für Kunst, Wissenschaft und geselliges Leben. Nedigirt von Franz Hermann von Hermannsthal. 2^>» «?H>22N<3Q3?He« ^5 44. Freitag am 4. October 4841 Af^<^ Von dieser Zeitschriil erscheinen wöchentlich >we> Nummern, iedes Mal ein halber Hoaen. Der Preis des Blattes ist in i!aibach a»n«n. Die Maid im Lavantthale. >>?,« grünen Hochgebirge Im schönen Üovantthol, Lchien lieblich durch die Buchen Auf's Dorf der Abendstrahl. Der Vogt Von, Herrenhause Herrscht an die junge M,>>,d! »Die Garben in die Scheuer, Vevor es wieder tagt!" Gehorsam eilt das Mägdlein Zum düsscrn Feld hinaus. Schon bricht herein die Dämm'rung, Die N>>cht mit ihre,» Graus. Es steht lein Mond am Himmel, Kein Sternlein leuchtet dort. Da muß allein sie schaffen An so verlass'nem Ort. Und horch! in ihre Seufzer Ein fremder Seufzer tont, ,>llljcr ist's, der meine Klagen So unbarmherzig höhnt?" Sie spricht's, und aus dem Dunkel Taucht schnell ein Zwerg hervor i „»Ach Magdlein«", ruft er stehend, leih' mir ein willig Ohr!«" »»Nicht furchte meine Nähe, Ich suche Schutz bei Dir; Weit harter als das Schicksal Dir nahte, naht' es mir! Ich tri.b einst, hochvcrmefsen. Mit Herzcnstrieben Spott, Und zürnend in die Hände, Der Rüche gab mich Gott!"'< »«Mich traf der Fluck der liebe: Mein Leib ward schwach und alt. Er hüllte meine Seele In gräuliche Gestalt. Und als» muß ich schweifen» Im Innern wund und wüst, Vis eine holde Jungfrau Mein häßlich Antlitz küßt!«« Sein Auge blickt', ob häßlich. Doch slar von Wasser «oll, Die Stimme rief so flehend. Wie rauh sse auch erscholl. Und seht! ihr Herz besieget Erbarmend Aug' und Ohr, Sie tüßt ihn! — Ha! d» jubelt',« Umher, ein Engelschor. Verschwunden ist der alte, Der gräulich wilde Zwerg. »»Gott segne Deine Liebe!«« Schallt's hell, von Vera zu Berg; Und freudige» Erstaunens, Und leichten Herzens wacht Die Maid, im Felde schaffend. Noch spät zu Mitternacht. (Beschluß folgt.) Skizze« aus Krain. i. Der laibacher Morast und seine Entsum- pfung. Von Michael He int». (Fortsetzung.) Durch den glücklichen Erfolg der Bemühungen Zorn's aufmerksam gemacht, forderte die gütige Kaiserin Maria zur Tilgung der Domestical-Schulden bestimmt hatten, der C'ffectuirung jenes Projectes zu widmen. Nach mehrfältigen Debatten und eingeholtem Gutach­ ten verschiedener Kunstverständigen, insbesonders des ge­ lehrten Jesuiten, P. Pecchi, zu Mailand, dann des Inge­ nieur-Hauptmanns (später Oberstlieutenant, Ritter des The- resienkreut.es und Freiherr) Struppi, eines Krainers, end- Theresia im Jahre 1789 Bericht über die Urbarma- lich des k. k. Rathes und Ingenieurs, Sigmund Huebert, chung des laibacher Morastes, und über den Umstand, wurde im Jahre 1772 der Durchschnitt des Canals begon- welche Beihülfe von Seite des Landes diesifalls zu erwar­ ten wäre. In Ermanglung eines andern befähigten Tech­ nikers wurde dem Jesuiten und Professor der Mecha­ nik, P. Gabriel Gruber, in Vollziehung des allerhöch­ sten Befehles die Berichterstattung übertragen. Dieser stellte den alternativen Antrag, entweder das Flußbett der Lai­ bach zu vertiefen und zu säubern, oder dem Fluße durch Schneidung eines CanalZ, über welchen eine gemauerte Schleußenbrücke beantragt wurde, zwischen dem Schloß- und dem <3»i<>uo.Berge einen neuen Abfluß für den