Mutzen mid VerInügen. — .»«^ i »»„— Frcptag den 2. Jänner 162^" . Mber die Kmdcrblatttrn. Gins nicht überflüssige Ertnnir UN g. 3)«-« Unterbaltungsblatl des Wanderers Nlo.Hga und 32i r.Jahrs, enthält untt? obiger 3vu« brik folgenden Aufscitz^ den wir, hier wörtlich mittheilen: Da wir uns so oft ausgesprochen haben, daß wir «j uns zur unerläßlichen Pflicht machen, alles/ was zum Frommen so^vohl des Ganzen als des Einzelne« beytragt, in unser Blatt aufzunehmen, so glaubten mir auch mit Recht gegenwärtigenAufsatz, der außer dl?Vtschichce der Blattern,, manche gutgemeinte, die Schutzpocken betreffende, und daher nie zu oft wiederhohlte Erinnerung enthalt, «inen Platz lm „Wanderer" einräumen zu können. Diese scheußliche, schrecklich«, mitFieber unb Haut^ ausschlag sich äußernde,, ansteckende Kranheit ist leiderschon lange bey uns bekannt, richtete aber besonders feit einem Jahrhundert große Verwüstungen unter den Menschen, an. Unwissende wollten, den Utsprun^ dieses mörderischen Übels mit einer andern noch gräßlichern aus Amerika herleiten, da «s doch erwiesen ist, daß Euro» pöer dasselbe zu unsern Gegenfüßlern brachten. Es wü-lhete o,fl zugleich in mehre«,, Provinzen Europa's,, raffce zahlreiche Familien ohne Unterschied beS Geschlechtes und des Alters hmweg, oder versetzte selbe in Trost, loslgkeit, indem es aus ihrem Schooße ein oder mehrere heißgeliebt« Glieder in der üppigsten L^ebensblüthe wegriß, und wenn es ja. ihr Leben schonte, die Reih« ihreS Gesichts, besanbers des schöneren Geschlechts, zer, störte^ und indem es sie zu Echeuftlen umwandelte, auch auf ihr, künftig^ Lbs emen nachiheiligen Einfluß hatt^.. Die Erscheinung dieser Krankheit mußte ?n einer Z«it, wo die Arzneyivissenschaft noch nicht auf iener hohen Stufe stand, die sie jetzt mit Ehre behauptet, um fs furchtbarer seyn, weil ihr mörderischer S«g über den Kranben beynahe gewiß war;. und da man ihrer Neuheit wegen den Tharakter derselben nicht genuzsa« tannte, mansich auch der arztlichen Waffen gegen dieses Ungeheuer nich5 wirksam zu bedienen wußte. Ströme von Thränen sind für die theuren zahllosen Opfer ihrer Wuth vergebens gestoffen!. Über den Ursprung der Blattern ist man noch nicht ganz 5n Gewißheit; einige arabische Schriftsteller be» Häupten, baß dieselben ftmmt den Masern im Jahr 672 aus Äthiopien gekommen seyen und dann ihre Wanderung nach Ägypten genommen-haben. Gewiß ist, daß die Kreuzige, die so viel Übel über zwey Wetttheile brachten, im dreyzehnten Jahrhundert diese Pest auS dem Orient'zuerst nach Spanien, dann nach Frankreich, und in der FslZe nach den übrigen Landern Europa's verpflanzten. Mter Karste Max I. Regierung brachte nach Bieendkgung des KriegeS in den Niederlanden, s,m Heer auf dem Rückzug durch mehrere französische Provinzen, wo dies« Krankheit wüthete, Pandvnns'schrecklichste Gab« auch nach Deutschland. Vvn hier wurden dit Blattern, «?rm»thlich durch den Handel, nach Amerika, spater nach Afrika, und im Jahr« 1^25 aus Dänemark sogar nach dem unter dem Landvelke forl, ging jedoch leider nicht zu den höhern Ständen über. Man-weiß, daß gewöhnlich das Neue/desonders auf dem Lande diechartnäckigsten Widersacher findet (wte uns die mühsam eingeführten Verbesserungen uuch m der Landescultur seit Kurzem