W^ z&rJ>, ! P. v. Radws. Ml i e n. Verlag der Österreichisch-Ungarischen Revnr. Die UnteVÜVMnoV Bahnen. Line volkswirtschaftliche ötudie uon P. V. Nadirs. Wien. Verlag der österreichisch-Ungarischen Revue. 1SVS. (Separat Al'dvuck nu5 (Hsserr. Anftar. tleune, XIV, Gnnd, tjeft 3). Äic Ilntcrkrniltcr üahncu. (5iuc voltswirtschaftliche Studie von P. v. Itadics. Laibach. „. . . . Dcr Vahnverkchr ist in der Arbcitslnaschine dcr Menschheit das eigentliche Schwungrad. Denn er allein hilft uns hinweg nbcr dic todten Punkte in dein Getriebe und erzeugt jene unschätzbare lebendige Kraft, die. solange der Motor ,Wisseu- übcrhalipt treibt, eine völlige Stockung dcr Arbeit ausschließt. Die Wissenschaft dcr Statistik liefert uns die Diagramme über die Werte dieser unserer Wirtschaftsarbeit, und ciu gewisses Zusammengehen dcr Linien dieser Werte mit jenen der Ausbreitung des Vahnnetzcs setzt es außer allen Zweifel, dass der Bahuverkchr auch in dcr Wirtschaftsfrage uuter den audercn Fördcrhcbclu die Oberhaud behält." Mit dicfcn gleich wahren wie schönen Sätzen leitet der geistvolle (5'iscnbahuphilosoph und zugleich praktisch erfolgreiche Asenbahutechnikcr Österreichs Franz Nxiha in seinem monumentalen Werke über „(5'iseubahn ^utcr- uud Oberbau" — nebenbei bemertt, eine der schönsten literarischeu Früchte dcr mwer^ gcsslichcn Wiener Weltausstellung 1873 — das Capitel vom Wirt« schaftswcrt der Eisenbahnen ein, die hervorragendste Partie dcr idecn-ticfcn, inhaltreichen Einleitung des ausgezeichneten Buches.') Die Anwendung dcr cbcneiticrtcn, ins Große zielenden Sätze auf cin Zukunftsbild im beschränkten Raume soll die Aufgabe der nach stehenden Zeilen sein, die sich mit der volkswirtschaftlichen Lage eines nicht unbeträchtlichen Bestandtheiles des an Naturschöuheitcn und ') Officieller Ausslcllmigsbcrichl, herausgegeben durch die Generaldircction der Weltausstellung 1873, Gruppe XVIII. Section 2. Drei Vände; I. Baud, S. 18:;. 1 2 Radics. Die Unterlrainer Bahnen. Naturmcrkwiirdigkeiten reichen, durch die Geschichte vielfach interessanten, in Fragen der Ökonomie keineswegs ganz untergeordneten Landes Kram. mit dem in letzterer Nichtuug vorab beachtenswerten Unter-kraincr Boden, befassen sollen, welcher nun erst in die Sphäre volkswirtschaftlicher Berücksichtigung ganz und voll einrückende Boden soeben in seinem Haupttheile zwei Eisenbahnlinien zugleich, die nach ihm benannten „Uu tcrkraincr Bahnen", erstehen sieht. War nämlich der dem rechtsseitigen Ufer der Save zunächst gelegene Theil Untertrains, der Landstrich jenseits von Stcinbrück bis an die croatischc Grenze hin, bereits seit längerem durch die Eisenbahn ^ linic Stcinbrück-Agram dem Weltverkehre der „Südbahn" angeschlossen, so entbehrte doch der weitaus größere, landeinwärts gelegene Theil des ganzen Untcrkramer Bodens, es entbehrten die weitgeoehnten Bezirke von Nndolfswerth und Gottschee, beziehungsweise die Anraine-bczirkc von Mottling und Tschcrnembl sowie selbst Theile der Bezirke uon Littai und Laibach, am empfindlichsten wohl die vorgenannten mit ihrem beträchtlichen Wald- und Kohlcnreichthum, mit ihren immerhin schätzenswerten sruchtreichen Gefilden und gros;cnthcils noch vollkommen trockenen Ncbhügeln, mit ihren der Anlage von neuen Indnstriestätten meist günstigen Wasserkräften sowie mit einer Anzahl von rcspcctablcn alten Hausindustrien, mit dem ausgeprägten und durch die Jahrhunderte emsigst, doch unter Aufwand aller Opfer und Entbehrungen des hänslichen Herdes geübten Handclsgciste seiner geistig hochbegabten, durch regen Flcis; und unverdrossene Ausdauer in allem wirtschaftlichen Schaffen, namentlich auch seitens des weiblichen Theiles, ausgezeichneten Bevölkerung die Geist nnd Scholle gleich wahrhaft frei' machende hohe Wohlthat des Völker- und lündcr-vcrkuüpfenocn Schiencnstranges! Bevor wir aber anf das Essentielle unseres Themas, die volkswirtschaftliche Bedeutung der llnterkraincr Bahnen für das Land Krain und speciell für den Unterkrainer Boden, näher eingehen, müssen wir vorerst in möglichst kurzen Zügen den Werdegang derselben und die Traccnanlagc unserer Betrachtung unterziehen.') Gerade dreißig Jahre werden erfüllt sein zwischen dem Datum der ersten Anregung des Baues einer Untcrkraincr Bahnlinie und der ') Wir folgen hierbei der umfassenden nnd ins Detail gehenden Zllsammen-slelllma, in Professor Wilhclni Linharts trefflich redigiertem Jahrbuche: „Deutscher Kalender für Kram." Laibach. Iq. u. Mcinmayr und Fcrd. Vambera. ^92, S. 23 bis 86. Nadics. Die Unterkrainer Bahnen, 3 nun festgesetzten endlichen Fertigstellung zweier solcher Linien im Jahre 1894; denn bereits 1864 gieng von Seite der Handels- und Gewerbc-kammcr für Kram die erste Mution zum Bane der Ober- und Unterkrainer Bahnen ans, welcher Anregung sich dann der krainische Landtag mit seinen Beschlüssen von 1866 und 1668 anschloss. Während aber die Obcrkraincr Linie alsbald zustande kam, trat das Project einer Unterkrainer Linie vorläufig und aus lange hin in den Hintergrund. Wohl erschien 1869 die Regierung mit einem Gesetzentwürfe über die Vervollständigung des österreichischen Eisenbahnnetzes im Reichsratlic, in welches anch die Ilntcrkraincr Bahn anf-gcnummcn war, nud es erfolgte 1872 die technisch-militärische Tracen-revision für letztere, doch die finanziellen Ereignisse von 1873 und dann die ungünstige Lage der Staatsfinanzen ließen weiter nicht daranf zurückkommen, wenngleich der Abgeordnete der Stadt Laibach im Abgeordenetcnhause, Herr Dr. Adolf Schaffcr, noch 1877 das Project abermals im Reichsrathe zur Sprache brachte, wofür ihm die lrainische Handels» nnd Gewcrbetammcr den wohlverdienten Dank im tclc graphischen Wege auszudrücken sich beeilte. Nun aber ruhte die Frage der Unterkraincr Bahn bis 1883, wo der trainische Landtag in seiner Sitzung vom 17. October die Sache wieder in Fluss brachte, indem er den Landesausschnss mit der Zusammen^ setzung eines Ausschusses beauftragte, welcher die Vorarbeiten zur Durchführung des Projcctes in die Hand zu nehmen hätte. Für diese Vorarbeiten wurde dann im nächsten Jahre ein Consortium gebildet, welchem das Land einen Beitrag von 5000 fl. zur Verfügung stellte. Das Consortinm erwirkte von dem k. k. Handelsministerium die Bei-stellung staatlicher tcchuischcr Organe, wodnrch die Abfassung eines Ocncralprojcctes ermöglicht wurde. Im Sommer 1886 fand die commissionclle Vegchnng der Strecken statt und wurde hierbei auch über die Tracenführung ein endgiltigcr Beschluss gefasst. Es wurde eben festgestellt, dass die Nuterlraincr Haufttbahnlinic von Laibach nach Nndolfswerth über Treffen, dem Prätorium Latovieormn der Römer, dnrch das zu den ergiebigsten Gegenden des Landes zählende, dicht nnd von einer ziemlich wohlhabenden Bevölkerung bewohnte Temcnitzthal. für welche Trace gegenüber der gleichfalls projecticrt gewesenen durch das obere Gurkthal sich auch das k. uud t. Michstricgsministerium entschieden hatte, zu führen sei. während die Flügclbalin nach Gottschec von der Hauptlinic bei Großlupp abzu zwcigeu habe. 1" 4 Mladics. Die Ilnterkrainer Bahnen. Nachdem diese vorarbeiten beendigt und anderweitige vorbereitende Schritte geschehen waren, handelte cs sich nm die Aufbringung der Geldmittel, nnd es galt vor allem, darüber ins klare zu kommen, was die Interessenten selbst zu leisten im Stande wären; zu diesem Zwecke begab sich der Landcsausschuss-Bcisiycr und Seeretär der krainischcn Handels- und Gewcrbekammcr, Herr kais. Rath I. Murnik, der gewiegte Kenner der Landesverhältnisse nnd anch bewährte Fachmann in allen volkswirtschaftlichen Fragen, wiederholt nach Nnterkrain, um in den betreffenden Bezirken Versammlungen von Interessenten einzuberufen und über den Stand der Frage und die Thätigkeit des Consortiums Bericht '^u erstatten.') Ans Grund der bei diesen Versammlungen gcfassten Beschlüsse, die freilich wohl späterhin gegenstandslos wnrden, als an Stelle der dabei zugesicherten Beitragslcistungcn die Zeichnung von Stammattien trat, konnte der Landesansschuss von Kram in der Session von 1888 (Sitzung vom 19. October, Berichterstatter I. Muruik) mit