Laibacher Zeitung. .1^ »»I. Samstag am »«. Juni «»H«. Die „Laibacher Zeit,.nq" erscheint. ^'l? ^? «'V"V' '"" ^ '°""U ^" Ä.'.'age>. im H°».vt.ir qanzjälnig ,, .!,. halbjäftriq H il 3« lr ...,. Kre»^l'a»d im il.mpl.ir ^nz.ahr.ss ^ Z',' b«b'^ ., ...'s Hans ,m. l)a l b iab ri q W ü. mel,r zu e.ttncht.n. M . är '/ö.svor n.liqe ^inich.,»,.»., .'< s'., ,nr ^v.,».al.qe ^ ''^'^' ^g^, lr C V I.'ttr.le f„s ,2 Z.-. e>, losten l ft. für 3 Mal. .M f,, s„. 2 Mal >.»d 4U f.- fi.r 1 M. I einn chc. , "»l d ^,. ^ll'.,h.c" ist »ach d.n. „Pwu>,.,'N,chm Gesetze Vom <.. Novcx.der l. I. fuv I„,l't,o»sstä»,P.l"noch !<> fr. si.r eine j.-oe?».alige Einschaltung hin^u ,„ reckn,, k.nz»,c,)c.!t.». Amtlicher Theil. ^Ve. k. k. apostol. Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 4. Iuni d. I. dem Venedigs Finanzpräfecten, Präsidenten Johann Freiherrn von M algrani, bei seiner Znrückversetzung in den wohlverdienten Ruhestand, in Anerkennung seiner stets bewährten treneu Anhänglichkeit an das allerhöchste Kaiserhaus und seiner ausgezeichneten Dienste, die geheime Rathswürde tarfrci allergnädigst zu verleihen geruht. Se. k. k. apostol. Majestät haben unt allerhöchster Entschließung vom 1. Juni d. I., das an dem Ca-thedralcapitel in Como erledigte Diaconal-Canonicat dem Pfarrer von Dizzasco, Angelns Cattaneo, allergnädigst zi, verleihe» geruht. Se. k.k. apostol. Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 4. Juni d. I. geruht, die bei der Staatsbuchhaltung zu Venedig in Erledigung gekommene erste Vice>Directorsstelle dein Vorsteher der dalmatiuerStaatsbuchhalttmg, StaatsbuchhalterHranz Cctertig, allergnädigst zu verleihen. " Se. k. k. apostol. Majestät haben mittelst allerhöchster Entschließung vom 2. Juni k I., den bei dem Pesther Kriegsgerichte als Kanzleidirector fungi-renden Rittmeister-Auditor, Ignaz Bilko, des (5n-, rassier-MögimentS Klilsl'r ^'ldiuand ??l. 4, imtcr Belassnng in seiner dermaligen Dienstesverweiiduug zum Major-Auditor allergnädigst zu ernennen geruht. Se. k. k. apostol. Majestät haben mitelst allerhöchster Entschließnng vom 2. Juni d. I., dem Nitt-meister-Auditor Franz Keller, in Berücksichtigung seiner vieljä'hrigen und guten Dienstleistung den Charakter eines Major-Auditors allergnädigst zu verleihen geruht. Se. k. k. apostol. Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 9. Mai d. I., den Consular-Agentcn zu Chartum, Dr. Coustautin Neil), znm Honorar-Viceconsul daselbst allergnädigst zu ernennen geruht. Se. k.k. apostol. Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 3. Juni d. I.. den Docenten der Chemie an der Wiener Universität, Dr. Franz Schneider, zum Professor der chirurgischen Vorbereitnngs-Wissenschaften an dem feldärztlichen Zöglings-Institute einstweilen provisorisch zu ernennen geruht. Veränderunsseu in der k. k. Armee. Se. kaiserliche Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Heinrich, Oberst vom Inf.-Rcg. Erzherzog Carl ^lr. .!, wurde <,un luli., zn Großherzog Ludwig von Hessen Infanterie Nr. 14 übersetzt. Am 7. Juni 1862 wurde in der k. k. Hof-und Staatsdruckerei m Wien das Vl. Stück des ^llgemeineu Neichsgesey- uud Regierungsblattes vom ^hre 18«2^ ^^^g h^her noch nicht in allen ^ oppelausgaben erschienen ist, in der serbisch- und un "v/V^ deutschen Doppclausgabe ausgegeben l Ebenfalls am 7. Juni 185l2 wurde rbcnda das XXV. Stück desselben Geseyblattes vom Jahre 1«l»1 in der romanisch-deutschen Doppelansgabe ausgegeben uud versendet. Am i>. Juni U>.')2 wurde ebenda die polnisch-deutsche Doppelauogabe der, bisher nur in der deutschen Allein-, dann der italienisch, magyarisch-, böhmisch-, croa tisch- und sloven ischdeutschen Doppelausgabe erschienenen Beilage zu Nr. 244 im I.XlX. Stücke des allgem. Neichsgesey-und Regierungsblattes vom Jahre 1861, enthaltend dcn allgemeinen österreichischen Zolltarif, ausgegeben und versendet. Am .'>. Iuui I8li2 wurde auch die zu den Doppelausgaben gehörige deutsche Cursiv-Ausgabe des alphabetische»! Repertoriums zum Jahrgange 18llO des allgemeinen Reichsgeselz- und Regierungsblattes ausgegeben nnd versendet. 28ien, am 8. Juni l8.^2. Voul k. k. Nedactionsbureau des allgemeinen Neichs-gesey- und Regierungsblattes. Nichtamtlicher Theil. Laibacb, 12. Juni. Hente Morgens um 4-'^ Uhr find Se. k. k. Hoheit der dnrchlanchtigste Herr Erzherzog Johann mit dem Frichtraii, aus Graft h,er eingetroffen, und habe» uach dem im Gasthoft „zur Stadt Wien" genommene» Frühstücke die Reise nach Triest sogleich wieder fortgeseyt. Gorrespondenzeu. Gratz, 8. Iuui. z Die das ueue Strafgesetz und die Preßord-uung betreffenden kaiserlichen Patente und Verordnungen sind hier vom juridischen Publicum sowohl, als von Laien außerordentlich güustig aufgenommen worden. Der uun durchgeführte Gruudsal), daß alle Verbrechen, Vergehen und Uebertretungen durch die Presse nach den allgemeinen Strafgesetzen zu behandeln sind, ist so einfach und dabei so uatiouell, daß man bei ruhiger Ueberlegung gar nicht begreift, wie man jemals davon hatte abweichen können; denn was soll denn der Umstand, daß das Mittel, womit die strafbare Handlung begangen wird, eiu anderes ist, für einen Unterschied im Principe begründen? Nur wegen der größern Wirkung und größeru Gefährlichkeit ließe sich eine raschere Procedur uud eine strengere nnd sicher ere Bestrafung rechtfertigen; allein gerade die von der gewöhnlichen Gerichtsbarkeit ab-weicheudeu Förmlichkeiten des Preßprozesses hatten dle entgegengesetzte Wirkung. Wenn mir Jemand eme Ehrenbeleidiguug iu's Gesicht warf, so klagte ich beim Bezirksgerichte, uud war seiner Bestrafung sicher, das Verfahren war gewöhnlich rasch und kurz, sobald uur der Beweis der Wahrheit meiner Angabe festgestellt war, spitzfindiges Deuteln half gewöhnlich nicht viel. So war es wenigstens in der letztern Zeit, seitdem die politische Parteiuug keinen Einfluß auf derlei Prozesse mehr nehmen konnte. Es war'geuü-geud, weuu alch uur ein Dritter meine Beschimpfung gehört hatte, uud die Wirkung der vielleicht in der Aufwallung gesprochenen Worte verging oft mit dem Augenblicke. Tastete aber irgend ein Schaud-blatt meiueu Namen vor Tausenden an, blieb diese Be- schimpfung stehen, danu gab es eine endlose Verhandlung, deren Ausgang so ungewiß war, daß man in den meisten Fällen klüger that, auf die Anklage zu verzichten. Wo blieb da die Billigkeit und Gerechtigkeit. Welche Fälle