belehrte»). So gab es Viele, ja sogar Ärzte, die diese hemmen Wahrn.'h. mungen als alberne Vorurtheile erklärten, von denen so oft der ungebildete Landmann beherrscht wild. Und obgleich später diese Erfahrungen m einizen Gegenden allgemein bekannt wurden, so wußte oder wollte man sie noch immer nicht benutzen, um.gegründet« Resultat, hervor zu bringen. Deutschland 'wußte schon in der zweyten Hülste des vorigen Jahrhunderts diese Beobachtungen einiger Aufmerksamkeit zu würdigen ; denn im Jahre 1762 erschien eine Schrift: «Allgemeine Unterhaltung," dl« von einer unter den Kühen mtd Schafen herrschenden Krankheit handelt, und noch die zu beherzigende, äußerst wichtige Bemerkung hinzufügt, daß die Dienstbothen , welche diese kranken Kühe und Schafe melken, und von den Pocken derselben angesteckt wurden, nie bie Menschenblattecn heimgesucht hatten. Doch auch diese für die Menschheit so heilbringende Mittheilung — kann es der denkende Menschenfreund wohl glauben? — ging sowohl von Ärzten als auch von andern Individuen unbeachtet, wie ein leerer Schall an ihren Ohren vorüber. (Der Beschluß folgt.) Die kluge Frau. In Burgund lebte einst ein Herr von Varambon, «in liebenswürdiger Edelmann, der eme Tochter des Grafen von VillalS'Cessai, ein eben so schönes sls tugendhaftes Fröulsm Zeheirathet hatte. Dennoch blieb der iunge und feurige Gatte ihr nicht getreu, sondern verliebte sich in ein hübsches Bauermädchen, Nahmens la Ramee. Die meiste Zeit brachte er in ihrer Hütte zu, beschenkt« auch zuweilen sie und ihre Ältern, hü< thete sich aber wohl, das kleine Bauerhaus besser als vorher zumöbliren, damit da^kein Aufsehen im Dorfe -erregen möchte. Dennoch gab eS/wie gewöhnlich, dienst-fertige Ohrenbläser, welche bie sanfte Frau von Vz-rambon von Allem unterrichteten. Die Entdeckung 'schmerzte sie tief; aber sie schwieg. Eines Tages, als ihr Gemahl eben verreiset war, ging sie spazieren, und stellte sich, als ob ein Ungefähr sie an der Hütte ihrer Nebenbuhlerinn vorüber führe. Ein kleiner Regen diente ihr zum Vorwande, hinein zu treten. Die scheinbare Armuth der Bewohner schien sie zu überraschen. Mit' leidig fand sie daS Bett der Mutter wie der Tochter zu hart, die Lacken zu grob, die Bänke und Tisch« zu schmutzig, die irdenen und hölzernen Gefäße zu gemein. «Ich weiß,"sagte sie, „daß ihr zuweilen Besuche von Leuten erhaltet, die nicht eures Standes sind; daher ziemt es sich nicht, daß ihr so schlechtes Hausgerathe habt. Ich werde für besseres sorgen." — Sie hielt Wort, und gleich am folgenden Tage n/drd die niedere Bauerhutte, nicht kostbar, auch nicht einmahl elegant, aber reinlich und bequem möblirt. Die guten Leute, die den Grund ihres Benehmens nicht ahneten, segneten ihr« wohlthätige Edelfrau. Als aber nun Varambon zurückkehrte, als er zum ersten Mahl wieber die Wohnung der Dirne betrat — ach! da erkannte er schnell die zarte Güte feiner Gattinn, fioh aus der Bauerhütte, als habe er ein Ge» spenst erblickt, warf sich mit nassen Augen der sanften, beleidigten Frau zu Füßen, fühlte sich liebreich von ihr aufgehoben, umarmte sie entzückt, und wurde nie wieder feiner Pflicht ungetreu. Wie mancher verirrte Ehemann würde das ver, lorne Glück des Tugendpfades wieder finden, wenn es viele Weiber gäbe wie Frau