^N 295. Dinstag am 27. Dezember 1864. Die „kalbacher Zeitung" erscheint, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, täglich, und lostet sammt den Beilagen im Comptoir ganzjährig 11 fl., halb-jü'hrtg 5 st. 50 lr., mit Kreuzband im Comptoir ganzj. 12 si., halbj. 6 fl. Fltr die Zustellung in's Haus sind haibj. 50 lr. mehr zn entrichten. Mit der Post portofrei ganzj., unter Kreuzband unb gedruckter Adresse 15 fi., haibj. 7 fi. b0 lr. Änscrtionsgebllhr fitr eine Garmond - Epnltrnzeik ober den Raum derselben, ist fl!r 1 malice Einschale tnng6tr., fllr 2maligc8 lr., fi!r 3malissc 10 lr. u. s. w. Zu diesen Gebühren ist noch der Insertions - Stempel pcr 30 kr. flir eine jedesmalige Einschaltung hinzu zu rechnen. Inserate bis 10 Zeilen losten I si. 90 tr. lür 3 Mal, 1 fl. 40 lr. für 2 Mal und 90 kr. für l Mal lmit Inbegriff des Insertionsstempels). ^laibacher Zeitung. Amtlicher Theil. ^>uf Allerhöchste Anordnung wird für weiland Sc. kaiserliche Hoheit dcn dnrchlauchligslcu Erzherzog Ludwig Joseph dic Hoftrauer durch sechs Wochen mit einer Abwechslung, nämlich durch dic ersten zwei Wochen, d. i. vom 24. Dezember 1804 bis ciü' schließlich 0. Iäuncr 1805), dic tiefe, dann dnrch die letzten vier Wochen, d. ,'. vom 7. Jänner bis einschließlich 3. Februar, die mindere Trauer getragen werden. Sc. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschlicßnng vom 5>. Dezember d. I. deu Studien Präscltcn im gricchisch-tathollschc» General' Scminarium zn Weinberg Dr. Joseph Dclkicwicz zum Professor der Kirchcngeschichtc an der thcologi-schcu Fakultät der Universität in Weinberg allcrgnädigst zu ernennen geruht. Das Finanzministerium hat dcu Posten dcS Kon» trolors der Landc^haupt- und Mnntckassc zn Venedia, dcm kassier der dortigen Finanzkasse Anton Lova-tiui verliehe». Am 24. Dezember 1804 wnrdc in dcr k. k. Hof. und StaaiVdruckerei iü Wien das Xl^I. Stuck dcs Ncich^^csc^t'llUtc^ an^^cncbcll not, ttcrscndct. Dasselbe enthält unter Nr 94 den Erlaß deß Finanzministeriums vom 18. Dczcmbcr 1804 bezüglich des Fortbestandest dcr Stcmpclmarkc zn 12 lr.; giltig filr das ganze weich; ^. .... ^ Nr 95' die Kundmachnug dcS I!uanzmm,,tcr,ums vom l^. Dezember 1804, über dic Ermächtigung des Hauplzollamlcs in Salzbnrg znr Auslritts- bchaudlung des gegen Slcucrrückvcrgütnng über die Zolllinic austrctcndcu Zuckers. Vom t. l. Rcdallions Blircau dcs Ncichsgcsctzblattc?. Nichtamtlicher Theil. Laiback, 20. Dezember. Es scheint, dic ganze politische Welt hat Weih-' n,icl,!sfcrien gehabt; selbst die Herren, welche am WMnhlc dcr ^cit sitze» nnd Geschichte mache», hclfcu. Von kcincr Settc ist ciuc Nachricht von einer besonderen That. von einem wichtigen Ereignisse cmgc-trosscn Vielleicht wartet man auf das Programm von der Seine und will „icht eher clwas unlernchmcn, bis dcr Napolconidc sciue Ncujahrsrcdc gehalten hat. Wic ,nan erzählt, sind die französischen Gesandten au den nrohcu europäischen Höfen »ach Palis berusen, um dcm Kaiser am ^chlnssc dcS Jahres ptl,o»llch Bericht zu erstatten übcr dic Stimmung an dcn verschiedenen ssöfc», um ihm so c!» llarcs Urtheil über die allgemeine Lage dcr Dinge in Europa zu ermöglichen. Wird dic Ncnjahrsrcdc das Ergebniß dieser Studien schon wiedergeben? Die Broschüre „Drei Jahre Vcrfai,ungsstrcit ist bereits vcrgcsscu. Ihrcn ephemeren Erfolg halte sie lediglich den eingestreute» pilautc» und meist persönliche Aneldoten zn danken; dic Feldherren ohne Armee, dic hinter ihr stehen, haben auch dießmal dic Werbetrommel vergebens gcriihrt; wenn je ciuc poli. tische Partci, so ist die Partei dcr ungarische» Alt-lonftt'Ualwcn von dcr Flnth dcr Ereignisse hinwcgge-schwennut. <5s war, bas hebt ein ungarisches Blatt selbst mit Recht hcruor, ein anderer Boden, ans wcl^ chcin sic cinst erwachsen, cö warcu andcrc Fragcn, für wclchc sic gckämpft: dcr Boden, dic Fragen, dic Hcitcn haben sich vollständig geändert. In, Vormärz-lichen Ungar» sttiltc!, dic Alttoilscniativcu gcgcu dic Liberale» für dic Kouscrvirung dcs historisch Hcrge-brachtcu, selbst auf dem Landtag von 1847 ware» sic noch in dcr Majorität; aber in dcn Stnrmtagcn vom Fcbrnar nnd März 1848 hatten sic bereits fast ihrcn gauzeu Einfluß vcrlorcn, und dic radikale Umgestaltung dcr sozialen Vcrhältuissc nahm ihucn dcn letzten Nest ihrer Äcdcutuug. Sie warcn ciuc Macht, so langc bloß ciinge hunderttausend Edelleute staatsbür« gcrlichc Ncchtc besaßen, aber der Sieg dcr liberalen Prinzipien mnßtc sie als Partci in's Grab lcgcu, uud ant allcrwcnigstc:! glaubt man in Ungarn selbst an dic Möglichkeit ihrer Nnfcrstchnng. Was dic mittclstaatlichcn Staatsmänner, dic Herren Äeust, Dalwigk und Pfordlcn i» Vambcrg ausgeheckt habe», mcldct ein Telegramm mit überraschender Offenherzigkeit. Die llciucn deutschen Di-plomatcn wollen die Verbindung zu ciucr uuabhä». gigen Macht. Das kann natürlich ohne Opfer ciui-gcr Souvcräuilätsrcchtc nicht abgehen. Opfern wollen diese Ilcincu Souveräne aber nichts, wic sich schon bci dem Fürstcukongrcß gezeigt hat, — ergo, wird's uichts mit dcr „reinen Trias." In jüngster Zeit wnrdc von Wicn aus dic Nachricht i» dic Wclt geschickt, daß Oesterreich und Preußen ciuig scien, den Angustcuburgcr als Herzog von Schleswig-Holstein cinzusctzc». Man glaubt, daß diese Entc bloö deßwegen slttggc gemacht wurde. um dic biltcrc Pillc dcr bcvovstchcndcn Annc^iou ^aucnburgs von Scilc Plcllßcnö cill wciiig zil l'cisüßcn. Ilcbcr dic mchlfach druicillillc und imllier »uicdcr bestätigte Nachricht von cincm bcabsichliglcu Attentate auf daö ^cbcu dcs Papstes wird vou ciucm römischen Korrcspoiidcutcn dcr „A. Z." geschrieben: Von dic-scm Prozeß wcndcu sich uun aber alle Augen aus dic <.