haben wir nicht hier in Gratz noch im Jahre 18kl erlebt! Wie hatte sich auch sonst, als eine Anomalie der Zeit, als ein Ueberbleib-sel der längst besiegten Revolution, noch damals eine Schandpossc erhalten können, die kaum von den empörendsten Auswüchsen der Wiener Schmachblättchen im October 1848 übertroffen wurde? Eine wesentliche Verbesserung ist auch die kürzere und energischere Procedur der neuen Preßordnung hinsichtlich der Beschlagnahme. Nach dem frühern Preßgesetze !war dieselbe mit Förmlichkeiten verbunden, die ihre Wirkung geradezu paralysirten. Sie kam in den meisten Fällen zn spät, als der strafbare Artikel bereits verbreitet war. Dadurch, daß jeßt die Sicherheitsbehörde, welcher die Blätter eine Stunde vor der Ausgabe vorgelegt werdeu müssen, die Beschlagnahme ^ohue weitere Förmlichkeiten verfügen könne, ist der Zweck derselben erreichbar. Die Beschlagnahme kann ihrer Natur uud Weseuheit nach nur privativ seyn, es soll der Schade, den ein strafbarer Artikel anrichtet, verhütet werden; wie war daS nach dem früheren Verfahren in den meisten Fällen möglich/ -Daß man von den Redacteuren öffentlicher Blätter mehr Garantie fordert, wird wohl jeder Besonnene nur lobend anerkennen. Wenig Stellungen sind so einflußreich, und kein Amt fordert cine so aufgeklärte und strenge Denkungsweise, einen so starken und reinen Charakter, wie das, die öffentliche Memunq zu leiten, ich möchte es ein heiliges nennen. Kein Mißbrauch ist schädlicher und gefährlicher, aber auch kei-^ner leichter, wie der durch die Presse. Darum können dic Garantien, die man für die Uebernahme einer solchen Stellung fordert, nicht groß und streng ge-nng seyn. Die Presse selbst muß es in ihrem eigenen Interesse wünschen, daß es nicht mehr geschehen kann, daß schamlose Männer und charakterlose Buben zu einer solchen Stellung sich schaffen können. Ihrer Würde, ihrem Einflüsse konnte kein tödtlicherer Streich beigebracht werden. Was die neue Ausgabe des Strafgesetzes betrifft, so erlaubt der Raum einer Korrespondenz nicht, die Vorzüge derselben zu erörtern; doch kann ich nicht nmhin, Ele auf einiges Wesentliche aufmerksam zn machen. Statt der früheren Unterscheidung: in „Verbrechen uud schweren Polizeiübertretungen", finden wir die logisch richtigere und practisch bessere in „Ver-brecheu, Vergehe» nnd Uebertretnngen". Bei der allgemeinen Bestimmung der Strafen entfällt die Verschärfuug der schwereu Kerkerstrafe, statt öffentlicher Arbeit uud Ausstelluug an den Pranger erscheint Einzelhaft uud Absperrung m dunkler Zelle, sowie Auweisung eines harten Lagers. Die körperliche Züchtigung ist aus dem frühern Strafgesetze beibehalten. Die Anwendung der Todesstrafe ist beschränkter. War schon die frühere Ausgabe wegen ihrer Humanität gerühmt, so ist dieser in der nenen noch mit mehr Rechnuug getragen. Unter den Folgen der Verurtheiluug eines Verbrechens erscheint auch die „Ausschließung von einer Redaction." -In das Materielle der Vergehen und Verbrechen gehe ich für dießmal nicht ein, obschon hier viele der wichtigsten Aenderungen sich auf den ersten Blick aufdrangen. Ich will nur beispielsweise vom Hoch' 362 verrathe, der erweiterten Begriffsbestimmung deS Mordes, der genaueren Feststellung von schwerer Verwundung, der milderen Tertirung über das Duell, neue Arten des Verbrechens des Diebstahls, so wie die nach dem alten Preßgcsetze vom März 1849 hier als „Verbrechen" bezeichneten Preßvergehen erwähnen. Es steht zu hoffen, daß die Presse allenthalben und überall diesen Gesetzen die umfassendste Erörterung und gründlichste Beleuchtung werde zu Theil werden lassen. Diese Gesetze sind der Sieg des neuen Oesterreich, sie zeigen, wie haltlos die Meinung derjenigen ist, die sich nur erdreisten, der Regierung jeden Sinn für wahre und wirkliche Fort. schritte in Abrede stellen zu wollen. Nach einem Gegenstände von solcher Wichtigkeit erscheint es mir fast lappisch, von gewöhnlichen Tagsereignissen zu reden. Ich behalte mir daher diese für ein nächstes Schreiben vor. Vesterreich Wien, 8. Juni. Das Justizministerium hat mit Verordnung vom 29. v. M. die ZH. 24 und 23 der prov. Gerichtsverfassung und Prozeßordnung für Ungarn , die serbische Woiwodschaft und das Temeser Banat dahin abgeändert, daß für die Dauer der prov. Gerichtsverfassung in Ungarn in allen Civilprozessen, mit Ausnahme der Wechsel-, und Concursprozesse, zur Anmeldung der Berufung die Frist von 8 Tagen, vom Taqe der Kundmachung des Urtheils gerechnet, zu gelten hat, und daß diese Frist auch zur Einbringung der Gegenbemerknngen zu gestatten ist. — Ueber die Frage der Ablösung der Wien-Gloggnitzer Bahn von Seite der Staatsverwaltung vernimmt man, daß die Regierung nicht abgeneigt ist, die Concession zum Weiterbau der Bahn nach Naab unter sehr günstigen Bedingungen zu ertheilen. — In Verbindung mit dem neuen Marktgesetze, dessen Erscheinen bevorstehend ist, werden auch Bestimmungen erfließen in Betreff des Marktbesuches und Benützung von Marktlocalitäten. Nach denselben dürfen die Hauptjahrmärkte auch von ausländischen Handelsleuten besucht werdeu, es ist denselben aber der Kleinverkanf nicht gestattet. Mittelmarkte dürfen von Handelsleuten aus allen Theilen der Monarchie, nickn aber von Auelaudern besncht werden. Auf den kleinen Kirchweihmärkten endlich dürfeu nur Handelsleute des betreffenden Bezirkes verkaufen. In jedem Marktorte wird sich eine Marktbehörde bilden, welche die zum Verkaufsgeschäfte bestimmten Plätze und Gassen anweist. Außer denselben dürfen keine Markt-geschäfte geschlossen werden. — Die Reise deS Brünner Großhändlers Theo« dor Baner durch Kaukasien nnd Persien trägt bereits ihre Früchte. In Folge der durch selben angeknüpften Verbindungen sind bei hiesigen Uhrmachern kürzlich eine Mehrzahl Stockuhren, dann Barometer bestellt worden. Die Uhren werden auf persische Art numerirt. — Wie man aus Görz berichtet, ist das Befinden Sr. k. k. Hoheit Herrn Erzherzogs Ludwig, jüngsten Bruders Sr. Majestät des Kaisers, . vollkommen zufriedenstellend. Das gesunde Görzer Clima war geeignet, anch die letzte Krankheitsspur zu bannen, und es wird der Herr Erzherzog in Kurzem wieder hier eintreffen. — Zum Behufe einer persönlichen Besprechung erhielt der französische Gesandte am hiesigen Hofe. Herr de la Cour, von dem Präsidenten den Auftrag, sich nach Paris zu begeben, wohin derselbe bereits auch