Nr. 132.
Plänum«r»tion«plei«: Im «omptoir yanzl-
fl. ll. halb!, st. 5-NO, ssür dic ZiisscNiina m« b»u»
balbl. ü» lr. Mil dci Poft »anzj, ft. '5, haldj. st. 7 50.
Montag, 12.Inni.
Instrt!on«gebüi: Für kleine Inserate b!» z»
« Zcilen 25 ll.. gröh«e per Z?ilc « lr,; bei pflegen
Wiederholungen per Zeile » tl.
1882.
Amtlicher Theil.
W- A' ^ und k. Apostolische Majestät haben mit
'"höchster Entschließung vom 6. Juni d. I. dem
^''^ftsäsidrnten des Obersten Gerichts« und Cassa-
''»yofez Eduard Ritter von Krenn anlässlich seiner
,^Mch^n Versetzung ill den dauernden Ruhestand
« das Eomlhurkreuz des Franz-Ioseph Ordens
oem Sterne allergnädigst zu verleihen geruht.
Ali, 3' k- und k. Apostolische Majestät haben mit
"höchster Entschließung vom 25. Mai d. I. den
^»ordentlichen Professor an der Universität Prag
»M. Eftpinger zum ordentlichen Professor der
g^> fischen Anatomie an der Universität Graz aller-
W zu ernennen geruht.
Conrad-Eybesfeld m. p.
be« ^" Ministerpräsident als Leiter des Ministerinms !>il,F"'"n hat die Polizei-Obercommissäre der Polizei« ,/"wn in Wien Joseph Richter und Karl Mi-^.v zu Polizeiräthm; die Polizeicommissäre Karl co,.,^Weck und Gustav Zöhrer zu Polizei-Ober-t>il?ü""; dann die Conc'pisten der genannten Polizei-V^" Johann Kenda. Karl Lunzer und Georg ^l zu Polizeicommissären ernannt.
Erkenntnisse.
5»ls«^ k, f z.'a,,drsn«>ri'cht Wien als Pressacricht hat aus ^V^°"l. l. Siaatsauwallschast erlauut, dass der Inhalt des ^s!«.,..!^" „Tocilll-pulltischsü Fach^citunc, drr Mciallarbrilcr ">it >>" n bdto. Wien. 1. Juni 1882 enthaltenen Ausscchrs ^'l, lul..5")!chlist ..Rundschau" in dcr Slcllc vun „Der Vcr« 3 'W0 <2t ^ ..cnlschirdencr Fortschritt" das Vcrachm „ach ^°t brr^^"iu!dc'. und hat nach § ^l St, P. O. das
Dns , ""brritnna bicsrr Druckschrift ausacsprochcn.
^"traq ^ ^ .^ ^aildrssscricht Wi.-u als Pressncricht hat auf
lÜ drr N, /,' Etaatsnnwallschafl erlannt, dass drr Inlialt des
'"t" c»^ bcr periodische, Druckschrift ^chuhmachcr-Fach.
A.til.Is mit dcr Ausschrist Fen.ral,smu^
bls..in d..^'"^" in dcr Stcllc von ..fasle» w>r das Wsseu
ß G, ser.., "Ural^walt theilen" da» Verbrenn nach ^5^
^°U" u ! ." ^ I„l,alt dcs Ärtilclö ,»it dcr ÄufsM'st „sst>md.
> ..De ^„' Uedrischrift ..Ocstcrrcich-Unqarn" in der «tcllc
°ttde»"". ^N.aris ist „un" bis „(5lerical>Fcndalcn bolr.ebcn
""er iK Ver^hs,, ,^^ ^^^^ dcs Gcschcs "'"" 17. Dc°
ft» nach «'.?^ « R G. Vl. vom I°hre I«6,t. resp das Ver-
"^H^ ? 6t, G, bcanindc. und hat nach 8 493 St. P^O.
loot dcr Ncitervcrlircitunn dicscrDruclschrift ausgcsprochm.
Nichtamtlicher Theil.
Se. Majestät der Kaiser haben, wie das „Prager Abendblatt" meldet, der Gemeinde Vrzih zum Schulbaue eine Unterstützung von 200 fl. zu bewilligen geruht.
Zur Lage.
Einer der wesentlichsten Gründe, welche Se. Excel« lenz den Herrn Finanzminister bestimmt haben, die Dickung des Abganges im Staatshaushalte durch Emission von Papierrente zu beschaffen, lag bekanntlich in dem Wunsche, die Schuldemilel des Staates nach Thunlichlcit im Inlande zu placieren, damit die Zinsen derselben der heimischen Production zugute kommen. Diese den Grundsährn einer rationellen Finanzwillschaft vollkommen entsprechende und von beiden Häusern des Nnchsralhes rückhaltlos gebilligte Methode hat bekanntlich nicht den Veifall der „Neuen freien Presse" gefunden, welche in ihrem Gold« fanutismus nicht müde wurde, für eine Vermehrung der Goldrenteufchuld zu plaidieren, unbekümmert darum, dass hiedurch der Staat bezüglich seiner finanziellen Verpstlchluiigrn den unberechenbaren Zufällen perma» Ul-nttr Aqioschwankungen preisgegeben wird und in immer größere Abhängigkeit vom ausländischen Kapi. lalsmarkle geräth. Noch den 7. dieses Monates machte das genannte Blatt dieserhalb einen hämischen Aus» fall auf den Finauzminister, und si'he da! in der Nummer vom 8. d. M. veröfs.ntlichte es einen mit statistischen Daten belegten Artikel über die Placierung der österreichischen Renten im In- uud Aus« lande, wrlcher mit geradezu übilwältigender Logik zugunsten des Vom Herrn Flnaüzmilnster gewählten Creditsystemes spricht. Wir entnehmen demselben folgende Daten:
„Eine neue Gelegenheit zur Entscheidung der für die Staalswirtschaft so wichtigen F>age, in welchem Verhältnisse die österreichischen Schuldlitel im In» oder Auslande placiert sind, bot sich im Jahre 1880. als die Conponbogcn der in Silber und Noten vrr» zinslichen Schuld ausgewechselt werden mussten und die Gläubiger sowohl bei den inländischen als bei den ausländischen Stellen diese Transaction vollzogen. Es waren die Talons zu präsentieren, und das Finanzministerium gewann die Möglichkeit, neuerdings zu prüfen, wie viel Titres der allgemeinen Staatsschuld
sich im Auslande befinden. Die Zusammenstellung der diesbezüglichen Daten l'rserte sehr interessante Resultate. Es wurden präsentiert:
Notcnrentc Silberrente Zusammen
Millionen Gulden
1871 . . 3583 6492 10075
1880 . . 600 0 500 0 1100 0
Diese Ziffern beweisen, dass trotz der großen Steigerung der allgemeinen Schuld, welche seit dem Jahre 1871 eingetreten ist, aus diesem Tilel die Verschuldung an das Ausland nicht gestiegen ist. Mit anderen Worten: fast die ge-sammle Mehr«Emission, welche seit 1871 an S'lber-und Nolenrente erfolgte, wurde vom Inlande aufgenommen. Vergleicht man den gegenwärtigen Schuldenstand mit dem des Jahres 1871, so erhält man folgende Urbetsicht:
Stand im Stand im n,.«««,-. Jahre I°t>re f""^
1671 1882 '" ""
Millionen Gulden
4 2proc. Notenrente 1084 1357 -j- 273 Silberrente 916 9W -^- 80
Zusammen 2000 2353 -j-353 Die allgemeine Rentenschuld wuchs also um 353 Millionen Gulden. Rechnet man die Emission der vom Finanzmimster Dunajewsti a/schaffenen fünf» procentigen Papierrente, und zwar zunächst blüh die vollständig abuM'ickl'lte Emission des Voijahres in der Höhe von 54 3 Millwnen Gulden hinzu, so rrg'bt sich jnt 1871 für Papier, und Silberrenle ein Zuwachs von mehr als 400 Millionen Gulden, und dieser Betrag ist fast ausschließlich im Inlande placiert worden."