bestimmten Anträgen an den Landtag herantreten, der dann auch uach warmer Befürwortung dersclbcu durch mehrere Ncdncr diese Anträge einstimmig genehmigte. Durch dieses Landesgesetz sicherte das Land Kram dem Ban der ilutcrkraiucrLocalbahnen unter gewissen, genau bezeichneten Bedingungen einen Beitrag von 500.000 fl. (,durch Übernahme von Stammaktien in diesem Betrage) zn. Gleichzeitig wurde von den Interessenten verlangt, dass sie sich mit dem Betrage von 400.000 fl. an dcr Zeichnung betheiligcn. Aber auch dies sowie spätere Motionen waren noch nicht im Stande, die Sache in den gehörigen Flnss zu bringen. Erst als es gelang — es war dies zu Anfang des Jahres 1890 — Se. Excellenz Josef Freiherrn von Schwegcl, den hervorragenden Staatsmann und ausgezeichuetcn Patrioten, zu vermögen, dass er sich an die Spitze des Consortiums stelle, war der Beginn einer neuen und der erfolgreichen Phase in dcr Geschichte des Untcrkrainer Vahnbauprojectes gegeben. Gleichzeitig ward die Angelegenheit nun in Wien uud im Lande selbst energisch betrieben; von Gemeinden und Privatinteresscnten wurde nahezu ^ Million gezeichnet, darunter 50.000 fl. seitens des ersten Großgrundbesitzers im Untcrkraincr Boden, Sr. Durchlaucht des Fürsten Karl Aucrspcrg, >) In der Sitzmiss vom 13. Mai 1l<)3, uoticrte dcr trainischc Landtag dem Abgeordnete» Murnik einstimmig den Taut für dessen ersprießliche Tliätigleit als Mitglied des Consortiums und Velwaltungsrathes ocr U,it«ttaincr Bahnen (Antragsteller Hribar). Nlldics. Die llntertrainer Bahne». 5 Inzwischen, heißt es in unserer Quelle weiter, machte die Bahnbauaugelegcnheit auch in Wien gute Fortschritte. Es wnrde dcm Consortium möglich, behufs Erwirkuug der erforderlichen staatlichcu Unterstützung eine entsprechend begründete Eingabe an die Regierung zu machen. Durch die fortgesetzten Bemühungen des Consortiums, in erster Linie des Freiherrn von Schwcgcl, war nämlich eine geeignete Grnndlagc für die Finanzierung gewonnen worden, ein Programm, das auch vun der Regierung als annehmbar befunden wurde. Diesem Programme zufolge sollte die Staatsverwaltung sich an der Beschaffung des mit dcm Höchstbctragc vun 10 Millionen fl. veranschlagten Vaucapitals mit einer gegen Übernahme von Stammaeticn in mehrjährigen Raten zahlbaren Eapitalssubvention von A'/^ Millionen fl. octhciligen. Der nicht bedeckte Rest im Höchstbetragc von 7^ Mil^ lionen sollte durch Ausgabe weiterer, vun den Interessenten zu übernehmenden Stammaeticn, dann durch Emission von Privrita'ts-titres uuter Herauzichuug des Geldmarktes aufgebracht werden. — Die bereits gesicherten, gegen Übernahme von Stammactien zu bewirtenden Veitragslcistnngeu der Iuteresscuteu erreichten damals schon den Actrag von 559.000 fl. Hierzu kam noch der Landcsbeitrag von 500.000 fl. Es wurde jedoch schou damals auch die Möglichkeit ins Auge gefasst, dass an Stelle der gcdachteu Landessnbvention vom Lande Kram die Garantie fiir vicrprocentige Verzinsung und Tilgung der auszugebenden Prioritätstitrcs übernommen werde, wodurch die Vegebnng dieser Wertpapiere zu ciucm beträchtlich höhcreu Eourse ermöglicht würde. Auch hatte sich. und dies war im hohen Grade maßgebend, die Trifailcr Kohlenwerksgesellschaft als Besitzerin des so ausgedehnten und so sehr ergiebigen Kohlenlagers bei Guttschcc bereit erklärt, jährlich sehr beträchtliche Mengen von Kohle (100.000 Tonnen) an das Consortium, beziehungsweise an die Staatseiscnbahuvcrwaltung, die den Betrieb der beiden neuen Strecken übernehmen sollte, zum Selbst kustenpreisc zu liefern. Das hierdurch für den Staatsbetrieb erwachsende sehr ansehnliche Ersparnis sollte dem Unternehmen der Untcrtrainer Bahucn in Form eines Nachlasses an der sonst seitens der letzteren an die Staatsciscnbahnverwaltnng zu leisteuden Betriedskostenvcr-gütung oder uuter anderen, noch zu vereinbarenden Bedingungen gut-gebracht werden. Am 28. April 18W brachte nun der Haudclsministcr des Ministeriums Taaffe, Sc. Excellenz Marquis Bacquehcm, im Ab- ft Radics. Die Unterkniiner Bahnen. geordnetenhause die Regierungsvorlage cin, wclchc die Zugeständnisse und Bedingungen für dcn Bau dcr Untcrlraincr Bahnen zum Gegenstände hatte; am 8. Mai schon ward dieser Gesetzentwurf im Ab-gcordnctenhause berathen, und es wurden die Anträge des Eisenbahn-ausschnsscs (Berichterstatter Abgeordneter Schukle) unverändert angenommen. Die wichtigste Bestimmung des Gesetzes war die, dass die hohe Regierung ermächtigt wurde, zum Zwecke dcr Sichcrstellung des fraglichen Vahnbancs von den künftigen Concessionären Stammactien im Nominalbetrage von 2^ Millionen zum Paricoursc zn übernehmen «Artikel I). Kurze Zeit darauf ertheilte auch das Herrenhaus dem Gesetzentwürfe die verfassungsmäßige Genehmigung, nnd am 6. Juni 1890 erhielt er die Allerhöchste Sanction uud hiermit Gesetzeskraft. Nun erübrigte noch dem krainischen Landtage, einen Gesetzentwurf zur Vorlage zu bringen, durch welchen auf Grund des zwischen dem Consortium, dcr Gencraldirection der Staatsbahnen und der Trifailcr Kohlenwcrtsgescllschaft vereinbarten Präliminarüberciukommcns das Land Krain an Stelle dcr früher erwähnten Bcitragslcistung soon 500.000 fl. in Stammacticn) die Garantie für die Verzinfung nnd Amortisation des Capitals von 7 Millionen sl. in Prioritäts obligationen, bezichungswcifc die Garautie eines jährlichen Reinertrages von nahezu 300.000 fl. übernehmen, welche Garantie in dem mit der Trifailcr Gcfcllfchaft vereinbarten Kohlenlieferungsvertragc ihren Rückhalt finden sollte. Dcr betreffende Garautiegesctzcutwnrf des Landcsansfchnsses !Berichterstatter I. Murnik) wnrdc anf Grund des Berichtes des Eisenbahnausschnsses (Obmann Grasclli, Berichterstatter Dr. Ivan Tavciar) im krainischcn Landtage in dcr Sitzung vom 25. November 1890 verhandelt, und es erfolgte die Allerhöchste Sanction des Landes-garantiegesetzcs nnterm 5. März 1891. Die Generaldircction dcr Staatsbahnen, die den Bau dcr Nnter-krainer Bahnen zn leiten und später den Betrieb derselben zn übernehmen hatte, hatte inzwischen die Ausarbeitung dcr Stationsanlagen fertiggestellt, nnd am 21. April 1891 wnrdc die Stadtgemeindc Gottschee in Kenntnis gefetzt, dass die für die Verfassung des Vahn-projectes erforderlichen Feldarbeiten dcr Ingenieure bereits in Angriff genommen worden seien, da mit dem Ban der Linie Laibach-Großlnpp-Gottfchec zuerst zu beginnen sei. Im selben Monate fanden in Laibach die commissionellen Verhandlungen über die Zahl, Lage nnd Benennung dcr aufzuführenden Stationen sowie dcr Zufahrten zu denselben statt. Nadics, Die Ilnteitraincr Bahncu. 7 Mit der Finanzierung des Unternehmens, dic in höchst dankenswerter Weise das allezeit seinen glänzenden Patriotismus documentie-rende Institut der krainischcn Sparcasse übernahm, wobei insbesondere der hochverdiente Amtsdircctur Dr. Joses Suppan wieder seine viel-bcwährtc, erfolgreiche Thätigkeit entwickelte, und mit der Coucessiuns-urkundc vom 26. December 1891 war die Inangriffnahme des Baues in das letzte Stadium der Verwirklichung getreten. In dieser den Couccssionswcrbcrn 5tarl Fürsten Auerspcrg und Josef Freihcrrn von Schwegcl ertheilten Allerhöchsten Concession heißt es unter anderem i H 1. Wir verleihen den Conccssiouärcn das Recht zum Baue und Betriebe einer als Hauptbahn zweiten Ranges auszuführenden Locomotiveiseubahn von Laibach über Großlupp, Treffen und Rudolfswcrth nach Stra/a mit einer als Loealbahn herzustellenden Abzweigung von Großlupp »ach Gottschcc (Uutertrainer Bahnen). § 3. Der Bau der im ß 1 geuanntcu Eiscubahncn ist sofort zu beginnen und binnen längstens zwei uud einem halben Jahre, vom heutigen Tage an gerechnet, zu vollenden. Die fertigen Bahnen sind sofort dem öffentlichen Verkehre zu übergeben und währcud der ganzen Couccssionsdauer im ununterbrochenen Betriebe zu erhalten. i? 6. Die Ausführung des Vaues der conccssioniertcn Bahnen erfolgt nach Maßgabe der vom Handelsministerium dicsfalls zu treffenden Anordnungen unter der unmittelbaren Leitung und Übcrwachuug des Handclsmiuistcriums uud der Geucraldirection der österreichischen Staawbahuen. Die Vergebung des Baues und der Lieferungen hat auf Grund des durch Staatsorgane anzustellenden Detailprojeetes und Kostcuvoranfchlagcs unter unmittelbarer Iugcrenz der Regierung und nach den bei Staatscisenbahnbauteu üblichen Bedingnisscn stattzufiudeu. Z 9. Der Betrieb der den Gegeustand dieser Conccssiousurknndc bildenden Bahnen wird während der ganzen Cunccffionsdauer vom Staate für Rcchuung der Concessionäre geführt. § 11. Die Dauer der Concession mit dem Schutze gegen die Errichtung neuer Bahnen wird auf neunzig (90) Jahre, vom heutigeu Tage an gerechnet, festgesetzt, und sie erlischt nach Ablauf dicfcr Frist. 