Schiller auf der deutscben Blibne in Caibacb Hus Jlnlass de$ 100. GedenKtages sclnes Codcs. Uo« P. »on Kadics. Eaibacb 1005. Sdbstuerlaa. Bruck »on D. Bribar. Schiller auf der deutschen Buhne in Laibach Aus Anlass des 100. Gedenktages seines Todes. Von P. von Radics. Laibach 1905. Druck von D. Hribar. Selbstverlag. Vorwort. Die 100. Wiederkehr des Tages, an welchem Friedrich von Schiller dahingeschieden, — doch nur um die irdische Hiille abzustreifen und in seinen un- verganglichen Werken fortzuleben und fortzuwirken — die 100. Wiederkehr des 9. Mai, dieses deutschenGe- denktages fiir immer, legt es auch uns hierlands auf der Brucke des jahrhunderte alten Kulturverkehrs aus dem germanischen Norden und dem romanischen Siiden nahe, in kurzer Rundschau die bescheidenen Bilder an uns voriiberziehen zu lassen von dem ersten Auftreten S ch il 1 er’s c h er Biihnengestalten auf den Brettern, die auch hier gevvissermassen die Welt bedeuten mogen, bis auf unsere Tage her! Diese Rundschau, die den Zeitraum vom Ende des XVIII. Jahrhunderts bis in die zwefte Halfte des XIX. Jahrhunderts d. h. bis zum Beginne der seit 1859 wiederkehrenden Biihnen-Schillerfeier an Schillers Ge- burtstage umfassen soli, wird uns einerseits zeigen, welche Zeitverhaltnisse und Geschmacksrichtungen auf 3 die Vorfiihrung Schiller’sche Dramcn hierorts von be- stimmendem Einflusse waren und zugleich, wie sich die jeweiligen Biihnenleiter kraft ihrer personlichen Begabung, Neigung und Pflichtgefiih 1 hiezu gestellt haben! Laibach im Mai 1905. Vor dem Jahre 1765 bestand in der Hauptstadt des Herzogthums Krain in Laibach noch keine stehende Biihne. Die Vater der Gesellschaft Jesu, welche vom Schlusse des XVI. Jahrhunderts bis nahezu an das Ende des XVIII. Jahrhunderts die Laibacher lateinische Schule leiteten, hatten schon am Beginne des XVII. Jahr¬ hunderts in ihrem Schulplane die Mysterien des Mittel- alters erneuert, indern sie meistens am Ende des Schul- jahres oder bei sonstigen festlichen Anlassen Schul- kombdien auffiihren liessen, in weichen geistliche Štolfe mit mythologischen Vor-, Zwischen- und Nachspielen vermengt waren und welche durch reichen szenischen Apparat, Menge der in prachtigen Kostiimen auf- tretenden Personen und rauschende Musikbegleitung fiir das schaulustige Publikum recht anziehend gemacht wurden.* Neben diesen Schulkomodien der Jesuiten debu- tierten auf dem Laibacher Rathause und im Stande- saale abwechselnd fahrende Komodianten, meist aus * Programme dieser Schulkomodien mit kurzen Inhaltsan- gabcn der vorgefiihrten Stiicke in der k. k. Studienbibliothek in Laibach u. a. Siiddeutschland, denen die Landschaft und der Magi¬ strat Subventionen „auszuwerfen“ pflegten. Auch italienische Impressarien versuchten hier ihr Gliick mit Opern und Ballets, an welchen die Bewohner unserer Stadt, die schon im Jahre 1660 die erste Oper zu horen Gelegenheit hatten, immer grosseren Gefallen gefunden. In der zweiten Halfte des XVIII. Jahrhunderts griff bekanntlich bei den „siiddeutschen Komodiantcn- truppen" die Reform der deutschen Schauspielkunst durch, der Hannswurst, der bis dahin geherrscht, wurde verbannt und das regelmassige Schauspiel errang nach langem hartnackigen Kampfe auf der Buhne den Sieg. Auf diese Reform foigte dann auch die Errichtung stehender Biihnen. Bei dem Ende Juni 1765 abgehaltenen Land- tage beschlossen die Herren Stande von Krain wegen der ervvarteten Ankunft der Majestaten, der Kaiserin und Konigin Maria Theresia und Ihres Gemahls Kaiser Franz I. die Erbauung einer stehenden Buhne in Laibach oder eigentlich die Umgestaltung der bisherigen standischen Reitschule in eine soiche, des erst nach dem grossen Brande im Jahre 1887 ab- gebrochenen landschaftlichen Theaters an Stelle der heu- tigen „Tonhalle“ der philharmonischen Gesellschaft, der altesten Musikgesellschaft Osterreichs (gegriindet 1702). Die erste Einrichtung des Laibacher Theaters zabite im Zuschauerraum nebst einer Hofloge im Parterre und 6 in zwei Stockwerken im ganzen 50 Logen und fasste hochstens 850Personen, was jedoch fiir die damaligeBe- wohnerzahl unserer Stadt (7—8C00 Menschen) geniigte. Wir haben iiber die ersten Jahrzehnte des Bestandes dieses Musentempels nur sehr sparliche Nachrichten. Die Geniigsamkeit der damaligen Zeit beweist das Theaterinventar von 1775, dessen ganzer Reichtum in 8 Dekorationen und einigen Versetzstiicken bestand. Im Jahre 1780 begegnen wir als Theaterdirektor von Namen, dem bekannten Sc hick a ne de r, den Hauptgegner des alten Theatergeschmackes und be- liebten Verfasser vieler Biihnenwerke von glucklicher Mache auf unserer Biihne, der u. a. hier zur Auffiihrung bringen und zugleich im Drucke erscheinen Hess Lei- sewitz: „Julius von Tarent“ und „der Barbier von Sevilien“ (Operngesange).