Wir haben diesen Ziffern nichts hinzuzufügen, sie bilden in ihrer trockenen Nüchternheit das schlagendste Äraument sür das vom Herrn Minister Dr. v. Duna-jewski gewählte und von allen rationellen National« ökonomen besinwortrte Finanzsystem. Die „Neue freie Presse" aber thäte gut daran, bevor sie zu Angriffen auf die Finanzverwalturig ausholt, immer zurrst ihre eigene volkswirtschaftliche Rubril einer sorgfältigen Revision zu unterziehen.
Das „Fremd enblatt" knüpft an die jüngste Reise des Hrrrn Ministerpräsidenten Grafen Taäffe und des Herrn Ackerbauministrrs Grafen Fallen« hayn in das Ostraner Montanrevier eine Reihe von
JeMeton.
Kunst und Her).
Anginal Roman von Harriet-Grünewllld. (15. Fortschung.)
VII.
„An das Göttliche glaubru die allein, die cö scllicr sind." Höldcrleili.
^Ns^ ^" U'sl die fünfte Nachmittagsstunde des "°ch /" Tuges. Gottfried halte längst seine Schritte baiq °em Eichenhaine gelenkt, der still und einsam ^ "' benn das leise Rauschen in den hohen Wipfeln Mer !r" Aälime machte den Ort nur noch träum-ftw,, ^s mahnte an die Sage von der Gottes» leele:' "e durch die Natur wehe und die Menschen-"N!^ schweigen und Ehrfurcht banne. Der Jung. ^H^litt langsam über die Wiese. Nur hie und da lei, w''ch ein Sonnenstrahl durch die noch dlcktbrlaub-l!>il d„ ""' er zitterte unsicher über das hohe Gras, ^"er iah zu verschwinden und sein loses Splel an
Indern Stelle fortzusehen. .
^i)l,e? es die geisterhafte Stille ringsum, d,e das ^chte? "ih des jungen Mannes fo ernst nachdenkend
^ ^ ^""e die Kapelle erreicht und stieg zögernd ^ Ka^"^'" hinab. Marcrlla war noch nicht hier.
^rllr, Ü ^li in träger Ruhe im Schilfe, auch die l°9 de> n?°h"er ließen sich nicht blicken. Gottfried
^'Nt ^/"chen mit Hilfe der Kette, an der er be-
! l'alwi 5' "' das Ufer. dann stieg er in denfclben;
^ NvH k" ..Torquato Tasso" zur Hand und wollte
^ emmal durchlesen. Aber zum erstenmale fes-
selte er ihn nicht so tief und mächtig als sonst, sein Auge schweifte immer und immer wieder zu den Wei-deubäumen empor: „Wenn sie am Ende nicht kam, um derentwillen er in den Vormittagsstunden den „Tasso" durchgenommen?" Der Gedanke machte sein Herz rascher schlagen. Er begriff sich selbst und seine Unruhe kaum. Was gieng ihn das fremde Mädchen an. was lag fchliehlich daran, ob sie kam oder nicht? Das Glöckchm in der Kirche am Berge begann hell zu leuten. Es war bereits halb 0 Uhr und sie, die ungeduldig Erwartete kam nicht, hielt schlecht ihr gegebenes Wort. Da — eine Alutwelle freudigster Erregung schoss in Gottfrieds Gesicht — schimmerte ein helles Kleid durch die Zweige der Weideubäume. Jetzt stieg Marcella bereits die Sleinstnfeu herab.
„Endlich!" klang es unwillkürlich von seinen Lippen. Er sprang aus dem Kahn und eilte ihr entgegen. Sie musste seine Freude, seine unverholene Erregung über ihr Erscheinen gewahrt haben, denn der Schimmer eiues Lächelns umschwebte ihre Lippen.
„Haben Sie mich so schwer erwartet?"
„Ja. offen gestanden. Comtesse".
Ein Schalten flog über ihr Antlitz. «Sie wissen bereits wer ich bin?"
„Ich hörte es gestern, als Sie mit ihrer Mama durch M. fuhren".
„Mit der zweiten Gemahlin meines Papas", warf sie rasch, fast abweisend ein. „H'Ule ist es recht still und einsam im Eichenhain", ihr Älick glitt über die wi'ttergraue Kapelle, sie wollte nicht weiter an ihre Sliesmutter gemahnt scin.
„Wo weilen nur die Schwalben"? sagte Gottfried.
„Sie habm ihre Wanderung nach dem Süden angetreten. Ich sah heule morgens den Schwärm an meinem Fenster voiüberfliegen. Wie ausgestorben wird mir jetzt dieser Ort erscheinen." Marcellab nachlschwarzes
Auge heftete sich plötzlich groß und voll auf den Jüngling.
«Glauben Sie an die Sage, dass der kleine, liebe Vogel ein Glücksbote ist?"
„Vielleicht", entgegnete er leise.
„Ich nicht", sagte sie rasch. „Schon seit Jahren sind die Schwalben meine Freunde — dennoch . . ." sie brach rasch ab und eilte nach dem Kahn. Gottfried hatte den schneidenden Zug gesehen, der sich um ihre Mundwinkel legte, er schien die unausgesprochenen Worte zu ergänzen — „fehlt mir das — Glück!"
Marcella holte unter der Bank des Nachens die grün- und weisgestreiften Ruder hervor.
„War der junge Mann, den ich gestern an Ihrer Seite erblickte, Ihr Freund?" fragte sie in jenem matten Tone, der Gottfried schon gestern an dem Mädchen aufgefallen war.
„Ja; ein treues, sonnenhelles Gemüth!"
„Das offene Gesicht lässt darauf schließen. Im-mcrhin beneidenswert, wem sich ein sonnenhelles und vor allem treues Gemülh erschließt in unwandelbarer Freundschaft, aber wo finden wir es? Heutzutage «st eine ideale Iünglingsseele einer Aloendlüte zu vergleichen", — sie hatte wieder mehr zu sich selbst, als zu dem vor ihr Stehenden gesprochen und neigte sich über das klare Wasser.
„Dafür mag Frauenfrrundfchaft unwandelbarer sein", sagte Gottfried lächelnd, „auch idealer."