ÄU«0 oeU'dro dcr Brüder Bassi, und dcr Eindruck dieses beabsichtigten Attcutatcs auf das Leben dcs Papstes vergrößert sich von Tag zu Tag. Mau läßt vou dcr Sachc vorläufig uur wcuig in dic Ocffcnt' lichtcit driugcn; mau hat abcr uach dc» Aussagcu Bassi's dic Gcwißhcit crlaiigt, daß cs fich wirtlich darum handcllc, dcn Papst am 8. Dezember iu dcr Kirche dcr Apostel zu ermorden, wie Filimbcck dicß am 12. April in S. Ag»c6 außcr dcu Maucru beabsichtigt hattc. Das sind zwei Attentate innerhalb acht Mouatcn! Die Dolche, welche sie auf dcm Rücken zwischen Weste uud Rock verborgen hatten, sollcu au dcr Spitze mit Blausäure vergiftet gcwcscu seiu, um auch durch dic lcichlcslc Verwundung todllich zu wirlcu. Die vorgcfuudcucn Papiere sollen eben-lnlls schr kompromillircud sciu, doch halten wir cs für uuucranlwortlich, daß gewisse Blätter auf bloße Gcrüchtc hiu hochgestellte Persönlichkeiten Italiens uffcu als Auslislcr dicscs abscheulichen Komplotts brandmarlen wollcu. Ocsterreich. Wien, 25. Dezember. Unlcr lebhafter Theil« uahmc des Publikums wurde gcslcrn Nachmittags die Vcischung dcs ucrcwigtcu Erzycrzogs iu dcr KapU' ziuergruft bcgaugcu. Schon früh Morgens sammcllc sich das Publikum iu dcu Slraßcu au, welche dcr Lcichcuzug passiitc. Um l) Uhr nickte unter dcm Kommaudu des FML. Grafcu Thu» cinc Division nud cin Zug dcs Mrassicr. Rcgimculs Köuig vou Sachsen, ciuc Kompagnie dcö Arlillcric - Regiments Nr. 2, dcsscu Iuhabcr der Verewigte war, und ciuc Kompaguic dcs dc» Namen desselben führende» I». fanlcricd wird der ganze Prozeß vor tem Vcncliancr Kriminalgerichle ausgelsagcn werden, welches erst darüber zu entscheide» haben wird, wer von dcn Bcthciligteu von dcn Zivil-, wer von dcn Militärgerichte» abzuurtheilen sei. Wie man nämlich hört, haben sich schou während dcr Voruntersuchung Daten herausgestellt, aus dcueu ersichtlich ist, duß ein großer Theil der a» dcm Pulschc Bclhciligtcn bei dcm An» schlussc an oeusclbc» gur nicht wußten, um was es sich eigentlich haudlc, und als sie dicscS erfuhren, bei crster Gelegenheit sich dcn Behörden freiwillig stcll« lcn. Solche Thcilnchmcr dürfcu nicht wcgcn oeS VcrbrcchcnS dcö bcwassnctcu Widerstandes von dcn Mililäigerichtcn, soudcrn wcgcu Störung dcr öffentlichen Rnhc vo» dcu Zivilgcrichlcn llbgcurthcilt werden. Gvrz, 2.';. Drzcmbcr. Am 20. und 21. fand bcim hicsigcu Krcisgcricht dic össcutlichc Schlusiver-haudluug wcgcn dcS im Strafhaufc z» Gradisla verübten Mordcs statt. Die angeklagten Sträflinge aus Gradista, ciucr wcgcn Brandlegung zu lcbcuslangli-chcm, dcr zwcitc wcgcn Naubmord zu 18jährigcm und dcr dritte wcgcu mchrcrcr im Strafhansc zu Ea« podistria uud Graz vcrüblcn Erzcssc ebcnjülls zu 13 R<7K Jahren Kerker vcrurlhcilt, ermordeten am 23. August d. I. früh einen Sträfling in seiner Zelle, gerade als dieselbe geöffnet wurde und der sie bewohnende Sträfling au scinc Arbeit gehen wollte. Den Mord führten sie mit einem hölzernen Messer, vorzüglich aber durch Schlagen mit einem schweren eisernen Hammer gegen den Kopf aus, wobei sie noch einen Gc« fangcuwächtcr, der hinzu kam und den Angegriffenen beschützen wollte, ebenfalls schwer verwundeten. Nck-kcrcicn nnd sonstige Gehässigkeiten des Ermordeten gegen scinc Kollegen sollen dic Ursache dieses Vorfalls gewesen sein. Die ersten zwei wurden zum Tode d-.:rch dcu Strang, der dritte aber zu lOjährigcr vcr-längcrter Kerkerhaft vcrurtheilt. Gegen das Urtheil des letztcrn soll die Staatsanwaltschaft rcturrircn wollen, da dieser Sträfling sich zwar nicht bei dem eigentlichen Todtschlagcn bcthciligt, wohl aber den Erschlagenen zuerst bei der Gurgel gefaßt, ihn zu Bo< den geworfen und solange festgehalten hat, bis die übrigen zwei die That vollbracht hatten, er auch schon im Kcrkcr wegen Versuchs der Tödtung eines Wach« tcrS abgestraft winde. Das ganze Urtheil wird in den nächsten Tagen amtlich publiznt. (Tr. Ztg.) Pest, 22. Dezember. Gestern zwischen 5—6 Morgens wurdcu durch ciuen Polizcikommissär, den ein Offizier und sechs Mann begleiteten, scchs Techniker iu ihren Wohnuugcn arrctirt und iu die Karls-kasernc abgeführt; ihrer Verhaftung war eine strenge Hausdurchsuchung vorangegangen, die bei zweien mit der Beschlagnahme deö ncucstcu und verbotenen geschichtlichen Wertes übrr Ungarn von Michael Hor-vath endete. Ueber die Ursache dieser Maßregel habe ich noch nichts Bestimmtes erfahren, von den Arrc-tirtcn wurde mir nur der Name eines Einzigen bekannt ; es ist Herr Dcszö Kalman, der im Hause stincr Eltern eingezogen wurde. Aus Spalato, 15. Dezember, schreibt mau der „O.