8 12, Z. 5. Durch die erfolgte Einlösung der Bahnen >) uud vom Tage dieser Einlösung tritt der Staat gegen Ausbczahlung des Eiu- ') Z. 4 enthält die Bestimmung übcr dns !>lccht dcr Emlösunc, durch den Staat. 8 Radios. Die Unterkrainer Bahnen. lösungsprciscs ohnc weiteres Entgelt in das lastenfreie Eigenthum und in den Gcnuss der gegenwärtig conccssioniertcn Bahnen mit allen dazu gehörigen beweglichen und unbeweglichen Sachen, einschließlich des Fahrparkcs und der Matcrialvorräthe, sowie der ans dem Anlagc-capitale gebildeten Betriebs- und Reservefonds, soweit letztere nicht mit Genehmigung der Staatsverwaltung bereits bestimmungsgemäß verwendet worden sind. tz 13, Vci dem Erlöschen der Concession und mit dem Tage des Erlöschens tritt der Staat ohne Entgelt in das lastenfreie Eigenthum und in den Gcnnss der conccssionicrten Bahnen und des sämmtlichen beweglichen und unbeweglichen Zugchörs einschließlich des Fahrftarkcs, der Materiaworräthc und der aus dem Anlagccapitale gebildeten Betriebs- und Reservefonds in dem im § 12, Z. 5 bezeichneten Umfange. Mit dem Banc zunächst der Linie Laibach-Großlupp-Go tisch ee wnrde sodann Mitte Mai 1892 begonnen, und ist der Termin für die Fertigstellung dieser Linie für October 1893 cmbcranmt, während die Linie Großlnpp-Rudolfswcrth-Straxa. mit deren Bau Mitte September 1892 begonnen worden, bis 1. Inni 1894 vollendet sein muss. Während den zunächst der Vollendung entgegengehenden Bau der Linie Laibach-Großlnpp-Gottschce die bestbekanntc Wiener Firma Redlich und Vcrgcr zur Ausführung übernommen, ward der Bau des von Großlupp nach Rndulfswerth-Straöa weitergehenden Theiles der Hanptlinic an mehrere Firmen getheilt vergeben, um auch einheimische Unternehmer an dem Baue participieren zu lassen, sowie die Hochbauten von einheimischen Vanuntcrnchmern ausgeführt werden. Die Bauleitung für beide Strecken befindet sich aber in Händen der k. t. Gcneraldircctiun der österreichischen Staatsbahncn, und an der Spitze derselben steht der in Fachkreisen als vorzüglich tüchtig anerkannte Herr Obcrinspcetor F. Klemeiunii, ein Landcskind ans einer auch über Krains Marken hinaus bestbekanntcn Inncrkraincr Familie. Nach dem von der k. t. Generaldirection der Staatsbahnen verfassten Proje-cte werden die Unterkraincr Bahnen sich in einer Gesammt-länge von 132 453 Kilometern erstrecken, wovon auf die Linie Laibach-Großlupp-Gottschee ein Längenansmaß von 70851 Kilometern und auf die Strecke Großlupp Rudolfswerth-Strata ciu Längcnaus-maß von 61-602 Kilometern entfällt' innerhalb der Linie Laibach Groß-lupp-Gottschec wieder entfallen auf die Strecke Laibach-Großlupp 21-364 Kilometer, auf die Strecke Großlupp-Gottschee 49'487 Radics. Die Unteikrainer Bahne». 9 Kilometer- somit erhält die Hauptlinie Laibach^Rndolfswertli eine Gesammtlänge von 82 9l>6 Kilometern. Es ergibt sich ans diesen Anführungen, dass die beiden Tinten Laibach Gottschcc und Laibach-Nudolfswcrth bis Großlnpp vereint sich darstellen, während in Großluvp die Abzweigung von der Hauptlinic Laibach-Rudolfswerth in der Richtung nach (Yottschee erfolgt- wie bereits angedeutet, ist die Hanptlinie Laibach-Rndolfswcrth-Straxa znm eventuellen Anschlüsse an die cruatischen (nngarischcn) Bahnlinien bestimmt. Der von der Landeshauptstadt Laibach auslaufende Schienenstrang der Nnterkrainer Bahnen nimmt, wie es wohl am natürlichsten gegeben erschien, seinen Ansgang vom Laibacher Bahnhöfe der vü< Wicn'Tricst pulsierenden Hauptverkehrsader Österreichs, der Snobahn, wodurch ausser den in erster Linie in Betracht kommenden Reichs-intercssen auch das vitalste Interesse der Landeshauptstadt Laibach am besten gewahrt blieb. Er geht von dem Geleise der Südbahn in nordöstlicher Richtung gegen das Dors Udmat, übersetzt den Laibachfluss und, das reizende, aus dichten Banmgrnppcn hcrvorlugcnde Baron Codclli'schc Schluss Thnrn zur Lintcn lassend, nächst dein neuen städtischen Schlachthansc anch den die Wasser des Morastes nm die Stadt Laibach herum ableitenden, in Folge der grundlegenden Arbeiten der Moorentsumpfnng unter der großen Kaiserin-Konigin Maria Theresia Ende des vorigen Iahrhnndcrtes erbauten sogenannten Grubercanal nnd sührt sodann am Fuße des Golovecbcrges hinter dem Mantschrankcn der Karlstädtcr') Linie der Stadt Laibach, die hier einmündende Untcrkrainer Reichsstraße übersehend, in der Richtung gegen den sogenannten „Grünen Berg", dem gegenüber die erste Haltestelle errichtet erscheint. Hier bietet sich dem Auge des Fahrenden rechts der Ausblick ans das weitgedchnte, dnrch seine in allen Museen gerechte Ansmcrt samkcit erregenden Pfahlbauteufunde berühmte Laibacher Moor mit dem wcttcrknndcnden, noch nm die Mitte des vorigen Iahrhnndcrtcs als „Hexenberg" bezeichneten Krimberg als Grcnzpnnkt gegen Südosten, links auf die hart an die Straße tretenden waldigen Berghohen, ans denen sich von einer saftigen Thalmnldc her das in mäßiger Höhe ') Ilt dieser Gegend wurden die erst«!!! archäologischen Funde gemacht, römische Münzen u. a. m., welche dem Landesmuscum Niidolnnum in Laidach übergeben worden sind, und über welche Custos Prof. Mlillner in seiner Zeitschrift für die krainische Landeskunde „Argo", I. Jahrgang, 1892, berichtet hat. 10 Rllbics. Die Unterkrainer Vahnen. aufragende weißschimmcrndc Schloss Kroisencgg, im 17. Jahrhundert cin das tägliche Rendezvous der Laibachcr Gesellschaft bildender Sommcrsitz der Fürsten von Eggenberg und Krumau, heute Eigenthum der Frau Ingenieur Duff<>, ganz nialerisch abhebt. Von der Haltestelle znm Grünen Berg, welcher gegenüber an der Berglehne und Neichsstraßc das Aucr'fche Brälchausdepot und ein großer Restaurationsgarten, cin beliebter Spaziergangszielpunkt der Laibacher, sich befinden, länft die Bahnlinie parallel mit der Reichsstraße (bis circa km 14); auf diesem Wege liegt die zweite Haltestelle bei Laverca, einem altbclicbtcu locitcren Ausflugsort der Laibacher in dieser Richtung mit der bcstrcnommiertcn alt-krainischen Gastwirtschaft des Herrn Lenüe. Bei der ersten Bahnstation, Lanisc (Skufclca), biegt die Linie, die Rcichsstraßc übersetzend, von dieser ostwärts ab. lim nach Beschreibung eines schönen Bogens die Parallele mit der Reichsstraße bald wiederzugewinnen uud zur zweiten Station. 3t. Marcin, zu gelangen, einer Ortschaft, der schon der berühmte kainische Chronist des 17. Jahrhunderts, Freiherr v. Valvasor, nachrühmt, dass sie „von einem hübschen ebenen Feld befruchtet", und „wo immer viel Sämcr (Sanmrossführer) gewohnt". Zunächst dieser Station befinden sich auch die beiden größten Objecte dieser Linie, die beiden Tnnnels, der erste in einem Längenausmaß von 286 ?^ uud der zweite mit 245 ?». Mit der dritten Bahnstation, Großlupp (km 21), ist der Punkt der Abzweigung der Linie Laibach-Gottschec von der Hauptlinie erreicht. Nun geht es, nach Verlassen der Parallele nut der ostwärts fortlaufenden Unterkrainer Reichsftraßc und einer Ausweiche westwärts, in der Richtung gegen Sndost meist parallel der Bezirtsstraßc zunächst an dem interessanten Schlosse Zobclsbcrg vorüber zur vierten Station, Zobclsbcrg, und nach dem in der Chronik der Türkcncinfallc vielgenannten Gntcnfeld — fünfte Station: Gutcnfcld — weiter. Den iu romantischer Waldgegend gelegenen altchrwürdigcn Stammsitz des in der Geschichte Krams wie in der Gesmnmtgeschichte Österreichs und durch Anastasius Grün in der deutschen Literatur-geschichtc gleich hochberühmten Geschlechtes der Grafen nnd Fürsteu von Auerspcrg. das mit einem kolossalen Rundthurmc, darauf das Wappen der Aucrspcrge in einem gemalten und vergoldeten Relief zu schauen, gezierte Schloss Ancrspcrg sowic das benachbarte Dorf Nadics. Die Unterklainer Bahnen. 