T ü r k e n s itz e sind 21) — (d. i. wo überall Unga r n woh­ nen) — hat seinen N am en von den F lü s s e n .... Timisis (Tem es) . . . . T u t e s (oder Tutis) .... M o risis (M a- ro s),.. Krisos .... T > 'tz e (Theiß) . . . . ” — Grenzen : Gegen O ste n die B ulgaren durch die D onau getrennt; gegen Norden die Patz in aken, mehr gegen W e ste n die Franken, gegen S ü den die Croaten. D ie acht G e­ schlechter haben acht Fürsten, deren Oberha npt die Nach­ kommen des A rpdd,” — Uebrigens war ihre Verfassung eine Art Eidgenossenschaft (eine Art Föderation) (C. 40). W a s Groß mähren anbelangt. so flohen die Ueber- bleibsel der Einwohner zu den Bulgaren, Türken 22>, Chro- w a t en und den übrigen Völkern (C. 41). — Const. P o r­ phyr. kömmt C. 42 noch ein M a l auf die Sitze der Un­ garn zurück, indem er sagt: „V on Thesfalonike bis zur D onau, wo B elgrad liegt, ist «in W eg von 8 Tagrei- fen, wenn einer nicht eilig reiset, sondern sich auch Ruhe gönnet, uudes wo hn e n jen se i t s 23) b es X) o »ati b i e Tür­ ken im Lande M ähren, aber auch dießseits 24) zwi­ schen der D onau und S a v a (uecrov rov /1 a v u ßeia g xou rov JSä'ßag 25). An der untern D onau aber und D l s t r a gegenüber, streckt sich P a ß in skia hi» und die Wohnsitze der Patzinaken reichen bis Sarkcl, einer S ta d t der Cha- zaren,” u. s. w.........ju dieser S ta d l ist von der D onau auS ein W eg von 60 Tagreisen 26). W ir haben oben gesehen, daß die S erv ier (S erben) u. Croaten auS den Gegendeii des heutigen Böhmen, Schle­ sien, Galizien und M ähren in die südlichen Länder eingewandert sind 27). — D a nun Serben in S ervien, S erben in M eißen wohnen, so müssen entweder auch diese letzteren sich von den in Böhmen wohnenden Serben abgetrennt haben, ober die Eine» zogen nach S ü d en , und von ihnen haben wir durch Coustant. Porph. zuverlässige Nachrichten; die Andern wandten sich gegen N orden, — an die Elbe 2S) p o L a b i . . . nach oder a u der Elbe, daher P o lab en , die nach der Elbe ziehen (d. i. Anwohner der Elbe); oder es dchnkeu sich die Servier überhaupt auch noch wei­ ter an der im heutigen Königreich Böhmen entspriiigeiideu Elbe gegen Sachsen zu aus. — Ein allgemeiner N am e je­ doch für alle, die wir heut zu Tage S la v e n nennen, w ares nicht, obwohl einer der zahlreichsten S täm m e darunter begriffen gewesen. — Die ältere Geschichte sagt hierüber weder etwas Srp Srpny, sichelförmig, von Srb, Srbi, Srbowe, Srbak, Srbo, Srbenje, Srbicky. — Srbiste, Stadl in Anhalt lA erbst), Srbi, C ie Meißner; S r b s t i n a oder Srb sky g a z y k , die serbische Sprache. — Was das Srb (sr-----Licht) bedeute, i|t gänz­ lich unbekannt. — Ln Srbiii, schlürfen (j. 5 8 . Milch) finden mit Srb als Wurzel- Es ist auch sehr wahrscheinlich, boB 2^egßXia U. 2,'eoßia als Servlia und Servia (mit v), so wie Jjegßoi alS Servi u- Servil statt Scrbi und Serbii ganz corrunipirt dasteht, da die Slaven noch jetzt Srb u - Srbi sagen, und nicht Srv u. Srvi aussprechen. Und die Slaven werden doch wohl am besten wissen, wie sie Srb u > Srbi auszusprechen haben. Freilich gehl b leicht in v über (3m mcd. lat. DC- c l. Sp. sir. 28 S ribi a Meißen (Sorabia), Srbsko - Slowensko, Slowanska zemd. Illyricum, Sclavonia, Wan­ dali a, Windisch- Mark, Wind ilchland oder Oesterreich (wo Vindobona, was freilich wieder an das ßova des Const, er­ innert .. - Vindo - Bona (f. oben Note 5), was dann hieße; das Bo- ua der Winden oder Windischbona) V V n 63't, Ausdrückliches, noch läßt sich etwas auf i tibi rette Weise dafür Sprechendes ermitteln. Alles, was mau vorge­ bracht, sind com m on ta , mehr oder weniger sinnreich, kei­ nem historischen Boden entsprossen, manchmal wenig erbaulich. — S o gefällt Einigen die Ableitung des S r b von S r p , Sichel, wol nach S rb = Ackersmann, also statt Srpi wohl S rb i, Gartenmesser — n a s tro g gjm žse zve ~ Sichel u. bergt. 