-D. P.": In Bezug anf unsere unternehmungslustigen Nachbarn sind wir noch immer nicht im Reinen. Luka Vukaluuic ist noch immer in Gra> hDvo nud hat für den Augenblick seine Pläuc aufge« gcben. Den Türken ist es gelungen, durch ihren An» Hänger Epaic die Parteigänger des Vufalouic in Zu-bac uud Kruscvac von ihm abwendig zu machen, so, daß er sich von ihnen verlassen sah. Daß er nbri> gens nut den Montenegrinern im besten Einverstäud» niß steht, beweist schon der Umstand, daß er seinen Sohn in die Schule nach Ecttinje gegeben hat, wo er auf Unkosten dcs Fürsten evzogeu wird. Wie cs dieser mit den Türken hätt, mög«« Sie aus Folgen» dem ersehen: Bei der neuen Grenzrcgulirung wurde das Dorf Uuter-Pasojcvic dem türkischen Gebiete zu, erkannt nnd der Bey dcs Bezirkes wollte nun in demselben die Grundsteuer eiuführen. Aber die Bewohner entsandten eine Deputation an den Fürsten von Mon-tenegro, um ihm zn erklären, daß sie von der türki-schcn Herrschaft nichts wissen nnd keine Steuern zah. lcn wollen. Statt mm die Leute mit Rücksicht auf den neuen Vcrlrag abzuweisen, wandle sich der Fürst an den französischen uud russischen Konsul, um durch ihre Vermittlung eine Vorstellung an den Vcsir nach Sculari gelangen zu lassen nnd sick zu Gunsten des genannten DorfcS zn verwenden. Die Montenegriner glauben, die Tmkcn würden nachgeben, und meinen, daß sie geneigt seien, ihucn alle möglichen Zugestand' uisse zu machen, um neue Konflikte zu vermeiden. Der Fürst gibt sich jetzt alle Mühe, glauben zu machen, er habe seine Unterthanen zu lciucn neuen Unterneh« mungen aufgemuntert; er habe ihneu nicht befohlen, sich mit Munition zu versehen, sondern nur den (un-beschränkte») Verschleiß dcs Pulvers freigegeben, weil die Momcncgrmcr nicht einen Tag ohne Schicßbedarf leben können! Scrbicn — so läßt der Fürst vcrkün. den, habe kein Waffcnausfulirvcrbot nach Montenegro erlassen — nnd so sucht cr mit echt slavischer Schlau» heit MauchcS zu bcmäulcln, waS nicht iu sciue Pläne paßt. Wir werden schcn. Uebrigens hört man von manchen nützlichen Einführungen auf den schwarzen Bergen — so auch von der Gründung einer Pfand« leihaustalt. Bisher wurde dort von cil,igcn Bemittel. ten ein arger Wucher auf Unkosten der Aermcrcn getrieben, die dadurch oft zn Grunde gerichtet wurden. Gab aber der Onlcl des Fürsten nicht selbst ein böses Beispiel, als er das vom Kaiser von Rußland für die Nothlcidcnden geschenkte Getreide an diese verkaufte? Ausland. München, 23. Dezember. Bei den Verhandlungen in Vamberg zwischen den Freiherren v. d. PfordK'u und Beust ist eiue vollständige Einiguug über die fernere Haltung und Schritte beider Regie» nma/n erzielt worden. Kassel, 20. Dezember. Wie die „Köln. Z." meldet, stshcu die Agüatcn dcs kurfürstlich hessischen Hauses Im Begriffe, fich über einen am Bundestage ciuzubriugcudcn Autrag, den jctzigcu Inhaber dcr höchsten Gewalt in Kurhcsscn für rcgicrungSnnfähig zu erklären, zn vereinigen. Die folgenschwere Bedeutung eines solchen Schrittes springt ill die Augen. Scinc Rechtfertigung würde in der traurigcu ^agc des kurhcssischcn Vandcö liegen, und jedenfalls ist cS Pflicht, Recht nnd dringendstes Interesse der Agnatcn, das Ihrige zu lhuu, um Abhilfe zu briugcu. Eiu bedeutungsvolles Zeichen war rS bcrcitS, daß der Vertreter dcs Thronfolgers, Landgraf Wilhelm, mit für dic Adresse der Släudcvcrsammluug stimmte. Welchen Erfolg ein solcher Schritt am Äuudcstage haben würdc, ist eine andere Frage, deren Eulschci« dung von dem Vcrhalleu der beiden Großmächte ab-hängcu würde. Sollte es wirtlich zur Erklärung der Ncgicrnngönnfähigkcit dcs Kmfürsteu kommen, so würdc sich daraus als nächste Folge die Nothwendig» kcit der Einsetzung ciucr Regentschaft crgcbcu, welche, da der dcm Throne zunächst stehende Aguat, ^and> graf Wilhelm, am 24. Dezember bereits sein 77. Jahr vollendet, ohuc Zweifel dem Sohne desselben, Prinzen Friedrich (geb. 26. November 1820 und in zweiter Ehe mit einer preußischen Prinzessin, Tochter des Prinzen Karl, vermalt), zufallen würde. Von preußischer Seite dürfte in dieser delikaten Angelegen« hcit eine sehr rcscruirtc Haltung beobachtet werden. Kassel, 22. Dezember. Die Versetzung der Minister in Antlagczustaud ist noch nicht beschlossen, sondern der Ausschuß bloß beauftragt wordcu zu bc> richten, ob die Anklage jctzl begründet sei. Berlin, 23. Dezember. Hcnle 11 Uhr Vormittags wurde in dem Polcuprozcssc das Urtheil gesprochen. Der größte Thcil der Angeklagten wurde frcigcsprochcu, einige siud wegen uorbcrcileuocr Handluu« gcu zum Hochverrat!) nach tz. lil) dcs Strafgesetzbuches ucrultheilt. Dabei wurden mildernde Umstände angenommen. 