11 Raschiza, den Geburtsort des „krainischen Luther", des ^liesormators und ersten Superintendenten dcr evangelischen Kirche in Krain im 16. Jahrhundert, des ehemaligen Laibachcr Domherrn Primu s Tru bcr, des heute gefeierten Begründers dcr slovenischen Schriftsprache, zur Rechten lassend, gelangt die Linie zur fechstcn Station. Groß-laschitsch, in deren Bereich sich das Auge au eigenthümlich schönen Waldgegenden ergötzen kaun. Mit dieser Station sind wir bereits in den Nayon der eigentlich volkswirtschaftlich wichtigen Gegenden des von unserer Bahnlinie durchzogenen Unterkrainer Bodens eingetreten, in die forstrcichcn Gebiete dcr Großlaschitschcr, Neisnitzcr uud Gottschecr Gcrichts-bezirke. Es folgt weiterhin die siebente Station, Ortcncgg, mit der Ruine dcs Schlosses Ortenegg, einst dcr in dcr Geschichte Krams vielgenannten und berühmten Familie der Grafen Lamberg gehörig, und der sogenannten „Hölle", wo sich heute die von dcr land- lind forstwirtschaftlichen Ausstellung in Wicu 1890 her rühmlichst bekaunte Holzwaren-Industriestättc des Herru Johann Kosler befindet. Nun kommt man zur achten Station, Neifnitz- Markt Neifnitz ist ein durch seine Holz- und Sicbwarcn-Hausindustrie sowie durch seine Hausindustrie in Töpferwaren weit und breit bekannter, äußerst gewerbflcißiger Ort, der aber nun erst der schönsten Zukuuft entgegengeht gleich allen au unseren Bahnlinien gelegenen, gleiche Be-dingunqm bietenden Orten. Noch eine — die neunte — Station, Mitterdorf, und der Endpuukt der Linie Laibach-Großlupp-Gottschcc ist mit dcr zehnten Statiou, Stadt Gottschcc, erreicht. Stadt Gottfchcc ist Sitz der Bczirkshauptmannschaft nnd weist ein großes, altes Schloss des Fürsten Karl Auersperg, Herzogs von Gottschec, mitten in dcr Stadt, ein k. k. Nutergymnasium, eiuc Holzindustrie- und Korbflechtschulc (unterhalten vom Deutschet, Schulvcrein) uud zahlreiche Gewerbetreibende auf; nächst der Stadt befinden sich die weitgcdehntcn Brauukolilcnlager dcr Trifailcr Gewerkschaft. Jetzt ist man im geiftigcu uud materiellen Mittelpunkte des so uuternchmungslustigeu, crwerbstüchtigcn und strammen Gottschccr Völkchens, das sich, von Colonistcn aus Franken und Schwaben stammend, die durch die Ortcuburger Grafen um die Mitte dcs 14. Jahrhunderts ins Land gekommen, durch mehr als 500 Jahre inmitten der flavischen Umwohner seine deutsche Stammcsart in Sprache 12 Nadics. Die Unterkrainer Bahnen. und Sittc treu bewahrt ^) und sich seit dcm Ende des 15. Jahrhunderts in regster Weise mit dem Hausierhandel beschäftigt, dnrch welchen schon gar mancher seiner Söhne es in den Hauptstädten Österreichs nnd weit im Auslande herum vom schlichten Herumträger mit dcm Snd^ früchtenkorb am Tragriemen (auch eine Wiener Straßentype, z. B. vorm Portal des Trattnerhofes) zum reichen Handelsherrn empor-gcbracht. Mit unendlicher Liebe hängt aber wie jcder Gottschecr auch der auf solche Art Emporgckommcnc an dem hinterwäldlerischen Heim in der Gottschcc, nnd nicht selten lässt der und Mer von seinen Reichthümern ansehnliche Stiftungen nach seinem Geburrslandc gelangen: um ein diesbezügliches ganz hervorragendes Beispiel zu nennen, erwähnen wir nnr den wackeren Stampft in Prag, dessen großmüthige materielle Hilfe außer den „Studierenden aus der Gottschee" anch den Besuchern der Gottschcer Hulzindustrieschule in vorzüglicher Weise zu-statten kommt. Die ausgedehnten, meist hochfürstlich Auerspcrg'schen Waldungen des Guttschcer Ländchens und die reichen Braunkohlenlagcr unweit der Stadt Gottschce, in erster Linie die der Trifailcr Gewerkschaft, die heute schon vor Vollendung der Bahn nahezn ein halbtansend Arbeiter beschäftigt, sie eröffnen bei Fertigstellung der Liuien ein Gebiet nationalökonomischcr Thätigkeit, wie es sich im Interesse des Landes und seiner Bewohner nicht besser und schöner denken lässt, und wie dasselbe in unseren nachfolgenden Ausführungen über die volkswirtschaftlichen Vcrhältnifse dieser Theile des Untcrkrainer Bodens klargelcgt weroen soll. Außer dem Historiker, Ethnographen und Nationalökouomikcr wird aber ein Besuch in der Gottschce sich vornehmlich auch dcm Tollristen empfehlen, da, wie die ganze Zufahrt dnrch liebliche, ja vielfach romantische Landschaften mit einer Reihe von Centren für Ausflüge, speciell das Gottschcer Gebiet Natnrmerkwürdigkeitcn höheren Ranges bietet. ') Vgl. meine Arbeit über Oottschee in der „Österreichischen Nevue" 1864. Außerdem haben nach mir Prof. Schroer in Wien, Prof. Dr. Hauffen in Prag, Prof. Wolscgger in Gottschec, vor mir Pfarrer Glze in Venedig und in noch früherer Zeit Nudesch, Besitzer von Nnfnitz (in Schottkys Zeitschrift), wichtige Beiträsse znr Kenntnis von Land und Leuten in der Oottschee geliefert, die nun erst nach Eröffnung der Bahn ein weites nnd ergiebiges Feld fiir die wissenschaftliche Forschung nach vielen Seiten bieten werden. Radics. Die Unterkrainer Bahnen. 13 Es sind dies nämlich die im Friedrichstcincr Urwalde nächst der Stadt Gottschce gelegene Friedrichsteiner Eisgrotte (1885 durch Anlage uon eigenen Abstiegen bequem zugänglich gemacht), eine Natnrmerk-würdigkeit ersten Ranges.') und die Tropfstcingrotte, genannt „Drei Brüdergrotte", in der Nähe der vorgenannten; außerdem zählt die Gottschee noch eine Anzahl kleiner Grotten: die Grotte uon Scle. der Franciscagrotte, die Grotte in Moschwald, die Tropfsteingrottc bei Koflern, die Eishöhle bei Skrill u. a. m. Aber nicht allein diese reiche Gruttenwclt^) des zu gutem Theil Karstcharaklcr ausweisenden Gottschccr Bodens wird nach Eintritt der rascheren Communication die Touristcnwclt zu eiucm Besuche dieses touristisch jungfräulicheu Bodens anlocken, auch der von der Stadt Gottschec aus in 1'/^ Tagen zu bewerkstelligende, änßerst lohnende Ausflug iu die „Gottschec'sche Schweiz", in das sogenannte „Hinterland" südöstlich von Gottschec zum Kulpafluss, der mit dem Besuche der Friedrichsteiucr Grotten in Verbindung gesetzt werden kann. sowie die Besteigung einiger Bcrgspitzcn im Nordosten von Gottschce, die eine überraschende Fernsicht bis nach Dalmatien hin bieten, sind als lohnende touristische Zielpunkte zu bezeichnen. Auster den Touristen werdcu aber gewiss auch nicht selten Iagdsreundc iu die Gottschec kommen, wo es ab und zu noch Bärenjagden gibt und der Auerhahn balzt und auch sonst die Jagd dem edleu Wcidmanu gar manches Vergnügen bietet, nnd wo der ..Billich" nächtlicherweile in eigenen Fangavftaraten gefangen wird. Doch kehren wir uon den mannigfaltigen und für den gewiss größten Theil der fremden Besucher ganz nencn nnd überraschenden !) Man denke sich einen kolossalen Felstrichter mit senkrecht abstürzenden, ja gewaltig überhangenden Wänden, der in seinen Dimensionen (Tiefe 80 ?», Höhe der Wölbnna. 64"«, Fläche der Sohle 450?"') an den berühmten Schlunb der Mazocha in Mähren erinnert, ihn aber dnrch die dort fehlenden Eisbildnngcn weit übertrifft. Der Ornnd ist mit mcterdickcm Eise überdeckt, ein gewaltiger Ois-Wild-bach stürzt an der Wand in mehreren Absätzen in die Höhle, während rechts zwei groftc Wasserfalle zu Ei8 erstarrt scheinen. Auf dem Grunde öffnet sich abermals ein noch unerforschter Schluiid in ungeheure Tiefe; der Eingang dieses SchlnndeB ist aber vm, obenher halb verdeckt durch einen wunderbar schönen Gisvorhang, dessen Rand mit Hunderten von Eiszapfen bedeckt ist. ') Dieser Grottenwelt in der Gottschce wird sicher einmal auch eine so systematische Fürsorge zutheil weiden, wie sich derselben die berühmlc Adelsberger Grotte in Innerkrain durch den nnnmehrigen Ncgienmßsrath nnd Michsraths-abgeordneten Edlen v, Globoünik-Sorodolsfi zn erfrencn hatte. 