Llltbacher Zeitung.^ li" 58, ',< Gedruckt bei Ignaz Aloys Edlen v. Kleinmayr. Dienstag den 21. Juli 1818. I n n l a n d. I l l y r i e n. Neifn iz am 10. Füll. Hm 8. Abends sind Se. Bischöflichen Gna« den der Hochwürdigste Hr. Augustin Gru« ber, Bischof von Laibach, in der kanonischen Visitation eingetroffen, und unttrden lautesten ßreudens? Aeusserungen der Geistlichkeit, der Bezirks < Vorsteher, Beamten, der mit der Schnlsahne in Spalter aufgestellten Schul, fugend, und einer großen Volksmenge empfangen worden. Die am darauffolgenden Tage vorgenommene Visitation wurde durch eine eben so seltene als rührende Feierlichkeit erhöhet, durch die Ablegung des mit dem Eide bestattigten Glaubensbekenntnisses, das der Hochwür« digsie Herr Joseph Waland, k. k. Guberntal« rath, Domherr zu kaibach , und ernannter Bischof v. Görz in die Hände des hiezu von der päpstlichen Nunziatur zu Wien delegirten Hrn. Bischof zu Laibach in Gegenwart des Hrn. General, Vikars und des Pfarrers zu Igg, als Zeugen mehrerer Priester, und «ineS zahlreichen versammelten Volkes entrichtet hat. — Am 10. Juli Vormittag als Se. Bischof« lichen Gnaden die 2 Klassen der hiesigenTrivial-schnl« besuchten , wurden Hochdieselben von «inemSchüler mit einer knrM Anrede üver< rascher, die Hochdieselben mit einer eben so gehaltvollen als rührenden Nede erwiederten^ Das Schulzimmer der 2. Klasse war mit dem Schul, Bilde Jesus unter den Kleinen, mit der Fahne, und mit 3 passenden Inschriften gezieret: — ci.LRV3 NLliVKHN!513. 2. Dem Guten Hirten die Kleine Heerde. 3. Dem Großen Schulfreunde die Dankbaren Schüler. Noch am nämliche» Tage gegen Abenb fuhren Se. Bischöflichen Gnaden von Segens« wünschen einer großen Volksmenge begleitet nach Gottschee ab. Unvergeßlich wird der Reifnizer Schule die seltne Ehre seyn — am3c>. Juni von Sr. Erccllenz demallverehrtcn Hrn. Landes« Gou, verneur in Begleitung des Neustadtser Herrn Kreisbauptmannes und am 9. Juli von 2 Viscköfen besuchet worden zu seyn. Wohl dem LanHe, wo die Hochsien Vorsteher die Bildung der Jugend durch den Schulen ° Unterricht so sehr würdigen ,. und zu einem Zweck hinarbeite,,. . esterre i ch» ^ ^^ W i e tr. Aus allen Theilen der,Monarchie Zehen hie günstigsten Nachrichten über den gesegns, ten Stand der Saaten und die «^Ergiebigkeit der.bereits begonnenen Noggeneente ein. Wcht minder erfreulich sieht der Weinfiock, «lnd die Zahl der Trauben an den Reben ist an vielen Orten so groß, baß sie unterstützt werden müssen. , (W. Z.) Auslan v. Italien. Nach Berichten aus SieMen isi bort aus aUe inländischen Schiffe ew.Embargo geleat worden, bis sie sich mit den vorschriftsmäßigen papieren zur Sicherheit g«^?n die Bar» haresken»Regierungen werden vers?h«>n baben. Am 2^. v. M. hat der Französische Ge. sandte zu Nom, Graf Blacas d'Hiulps, Gr. papstl. Heiligkeilden Staatsrach Geasen Por« talis vorgestellt. Der berühmte Italienische Schriftsteller Abbe Glult, der sich sei« einigem Jahren zu Nom aufhielt, ist nach Turin abgereist, um in den Jesuitenorden zu trete«, der in dor» tiger Hauptstadt wieder hergestellt wird. (W. Z.) Deutschland. Stuttgaed, den 3. Juli. Durch einen tönigl. Beschluß vom 29. h. M. wird die Errichtung einer öffentlichen Erziehungs«und Unterrichtsanstalt für Tbck» ^er ans de» gebildeten Ständen befohlen. Diese Anstalt wird der unmittelbaren Anord, nung des Schutzes und der Leitung Idrer Majestät der Königinn genießen, und in der hiesigen Residenzstadt, wo derselben bereits ein geräumiges Gebäude angewiesen ist, de» stehen. Sie zerfällt in 2 Theile, eine Pen« sions -undelne Unterrichtsanstalt. Jene ums s«ßl Ernehnug , Wohnung, Kost; diese den Unterrichl. Dte Unterrichtsanstalt ist für die Zöglinge der Pension, und für Töchter, wel« chs von der Stadt aus sie benüyen wollen, gemeinschaftlich. Die Anstalt hat sine elge« ne Vorsteherinn, und unter ihr einige Cre Hehmnnell, w