11 flüchtige Angeklagte wurden zur Todesstrafe vcrurtheilt. Die Auwcscudcu siud weder zum Tode noch zur Zuchthausstrafe vcrurtheilt. Gcgcu mehrere Angeklagte ist eine weitere Erhebuug deS Thatbestandes uud besondere Aullage vorbehalten worden. Zu einjähriger Einschließung wurden 21, zu fünfuiertcljähriger 2, zu anderthalbjähriger 2, zn zweijähriger 2 Angeklagte vcrurtheilt. Auf Autrag der Vertheidiger wurden sämmtliche Vcrurthciltc auf freiem Fuße bclassen, ausgenommen Rnstcjto, Mart-well als Ausländer. — Die „Nordd. Ztg." schreibt: Eine k. Ordre vom 18. Dezember fordert das Stüatöministcrinm zur Erstattung vou Vorschlägen auf, wegen Errichtung von Denkmälern auf dem Schlachlfcldc uou Düppcl, au, Gestade des Aljcncr Sundes und iu der Houpistadt. Weiter meldet dasselbe Blatt, daß die handcls-ftoli'lischcn Vcl'lMdlnngen zwischen Oesterreich nnd dcm Zollvereine heute begonnen haben. Für Preußen sind Philippsborn nnd Hassclbach, für Baicru Reichert, für Sachsen Tliümmel nud für Oesterreich Baron Hock die Bevollmächtigten. Ueber das Kohlengruben-Geheimniß schreibt ein Korrespondent dcv „A. Z," aus Paris: „Es bestehen zwei Projekte: eines im Saarbcckc», ciu anderes in SchlcSwig.Holstcin (?). In Vichy kam der Gedanke znr Reife, Kohlengruben im Saarbcckcn für Rechnung der französischen Rcgicrnug anznlaufcn. Der Kaufpreis geht bis 80 Millionen Franks. Die Un< tcrhaudlnng ist, trotz aller Dementis, weit vorgerückt. Herr Fould will die 80 Millionen nicht auftrcibcn können nnd verlangt den Verkauf auf Kredit. Die frauzösischc Regierung, die den größten Werth darauf lcgt, zeigt sich nicht prcssirt, so sehr ist sie ihrer Sache sicher. Das zweite Projekt ist rein privater Natur, erfreut sich aber auch der höchsten Protektionen. Die Genauigkeit vorstehender Angaben ist unanfechtbar, wenn auch nicht nnlcngbar." Paris, 10. Dezember. DaS erste Iägcrbataillon zu Fuß, das aus Mexiko kommt, hielt heute seinen Einzug iu Paris, doch fanden keine besonderen Em» pfaugsfeicrlichkciteu Statt. V?r einiger Zeit hieß cs, daß nach der Rückkehr der ganzen mexikanischen Armee dieselbe im Triumphe in der französischen Hauptstadt einziehen soll; da cS aber, wie eS den Anschein hat, noch lange dauern kaun, ehe Mexiko leine Franzosen mehr braucht, so hat man beschlossen, von dieser Feier-lichkcit abznstehen. Paris, 2li. Dezember. Der „Monileur" veröffentlicht ein Schreiben Drouyn an den Mayor von Sundcrland, in welchem cr sagt, daß die Regierung des Kaisers für dcu herzlichen Empfang, welcher im Oktober von dcu Behörden nnd der Acvölkernug Sunderlands dem Kommandanten nnd der Bemannung des Schiffes „Daune" zu Theil wurde, bcfon-derS dankbar sei. Solche Kundgebungen können die Baude der Freundschaft, welche Frankreich und Eng< land so glücklich vereinen, nur fester schließen und sie tragen zur Entwickelung der guten Beziehungen bei. Brüssel, 2.",. Dezember. Es wird versichert, der Köuig habe daö Stipcndicnqesctz nntcrzcichnct; der „Monitcur" werde dasselbe morgen veröffentlichen. Norfu, 2!. Dezember. Ans Athen wird gemeldet, daß dcr König den der gemäßigten Partei angehörenden Professor Kyriaku mit dcr Bildung cincs neuen Ministeriums beauftragt habe. DaS Portefeuille dcS Acußcrn übernahm BuduriS, Abg. uon Hydra. Mexiko. Mcxitauischc Nachrichten dcr „Iudcp." melden: Iu dcu clcricalcu Kreisen herrscht große Aufregung gegen den Kaiser, weil derselbe dckrctirtc, daß die Tauf- uud, Todtcubüchcr den Pfarrern cutzogen nnd dnrch von den Gemeinden zu führende Zioil-standSrcgistcr ersetzt werden sollen. Hervorgerufen wurde dieses Dekret durch die Nachlässigkeit, niit welcher die Pfarrer au dcu mcistcu Orlcu über Gcbur-tcu nud Todesfälle Buch führten An vielen Orten dcS VandcS gab es gar keine solchen Register. General Miramon wurde angeblich mit einer diplomatischen Mission nach Europa geschickt; die Wahrheit aber ist, daß dieser Expräsidcut mit dcu Elcricalcn gegen die Regierung iutriguirtc, uud daß man scinc Entfernung, die cincr zeitweiligen Vcrbaunnng gleich-kommt, im Interesse dcr Orduuug für nothwendig hielt. Obgleich dcr „Monitcur" das ^aud als voll-stäudig pacificirt darstellt, hält doch noch Porfirio Diaz mit 10,000 Mann die Prouiuz Oajaca besetzt, uud sollte zu Anfang Dezember Marschall Bazaiuc gegen ihn ausrücken. Auch das Vittoralc des Stillen Meeres, Acapnlko n. f. w. hält Alvarez noch. Sobald auch dort dcr letzte Widerstand beseitigt ist, soll die französische Armee bis auf drei Vrigadcu unter General Douay nach Frankreich zurücklchrcu. Von dcr Iuscl Martinique gcht dcr „Panic" dic Nachricht zu, daß Kaiser Maximilian alle iu den französischen Bcsitzuugcu dcr Aulillcu iuterniit^u Mexikaner autorisirt habe, in ihr Vaterland zurückzukommen, nicht unter dcr Bedingung, dcm Kaiserreich den Treuc-schwnr zu leisten, sondcru bloß unter dein Versplcchcn, nicht dic Waffen gegen dasselbe führen zu wollen. (UelicillMdpost.) Ealcutta, 25. November. Der Häuptling der Wahabis von