29; , welchem zu lieb Einige auch S rpsk e schreiben, z. B . N arodne S r p s k e P je s m e , von W uk gesammelt. (Fortsetzung folgt.) E i n c Sage über die ehemalige Lage des Marktes Ncumarktl (sta ry T erzič). n dem wegen feiner Industrie rühmlich bekannten Orte Neumarktl erhält sich seit jeher die S a g e , daß der M arkt vor Zeiten nicht an der jetzigen S telle, sondern nä­ her am Loibl gelegen sey, und es wird als ehemalige Lage des M arktes Neumarktl (eigentlich stari T erzič) ein Thal bezeichnet, das sich rechts von der S tra ß e gegen den Loibel in einer Entfernung von Stunden vom jetzigen M arkte in östlicher Richtung unter dem Berge K ošuta hinzieht. D ie­ ses Thal ist ziemlich lang und schmal, und am westlichen Ausgange gegen die S tra ß e zu mit vielen Felsentrümmerii begränzt, so wie auch sonst hin und wieder solche Trüm mer zerstreut liegen. I n der M itte des Thales ist ein B auern­ gut, „na B edenkovim g ru n tu ” gen an n t, dessen Wohnge­ bäude gerade über der Stelle der ehemaligen Kirche stehen sollen. D er genannte ehemalige M arkt soll in Folge eines Naturereignisses durch Ablösung eines Theiles vom K osüta- Berge und darauf erfolgte Ueberschwemmung zerstört worden seyn; die Bewohner, durch Vorzeichen gewarnt, sollen sich jedoch glücklich gerettet haben. D ie Volkssage schmückt dieses Ereigniß mit der G e­ schichte eineS Drachen oder Lindwurmes aus, unter dessen eiligen und mächtigen Sprüngen die Berge in Trümmer gingen, und glaubt dieses Ungeheuer im Bilde des Lind­ wurm es, der aus mächtiger Steinmasse geformt in der M itte deS neuen M arktes in der S ta d t Klagenfurt steht, wieder zu sinden. Für die Gewißheit jenes Naturereignisses spricht, so viel bekannt ist, keine ältere U rkunde; das herrschaftliche Archiv in Neumarktl soll keine besonders alten Schritten ent­ halten, nnd Valvasor, unmuthig über die wenig anzie­ hende Umgebung des M arktes, scheint sich nicht viel damit beschäftiget zu haben. Doch ist übrigens die Tradition im M unde des Volkes so bestimmt und allgemein, daß die S a g e viel Wahrscheinlichkeit gewinnt, zumal die vielen Fel­ sentrümmer im genannten Thäte und die Gestalt des B er­ ges K ošuta selbst, wo schon der Anblick von weitem auf eine geschehene Ablösung hin weisst, dieselbe bestätigen. Belangend die Zeit dieses Ereignisses, so spricht die Vermuthung dafür, daß es nicht sauge vor Erbauung der S t . Annakirche unter dem Loibl sich zugetragen hake. Diese Kirche sell von Kaufleuten, die über den Loibl zogen, in Folge eines Gelübdes erbaut worden se yn und trägt die Jahrszahl 1519 an der Außenwand hinter dem Hochaltäre. Hiermit wäre ans das Ende des 15. oder auf den Anfang des 16. Jahrhundertes hingewiesen. Wenn jedoch Neumarktl als Markt und Pfarre s ch o n im Jahre 1399 gegen die Pfarre Döberuik vom Erzherzog Wilhelm 1 . umgetauscht worden se yn soll, wie e s im Lai- bacher Diocesan - - Schematismus heißt, s o mußte dafür eine andere Zeitcpoche bestimmt werden. Die Volkstradition nennt unbestimmt einen Zeitraum von 300 oder 400 Jahren zu­ rück. Die bei der Katastrophe geflüchteten Bewohner sollen s ic h nach zwei Seiten gezogen habe» ; ein Theil über d e n Loibl »ach dem jetzigen Ferlach in Kärnten, wo s ie s ic h als Gewehrarbeiter niederließen, ein Theil aber tiefer an die Stelle des jetzigen Nenmarktl (daher, e ben der Name), wo die Namen Venedik (Benedik), Pollak und andere s ic h noch von ihnen herschreiben. Hier befanden s ic h damals s c h o n einzelne Häuser mit Eisenhammer, und an der Stelle der jetzigen Pfarrkirche eine Capelle der h. Magdalena. Auch soll der Mosenik - oder Loiblbach über den jetzigen Markt- vlatz seinen Rinnsal gehabt haben, wofür and; vor Zeiten bei der Grundlegung von Häusern angetroffene R este von W asserwerken sprechen. Jitter H ihm ger. tM p lornatariai m Cim iioltcaisii. Aus den Archivsmattriolien des historischen Vereins für Krain. llcdigirt von Dr- Mcpitsch. I. Schenkungsurkunde Kaiser Otto IL ddo. Tribur am 30. Juni 974, in welcher dem Abraham, Pfalzgrafen aus Kärnten und