abgereist ist. Wie man vernimmt, wünscht Louis Napoleon nähere Aufklärungen übcr die Veranlassuug zu dem gräflich Chambord'schen Briefe. Wien, 9. Juni. Einem neueren Berichte der „Pesth. Ztg." vom 8. entnehmen wir Folgendes: Am 6. um 9 Uhr wurden sämmtliche Generale und Stabsofficiere empfangen, diesen folgte die hohe Geistlichkeit, geführt von Sr. fürstl. Gnaden dem Reichöpnmaö, welcher eine Anrede in lateinischer Sprache an Se. Majestät richtete. Se. k. k. Majestät geruhten in gleicher Sprache einige huldvolle Worte zu erwiedern. Hierauf hatten die k. k- geheimen Räche, dann die Kämmerer und Truchsessen die Ehre, Sr. t. t. Majestät vorgestellt zu werden; diesen folgten die politischen, Unterrichtsund Polizeibehörden, die dem Flnanz- und Handelsministerium unterstehenden, so wie die Justizbehörden, die Gemeinderäthe von Ofen und von Pcsth, die Deputation der Gemeinde Debrcczin, drei reformirte Superintendenten, Deputationen der evangelischen Gemeinden des Districts, die Academic der Wissenschaften, dic Mitglieder des Museums, der Handelskammer, der Nationalbankfiliale und der Commer-zialbank, dann kamen die Landgemeinden des Pesther Comitats an die Reihe. Bei dem allgemeinen Wunsch und Drang der Dorfbewohner, den kaiserlichen Herrn zu schauen, blieb kein anderer Ausweg übrig, als daß Se. Maj., vou dem Wunsche beseelt, Allen dieß Glück zu Theil werden zu lassen, sämmtliche Ortschaftsrepräsentanten vor Sich im Schloßhof defiliren ließen. Welcher Jubel, welche Freudenbezeiguugeu diesen Act begleiteten, ist unmöglich zu schildern. Hierauf erfolgte noch die Vorstellung des gesammten Adels, in so fern er nicht früher schon vorgestellt worden war. Am 7. war großes Productiouserercieren vor Sr. k- k. apost. Maj. am Rakos. Hierzu war die Garnison von Pesth-Ofen und die aus der nächsten Umgegend zum allerhöchste» Empfange herbeigezogenen Cavallericabtheilungen um halb 8 Uhr unter Commando deS Hrn. F. M. L. Grafen Llchtenberg ausgerückt. Im Ganzeu waren es ein Jäger-, zwei Grenadier-, eilf Linien-, ein Sanitäts- und das Lehrbataillon, die Pionnierabtheilung und eine Division Genietruppen, vier Uhlanen- und drei Cürassierdivi-sionen, dann das Reserve - Artilleriebataillon und 13 Batterien, in der Gesammtstärke bei 1A.W0 Mann mit 2500 Pferden, 78 Geschützen, die das Glück hatten, sich vor ihrem allergnädigsten Kaiser und Hrn. produciren zu dürfen. Nachdem Se. k. k. apost. Maj. um " Uhr beim Lagerspitale zu Pferde stiegen, hieranf die in vier Treffen aufgestellten Truppen in Augenschein genom-Min. und «in kurzes Nevuemanöver ausführen, sodann sämmtliche Truppen defiliren l.eßen. wurde die Infanterie brigadenweise, die CavaUerie »n Regimentern, die Artillerie aber in mehreren Batterien durch ihre Commandanten vorgeführt, wobei die im Feuer ausgeführten Evolutionen Se. Maj. allerhöchst persönlich anzubefehlen geruhteu, nach deren Beendigung die einzelnen Abtheilungen in ihre Casernen und Can-tonirungen abrückten. Mit scharfem Kennerblicke geruhten Se. k. k. apost. Maj. über 6 Stunden den Uebungen Aller-hochstihrer Truppen die größte Aufmerksamkeit zu widmen, und in der Miene jedes einzelnen Soldaten war unverkennbar das frohe Bewußtseyn zulestn, des Glückes, dessen er theilhaftig ward, — zugleich das sehnliche Verlangen, die anspornende allergnädigste Zufriedenheit zu erreichen, was allein jeder Krieger zur höchsten Lebensaufgabe sich stellt. Nach gänzlicher Beendigung waren Se. Maj. von den anwesenden Mitgliedern des allerhöchsten Kaiserhauses und einer uuabsehbaren glänzenden Suite bis zum Ludoviceum begleitet, wo Allerhöchstdieselben sich in den Hofwagen begaben, und alleuthalbeu während der Fahrt durch die Stadt, so wie es auch schon des Morgens auf der allerhöchsten Hinansfahrt der Fall war, von der überall harrenden Bevölkerung auf das Freudigste nnd Lebhafteste begrüßt wurden. Wien, 9. Iuui. Bei den k. k. Münzamtern in Wien, Prag, Kremnitz, Nagybanya uud Carlsburg sind seit dem Jahre 1848 bis Ende Februar Mil für 22,277.928 st. CM. an Scheidemüuzen neu und umgeprägt worden. — Die Versuche mit dem neuen electrischen Lichte werden nächstens vor einem größern Publikum im Freien fortgesetzt werden. Die damit im k. k. polytechnischen Institute wiederholt vorgenommenen Proben sind vom besten Erfolge begleitet gewesen. Das Licht erscheint beinahe märchenhaft und blendend hell, so daß die Gasflammen dabei ganz glanzlos aussehen; es dürfte aber besonders- in geschlossenen Räumen, wie practische Aerzte versichern, nachtheilig auf die Gesundheit der Augen eiuwirken. — Die am 1. Juni in's Leben getretene norddeutsche Eisenbahnverbindung hat auch tie a. p. kaiserl. Nordbahn eingeladen, dem Vereine sich anzuschließen. Sein Zweck ist, eine unmittelbare Beförderung von Gütern vom Aufgabsorte bis zn den Vereinsbestimmungsorten einzuführen. — Durch die k. k. Gesandtschaft in Neapel sind über Veranlassung des Handelsministeriums bei der dortigen Regierung Verhandlungen angeknüpft wor-den, um dem am 4. Juli 1«4ll abgeschlossenen Schiff, fahrtSverlrage eine größere Ausdehnung zn Gunsten der österr. Schifffahrt zu verschaffen. — Die österr. Seeküste mit den dazu gehörigen Inseln wird in hafenamtlicher Beziehung gleichfalls in Bezirke eingetheilt, wobei auf Uebereinstimmung in der politischen Eintheilung Bedacht genommen werden wird. Dasselbe wird anch bei den sanitätsämtlichen Beziehungen der Fall seyn. — Es ist zur Vereinfachung der Geschäftsgebarung uud Erleichterung der Finanzen beantragt, die Depositenämter aufzuheben und mit den Steuerämtern zu vereiuigen. — Man schreibt aus Makon vom 28. Mai, daß die britische Flotte den Dampfer „Volta" salu-tirte, und daß gegenseitig glänzende Festlichkeiten, als z. B. Bälle, Diners lc. veranstaltet wurden. Der Dampfer „Volta," mit Sr. k. k. Hoheit dem Erzherzoge Ferdinand Mar am Bord, sollte nach Gibraltar reisen. Mailand, 4. Juni. Die „G. di Milane" meldet: Die hiesige k. k. Academie der schönen Künste hat Se. Ercellenz den Hrn. Generalgouvernenr des lomb.-venet. Königreichs FM. Grafen RadeiM tmrch Acclamation zum Ehrenmitglieds erwählt. Deutsch!