Lmbacher Zeitung. Nr. 29«. Präüumeiationaplcl«: 9m Comptoir galizj. ft. ^l, balbj. si. 5,.ssN. stitr bie.^uftcNunü in« Hiw« h»lbj..'^>fr. Mi« dcrPost ss<,ü,j.fi. >5, haibj. st.7.50. Diellstilg, 24. December Inlertl onsgebüh: bi» 10 «eilen : iu:al «0 fr., lm.8>>ll., 3«. I fi.; sonst Pl.Zeilr im. «lf.,tm.5ll., Zm.U'dr. u. s. w. IüsertionOstcmpcl jtdr»»i. ü«, ?i. 18«7. DM- Der h. Aeiertafte wegen er: scheint die nächste stummer am Freitag. Amtlicher Theil. . ^c. k. f. Apostolische Majestät habcn Nlit Allcrhöch. ^"' Entschlicßuua vom 10. Dcccmbcr o. I. den lüstcn-"ut>isch!.'ii Baurath Franz To met zum Oberbaurath '" Galizicn allergnädigst zu ernennen gernht. Sc. k. k. Apostolische Majestät habcu mit Allcr-! ^chstcr Entschließung vom Nl. Dcccinbcr d. I. dcu, ""s^rordcutlichcu Professor der allgcmciucn Gcschichtc an ' ,,^' llnivcrsität in Graz Dr. Adaiu Wolf zum ordcut- i 'lchen Professor dicseS Faches an dcr genannten Hoch' ^l>le allcrguädigst zu ernennen geruht. , Dcr mit der Teilung des Miuistcriuius dcs Iuucru ^ "Ulmilc Miilistcr hat dcu Bauiuspcctor Karl Oh m a n n ! ^»' Baurathc in Galizicu ernannt. ! , A,„ 22. Dcrember !«, Dr-cembcr 1^!7 über die ^rrichümg sctbltäudigcr Fma»;pro- ^ curalort» in Vin;. Salzburg. .^lagenfml, ^aibach. Trlest und Czcruowil.', il»d die Aujslcllnng eiucr M'pchlur dcr ga^ , >i;ischcn Finanzprocuralur in Kraluu; ! ^- >.">:i drn (3,lasi l)^ F,uauMiuislcr,umö vom I^l Dercmbcr >« cembcr !«<;? über dic Auflösung dcr ^aiid.^liauplcass« i» Krala« >md dic tluiftigc Äosor>;uilg dür Grschäslc dl'vs>'ll!l'l>. TnO !.X>, Slikt ciUhält llütrr ' l A>^ III daö Grsrtz uui» 21. Drcrmlirr 1807, wodinch dna ^l,l„d-m'sch ül'tt' dir Rcich^nn'>trl!luuci v^ui ^<>, Fi'driuir 1ftl>l ad-stmudrrt wird; - wirljam sür ^uhincii, Tnlmalicü, Ga-^i^ii und ^odüMl'lir» mit ilwlml, Olst^rrnch uMrr und 0k dcr EmiZ, S^l^iilc>, ^lricrmavl, MriNen, >lrin», B»-loioiiü!, Miihrci,, ^chk'sim, Tirol und Borln!l'cr, 14^ dnö StaalSgrnndgchtz von, ^!. Dl'cllndcr 1«'^ l!l»cr d>c all^onulncn Ncchtc drr Ltantv>büvgcr sür dic in, Nnchsrathc vcrlvllcin-n K'ünu^sich' u»d i'«ndrr; wir!sa„i für Bolmlcn, Hs>lid (^,,idil'Cli, dnxu dic Stadt Trieft »nl ihrmi O^'irtc: Nr. 143 das StaatSgrii»dn,ch'h vom 21. Do«mbrr 1«<>7 lldrr die Eiüsetzmiss sine» Nsich^^rrichtsl!; - wirksam für Böhiiu'n, Dalmatic», Galizn-ll, Orstcrrlich mitcr »nd ob drr Lnn««, Ealzbnrg. Sllicrmart, Kärntni, Kram. Hnlowmal, Mäh-rcu, Schlcsic», Tirol mit Vorarlln'rg, Gijrz nnb GradiSca, INrirn und dic Stadt Trieft mi< ihrcm Gcdiclc; Nr. 144 da« SlaatSgruudgcsrh vom 21. Deccmbrr 1W? u'I'cr die richterliche Ocwalt; — U'irlsain fl!r Böhme», Dalmalie», Oalizic» , Orstcrrcich »ntcr und o!) dcr Emiö, Salzduig, Striermark, Kärulcn, Krain, Vukuwina, Mährcu, Schlcsicii, Tirol mit Vorarll'erss, Go^ uud Grndi?l,'a, Istricu u»d dic Stadt Trieft mit ihrl'M G>,Iiie!r; Nr, l45> das Elaatsqrnud^setz vom 21, December Itt»!? übcr die AuiUiliung dcr :Xcc,icrnuci>?. ,ind