Bischöfe von Freifingen m ehrere Ortschaften und Districts in Krain oder der Krain-Mark, im Gebiete de s Herzogs Heinrich und d e s Grafen Popo, vom Ursprünge der Sabniza bis Selzach und am Flusse Zonra überlassen werden. Otto divina favcnte etc. Qnasdam partes nostrae proprietatis sitas in Ducatu praefali Dncis (Henrici) et in Coinitatu Poponis, quod Carniola vocatur et qui vulgo Clirainmarcha vocatur. Est enim in ipso Coini­ tatu rivulus parvus, qui vocabulo sclavormn Sabniza liuncupatur, ab exit» illius, ubi oritur, sta tim cacu- mina vel summitatesque rnontium occidentalium partem versus usque ad Zelsaeli, et hoc ipsuin Territorium cum omnibus ad ipsum pertinentibus, nee non et Al­ pam Bosangam, delude Irans Zovrizam usque ad mon­ iern Lubinic, ipsumque montem usque ad majo rem amiiein, qui Zonra vocatur, utramque ripam illius amnis deorsum usque ad ostium praetitulati rivuli Sab­ niza, inde sursum usque ad caput vel exituin ipsius rivuli, quidquid intra ipsa conlluentia habuisse videa- mur, loca nominata Sabnica, Lonca, Susane, iterum- ([ue Zelasach, vel qualicunque vocabulo vocantur, hoc totum in proprium eidem nostro lideli, nobisque sa­ tis caro Episcopo Abraham etc. Et ut nulliis Comes vel Judex scu ulla persona in aliquo se intromittat absque licentia vel jussione preefati Episcopi aut illius hominis, cui Episcopus hoc ad regendum commiserit. Dal. 2. Kal. Julii anno Dominicae Incarnat. 974 indict. 2. anno Domini Oltonis Regni 13. Imperii 6. Actum Dribure. 2. Urkunde Kaiser Otto II. ddo. Frankfurt am 1. Octo­ ber 989, in welcher derselbe die dem Abraham, Bischöfe von Freisingen, im Jahre 974, in der Mark Krain gem ach­ ten Schenkungen vom Flusse Zeyer bis Stresoubrod und Dobrava ausdehnt. Otto etc. noverit etc. qualiter nos etc. quon­ dam nostrae proprietatis partem in Regione vulgari vocabulo Chr eine et in Marcha Duels Heinrici el in Comitatu Waltilonis Comitis situm, ubi Rivulus Sabniza origincm producere incipit, dein de stalim occidentem versus cacumina montium sylvasqueinterjacentes usque ad Rosanam, et sic ad lines earundem Alpium; Delude ubi rivulus Cotabla originem sumit usque ad liunc lo «sna ubi hostium in Zoura ihivium mittit, sicque tras Zouram usque ad sumita tern ipsius mentis Zource adjacentis, qui extenditur Orienten! versus et ita per eundem montem, perque valles usque ad Castrum, quod vulgo Bosisan vocatur, statimque de eodem castro usque in rivulum , qui vocatur Gotzthe, et cacumina montium ad Zouram respicientia proiudeque ubi prasfatus rivu­ lus Austral! parte decurrens hostium vadit in Zouram, et sic tractim dum Zoura hostium vadit in Zavram ac quicquid inde locorum inter illas proprietates duas situm est Abrahoe videlicet Episcopi ac Werhardi Co­ mitis excepta proprietate Pribizlavvi, nostra tradi 1 io­ ne regali sibi donata, hoc totum nobis pertinens Abra- hae Episcopo in proprietatem donare curavinms, ac Zourae juncta rip a, quantum extenditur uni us jugeri longitude usque ad vadum, quod vulgo Stresoubrod vocant, ibique ultra eundem fluvium occidentem ver­ sus usque in viam, quae vocatur via Creinariormn, et sursum per eandem viam, quidquid campi in Australi ejusdem viae parte jacet ita ut Primel territorium et sylvula quae Zourusya Dobrava sub eadem comprehen- sione teneatur et spatium quod jacet inter Primel et Vt i- zilinesti per medium dividatur, et sic usque in praefatuni rivulum Sabniza etc. concessimus. Sig. Dorn. Oltonis Gloriosiss. Regis Hildibaldus Episc. et Cancellar. vice W illigisi Archiepiscopi recognovi. Dat. Kal. Octob. Anno Dominic. Incarnat. 989. Indict. 2. anno anteni 3, Ottonis Regnantis. 6. Actum Frauchenl'urt feliciter. Amen. 3. Schenkungsurkunde Kaiser Heinrich II. ddo. Regensburg am 24. November 1002, in welcher dem Gottschalk, B i­ sch ö fe von Freisingen, daS Lehen Strasischa und was im Laude Krain, im Gebiete des Grafen Wattilo, zw ischen de n drei Flüssen Libniza, Suba und Zoura gelegen ist, eigen­ thümlich überlassen wird.