Höhe­ ron Wasserstand zu eröffnen. Die Herren Stände Krains erboren sich, eine Summe jährlicher 24,343 fi., welche'sie nen, dessen Kosten, mit Inbegriff der Brücke und der be­ schlossenen Demolirung der Wehre an der kneidl'schen, «der garzarolli'schen, endlich gadner'schen Mühle — das verlassene Mühlgebäude steht noch heute unterhalb der Zu- ckerrafsinerie am rechten Ufer des Laibachstusses — Huebert auf 63,300 st. veranschlagt hatte. Allein mit dieser Summe wurde kaum die Brücke und die Hälfte des Canals zu Stande gebracht, ja es war schon der Betrag von 173,372 fi. auf­ gewendet, ohne daß der Canal beendet gewesen wäre, un­ geachtet die anwohnenden Gemeinden Hand- und Zugar­ beiten unentgeltlich leisteten. Schon war man nahe daran, den bereits eröffneten Theil des Canals wieder zu verschüt- K?4 ten, als der Oberstlieutenant Baron Struppi die Aus­ führung übernahm, der sie dann auch auf das Beste zu Stande brachte. Dieser Canal ist 1055 Klafter lang, t? Klafter 3 Schuh im Bette, 25 bis 35 Klafter an der Uferhöhe breit, und hat im Flächeninhalte 11 Joch 652 m Klafter. Die Gesammtkosten seiner, Herstellung, mit An­ rechnung der Schleu-ßenbrücke, beliefen sich, so weit es bekannt ist, auf 2i»,8«9 fl. 18 ^ kr. Maria Theresia erlebte jedoch die Beendigung des unter ihrer Regierung begonnen Werkes nicht, sondern Kai­ ser Joseph empfing als erste Nachricht aus Krain nach seiner Thronbesteigung jene des vollendeten Wertes, wo­ rüber der menschenfreundliche Monarch sein Wohlgefallen äußerte. Gleich nach Eröffnung dieses Canals zeigte sich dessen Zweckmässigkeit durch Herbeiführung der Senkung des Was­ serspiegels im Laibachfluße, Zurückziehung des Wassers von den erhöhten Flußufern in die tiefern Flächen, und Ent­ stehung nutzbarer Wiesen. Der Magistrat der Stadt Lai­ bach begann, Morastantheile mit der Bedingung an die Bürger und, Hausbesitzer zu vercheilen, daß jeder seinen Antheil mit Gräben zu umgeben und zu culciviren habe. Der allzufrühe Tod des Kaisers Joseph, so wie die unglücklichen. Zeiroerhältnisse, welche den Anfang der Re­ gierung des höchstseligen Kaisers Franz bezeichneten, hemm­ ten für eine Weile den weitern raschen Fortschritt der Ent- sumpfungarbeiten; indessen hatte der väterlich gesinnte Mo­ narch das begonnene Werk nicht aus dem Auge verloren. Der Baudireetor in Krain, Joseph Schemerl, ein ge- borner Laibacher, der zu seiner Ausbildung in Holland und den Niederlanden gereist war, und namentlich auch aus den gesehenen, und studierten großartigen Wasser- und Ca- nalbauten daselbst sich einen reichen Schatz von Wissen an­ geeignet hatte, beschäftigte sich auf das Eifrigste mir dem Entsumpfungprojecte. Er war es auch, der die erste hidro- technisch nivelirte Karte des Morastes entwarf. Diesem kenntnißreichen Manne, der späterhin zum Regierungrache dann zum Hofrathe befördert, und mit dem Prädieace „von Leytenbach«, in den Ritterstand erhoben, dann mit dem Leopoldsorden beehrr wurde, verdankt das Land die kräf­ tigste Unterstützung und Verwendung, welche er in semer Stellung als Hofbaudirector dem Entsumpfungwerre auge- deihen ließ. Der höchstselige Kaiser Franz befahl, daß Sche- merl von Leytenbach sich nach Laibach zu begeben, und hier mit dem k. k. Gubernium, dann den Herren