* Auf dieser stehenden B ii h n e der k r a i - n i s c h e n H e r r e n S t a n d e kamen d a n n a u c h in der Spielzeit 1791/2 ein paar Schi 11 e r ’ s c h e r Stiicke zur ersten Auffiihrung. Es war also unter der Direktion Philipp Berndt, der aus Klagenfurt nach Laibach gekommen war, und dessen Spielplan iiber 70 Stiicke umfasste, dass in ge- nannter Spielzeit neben Shakespeares Konig Lear, Hamlet und Macbeth, Lessings Emilie Galotti, Mitteilungen des histor. Vereines fiir Krain 1865, pag. 66. 7 1791—92 Die Rauber, Ka¬ bale un d L i e b e. 18flO. 6. Oktober Die Rauber. 1801 4 Oktober Fi e s ko. Gothes Clavigo, auch S c h i 11 e r s „Rauber“ und „Ka- bale und Liebe“ gegeben wurden. 1 Unter der Direktion Frasel in der Spielzeit 1800/1 kamen „die Rauber" am 6. Oktober wieder zur Auf- fiihrung und zwar — wie die „Laibacher Zeitung" Tags darauf in kurzer Kritik bemerkt — „mit Bei- f a 11“. 2 FraseFs Nachfolger, Direktor Schantroch, dessen Gesellschaft Še um e, der auf seinem Spazier- gange nach Syracus bekanntlich auch Laibach beriihrte, es nachriihmt, dass diese Truppe „nicht ganz ohne Verdienst", brachte im Oktober 1801 den Fiesko. Dieses Stiick, dasals erstes von Schillers-Dramen auf dem Wiener Burgtheater, jedoch ohne Angabe des Verfassers am 1. Dezember 1787 zur ersten Auffiihrung gebracht war 3 und an welchem Kaiser Jo sef II. selbst Kiirzungen vorgenommen haben soli, erschien also auf unserem Laibacher Theater am 4. Oktober 1801. Der Theaterzettel 4 dieser Auffiihrung lautet wie folgt: 1 Reichards Theaterkalender 1792. 3 Theaterjournal: Beilage der Laibacher Zeitung 1800 Nr. 81. 3 Wlassak: Chronik des k. k. Hofburgtheaters, Wien 1876 p. 240. 4 Bibliothek im landsch. Museum Rudolfinum in Laibach. Srauerfpiei. ffiit gniibigjter BetoiUigung / mirt beute Sonntag bctt 4. Oktober bon bcr Ijicr / antnefenbcn ©cfellfdjaft beutfcfjer šcbau- f^teler unb Siinger miter Sii/rung bes ©eorg Sdjantroctj auf- gefii^rt. 3m 2tbonnement. TiesKo. (Sin Sranerfpiei in 6 2Iufjiigen bon &. J. SdjiCer. Petfonen: 2lnbreas Boria, Boge bon ©enna . . . ©ianettino Biiria. Heffe bes Porigeit . 3niia, berlbittmette ©raftu Ontpcriali, Bo> rias Sdjmefter. Siesko, ©raf bon fabagua. Ceonore, Jieskos ©cmafjlin. 1’erina, berfdjiborener Kepublikaner . . Burgognino, ) .... Kalkagno, [ Bcrfcbmorcne .... Peroni, ) .... 3entmione. ^ inigbcrgnilgte, fjernarf? flfferato, j) mitberfc^morene Contmelin, ©ianettinos Bertrauter . . IHulei tjaffan, ein IHofjr . Beutfdjer ber Iicrjoglidjen Ceibluadje . . Beka j Cconoreus Knmmeniuibcben * Homntto, ein IHafjIer. ©in Biirger. Ifieijrere Hobili unb Bamen, beutfdje Solbaten, Bebiente, Bolk. Preife ioie geiuofjitlirfj. Ber Jlnfaitg ift um 7 llijr. Bas (Sitbe mn 9 llijr. fjerr IBeijj. fjerr IBurfdjbauer. IHab. Pfauner. fjerr 2PeinmiiIIer. ITiab. BSijm. fjerr Sdjrott. fjerr IBaibittger. Qerr IPilfjeim. fjerr Jrepmiller. Iflab. IDeifj. fjerr fjoffntanu. fjerr Scpbpf. fjerr Sljijm. fjerr fjnfelbedk. tjerr Jteifinger. 2Hl(e. llTiirier. liiab. IDeinmiiHer. Aus dem vorstehendem Personenverzeichnisse ist ersichtlich, dass auch auf der Laibacber Biihne die Rolle der Bertha entfiel, gleichwie sie auf dem Wiener 9 Burgtheater „aus Anstandsriicksichten" hattc wegbleibcn miissen 1 . Ebenfalls unter Schantrochs Leitung wurde dem Laibacher Publikum das „biirgerliche Gemalde" Ka¬ bale und Liebe am 17. November 1801 wieder vorgefiihrt und zwar mit der Bezeichnung der handelnden Personen genau n a c h Schiller, wahrend bei der Auffiihrung am Burgtheater 1808 der Praesident in einem Vicedom, Ferdinand aus dem Sohn in einen Neffen, der Hofmarschall von Kalb in einen Obergarderobemeister verwandelt erschienen' 2 . Den Fer¬ dinand spielte auf unserer Biihne Direktor Schantroch selbst, die Lady Milford Frau Therese Schantroch, die Luise Fraulein (Dlle = Demoiselle) Apolt. Direktor Schantroch, der der Laibacher Biihne auch in der Spielzeit 1802 auf 1803 vorstand, brachte 1803 i6. janner arn Janner 1803 als neu hier zur Auffiihrung: „Die voVorifans! Jungfrau von Orleans". Eine romantische Tra- godie in sechs Aufziigen. Es bemerkt der Theaterzettel: „Wegen der Handlung in sechs Aufziigen ist heute der Anfang etwas vor 6 Uhr das Ende um V‘29 Uhr.