14 Nadics. Die Unterkrainer Bahnen. Eindrücken im Gottschecr Boden zur Station Großtupft zurück und betrachten wir uns nun die vou hier direct dem Endpunkte der Haupt-linic Laibach-Nndolfswcrth-Stra/a zustrebende 61'602^m. lange Strecke unserer Ulltcrkraincr Bahnen. Nachdem die Hauptlinic außerhalb der Stadt Großlnpp sich eine kurze Strecke parallel mit der Ncichsstraßc gehalten, biegt sic dann plötzlich in südlicher Nichtnng weit davon ab, dabei dem Schlosse Wcißenstein des Grafen A lagaj nahe kommend, nm dann erst wieder in der Nähe der vierten Station ab Laibach. Wcixelburg (Stadt Weixelburg im Sitticher Bezirke), dieselbe zu erreichen und zu übersetzen: hier befindet sich auch ein Tunnel (Länge 444?,,). Im Bogen kommt die Strecke knapp all Weixclburg heran, welches freundlich gelegene Städtchen seine Entstehung Kaiser Friedrich III. verdankt, welcher dessen von den Türken hart mitgenommene Bewohner mit einer Reihe von Privilegien bedachte. Zunächst Weixelbnrg liegen dic Schlösser Wcixelbcrg (fürstlich An er spcrgisch) und Wcixelbach (Baron Codellifch). Stets parallel mit der Ncichsstraße sich haltend, gelangt die Linie an Pösendorf, das sich durch seinen Bienenhandel weit im Auslande bekannt gemacht, vorbei zur fünften Station (der Hauptlinie'. Sittich, und in die Nähe des nördlich von der Station gelegenen Ortes Sittich, mit dem heute zu Amtslocalitäten der Bczirkshaupt-Mannschaft Sittich verwendeten ehemaligen (listercienscrkloster gleichen Namens, das einst auf dem Untcrkraincr Boden von großem Macht-cinflussc nnd segenvollem Wirten für das eulturclle Gedeihen desselben gewesen, l) Hinter der Station biegt die Linie wieder von der Ncichsstraßc in südlicher Nichtnng ab und nähert sich ihr erst wieder bei der Haltestelle Rodockendorf (Pfarre St. Rochus), wo sie diefelbe übersetzt nnd in nördlicher Richtung in mehr minder weiter Ausbicgung der nächsten (sechsten) Station, Großlack (im Rndulfswerthcr Bezirke), zustrebt, um nun bis zur Station Treffen sich in der Nähe der Ncichsstraße zu halten. Unmittelbar vor der siebenten Station, Treffen, liegt znr Rechten das Schloss Treffen mit einer Musterwirtschaft der Frau >> Vgl. mein: „Die Gegcnäbte Albert und Peter vou Sittich" mit einer Einleitung: „Geschichte des Cistcrcienserstiftes Sittich", Wien, 1864 (Mechitaristen-Congregation). Radics. Die Unterkrainer Vahnen. 15 Greßel; der Ort Treffen, das Prätorium Latovicorum der Römer, mit zahlreichen archäologischen Funden, in einem länglichen Thal gelegen, „allwo zu allernächst die Temcniz neben dem Schlosse," wie Valvasor in seiner bilderreichen Sprache sich ausdrückt, „ihre Flut fortsetzet und nicht ohne Ergötzung des Gesichtes bald das fruchtrcichc Banfeld, bald den lieblichen Wiesen-Smaragd mit ihrem fließenden Krystall amnnthig begrüßt," ift eine in der Geschichte des Landes viel und stets rühmlichst genannte Stätte. Auf der Strecke von der Station Treffen zur achten Station, Honig stein — rechts westwärts das malerisch gelegene fürstlich Aucrspcrg'sche Schloss Seiscnbcrg mit festen Rnndthnrmen und Markt Seiseubcrg — befindet sich bci St. Anna cm 450 n, langer Tunnel, nnd nun strebt die Linie in wechselnd nach Norden ausbiegeudcr Richtung, ab und zu näher und entfernter von der Reichs-straßc sich haltend, der neunten Station, Rudolfswerth, zu und gelangt hier au das linke Ufer des Gurkflusscs, in dessen unmittelbarer Nähe dann auch das westwärts der Stadt gelegene Stationsgebäude situiert erscheint. Die so überaus freundlich und anmuthig gelegene, den Ansblick auf liebliche Nebengcländc gewährende Stadt Nudolfswcrth, ') 1365 von Herzog Rudolf IV. dem Stifter erbaut und mit ansehnlichen Stadtrcchtsprivilcgicn ausgestattet — sie führt das Bildnis des „Stifters" im Wappen — erhielt später, nach einem großen, verheerenden Vrande ncn aufgebaut, zuerst im Volksmnndc. dann auch amtlich den Namen „Neustadtl", der jedoch 1865 zur Feier des 300jährigen Jubiläums der Gründung mit allerhöchster Genehmigung Sr. Majestät des Kaisers Fran'z Joseph I. wieder in „Nudolfswerth" restituicrt wnrdc. Die Stadt ist der Sitz der Bczirkshauptmannschaft und eines Kreisgerichtes: sie hat ein altes Collegiatcapitel, ein t. t. Ober-gymnasinm, bis vor wenigen Jahren von den 1^. ?. Franciscancrn des dortigen Klosters besorgt, heute mit weltlichen Professoren versehen, und zahlreiche Handel- und Gewerbetreibende; in nnmittelbarcr Nähe von Rudolfswcrth befindet sich in Stauden (Germ) die landschaftliche Obst- und Weinbauschulc mit Betreibung der Vercdlnng der Nindviehzucht. Die Stadt Nudulfswerth bildete in der jahrhundertelangen Epoche der Türkcneinfälle in Kram ein mächtiges ') Über Mdolfswerth hat der Professor am dortigen k. k. Glunnasinm, I. Vrhovec, eine Nichtig gearbeitete größere Publication: „Chronit der Stadt Rudolfswerth" in jüngster Zeit erscheinen lassen. 16 Nadics. Die Unterkraincr bahnen. Bollwerk gegen das Anstürmcli derselben und ein ständiges Hauptquartier der von hier gegen dieselben operierenden, nach den „Grenzen" nickenden kaiserlichen nnd landschaftlichen Truppen. Ringsum von Rudolfswerth gibt es prächtige Ausflüge, so zunächst nach dem nahegelegenen, äußerst heilkräftigen Mincralbade Töplitz') (Eigenthum des Fürsten Karl Auerspcrg), dessen schon im Mittelaltcr viclbcnütztc Therme nun durch die Nntcrkrainer Bahnen dem großen Kreise der Badebcsucher aus aller Welt in gleicher Weise nahe-gcrnckt erscheint wie andere Bäder, mit deren heilkräftigen Wirkungen nnfcr untcrkrainisches Töplitz sich kühnlich messen kann- weitere Ansflügc sind nach einem der schönsten Schlösser drains, dem fürstlich Aucrs-perg'schen Schlosse Ainödt, das namentlich durch seinen stilgerechten Bau und seine stilgcmäße Einrichtung die größte Sehenswürdigkeit .Nrains in dieser Richtung bildet, gleichwie es in wirtschaftlicher Beziehung als Muster gilt, nach Stadt und Schloss Mottling «letzteres im Besitze des k. n. k. Trnchscssen und Rittmeisters Tr. Ritter oun Savinschegg) und weiterhin in das Gebiet der sogenannten „weißen Kraincr" im Möttlingcr nnd Tscherncmbler Boden, wo sich einzig noch in Kram die altslauischcn Nationaltrachten, die interessantesten altslavischen Gebräuche bei Hochzeiten, Volkslieder n. s. w. in reiner, unverfälschter Art erhalten haben. Die südwestliche Fortsetzung der Bahnlinie von Rudolsswerth nach Stra/a znm eventuellen Anschlüsse an die croatischen (ungarischen) Bahnen schmiegt sich anfänglich an die ziemlich starte Auskrümmung des Flussbcttes der Gurt, um dann, am selben linken Ufer derselben sich haltend, nahezu ganz parallel mit dem Flusslaufe uud in nächster Rahe desselben den uorlänfigen Endpunkt der Hauptlinie, Stra/a (zehnte Station), zu erreichen. In erster Linie war es die nationalökonomische Seite, welche die endliche Inangriffnahme des so lange nnd heiß ersehnten Banes dieser das Netz der österreichischen Bahnen wesentlich vervollständigenden Schicncnstränge veranlasst hat, und welche nun in rascher Ausführung begriffenen Strecken namentlich durch die in gewiss absehbarer Zeit eintretende Wetterführung der Hanptlinie znm Anfchlnffe an das ungarisch-croatische Bahnnetz ihre vollste Bedeutung erlangen werden. Bis zu dieser weitest ausgreifenden Zwcckcntsprcchnng bleiben aber die Untcrlrainer Bahnen anf den immerhin bedeutsamen locale» ') Vgl. mein: „Das Mineralbad Töplitz". Wien, Wilhelm Brcmnmlleis Vllbebibliothek. Radics. Die Unterkrainer Nahneu. 