Satna wurde wegen einer Verschwörung verhaftet. Ealculta, 28. Noucm« bcr. Der König uou Bokhara cmpfiug ciu Schreibe» vom Czarcu, welches die Erlaubniß zum Durchmärsche russischer Truppen durch Kaschgnr uud Maitund ucr-laugt, Dcr russische Gcsaudtc bcfiudct sich in Bokhara. Dic für die Expedition nach Vhutau bestimm» tcn Trnppcu leidcu am Klima. In Bhutan selbst findet eine anarchische Bewegung statt, in Nepal Ruhestörungen. Sir Jung Bahadur soll durch eine Partei dcS Königs verhaftet wurdcu sein. Eiue Proklamation des GcucialgouucrucurS vou Ostindien tündigt die licuorstel)cudc Almcxion von Bl)ulm> an. Die Stämme an dcr Novdwcslgvcnzc siud wicdcv unruhig. Honsskonft, 14. November. Es tauchen neucr-dingS Taipiugs auf. Die Nachrichten aus Japan lauten günstig. Dcr Abschluß cincS ncncn Vertrags, welcher den Alliirtcn drei Millionen Dollars Entschädigung bewilligt, ist bevorstehend. Dic Eröffnung wcitcrcr Häfcu gegen Eiuräumnug kommerzieller Vor» theile wurde verschoben. Dcr Vertrag soll vom Mi« lado nud dcu HaupldaimioS unterschrieben werden. Lokal- und ProvinM-Vachrichten. Laibach, 27. Dezember. Vorgestern Nachmittags wurde in dcr Spi-talsgassc dcr im Kaffeehause Schmidt bcdicuslclc Friedrich Badrcct vou Franz Zimmcrmann, Kucchtc dcs HanSbcsitzcrs Schcbenik, überfahren, glücklicher« weise aber nur leicht verletzt. — Nachlräglich erfährt man, daß dcr verstorbene Herr I. Kallislcr die Interessen ciucs Kapitals uon 40.000 fl. zu Stipendien für arme Studircude auS Krain gcwidmct hat. — Mit Aufang bcö neuen Jahres wiid zu Klagcufurl ein politisches Blatt iu sloucuischcr Sprache crscheiueu. Die erste Nummer soll am 14. Jänner ausgegeben werden. — Brieflichen Mittheilungen zufolge sott iu Käruten so vicl Schucc gefallen sriu, wie es seit Vaugcm nicht mehr dcr Fall war. Die Schuccpflüge an den Straßen haben vollauf zu thun, um dcm Verkehr offenen Weg zn vcrfchaffcn. — Die Agram - Kai lstädtcr Eisenbahn wird erst im Monat März 1305 eröffnet werden. (Theater.) Gestern Abend trat Frau Kl err-Ealliano in dcr ersten Gastrolle als „Thcrcsc Kroncs" anf nnd wurde vom Publikum recht frcnnd-lich empfangen. Auch wührcud dcr Darstellung wurde ihr mehrfacher Beifall zn Theil, obwohl nicht zu verkennen war, dah das Publikum scinc Erwartungen etwas hcrabgcstimmt sah, als cS bemerkte, die ciust so glänzenden Stimmmittel dcS Gastes scicn nicht mehr in dcm Maße vorhanden, wie zur Zcil, als Fräulein Ealliauo hier die Theaterfreunde c» Pcrpslcgöiuagazine bc> richtigct werden lüuucn. Zn diesem Bchnfc wurden von Seite der l. kroatisch-slavonischen Statthaltcrci bcrcilö dic betreffenden An»nhmi!stationcn nud die Preise der Produkte bekanntgegeben. — Sc. Majestät der Kaiser haben dem Zcntral-Krippenvercinc zn Wien anS Anlaß der allcruutcr-thänigstcn Untcrbrcitnng des KrippcnkalcudcrS 100 ft. allcrguädigst anzuweisen geruht. — Ihre Maj. die Kaiserin Karolina Augusta haben dem St. Ludmilla-Francnvcrcin zn Prag 100 Gulden als Untcrstütznngöbcitrag huldvollst zn spcn« den geruht. — Ueber die letzten Tage nnd Stnndcn Sr. lais. Hoheit des dahingeschiedenen Herrn Erzherzogs erfährt das „Btrl." Folgendes: Die Feier dcö 80. Gcbnrlö. festes Sr. k. Hoheit wurde am 13. d. besonders festlich nnd innig begangen. Seit jenem Tage fühlte Sc. kais Hoheit ein ucrvosco Unbehagen, wclchcö sich Nlit jeden, "Tage steigerte nnd Sc, lais. Hoheit vcr-nnlasitc, sich am Montag wegen einer eingetretenen bedeutenden Schwäche in'ö Vett zn begeben. Der Erzherzog konnte den herbeieilenden Aerzten leine Po. sitive Andeutung über sein Unwohlsein geben, da sich daeselbc eben nnr in Schwäche knndgab. Höchstdcr-selbe war in heilerer Stimmung, sein hohcs Alter jcdoch erregte nicht nugcgründclc Besorgnisse, weshalb der Vcibarzt dcö hohen Kranken, Herr Dr. Finger, in GcscKschaft seines Assistenten dessen Bett nicht mehr verließen. Tags darauf nahm die Schwäche einen noch drohenderen Charakter an nnd Se. kais. Hoheit empfing den Beichtvater, sowie Sc. Eminenz den Kardinal Erzbischof von Rauscher. Der hohe Krnnlc brachte den vorgestrigen Tag ähnlich dem vergangenen zn. Um halb 10 Uhr Abends erkundigte sich Se, Majestät der Kaiser persönlich um daö Bc-findc» scmrö erlcmchtcl! Alwcrw^lidten nnd fand dcu« selben ini Gespräche mit dcn Anwesenden. Sc. Majestät verließ nach einer Viertelstunde beruhigt daS Kranlcnzimmer. Um !0 Uhr 18 Nliuutcn hörte der hohe Kraule uoch aufmertsau, dcn Gesprächen zn, wendete sich zur Wand und dic Anwesenden schwiegen im Glauben, daß er eingeschlafen sei. Einige Minulcu nachher trat der Leibarzt an's Bett, er hörte keinen Athem, fühlte leinen Puls' nud trat mit den Worten zurück: „Sc tais. Hoheit ist soeben verschieden " So> fort wurde daö tranrigc Ereignis; Ihren Majestäten dem Kaiser nud der Kaiserin, sowie dcn Herren Erz' herzogen und Frauen Erzherzoginnen uiilg^lhcilt, welche alle in das Sterb.zimmcr kamen Keine der anwesenden hohen Personen tonnte dic Rührung verbergen, als sie daö