“ Man kann schon aus diesem Ausmasse der Spieldauer ent- nehmen, welche starken Striche an dem Texte vor- genommen waren, wenn auch die Personenbezeichnung keine Anderung hatte erfahren miissen, nicht etwa wie der Wiener Theatersekretar Escherich sie hatte eintreten lassen, der die Mutter des Konigs zu dessen Schvvester 1 Wlassak a. a. O. 2 Wlassak 1. c. p. 119. 10 machte, Agnes Sorel zur Konigin und Dunois zim Prinzen erhob 3 . Dieser Auffiihrung der „Jungfrau von Orleans 11 folgte eine Wiederholung des „Fiesko“ am 19. Februar 1803, und zwar „zum Vorteile der Armen 11 ; diesnial lautete die Theateranzeige: „Fiesco Gral von Lavagna oder die Verschworung gegen Genua, ein Trauerspiel in sechs Aufziigen von Schiller. 11 Der Anfang war auf Va7 Uhr, das Ende auf 9 Uhr festgesetzt. Wilhelm Frasel, der im Vereine mit Jo- sefa Scholz die Leitung unserer Buhti e in der Spielzeit 1803 auf 1804 fiihrte, brachte am 14. Janner 1804 „Turandot, Princessin von China iso 4 14. .Janner oder die Ratsel 11 , ein neues hier noch nie ge- Turandot - sehenes tragikomisches Marchen in funf Akt en nach Gozzi von Friedrich Schiller, zur ersten Auffiihrung. Dieses Stiick war 1802 im Drucke erschienen 1 2 . In dem Personenverzeichnis dieser Vorstellung erscheint theatergeschichtlich vom besonderen Interesse das Auftreten des nachher so beriihmt gewordenen Wiener Komikers Wenzel Scholz, der hier als Scholz derjiingere in der Rolle des Truffaldin, des An- fiihrers des Verschnittenen und „Spassmachers“ an- gegeben ist. 1 Dr. Karl Cilossy: Schiller und die Wiener Theatercensur „Oesterreicliische Rundschau 11 . Schillerheft 1905 p. 647. 2 v. Wurzbach Constantin: Das Schillerbuch, Wien 1859 p. 107 Nr. 1585. 11 Dem Theaterzettel ist nach dem Personenver- zeichnisse eine Aufzahlung dervorkommenden Dekorationen und eine kurz skizzirte Inhaltsangabe, „Auszug“ des Stiickes angereiht. Dieser lautet: Er s ter Act. Erste Scene Vorstadt von Pecking, Prospect einer Stadtmauer, eiserne Štabe ragen hervor, worauf mehrere ge- schorne mit tiirkischen Schopfen versehene Kopte symmetrisch auf- gepflanzt sind. Prinz Kalaf (von Astrachan) in tartarischen Geschmack gekleidet erscheint, unvermuthete Zusammenkunft. Zweiter Act. Erste Scene. Grosser Saal des Divana mit zwei Pforten, davon die eine zu den Zimmern des Kaisers Altouni (von China), die andere ins Serail (seiner Tochter) der Prinzessin Tarandot fiihrt. Truffeldin der Spassmacher (Anfiihrer der Ver- schnittenen) ordnet die Platze. Zweyte Scene. Ein Zug von Spiel- leuten, darauf die Doctoren, alsdann Pantalon und Tartaglia, zuletzt der Grosskahn Altoum im chinesischen Geschmack. Ceremonien, Marsch. Dritte Scene. Kalaf von Wache begleitet. Vierte Scene. Marsch. Truffeldin mit einer Schaar Schwarzer, Adelma und Zelima (Sclavinen der Princessin), zuletzt Turandot verschleiert in reicher chinesischer Kleidung majestatisch und stolz. Ceremonien lacherliche der Doctoren. Dann hort der Marsch auf. Aufgabe der Rathseln und was geschieht? — Abmarsch. Dritter Act. Zimmer in Serail. Dritte Scene Vorhalle des Palastes. Barak (ehemals Hofmeister des Prinzen Kalaf) wird auf eine lacherliche Art gefangen genommem. Vierter Act. Vorhof mit Saulen, in der Mitte eine Tafel mit Goldstiicken. Drohende Gefahr. Sechste Scene Veranderung in ein prachtiges Zimmer mit einem Ruliebett. Fiinf t er Act. Grosser Ceremonien-Saal mit Altar und Priester. Zusammenkunft Aller mit Musik. Doctoren und Volk. Thron, Be- leuchtung, gedampfter Marsch. Truffaldin mit Verschnittenen. Dann Turandot, was geschieht? 12 Als lctztes Schillersches Stiick vor des Dichters Tode schritt die „Braut von Messina“, und zwar am 17. Marž 1805 liber die Laibacher Biihne 1 2 . Der auf Seite 14 dem Wortlaute nach mitgeteilte Th eaterzettel 3 in natiirlicher Grosse eirie Hohe von 30 cm und eine Breite von 37'5 cm weiscnd, erscheint an den Randern mit einem sehr feinem Muster per- foriert. Charakteristisch fiir die Zeit der Aulfiihruug ist die am Schlusse des Zettels angefiigte Anempfehlung des Stiickes durch die Beneficiantin. Nach kaum zwei Monaten schloss der Dichter dieses edlen, so viel besprochenen Stiickes seine Augen fiir immer, am 9. Mai 1805. Den Tod des Dichters meldete die „Laibacher Zeitung“ ;1 am 31. Mai 1805 mit folgenden Worten : Auslandische Nachrichten. Weimar den 12. May. „Der am 9. dies verstorbene Hofrat Schiller ist nur 46 Jahre alt geworden. Er starb an den Folgen eines Bluthustens nachdem er bereits mehrere Jahre gekrankelt hatte. Deutschland verliert an ihm einen seiner besten Kopte. Die meisten seiner hinterlassenen Schriften baben einen klassischen Werth.“ Und un- mittelbar an diese so kurz gefasste Nachricht vom Hin- 1805 17. Marž Die Braut von Messi na. 1 1803 im Druck erschienen v. Wurzbach a. a. o. p. 57 Nr. 783. 