1^ ^ Vereinigte ^H Laibacher Zeitung. Gkdluckl bei ) g " az 3l s.' ys EdIcn v. Klelnmayr. Freitag den 26. December 1817. I n n l a ll d. I l l y r i e n. Schloß Octenegg bei Neifnitz den 24. Dec.1817 ^ v/estcrn abends nach 6 Uhr, gerade beim Eintrttt des Vollmonds sammelte sich über diesem , ans einem ziemlichen Hügel isolirt eine Stunde von Reifs'itz an der Laibacher Strasse siebenden S^loße in grauweißem mit Ncdel verdeckten Gcuwlke, jedoch bci lichtem Mondenscheine ein Gewitter, wcl-ches b<^!I) fortdanerte. Um diele StmchL schlng der Blitz mit außerordentlichem Ak-kracbe in den ködern Tkeil des Schlosses ein; in der Wobnung des Verwalters, der gerade mit seiner Familie a>li Tische saß sprangen im nämlichen Augenblicke zwei nebeneinander stehende Tbüren angelwcit auf, und öffneten den Aufgeschreckten die Aussicht auf ein im Gange s Auch in Laibach hatten wir am 23. d, abends zwischen 6 und 7 Uhr ein ziemlich starkes Gewitter und starkes Wetterleuchten. Oesterreich. Wien. ^ Se. k. k. Majestät haben mit aUerböckster Entschießunq vom ,. Dezemd. d. I den ausgetretenen Oberlieutenant und derm bligen Fabriksinbaber zu St. Iohsnn bei Villach, Philipp Ferrari della Torre, rücksichtlich seiner Abkunft von einer alten Patrizer" 5a« wilie der Stadt L)arma, danu i« Berücksichtigung seiuer Verdienste um das Favriks-wesen uud die Landwirthschaft, den Oester- reichisckstl Adel gegen Entrichtung der Taren, aNeranädigst zu verleihen aerudet. (W, Z.) Mähren. Die zu Folge Allerhöchster Nenchmiumg von den mährncht!, Herrn Ständen als Be, lobnung für die vorzüglichste d>rzeu^ung ees Brauntweiues aus Zwetschken odec zogenann-töuSllwowlz u Oclsaus oe,'. Dörnern , jähr» Itch gewidmeten secks Prämien, wurden für das ^ahr lül5 nachstehender Weise verbellt, ^nd zwar: Das erste mit 5o Gulden er'nclt Jakob ^chm«ot, ans Znaim, wegei, l3^i 3l-»uer, das zweite nut /,o Guld ^^erdluand ^eyerlhuber, vo«i dem Zuaimer N.itergule, wegen ^9 Eliner, das dritte unt Zo Giüo. Anton T'lchy, ausTcurowitz, Znairner Kcei: ses, wegen 72 Elmer. das vierte mit 2') ^ul, den rie .Ke.nochoivltzer Bestaudjädu,, El?scl, beth Holzer, we^ei, 5o Etmcr, das fünfte nüt io Äuloo, oer Projjl»ltzcc Burger, Io., bann Sika, wegen ^7 Elmer 10 Maß, end« lich das sechste mit 10 Gulden ^ohat-.n Äorber, von Kanilj, Brünner Kreises, wegen 46 Eimer derlei erzeugten Branntweins. (P. 3.) Ausland. Deutschland. In der 53. am ,. Dezember gehaltene» Sitzung zelgle das Präsidium an, der tö« I^iedeclandlsche, großdcrzo^l. ^lremvurgt«' sche Hr. Gejandte, Freiherr von Ga^ecn, habe den königl Preußlichen Hrn. Gesandten, Grafen vo i der b^olz substituirt. Der königl. Bayerische Hr Gesandte, Freiherr von Aretln, gab Kenntniß oon der Beschwerde des kö'ligl.preußische Obersten, Frelderrn Ci)ri,tlan,oon Masse,,»ach, worin er der hoben Bunoesoersalnmllmg setne Ver, lveisung aus Heidelberg , als eine Verletzung des ltt. Artikels der deutsch n Bnndesakte, die jedem Deutschen Grundeigenthmn ln jedem Deutschen Buudesitaate zu erwerben und zu besitzen erlaube, um so vielmehr also sich in einem andern Aeutschen Staate un- ter dtm Schutze, unb unter Befolgung hev ^andesgesetzeal'fzuhalten gestatte, -anzeigt. Der Hr. Ge andte truZ den Anhalt dieser Eingab« vollständig vor, und gründete hierauf den )lntrag : daß , da die Verweisung des l)relherrn 