17 Wert der Förderung der krainischcn und mittelbar durch den gesteigerten Import und die allgemeine Verkehrssteigerung anf die Förderung der österreichischen Volkswirtschaft beschränkt, welche engere Bestimmung sie denn auch zunächst in hervorragender Weise erfüllen werden. Schon in dem seinerzeitigcn Berichte an deu kramischcu Landtag vom Jahre 1888 konnte der Laudesausschuss (Berichterstatter kais. Rath I. Muruik) auf Grund der gepflogenen Erhebungen darauf hinweisen, dass die zur Verfrachtung kommenden Artikel auf den zu erbauenden Unterkraincr Bahnen ein Iahresfrachtquantum von 88.300 Tonnen mit einem abgerundeten Erträgnis von 420.000 fl. ergeben würden. Es wnrden Ex- und Importartikel hierbei im Detail also angeführt: Bier, Kolonialwaren, Diverse, Eisen und Eisenwaren. Fett und Fettwarcn. Flachs, Geflügel und Eier. Getreide und Mehl, Häute und Leder. Holz und Holzkohle, Hornvieh, Hülscufrüchte. Klee-und Leinsamen, Knochen nnd Hadern. Manufacturwaren, Obst (frisch und getrocknet), Salz, Schweine, Svirituosen, Tabak und Wein. Unter diesen Artikeln war die Braunkohle noch nicht berücksichtigt, von der nun jährlich 100.000 Tonnen, respective eine Million Mctcrccntner die Trifailcr Kohlenwerks-Gcscllschaft der Staatscisenbahn auf die ganze Zeit der Eonccfsiousdaner zu liefern vereinbart hat. Als die namhaftesten Exportartikel, die der Untcrkraincr Boden außer der Braunkohle auf den beiden Linien der llutcrkraincr Bahnen zur Verfrachtung bringen wird, erscheinen aber Holz und Holzkohle, Wein, Vieh, insbesondere Stechvieh (Schweine), Fett und Fettwarcn, Häute und Lcder. Geflügel und Eier, dann Holzwaren und diverse Hausiudustrieartikel. Hierauf kommen wir nun des näheren zu sprechen, da es sich zum Erhalt einer klareren Einsicht in die ökonomischen Verhältnisse der von den Nntertraincr Bahnlinien durchzogenen Landstriche wohl empfiehlt, auf dieses Detail je eher je lieber einzugehen. Nud da ist es wieder der „lustige grüne Wald" mit seiner hier noch vernehmlichsten Erscheinung, dem wir uns zuerst zuwenden müssen. Von den 442.30!) /^ der Gesammtfläche der Wälder, die das immerhin forstrciche Kram bedecken — hiervon entfallen 12.326/ia anf Rcichsforste, 41.124 auf Gcmcindcwalduugcn uud 388.859 auf Privat-waldungm — nimmt der Waldbcftand der von den Unterkraincr Bahnlinien durchzogenen Landstriche 104.103 /ni sür sich in Anspruch. Von diesen 164.103 /^ entfallen wieder auf den größeren Theil der fraglichen Landstriche, anf den politischen Bezirk Gottschee 43.115 und auf den Politischen Bezirt ^'ndolfswcrth 45.072. während 2 16 Radics. Die Unterkrainer Vahnen. die von den genannten Strecken mehr oder minder durchzogenen Bezirke Laib ach in Summa mit 40.095 und Littai mit 35 821 /«a ldaruntcr 140 üa Reichsforste) beziffert erscheinen. Die Priuatwaldungen im Bezirke Gottschce umfassen 21,567 /«a Laubholz. 8109 5a Nadelholz. 6031 /la Mittel- oder Niederwald. Während die Gemeindewaldungcn 377 /l<, Lanbhulz, 5407 /,<, Nadelholz und 1634 /ni Mittclwald aufweisen; im Bezirke Nudolfswerth weisen die Privatwaldungen 22.741 /?a Laubholz, 16.546 /la Nadelholz und 4018/la Mittelwald auf, während die Gcmcindewaldungen sich hier auf 1714 /?a Laubholz und nur 53 /, ! Tiirchschoittlicher Hiclvon e,ttlnllen ^ Veinevsan , ^ Ial,r.'^uw.,chs circa aus l Land H°cl>' ! °der ^ Dp« Z,l- «,^/^^^. Breim-, Hettar > "^ Festmeter w ^ ausgedrückt^ Krain . . . : . 396.725! 45.584 442.309 2 886.200 40 60 Gottschee . . . .^ .l3.460 7.655 43.115 2'70 116.410 40 60 Laibach (Umgebung) 29.517^ 10.578 ^ 40.095 2'10 84.200 40 60 !Littai.....:;4.:i3i> 1.482 35.821, 1 35.820 20 80 Rubolfswerth . . 41.001 4.071 45.072 1-80 81.130 30 70 deckt, suwic die Gcsammtzahl dcr Schutzwaldungcn des Nudolfswcrthcr Bezirkes mit 7708 /la auf die Prioatwaldungeu des dortigen Großgrundbesitzes beschränkt erscheint; von den Gememdewaldlingcn in Gottschce erscheinen 1467 /,a als Schutzwaldnngen angeführt. Auch in dem Ausweise dcr von 1886 bis 1890 in Krain behördlich angeordneten Aufforstungen und sonstigen Vorkehrungen gegen Waldvcrwüstlina, erscheint der Gottjchccr Bezirk mit den bedeutendsten Ziffern namhaft gemacht, nnd zwar betreffs dcr Aufforstungen von 223'8 /i , , ^ drr i^V Anzahl dersämmtl. 3 ,^ « d,Mat«ialcö v,d.DcimVf-^?ezirre , Damvfbrett- ^^ dcr Maschinen 'S ^ -! biettsäne Vcr Wnncn ne« s^„ > 3, ! ! erforderlich. .3 N 5! schchrn muss. > ' " il !' Pfndekräfte Ä !^j s ^ s Gottschee — 20 —,441 B. Ratek 58 Kaltenbrunn — 20 — b b 1 dto. 58 m^l^- ! Värenheim ' - i 80 — 553 dto. ca. 35 Gott,chee . ^ Marlshüttc , - 15 ! 4 4 1 Delnice ca. 95 Travnik - 20 — ! 5 5 1 B. Ralet NV2 ^ H"b ^ ^? 2?7 78 78W dto. 35'/2 Laibach . - Laibach 98 ^ ^ W M 17 ^ liaibach V^ Littai . . . Littai '42 — 184 !42 4^!-.Mdolfswerth Nudolfswerth 58 — 191 54 54 8 Ncbcu dcm Holze lllnd dcm Vrcttcrsägcnstandc) ist cs, wic bereits oben angedeutet, die Holzkohle, die schon hente vor der Voll-cndnng der Bahnlinien unsere Aufmerksamkeit auf sich lenkt, und wir zählen heute an ständigen Meilcrköhlcrcicn im Gottschccr Bezirke 4. im Nudolfswcrther Bezirke 2, und die Anzahl der stehenden Meiler beträgt im Gottscheer Bezirke 80, mit einem Inhalte in m^ uon 4290, und im Nudolfswerther Bezirke 42, mit ciucm Inhalte in «^ von 3090 — welche Steigerung ist nicht in diesen Verhältnissen durch die Aussicht und den Eintritt des regen Vahnvcrkchres zn gewärtigen! Und nun zu dem Wild stände unseres Gebietes! Wenn das Land Kram auch nicht mit Ziffern wie Böhmen, Niedcröstcrrcich, Stcicrmark nnd andere Länder unserer Monarchie in Bezug auf das zum Abschüsse gelangende Wild dienen kann und diesbezüglich im Hinblicke auf die Geschichte des Jagdwesens ein erschreckender Rückgang im Vergleiche zu früheren Jahrhunderten Zu verzeichnen ist — namentlich der vollständige Eingang des Noth- und Damwildes sowie des Schwarzwildes, ersteres insbesondere seit dem „Verwüstungsjahre 1848" — so ist doch in jüngsten Tagen, dank dem energischen nnd zielbcwusstcn Zusammenwirken aller berufenen Factorcn, immerhin von einer wesentlichen Hcbnng des Jagdwesens in Kram im allgemeinen nnd speciell in unseren mchrerwähnten Bezirken zu sprechen. Die Abschusstabclle pro 1890 für das ganze Land Krain ergibt an .Haarwild: 15)52 Nehc. 91 Gemsen. 9410 Hasen (die Rubriken: Radics. Die Unterkrainer Bahnen. 31 „Nothwild", „Damwild". „Schwarzwild" erscheinen nicht vertreten) und an Federwild: 107 Stück Auerwild, 46 Stück Birkwild, 651 Stück Hasclwild. 25 Schneehühner, 178 Stcinhühner, 53 Fasanen, 1998 Rebhühner, 3183 Wachteln, 1167 Waldschnepfen, 494 Moosschuepfcn, 121 Wildgänse. 1329 Wildenten. Für das Detail der Iagdergcbnisse in den Bezirken Gottschcc, Littai, Laibach (Umgebung) und Nudolfswcrth liegt nns aber durch die besondere Güte des um die Hebung und Förderung des Forst' lind Jagdwesens in Kram so hoch verdienten Herrn k. k. Forstrathcs (Äoll schon der Ausweis über das im Jahre 1891 iu Kram zum Abschüsse gelaugte Wild vor, der sich unsere fraglichen Bezirke betreffend also darstellti ! Nutzwild I R au b w ild Haarwild Federwild Haarwild Federwild Vezirls. ! —-------------—--------^---------^ ^,^----------------^------------------------ » Hauptmann- ! - .»- 5 < V ^ - », ^ «<-Gottsch« . . 165 4?6 . 3D . 40 162 !)3 31 . S ZU . 75 16 10 .24. 1^4 .38 ! ! > Littllt.... 8« 746 , 70 . 120 40 43 10 b 1 10 . 6« I 31.. «ft I 6l Llllbllch.Umgcb. 253 1Ni0 >8 91 . 2N.'.^1245 4«0 170 10 7 200 . 70 2l 16 15 12 5 2 220 5 39 Rudlllföwcrt!) . . 60 67i! . . 50! 53, 135 U8 2? . » !N I 52 8 I » 3 2, . 77 3 15> Anmcrluny. Bei Nothwild, Damwild, Gemsen, Schwarzwild, Kaninchen, Murmel-thierr, Birtwild, Fasanen, Wölfe und luchse sind feine Daten ausgewiesen. Außerdem knim für einen Durchschnitt von 10 Jahren jährlich auf das Erlegen von zwei bis drei Bären in den forstrcichcn Gegenden Unterkrains gerechnet werden. Bevor wir jedoch unsere Abtheilung über den „lustigen grünen Wald" abschließen, mag eine Übersicht des Waldbcstandes des Großgrundbesitzes in dem von unseren Bahnlinien berührten Unterkraincr Boden von Interesse sein. ^! Da ist zuerst Karl Fürst Aucrsperg. Herzog von Gottschee, dessen Besitz der Herrschaften Gottschec, Ainödt und Seifen-berg einen Waldbestand von 23.078-70 üa umfasst, von welchem ') „Mittheilungen des krainisch-kilstenländischen Forstvereines", redigiert vom Obmann Johann Salz er, k. k. Mimsterialrath, XI, Heft (1887). „Forstschematismus des herzogthmiis Krain", verfasst vom k. l. Forstinspectionscommissär Ferdinand Pjetschla lS. 28 ff.). 22 Radics. Die Untertraiiier Bahnen. 19.2741 /la auf die Herrschaft Gottschce allein entfallen. Dem Furst-amt in Gottschce sind 8 Reviere zugewiesen mit im ganzen 25 Schutz-organcn; auf die Herrschaften Ninö'dt und Seisenbcrg im Rudolfs-wcrther Bezirke entfallen 3408 58 Ka, und dem Forstamte in Ainödt unterstehen 3 Reviere mit 14 Schutzorganen. Die Herrschaft (Stammschloss) Aucrsperg mit dem incorpo-rierten Gute Nadli^et — Besitzer Leo Graf Aucrsfterg, der, nebenbei bemerkt, auf der Hochschule zu Tharand selbst forsttcchnischeu Studien obgelegen — umfasst (in drei Bezirken: Laibach, Gottschce und Loiö) einen Waldstand Uou 2909 /l, Großlaschitsch s135), Guttschcc (61); Hanf in Sciscnberg (18). Gottschec (12). Großlaschitsch (12); Kartoffeln in Gottschec (116.495), Groß-laschitsch (113.062). Nndolfswcrth (88.825), Seisenberg (38.265), Tressen (24.859). Sittich ^21.763). Neifnitz (15.408); Gemüse auf ') Gerichtsbezirte. 