15 Jahren zur Benützung der obbcnanntcn Eisbahn während ihrer ganzen Dauer eröffnet. Dagegen verbindet er sich durch tägliches Abkehren und Begießcn der Eisbahn, deren Benützung (Donnerstags und Feiertags Nachmittag ausgenommen) ausschließlich den Abonnenten zukommt, im besten Zustande zu erhalten. — Abonnements - Karten sind in der Handlung des Herrn Cantoni am Platz und in der frciherrl. Iois'schcn Eisenniederlage am Rann zu haben. Z. 2292. (1) Antrag. Endcsgefettigter bringt hiemit zur Kenntniß, daß er bereit sey, für die k. k. pr. Zucker - Raffinerie zu öaibach Seile, und zwar den Centner um 15 fi. (Z. M. billigeren Preises, mit der Gut-stchung einer, die Hälfte der Zeit längeren Dauer derselben zu liefern, als jene von einem in dieser Hinsicht ganz unerfahrenen hierortigen Bauer ge-lieferttn, — der diese Seile, obwohl zu Laibach sechs sachkundige Seilermeister bestehen, von auswärts her bestellt und dieselben nun schon durch mehrere Jahre in obige Raffinerie liefert. Laidach am 13. December 1848. Peter Iukich, Seilnnmsler, in der Polana-Vorsladl Haus Nr. 33 zu L^ibach. Z. ^226, (5) Am alten Markt Nr. 159 ist das Berkaufs - Gewölbe, welches sehr groß und trocken ist, für die kommende Georgl - Zeit zu vermie-then. Das Nähere erfährt man nn ersten Stocke. Bei l^u NYI8 KI^lWNIi, Buchhändler in Laibach, sind nachstehende Schul - und Hilfs-bücher zu haben: Boz^i's Ccmmrsations-Taschenbuch der italienischen Sprache mit deutscher Erklärung. Nebst einer Eammlung besonderer Redensarten, Briefe und kleiner schriftlicher Aufsatz.-. Fünfte verbch sctte Ausiaqe. Wicn 1847. 4« kr. Kurzgefaßtes lateimsch-deutscheä und deutsch, lateinisches Handwörterbuch, mit einem Verzeichnisse lattmischer Abbreviaturen und geographischer Namen. Neu bearbeitet von M. O. Kreußler Stereotyp-Ausgabe. Leipzig 1811 fl. 2 30 kr. Nagn l r 'ü deutsch-lateinische Phraseologie, nach den desten Quellen zum Gebrauche der studierenden Iuglnd gänzlich umgearbeitet von Ignaz Scibt. Prag 1817. si.' 3. 15 kr. K ä r ch c r, kleines deutsch - lateinisches Schul-wöllnbuch, Zwlite, bedeutend vermehrte Aus^ gade. Etuttfart 183«. Geb. 45 kr. — Lateinisch - deutsches Schulwörterbuch in etymologischer Ordnung. Dritte verbesserte Aufl. Stuttgart 1843. ft. 1. 30 kr. George's kleines lateinisches Wörterbuch in etymologischer Ordnung Siebente, ganzlich umgearbeitete Aussage des kleinen Scheller'-schen etymolog. Wörterbuches. Leipzig 184». G eb. si. 1. 15 kr. Einladung zur Prännmeratian auf die Grazer Zeitung für das Jahr 1 9^9. Beinahe im Mittelpuncte Oesierrcichs gsleqen, ist unsere Heilung bemfen, ein Organ dieses Ge» slnnmtstacitcs zu scyn. Wir erhallt!