Donnerstag den 13. Mai 1836. Naibach. vln I I. Mai. ^»)cr Monat Mai, sonst der Verjünger der Natur, scheint in diesem Jahr? cine fie erste Woche unserer Messe ist vorüber, und als vorläufige allgemeine Notiz können, wir mittheilen, daß die Messe fast durchgangig als eine gute, noch mehr aber als eine große tez«ichnet wird. Drr Absatz war von höchster Bedeutung, und wenn ja Manches unverkauft blieb, so lag dieß vorzug-lich mit an den ungeheueren Vorrä'then, welche hier aufgestapelt worden waren. Die ältesten Meßbesucher wissen sich eines solchen Zuströ'mens von Waren nicht zu entsinnen. Unter den aus fernen Gegenden angekommenen Fremden befand sich dießmal auch ein Einkäufer aus Bagdad, und als Seltenheit führen wir das Erscheinen eines Bewohners von V.in-Diemtnsland an, der indessen nicht eigentliche Meßarlikel, sondern Schafe be-gchrtl. (W. Z.) M ü n ch e n, 23. April. Zuverlässigen Nachrich. ten zufolge, ist die Ankunft Sr. Maj. des König« Otto von Griechenland in München gegen Ende des Monats Mai zu erwarten. — Se. königl. Hol), dcr Kronprinz läßt in der Porzellanmanufaclur cine V me, und deckte auf solche Weise die Arbeiten an der Straße über den Atlas, deren Vollendung einlr btr l50 Hauptzwecke ber Expedition war. Am 5. April hatte das Geniecorps diese schwierige Aufgabe beendigt und man brachte auf den höchsten Punct der Straße eine Feldkanone, welche vom Gipfel desAtlasgebirgcs herab »eine Freudensalve gab. Am 9. April waren sämmtliche Expeditionstruppen in ihre Cantonnirungen eingerückt. Auf dem Rückmarsch derselben wagten die ent-muthigten feindlichen Stämme, obwohl sich einzelne Plänkler schen liessen, keinen Angriff mehr, und na-nientlich die MouzayassMen so schwer gelitten haben, daß man sie fur immer zur Ruhe gebracht zu haben ßlaubt. Der in Medeah von den Franzosen eingesetzte Bey halte seldst an dem Kampfe gegen den Feind Theil genommen. (Ost. V.) Spanien. U:-.:er den religiösen Körperschaften, welche zu Madrid aufgehoben wurden, befindet sich das Kloster von St. Salvador. Dasselbe besaß dreizehn bedeutende Häuser in der Hauptstadt, und zwei Millionen in Staatspapieren. Und dieser Convent bestand aus einer einzigen Person. (Prg. Z,) Der höchste Gerichtshof von Spanien und Indien hat in Folge der Vorgänge von Saragossa entschieden, daß alle VcWer der dortigen Kanzlei zu suspen-dircn, und der General - Capitän und Civil - Gouverneur abzusetzen seyen. In Folge dessen ist der Brigadier Don Euaristo San Miguel zum interimistischen Ge-neral'Capitan von Arragonien ernannt worden. Die Times enthält in nachstehenoem Schreiben au5 Sant and er vom l2. das Nähere in Bezug auf die Wegnahme von Lequeitio: »Heute Morgen traf die ziemlich unerwartete Nachricht hier ein, daß die kleine Küstenstadt Lequeilio, nach einem etwa zweistündigen sthr schlvachen Widerstände, von Seiten He^ fast 700 Mann starken Garnison- am gestrigen Ta» qe den Carlistcn übergeben worden sei. — Die mit sieben eisernen und fünf metallenen Kanonen versehenen Festungswerke der Stadt waren stark genug, um die Belagerer viel länge.r abzuhalten, als die Garnison gethan hat. Daß es nicht geschah, wirddaburch noch auffallender, daß früh um sieben Uhr an dem Ta-ge dcrÜdergabedas spanische Dampfboot «Isabellall.