LaibaOer Heilung. > Verlegt bei Leopold Eger, landschaftlichen Buchdrucker. ß Fceytag den 2z. März, 1304. Inländische Begebenheiten. Wien. Ans den Berechnungen der hiesi, gen Bezirks - Krankenanstalt erhellt, daß im verftossnen Jahre 24,854 arme und minder vermögliche Kranke von den Bezirksärzten und Wundärzten ausser dem allgemeinen Krankenhause in ihren Wohnungen beHandels, und mit Arzneyen unentgeltlich Versorgt worden sind; wovon 22,859 gebeilt, 469 gestorben, 263 in ein Krankenhaus überbracht, 49^ungeheilt ausgeblieben, und 76; in der Heilung zurückgeblieben sind; 369 armen Gebährenden wurde bcygestanden. Im allgemeinen Krankenhause wurden 1^,752 Kranke bchandelt, wovon 95^5 geheilt das Spital verliessen, 2c 47 starben, 1092 ««geheilt entlassen, izo in ein Versor gungshauS abgegeben wu.den, und 948 in der Kur verblieben. Im dortigen Gebährhause waren 2334 Schwangere, wovon 22 ik gesund daS Spital verliessen, 16 verstauben, und 102 verblieben. Im Spitale der Wahnsinnigen befanden sich 567, von welchen 209 geheilt entlassen worden, 54 gestorben, und 3^4 in der Heilung verblieben sind. Im Vpitale der Barmherzigen wurden 2993 behandelt, von welchen 2591 geheilt, 266gestorben, und 136 in der Kur verblieben sind. Im Spitale der Elisabethincrinnen wurden zKF Kranke behan oelt, hievon wurde» 254 geheilt, zungeheilt Wieder entlassen, 6) sind gestorben, und 48 in der Hellung verblieben. Im Iudenspltale wurden 92 Kranke behandelt, von welcken 75 gesund entlassen, 5 gestorben, und die übrigen im Spztale zur Heilung verblieben sind. Es kommen ans dem Oestprreichischen allenthalben traurige Nachrichten ein, daß in dcm 4 bis 5 Schuh hohen Schnee, welcher vor g Tagen fiel, mehrere Reisende durch Verirrung, Pcrsinkung und Ermüdung ihren Tod gefunden haben. Hier sind täglick über i noo Pe sonen, und mehrere inc>Vf?rde beschäftigt, den vielen Schnee aus der Stadt fortzuschaffen. Ausländische Nachrichten. Deutschland. Regens bürg, den 6. März Am 5 d. wurde folgendes zur Diktatur a/bracht: Einer hochanfehnlichen R ichsversammlung find die mit archivaliscken Urkunden dokumentirten Gründe bekannt, die Ihro kurfürstl. Durckl. zu Pfalzbayern zu jenen Maßregeln berechtiglen, die Sie gegen die zur Reichsritterschaft übergegangenen adelichen Insassen ihrerEntschadigungsl nde an« gewendet haben; hiebey hatten ^hro kursürstl. Durchl. nie die Absicht, die konstimtioneNe Existenz der Reichsritterschaft anzugreifen; auch hatten Höchstdieselbe bey der Ausführung dieser Masire^l allen Kollisionen sorgfältig vorbeu« gen lasftn, durch welche die öffentliche Nuhs hätte gestört werden können. Um so schmerz« licher mußte es Ihro kurfürstl. Durchl. fallen, daß Ihre Handlungen eine Ihren Gesinnungen ganz entgegenstehende Mißdeutung erhielten, und daß man daraus Anlaß zu Nachahmungen unter ganz ungleichen Verhältnissen genommen habe. Hurch die neueren Ereignisse und dar« über entstandene Kollisionen unter den verschie ^en«n Viihe^iZtcn hat nun die Sache ei«e solche «mg?ückliche Richtung erhalten, daß nicht zu wisikennen ist, es möge leicht dadurch d«e öffent» liche Ruhe und Eintracht im deutschen Nelche ge fährdet werden. Die Besorgn,ssc, welche Ihro kais. Majestät, Ihro kömgl. Majestät von Preußen , und andere an tmn Wobl und der Ruhe Deutschlands theilnehmenden hohen Machte hierüber geäussert baden, stimm?« mit dcn eigenen patriotischen Gesinnungen Ihro kürst. Durchl. so sehr übereil, daß Höchstdieftlbe kein Ve^ denken tragen, um allen Vorwanh zu willkühr^ lichen Thathandlungen zu entfernen, ftlbst die zur Ausführung Ihrer gerechtesten Ansprüche angewendeten Maßregeln aufzuheben, und ohne sich Ihrer in den Relchsgcseyen, und nameut-l ch in der kais Wahlkapitulalion Art. 19. §. 