« aus allen Theilen der Monarchie und Dculschlands schnelle Corre» spondenzen. Die Redaction selbst hat sich übel zedes P^nei'Äenicve gestelli, und uersolqt in ih»«m Hrieden das Zicl einer auf Rechl, Wahrheit und Hicie si.h fußenden Fveihcic, die allen Volkelschafltl, des großen Lander» (^oinpleres ihre Naiionalrechle inoglichst gewahllcistc,! soll. ._ Einen entschiedenen, aber besonnenen Fortschritc zu fö>dei'n, lie?U ii, oer A^l^ade, welche sich ll'isere Zeitung zunächst festgesei)t hac und kräslig zu uerwirlliche,, strebt. D>e Hlazer Z.ilUiig ecscheinl täglich und wird mil der Post auch täglich an die Orte außer Graz versendet; derselben wird, wie biöhcr, das Provincial» «mtb« und Inlelliqenzblalt und dreim-U die Woche das delletristische Blatt,, d er Volkz freu nd" bcigrgeben. Die äußerst dlllig gesteUlen Präuumerations. Preise snr die täglich in Groß-Folio-Format erschmiende (^vazer Zeilung sind'. ») im Orle Graz: ganzjährig >tt fl., haldiä'hrig 8 si. und vierteljährig.....4 fi. C. M. b) bei allen Postämtern mit täglicher Zusendung umer (äouucrt ganzjähng .... 20 „ „ ,. „ ^, „ halbjählia .... 10 „ ,^ Jene verehrten Abnehmer, welche die Zeitung mit der Post zuwendet wünschen, belieben die Pra. numeralion bei den Postäimern möglichst bald einzulcilen, damit die Zusendung derselben mil ». Jänner >849 plincllich ei folgen könne. Oraz, Unfanqs December I81i8. Der Verlaq: D i e R e d a c t i o n - Andreas Hieykam's Grben. Schulheim FirbaS. Bei Iah. Giouti ni in Laib ach ist zu haben: (^Zu dczichcn auch dnrch Weypustck m Neustadt!.) Bakewell, F. C. Die Gewißheit eines Lebens nach dem Tode. 8. Nord- hauscn 1837. 3« kr. Frcr prnsMMige populäre medicinischeSchriften: 2lbicht, W. 0l-. Der Arzt für Diejenigen, welche an Verschleimungen leiden. 8. Nurdhauftn l8-j« 3ll kr. Bianchon, H. l)r. Die Krankheiten der Greise. 8. Nordhausen 1845. i si. Dietrich, ^l. Das Zahnen der Kinder. 2. Aufl. 8 Nordh. 1845. 45 kr. Dr 0 uinet - I 0 uclun, Dl. Von der Abmagerung u. 'Abzehrung. 3. Ausi. 8 Nordhausl'n l8!7. :j« kr. Nichter, F. F. Die Impotenz (Unvermögen) und deren Heilung. 8. Nvrd- lMlscn I^4!i. ^5» kr. -------C. l)l-. Der Schlaf und die Schlaflosigkeit. .,. Nordh. 1845. 3« kr. -------M. F. l)>'. Unfehlbare Hcilullg des Krebses und dicken Halses. 8. Nordyausl'n. 45) kr. Worlstone, F. Nl. Die Kahlköpfigkeit und ihre Heilung. 9. Auflage. 8. Nordhausen 16 l«. 30 kr. Z. 228U. (I) Auch ist daselbst zu haken: Porträt des Kaisers rN^n^ dto. des Grafen v. i^ton,-. Jedes Bild, ftin lithographirt vl)n Krihubcr, um l si, C. M. F ev >lr r iv oh! fcile NilÄrrbücher zu NWnhnachtVgeschenken. in großer Auowahl und zu Prisen von tt, l0, 12, 15», ltt und 21 kr. u. s. w. Bei FspMeFZ MF^iFVIFZ^MF' in Lalbacl) ist erschienen und zu haben: Wand- und Gefchäftskalender auf das Gemeinjahr 1U4». Ill 3 Blättern. Aufgezogen. 15 kr. auf das Gemcinjahr R849. Aufgezogen 10 kr. Ferner wird in diesen Tagen erscheinen: I ^ 8 v » NI» » ^ k ü N v ü » auf das Gcmcilliahr itt^t). 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