0 H'asseüvach durch die groß-herzogl. Badische Behörde, aus der St.Dt Heidelberg lediglich als eine, ans der Po!l« zelgol>^lt -ausgehende Maßrc,,^l anzusehen^ 7. November l. I. ertheilte Antwort auf das, Na'xnens des Deutschen Bundes, von dec Bundesversammlung erlassene Schreiben vom i5. Julius d. I. über das Peusions-wesen der ^ eistlichen und Diener'chaft oes ehemahligen Hochstlfts Basel, wurde oerle-sen, und der königl Hannsoerische ^r. Vundesgesandte, von Martens, trug Y"- ^"Au^'dem vorgelesenen Schreiben der Eidgenossenschaft an die Bundesversamm? lnng era.ibt sich, daß sl< nicht etwa gegen dies« o^er jene Person, oder gegen den Ter, nun der Uebernahme e, was erinnert, son, tzern geradezu alle Verbindlichkeit zur Ueber-n^wung der aus der tränst benanischen Hasse 'bczahlten Baseler Pensionäre verwei? g3rt,und sogar dcr Bundesversammlung das Recht ^wstreilet, sich u» diese Angele-K2nhi.'it zu msschen< (W^ Z.) (Die Fortsetzung folgt.) Großbritannien. In der Proclamation, wodurch das Parlament auf den 27. Jänner zusammen berufen wird, heißt es, daß dieses geschehe, um Verschiedene dringende und wichtige Geschäfte abzuthun. Elne andere Proclamation in der Londoner Hofzcitung verbiethet den Unterthanen Großbrittanniens , tn die Dienste einer der streitenden Mächte in Südameri« fa zu treten, bei Verlust der königl. Gnade unter Androhung der von den Gesetzen, verhängten Strafen. Jene engl. Untertha« ne„ , welche sich mit Genehmigung ibrcr Regierung in Diensten des Königs von Spanien befinden, dürfen darin- verbleiben, unter der Bedingung, nickt in Südamerika zu dienen , und zwar weder zu Land noch zu Wasser. Diese Verordnung gründet sich auf die angenommene strenge Neutralität zwischen Spanien und seine insurgirten kolo-nien, macht aber diejenigen sehr bestürzt, welche im Begriffe standen , sich nach Ameri-f.1 eisnus l'lffcn und ikre Schuster und Schnei-d,-r, die sie auSstaffirtcn, erst dann bezahlen trollten . wenn sie von Eroberung des er« sehnten Eldorado zurücksehrtcn. Vor einigen Tagen äußerte die Königinn d<>!i Wunsch, in dem, einem reichen Qua? cker, Nahmens Föhn Thomas, gehöriqen Prirr«P rk spatziercn zu geben, und ein Be-, dienter wurde vorausgeschickt, um die Er, laubniß des Eintrittes nachzusuchen. Mad. Tho^ as empn'ng Ihre Maj. daselbst sehr ehrfurchtsvoll ui,d mit folgenden; Worten: „Ich hoffe, Charlotte, daß du dich wohl befindest , ttnch frlnt es, dick in meinem Park zu se cn; du bist mlr jederzeit willlom-inen, und ich werde mich beeilen, dir weine Thore zn öffnen, Ich hoffe, daß die Bäder zu Bath dir gut bekommen sollen. Ich wünsche dir eine gute Gesundheit. (Wdr.) Preußen. Nach Berichten ans Berlin vom 9 Dec. batte Se.Durchl der Fürst Staatskanzler seine Reise nach den Rheii-provinzen angetreten. Ter Professor Or. Koreff, dess-n Sorgfalt der Zürst seine'Genesung verdankt , bat Erlaubniß erhalten, ihn aus dieser Neiss zu begleiten. In der Ksnigiberger Zeitung stand folgender Artikel aus Cisenach, vom 19 Okt. „Wir sind heut durch eine, in ihrer Art ewzige Scene aus dem Zeitalter der tiefsten Barbarei überrascht , und unsre ebrwür-dige Wartburg ist dulch sie tief entwürdigt wocdcn. In Gegenwart des bekannten Professors und Naturpbilosophen Oken hat ein Haufen verwilderter Menschen, did sich Musensöbne nannten, eine Reihe auserlesene, aber