« n d. Verlin, 6. Juni. Man vernimmt heute, daß von der StaatSregierung die Octroyirung eines Gesetzes über Neubildung der ersten Kammer nicht zu erwarten ist, und daß man auch nicht geeignet ist, eine nochmalige außerordentliche Berufung der Kam-mern eintreten zn lassen, um mit diesen ein Gese»' über die Neubildung der ersten Kammer zu verein' baren. Die Fragen über nene Constituirung deS er-stell Hauses und über die Reorganisation der Gemeinde- und Kreisordnung berühren sich immerhin so sehr, daß schon von diesem Gesichtspuncte auS de'' Negierung schließlich eine Vorlage an die ordentlich neu einzuberufenden Kammern auch in Betreff der Umbildung eines Theiles der Landesvertretung angemessen erschien. Hr. v. Bismark-Schönhausen ist znr Zeit be« stimmt, die Stelle deS Grafen Arnim einstweilen i» Wien einzunehmen. Verlin, 7. Juni. Nachdem jetzt in der wich' tigen innern Frage wegen Bildung der ersten KaM-mer ein Resultat erlangt ist, und in dieser Richtung eine Verständigung der Minister unter einander Schw>^ rigkeiten nicht gehabt hat, darf der immer wieder augezweifelte Fortbestand des Ministerinms in seiner jetzigen Zusammensetzung wohl als eine Thatsache angesehen werden. Das in den Zeitungen bereits erwähnte Eist"' bahnproject, auf das durch Vermittluug der Herzog'" von Sagan die Aufmerksamkeit des Königs gele"kc worden ist, soll noch im Lanfe dieses Sommers dw ^ eine vorläufige Feststellung der Terrainverhält'"' und der übrigen die AnSführung bedingenden P"'" ^ einer Prüfung unterzogen werden. Das Project zweckt, wie bereits erwähnt ist, eine Verbindung Petersburg und Warschau. Der Geldpunct "^ trotz des großen Aufwandes, welchen die Herste der noch im Bau begriffenen Staatsbahnen "'^. ' hier nicht in erster Reihe stehen, da auf preußls^ Gebiete nur zehn bis zwölf Meilen zu bauen M werden. Schweif ^ Au« ».. Schweiz, 4, I..»., f'« ^ Behörde »°» Zürich h»! sich biöher «uf °«° " ^ lest« qeweignt, die »°» der Regi«,,»« Meui g.he,.. Leyter« »«!«>,«. naml.ch, daß, «"' ° ,, H»>,p.°r. sei.«« Ne,.r,< b!.,ben «°U«, « «« N««gabe» bestreu müsse C'"mn» « W d'° fängM«), die nach Ewige» sich auf 8»,««« 363 nach Andern auf eine viel geringere Summe belau-fen winden. N>,ch den „freien Stimmen" hat mm dieser Conflict allerlei Gerüchte veranlaßt. Man spreche von Trennung des Bezirks Zürich in einen Be-, zirk, Nenmünster und Wiedikon; ferner von Vereinigung der Großstadt mit dem Bezirk Meilen, und der Kleinstadt mit dem Bezirk Horgen; man höre selbst Stimmen von einer Verlegung der Cantonsbchörden, so daß die Regierung nach Winterhur, der große Nath nach Ufler und das Obergericht an einen Ort am See verseyt werden solle, wenn Zürich nicht nachgebe. — Der muthmasiliche Mörder Soldiui's ist ein gewisser Veruasconi, der schon wegen eines Mor-des verdächtig, durch die Bemühungen Soldini's aus langer Untersuchungshaft befreit wurde. Er lst in Trivano Lombardei) ncbst seinem muchmaßlichen Begleiter, einem Comer, in der Papierfabrik des Herrn Neali verhaftet worden. Der Hauptmann der Gränz, jäqer und der Polizeicommissär bei den österreichischen Gränzposten iu Chiasso sollen mit großem Eifer zur Entdeckung des Schuldigen beigetragen haben. Sobald die Verhaftung des Vernasconi bekannt wurde, haben sich mehrere Notabilitäten geflüchtet, gegen welche genügende Anzeichen des Anstiftens vorliegen sollen, und Verhaftungsbefehle erlassen wurden. Belgien. Vrüssel, 7. Inni. Der belgische „Mouiteur" enthält folgende Note: Der in Paris erscheinende „Constitutionnel" hat soeben über die Beziehungen Belgien's und Frankreich's zwei Artikel veröffentlicht, die in Belgien eine gerechte Entrüstung hervorgerufen haben. Am Tage, nachdem der erste Artikel des „Constitntionuel" erschien, begab sich der belgische Gesandte in Paris zu dem Minist« des Auswärtigen, und dieser desavouirte den erwähnten Artikel in bestimmter Weise seinem ganzen Inhalte nach. Der Herr Minister erklärte in officieller Audienz, daß der Verfasser des erwähnten Artikels nichts, als eine individuelle Meinung ansgesprochen habe, uud daß der „Constitutionnel" der französischen Negierung nicht als Organ diene. Der zweite Artikel des „Vonsti-tutionnel" hat im „Mouiteur" bereits eine Erklärung veranlaßt. (Hierauf folgt nun das im „Moniteur" vom 6. enthaltene Communique.) I r a n k r e i ch. Paris, tt. Inni. Der „Moniteur" enthält heute ein Decret über Alttorisation einer Gesellschaft zur Erbauung einer Eisenbahn von Vlesme und St. Di-zier nach Gray und das Promulgationsdecret über den am 14. Februar 18!i2 mit Sardinien abgeschlossenen Handels- und Schifffahrtsvertrag. Der Postminister de Maupas hat ein neues Rundschreiben an die Präfecten gerichtet, hauptsächlich um die Errichtung der Cantonal-Polizeicommis-sariate zu beschleunigen. Als Zweck dieser durch das Decret am 28. März geschaffenen Institution bezeichnet er: die Ueberwachung allgemeiner, thätiger, unmittelbarer machen, die höheren Gerichts- und Verwaltungsbehörden in ihren Bemühungen unterstützen, der Unzulänglichkeit oder Schwäche der niederen Behörde nachhelfen, kurz Alles wissen, Allem zuvorzukommen, Alles bestrafen. Bei der Auswahl der neu zu ernennenden Polizeicommissäre empfiehlt das Rundschreiben zuvörderst ehemalige Officiere und Unterofficiere aller Waffengattungen, besonders aber der Gensd'armerie. Als wesentliche Bedingung zu diesem Posten bezeichnet es Unbescholtenheit, Mora, l'tät, Energie und eine nicht zweideutige, soudern unbedingte Hingebuug gegen die gegenwärtige Regierung, so wie gegen daS Princip, auf dem sie ruht. ^leser Erlaß des Hr„. v. Maupas zeigt deutlich, daß er der Beibehaltung des Ministeriums der all-gememen Polizei, gegen die im gesetzgebenden Körper einige Opposition laut geworden zu seyn scheint, gewlß ist. Die Regierung hat dem Staatsrath den Theil des Gesetzentwurfes über die Departemental- uud Ge-wendeorgauisation, der von den Wahlen handelt, zur schleunigen VorberatlMg übergeben, so daß derselbe "och in der gegenwärtigen Session des gesetzgebenden Korpers votirt werden kann. Die Vollmachten der "'"al- und Gemeinderäthe sind bekanntlich gesetzlich abgelaufen und außerdem machen, wie schon neulich bemerkt, die durch die Eidesverweigerungen entstandenen Lücken die Reconstitution dieser Körperschaften dringend nöthig. In dem RegierungSproject ist das allgemeine nnd directe Stimmrecht beibehalten — wie das „Pays" bemerkt, im Widerspruch mit dem ^'oniö 'Napoleon zugeschriebenen Wort: „Man brancht nicht immer das Wasser zu trinken, womit man getauft wordeu lst!" - ^iber bei den Gemeinderäthen sollen die Nähler nur Candidate» und zwar drei für je eiu