„Frauenfreundschaft." Marcella hob rasch das Haupl, „ich weih es nicht", fügte sie kühl hinzu, „denn ,ch hatte niemals eine Freundm. Doch bitte, beginnen Sie mit dem „Tasso."
Gottsried stieg in den Kahn und lieh sich an einem Ende des kleinen Fahrzeuges nieder, so dass er dem jungen Mädchen gerade gegenüber sah. (Fortsetzung folgt.)
Laibacher Zeitung Nr. 132 1144 12. IuniiW^
Betrachtungen, der wir Folgendes entnehmen: „Wahrnehmungen solcher Art, wie sie die Minister bei ihrer jüngsten Reise gemacht, tragen zur Klärung von Ansichten und Urtheilen über alle Fragen bei. welche mit der Arbeit und der Industrie im Zusammenhange stehen, und wecken das Interesse für dieselben. Auf die Bevölkerung Schlesiens machte die Reise der Minister offenbar den gleichen Eindruck. Man fasste sie als den Beweis eines lebhaften Interesses für die Arbeit und die Industrie auf, als eine beiden dargebrachte Huldigung. Deutsche und Slaven, Fabrik kanten und Arbeiter, Nergwertsbesitzer und Bergleute eilten überall zur Begrüßung der Repräsentanten der höchsten Regierungsgewalt herbei. . . . Wenn die Mi« nister die Muße, welche ihnen endlich die Purlaments-ferien gegönnt haben, dazu verwenden, persönlich die mannigfachen Verhältnisse und Beziehungen zu unter« suchen, welche einer Ordnung bedürftig sind, so erblicken wir hierin die Einbürgerung einer sehr wohl< thätigen Sitte, deren möglichste Verallgemeinerung nur recht lebhaft gewünscht werden kann."
Aus dem gleichen Anlasse schreibt der „Sonn-und Feiertags-Courier": ..Indem der Ministerpräsident sofort nach dem Schlüsse der Parlaments-session seine ersten freien Stunden dazu benutzte, um die großartigen fchlesischen Kohlenwerke und die bedeutenden industriellen Etablissements jener Gegend in Augenschein zu nehmen und sich an Ort und Stelle über die Bedürfnisse und Wünsche der Fabritsherren sowohl wie der Arbeiter persönlich zu informieren, hat er sich gewiss Anspruch auf den Dank nicht nur der Bevölkerung Schlesiens, sondern auch aller derjenigen erworben, denen an der Entwicklung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse und an der Fortbauer eines guten Einvernehmens zwischen den Arbeitgebern und Arbeitern gelegen ist."
Ueber den neuen Re!chs«Finanzminister Herrn von Källay äußert sich die „ Norddeutsche allgemeine Zeitung" wie folgt: „Bei aller Kühle und Nüchternheit muss man zugeben, dass die Ernennung Källays in Ungarn wie in Oesterreich mit Befriedigung aufgenommen wird. Seine Familie zählt zu jenen, die den vornehmsten Magnatenfamilien gleich-gehalten werden, weil sie eine vielhundertjährige, ehren« reiche Geschichte auszuweisen haben. Weit höher als dieser heraldische Wert seines altehrwürdigen Namens steht indessen die Thatsache dass er für seinen jetzigen Beruf eine Vorbereitung mitbringt, wie sie nur äußerst wenigen zugebote stehen dürfte." — Nicht minder sympathisch urtheilt die Augsburger „Allgemeine Zeitung" über Herrn von Källay. Sie schreibt: „Herr von Källay gehört keineswegs zu den Politi« kern von heute auf morgen. Er hat sich für seinen staatsmännischen Beruf in ernster, anstrengender Weise vorbereitet; seine Bildung beruht auf ebenso tüchtigem wissenschaftlichen Studium wie auf der Autopsie und den Lehren der Erfahrung."— Die „Frankfurter Zeitung" bemerkt: „Wenn der neue Reichs Finanzminister das hält, was man sich von ihm verspricht, so ist dem Reiche zu seiner Ernennung Glück zu wünschen."
Das .Journal des Debats" bespricht in einem längeren Wener Briefe die Resultate des abgelaufenen Sessionsabschnittes des österreichischen Reichsrathes und constatiert, dass die erledigten Arbeiten von hoher Bedeutung sind. ..Auf politischem Gebiete — so heißt es dort — ist in erster Linie die Wahlreform hervorzuheben, durch welche zahlreichen Bürgern das Wahlrecht ertheilt wird. Die Regierung
hatte diesbezüglich große Schwierigkeiten zu überwinden. Die deutsch-liberale Opposition wollte nicht dulden, dass eine so voltöthümliche Reform unter dem gegenwärtigen Regime ins Leben trete, und entwickelte deshalb die äußersten Anstrengungen, um das neue Gesetz der deutschen Bevölkerung unpopulär zu machen. Diese Bemühungen waren jedoch vergeblich. Mehrere hervorragende Mitglieder der liberalen Partei verließen die Reihen der Opposition und stimmten für die Regierungsvorlage. Im Herrenhause versuchte eine Fraction, ebenfalls das Gesetz zu bekämpfen; aber auch dort ergab die Schlussabstimmung eine eclatante Majorität für die Negierung. Die Opposition nahm in dieser Frage einen sehr engherzigen Standpunkt ein, sie stellte die Partei-Interessen höher als die Interessen des Volles. Andererseits handelte sie aus Rücksichten der Selbsterhaltung. Dir deutsch-liberalen Abgeordneten verstanden wohl die Gefahr. Die nächsten auf das neue Gesetz basierten Wahlen könnten für die Opposition verhängnisvoll werden, und in jedem Falle werden sie der gegenwärtigen Haltung derselben in den Nationalitätsfragen ein Dementi erlheilen. Thatsache ist, dass der Versöhnungsgedanke fortwährend Fortschritte macht, und darin bestand ja seit jeher die Grundidee des gegenwärtigen Cabinets. In wirtschaftlicher Beziehung ist die Reform des Zolltarifes nicht minder bedeutungsvoll. Der Schutz, welchen der neue Tarif allen Zweigen der heimischen Industrie und Landwirtschaft gewährt, wurde von allen Betheiligten mit Freude begrüßt. Diese Reform war geradezu eine Lebensfrage für Oesterreich. Die Opposition, eifersüchtig auf diefen Erfolg, suchte durch alle Mittel die Realisierung des Regierungsprojectes zu verhindern. Diese Taktik war jedoch in hohem Grade ungeschickt und entfremdete der Opposition die Sympathien nicht blos der österreichischen, sondern auch der ungarischen Bevölkerung, welche den Agrartarif als eine sehr große Wohlthat betrachten."
Das Blatt behandelt sodann die verschiedenen Handelsverträge, die energischen zur Herstellung des Gleichgewichtes im Staatshaushalte getroffenen Maß« nahmen, das Gesetz über die Donauregulierung, die Erwerbung der Kaiserin-Elisabelh-Westbahn, die übrigen erledigten Eiscnbahnvorlagen, die Einführung der Post' Sparkassen, die auf dem Gebiete der Wissenschaft und des öffentlichen Unterrichtes erzielten „ehrenvollen Ne» sultate", daruuter insbesondere die Gründung der böhmischen Universität in Prag, und schließt mit folgenden Worten: «Trotz der bedauerlichen Haltung der deutschen Centralisten macht der Geist der Versöhnung, wenngleich scheinbar langsame, doch reelle Fortschritte. Das vom Grafen Taaffe aufgestellte Negierungspro-gramm hat aufgehört, eine Mythe, eine Art schönen Traumes zu sein, es ist bereits greifbare Wirklichkeit geworden."