Ständen eine Berachung über die Fortsetzung der Arbeiten zu hal­ ten habe, die denn auch am 25. Juli 1807 Statt fand, und wobei Schemerl von Leytenbach mit tiefer Einsicht und Sachkenntniß sein Gutachten vortrug. Allein diese Be­ rachung blieb ohne Erfolg, denn bald darauf überschwemm­ ten die feindlichen Truppen das Land, und Krain befand sich bis zum Jahre 1813 unter französischer Herrschaft. Doch kaum war der Segen des Friedens wieder heimgekehrt, kaum war Krain wieder mit dem österreichischen Mutter­ lande vereiniget, als der wohlwollende Monarch sein Va­ terauge auch schon dem kleinen Ländchen wieder zuwandte. Im Jahre 1816 wurde das Gutachten des Hofbaurache? zur Aeußerung herabgegeben, welches namentlich die Ab­ reißung sämmtlicher Mühlwehren unter der Sradc, die Vertiefung und Reinigung des Flußbettes, dann die Aus­ hebung großer Canäle am Moraste, zum Gegenstande hatte. Allein die dazu erforderlichen Summen waren so hoch, daß das durch die Drangsale des Krieges erschöpfte Land hoff, nunglos auf die Ausführung des mit unerschwinglichen Ko­ sten verbundenen Projectes verzichten mußte. (Fortsetzung folgt.) Die Himmelspförtnerin. Sage auü Wien's Vorzeit. Von I. I. Hannusch. ^Nicht Rost» bloß, auch Dornen hat der Himmel.» Schiller. I. »Was ist das Leben ohne LicieSalanz?" Schill er, — Ha! wie das schimmert! wie die Helme strahlen und i»ie Spieße funkeln! — Aus dem dunklen Burgpförtchen wimmelr der Zug lebendig heraus. — Und nun? — Die Trompete schmettert laut. — Ein schöner Ritter sprengt her­ aus! — auf dem Hut der wallende, von Edelsteinen blitzende Reiher.—Wie er so kostlich zu Rosse sitzt! —Mein Gott! die Zugbrücke — doch, da ist er hinüber! — Nun reiten sie den Pfad herab. — ?Ich, Herr Ritter? — Mit Euch zum Altar? Ach, geht doch — Ihr wißt es ja" — Die Scheiben flogen klirrend in das Zimmer. Ein Win^ stoß hatce das geöffnete Fenster zerschmettert. Die schöne Agnes erwachce aus ihrem Traume. Ja wohl war es ein holder, süßer Traum! und doch — lein Traum für die geweihce Jungfrau der frommen Chorfrauen des stillen Klösterleins zur heil. Agnes und zur heil. Catharina in der Traibothenstrasse zu Wien. Die Pförtnerin Agnes hatte so schön geträumt. Ein holdes unschuldiges Kind! Bis heute waren so weltliche Bil­ der nicht in ihren Träumen vorgekommen. Aber bis hectte war auch der Versucher von ihr fern geblieben. Wie leicht ist es doch, unschuldig zu sein! aber ^—zu bleiben? — Heute, ja heute — «Heilige Iunfrau! Ist es möglich? Auf die Gnaden- mutter Hab' ich vergessen? — wo waren doch meine Sinne? mein Gedächtnis, ?„— Ja wohl, liebe Agnes, magst Du erschrecken, und Dich wundern, daß es Dir möglich war, heute Dein hei­ liges Geschäft so ganz und gar zu vergessen, das Du doch sonst jeden Abend, so sorgsam vor dem kurzen und unschul­ dige» Gebete, zu den Füßen des schönen Bildes der hoch­ heiligen reinen Gottesmutter verrichtetest. Zu den Füßen der gebenedeiten Gottesgebärerin liegt traurig der verwelk« Blumenkranz, den Du gestern der süßen gnadenreichen Mut­ ter geopfert. Agnes sprang von dem harten Pfühle ihrer kleine« Zelle zunächst der Pforte des geweihten Klösterleins. Das Fenster stand offen. Der Wind stürmte rauh und kalt her­ ein. Am dunklen Nachthimmel jagten sich große schwarze