2 Bibliothek Museum Rudolfinum. 3 Laibacher Zeitung 1805. Nr. 44 Freitag 31. Mai. 13 — Kr. 97. 1805. Ulit gtta&igfter (Srlaubntfj JDirb Ijente Sountaa 27 . jntirj bie fjter antnefenbe jlanb. ©efeCfdjaft bcutfcbcr Sdjaufbteler, unb Siinger, untev ber fieitung beSSSilfjelnt Urafet, unb bet Srfjotj bie (£i)re Ijnbeit auf^ufiiljren: mit Abonnement Sufpendu Sum Dortfjetl ber 3 o f e Ij a S rfj o [ 3 T>ie Bratit roti Bleffitta, oba D te feiitDlic^ett 3rilDer. ©in rteuc§ l)ier noti) nie gefepneS tragifdje§ ^oIEftud; in 3 2!ften. $on griebridj ©cfiiller. 1 r ! 1 ! I a Mir-iPl-r I : * 1 ’’ HII !l ji II'! ii tj !• I! !< 'l' l ! ; '■ I": ' ' r hi "h ■: :i!, H!! |, li H !1 it ! > r 'M |i l|j ji |.i r l! II |l" j||i""j: 1 ' i ' ’■ n I P c r f o n e n. 2)onna Sfabclla, giirftinn bon 9Keffina gofepa Sdjots. S)on SDŽanuel ) ifjre ©pne SBilpIm grafe! S)on ©afar ) bie feinblidjen Sriiber -r. £u&er. 9flanfrcb, ©rfter bon ber Seibtuadje, unb 95er- trauter be§ 2)on SOžanuel £r. SJoIfer. $iero, erfter SSertrautcr be§ ®on ©afar tpr. ,&arte. Kotlje £r. ©djolg ber jitngere. ©cfofgc ber SBruber, au§ 3tbet) ©pren beftepnb $ie iilteften bon SOŽeffina § o l) e r ©nabiger Slbel! SDHIttar! SBerel) rung§tbiirbige§ f^ubličum! gljre ©unft ift e§, bornadj id) ftrebe! — SBiirbigen ©ie mirt) pute gpe§ giitigen 23efucp§, fo rtierbcn ©ie finben, bafe itfj fotootjl burcfj bie SBaljl, al§ 3>arftcflung ber putigen Pie?e biefe g p e ©nabe berbicntc Untertpnigffe gofepa ©c£)olj, SDZitbireftrifje. i [||| 111| || || || 1] IIIIII 11 li li il IIII li 11 IIIIIIII il II 11 II H lili IIII HII IIII [| lil .1 Hilli II IM II [lil lili II lliliilHllIHil 'j 'm milni m miiiii ii in ■ fpreife berpK&e: aufbem'4Snrterre20ft.,aufbet®alIerie7fr. $er3infangiftum7UI)r, bnSEnbeum9Ut)r. 14 scheiden des Dichterfiirsten anschliessend heisst es: „Hofrath Wieland der Nestor der Dichter befindet sich noch wohl.“ Am 14. Janner 1806 — nicht ganz ein Jahr nach Schillers Tode brachte Holbein das nach Schillers Gedicht: Der G ang nach dem Eisenhammer Itir die k. k. Hoftheater in Wien bearbeitete fiinfaktige Schauspiel „Fridolin“ auf das Burgtheater, wo dieses zugkraftige Stiick bis 12. Juni 1831 59mal gegeben vvurde 1 ; das Publikum unserer Stadt bekam dasselbe schon am 2. November 1806 unter der Direction Wilhelm Frasel und Josepha Scholz zum erstem Mal zu sehen und dann 1814, 1821, 1824, 1832, 1834 und 1835. Die franzosische Zwischenherrschaft in Illyrien, be- ziehungsweise in unserer Heimath Krain (1809—1814) hatte auch, gleichwie die zunachst vorangegangene Epoche fortdauernder Kriegswirren eine Unterbrechung in der Geschichte unseres deutschen Theaterwesens zur Folge und wir konnen den Faden derselben erst wieder mit dem 1. Oktober 1814 aufnehmen. Die neu organisierte Gesellschaft des Director Xavier Deutsch, —in welcher auch Wenzel Scholz frohbegrusst wieder erschien — brachte am 12. De- zember 1814 Holbein’s Fri dolin, doch unter der Be- zeichnung: „Ritterschauspiel.“ 1 Wlassak a. a. O. p. 304. 180S 2. Novem¬ ber Fri dol in oder Der Gang nach d em Eisenhammer nach Schillers Gedicht Schau¬ spiel von Holbein 15 ' - Schiller’s Dramen vvurden unter der Direktion von Lorenz Gindl Spielzeit 1815/16 mit pikanten Nebentiteln angekiindigt so zb. „Die Rauber" oder der Sturz des Moor’schen Hauses, ein grosses vor- treffliches historisches Trauerspiel aus den letzten Zeiten des 30-jahrigen Kriegs , „Kabale und Liebe“ oder der Verrath an Tagend und Unschuld, ein vor- treffliches grosses und allgemein beliebtes Trauerspiel; „Die Verschworung des Fiesko zu Genua" ein grosses vortrefflich.es historisches Schauspiel. Direktor Gindl zeigte sich als besonderer Schiller- Verehrer, die „Rauber“ gab er ara 12. Oktober, Ka¬ bale und Liebe ara 28. Oktober, Fiesco ara 2. De- zember 1815. Unter die Anzeige des Stiickes „Die Rauber", in vvelcher Anzeige hervorgehoben wird, dass Karl Moor zu Pferd erscheinen wird, setzt Direktor Gindl nachstehende Anempfehlung: „Dieses interessante und vortreffliche Stiick bedarf keiner Anempfelung, die ein- stimmige Stimme aller Gebildeten hat langst iiber dessen grossen Werth entschieden. Schauerlich gross sind Karl Moor’s Handlungen — grasslich und verabscheuens- wiirdig Franz Moor’s Thaten — der Morder seines Vat er s — der Verderber seines Bruders. Nur ein Schiller war fahig diese Charaktere so zu zefchnen und getreu durchzufiihren, nur er dieses Meisterwerk fiir die deutsche Biihne zu liefern." 