Vom Ausland.
In Berlin ist am 8. d. das lirch apolitische Gesetz publiciert worden, welches in dem verflossenen Sessionsabschnitte des Reichstages so viel von sich reden machte. Die „Provinzial-Correspondenz" chreibt aus diesem Anlasse: Man hat hinter der Einbringung dieses Gesetzentwurfes und dann wieder hinter der nur durch äußere Gründe veranlassten kurzen Verzögerung des Allerhöchsten Vollzuges Ab» sichten suchen wollen, von welchen die Staatsregierung bei diesem Gesetze ganz und gar nicht geleitet worden ist. Der einzige Beweggrund der Staatsregierung ist
qewesen, innerhalb der znlässigen Grenzen au "ge Initiative dasjenige zu thun. was zur Aefne^m und Beruhiguug der katholischen Bevölkmnig o ' kann. Eine vollkommene Beilegung der ^tleitpm , zwischen dem Staate und der katholische Kircke ! a u nicht von dem Staate allein ab. Aber auf das,9^ wärtige Gesetz hat dieser Gesichtspunkt k""e»^l> u,^ geübt; es hat allein dazu dienen sollen,, die -w'N" teit der kirchlichen Organe innerhalb ihres l'atlM'y Berufes zu erleichtern, welcher die Befriedigung " religiösen Bedürfnisse der katholischen Bevölkerung -Die „Germania" erwidert ihrerseits: "b^^?'^ die Ausführung des Gesetzes, insbesondere die» dung der Vollmachten, welche es enthält, Vlm o selben Geiste getragen sein, der aus den '">"."" z „Provinzial Correspondent spricht. Wir musci, " wohl zunächst mit der Erwartung schmelche"' "^ die Vollmacht in Betreff des Sfterrgksetzes lie"" Anwendung kommt, um die Ungleichheit in der Handlung der Sprengel, die sogar von a^""'^. Seile als unmotiviert anerkannt wird, zu bejemg ^
Der württembergische Landtag '1l , ^ 7. d. M. nach einer kurzen Nachsession vom ^ mit einer Thronrede geschlossen worden, .W^/ l Befriedigung constatiert, das« es durch die ""! jz, Zinsenersparnis verbundene Conversion der ^^< schuld, durch ein neues Sportelgesetz, eine '"ltt l"« lung der Abgaben von Erbschaften und Schems "„ sowie durch eine Erhöhung der Malzsteuer g"" u^ sei, den Staatsbedarf ohne eine Steigerung der m ^ Steuern zu decken. Die geschlossene Session w" h, letzte des gegenwärtigen Landtages, dessen ""» „ netenkammer noch im Laufe des Jahres lie wählen ist. then
Aus verschiedenen Theilen Irlands lu^ neue Gewaltthaten gemeldet, die in den meiste» u ^ von ..Moüdschein"-Äanden verübt wurden. ^^ .chte« die Angreifer, sondern auch die Angegriffenen >n ^, von ihren Schusswaffen Gebrauch. Einem dew ^, lamente untnbreiteten amtlichen Ausweise zuM ^l lief sich die Anzahl der im Mai zur KennM" ^ irischen Polizei gebrachten Agrarvergehen aus ^ worunter sich zwei Morde. ein MordversM, ^ Brandstiftungen und 10 Angriffe von HauserllM^.
Zur Krisis in Ggypten.
Die Pforte lehnte nach den neuesten D^pH den Conferenzvorschlag der Westmächtc M ^ ab; sie will in Egypten durch Derwisch P"M « in Ordnung schaffen.' Dieser Muschir (Marschall) ^« Kairo eingetroffen und von Delegierten des "y ^ und dem Scheit-ul-Islam empfangen worde«. ^ Truppen brachten ihm eine Ovation dar. Die ^l kerung begrüßte ihn mit dem Rufe: „^ ssB' Sultan!" — Ueber die Aufnahme, welche der ^ missär des Sultans bei der Militärpartei ", "he! finden dürfte, berichtet der dortige Correspoi'ven.^ „Standard", die Führer dieser Partei !"" '". F' am 4. d. M, bei Arabi Pascha abgehaltenen AM ^ lung übereingekommen, vorläufig eine abwarten ^ lung einzunehmen, bis der Commissar der P^h^ Absichten des Sultans mit Bezug auf den ^l" klar enthüllt habe. Sie wären geneigt, sich i" ^M werfen, wenn der Sultan den Khedive absetzte. ^ Se. Majestät andererseits versuchen, Tewst ^ F Throne zu halten, sollte er dem Drucke Eng"'" so Frankreichs nachgeben, die Mililärpartei op! ^ z" seien sie entschlossen, den äußersten Wider, '^
Verlagskatalog der Wagnerischen Universitäts-Buchhandlung in Innsbruck. Nebst einer Geschichte der Firma 1554 bis 1881. Innsbruck. Michaeli 1881. Der Katalog hat nicht blos ein buchhändlerisches, sondern zugleich ein allgemeineres, ein local»culturhisto-lisches Interesse; denn er bildet einen hübschen Veitrag zur Geschichte des geistigen Lebens in Tirol. Das Verzeichnis der verlegten Bücher (99 Seiten) enthält beiweitem die größere und bedeutendere Hälfte von alledem, was seit mehr als 300 Jahren am Inn und Eisack in wissenschaftlicher und belletristischer Hinsicht geleistet worden; gleich zu Anfang z. V. erschien: „Der fürstlichen Grafschaft Tyrol Land-treim" 1558 und ein „Römischer Catechis-mus: Mit angehencktem Register, wass auf alle Son-tag und fürnehmbste Fest, der Gemain in Predigen hierauss kan nutzlich fürgrhalten werden" 1599, wahrscheinlich der erste Katechismus nach den Beschlüssen des Trientiner Concils in deutscher Sprache. Die beigefügte „Geschichte der Firma" verfolgt die Entwicklung der tirolischen Hofbuchdrucknei. Als erster Inhaber dieses Amtes wurde Rupcrt Heller 1554 von König Ferdinand I. ernannt; sein Wattgeld betrug 52 fl. im Jahr, erwies sich ab>r bald anher Verhältnis mit den dafür verlangten Arbeiten, so dass es im 17. Jahrhundert auf 120 fl. erhöht und mit dem Pri-vllegmm zum Druck von Zeitungen und Kalendern
».:. 5l^?m ^ ^Ä" Nubril Anqczeiqtc ist zu beziehen durch d,e hlchge Buchhandlung Jg. v. «leinmayr «e Fed. Vamber«.