von Varambon. G. M i s c e l l e n. In Paris ist ein ^.tkknes ä«5 Vams5 gestiftet worden, eine gelehrte Gesellschaft von Frauen, die förmliche akademische Sitzungen halt/ dersn erst? du'.'ch eins förmliche Nlde der Frau o. S a r t or i s er.ossnlt wurde. ^ Der es würde Verlorne Mühe seyn." Mais f^ni 6ian^c Iü« pnu55ü ä, 36 laire im,^rnu«s? I>l Paris sieht oberhalb dem Haupteingange der Passage der Panoramen eine Taft! mit der Inschrift: „Es ist verbothen, diesen Durchgang mit einer Last zu passiren." Dieser Tage, sagt ein dortiges Blatt, sey ein Mann mit seiner Frau gekommen, welcher sich in die Oper habe begeben wollen; als er aber des Inschrift gesehen, Habe er sich umgekehrt und z« seiner Frsu gesagt: „Nein, hier darf ich dich nicht mitnehmen; es ist von der Polizey verwthen." In einer englischen Stadt ging eln Bauer y-or fsner, Barbiersiube vorbey, und las an dem Fenster: „Wie Ihr denkt, „Hier wird umsonst barbirt — umsonst gut Bier geschenkt." Der Bauer dachte bey sich: Hier musst du einkehren. Er ging in die Stube, trank einige Krugs Porter,, »nd ließ sich seinen achttägigen Bart abnehmen. Als er mit kurzem Danke Hut und Stock nahm, hielt ihn der Barbier fest und verlangte Zahlung. Der Dauer wies an das Fenster und sagte schalkhaft: „Ihr denkt wohl, die Landleute können nicht so gut lesen als Ihr?" — „Neinl" sagte der Wirth, „wir lesen so: „Wie?, Ihr denkt „Hl'er wird umsonst baibirr? umsonst gut Bier geschenkt?« — Und so mußte dieser und mancher andere armeTeu» fei bezahl«l>v was er über den Durst getrunken hatte. Fruchtbarkeit. Zum Beweise, wie auf manche-n He^se der Sl« gen des Himmels ruht, dieiu folgender Fall: Im Dorfe Ch", auf der Herrschaft Rattay, hat es sich ereig. net, baß d»m dortigen Bauer Joseph Czsrnuschak u« vorigen Jahre eine Kuh drey lebendige frifche Kalbn zur Welt Erachte. Im selbigen Jahrs ward auch des Bauers Weib von drey Kindern, zwey Knaben und einem Wadchen, entbunden, welche alle Hoffnung ge-b«n, bey der Fülle ihrer Gesundheit groß zu wksleO. Falsches Sprichwort. Die größte Noch bricht Eisen^ Wie alte Sag« spricht; Und dennoch rührt die M«tn5 Das Herz IsmenenS nicht» Dr«, fylbige Charade^ An di« Falsche. Als deine Liebe noch d«n treuen Freund beseelte. Da rul/icu liebevoll die Ersten oft bey nur; Wenn meiner heißen Sehnsucht daim die Sprache fehlte. Sprach ohne Mund undAug' die Drrtts frey zu dir! Die Ersten fühlten dieser Sprache leise Schmerze», Ut deinem Heizen. In nie vergess'ueu wonnevollen Stunden Hab' ich das Ganze oft von dir empfundcn;. Zu viel vertraut' ich diesem Gluthverlangea, Nun seh' ich'S klar, ich wurde hintergangen. Auflösung der Charade in N'ro 52 s. I^ S ch n e e - G a n s. Anmerkung. Etwas vom Schnee» Der Schne« ist nicht immtr weiß; ts hat ssch schg» rvthlicher Schnee gezeigt, wi« schwarzer Schnee in den Gebirgen nichts Seltenes ist. —Bestätigt sich die Behaus« tung der Physiker, daß Weiß d« Inbegriff Aller sieben Farbe», und Schwarz der Mangel aller Färbt« ist, so ist der Schnee siebe »färb i g und farblos. Der Schnee dient auch zum Wiederbeleben scheintodter erfror» uer Menschen. Der Schnee, fo weiß (siebenfarb igj er auch ist, hilft doch, schwarz« Tint« (fazblo-») i» mache». Ferd. Nosenan. G,zrn6t h,y Ignsj VlHYs Edlin z^e» Kleinmayr.