Mitglied erueuneu, aus denen dann der Prä-fect die wirklichen Mitglieder auswählt. Die Vorsteher der verschiedenen Körperschafteu bleibeu, wie es scheiut, der directs» Ernennung durch die Regierung vorbehalten, ganz wie dieß auch bei den drei großen Staatskörpern der Fall ist. Die Directors» der Creusot lassen im Augenblick ans Bestellung der österreichischen Regierung zn Chalons zwei Dampfbote für die Donauschifffahrt con-strniren. Das „Univers" läßt sich aus Marseille schreiben, daß in den Süddepartements die geHelmen Gesellschaften thätig an ihrer Reorganisation arbeiten. Unter einer der Notabilitäten des italienischen Car? bonarismus soll sich schou em Verein von circa 100 Mitgliedern gebildet haben, die meistens aus flüchtigen Neapolitanern und Sicilianern bestehen. Das Merkwürdigste ist, daß dieser Verein sich hinter den Namen des Prinzen Murat und die Freimauerei, deren Großmeister er bekanntlich ist, stecken, und die Absicht vorgeben soll, im Königreich Neapel Simpa-thien zn seinen Gunsten zu erwecken. Paris, ss. Juni. Der Senat hat sich gestern unter dem Vorsitz seines Präsidenten, des Marjchalls Jerome, versammelt, um zuerst Mittheilung von vier ihm übermachten Regierungsvorlagen zu empfangen, betreffend: 1) den Entwurf zu einem Senatus-Cou-snltum über de» Staatsgerichtshof; 2) das Gesetz über die Verbesserung der Sologne; 3) das Gesetz über den definitiven Abschluß des Budgets von 1848; 4) mchrere Gesetze über Localangelegenheiten; 2). 3) und 4) schon vom gesetzgebenden Körper angenommen. Herr Nouhcr, Präsident des Gesetzgebungsco-mit«''s im Staatsrath und zwei andere Staatoräthe wnrden darauf eingeführt und ersterer las den Entwurf über die Organisation des Staats-Gerichtshofes vor, der ,mch Art. 6tt der Verfassung dem Senate zu unterbreiten war. Der Schluß der Sitzung war der Genehmigung des Gesetzes über Aushebung von 80.000 Main: und Berichterstattungen über Petitionen gewidmet. — Die nächste Versammlung des Senats ist auf den 10. d. anberaumt. Sp a nie n. Madrid, 28. Mai. Der Erchef der Polizei von Madrid, der berüchtigte Chico, ist zu fünfjährigem Kerker und in die Kosten verurtheilt worden. Großl'ritnnmcu und Irland London, 2. Juni. Vorgestern Abend war die clectro-telegraphische Verbindung zwischen England uud Irland vollkommen hergestellt. Die erste Botschaft ging Abends um 8 Uhr von Dnblin, und kam den Londoner Zeitungen um 10 Uhr zu. Mit der Senkung dcs Kabels hatte man um 2 Uhr Morgens begonnen. Noch drei andere Telegraphen sollen über den Grund des GeorgScanals gelegt werden. Man spricht auch von einem uuterseeischen Telegraphen nach Belgien über Ostende. — Wie der „Globe" wissen will, soll auch Schottland mit der irischen Insel durch einen electrische» Draht verbunden werden, und zwar hat Schottland de» Vortheil größerer Nähe vor England nnd Wales voraus. Zwischen Port-Patrick und Donoghadee ist nur eine schmale Meerenge. „Am 10. d. M. Juni," sagt der „Globe," wird Glasgow im Stande seyn, mit Belfast ein electrisches Zwiegespräch zu führen, und der fabelhafte „Niesendamm," der seine Basaltbrücke vor Zeiten vom schottischen auf das irische Ufer streckte, wird durch eine gleich wunderbare Brücke anf den Grund des Meeres ersetzt werden. In diesem Augenblicke geht ein ununterbrochener telegraphischer Faden von dem entfernten Trieft an der Adria bis Galway am äußersten Westende Nord-Europa's." Griechenland Athen, 18. Mai. Eine Bewegung eigener Art hat sich der Gemüther bemächtigt, und ihrer Ursache nach hat es den Anschein, daß sie nicht bloß sehr tiefgehend, heftig und folgenreich, sondern anch lang-dauernd seyn wird. Es ist der Streit um den To mus. So wird nämlich der Vertrag genannt, welchen die Regierung mit dem Patriarchen von Con-stantinopel zu schließen beabsichtigt, wodurch das bisherige Verhältniß der griechischen Kirche, die seit der Gründung des Königreiches sich unabhängig von Constantinopcl erklärt hatte, und als Haupt eine von der Krone aus den Bischöfen erwählte Synode besaß, völlig geändert würde. Durch den neuen Vertrag soll die griechische Kirche aufhören, ein selbstständiges Ganze des anawlischeu Dogma'S zu seyn. und wieder unter die volle Autorität des Patriarchen zuiückkch-kehren. Der Patriarch würde dann wie früher die Bischöfe ernennen, diese die niederen Geistlichen weihen und ordiniren, und so das bilden, was man als einen Staat im Staate zu bezeichnen beliebt. Dieser Vertrag wurde von der orthodoren, der russischen Partei schon lange angestrebt, aber selbst der griechische Gesandte Zogrophos in Constantmopel, ein Hauptvertreter derselben, war kaum im Stande, die ersten Linien zu entwerfen, und erst der Geschäftsträger Deligianni vermochte vor zwei Jahren, gedrängt von der orthodore» Partei, welcher er ebenfalls angehört, diesen Vertrag so weit zu Stande zu bringen, daß derselbe jetzt nach manchen Verathungen in der Synode, im Schooße des Gesammtmini-sterinms selbst, zur Vorlage an die Kammern bereit liegt. Seit langem hat sich die Tagespresse dieses Gegenstandes bemächtigt, und Vieles ist dafür und dagegen gesagt nnd geschrieben worden. (Tr. Z.) Nenes nud Neuestes. Wien, 10. Juni. Ein Correspondent der „Ind. B." gibt über das am 24. Mai zu London in Betreff der Neueuburger Frage von den 5 Großmächten unterzeichnete Protocoll folgende Details: Im fraglichen Protocoll werden die Rechte des Königs von Preußen auf den Canton Neufchatel Kraft der Wiener Verträge vom Jahre 1815 anerkannt. Das Princip dieser Anerkennung wurde von den Mächten einstimmig festgestellt. Dagegen konnte man sich nicht einigen über die Anwendung dieses Princips, d. h., über den Zeilpnnct, die Art, die Opporeunität der Intervention. Preußen hatte Anfangs ein Protocoll vorgeschlagen, worin die Rückgabe Ncufchatels an Preußen, die Aufhebung der schweizerischen Bundesverfassung vom Jahre 1848, und die Anwendung einer directen Intervention bis zu Zwangsmaßregeln ausgesprochen waren. Dieser Protocollsentwnrf wurde besonders von England und Frankreich angefochten, und Preußen mnßte sich mit dem Protocoll vom 24. Mai begnügen, welches bloß Neufchatel betrifft, nnd außerdem die Frage, wie die anerkannten Rechte Preußens auf Neufchatel zur Geltung gebracht werden sollen, ganz m der Schwebe läßt. Preußen soll sich außerdem verpflichtet haben, unter keiner Bedingung andere als diplomatische Mittel zu ergreifen. Telegraphische Depeschen. — - Brüssel, 8. Juni. Das dermallge Wahl-rcsultat ist folgendes: 30 Liberal, 19 Oppositionell. — Paris, 7. Juni. Heute wird im „Moniteur" die Zinsenreduclion der Casseuscheine veröffentlicht. — Paris. 