16 Interessant erscheint in dieser Anempfelung ganz besonders die Bezeichnung des Franz Moor als Morder seines Vaters, da doch nicht nur auf dem Wiener Burgtheater, sondern auch auf den andern Biihnen Oesterreichs noch lange spSter die Sohne Moor’s (Karl inid Franz) als dessen Neffen bezeichnet werden mussten. Urtter die Anzeige von „Kabale und Liebe“ setzte Gindl aber folgende Satze der Empfelung: „Jeder Freund des Schauspiels huldigt deni grossen Dichter, dessen umfassendes Talent so sehr wiedersprechende Charaktere zeicbnen und durchfiihren konnte. Wenn wir Ferdinands Grosse bewundern und Luiseš tragisches Ende bemitleiden, erregt des Prasidenten Harte und Stolz unseren Abscheu — und nur der rasche und unerwartete Gang der Handlung, und die Kraft und Schonheit des Dialogs sind fahig unser emportes Gemiit zu beruhigen.“ Und unter dem „Fiesko“ lesen wir: „Dieses Meisterstiick des beriihinten Schiller vereinigt alles in sich, waš Kuhnheit der Handlung, Grosse von Ideen und Schonheit des Dialogs nur hervorzubringen vermag. Wenn schon die wahre Geschichte Fiesko’s an sich sehr viel Interessantes hat, so wurde selbe durch die Bearbeitung des grossen Dichters noch anziehender gemacht, und keine Biihne ist wohl, deren Mitglieder nicht alle ihre Krafte anstrengten, um die Darstellung so gelungen als moglich zu machen.“ 17 Direktor Hiller, der am 17. November 1817 „Die Rauber" brachte, setzte aber als besonderes Zug- mittel die Bemerkung auf den Zettel, dass nicht nur Karl Moor und mehrere Rauber zu Pferde auftreten werden, die der (Cirkusbesitzer) Herr Gautier auf die Biihne zu geben die Gefalligkeit hat, sondern dass die Rauber auch ihre grossen Fanghunde mit- b ringe n werden. 1818 12. Marž Der Tyrann von Syrakus oder die Biirgschaft Schauspiel nach Schillers Gedicht von Holbein 1818 26. Dezem- ber Don Carlos. 1819 19. April Pha dra Direktor Johann Hiller brachte weiters in der Spielzeit 1817/18 und zwar am 12. Marž Holbeins „Der Tyrann von Syrakus oder die Biirgschaft". Ein hier noch nie gegebenes historisch-romantisches Schauspiel in 5 Aufziigen in Jamben nach Schillers Gedicht: Die Biirgschaft; in der Spielzeit 1818/19 am 26. Dezember 1818 zum ersten Male den „Don Carlos" Infant von Spanien. Ein fiirstliches Familien- Gemalde in 5 Aufziigen von Friedrich von Schiller fiir die Biihne bearbeitet, herausgegeben von Doktor Albrecht, nachdem am 11. Mai „Die Jungfrau von Orleans" und am 5. Dezember „Kabale und Liebe" als Schiller-Auffiihrungen dieses Schiller Ver- ehrers vorangegangen waren. Unter derselben Direktion fand am 19. April 1819 die Erstauffiihrung der Pha d ra auf der Laibacher Biihne statt. Der Zettel sagt: Zum Erstenmale Phadra, Konigin derAthenienser. Ein neues hier noch nie gesehenes Drama in fiinf Aufziigen aus dem franzosischen des Racine iibersetzt 18 von Fr. Schiller 1 . Derselbe Direktor, der das klassische Stiick besonders kultivierte, brachte auch Grillparzers „Sappho“ (18. April 1819) und „Die Ahnfrau" (16 Mai 1819). Der nachstfolgende Direktor W a i d i n g e r fiihrte am 14. Dezember 1819 dem „Laibacher P. T. Publikum" und zwar als Benefice der Schauspielerin Anna Har- dinger (als deren Titelrolle) Maria Stuart vor als „ein grosses historisches Gemalde" und die Bene- ficiantin setzte an den Schluss des Theaterzettels die Worte: „Hohe! Gnadige! Verehrungswurdige! Zu a 11- gemein bekannt sind die Verdienste des Verfassers, um zumVortheile diesesMeister- werkes noch etwas sagen zu konnen". In einem am 9. April 1820 aufgeftihrten „grossen Quod- libet“ wurde auch neben einer Scene aus Grillparzer’s „Ahnfrau“ mit Duett aus der Zauberflote eine Scene aus Schillers Trauerspiel „Die Rauber“ (Franz von Moor, Daniel ein alter Diener) gegeben. Direktor Gin dl, der in der Spielzeit 1821/22 die Laibacher Biihne zum vierten Male leitete, kam am 28. November 1821 Holbeins so beliebtes Schauspiel „Fri- dolin“ wieder zur Auffiihrung, und in der Spielzeit 1822/23 brachte er am 30. November 1822 dasselbe 1 Im Burgtheater 1808 17. Dezember zum Besten der liinter- lassenen Witwe und Kinder Schillers zum ersten Male gegeben -- Wlassak a. a. O. p. 120. 1819 14, Dezem¬ ber Maria Stuart. 19 1824 24. Janner Das Lied von d er Gl o cke (Deklamation) vvieder. Die Auffiihrung von „Kabale und Liebe“ oder „Die Schlangenlist der Verleumdung findet ihren Racher“ 18. Dezember 1822 empfielt Gindl mit den Satzen: „Die Wahl dieses in seiner Art ein- zigen Stiickes bedarf wol keiner besondern Anempfelung, da der Name des unsterblichen und mit vollen Rechte ersten tragischen Dichters Deutsch- lands fiir dessen Werth biirgt. Tief ergreifende Situ- ation meisterhaft in die Handlung verwebt mit sel- tener Menschenkenntnis gezeichnete Charaktere und ein dem Stoffe anpassender bluhender Dialog flechten sich hier zum herrlichen Kranze, der nie ver- welken wird.