sanfte unveränderte Gesicht des hohen Verblichenen sahen, welcher ohne Zncknng, ohne Schmerz in'ö ^cuseilö gegangen war- Noch lange Zeit umstanden dic hohen Herrschaften ergriffen daö Lager des Verstorbenen. Als sie sich dann in ihre Appartements zurückzogen, wurde die Nachricht allen Mit' gliedern des kaiserlichen Hanfes, welche auswärts weilen, auf telegraphischem Wege mitgetheilt. — Die nächste Sitznng dcS Herrenhauses findet Dinstag dcn 27. Dezember um II Uhr Vormittags Ctatt. -- Nach dem dnrch die k. l. Post.Dirltion cbcn auSgcacbcncn Vcrzcichuiß der in Oesterreich erschei« neudc» Zcitnnacn nnd periodischen Druckschriften be» stehen in der Monarchie 103 Tageöblättcr politischen IuhallS, und zwar 5l> m deutscher, 27 in italieni» scher, 7 in slavischer. 3 in polnischer, 3 m »mga« rischer, 2 in ruthenischcr, 1 in slovcnischcr, l i„ kroatischer, I in illyrischcr, 1 in romanischer nud ^ in armenischer Sprache; ferner 141", nichlpolitischc Zeitungen, nud zwar 74 in deutscher, 50 in italienischer', 7 in slavischer, 5 in polnischer, 5 in nn» garischcr. 2 in slovcnischcr, 1 in kroatischer nnd 1 in illiil-ischcr Sprache. Znsammcn 24« verschiedene Zcitimael,. Vermischte Nachrichten. Der scit längerer Zeit von einem Lungen» l«ocn befallene Hauptmann in Difponibilität, Herr ^l>>>, un'lchcr vor ciuigcn Tagen in Linz beerdigt wnrde, halte kurze Zeit vor feinem am 18. d.M. erfolgten Ableben eine Todesahnung. ' Es träumte ihm nämlich, schreibt der „L. A.", man klopfe an seiner Zimmerthürc, worauf er öffnete und einen langen, hagern, dunklen Mann erblickte, der ihm schweigend einen Bogen überreichte, auf welchem die Todestage lnchrcrcr Menschen und unter diesen auch sein eigener, anf den 18. Dezember d. I. festgesetzter, verzeichnet standen. Mit der ruhigen, gefaßten Kaltblütigkeit eines Kriegers theilte der Hauptmaun diesen Traum seinen Angehörigen, vielen Freunden und Bekannten mit, sprach aber dabei auch zugleich seine feste Ucbcrzcngung aus, daß dieser Traum seine volle Bedeutung habe und eine wirtliche unbezwcifeltc TodcS« botschaft sei. Von dieser Ucberzcngung brachte ihn keine Einsprache, leine Widerrede ab. Noch am 17. d. M. befahl er Uniform nnd Degen sorgfältig und blank für dcn Sarg zu putzen uud verschied — am 18. d. M. — Eine Indianer < Deputation kam einst nach Pcnsyluanicn, um mit dem Gouverneur zu »utcrhan« dcln nnd wurde vou dcu Behörden in Philadelphia zum Essen eingeladen. Während der Mahlzeit wnrdcn die Augen eines jungen Häuptlings durch ciu Gefäß! mit Scnf angezogen, worin ein Löffel zum Gebrauch stak. Durch dcu gcwürzrcichcn Geruch in Versuchung geführt, zog er es sauft zu fich hcrau und hatte bald einen bis znm Rand gefüllten Löffel in seinen Mnnd gesteckt. Obgleich er angcnblicklich seinen Mißgriff merkte, so hatte er dennoch dic Gcistcsstärke, dcn Scnf hinunterzuschlucken, der ihm die Thränen aus dcn Angcn preßte. Ein Häuptling gegenüber, welcher die Folgen beobachtet hatte, aber nicht die Ursache kannte, frug ihn: „Weshalb er weine?" Er erwiderte, daß er an seinen Vater denke, der in der Schlacht gctüdtct worden. Bald nachher machte der Fragcr, dnrch Ncugicrdc angetrieben, denselben Versuch mit demselben Ncsnltat und wurde nun seinerseits von dem jüngere» Sachem gesagt: Warnm er denn weine: „Weil Du nicht mit Deinem Vater gctödtet worden bist!" war die grimmige und rasche Erwiderung. „Juristische Gesellschaft" in Mach. Protocol! der XXXVIII. Vcrsammlnng, welche Freitag am 21. October 1804 von 0 bis 8 Uhr Abends im Gcscllschaftslocalc abgehalten wurde. Vorsitzender: Sc. Excellenz der Herr Präsident Freiherr v. Tchloißnigg. Schriftführer: Der crstc Secretär Dr. E. H. Costa. 2<» Mitglieder. 1. Das Protocol« der XXXVIl. Vcrsammlnng wird verlesen uud genehmigt. 2. Zum Mitgliedc wurde gewählt: Herr Eduard Glantschnissf,, Doctorano der Rechte in i^aibach. 3. Der Schriftführer theilt mit: Von Seite des Vereins znr Uebung gerichtlicher Beredsamkeit sei nnscrer Gesellschaft ein Exemplar der vom Sections-chef u. Hyc im vorigen Jahre gehaltenen Vortrage über die Jury mit dem Wunsche der Anknüpfung eines lebendigen wissenschaftlichen Verkehrs; vom töuigl. preuß. statist. Bnrean das 6. Hcfl des „Quellen-wertes für preuß. Statistik"; von der Smithsonian Institution in Washington der Jahresbericht pro 1802, nnd von Seite unseres Herru Vicepväsidcntcn Brunucr eine Reihe interessanter älterer juridischer Werke sehen-knngswcise überlassen worden. Zugleich weiset der crstc Sceretär daraus hin, daß Herr Vicepräsideut Brunncr aus Anlaß seiner Vcrsctznng in dcn Ruhestand in sein Vaterland Böhmen znrücktchre, gibt dem Gefühle des Bedauerns darüber Ausdruck uud spricht demselben dcn Dank ans für das lebhafte nnd nnnntcrbrochcnc Interesse, das er an der juristischen Gesellschaft bewiesen hade. Hum Zeichen der Zustimmung zn diesen Worten crhodcn sich über Aufforderung Sr. Excellenz des Herrn Vorsitzenden sämmtliche Mitglieder von ihren Sitzen. 