vermehrt wurde. Im nächsten Jahrhundert erhielt Innsbruck seine Universität. daher auch die Firma 1723 den Titel einer Universitäts-Buchdruckerei. Damals war sie bereits im Besitze der Familie Wagner, deren Namen sie noch trägt, obwohl sie bereits im ersten Decennium des 19. Jahrhunderts an den Schwager des letzten Wagner, Kasimir Schumacher aus dem Breisgau, gefallen war, dessen Enkel Anton sie heute innehat. Die Befreiungskriege, so glorreich sie sonst waren, brachten inzwischen dem literarischen Leben herben Schaden: Kasimir Schumacher, den das all» gemeine Vertrauen in dem ereignisreichen Jahre 1809 zum Bürgermeister von Innsbruck erhoben hatte, erfuhr durch aufgeregte Bauernhaufen perfönliche Verfolgung , sein Haus wurde geplündert und theilweise zerstört, die Universität wurde von der baierischen Regierung zu einem Lyceum degradiert, Production und Nachfrage sanken fast auf den Nullpunkt, selbst in Handbüchern und vaterländischer Literatur ist aus dieser Zeit keine nennenswerte Erscheinung in selbständiger Form zu verzeichnen. Erst der lange Friede, der darauf folgte, setzte die Mufeu wieder in ihre alten Rechte ein und mit ihnen hat auch die Wagner'sche Buchhandlung und Druckerei einen stets wachsenden Auf-schwung genommen. Es ist bezeichnend, dass sie im Jahre 1830 die erste Schnellpresse in Oesterreich aufstellte und dass ihr in den letzten Decennien mancher Nicht-Tiroler von hervorragendem Namen seine Geistes' kinder anvertraute; ich erwähne nur die berühmten Historiker Ficker, Stumpf uud Winkeliuann. Möge die wackere Anstalt, welche mit der Geschichte und dem
---' .^ B
Fortschritt des Landes so enge verknüpft W, weiter blühen und gedeihen l ^Hel^ ,
..Die Adria" von A. v. Schweiger-^ ^l Mit 200 Illustrationen, vielen Plänen "'" ^ großen Karte des Adriatischen Meeres. (" ", Bf leb ens Verlag in Wien.) — Von diese", " ^ bereits angekündigten Werke liegen '"ln we ^ Lieferungen (2-4) vor, und reichen die Scl)"" ^ha des Autors bis Pola. Wenn wir aus de" z o> tigen Materials aufs Gerathewohl irgend ^^il ^ besonders gelungen hervorheben wollten, j".^^ in erster Linie die gehaltreichen, von p'^Wiilef,, strationen unterstützten Mittheilungen Ml ^» dieser vor Zeiten glanzreichsw, Stadt an ^ ^ M Gestaden. Nlcht minder belehrend nnd re>cy ^„ oc flexionen dnrchwoben sind die SchilderuM ^, oc Westküste Istriens. Von Pola "halten '" ^„ v Hand des Autors ein höchst plastisch^ ^!!^schl>'K antiken Stadt mit ihren, reichen DcnlMn^^Ms. sowie von den großartigen modernen ^ar" ,^etH ments, denen ein ausführlicher Bericht gr ^c So hat das Werk schon in dem vorliegen ,^ ^n das gehalten, was es versprochen: es g>" ^l!'^ Gemälde der geschichtlichen und cultura^^ v Vergangenheit jener herrlichen Gestad?, . ..^ia ^, der Ädria bespült werden, und entrollt 6"'^ ^j reiche maritime Leben der Gegenwart. "^7 ,<^e "^t kommen dürfte den Lefern die K" «V ^"" bem Widerstreben der Pforte gegen die , ^Mgene Conferenz die Rede. Der Unterstaats-^ °lar S,r Charles Dilke erinnerte an den Präcedenz-die^u ^"stantinopler Conferenz von 1876, welcher , -Pforte ebenfalls zuerst widerstrebte und später bei-cknn'7 ^"^ ..Journal de St..Pelersbourg" nimmt ,,.l'nals Gelegenheit, zu betonen, dass die egyp-»»3? ^'"^ nicht ausfchlirßlich oder auch nur ^ll^weise dir Wcstmächte angehen. Es schreibt: ^ Artikel der „Times", in welchem England anf< ^^rrt wird, die Leitung der Verhandlungen bezüg. ^^^plens zu übernehmen, erinnere an die Politik ,^" "^aconsfields. Man könne die Antwort der hl»!? ^^^ abwarten. Uebiigens werde die Frage ^ "lcht mehr unter den Westmächten allein ver. "cue ^' ^^ Polemik ihrer Journale würde nur aufs t>l»l» '""sen, dass England und Frankreich weise ,.. ' gelhan haben, auf em tötL-il-löt,« in der egyp--^".w-uge zn verzichten.
Hassesneuigkeiten.
^ .^ (K. k. Ar m e e) Das „Verordnungsblatt" ÜttM ^ ^ H"r" "'eldet: ..Se. Majestät der K a i s e r c°pit "llergnädigst die Enthebung drs Fregatten^ lchci A ^"^" Kro n n owetter. Vorstandes der ^ ., "Theilung in der Marinesection, von seinem ge» !>M ""Igel, Dieiist^usten anzuordneil und anzubefehlen, iy .^'"selben bei diesem Anlasse in Anerkennung seiner deiy, Verwendung geleisteten ersprießlichen Dienste ^"^bruct der Allerhöchsten Zufriedenheit bekannt ge-H> werde, ferner den Fregattencapitän August von btt W " ^"'" ^"stände der ersten Abtheilung in ü^., uuesection z« ernennen; — weiter die Ueber-5i>i/ ^^ ^" ^^ kroatisch slavonischen Septemviral 3tz. °l« Nefcrent commandierten Oberst Auditors Peter iXort, ""^ ^'" Ansuchen in den Ruhestand an-
""»a < ' und demselben bei diesem Anlasse in Anecken-zl>M " langlährigen. pstichtgetreuen und stets vor« b^^l Dienstleistung den Orden der eisernen Krone °t^ blasse taxfrei zu verleihe»; — schließlich dem ^"Nlche,, Professor an der Kriegsschule Josef Ritter ^5 m Weilen taxfrei den Titel und Charakter
"egierungsrathes zu verleihen," E^"" (Von der österreichischen Polar« lichtem ^'"".) ^tach den letzten telegraphischen Nach-^vkdlu!,,' ^ bereits gemeldet, die österreichische Polar-Matze w^'s^'^ ^lunntlich Jan MaUen zum Stations-"""ts Emi ""lrr Führnng des Linienschiffs-L,eute. bellen, .'^°hlgemuth ""d ,hreS Protectors Se.ner ^nueae» ^lnfe.l HanS Wilczek in Tromsöe in ^>l,>kt . ""getroffen. Tromsüe ist derselbe polare, ^lpkditi, « '"^chem aus die norwegische „Nordmeer-llnpitcj^ ' an, ^4. Juli 1877 unter Führung des ^«ye» f, ^ l>ehufs Tiesseemessungen nach Jan ^lche de s^""2i'N ist. Diese norwegische Expedition, lichrr U," Curs durch den Malangen-Fjord in we^ do,, ^^"lng nahm. lain am 27,. in einer Entfernung >" de„ graphisch«.,, W,^,,, ^jch vou Jan Mayen. writer , "'Strom, segelte unter dichtem Nebel sodann be» ^ "ln c,,^ 28. I^, Vlayen mit ihrem culminieren-^tlch^""^rg (1943 Bieter) und desjen gewaltige ^lltes !>" ^'^ zu bekommen und am 29. desselben '^urdn, ^"^ zu betreten. Da also die norwegische m>,H)^ Expedition" zur Reise von Tromsüc bis layeu nur fünf Tage brauchte, so Wunen wir in
nächsten Tagen die Nachricht vom glücklichen Landen der österreichischen Expedition auf Jan Mayen gewärtigen, vorausgesetzt, dass die See nicht zu slülnnsch ist, was die Landung etwas hemmen könnte, - Ein Tele-gramm Sr. Excellenz des Grafen Hans Wilczet vom 6. d. M. lautet: „Hundert Seemeilen von Jan Maycn, 5 Grad westliche Länge. 69'/z Grad nördliche Breite, sechs Stunden ins Treibeis eingedrungen, wegen ge> schlossenen Platteneises zur Eisgrenze zurück. Günstigen Wind benutzt. Tromsöe mindestens l4 Tage abwarten. Alles wohl."