der?n H^nds das Wohl dep Zöglings, die (ZtcMsrtretung bcr mütterlichen Erziehung, niedergelegt ist. Aus der Mitte der Aeltern, deren Tochter in der Un« ttrrichtsansialt gebildet werden, wirb eine slnzaHl von Vätern und Mütter» unter dem Namen „AelternauZschüß" zu besonderer Aufmerksamkeit auf das Gedeihen der Anstalt gewählt. Btim Anfange eines jeden 'Curses wicd eine lic:ie Wahl vorgenvmmen, doch können di^ Personen, w-lche früher Mir^lie, der desselben lvaren, wieber gelväblt werdü,. Die Königinn bebaltsiH vor, elni^e würdige Personen nach eigener Wahl dem Elternans, schussö jabrlich beizufügen. Die Zöglinge de^ Pension bezablen fäc Kost, Wobnung', Kle'ldung und Wäsche jährlich Zoo fl«, und für den Nnttr« richt,(mitAusnahmederMusif«-nd anderer^ri« vatleyrstunden) monatlich.^ si.Z« kr.,undbrin, gen beim Ewlcittein Bett mit. Sollten mehce« re Hinder derselben Familie an der Lehranstalt Tbeil nehmen , so zahlt jedes Kind 3 st. 30 kr. — Am 2. dieß sind der Herzog und die H^rzo, ginn von Leuchtenberg hier durch nach Ba« den bei Nastadt gereist. (Augsb. Z.) Die Zahl der Studierenden an den deut« schen Universitäten, nimmt im Ganzen jetzß sehr ab. Von dsn :g Universitäten, lvelchs Deutschland noch von den 36 besitzt, -die «ß 4m Jahre i8l2 zählte, sind 5 katholische, l9 vrotestantischö u. 2 (Tübingen u Breslau) haben sowohl protestantische als katholisch« Fakultäten. Aufallen diesen 19 Universitäten ssnden sich etwa 85oo Sludirendl, statt daß im Mittelalter Paris und Bologna 10 bis 2N,cxx> , Paris sogar Zo,cxx) zählt«. De» Geldmangel maq eine Hanptveranlaffuna seyn. Deutschlands Volksmenge zu ^9 is2 MNlio« r.en berechnet, kämen z33 Eludirinbe aus eine Million , wobei aber nock die vielen m De»tschlatld stüllirendeil Nichtdeueschen abzu» ziehen sind. Von jene Nnwersttate,» btsitz« Greifswalde die germgsis Zahl, Gilt!'gen dl? größte, von 13 - bis 1Z00. (V. v. T.> Schweiz. In der Schweiz ist llnnmehr a:l<^ die Ne, guNrmig de< Militärs festgesetzt worden? 6o,uoo Mann reguläre Truppen , auf gleiche»» Fuß erc?zj«n, werdln fnc jeden Fall bereit seyn , uno eben so eine Reserve von ^0,09? Mann; beimbst werden auch alle üdrigett ElMissemettts nach lmbnach errichtet, wel-cke zur Bildung und zuin Unterhalt einer Annsk nöthig sind. (Augsd. Z.) Beichte, die übet die Jesuiten nnWal-Ns vor em «paar Kouaten in sssenllichcn Blättern gelesen wurden, haben ^en Bischof sowohl, als d^n Staatsrach in Sitten zu sundmachnngtn veranlaßt, dis den hohen Nn'ch beurkunden, welche bilde auf jene Ordcnsmänner legen. Der boch>oürdige Bischof Augusijn Sulpiz Zen'Nufftn?« bezeug unterm i< Mai: ,,Daßdie ehrwürdigen Va- Frankreich. Ein 19 jähriger Jude ist in d?r Kirche Gt. Gulplcc zum Ckrisientym« überMre« ten, und hat bte Tauft empfangen. Während ber Feyetlichkeitvergoß cr häufigeThrH. neu, und warf sich nachher in der Taufka« pelle auf dle Knie, und verharrte lange in liefer Andacht. Dieser junge Mensch lst voll Verlangen, die nöthigen Kenntnisse zu erwcr« ben, um sich dem geistlichen Stande zu wid, meu, und wücde sich, lyie er sagt, glück« Uch sck)ätzen, einst einige Huben zu bekehren. (AugSb. Z.) Da zu Paris auf den Klonf^nt^ Nt-gu-iau (de„ sogenannten NutsMergen) der Kriegsconuuissär Dufresne nnt seinem Neffen beim Hnabfahren mit dem Wagen gestürzt, und b?f'be ums Lebe« gekommen wareu, sv hat d:e Polizey alle dergseiche? Ruischherge, wo nicht voUronnnene Sicherheit nachgcwief scli,werden kaun, geschlossen. ,Wdr.) , In d?r Gegend von Nocroy, bci dem Mal'oe von Ee^lgni, arbc^teee nrlangst eine K'äucritt auf tem Felde, unb hatte un.t^» dcssen tdl Kind , d,as einige Monathe alt w^zr, in etn Gehüsck gelegt. E blick siebe sic nach demselben und sindet, zum Tv^s-schrecken-, ein^t Wolf, der gerade im Bca grisie ist, über das Kind herzufallen. Die Mutter d.esinnt sich keinen Augenblick, stürzt sich auf düH Thie?, und setzt, verwundet, einen Unglücken Kampf fort, bis es idr ge« lingt, dem Wolfe eine Scheere, die sie bri sich hat, in den Leid zu stoßen. Er weicht, wankt und.stürzt. Jetzt schloß die Mutter ihr Kind in dk 2lcm? und siel ohne Vesin» nung nieder. 