7. gewährten Vfugnisse M bedttnen, den N^tuz lzuo in Ihren Entschadigungslandkn mit ftyer^ lichvm Vorbehalte Ihrer Reckte wieder herstellen zn lassen. Indem Se.kurft Durchlaucht einen mue, unzweydeutigen Beweis Ihrer palriotis iÄrsinnungen und des aufrichtigen Verlangens zur Erhaltung der Ruhe und Eintracht daS Ihrige beyzutragen , an den Tag legen, so schmei, chrln Me sich Ihrer Seits, daß man die rechtlich erworbenen Befugnisse IhreS Kurhauses er, halten, und den relchsschlußmasslgen Territo-rialersay für daS aus Dero EntschadigungSloose gebrochene Vißthum Eichstädt nicht ausser Acht lassen werde. Hannover, den 1. März, Aus dem Piemontesischen kommen hier v«ele Rekruten an. Die Wunde drs Generals Grandjean zu Hameln ist nicht tödlllch; aber der Oberst Bossard, der ihn bl' ssirt hat, leidet an seiner Wunde schreckliche Schmerz?«. — Seit dem Einrücken der Franzosen exzstirc hier eine sogenannte hannovrische ExekutionSkomnuss on von 5 Mitgliedern, welche die Vollziehung dessen besorgt, was der franz General en Chef befiehlt. Vor seiner Av5 reise hatte General Mortier derselben , freylich auskosten des LandeS, l5 002 Thlr. jährl. Ge halt angewiesen. Allein diese edeldenkendenMäu-ner zogen das Vergnügen, ihrem Vaterlande in so traurigen Zeiten umsonst zu dienen, dem ri» genen Vortheile vor, und bmen dieftSumme un ter die össentliche Dienerschaft, die sehr Noth lei det/ zuHerthellen, welcheS auch bewilligt wurde. Verlin, den 1. März. Der Gras vo» Finkenstein, der bey der königl preußis. Ge» sandtschaft in Wien als Legationsrath angestellt ist, traf dieser Tagen als Kourier mit Depeschen ein, deren I»halt sehr wichtig seyn muß, weil sie keinem gewöhnlichen Kourier anvertraut wurden. Die Frühlingsrevüe wird doch Statt haben; die Beurlaubten sind schon einberufen. Aus Königsberg wird folgender trauriger Vorfall g?meldet: Am 22. Febr. fand man die Wittwe VoliuS und ihre Tochter, ein Mädchen von 15 Jahren, in ihrem Hause ermordet. Der Wittwe war der Kopf gespalten, und die Tochter mittelst eines Stricks erdrosselt worden. Der Thäter wollte nicht raube«, sondern bloß morden Man ist ihm schon auf der Spur. — Unser Hof hat mit Rußland eine Konvention abgeschlossen , Kraft welker künf ig alle Dejer« teurS und andere strafbare Personen wechsele seitig ausgeliefert werden. Berlin, den 3. März. I, russisch Lithauen, in Liefiand und Kurland bemerkt man starke Truppen Märsche. In oen russi-" schen Häven an der Ostsee werden 35 Kriegsschiffe ausgerüstet, die auf den Frühlmg mit einem starken Truppenkorps am Bord in See geheu sollen. — Unser Kömg wird semer Ncutraluät getreu bleiben, und nur dann Krieg anfangen, wenn das Wohl der preussischen Monarchie denselben nothwendig macht. Der König hat, wie ec nock Kronprinz war, das Elend d^s Kriegs als Augenzeuge mit angesehen, und wird also nicht eher von seinem friedlichen System abgehen, als bis,hn die Umstände dazu nöthigen. — Die junge schöne Frau , wrlche sich jüngsthin des NachtS in die Spree stürzte, wird hier allgemem bedauert Es war der französische emigrirte Exgraf von T — y , mit dem sie einen geh>nmön Umgang unterhielt. — Tie Beurlaubten werden zu der FrühlingSrevüe wirklich ein, b rufen Vor 3 Wochen zweifelte man noch, ob d»eß geschehen würde. Frankfurt, den 10. März. Privat-brttfe aus Wien melden, daß Luzian Vonaparte daselbst erwartet wcrde, und daß im Gasthofe zum römischen Kalser für ihn 22 Zimmer be« reus gemiethet wann. T ü r k e y. Konstantinopel, den 30. Jan: Kraft der am 2i. März i8uc>. mit dem russischen Gesandten Tamara abgeschlossenen Konvention verlangt die Pforte nunmehr von der 7 Inseln Republik den Tribut von 75,000 Piastern, der alle 3 Jahr bezahlt werden muß. — Ez befindet sich eine zweyte Sultanin in gesegneten Umständen, worüber der Großherr eine nicht geringe Freude hat. Rußland Petersburg, den 14. Febr. Der Kai-ser hat dem Reichskanzler, Grafen von Wo-ronzow, eine ungemein prächtige Tabatiere zum Beweise seiner Gewogenheit verehrt, nnd ihm die Erlaubniß gegeben, zur Wiederherstellung seiner Gesundheit eine Reise zu machen. In ftlner Abwesenheit besorgt der Fürst Czartorisky d,e auswärtigen StaatSgeschäffte. Der portugiesische Gesandte, d' Aranjo, ist plötzlich von Heer nach Lissabon abgereist. — Die grosse Sonnenfinfterniß am il. dieß konnte man hier seyr gut sehen. — Der berühmte Virtuose Rode hat daS Glück gehabt, vor ocm Kaiser auf der Violine zu spie? len. Dafür erhttlt er einen Ämg, znoo Rubel