“ Die Direktion des Ferdinand Ro s en a u brachte als Benefice des Regisseurs Majetti den 24. Janner 1824 die Maria Stuart und in einem Potpourri am 27. d. M. eine Deklamation von Schillers G1 o c k e. Direktor Karl Meyer, der in der Spielzeit 1824/25 Holbeins Fridolin (23. Oktober 1824) und „Die Rauber“’ oder Der Sturz des Moorischen Hauses (22. Febr. 1825) gebracht, kiindigte in der Spielzeit der Jahre 1825/26, nachdem er (6. Nov. 1825) die „biirger- liche Tragoedie", „Kabale und Liebe“ aufgeftihrt die Vorstellung der Rauber (29. Nov.) mit dem Beisatze an: Am Schlusse des zweiten Aktes wird eine grosse Attaquezu Pferd vorgestellt. Die M i tgl i e d e r der hier anwesendenKunstreite r-G e s e 11 s c h a f t der Frau Elisabeth Schmidt werden als Rauber bei 20 dieser Scene mitwirken und mit den gut dressierten Pferden das Zusamm enstiirzen derselben sammt dem Reiter vorstellen.“ Derselbe Direktor Carl Meyer fiihrte dem Lai- bacher Publicum ara 24. Janner 1826 — also ein Jahr vor der ersten Auffiihrung am Wiener Hoftheater 1 — den „Wilhelm Tell" vor „grosses heroisches National Schauspiel", und bei der Vorfiihrnng der Jungfrau von Orleans am 5. Marž d. J. wurde im 4 Akt der von dem krainischen Kavalier Grafen Gallenberg komponierte „Kronungsmarsch“ hier zuGehor gebracht, unter den Decorationen befand sich die neuangefertigte „Kathedralkirche von Rheims nach einer Zeichnung von Quaglio“. Bei der Anzeige des „Don Carlos" 14. Marž finden wir die Bemerkung: »bearbeitet wie es an dem Wiener Hoftheater gegeben wird.“ 1826 24. Janner Wilhelm Tell, Als Karl Waidinger 1827/28 vvieder die Di- rektion unserer Biihne in Handen hatte, kamen (am 7. Okt. 1827.) in einem Quodlibet die Scene aus den Raubern (Franz Moor, Daniel) und (am 30. Okt.) Kabale und Liebe und in der Spielzeit 1828/29 am 26. Okt. „Die Jungfrau von Orleans", welche Auffiihrung Waidinger laut Theaterzettel grossartig ausgestattet; der Kronungszug — sagt er — das Schlachtarrangement, die Verklarung etc. 1 29. November'1827 — Wlassak a. a. O. p. 172. 21 1835 12. Novem¬ ber Er st e Schillerf eier in L a i b a c h. etc. werden sicher entsprechen! In der Maria Stuart (29. Marž 1829) gab die Titelrotte Demoiselle Rott d. altere, den Grafen Leicester Herr Lowe, Frl. Rott deklamierte am 4. April d. J. „Die Burgschaft". Nicht unerwahnt darf hier bleiben, dass Waidinger — nebenbei bemerkt — in der Spielzeit 1827/28 unser Publikum mit Topfer’s Bearbeitung von Gothes Her¬ mann und Dorothea bekannt gemacht, in welchem „idyllischen Familiengemalde" die Person des Pfarrers in einen Rektor hatte miissen vervvandelt werden. Zur Feier der Genesung Seiner Majestat Kaiser Franz I. wurde auch auf derLaibacherBiihne Grillparzers herrliches Gedicht „die Vision 11 am 11. April 1829 zum Vortrage gebracht! Die Spielzeit 1833/34 — Direktion Amalie Maschek — machte das Laibacher Publikum mit dem Schauspieler Gustav Treumann bekannt, der am 17. November 1834 die beiden Charaktere Carl und Franz Moor „darzustellen die Ehre hatte“. Direktor A. F. Zwoneczek war es, der die erste officielle Schillerfeier auf unserer Buhne am 12. No¬ vember 1835 inscenierte; er gab als solche „Kabale und Liebe“; im Verlaufe seiner Spielzeit brachte Zwoneczek Die Rauber, Wilhelm Tell und Holbeins Fridolin. Dem Direktor Thome, der sich noch heute bei der alteren Generation unseres Theaterpublikums eines besonders guten Andenkens erfrent und schon in der 22 Spielzeit 1842/43 Kabale und Liebe, Fiesko, Maria Stuart gebracht, war es zuerst gegonnt, Wallenstein’s Lager am 16. Janner 1847 auf dem Laibacher Theater zur Auffiihrung bringen zu konnen — am Wiener Hoftheater kam es erst 1849 zur ersten Auffiihrung! Ausserdem kultivierte Thome auch jetzt fleissig die Schiller’sche Muse und brachte in der Spielzeit 1846/47 der Reihe nach: Die Jungfrau von Orleans (2 Mai), Maria Stuart, Wilhelm Tell, Kabale und Liebe und Die Rauber. Unter der Direktion Funk war aber den kunst- sinnigen Bewohnern unserer Stadt der bisher seltene Genuss geboten, den beriihmten FlofschauspielerLudvvig Lowe als Fiesko zu bevvundern (24. Marž 1849), der die Tage vorher als Garrik, Coreggio, Hamlet gastiert hatte. Der Kritiker jener Tage, der Lokal- dramatiker Babnigg schrieb von diesem Gastspiel enthusiastisch: „In allen seinen Darstellungen stand er da ein Gott in seiner Kunst, umbraust von einem endlosen Beifallsturm und iiberschiittet mit Blumen- kranzen, welche Liebe, Hochschatzung und Verehrung ih m wand und in der Empfindung hochster Exstase dem vollendeten Meister zugeschickt." 