4. Herr l. l. Auscultant ^ cl> cnia trng einen Eivilrcchtsfall vor, betreffend eine ErbScrllarung auS einem beftrittcnen Testamente. Der Vortrag, welcher dem Protoeollc beilicgt, rief eine sehr lebhafte Debatte! hervor, an der sich die Herrn Doktoren Schöppl und v. Kaltcncgacr, Kaprctz, v. Strahl, Heinrich Eosta und Sc. Excellenz der Hcrr Präsident bcthciligtcn. Namentlich wnrdc hiebci auf die mannigfachen Bedenken anfmcrksam gemacht, welche der Ansicht dcs Rcfc-rcntcn entgegenstehen, doch wurde dieselbe auch vertheidigt. s>. Hcrr k. k. Fiuanzconcipist Dimitz verlas eine schr interessante Abhandlung: „Zwei Stimmen ans Kram über die Aufhebung der Folter" (1774). Es wnrdc befchloffcn, diesen Vortrag in dcn Vereins-Mittheilungen abzndrncken. 0. Zum Schlüsse begann der crstc Sccrctär mit der Mittheilung des wesentlichsten Inhalts des Ent- wnrfcs einer allgemeinen deutschen Civilproceßordnnng, nachdem er eine kurze Geschichte dcs deutschen Gerichtsverfahrens, einen Ucbcrblick dessen wesentlichsten Principien und die Entstehungsgeschichte dcs fraglichen Entwurfes voransgcsanot hat. 7. Sohin erklärte Sc. Excellenz der Herr Vorsitzende die Versammluug für geschlossen. Neueste Nachrichten nnd Telegramme. Bamberss, 23. Dezember. Freiherr v. d. Pfordten hatte vorgestern hier eine Besprechung mit dem Frcihcrrn v. Bcust. ES ist ein neuer TriaS-plan im Werke, welcher prinzipiell festgestellt worden fein soll. Berlin, 24. Dezember. Man erwartet, daß die in oontumkciain vcrurlhcilten Polen sich zu einem ncncnProzcsse im März l. I. stellen werden. Präsident Büchlemann wird auch im neucu Prozesse Präsidiren. Hamburg, 24. Dezember. Briefe aus Kopenhagen vom 22. d. M. melden, daß der Bruder oeS Königs Prinz Julius auf Wunsch des Königs Georg als dessen Nalhgcbcr nach Athen abgereist sei. Graf Sponncck habe zugestimmt. Paris, 24. Dezember. (Oest. Ztg.) Im letzten Ministcrkonseil, dem der Kaiser präsidirte, wurde beschlossen, die bisher nicht veröffentlichten Depeschen der französischen Negierung an den Gesandten in Tnrin, Herrn Malarct, in der Konoenlionsfragc demnächst zn pnbliziren. Ronhcr stränbtc sich gegen die Veröffentlichung dieser Aktenstücke, da dieselben der Turincr Politik uicht güuslig lauten. Drouyn dc Lhuys bestand jcdoch anf der Veröffentlichung und der Kaiser pflichtete demselben bci. In hiesigen di« plomatischcn Kreisen betrachtet man diese Eutscheidnng als erfreuliche Bürgschaft für die friedlichen Inten« tioncn der kaiserlichen Politik. Paris, 24. Dezember. (Pr.) Mau glaubt in diplomatischen Kreisen zu wissen, daß bci dem Empfang am Ncnjahrstagc eine politische Kundgebung nicht stattfinden werde. New-Aork, 14. Dezember. Die Richmondcr Iunrnale bringen nachstehende Nachrichten: General Sherman stcht fünf Meilen von Savannah einer großen Kriegsmacht der Konföderirlcn gegenüber. Bcanrcgard rückt gegen Fort Pillow vor. General Warren zerstörte eine 15 Meilen lange Strecke der Wcldou-Eiscnbahn. ^.^ . Markt- und Geschäftsberichte. Äviener Fr«chtbörsc. (Telegramm vom 24. Dezember.) Weizen: Maroschcr, Naab, von fl. 3.20, 89 Pfh., bis fl. 3.30, 89 Pfd. Vacskacr, „ fl. 2.95, 80—87 Pfd. Hafer: Ungarischer, „ ft. 1.30, 50 Pfd. Trausilo, von fi. 1.52, 50 Pfd., bis fi. 1.53, 50 Pfd. Umsatz: In Weizen 15.000 Mehcn. Mchlprcisc unverändert. Laibach, 24. Dezember. Auf dem heutigen Markte sind erschienen: l', Wagen mit Hen und Stroh, 15 Wagcn und l^ Schiffe mit Holz. (Wochenmarlt - Prcife.) Weizen pr. Mctzen fl. —.— (Magazins-Prcis fl. 3.80); Korn fl. —.— (Mgz. Pr. fl. 2.<,7); Gcrstc fl. -.— (Mgz. Pr. fl.2.57); Hafer fl. —.— (Mgz. Pr. fl. 1.85); Halbfrncht fl. —.— (Mg;. Pr. fl. 2.97); Heiden ft. —.— (Mg;. Pr. ft. 2.97); Hirse fl. -.— (Mgz. Pr. fl. 3.07); Kutnrntz fl. —.-(Mgz. Pr. fl. 3.15); Erdäpfel fl. I.90 (Mgz. Pr. fl. —.—); Linsen ft. 3.50 (Mgz. Pr. ft. —.—); Erbsen ft. 4.— (Mgz. Pr. fl. -.—); Fisolen fl. 4.— «Mgz. Pr. st. —.—); Rindsschmalz pr. Pfund kr. 55, Schweineschmalz kr. 40; Speck, frisch lr. 27, detto geräuchert lr. 40; Butter kr. .50; Eier pr. Stück kr. 2H; Milch (ordinär) pr. Maß tr. 10; Rindfleisch pr. Pfund kr. 19—21, Kalbfleisch kr. 20, Schweine« fleisch lr. 20, Schöpsenfleisch lr. 15; Hähnoel pr. Stück tr. 25, Tauben lr. 13; Heu pr. Ztr. ft. 1.10 Stroh lr. 05; Holz, hartes 30", pr. Klafter ft. 9 5 T'. Wohlthäter, welche sich durch Lösung der Enthebungökarten von den Neujahrs-, Namens- und Geburts-tags-Gratulatiouen zu befreien wünschen. (Die mit einem Stern Bezeichneten haben auch die Karten zur Enthebung von den Namens- und Geburtstags-Gratulationen gelöset.) " Hcrr Bür^crincistcr Dr. E. H. Costa. ^ Frau Gräfin von Studcnlierg. ' Hcrr Dr. Friedrich Niller v. Kalten« ea,gcr. k. k. ginanzralh samml Gallin. * » Dr. Heinrich Mitleis, k k. Gym< naslal«Direktor sammt Gattin. * » K, M, Cron. k. k. Gliliernial. rath in Pension. - Fürssbischof uon ^'aibach. ' Helr Valenlln Prellner, Pfarrer zu h. Krcnh, * Frau Iobanna Galle. Hausbcsiyerin. Herr