3s waren indeffen Nachbar»« «nd Nachbarinnen herb?igekomniel', die dec unglücklichen Glücklichen bestand-:!: , abee sie gab kein Aachen h^ Lebens. Legt ihc das Kind an Kie Brust, rief ein älteres Weid. Man lhat es, und die Mutter ath.« met und schlägt lächelnd die Augen auf. Das wußte Ich wvhl, sagic die Al.^; ich bin auch Mutter gewäfen! (S. Z.) Großbritannien. Den neuesten Nack»rtchien aus Loudo«» Vom ,?. v. M. zufolge, ging cs mit dem Besinden E^r Murray MarweU's besser, und er hoffte vieUetcht selbst nock vor Aus» gang der Wadl au? vcr Bül)ll< zu erscheinen. Aber eiues andern Ereesses hat sich der Po« bel wieder schuldig gemacht. Der Ar^t des kapitäns, H«. Gu1)srt Bl/.ne wurde am 27. Myrgens, als er ebeu aus dem Hause ging, um den Kranken zu besuchen, von einer wüthenden Rott< angnaUen, die seine Kutsche mit Koch b Personen zur Folge hattcu. Ueber das, was in den verschiedenen Ouartier^il vorgefallen, lauten die Berichte ungleich, aNe aber stimmen über das Haupt - Factum überein. Gegen Mittaz batten die Anhänger von Sir M» Mc^weU slch 3o bis /.o an der Zahl versammelt, um eine Art von Wagen durch die Stadt zu zjeh-ßn, üufwelchenl Matrosen mit orangefarbe» l,eu Bandern, (der Farbe des CüMans) ge< schmückt standen, und ein Schiffi mit sich fübrten. Dieser Wagen sollte bis vor bie Wahlbühne gebrächt werden; allein die Anhänger von Sir Francis Vurdett hatten sich «gleichfalls zusammtngerottet , und warfen Manvell's Kartei zurück. Der Wagen ward hierauf von den Burdetti,st«n verfolgt, end« lich erstiegen, zertrümmert, und die Stücke des Sckisses im Triumphe nach Coventgar, Hen zurückgebracht. Die Sieger wurden hier von der ungeheuren Menge, welche gerade den Schluß des Polls erwartete, mit allge-zueinem Beifall begrüßt. Nachdem der Poll geschlossen war, machten die Burdettisten einen Angriff nach Richardson's Hotel, wo die Fenster des Saales, in welchem der Aus« schuß des Cavitäns Sir Murray MarweU leine Sitzungen halt, zertrümmert wurden. Der Unfug stieg hierauf in solchem Grade, daß die Behörden das Militär zum Beistand in Anspruch nahmen, und ein Detaschemenl der Garde zu Pferde, mit einem Rittmeister au der Spitze, vor das Hotel und auf den Markt rücktt, Diese Truppen wurden voi» dem Pöbel auf alle Weise beschimpft und gereiht. Einer von den obrigkeitlichen Beam« len ließ hierauf die Aufruhr«Acte (Uiot-^ct) verlesen, und befahl dem Volke auseinan» der zu gehen. Sir N. Conaut, einer der Polizeibeamttn, nahm seinen Sitz in einem Saale dcs Hotels, und eine große Anzahl von verhafteten Personen wurde vor ihn geführt. Nach und uach verliefen sich die Ün-ruhestiftsr, und es blieben nur einzelne Gruppen, die bald versprengt wurden. (Oestr. Veob.) Smyrna, den 2Z. Mai. Im Handel herrscht hier gegenwärtigem besonderer Schwung. Man schreibt dieses mit daher, weil Nachrichten aus Konsian-tinopel von Versendungen von Munition und Kanonen in die Festungen am schwär» zen Meere Erwähnung thun, woher den» auch unser leicht vesoralichesPuvlikum allerley Vermuthungen schöpfen will. In der That ist jedoch nichts eigentlich Beruhigendes dar, über zu vernehmen. (Augsd. Z.) Wechsel-Cours in Wien vom 16. Juli i3!8. Conventionsmüuze Hon Hundert 246 K u n st - N a ch r i ch t. Herr Carl I^pincki, Violin Vn l,u08L aus Lemberg, welck»em schon lm Dezember bongen Jahres bei seiner Durchreise nach Italien in dem von Ihm gegebenen Konzerte hier die allgemeine Anerkennung seiner wahren Virw>>8it,^, uno ein ungetheilt ausaezeich, nrter Beifall zu Thnl wurde, wird, auf seiner Rückreise nach Wien und Lemberg hier eingetroffen, Donnerstags den 23. dleß im Saale der philharmonischen Gesellschaft