ihre u. ihresPräses bekannt« unsinnige politische Grundsäze hindernde W«ke auf der Wartburg öffentlich verbrannt. So mußte diese Vaterburg der Toleranz dec Schauplatz der Intoleranz der neuen Van-dalen werden, so mutzte die Feier von der errungenen deutschen De n ckf r «»heic entweiht werden. Aber so hat Ot'en »nd seine Glaubensgenossen auch deutlich bewic« sen, was sie /unter der immer mit volle« Baken reklamirten L'reßfreibeit verstehen, und gezeigt, daß sie dtcftlbe nur für natur-phllosopbischen und demagogischen Unsinn, nicht aber lur Vernunft und Ordnung wollen; so haben sie ein neues Gpezifikum besannt gemacht, um Werke zu widerlegen, die man nicht widerlegen kann , so wie man ehedem in Italien denjenigen durch Banditen meucbclmvrdete, gegen den man den Prozeß nicht qewinnen konnte. Menschen , die gar keine Censur wollen, haben sie selbst durch terroristisches Standrecht ausgeübt , und dadurch nur ihren Namen noch mehr gebrand- wür5t." ^- 2ies emp5.te die Ksnigsberqer . Stud'-^'iden , und einer ans ibnen wollte ein Wort dagegen in die Zeilung rü^en» aber der Poli^ldlrektor Schmidt ließ es nicht dur<5 dte Censur ge^en. Um ibre Meinung öffentlich an den Tag zu legen, beschlossen die Studierenden einen Fakelzuq und ein Lebehoch, den Mitfeiernden aus der Wartburg zu Ebren. Der Senat ver« sagte die Erlaubniß strenge, und brobte den andern Tag ein scharfes Verbot ans schwarze Brett zu schlagen. Die Stndie-renden, diesem vorkommend brachten das Lebehoch noch am nemlicken Abend auf dem Hofe der alten Albertiua, und schlössen mit dem ,.s^n '.e^mn^ " Den folgenden Morgen stand am schwarzen Brett ein Verbot oller 3by von "ssqier habe di? teuflische Mstcktt auch in Svanien die Pest >ln v^rbreit^n. Deßbalb ftabe er ein anaesiecktes Gesck,wader an die spanisch?!, Küsten qesendet. Der ^ö« viq babe alle Mittel aufgebothen, und ,..„ Juan Mauel de Caqigal, das Ober^Eomrn^ndo in dcn Provillzeu von Venezncla anvertraut haben. (W. Z.) Schweden und Norwcgcu. Nm i3. Nov. sctzte die rn^s6)-faiscrliche Eskadre un^er dcm 'Admiral MoUer r>on ^!l, vcfjord, nachdem sie wieder mit allem Nä-tbigen vcrscben war, die Fahrt nach Kadir m'ü zunü'lqem Win'oe fort. Sto^k!ol!n, vom 18. Nov. Eine abgedankte Militarf.'"rson von qutcr Familie Namens Drake, halbier durch eine rucklv-se Missethat einen allgemeinen Skandal erregt, indem er wahrend d?r von ibn: gebab-ten Aufsicht über die Arbeiter bei Auebessc-rung der Nittcrholmskircke, welche nur znr Beerdigung 'der königUcken Leicken und v.r-storbencr Geraphinen^Nitter, wie auch zur Verwahrung der Oiegesz<'ichen gebraucht wird, in das dortige CarollnisckeGrabgewöl? he eingebrochen, dieAsck^e unsers großenKöniqs Karl X. , wie auck einer Herzogwn v. Holstein , beunruhigt, jenem Krone, Schwerdt Apfel und Scepter, und dieser ein Diadem nebst Halsschmuck, alles von Gold und znm Tbeile kostbar besetzt, abgenommen , aber sich durck eigene Prahlerei nerraiben hat. Sogar von dem Sammet einer dcr Särge natte er sich eine Wcste machen lassen und übrigens mancke andere Denkmaler in der Kirche geplündert. Da ave? bei der Arre-tirnng ein genaues Verzeichniß und Nack« weisung des Gestohlenen in seiner Tasche gefunden ward, so hat man alles wieder erhalten. (S. Z-) Wechsel-Cours in Wien am2o. December 1817. Conventionsmünze von Hundert 302 2s3