1 Von Interesse fur die Theatergeschichte Laibachs aber auch im weiteren Sinne ist es, dass zur Zeit des 1 Illyrisches Blatt 1849 Nr. 26. 1847 16. Janner Wallensteins Lager. 1849 24. Marž Hof- schauspieler L6 we als Fiesko. 23 1849 3. Juni D ie Rauber in d er Arena in Tivoli (bei Laibach) Gastspieles dieses gewaltigen Mimen unter der Gesell- schaft des Direktor Funk sich auch der nachherige Schriftsteller und Dramatiker, der spatere Hofrath Ritter von Weilen als Joseph Weis in den Rollen eines zvveiten Liebhabers mit Geschick betatigte. 1 Eine ganz eigenartige Vorstellung von Schillers: Die Rauber inscenierte jedoch Direktor Ludwig'. Schwarz unter freiem Himmel in einer Arena beim Schloss Tivoli (Unterthurn nachst Laibach) am Sonntag den 3. Juni 1849. Der Th eaterze ttel, den wir hier mitteilen, besagt mit dem Handzeichen: Das Gefecht der Rauber mit den Soldaten im zweiten und letzten Akte teils zu Pferde unter fortwahrendem Feuer ist arrangiert von Ludwig Schwarz. Die Schlussgruppe wird mit Brand- raketen und roter bengalischer Flamme beleuchtet. Ich brauche wol nicht beizufiigen, dass dieser Effekt seine Wirkung auf das Publicum und ganz besonders die auf die jugendlichen Zuseher beabsichtigte Wirkung nicht verfehlte, wie denn das Hervorbrechen der Reiter aus dem Walde im Riicken des Plateaus, — auf dem sich die Arena an Stelle des heutigen Schweizer- hauses befand, — durch den Realismus der Scenerie allgemeinen Beifall erntete. 1 Illyr. Blati der Jahre 1848 und 1849. 24 Arena i n Tivoli. Sonntitg beti 5. 3itni 1849, uuter ber SDireltion bež t!ubwig Stitlunrj: zum crsten male Vk Htitiber. ©rojjes Scfniufitiel tu 5 3IItteit, Uon 5rieb ritij Sebi II er. (©ingeritfjtet fur bie Sirena.) Sftagimilti.an ©raf bon Sfloor Irmi ! f ei,,c ®^ nc : : Šlmalia, feine Sžicijte . . . SDaniel, cin alter Šbienet . . .fjerrmamt, ein ©belmann . Sine Sftagiftratgperion . . ^evfonen: £>r. ŠRefcer, I ©dbmetljer, \ ©djmara. ,£>r. ©elar. j 9ioEer, j $x. 9?oftocf. &v. ©autier. j ©piegel&erg, f ©tubenten Jr. gtiebmann. §rl. ©tein. | dia$mann, f bamt9iauf>et Jr. SSeifj. Jr. $rei. ! j ©rimm, \ Jr. ©erefteiu. .•pr. S3Iumentl)aI. ©djufterle, / $r. ©djui). Jr. Jajel. SlnfuEjrer ber ©olbaten . . . Jr. Sieu. ©olbaten. 2)iener. SR&uBer. ©tubenten. (Sari lltoor, S^iegelber«, Ivofler, erfdjeinen jebesmal ju Pferbe. §1SS?~ 9 ttljr. — ©itbc urn 8 ItTjr. Bei ungiittfiiger IPitterung mirb bie 3«Itite eittgejogett, nttb bie PorfieUnug fiitbet im $Iieater Tlbcttbs 8 ICljr im 2lbomtemeni liro. 7 fiatt. $ie Gčrbffmtng ber Salte toirb mit 2, ber SItifimg ber Duberture mit einem 5t*ut(er|cljufie angejeigt. ®rutf bott S- SBIaSrtif. 25 1859 9., 10. und 11. November Schillerfeier zum 100. Geburtstage. 9. November Festsouper. Zehn Jahre spater ward mir in meincr damaligen Stellung als supplirender Lehrer der Geschichte und deutschen Sprache am Laibacher akademischen heute I. Staatsgymnasium die Auszeichnung zu Teil, bei der vom historischen Vereine fiir Krain am 10. November veranstalteten Feier der lOOter Wiederkehr von Schillers Geburtsjahr den Festvortrag zu halten. Die allgemeine Begeisterung, der am 10. November 1859 die ganze gebildete Welt alle edeldenkenden und freisinnigen Menschen mit hehren Feierklangen den wiirdigen Ausdruck liehen, begleitete denn auch die Laibacher Schillerjubelfeier, die sich auf vier Tage ausdehnte und ausser der schon erwahnten Feierlichkeit in dem genannten wissen- schaftlichen Vereine aus einem Festsouper am 9. einer Theatervorstellung am 10. einem Fest- koncerte am 11. November, und der Auffiihrung der „Ka rl s sch ul e r“ von Laube am 12. November bestand. Beim Festsouper (in den Raumen des Kasino- gebaudes) hielt der k. k. Landesrat Dr. Ritter von Sch op pl zuerst eine schwungvolle Ansprache, die in den so schonen vom stiirmischen Beifall begleiteten Satz ausgeklungen: „Lassen Sie uns denn aus vollem Flerzen mit einstimmen in den festlichen Jubel, der iiberall herrscht, wohin die Gotterfunken seines Geistes ge- drungen. Es gilt diese Erinnerungsleier zu Ehren eines von den wenigen Auserwahlten zu begehen, die — als glan- zende Vorbilder fiir die Mit- und Nachwelt — kaum — 26 nach Jahrhunderten wiederkommen“ — sodann toastierte Dr. Ahazhizh auf den Allerh. Beschiitzer und Forderer der Kunste und Wissenschaften) in Oesterreich Seiner k. u. k. Apostolische Majestat Kaiser Franz Jo sef I. Z um 10. November verkiindete der Theater- zettel — Di rek ti o n Stelzer: 3ur JuMfeter DOlt 3rieDrid> D. IjunDcrtjaljrigeit codmrtstaac nrtt) 311111 Bejlcn Der Sc^iller-Stiftung lici glanjenb beleuditetem fjaufc. SejtoorfteEuug: 1. prolog gefprodieit bon Srau ©iirtlcr. 