Anton Xupanci«. Magazins-Ver." waiter dcs k. k HanplzoUamtes. ' „ Viktor Nuard. Herrschafls« »nd Gcwcrkschafts'Ilchabsr mit Ge» malin und Kinder. * . Inlins Schmia.olsch. k.k. Oberst ncbst Gemalin Anna. geb. 3inard. " Heir Dr. Johann Aha<^l<:. A^iilliu^ slralor sammt Gcmalin, ^ , Franz Ascher, Werkö-Consulcnl und Neoident sammt Gcmal!», * ^ Alois Vogl, Werks. Verwalt, r sammt Gemalin. " , Karl Seilner, Forstmeister samml Gcmalin. " » Franz Willman, Ol'erhntbman». " p Franz Gerloff, Werk^'cücr in Sava. " » Fcrd.Ios. Schmidt sammt Gatti» in Schischka. ' » Johann Nantner sammt ss.imilie. ' Frau Glise Mayr, Apolhelcröwitwe. ' Herr Will'elm Mayr sammt Gattin. " ^ Maihias Seemann sammt Gatlin " Familie Karinger. * Herr Franz Oblak, qulescirter Ma»i< stratöratl). ' Hcvr Dr ^ranz Johann Ulncr, z,'?,,s. k. k. OnberniaLNaih nno Poli zei.Direktor iu Mcran ' ^ran Thcresta Udrer, gcb. u. Gold< raincr. dcssen Ormali». " Hcrr uon Ai^rioli, Medizixä < Doklor sammt Töchlcr». ^ „ Ollo ^lülsäun^fr saiiünl Familie. « I.llot) Wochil,^ k. k. Zaylnici. slrr samntt Familie. « Ig""5 Hll^ in Plschoftack. * Mslllinncn^olwlut l» ^ack. " Hcrr Machias Icriha, Kl^'stcrbcicht' vater in Lack. " « M. Nantl) sammt Gcmalin. " n Ioscf Lukman, , Krcis« forstmcister mit Familie. * „ Ecnard Snpan, k. k. Ltaals- buchhaltungö'Offizial. Lottoziehungen am 24. Dez. Wien: ä5 4l> 3V 37 H3 Graz: 7l «H 88 tt «« Fremden »Anzeige Dtl» 2!j. Dcznnl'cr. Ttavt Wien. Die Herr?!,: Rcdcr, l l. Hauftlman», — v. Vtlliiig, l f, Ol'lvlicutcnant, — Allier. PH». tc>g,av>,. von Lack. - Wcl'cr, Haudilsmaun, vo>, Gettschce. Elephant. Die Hcnvn: Hcll, ß>roßhtl^» — Ka-lau, ^ariiic-lDffizi.r. v^'N Vola, — Statin, f l V^ml,; Malll. osdssf^brit.nit. und Dili. R.a» Iitätt„l?lsihsr. v,n '.1llU»,alltl — > l>. Fl'rst.irjun tlN, voil Haasl>clg - Gaspari, Haus-blsihss, vl,'» Pianino. Naievischer Hof. Dic Hlncn: Pvllal. Kciufmanil. von Tricst. — Pclhc. Komik.r. und Flau Ehlil, Vollen-g»lin, vcu Graz. (2442—3) Nr. 15575 Dritte erekutive Fcilbietung. Vom geselligten k. k. staot. dellg, Ve^lrkizgsrichle wild in» Nachhange znm dieL^cnchllichcn Edikte ddo. 2l. Zlbtnav 1804. Nr. 20Ü2, bclaniit gcmacht: Eö sei die anf den 30. Ap,il 1864 ansseordnet a.c!vcse»e, n»d spaicr sülült orille ektkllliue Feildielun^ ter. rem An-lo» Verzban uon Vrlöjc ^clö'i^ol. im Glmilchnche ^ichtenl>er,i Urd..Nr. .Wj19, l'«"l>. l. Nkts.'Nl. 29 oollolnme>ldn!rlll>^'l>.'>ge ans 0en 21. Jänner 18l)5 mit Veibehalt des OtteS. dei Stnnt», und dss lchlen A»l)a>!^ca »lrucilich an> gcordntl worren. ss. l. stadt. kelcg. Vczilfsgtricht Lai-bach am 20. Oktober 1804 Als UeWhrslleschenk empfehle ich aus der eben angekommenen frischen »Sendung: I)ie aus aromatischen omiittilischm Vcgetiiliilicii bereitete, von ärztlichen und chemischen Autoritäten wissenschaftlich unrl praktisch erprobte und vielseitig empfohlene k, k. privilcg'irtf Mcililrina- Haarwuchs - Kraftpomade und das orientalische Meditrina-Bartwuchs-Wasser, welche, wie chemisch an.'ilylisc.li erwiesen, d=is Ausfüllen und Krgr.'iurn der II;i;irr verhindern, die |ieri|ihcrisehe, Circulation nnropon, sol^oriclili^ diidiirch die rinlurpemiisse, Entwicklung der Haarzsvirhel, soliin dun Nncliwucli9 dfr ll;i«rc auf knhlcn Slnllcn luiwirknn; dieselben hahon nnr.li 1OOU glücklichen Resulltilen wahrend oinos scc.lisjiihri^nn Hesle.liens durch ihre besondere Wirksainkeil sich einen europäischen Huf erworhrn, iler jnde. weilen1 AnpcMRiini,' überflüssig iikh'IiI. 1 ^ttcflcl nftcr 4ftn?0u sammt Cßrbrnntljsnnntrisintfl ju 1 fl'. ^0 Itr. brt •/. Mut/i&vnowbtVj9 (2430—4) ßaufmnmt in l.ailKicii. (670-24) Darteyenguttgs-Pomade »Dose fi. H.tttt. Dieses Mittel,vlrd tag« lich einmal Morgens in! ocl Portion uon ;wei Erb > sen in die Hautstcllen, wo der Bart wach'^ sen soll, eingerieben nnd erzeugt binnen sechs Monaten einen vollen kräftigen Vart. lruchö. Dasselbe ist so wirksam, daß cS schon bei jungen Leuten von 17 Iahicn, wo noch qar kein Bartwuchs vorhanden ist, den ivart in der oben gedachten Zeit hervorruft. Die sichere Wirkung garan-tirt die Fabrik. Chinesisches Haarsarkemittcl k Flacon fl. «.»<>. Mit diesem kann man Äilgenluauen, Kopf« und Aarthaare für die Dauer echt färben, vom blässeste» Vlond und dunkle» Vlond bis Araun und Schwarz, »>an hat die Farbeninlainen ganz in seiner Gewalt. Diese Kompositio» ist frei von nachthciligen Stoffen; so erhalt ;. V. das Auge inehr Chaiaktcr und Ausdruck, N'e»n die Augenbrauen etwaö dunkler gesalbt werden. Die vorzüglich schönen Farben, die durch dieses Mittel hervorgebracht weiden, übertreffc» allcs b.ö jctzt i»^n in Schmiitdn, Rosinen, Weinbeeren etc.. erhielt, Uqnenrs, echten alten •liiiiiaica-Jthiiin, diverse Sorten Thee's und Kvtiaweiiie, Senf, Parmesan-, Htninen-tlialer- und ezei'ei- und MaterialWaai'CII bestens cinpfelilend und um ferneren Zuspruch bittend, habe die Ehre achtungsvoll zu zeichnen (2385-3) AlCX« Stl'XCll»**' Hiezu cm haldcr Bogen Amts- und Intelligenzblatt.