8. Juni. Renten 100.2!); 70,26. Die fiscalische Besitznahme des orleanischen Schlosses Eu ist erfolgt. Locales. Laiback», 12. Juni. Wir machen auf die hier anwesende Kunstreiter-Gesellschaft, die ihre Produktionen in der Gradischa-Vorstadt, in der ehemaligen Reitschule „beim deutschen Ritter," v>n-vi« dem Dreo'schen Hause gibt, um so mehr aufmerksam, als dieselbe nur noch ein Paar Vorstellungen veranstaltet. Auch Humanitäts-Grunde bestimmen uns, die Gesellschaft möglichst zu empfehlen, weßhalb wir den Wunsch aufsprechen, daß ein recht zahlreicher Besuch doppelt den Zweck erfüllen würde. 36H Feuilleton. Gedichte von Christian Schneller. Gin Liebespaar < 8tt9. lll. Droien und drunten. Er blickt vu,n Felsen voller Nonne Zum Himmel auf und blictt in's Thal, Es trifft die heit're Morqensonnc Sein Antlitz mit dem heißen Strahl. Sic steht am Herd im Vatcrhause Und schürt die Flammen lodernd hell, Und gießt mit zischendem Gebraust Gluthstüssig Blei in das Modell. Wildschützenhanbwerk ist solch' Treiben — Was sinnt das Mädchen wohl dabei? Sind Kugeln für die rcchtcn Scheiben, Damit das Vaterland jey frei! Tr hört es brausen durch die Lüfte, Der Geist dcr Freiheit weht um ihn: «Dem Wilde lasse Fels und Klüfte, Und gen die Feinde sollst du zieh'n!" Er sieht den Nord im Flor der Wolfs, Dort schlägt entgegen ihm ein Herz — Ein großes Herz von einem Volle! Im Schlachtcndonner ruft sein Schmerz. Am Herd das Mädchen — vor ihm glänzen Die Kugeln wie in Tilbergluth: „Nun denn, du sollst daS Werk ergänzen, Geliebter! Komm und nimm! Triff gut!" — Die Freier. (Fortsetzung.) It. Ei, sagt mir doch, zum Paschen Tnibt Lust mich oder Noth? Es geht wie mit dem Naschen, W wächst crst durch's Verbot. «Vie stürmischen Ereignisse dcr Neuzeit hatten selbst nach Michelstelten Meimings Auswanderer gebracht, die in der abgeschiedenen, durch keine Eisenbahn, keine Hauptstraße, keinen schissbal-en Fluß gestörte Rude des Städtchens, Vergessenheit suchten und fanden. Unter den neuen Einwanderern war Herr Forte, ein Manu in seinen besten Jahren, rasch und feurig, reich, wie es schien, über die Maßen, denn er hatte gleich nach seiner Ankunft das leerstehende Haus der einzigen gräflichen Familie, welche je in Michclstettcn lebte, gekauft und bar ausgezahlt. Der Mann war weit in der Welt herumgtkommen, ftine Miene war cin Stahlpanzer, durch Rostflecken ent. stellt, aus seinem Gesichte schien sich jeder leichte Zug in den rothen Bart geflüchtet, manches L id seine Erinnerungen in den Falten der Mundwinkel lilhogra.-Phirt zu haben, kurz sein Antlitz war eine Geschichte seiner Heimath in den letzteren Jahren, aus welcher aber nur die Schattenrisse trüber Ereignisse in leserlicher Deutlichkeit hervor traten, Herr Forte richtete sich sein Haus mit Pracht und Geschmack ein, er machte kein Hehl daraus, daß er nicht immer auf glänzendem Fuße gelebt, ja er erzählte sogar im Gasthause »zum grauen Scdaf." das er täglich besuchte, mit einem gewissen stolzen Wohlbehagen, daß es eine Zeit gegeben, in welcher er, der Schreck der französischen und belgischen Douaniers, auf seine Faust einen Schmuglerkrieg geführt, der in den Annalen des Zollwesens unvergeßlich bleibe. Forte u»d Wohlg,mutl) hatten sich beim grauen Schaf bald gefunden und waren, trotz ihrer ganz entgegen-gesetzten Ansichten, in kürzester Zeit recht innige Freunde geworden. Der Mann der so viel erlebt, der ein solcher Schütze war, daß er von einer Stecknadel auf 50 Schritte mit dem Blei den Kopf wegnahm; der Mann, der eine Kenntniß der Pro. ducte und Waren aller Land.r, Münzen und Fir. men besaß, wie weit und breit kein Zweiter, dcr konnte, mußte für den Kaufmann wichtig werden, und Wohlgemuths höchste Aufgabe war, diesen selt-famen Fremdling von seinem tadelnswerthen Nepu-blikanismus zu bekehren. Sehen sie, lieber Herr von Forte, belehrte oft dcr Kaufmann, mir ist es nie wohler, als wenn ich mein eigenes Haus als wohl.-geordnete Monarchie betrachte: mein Röschen als den Adel, der dem Monarchen zunächst steht, die Speicher, Waren und Magazine als meine wohl verwalteten Provinzen, in denen wieder jeder Arti-kel seine bestimmten Vorzüge vor den andern hat, die Ladenjungen als meine sehr verantwortlichen Staatsbeamten — nur mcinen Lukas, ja den allein vermisse ich; doch hoffe ich noch immer, auch er tritt einst wieder in den Bereich meiner patriarchalischen Macht. Bei solchen Reden lachte aber Forte immer laut auf und tief: Ich bin und bleibe Militär Dictator meiner häuslichen Republik, die mich selbst zum Autokraten gewählt, denn ich dachte nie an einen reichen Onkel, nie an eine reiche Erbschaft, bis der erstere im Ernste in England gestorben, die letztere mir eingehändigt war. Glauben Sie mir, im wilden, kriegerischen Leben des Paschers, bei welchem man den Galgen als den Wiesbaum auf dem Heuwagen der dürren Socialitat betrachten lernt, da nährt und regt sich die Phantasie so hell und glühend, und vielleicht noch heller und flammender , als in Ihrem patriarchalischen Kramergc-schafte. Gar oft, wenn ich um Mitternacht die Vor« hänge meines Bettes lichte, da scheint mir die Neuzeit mit ihren ausregenden Ideen auch in meine stummen Möbel gedrungen zu seyn. Erst stellt sich das getretene Stiefe!I)olz vor dc» stolzen Roccocospiegel, die Bilder von den Wänden nicken dein Gläserschrankc freundlich zu, die Becher heben stch selbst auf ihr Wohlseyn, die Pagoden, Vasen und Nips vergessen den Ahnenstolz und wackeln freundlich gegen die Bücher der B.bliotdek, welche minder ftcif. alg c5 sonst ihre lederne Haltung erlaubt, z»m lustigen T^nzr sich vereinen, Spucknapf und Kleidelstock aber drängen sich stoßend und eckicht als Proletarier in die neu bewegte Welt, in welche mir die Sessel steif und dumm hineinglotzen. Bei solcdeü Reoe» wünschteH^rr Wohlgemut!) dem Herrn Nachbar stets eine gute Nacht und nahm sich fest vor, den unheimlichen Gast deim doch nicht in sein Haus einzuladen. Trotz diesem Vorsätze ging Hcrr Forte bald bei Wohlqcmuth ab und zu, war durch seinen Witz der Liebling des qanzm Hauses geworden, und hatte es soweit gebracht, daß seiner ernsten Bewerbung um Röschen nichls mehr