«, in den Hafen einlief und der Capital, desselben, Com«, modore Henry, den Gouverneur benachrichtigte, daß cr, im Falle er von den Carlisten im Laufe des Tages angegriffen werden sollte, Alles aufbieten möchte, um sich. einige Stunden zu halten, da um fünf Uhr Abends, das andere Regierungsdampfboot »Neyna Gobernado-, ra« mit einer Verstärkung von 700 Mann nus Pilb,a.o ankommen werde. Um 5 Uhr erschien auch wirklich, das genannte Vampfboot mit der Verstärkung am Bord auf der Hohe des HafenS, erhielt jedoch nur durch einige Bote von der Käste die Nachricht, daß die Hülf« zu spat komme, indem die Garnison vor einigen Stun» den die Stadt übergeben habe. Mangel an Festigkeit oder Rechtlichkeit von Seiten des Gouverneurs, odtr an Tapferkeit und Treue Seitens der Garnison hat den Carlisten eine Stadt an der Küste überliefert, ih«, Artillerie um zwölf Kanonen vermehrt und ihnen eine beträchtliche Menge Munition, so wie 700 Flinten d,r der gefangenen Garnison verschafft. Das geringe Vertrauen, welches nach diesem und früheren Beispielen in die Gouverneure und Garnisonen der Stadt, an der Küste zu setzen ist, hat sowohl den englischen als den spanischen Behörden hicrselbst die Nothwendigkeit g«: zeigt, die englische Negierung um eine größere Zahl brittischcr Kriegsschiffe und Seesoldaten zu ersuchen, um diejenigen Orte, deren sich die Carlisten schon bemächtigt haben, ihnen wieder entreißen und die an der Küste von den Truppen der Königinn noch besetzten Puncte unterstützen zu können. (Ost. B.) Am 13. April traf zu Madrid durch Estaffete l>«i der englischen Gesandtschaft die Nachricht ein, daß b«i einem zwischen einem Theile ber Besatzung von Bilbao und den C.'rlisten am 6. vorgefallenen Gefechts, de« Capilän Lapidge, von dem yroßbritannischen Kriegsschiffe Ringdove, auf letztere ein Kartätschenfeuer eröffnete, und sie, nachdem si» ^u bis 20 Mann verloren halten, zum Rückzüge zwang. - Dem Memorial des Pyrem'es zu Folge, h"t dll letzte große Aushebung, welche auf 100,000 Mannb«. rechnet war, bVi68 Mann geliefert, wozu noch H655 Mann kommen, welche vorher in den Depots wi,re«^a- ^""Die Gazette be France meldet aus Bayomie volV 22. April: Nachrichten aus Elorrio vom 2U. ^: Fo'l-ge,' hielten Carl V. und der Infant Don Sebastian forl«i während ihre Residenz daselbst. Es hiess Cordova f der Königinn abgestattet'kalte. Der Patriarch empfing das hohe Paar vor dem Altare, und die Vermählungsceremonie begann. Das Volk zcigte sich ftcudig bewegt . und brach beim Anblick l'eincr Königinn uild ihres jungen G^ mahls in laute Viva's aus. Die Glocken aller 3hm-wo läuteten, und in verschiedene« Zwischcnräumcn dpn-nerccn von der Citadelle die Kanonen. Das Beifall-klatschender.zahlreichen Versammlung beim Anblicke des jungen schönen Prinzen, der zwischen der Königinn und der Kaiserinn erschien, wollte nicht aufhören. Überhaupt hat, man die^Vemcrkung gemacht , dcisi der t52 Prinz ben günstigsten Eindruck bei der ganzen Bevölkerung der Hauptstadt hervorgebracht hat. (Mg. 3.) ekroHbritanni eil. DasUnItecl 5^1-vico ^Qurnal (Zeitung dcrLand« und See.Armee) meldet, das Gericht gehe in den mi' litärischen Salons, daß die Verwaltung der Leibgarden bald mehreren englischen Regimentern den Befehl geben werde, nach Spanien abzugehen. Diese Regimen. ler sollen zu San Sebastian, Bilbao und Sanlan-der ale Beobachtungs.Corps aufgestellt werden, um im Nothfalle die brittische Legion und die Truppen der Königinn verstärken zu können. (W. Z.) In 5em Marinecollegium zu Portsmouth sind zwei Zöglinge aus der Türkei angekommen; zwei an« dere widmen sich in Woolwich der Maschinenkunde. — Der Eisenhandel hat eine ungeheuere Ausdehnung ge« womun. Trotz der beträchtlichen Ausfuhren nach allen Theilen des Continents find noch über 20,000 Tonnen geschmiedetes Eisen auf dem Lager. Auch Vlei ist von 3 auf 3V" Pfd- St. pr. Tonne gestiegen, und dürfte «och höher gehen. — Aus Madagascar erfährt man, daß ble Königinn jede Ausübung des christlichen Cultus streng untersagt hat. (Corresp.) Die acht zur Ausrüstung beorderten englischen Linienschiffe sind beinahe segelfertig, und an den (außer Offizieren und Seesoldaten) für sie erforderlichen 2200 Seeleuten fehlten am 22. nur noch 240 Mann. Dem nächsten absegelnden Bataillon S^'soldaten von 700 Mann unter Major Owen sollen, nach den ministeriellen