2. ©rojjcs Zabičan ticftcIjenD aus Sjeiten ber SdjiHer’fc^eu Pramen „2X>iIfjeIm Seli", „3nngfrau bon Orleans", „lPaIIenftein“, „Pon Carlos", „3uesco" etc. 3. IDallenfteins £ager". 4. ITIaria Stuart 111. 2tkt 1., 2., 3. n. 4. Sjene. 5. Pon Carlos 111. 21 lit 8., 9. 11 . 10. Sjene. 6. lOilfjelm Celi I. 2tlit 2. u. 4. Sjene. 3» biefer Seftborftellnng tabet befonbers etn: Pas 5 i I i a I c o m i t e e b e r S tfi i H e r-S t i f t u n g". 10. November F.estvor- stel 1 ung in Laibach. 27 — 11. November Fes tkon cert in Theater. 1861 22 Dezein- 'ber D a s L i e d von d er Glocke. 1862 8. April Wallensteins Tod. Beim Festkoncerte im Theater am 11. No¬ vember kam nach der Ouverture zu Wilhelm Tell von Rossini vorgetragen von der k. k. Musik- kapelle des Regimentes Erzherzog Franz Carl das von Theodor Elze vertonte Gedicht Schillers „An Etnma“ (fiir Bariton) zum Vortrage und es bildete die Dekla- mation: „Die Kraniche des lbykus“ gesprochen von Schaper, Mitglied der Theatergesellschaft den Schluss der ersten Abteilung; die zweite Abteilung fiillten Musik- piegen aus. 1 ) Die Spielzeit 1861/62 — Direktion Stelzer — brachte am22. Dezember 1861 in einer Wohltatigkeits- akademie: Das Lied von der Glocke in le- b e n d e n Bildern nach dem Arrangement des Hof- schauspieleis und Regisseurs Ludvvig Lowe, und am 8. April 1862 Wallensteins Tod. Die Spielzeit 1869/70 fiihrte den beruhmten Darsteller des Franz Moor den Wiener Hof- schauspieler Josef Lewinsky, in dieser Rolle zum Benefice seines Freundes Gschmeidler auf unsere Biihne; und wurde dem Kiinstler fiir seine unerreichte Leistung auch hier die gebiihrenden Ovationen gebracht, wofiir derselbe -— sowie fiir das von den Damen Laibachs ihm gevvidmete Ehrengeschenk, einen wertvollen Pokal — in einem eigenen Schreiben in herzlichster Weise dankte, worin es u. a. hiess: „lch habe an nur wenigen 1 Laibacher Zeitung 1859 Nr. 256. 28 Orten solche Hingebung an das Werk des Dichters, solches Verstandnis meines Wollens gefunden als in ihrem Kreise 1 ." Die seit 1859 fast standige Theater-Schiller- feier um den 10. November brachte dem Laibacher Publicum in der Spielzeit 1898/99 — Direktion Schle- singer — am 9. und 11. November 1898 - die Wallenstein Trilogie. Und nun zum 100. Gedenktage an Schillers Tod war es der kunstgeweihten Statte an der Stelle des ehemaligen standischen beziehungsweiselandschaft- lichen Theaters, derTonhalle der p h i 1 h a r m o- nischen Gesellschaft vorbehalten, dass in iliren Raumen die kiinstlerische S c h i 11 e rf e i e r in wiirdigster Weise sich abspielen konnte. Unter der kunstbevvahrten Leitung des Musik- direktors der Gesellschaft Herrn Zohrer wurde am 9. Mai Beethovens »Neunte Simphonie“ mit Schluss- chor iiber Schillers Ode „An die Freude" ftir grosses Orchester vier Solostimmen und gemischten Chor in meisterhafter Vollendung zur Auffiihrung gebracht, welcher Vorfiihrung Beethovens Leonoren Ouverture Nr. 3 und ein Festspruch vorangiengen. Mitwirkende dieser unserer Stadt zu nicht geringer Ehre gereichenden Schillerfeier waren: Frau Martha Winternitz Opern- sangerin aus Graz, Frl. Gisela Seehofer Opernsangerin 1898 9. Novem- ber Wallensteins Lagcr. Die Piccolomini. 11. November Wallensteins Tod. 1 Laibacher Tagblatt 1870 8. Marž. 29 aus Wien, Herr Jean Nadolowitsch Opernsanger aus Wien und Herr Hermann Jessen Opernsanger aus Graz; Deklamation Professor Dr. Karl Wedan; der Damen- und Mannerchor der philli. Gesellschaft sowie Mitglieder der Sangerrunde des Laibacher deutschen Turnvereins: das Orchester bestand aus Mitgliedern, Lehrern und Schtilern der Philharmonischen Gesell¬ schaft, ferner aus Mitgliedern der Kapelle des k. u. k. Infanterie-Regimentes Konig der Belgier Nr. 27 und auswartigen Instrumentalkraften. •X* •K Wir glauben diesen lokalgeschichtlichen Beitrag zur Schillerfeier des 9. Mai 1905 im Hinblicke auf die zahlreichen allgemeinen Festbeitrage nicht besser schliessen zu konnen, als mit der Hervorhebung jenes Passus aus der von dem Professor Dr. Minor in der Aula der Wiener Universitat gehaltenen Festrede, jener Apostrophe an den Unsterblichen, die also lautet: „Hilf du uns zu j enem M e e r von Licht, das einst ein hochgesinnter Fiirstensohn, in dem die Seele deines „Don Carlos" lebendig ge- worden war, auf dieses Reich herabgeflehet h at 1 ." 1 Wiener Zeitung 12. Mai 1905. NARODNA in Svetna KNJIŽNICA 7