— (Bismarck in Berlin) Aus Berlin schreibt man vom 5. d. M : Der Reichskanzlei Fürst Bismarck mit Gemahlin ist heute l) Uhr 25 M,nuten mit dem Schnellzuge auf dem hiesigen Hamburger Bahnhöfe ein getroffen. Zur Begrüßung hatten sich der Schwiegersohn des Fürsten. Gras Nantzau, mit seiner Gemahlin Gräfin Marie Bismarck eingefundcn. unß'.rdem waren mehrere Herren aus dem auswärtigen Amte erschienen, Public cum hatte sich ziemlich zahlreich angesammelt, zur größern Hälfte Studenten, auch mehrere Uniformen bemerkte man in der Menge. Das Künigszimmcr war in Vereitschaft gehalten. Pünktlich zur festgesetzten Zeit lief der Train in den Perron ein. Der Fiirsl und Gemahlin befanden sich in dem Salonwagen, welcher als lehlcc dem Zuge angehängt war. Zuerst entstieg der Fürst, welcher den großen breiten Schlapphut nnd einen langen dunklen Ueberzieher trug, dem Waggon Gräfin Marie eilte auf ihre» Vater zu »nd begrüßte ihn auf das herzlichste mit Kuss und H.ilU'schlag, während die Fürstin, welche in dunkler Rcisctoiletle war. zuerst den Gruß ihres Schwiegersohnes erhielt Der Ncichshund war nicht mit dem Fürsten gekommen. Dass der Reichskanzler in Friedrichsruhe längere Zeit recht leidend gewesen war. konnte man nicht wahrnehmen. Er sah vielmehr gebräunt und wohl aus und blickte recht vergnügt drein Festen und raschen Schrittes begab sich der Fürst, der die Glüße der Anwesenden anherordentlich freundlich erwiderte, nach dem Empfangszimmer.
— (Prager Universität,) Das Professoren-Collegium der czechischen philosophischen Facnltät hielt am ü, d. M. seine erste Sitzung ab. In derselben wnrdr znm Mitglicde des akademischen Senates H?rr P>ofessor Dr. Koicala. zu Wahlmäinnrn für die bevorstehende Rectors^ nnd Prorectorswah! die ordentlichen Piofssnrcn Herren Krejci. Kvikala, der außerordentliche Professor Dr. Emler und Docent Dr Hast,»sly gewählt Weiter wurde die Wahl der Vorschlagscommission zur Besitzung der einzelnen Lehltanzeln angenommen. Gewählt wur> den für die philologische Abtheilung die Piufessoren Kliiöala, Gebaucr und Hattala, fl'ir die natl,sw>sscnschaft lich,liiathematische Celakuusku. Fric. Alrjci, Oifurk nnd Seydler, für die historische Al'lheilung Tmnrl. Dr Emler und Dr. Gull, für die philosophische Dr. Dlndit, Kui-iala und Gebauer.
— (Bestechung von Geschwornen.) Zu Atkarsk im Gouvernement Saratmu wurden kürzlich, wie die „St.'Petcrsburger Zeitung" berichtet, vier des Diebstahls angeklagte Bauern von den Geschwornen schuldig gesprochen. Da bat einer der Angeklagten energisch um das Wort und erzählte, dass vor Beginn der Sitzung fünf Geschworne zu den Angeklagten gekommen seien und denselben gesagt haben, sie können gegen Zahlung von 10 Rnbel den Angeklagten Hoffnung uns Freispre« chung machen. Dies schien den Bauern nicht so übel. und sie willigten ein. Die Geschwornen erhielten einen Rubel Handgeld, und die Angeklagten versprachen, nach erfolgter Freisprechung den Rest von !) Rnbel zu entrichten. „Wir sind jedoch", sagte der Angeklagte, „schul
dig gesprochen worden, und so bitten wir Sie denn. Herr Präsident, die Geschwornen wegen Bestechlichkeit zu bestrafen." Wie ein Donnerschlag wi>lt<- diese Enthiil« lung auf die Richter und das Publicum. Der Präsident ließ die Geschwornen vortreten und die Angeklagten wiesen auf fünf derselben, die sich hatten bestechen lassen, hin. Ueber den Vorfall wurde sofort ein Protokoll aufgenommen.
— (Assyrische Keilschriften) Im British Museum sind soeben über 300 beschriebene Thontafeln angelangt, welche vou einer griechischen Firma in Bagdad tauflich erworben wurden. Eine derselben gibt eine fragmentarische Geschichte Babylons vom 14 bis zum 2. Jahrhunderte v. Ehr.
Locales.
— (Militärisches.) Se, k. und l. Aposto< lische M a j e st ä t geruhten allergnäoigft dem Obersten Maximilian Köhler, übercomplet im lrainijchen Ll>nd> wehr Schützenbatuillon La,bach Nr. 2b, Laüdwrhr-Com» mando Adjutanten in Zara für seine verdienstlichen Leistungen anlasslich der in Sü>dalmazieu stattgehabten Operationen die Allerhöchst belobende Anerkennung aus» zusprechen.