im Wege stand, als — die offene Abneigung des Madchens und die Ungunst der Jungfrau Saloina, seit vier zig Jahren wohlbestelltcn Haushälterin, und völlig Alleinherrscherin der Familie Wuhlgemuh. Der herz-lose Spott, den sich Herr Forte über alle Jungfrauen erlaubte, hatte ihn bei Salomä m die schwärzeste Ungunst gesetzt, und als er ihr vollends bewies, sie habe im letzten Frühlinge den Gllckuck gefragt, wie viel Jahre sie noch warten müsse, um unter die Haube zu kommen, und der Gilcklick habe sich heißer gc. schrien, und als er nicht mchr schreien konnte, habe ein zweiter Guckuck die Antwort fortgesetzt; — da wurde Salomä springgiftig und blieb von nun an der entschiedenste AUiirle für NösämiZ Abneigung gegen den Nothbart. Trotz all' dem meinte Vatcr Wohlgemut!), er habe gegen einen solchen Schwiegersohn nichts einzuwenden, am wenigsten wenn cr ihm einen Schwabenstreich spiele, der originell und komisch wäre. Der Wind wirbelte den Schnee in tollen Mas sen durch das Städtchen, und hüllte die Gassen und Häschen in ein undurchdringliches Leichentuch. Vater Wohlgemuth war bereits im Schlafrock und Pan tosseln, da erschien der eine Ladenjunge und sagte, ein vornehmer Herr in Uniform sey da gewesen, habe gesagt, er hoffe den Herrn Prinzipal heute noch «im grauen Schaf« zu fthcn, und habe, weil er ihn nicht getroffen, einstweilen diesen Fleißzettel da, gelassen. Der Junge reichte dem lachenden Kauf.-manne die Visitkarte, auf welcher mit goldenen Buchstaben „Emanuel S birr, Finanzcommissär" zu lesen war. Ei, sieh' da, Vbirr, mein alter Freund! jubelte Wohlgrmlitt); Röschen, Salomä. Pelzrock und La. lerne, nur schnell, der kommt nicht alle Tage nach Michelstcttcn und da haben wir gar viel zu plaudern, mehr Angenehmes, als Schnee und Sturm Widriges bringen. Trotz der Einwendungen des weib. lichen Parlamentes ging Vater Wohlgcmuth festen Schrittes aus dem Hause, dessen Stufen schon so vom Schnee überweht waren, baß sie kaum sich mehr überschreiten ließen. Ader Herr Wohlgemut!) schritt tapfer mit der erloschenen Laterne durch Nacht und Sturm, bis cr glücklich im Hafen »zum grauen Schaf« riulief, und bald in den Armen seines Freundes Sbirr erwärmte. Und nun ging es an ein Fragen und Erzählen, l'i6 der Gegenstand des Gespra. ches bald aus die neue Hauptperson des Städtchens lind des Hauses Wohlgemut!), auf Herrn Forte sich lenkte. Bei dem Namen Forte horchte der Finanz» Kommissär hoch auf, Forte! der reiche Mann? ob ich ihn kenne, den gewaltigsten Schwärzer, mit den, wir es zu thun hatten. Der Mensch hat viel gelernt, viel erfahren, und fein Treiben war von je her mehr ein Kampf des Witzes gegen das Gesetz, als ei» Krieg der Habsucht a/gm die Verordnungen. Ich s"ge Euch, meine Herren, der Mensch ist so g"'idt imd so kühn, daß er den Beelzebub selbst schwarzen könnte. Dabei von seltenem Ctelmuthe. Er trieb a« einem Gränzflusse sein Unwesen. Ich hatte cin gemischtes Eommando von Douam'crs und königlichen Truppen. Auf ein Mal fallt Foitc in ihre Hände. Seme Gewandtheit und Riesenkraft »nachten ihn bald frei, im Nu war er im Flusse >md am jenseitigen Ufer. Mein erster Aussehcr stüizt ihin nach, vergißt aber, daß er lein Schwimmer sey. taucht auf und unter, und wäre uellorcn gewesen, wäic nicht Fortc schnell in den Fluß zuiüct', und hätte mit ebener Gefahr den Sinkenden gerettet. Nun wollten sich die Douanicrs seiner bemächtigen, der Sergeant dcr Truppen aber behauptete, eine Lebensrettung sey keine Pasch. Unternehmung, dem Braven gebühre die Rcttungsprämie. (5 s kan, zwischen Linie und Douanicrs von Worten zum Raufen, und während der Balgerei schwamm Forte mit einem ironischen: »Wohl bekomme es meine Herren,« über das Wasser zurück. M i s c e l l e n Die Astronomen werden in den nächsten Tagen mit Beobachtungen stark beschäftigt seyn. Am 13 >uni erreicht die Venus ihren größten Glanz und wird mit freiem Auge auch l)icr am hellen Mittage wahrgenommen werden können. Am »7. Juni beginnt um 4 Uhr Nachmittags, eine Sonnenfinster-niß, am l. Juli um 2 Uhr Nachts eine Mondes' sinsternist, welche bcide wohl hier nicht sichtbar seyn werden, dennoch aber Stoff für interessante astrono^ misch? Beobachtungen bieten. Vor kurzem starb in Luxemburg in einem hohe" Alter ein Fräulein v. Marschall, unter deren Naä)' laß sich cm uneröffnctes, mit .'» kaiserlichen Siegeln bedecktes Schreiben an den Kö»!g Ludwig XVl. v^'' fand, welches demselben übergeben werden so^ falls er auf semer Flucht die Lureinburg'sche G^'"^ erreichen würde. Der Vater des Fräuleins v. Marschall war kaiserlich österreichischer General'Steuer-empfängcr in den dortigen Landen. Ein Corre!P"> ' dent der „Deutschen Volkshallc« folgert daraus, daß das Schreiben wahrscheinlich eine Geld!,"weifu"g t" ten flüchtigen Köniq enthalte. Dle Gerichte tn "l< remburg haben entschieden, daß der Vrief kelne» Andern, als dem Grafen v. Ehambord. "ls recy ' Mäßigem ErbenLudwig's XVI. übergeben '""den dürfe. Verleger Ig«. v. Kleinmayr und Fedur Vamber«. Verantwortlicher Herausgeber: Ign. "- K'leinmayr. Telegraphischer (^vnrK «Pericht der Staatöpapierc vom II. Juni I«52, St.atssch.rldu^schrsil'unge» ,u 5 p(§t. (in CM.) »^ N/l« dctto ., 4 >/2 » , »'» dotto „4 „ „ 76 3/i Etaatssch'ilducvsch. v. Jahre 185U mit NiictzahllMg ., ^ „ ' » <.A Darltl,.» ,»>! Vcvl^iü'g v. I. !«:N. für 500 il. 11^' Ncucs Anlchcn l.»..^........- ^^'^' dcttu I^Ul,»!r» Z. -<>..«, Ä.nif-Act..», l'r. S!i,ck ,37'< st- »' '^ ^ Actic» dcr Kaiser Ferdinands-No>dl'c,>>» „! ,. ^ - - Acticn dcr O.dn.wrg-Wr-^.städtcr ^ . .^^ ^ «ct.e» d.r H>rr. D„.au-Da...visch,sssal).» M 500 tt. (5. M. - -^ - - '" ft.m^.^i. We>!»e! - ^ln>r5 vom ll. Juni '-52 «u«s''»rg, für «00 K'»>d.» («»r,, (U,.!i. ' 19 1/8 Vf. Uso. Fraufsur! a.M.. ( !'>r '20 !>. „>ds, Vn eins-Währ. >.»2l. >/i,!. 5»','. (^".,',) H» ^ M""«t Hamburg fl.r ,00 T!»'," Vam«, M!>, '7b Vf. ^Mm.m. «°nd in ! Pm»o Zt..,i»,, G,.!.... >l.55Vf. .!Mo»',. Ma ub .>< :l<0 Ocstencich. L.r., («u.d 119 l/^ Af. ^ Mon t. 1!«.., .,':«»0.^'i,,k,» "»,» Ntt i/^ ^. ^ "^', - . . .227G. 31T. S.c»t. Gold- und Siller-Cours.' u»>» 9. Juni 1852. Aries. Meld. Kais. Mimz-DilcatlU Agio .... — 273/4 dctto »land- ^ dto „ .... ^ n 35 Napolconsd'or'S „ . . . . ___ 16^5 Souvcraiusd'or's „ . . . . ___ ' 3iuß. Impcrial .,-''» ^ «'.^ ssr>>'drich»)d'ot's ,,'>'' ' ^«' Gngl. SounaiugS „ . . . - ' . ,. Silberagio ..„..»