26 Nadics, Die Unterlrainer Vahnen, Äckern nur in Großlaschitsch (62); Kraut') in Rndolfswcrth (19.739). Gottschce (8193). Sittich (3166). Treffen (3013). Seiscnbcrg (1627). Reifnitz (1412), Großlaschitsch (1352); Rüben (I.Frucht! im Rudolfs-wcrthcr Bezirke (2193). Sittich (1978). Gottschce (500). Treffen (377), Rcifnitz (321). Großlaschitsch (79); Rüben (II. Frucht) in Rudolfswerth (44.000), Sciscnberg (42.000), Gottschee (41.400), Sittich (36.000), Treffen (12.250). Reifnitz (10.500), Großlaschitsch s7700); Mohren in Rudolfswerth (28.350). Gottschec (69^0,, Sittich (6800), Scisenbcrg (3500), Treffen (1800). Neifnitz (1600), Großlaschitsch (1600); Klechcn im Rudolfswerther Bezirke (41.122), Gottschce (33.528). Grußlaschitsch (15.353). Seiscnbcrg (14.643), Sittich (14.509), Treffen (10.094). Reifnitz (5617); Wicscnhcu'') in Gottschee (289.040). Rcifnitz (119568), Nudolfswerth (76.688). Großlaschitsch (53.340), Seisenbcrg (51.084). Sittich (49.572), Treffen (36.708); Klcesamcn iu Sittich (60), Großlaschitsch (46). Treffen (24). Der Obstbau lieferte im Jahre 1892 im Nudolfswerther Bezirk in Summe 2900^, davon an Kernobst 1000, an Steinobst 1000 und an Schalenobst 600 .4W 10-Ui si. !^.!»46 Mottling. . IMj — .'i^i 18-20 „ :«1 Tschcriiembl . 1087 — 7»iW 2:^-25 „ 7.:i05 (ijottschce. , W - 252 5 „ 227 ^icifnitz . . — __ — — __ Oroßlaschitsch — _ _ ^ ^ Teisenderg . :«« 12°/o 1.818 10-14 „ i.iNtt Treffen . . 7^2 »-12«/<. 5.124 14-22 „ 4.7<;!> Sittich. . . 72 - 482 ? „ ^«ü Infolge seiner Vudcngcstaltung und ausgedchutcu Futtcrproduction, namentlich auch durch sciue zahlreichen Weideplätze ist das ^and Krain im allgemeinen wie geschaffen für die Viehzucht, ") und es haben denn auch die Landwirte in der letzten Zeit immer mehr die Pferde- und Niudvichzucht verbessert und dadurch ihre ^iunahmen erhöht; auch die Schweine- und Schafzucht wird Hierlands keineswegs vernachlässigt, sowie der in Kram seit^ langem blühenden Bienenzucht') stets größere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Während aber in Obcrkrain ausschließlich das schwere uorischc Pferd verbreitet ist, werden in Inner- und Ilntcrkrain die leichteren Gcstntsschlägc vorgezogen; von hier aus wcrdcu die Abkömmlinge der ärarischcn, zumeist der englischen, orientalischen und Lipftizaner Nace angehörigeu Hengste zu hohen Prcifen außer Landes, in erster Linie nach Italien verkauft, wobei die Pferdehändler aus dcm Wclschland bis heute den alten pannouifchcu Handclsweg in der Nichtuug aus Croatieu die Unterkrainer Straße entlang, dann an Emona-Laibach und an ') Pirc, 1. «. S. 485 ff. -) Unter der Kaiserin Maria Theresia ward der berühmte krainisckc Bienenzüchter Iänscha, ein schlichter Land mann, nach Wien berufen und hielt im Augarten Vorlräge, die ein Dolmetsch aus dem Slovenischen ins Deutsche übei-seyte; auch erschien von ihm ein ansführliches Werk über die Bienenzucht. 28 Nadics. Die Untertraiuer Vahnen. dem Laibachcr Moor vorbci nach Obcrlaibach, dcm alten Nauportuni dcr Römer, einhalten.') Die Viehzählung von 1890 ergab für die Bczirtshanptmannschaft Gottschec Iuugpfcrdc unter 1 Jahr 47, über 1 Jahr bis zum Gebrauche für die Arbeit 57, Stntcn (belegte oder mit Saugfuhlen) 103, andere 361, Hengste 14, Wallachen ohne Unterschied des Alters 1178, in Snmmc einen Pferdcstand von 1760: für die Bczirtshaupb maunfchaft Rlidvlfswcrth Inngpferdc mttcr 1 Jahr 109, über 1 Jahr 71, Stuten (belegte oder mit Saugfohlcn) 148, andere 568, Hengste 63, Wallachen 1014, in Snmme einen Pferdestand von 1978. Für die Rindviehzucht, bci der mit der höheren Rentabilität auch die Veredlung begann, sind für Krain durch die k. k. Landwirtschaftsgesellschaft zwei Zuchtgcbiete festgesetzt: das Alvcngebict Obcrkrains und die übrigen Theile Krams, einschließlich des Nnterkraincr Bodens; verwendete man in ersterem Gebiete Stiere der Möllthaler Race, so kommen in dcm Zweiten, also anch im Untcrkraincr Boden, Stiere der Mürzthaler Race znr Vcrwendnng und zwar bereits mit Hilfe von Staatssubventionen, so dass jetzt im ganzen Lande bci einem Stande von 225.000 Rindern mehr als 50 Procent derselben die äußeren , Formcigenschaften des Vcrcdlnngsmatcriales zeigen. Nach dem Zahlungscrgebnissc von 1890 entfallen auf den Gottscheer politischen Bezirk an Rindern in Summe 23.454 Stück, davon Jungvieh unter 1 Jahr 2605, Stiere über 1 Jahr 58, Kalbinncn über 1 Jahr 1671 noch nicht tragend, 450 tragend, Kühe 9261, Ochsen über 1 Jahr 2458 noch nicht zum Zug oder zur Mästung verwendet, 6951 bereits dazu verwendet; auf den Rlldolfswcrther Bezirk in Snmmc 23.832, davon Jungvieh 2930. Stiere über 1 Jahr 301. Kalbinuen über 1 Jahr 1671 noch nicht tragend, 956 tragend, Kühe 6642, Ochsen über 1 Jahr 3258 noch nicht zum Zug oder zur Mästung verwendet, 8074 bereits dazu verwendet. Wichtig ist aber wie iu Krain im allgemeinen so namentlich im Unterlraincr Boden die Schweinemastung^) für den Hansbedarf und für den Export, wozu junge Schweine aus Croatien eingeführt werden, denn die Schweinezucht ist in dem Lande Kram von einer nur geringen ') Miillnci: „Emona", S. 187. Änm. 2, 2) Aügesichts des Entstehens der Uuterlramer Bahnen errichtet socben der bekannte Laibacher Schnieineexpoiteiir H. Elias Predovi^ in Moste bei Laibach die erste trainische Schweiiicmastansialt in großem Stile nach den neuesten Einrichtungen und berechnet auf die gleichzeitige Mästung von KW Stück Schweinen, Rabies. Die Unterlrainer Bahne». 29 Bedeutung uud vorwiegend nur mit dem heimischen Landschwcme betrieben, das übrigens auch vielfach mit croatischcn Schweinen gekreuzt wird. Nur selten findet englisches Zuchtmatcrial — Suffulk — Verwendung. Man zählte 1890 im Gottschcer Bezirke in Summe 6848 Schweine, davon Ferkel 374, läufige Schweine oder Frischlinge bis zu 1 Jahr 1736, andere Schweine 4738! im Nudolfswcrthcr Bezirk im ganzen 12.574, davon Ferkel 1329, läufige Schweine oder Frischlinge bis zu 1 Jahr 6497, andere 4748. Vom Gesammtstand der Schafe in Kram mit 67.000 Stück entfallen auf den Gottscheer Bezirk 3068, auf den Rudolfswcrther 2870; doch hat die Schafzucht des karstreichen Inncrkrain die weitaus größte Bedeutung im Vergleich mit der Ober- und Untertrains. Noch geringer ist die Ziegenzucht, die infolge der stricte durchgeführten Forstgesctze immer mehr in den Hintergrund zu treten hat; von dem ' Gesammtstand von 15.000 Ziegen im Lande — die kramische Ziege zeichnet sich übrigens durch Genügsamkeit und dabei durch große Milchcrgiebigkcit besonders aus — entfallen auf den auch ziemlichen Karstcharaktcr ausweisenden Gottscheer Bezirk 1549, auf den Nudolfs-werther 996 Stück. Wie die Nutzviehzucht in ganz Kram eine bedeutende zu uennen, so ist speciell der Untcrkraiucr Boden vorzüglich dafür geeignet, und es werden hier nedst dem gewöhnlichen ^andhuhn, das von einer besonderen Güte und Schmackhaftigkeit des Fleisches ist, in nennenswerter Menge auch Truthühner von ansehnlicher Größe und Gänse ganz respectablen Ansehens gezüchtet; der Export des Geflügels aus Untcrkrain, jetzt schon ein ansehnlicher, wird sich nach Vollendung der Bahnlinien um ein außerordentliches steigern, und werden ganze Wagenladungen damit zur Expedition gelangen. An der hierlauds, wie schou angedeutet, seit alten Zeiten schwunghaft betriebenen Bienenzucht, die namentlich durch das treffliche Gedeihen des Buchweizens wesentlich gefördert erscheint, hat Untcrkrain seinen vorzüglichen Antheil, und weist nach der Zählung von 1890 der Gottschcer politische Bezirk 3882 Bienenstöcke auf, davon der Gerichtsbczirk Gottschcc allein 1595, während man im Nudolfswcrthcr politischen Bezirke im ganzeu 5211 Bienenstöcke zählte. Zum Schlüsse dieser unserer volkswirtschaftlichen Ausführungen wenden wir uns nur noch den Vcsiedlungsverhältnissen der politischen Bezirke Gottschee, Nndolfswcrth und Sittich zu, die, in der 39 Radics. Die Unterkrainer Vahnen. Meistausdchnnng der Bahnlinien gelegen, zum Contingent der in der Richtung Nudolfswcrth-Laibach und Goitschce-Laibach Reisenden die Hauptzahlcn stellen werden. In den 39 Ortsgemeinden, 384 Ortschaften. 