— (Die Fro hnle i chnamsprocessionen ) in der Stadlpfarre St. Jakob und in der Vorstablvfarre Maria Veikündigung bei den WW EE ?. ?. Fianci«. ranern ssiengen gestern Sonntag vormittags bei schönstem Weiler vo, sich. Die Prolkssion bei St Iulob eibffnrten die Knaben drr zweiten städtischen Volksschule, welchen die Lehijungrn des katholischen Gesl-llenvereln» und der katholische Verein mit ihren Fahnen folgten. Die Procession sührte der hochw Herr Plopst Dr, Iarc mil zahlreicher Assistenz, Mitglieder des allgemeinen lraini-scheu Militär-Veteranenvereins 6u plem« pu.rkli«, geführt von ihrem Vorstände. M^gistralet.,nzlr,le,tel Herrn Mihalit. bildeten Spalier. Dem Vene,ab>le folgten Bürgermeister P Grasselli, der Vicepläsibl-nl der Handelskammer IN Horük. mehrere Grmeinderäthe »nd Maqistralsbenmt-n, Den Zug begleitete ein? Abtheilung der Musikkapelle und eine Compagnie des l. t 26sten Infunleliereglmenls Großfürst Michael von Russland, welche bei den Evcmgelien die Dechargen gab. Der Procession in der Voistadtpfarre M^riä Veilünd>a,ung folgten der HandelslammelPräsident Herr I. Ku3ar. Gemeinderathe und Magistralsb^amte, Den Z»g be» gleitete eine Abtheilung d?r Musikkapelle des l. l, 2ttsten Infanterieregiments und eine Comp'ignie des l, k, l7ten Infanterieregimente, welche die Dechargen ubgab. -x-
— (Telegramm an Se. Excellenz den Herrn Ministerpräsidenten) Die gestern im „Hotel Europa" bei einem Bankette zu Ehren des neugewählten Herrn Bürgermeisters Peter Grasselli versammelten Festgenossen haben nachstehendes, vom Ob» manne des Banlettcomites. Herrn Dr Pipej, gerichtetes Telegramm an Se. Exc. den Herrn Minislelvrüstoenten Grafen Taafse abgesendet :
„Die beim Bürgermeisterbanlette versammelte Wllh. lerschaft Laibachs drückt Euer Excellenz ihr vollstes Zu-trauen aus und dankt für Ihr erfolgreiches Vestieben. Frieden zwisch»» den Völkern herzustellen."
— (Vermählung.) Am 10 b. Vl. vormittags um 11 Uhr hat in der fürsterzbischöslichen Kapelle in Wien die Vermählung des Grafen Karl Thorin sly. Landeshauptmannes in Salzburg, mit der Gräfin Fran-cisca Mittrowfky. Extern-Stiftsdame des Brünner
^»c,^" Weise erläutert. Alles in allem, e3 ist ein Atk"?,^ Welk, dein Aulur und Verleger und nicht z»8?^,.'e/rtheil!gtm IUust,atmen ihre bchen Kräfle >^qn, ^t haben. Das complete Werk wird 25 Liefe->"lk» ^ '^ kr. ö. W. — W Pf. — 80 Cts.) um-
^^'chhaltig und gediegen, belehrend und unter-Mez ^'^ ""ch die Nummern 35 und W des Ittten Min 3" -Heimat" wieder. Der Roman ..Eine >e i„ des T,gcs" von Paul Maria Weber nützt >tte,l,, .lwtt geschaffenen Situationen jetzt zu schär-^z "l'd kostbaren Charakterisierungen der Personen l^U m,sz l"lst auf den, dunklen Hintergründe eines '»lt, "'tretenden Geheimnifses die Ereignisse in sclt-l'"'lia ?' dichte hervortreten. Die Frauengestalt leil,^ , "urroniea Fellenberg ist ein Cabinetsstück Glin "ischcr Eharakterzeichnung. Die kleine Er-Ü! t>e,. "^^ H"ar der Äernice" von C. A, Wiesner ^lisf ^r Gattung mit einem glücklichen Znge von ^chl^ I" dem „Dmst nach Gold" führt uns Anton 3'cht> ^ "" anziehendes Aild von Sage nnd Oe< M , ^ ^V1. Jahrhunderts vor Augen. Der lyrische ."l , n'W ein in seiner Form classisches und ge< !" n.?ü " ^''dicht von Lud. Aug. Frankl: ,,Veelh0' ^»er u^ ,^"hörnng der Messe in D." und ein in ^chl^!U',elI-gedrungenen Form ergreifendes Gedicht: l'^t ^U'der" von'Vret Harte, das Ada Christen ^' ^i,, "^"seht, sondern hüchstgelungen nachgedichtet ^ 3>r "Nettung" voll Sachkenntnis erhalten wir ""lessor Dr. Adalbert Horawitz, welcher den
fast verschollenen Dichter Christoph Kuffn" iu seinen Vorzügen und Mängeln würdigend voiführ». Nach, dem wir fern in den steierischen Gebirgen den o>igi. ncllen ..hochzeitsgebräuchen", gcfchildert von Johann Kraiiiz, mit Inicrrsse gefolgt, wird eine fehl zeitgemäße sociale Frage: „Ausbildung tüchtiger Dienstboten", flüchtig berührt und eine immer zeitgemäße Frage: „Neue Mode", von einer feinsinrngen Ke„-nerin, Alphonsine. in gelungener Weise gewürdigt. Eine Fortsetzung der Neiseskizzen von Alois Kraus (Well. umseglung mit Sr. Majestät Fregatte „Doi'nu" i» den Ichren 1808 bis 1871) macht uns mit dem L.brn und den Eigenthümlichkeiten Japans bekannt; >hr werden bald die denkwürdigen Erlebnisse der 3iück> und Heimkehr der Fregatte folgen und fo die Schilderung einer W'ltumfeglung ihren Abschluss finden, die reich und überraschend war durch den Wechsel de, Bilder nud Mittheilungen. — D,e Illustrationen dürfen nach Gegenständen uud Ausführungen wieder als sehr ge-lungen bezeichnet werden. Wir sehen an Porträts: „Die Königin Victoria von England", den ainerika.n-scheu Schriftsteller „Bret Harte"; an Genrebildern: „Liebe macht blind", nach dem Gemälde von S. Hirschfelder für die „Heimat" gezeichnet; „Äei der Zrilungs leclüic", nach dem Gemälde von Mathes Luvatti; „Waidmannstrunk", Originalzeichnung von Theodor Zajaczkowsti; „Das Mädchen von Theben", nach dem Gemälde von M. Sichel; „Im Frühling", nach einer Photographie von Elliot k Fiy. für die „Heimat" ge. zeichnet. Eine treffliche Ansicht von „Riva am Garda-
see" schließt die Illustrationen. — Reichhaltig ist wieder „Aus aller Welt" bedacht und Räthsel, Schach und Bilde, klanlnqen folgen.
Das Ilmiheft der Monatsschrift „Auf der Höhe" biett! wieder manche ana/mhine Ueberraschung. Vor allrm werden wir mit einem neuen italienischen No vellisten G. Verga bekannt gemacht, dessen sizilian>sche Geschichle „Die Wölfin" von der Kraft. Filsche und Originalität desselben Zeugnis ablegt. Carl Ruß. der bekannte Berliner Ornüholog»', behandelt ein bisher wi'nig bel»uch!etes Thema: ,Die Farben der Vögel," und gibt uns in seiner eben so wissenschafllichen als allgemein Verständlichen Wrisr sehr inlelessante Auf. llä'lungl'n übk! dirsilben. Anßerdem bringt das Heft ein sehr hübsches Gedicht von H. Seidel (Berlin), eine tieffliche Abliandlnng von Th. Snomer (Leipzig) „Ueber den Stil", den Schluss der Novelle „Die Biegenzer Klause" von H. Lingg, des I, Theiles" der „Dame Caicus" von Escallier, d^r Abhandlung Aubes übe» Trajunus D^ius, die Fortsetzung des spannenden Romans „Frau von Soloan" und einc Reihe in< t und Avio-Rufe. — Die Musikkapelle fällt mit einem Tusch ein. — Herr Dr. Tavcar bringt sein Hoch der slovenischen Erde. (Hiuio.)