> — Getreid- Durchschnitts - Preise in Laibach am 9. Juni 1852. Marktpreise. MagKs-Ein Wiener Metzen ^ ' fi. ! kr. fl. > kr. Weizen ... 4 48 5 — Kukurutz ... 3 40 j 3 40 Haldfrucht . . . __ » 4 20 Korn .... — — 4 — Verste .... — — 3 — Hirse .... — — 4 — Heiden ... — — «20 Hafer .... — - 2 12 Verzeichniß der hier Verstorbenen. De» 4. Juni 1852. Dem Hrn. Mathias Orenig, Zimmermaler, sein Kind Maria, alt 2 Jahre und lj Monate, in der Stadt N>'. l27, a» Fraisen. — Dem Joseph Ka-stelliß, Zuckelfabriksaibeitcr, sein Ki>,d Maria, alt 8 Tasse, "in der St. Pettrs.-Voistadt Nr. 3l , an, hitzigen Wassertopf. — Dein Andreas Sk.'ibetz, In. qliisltionshalls-Anfschcr, seine Gatci» Eli^abetha, alt 4ft Jahre, >>' dcr Stadt Nr. 60, an, Typhus. Den 5. Maria Strntl, Iinvohnerswelb, alc 45 Iahic, in, Ciuil. Spital N'-. l, a» der Lnngenlah-lnllüg. — Den, Anton Schlistei^i«), Taglöl)ner,^ sein Sohn Banholomäns, alt II Jahre, in der Stadt Nl'. l63, an der Gehirnentzündung. Den 6. Den, Hrn. Joseph Mallek, Glatze, Bürger, seine Gattin Kathaiina, alr 42 Jahre, in der St. Peters-Vorjladt Nr. 150, an, Zehisieber. — Johann Schönegger, Sträfiil'g, alt 36 Jahre, im Strafhaule N>'. 47, — und Joseph Planka, Mehl-handler, alt 49 Jahre, in der Gradischa^ Vorstadt Nr. I, beide an der Lungensncht. ^ De>, 7. Herr Franz Woicnz, Schreiber, alt 45 ^ahre, im Civil.-Spital Nr. l, an der Lungen-sucht. — Dem Lucas Maidiö, Magazm. Arbeiter, sein K»'d Anton, alt 5 Monate und 5 Tage. in der St. Peters-Vorstadt Nr. 78, am serösen Schlag-fiuß und wmde geiichtlich beschaut. Dei, 8. Dmi Georg Hönigmann, Zückerfabriks-Diener, sein Kind Johann, alt 6 Wochen, in der Polana.-Vorstadt Nr. 25, an Schwäche. Den 9- Dem Herrn Wilhelm Koosi, Handels-'"am, . sein Kind Wilhelm, alt I I Wochen, in der ^apliziner.-Vorstadt Nr. 5, a>, Fraisen. ^ Den 10. Johann Kadunz, Landmanu von St. ^"em, alt 62 ^ahre, i" der Stadc Nr. 46, am ^chlagfwsi. Verstorbene im k. k. Militär-S'pital Im Monate M a i 1852. Den 28. Primus Wurja, Gememer v. illyr. in. öst. Fuhrwesen-Corps, alt 47 Jahre, am Typhus.— Waftl Gyiaa, Gemeiner v. 3. Garnüons-Bataillon, alt 21 Jahre, an Bauchscropheln. Den 5. Juni. Mladen Wittolich, Gemeiner v. Deutschban^ter Gränz. Neg. Nr. l l, 8. Compagnie, alt 20 Jahre, an der Lungensucht. K. k. Privilegium "nf bas neu erfundeue von I. G. P o p p , Illhnarft und Priv. - Inhaber in Wien, Stadt, G o ldsch und tg aste Nr 604.. Dll's,5 Ml!Nd>rass> i'i so!v(>l>l P0l! >>.r "-e'icmls!>''!, F cultN g^vü'ft. ,,ls t"lr^ c'.^ene lcmqjähüae ElsaMung .rpr^bt. Es "ewatirt sich vorn li^ q^ ?» d.>" üble« Geruck» axk, de^ Munde de> veroa^lass ^cer R niq >>,g low h! kan^in r .l s ychler ^Ht)«le und W,t-«.'l<,, u tt >o st-»nU u"d sickn dnl)st'> ^»ne vor^u^l'ck^ Hrilkraft ge^»>n w<»> imm»r qeaitctes kl.nik.5 Zcchüfle'sch , »e> scorftut, t,e> >t)e>l nati chen oder ft'cktls'H.n Fah^leid^n, l^ei 3chw'nd»n d.'5 Zal)uft«>!!cde5 und d^dulck Lock iw ro»>n d.r Zähne, ,ndem »'s das Zaynsscisch stäikr, anl) lounq, wo'urn evcnf'lls das ,-jU)l,fle>sch krank U'ld d>e Zat)ne oom Zahnfleisch mchr entblößt und langer werden, und m der Folge ganz gesund herausfallen. Dl^-seö Mundwasser besteht aus lauter Mundkrautern und Harzen, welcke den Tonus lm Zahnfleisch mehr heben, und dadurch vermehrte Contraction in demselben hervorbringen, »ö enthält weder Säuren, noch Salze, nock sonst für die Zahne schädliche Stoffe. Oben bemerkte Eigenschaften kann ich durch vi.le eingesendete Zeigniffe als erprobt bezeugen. Gebrauchs - Anweisung. Man nehme eine beliebige Menge zu gleichen Theilen Mundwasser, mit gewöhnlichem Was. ser gemengt, spühle damit in dem Munde mehrere Minuttn herum und spucke etz dann weg und man wird dann durch mehrmaligen Gebrauch die wohlthätige Wirkung erzielen. Ein Flacon sammt Gebrauchs-Anweisung kostet si. I. 20 kr. C. M. Die Niederlage hievon ist in Laibach bei Herrn Alois Kaisell, „zum Feldmarschall Grafen Radetzky.« ! In Klagen furt bei Herrn Anton Morre. ''" " Eröffnungs - Anzeige des warmen Bades nächst Villach in Kärnten. Der Gefertigte Bad - Inhaber erlaubt sich, die öffentliche Aufmerksamkeit auf seine von Alters her berühmte Heilquelle zu richten, und zu einem zahlreichen Besuch einzuladen, wozu sowohl die gesunde und schöne Umgebung, angenehme Lage, als auch die vorzüglichen heilbringenden Kräfte der Therme reizen. Eö liegt an der Poststraße, die von Villach nach Italien führt, eine drittel Meile von ersterem Orte entfernt. Die Malk'fahrten bringen cs in tägliche Verbindung mit Krain, Italien und Klagenfurt; drci Mal in der Woche mit Tyrol und zwei Mal mit Salzburg. Man badet entweder in dcm 36 ^ Klafter messenden Bassin, oder in den Wannenbädern Die Temperatur der Quelle ist constant 23 Grad Reaumur. Nach einer vom Herrn Mag. Phar. Fer^ dinand Häuser vorgenommenen chemischen Analyse enthalten 24 Unzen Wasser 4 Gran feste Bestandtheile, und zwar: Schwefelsaure Kalknde U.45N Gran, dto Soda U.25U » dto Magncsie «2W » Kohlensaure Kalkerde 2.NW » dto Bitterclde U.tt5ll » Salzsaure Soda U.05U >> Kieselsäure — U.MU » Eisen — Spuren Verlust — O.iwU » Summa . 4.ylw Gran. Aus dieser Analyse sowohl, als aus der Beobachtung der Wirkung ergibt sich die nahe Verwandtschaft dieser Terme mit Gastein und Neuhauö. Nach vielfaltiger Erfahrung ist der Gebrauch dleses Bades angezeigt: 1) Bei allgemeiner Schwäche, sowohl als Folge des Alters, als nach erschöpfenden Krankheiten, großen Sasteverlusten ?c. 2) Bei allen Arten von Rheumatismen und Gicht, und ihren Folgen, als Steifheit, Krümmungen lc. 3) Bei scrophulöscn und rachitischen Leiden freiwilligem Hinken :c. ^ 4) Bei Knochen-Krankheiten, Geschwüren und Wunden. 5) Bei Netvenleiden jeder Art, Hysterie, Hypochondrie, den verschiedenen Alpien, Lähmungen, nach Schlagflüssen, den Folgen der Blcikolik allen Krampfen lc. «) Die Krankheiten der Geschlechtstheile, in so ferne sie auf Schwäche beruhen. 7) Hautkrankheiten, veralteten Flechten, Aus' schlagen :c. Das ganz neu gebaute, großartige Wohnhaus bietet schöne, sonnige, geräumige Zimmer. Für Speisen und Getränke wird bestens gesorgt, und die möglichste Billigkeit in den Preisen, der Wohnung, ludl« ä I.ül« und des Bades wird, wie bisher, die allgemeine Anerkennung finden. Bestellungen werden franco an den Gefertigten Inhaber erbeten. Warmbad nächst Villach den 15. Mai »852. LiKlwig Waller. lZ. Laib. Zeit. Nr. 132 v. 12. Juni 1852.)