Bla-ttern, mehrere Detaschements folgen, so daß 2000 Mann von dieser Waffenart zur Verfügung von Lord John Hay gestellt werden sollten, die dann nichl allein hinreichen würden, die Küste zu schützen, sondern auch die wichtigsten Forts auf derselben in Ae« sitz zu nehmen, und die Garnison zu bilden. (Ost. V.) Lord I. Hay ist jetzt zum Commandanten des brit-tischen Geschwaders ander Nordküste von Spanien ernannt, und wird seine Flagge an Bord des Castor auf» pflanzen. Diese Ernennung hat für ihnZ den Vortheil, daß er nicht mehr von dem brittischen Admiral im Ta« jo„ Befehle einzuhohlen braucht, sondern selbst alle ihm gut dünkenden Operationen vornehmen kann. Die acht Linienschiffe, deren Ausrüstung angeordnet lpor. den, sind jetzt segelfcrtig. (Allg. Z.) kriechen land. Athen, 6. April. Der verehrte königliche Gast, den die aufrichtigen Segenswünsche Aller begleiteten hat uns nunmehr verlassen; sein Andenken aber, an das sich neuerdings so viele Erinnerungen der Liebe und Fürsorge des baicrischen Monarchen für das griechische Volk knüpfen, bleibt lief in den Herzen desselben eingeprägt. Am Tage der Abreise des Königs war die ganze Stadt in Bewegung; alle Straßen, Fensterund Balkons waren mit Menschen gefüllt, die den verehr« ten königlichen Philhcllenen noch einmal sehen, und ihm ihre Wünsche zur glücklichen Heimreise darbrin: gen wollten. Das Militär bildete Spalier durch die Straßen, die Se. Maj. paffirten. Der königliche Vater fuhr mit dem geliebten Sohne in einem sechsspännigen Gallawagcn, und wurde bei dem Einsteigen und bei dem Abschiede im Piräus von dem tauscndstimmi-gln Segensrufe dcr versammelten Menge begrüßt. Von Mund zu Munde wiederholt sich der Wunsch, es möchte dcr verehrte königliche Gast recht bald wieder den befreundeten griechischen Boden besuchen. — Die Abreise Sr. Maj. dcs Königs Otto in eines der Bäder Deutschlands soll in ganz kurzerZeit erfolgen. Man sagt, daß der k. baierische Gesandte, der erste Adjutant dcs Königs, Graf von S^porta, dcr Cabinets.Referent Major Lcmayr und einig? angesehene Gri>echen St. M.ij. begleiten würden. — Der Rcsidenzdau schreitet rasch vorwärts; auch der Bau dcs Militärspitals ist bereits sehr weit gediehen. — Die Nachrichten aus den äußersten Provinzen lauten durchaus, befriedigend. Die Nebellen haben den k. Truppen nirgends Stand ge-hallen, und sind bis auf eine Abtheilung derselben, die sich mit den Näubcrn vereinigt hat, unsichtbar geworden. (Mg. Z.) G 6 m l! n n i slli es Nc i lh. Nachrichten aus Kragujevacz zu Folge hatt« Flirst M «losch die vom Sultane erhaltene Einladung, der Vermählung seiner Tochter beizuwohnen, in Betracht dcr jetzigen Verhältnisse in Bosnien, ablehnen ^u müssen geglaubt, zugleich aber seinem Bruder, dem General-MajorIessrem, den Befehl ertheilt, sich in seinem Na-Men nach Constantinopel zu begeben, um seinem erlauchten Oberherrn die Glückwünsche zu überbringen. Icssrem har-bereits s'ine Reise nach Constantinopcl an. getreten. — In Folge der vom Sultane ergangenen Aufforderung, zur Wiederherstellung derNube in Bosnien mitzuwirken, sind seit acht Tagen nach allen Sei-tm Befehle des Fürsten Milosch ergangen, um alle entbehrlichen 2rupp»n gegen die Gränze Bosniens aufzubieten. Milofch selbst schickt sich an, si« zu defcd-ligm.. (Agiv 3 ) W ? a s i l i e n. Dl'l Morning-Herald meldet: Der Br^ilian hat Nachrichten aus Fernamduco bis zum 19. März üb?r, bracht. Die Insurgenten waren damals noch immer im Besitze der StadtPara, und verfolgten ihr Plünderung«-werk ohne Störung. Das Blockadegeschwader, lag vor dcr Stadt, war aber nicht stark genug, um einen Angriff auf die Rebellen wagen zu können. Man erwartete Verstärkung, wußte aber nicht, wann sie ankommen würde. (W. Z.) Nevacteur: H^r. ^h. Ucinrich. Verleger: Gs'Mj Ai. <7vler v. Nllinmarr.