Sodann werden eine Anzahl Aegrüßungstelegramme in slouenischer und czechischer Sprache zur Verlesung gebracht, die lebhaften Anklang fanden.
Dr. Tavcar trägt ein von dem bekannten treff« lichen Dichter hochw. Herrn Gregorcic eingesandtes Gedicht auf Herrn G r ass< ll i vor, das mit allseitigem zroßen Beifall aufgenommen wird.
Sodann bringt Herr Bürgermeister Grasselli seinen Toast auf den verdienstvollen Vicebürgermeister Herrn Fortuna aus. (Hiuio — Hoch)
Herr Dr. Kersnik trinkt auf das gedeihliche Wirken der Gemeinden, Reichsrathsabgkordneter hochw. Herr Klun auf alle patriotisch gesinnten Bewohner, Herr Bürgermeister Grasselli auf die Ezechen, ein anwesender Böhme dankt und bringt sein Glas dem slovenischen Volke.
Landtagsabgeordneter Dr. Zarnik hebt in einer längeren, mit jubelndem Beifalle aufgenommenen Rede, in deren Eingänge er auch die erfreuliche, mit Accla» mation aufgenommene Nachricht der Wiedergenesung des Reichsrathsabgeordneten der Stadt Laibach, Ritter von Schneid, mittheilt, die Gerechtigkeit der H.Regierung hervor, welche auch der slovenischen Nation freundlich gesinnt sei und beantragt, dass Sr. Excellenz dem Herrn Ministerpräsidenten Grafen Ta äffe von der Versammlung das vollste Vertrauen auf telegraphischem Wege ausgedrückt werde. (Enthusiastischer Beifall — Tusch — Nollshymne. Telegramm sirhe oben.)
aeg 204 Stimmen die Abschaffung der UliabschWM ">' hierauf mit 284 gegen 212 Stimmen, ungeachtet Einsprache des Iustizministers, das Prilicip der MV der Rlchter nligenommen. «ca,
Constantinopel, 10. Juni vormittags. ^1 cielle Berichte aus Kairo stellen in Abrede, dass l"" selbst Besorgnisse wegen eines Attentate« aus Khedive gehegt werden. ., «...
Constantinopel. 10. Juni. Den We« ihrer Regierungen gemäß begaben sich die VotWI^ von Deutschland, Oesterreich-Ungarn. Ital'^ "., Nussland hmte zur Pforte, um den Schritt der» fchafter Noailles und Dufferin vom 7. d. M- " >° . tifcher Weise zu unterstützen und neuerdings da zu dringen, dass die Pforte dem Conferenzvorjcyl"» beitrete.
Mndel und Volkswirtschaftliches,
Schwebende Schuld. Zu Ende Mai 1882 bcsH" sich laut .ttimdmachuün, der Commission zur Coutrole der Vw ^ schuld im Umlaufe: au PartiallMolhelarauweisliussl'n ^°,,'^l< Gulden 50 tr,; au aus der Mitjperre der beiden ^n> commissioucn erfolgten Staatsuoten 318.713,790 fl.. M g«" 41 I.W«. 182 fl, 50 lr. _______
Ualbach. 10. Juni. Aus dem heulten Marlle s'"b , schlcucu: 8 Wagen mit Getreide, 2 Waan, mit v" Stroh, 19 Nassen und 1 Schiff mit Holz (14 Eubilmettti-
DurchschnittS . Preise, ^
--------------------«m7"V^!---------------------M> A
Weizen pr. heltollt, U4A lU^iU Vutter pr. Kilo , ^ ?b ^
Korn .. «186 67, Eier pr. Stück . . ^ A "^
Gerste .. 5 AU 5 4:^Milch pr. «ilcr . ^ °^^
Hafer „ U,90 3 83 Rindfleisch pr.Kilo -zb6 ^
Halbfrucht „ —,. 7,I0Mall>slcisch „ ^4?^
Heiden „ 5 04 (> 07'2ch weine fleisch „ ^ 64 ^.
Hirse „ ü W 5 2? Zchiipsruflcisch ,, ^0 ^
Kuturuz „ (»«0 7 0^Häl)!loel pr. Slücl - ^2 ,
Erdäpfel 100 Kilo 2 86-------Tauben .. - l° .
Liuseu pr, Heltollt. U-----------Heu 100 Kilo > . 2 üli ^
Erbsen ., 9------ Stroh „ . . 16»
Fisolen ., 10----------- Holz. hart., pr. vier .gl!
Rindsschmalz Kilo — 90------ Q.-Mcler ^ "" ^
Schweineschmalz „—84 — - wcicheö, „ ^.^
Tpccl, frisch „ _ 74 — Nein, roth., I00^il. - ^ ^
— fieräuchrrt.. —78— —welker ., '^^'
Verstorbene. ^c
Den 8. Iu n i, Auna Muruil. Haderiihäildlerstl»» 1 I. 11 Mon.. Pctersstraslc Nr. 40, Gehirichöhlcinuasscr!"^,,
D c u 9. I u n i. Aloisia Vovl, Dienstdotcnstochter, PeterKstraszc Nr. 19, Auszehrung.
Lottoziehuugcn vom 10. Juni:
Trieft: 52 88 62 36 16. Linz: 76 4 65 14 29^^-
Meteorologische Beobachtungen^ in Laib^>
,. .i O Zz ^ ^ ßj ' 'k M N ' UZ
7Ü.Mg7^7M24' ^12 0 SO. schwäch bewölkt 3^
10, 2 . N. 730 65 ^-12 0 SW. schwach Ncgcn M 9 ^ Ab. 731 75 ^-11 0 SO. schwach bewölt^^ 7U.Mg. 73131 ^13^ÄO7^^llch!^bcw^lt l»"
11. 2 „ N, 731«? 4-13-8 SW. schwach NessM M" 9 ., Ab. 732 75 -j-12 4 ,SW. schwach! halbhcitcr ! ^. Deu 10. Negeu dcu a,anzrn Tag auhaltcud. D"/ ^' Ä^
gcns ziemlich heiter, nach 11 Uhr Negeu, gesseu ^ » Coü^ heilcruug, iiitellsivcs Abendrolh. stcrueuhellc Nacht. D"° iZ'ö, mittcl der Wärme an beiden Tassen -j- 11 7° u"d < beziehungsweise um 6 S« und 5 2« unter dem Normal« ^^
Verantwortlicher Redacteur: Ottomar Vamb^^l
^ft. i^A ^H MY**! ^HS^F ^^^^^ ^^^^^^^^^^ ll nllS^
bestes Tisch- und Erfrischungsge^ '
erprobt bei Husten, Halskrankheiten, Magen- uno p katarrh.
PASTILLEN (Verdauungszelt*"'-Heinrich Mattoni,Karlsbad^5M^J