8021 Häusern des Gottfchecr politischen Bezirkes leben 42.806 Einwohner und zwar 18.887 männliche und 23.919 weibliche (auf 1000 männliche Seelen entfallen 1266 weibliche), im Nudolfswerther Bezirk in 20 Orts-gemeinden, 512 Ortschaften, 9313 Häusern 48.346 Einwohner und zwar 23.046 männliche und 25.300 weibliche (auf 1000 männliche 1097 weibliche), im Sitticher Bezirk in 24 Ortsgcmeindcn. 147 Ortschaften, 2545» Häusern 13.127 Einwohner; als dauernd anwesend in den Bezirken Gottschee und Nndolfswcrth, aus welchen beiden bekanntlich immer eine größere Anzahl Bewohner sich auf dem Hausierhandel mit Südfrüchten, zum Theil auch mit Erzeugnissen der Hausindustrie - außer Landes befindet, führt die Volkszählung von 1890 an: für den politischen Bezirk Gottschcc 42.640 Seelen und zwar 18.805 männliche und 23.835 weibliche, für den Rudolfswerthcr Bezirk 47.727 Seelen und zwar 22.662 männliche und 25.065 weibliche. Der bislang noch betriebene Hausierhandel der Bewohner dieser Bezirke lässt uns aber einen Blick noch werfen auf die Hausindustrie, die hier ursprünglich das Object für den Handel und das periodische Außcrlandziehen bildete. Denn eine beträchtliche Anzahl der Bevölkerung der an sich armen und noch obendrein durch nuaufhürlichc Kriegs-nüthen — die grausamen Einfälle des „Erbfeindes der Christenheit", des Türken — gänzlich heruntergekommenen Landestheile sah sich auf solchen Ausweg zur Sanierung seiner volkswirtschaftlichen Verhältnisse angewiesen und suchte auf solch mühevolle und sorgenreichc Art für sich und die Familie den nöthigen Unterhalt zu verschaffen. Dicfer Hausierhandel der Bevölkerung der Gottschccr und der Nächstliegenden Bezirke, wie er sich im Laufe der Jahrhunderte herausgebildet, hat sich aber in der jüngsten Zeit infolge der allgemeinen Gcschäftsvcrhältnisse und der größeren Concurrenz auf allen Gebieten immer trister gestaltet und dürfte nun anch durch die Erreichung der Bahnverbindung dieses Theiles des Unterkraincr Bodens mit der Außenwelt sowie durch den im allgemeinen sich steigernden Verkehr auf diesem Boden mehr und mehr gegenstandslos werden, indem nach sicher eintretenden andersgcstaltigcn Erwerbsquellen im Lande die Bevölkerung, neue Ressourcen findend, von denselben nach und nach selbst völlig abstehen wird. Radics. Die Unterlrainer Bahnen. 31 Es war eben vor vierhundert Jahren, dass Kaiser Friedrich III. den Gottschccrn „in Ansehung des erlittenen Türkcnrumes" gestattete, u. a. auch mit Leinwand, „so sic erziehen und verarbeiten . . . auf das Croatische und anderwärts hin zu handeln".') Außer der Leinwand war auch schon in den ältesten Zeiten die Bereitung von Lodentuch und die Verarbeitung des Holzes zu Nutzgegcnstäudcn des Hauses Gegenstand der Hausindustrie im Unterkraincr Boden. Und heute noch sind es in erster Linie die Holz- und Korbflechtwaren der Gcrichtsbczirkc Großlaschitsch, Reifnitz und Gottschec, von dcncn bedeutende Mengen schon bisher außer Landes abgesetzt werden. Im Gerichtsbezirke Neifnitz werden jährlich erzeugt: aus Fichten-und Tannenholz ungefähr 11.000 Butten (Vrenten), 5000 Wannen, 20.000 Schäffer. 10.000 Kübel, 20.000 Holzschachteln, 3000 Bottiche, 2000 Kalmen: aus Buchcuholz 8000 Reibeisen, 300.000 Koch- und Esslöffcl. 3000 Scnsenstielc, 20.000 Besenstiele. 2000 Holzkörbe. 2000 Dreschflegel- aus Pappel- und Lindenhulz 8000 Schaufeln-aus Buchsbaum 500 Pfeifen; aus Hasel 3000 Heugabeln, circa 800 Metercentner Heftschiencn für Siebe, 6000 Heurechen. 500.000 Sieb-reife, aus denen ungefähr 400.000 Siebe mit Haselholzgeflccht und Rosshaar, dann circa 20.000 Siebe mit Messing und Drahtgeflecht erzeugt werden; aus Pappclholz 3000 Wetzsteinhalter; aus Kirschholz 7000 Fässchen: aus Ahorn und Linde 200.000 Teller und andere Drechslcrwarcn.-) Im Gerichtsbezirke Gottschec werden jährlich erzeugt: aus Buchenholz ungefähr 4000 Schaufeln, 400 Salatbcstecke (Gabel und Löffel), 5000 Mnldeu. 1500 Wiegen. 200 bis 300 Apparate zum Fange der Billichc (Erdratte. N)'0XU8 Flis 1^.), mehrere 100 Nübcnhobel und Sessel; aus Birnholz Tabakpfeifen: aus Fichten- und Tannenholz ungefähr 30.000 Schäffer, 2000 Brcnten, 1100 Wasserschöpfcr, Schmalzuno Waffertübcl und Vutterfäfschcn; ans Fichten-, Tanucn- und Kirschholz ungefähr 10.000 längliche ovalc Fässchcn (genannt: „So-dritzcn-Pntschcrl"); aus Kirschholz ungefähr 100 Spinnräder: aus Hasel, Hartriegel, Kornclkirschc. Weiß- und Schwarzdorn mchrcrc 1000 Schirm-und andere Stöcke: aus Kornelbaum- und Schwarzbuchcnholz ungefähr ') „Die Hausindustrie Österreichs. Ei» Commentar der hausindustnellen Abtheilung auf der allgemeinen laud- und forstwirtschaftlichen Ausstellung in Wien 18i»0", redigiert von Wilhelm Oxner; Adtheilnna. I>, Attain. Vou I, Mur-nit. S.22 ff. 2) Muruil: „Hmisindnstrie", I. e. S. 42 ff. 32 Radics. Die Unteitraincr Bahnen. 5000 Hammerstiele, Mühl- und Sägespindeln; aus Buchen-, Linden-, Ahorn-, Eichen-. Kirschen-, Kornelbaum- und Nußbaumholz mehrere 1000 Teller. Leuchter. Schreibzeugs Klcidcrhalter. Rahmen. Körbe und Spielereien- aus Hasel Fliegenwedel.') Im Gcrichtsbezirkc Großlaschitsch werden erzeugt: aus Fichten- und Tannenholz ungefähr 3000 Brcntcn, 500 Wannen. 20.000 Schäffcr. 200 Kübel. 500 Fässchcn. über 20.000 Zargen und Siebreife. 50.000 Fassspundc. mehrere 1000 Büchsen für Gewürze; aus verschiedenen Sträuchern ungefähr '/^ Million Zahnstocher zu je 100 Stück; aus Eichenholz einige 100 Bottiche; aus Buchen- und Ahornhol,', ungefähr 30.000 Löffel; aus Hasel, Esche und Kornelbaum ungefähr 400 Rechen; aus Kirschbaumliolz 500 Fässcheu; aus Buchenholz 300 Kinderwagen; aus Buchen- und Ahornholz 10.000 Teller und Schüssclu; aus Hasel Fliegenwedel. Aus dem Gottschccr Bezirke, in welchem seit einigen Jahren und zwar in der Stadt Gottschcc, eine Fachschule für Holzindustrie und Stöckccrzeuguug und eine Korbflechtschulc bestehen,") werden auch große Quantitäten roher Stöcke ins Ausland exportiert, um dann wieder in großen Mengen als Spazierstücke uach Österreich eingeführt zu werden. Die gedachte Schule hat bereits schöne Fortschritte zu verzeichnen und wurde auch schon gleich den mehr auf den praktischen Bedarf hinarbeitenden Erzeugnissen anderer Hausindustriellcr und den Fabrikserzcuguisscn des hulzindustriellen Etablissements des Herrn Johann Koslcr «im Ncifnitzcr Bezirke) auf Fachausstellungen wiederholt auszeichnend genannt. Das Absatzgebiet der Rcifnitzer, Gottscheer und Großlaschitscher' Hausindustrie in Holz- und Korbwaren erstreckt sich heute schon auhcr Kram selbst aus das Küstenland. Kärntcn, Steicrmark, Dalmaticn. Croaticn und Slavonien, für einige Artikel auch auf Ober- uud Nicocr-österrcich, Bosnien, Deutschland, Serbien. Rumänien und andere Gegenden und wird sich erst nach Eröffnung der Untcrtrainer Bahn in bisher nicht geahnter Ausdehnung auf noch entferntere Gegenden erstrecken, denn die Schönheit und Güte uuscres Holzes, die Nettigkeit ') Murnil: I. «. S. 43. 2, Diese Schule hat für die Erzeugnisse ihrer Schüler eine Aerkaufs-uicdcrlagc in der Landeshauptstadt Laibach und War in der am Conssrcssplatzc sselcgcncn „Tonhalle" der altbernhmteu (1702 gegründeten) ^aibacher philharmonischen Gesellschaft, wo sich der Besucher von der Mannigfaltigkeit, Nettigkeit und fachgerechten Ausführung der Gottscheer Holziudustriegegenstänbe überzeugen taun. Radics. Tic Uiucrtrainer Bahuen. 33 und Sauberkeit der Arbeit nnd die Billigkeit der Gegenstände haben noch überall, wohin diese unsere Ware gedrungen, gerechte Anerkennung gefunden. Die Chronik Krams kann aber das glückliche Zustandekommen der Nnterkrainer Bahnen anf goldenem Blatte eintragen mit den Worten.- Sub Auspieiis Gloriosissimi Dilectissimi lmperatoris S. 0. e R, M. Francisci Joseph! I. Ministerii Praeside Exc. Eduard i Comitis de Taaffe MDCCCXCI—MDCCCXCIV. /^ A- \