Voll;ua.5gtwalt; — n'irl: sam für Böhmc» , Talmalicu. Oalizicn, Ocstcrr,ich unlrr uud ob dcr (5nus, Ea!;l!,!rg, Stticrmail, Kärntci:, Krain, ÄuloU'ina, Mähren, Schicsicn, Tirol mit Vorarlberg, Oörz und Oradisca, Istricu uch<tterien, welche Sc. l. l. aftostoNschc Majestät m landrsvätcrlichcr Vorsorgc an^. schließlich nur zu Zwecken ösfcntlichrr Wohlthätigfcil nn» zuordnen gcruhtcn, tommt nuninchv dic Xl. dieser Vot^ tcricn, dcrcn gnnzcö Rei,ucrlräa.ni,ß in Folgc Allerhöchste Ocstimmuna. der ^'m!lsu'!lWohltl)ätigfcits'?ottcricn zu erfreuen hatten, ist dcr lMstige Erfolg zuzuschreiben, daß mit dcrcn Ertrage theils cinc Mehrzahl gcmcinnntzi-ger öffentlicher Anstalten ganz ncn ins ^elicn gerufen, theils bereit? bestehenden cinc reichliche Untcrsli'itznna. zn^ gewendet werden konnte. Zcuguiß davon geben die öffentlichen Krankcnhiluscl-in Linz, Preßbnrg nnd Agram, dann die Irrenanstalten in Siebenbürgen, Ungarn, Steicrmarf, Körnten, Krain. Galizicn und Tirol, und die Kinderspitälcr in Wien und Prag, wie auch außerdem die Milita'r-Bndeanstnlten in 5t'arlSbad uud Pistjan, uud die mehrfache Fundirung von Stiftungsplätzcu für millcllosc Waisen von l. f. Officicrcn, Niilitärpartcicn uud Mililärbeamtcn n. s. w. Die in der Ausführung begriffene Xl. StaatS-Wohlthätigkcits-^otteric, »uelche mit bcdcutcudeu Gewiun-slcn im Gcsammtbctragc vou .'DO.OOl) fl. ausgestaltet ist. wovon daS Los nur H fl. 5 kr. östcrr. Währ. kostet, und dcrcu Zichuug belcils unwiderruflich am 1!>ttu Mär; 1^l>.^ stattfindet, bictcl sowohl dcu cdclsinniqen Mcuschenfrcundcu. als Icncn, die ihr Glück versuchen wolleu, nclicrdings die Gelegenheit dar, durch eine rcicii« liche Vosabnnhm' zur Fördernnq der so wohlwollenden Absicht Sr. f. l. apostolischen Majestät beizutragen. Dcr Gefertigte wendet sich daher mit demselben Vertrauen wie bci dcn vorausgcgana/ncu Htnats.Wcchl' thätigkcits-Vottericii an alle !<'»?. Cajus von Wellen he im »>. s»., Obcrsinauzrath und kcüer dcr t. t, i'ottc>qffiMs'Di,ectiou. " Da^ Spielpragramm ist im heutigen ?lml^blal ,..', Mlmono «« ^0 ol^lll»tvl> V86i«j o!)ilnl» !l<^;Isxj1o t«' «<» llniilrllNl. Weihnachten. ^ Dlr Chl'isttag hieß bei dcu Engländern Ehrisl', bci ,^ Niederländern Kerst.Äicsse, Kcrst-dagh oder Kcrs^ ^ , bri dcn Däueu Gudbyrt, bci dcu Deutsche» Christ« 8 oder Nynacht, Wcihuacht. Der )tamc dcr „Weih-^./^ (wci nnd wciha hicß im Altdeutschen: heilig) ist reck "^ ^^ Ehristcnthum. Die altcil KcltoOertnancn H?'^leu ihi>c Agnate nicht nach Taacn, sondern nach tctt ?' ^"' ^^'^ " " ^ l l'^'icl als Wcihc t a g bcdcu-^ - In dcr längsten Dccembcrnacht zur Zeit dcr Wintcr-^.''Ncliwcndc fcicrtcu die Krlto.Gcrmanen ihr Iuclfcst. s^ Nlaubtcu, daß zu dieser Zcit die Götliu Here Gc->»!! ^ ^'U'^ltd hcrumflicgc. "Man züudctc Fackeln au. öcrk ^^^'^ ,'ll bcwilllommuen, nmchtc Feuer auf dcm l^^,. ^ud unter den geweihten Aäumcn au, um das '"ist >s zu befragen.' Dicsc Opfcrslätlcn warcn mit ^iist-s ' uctränzt. daher in England noch jetzt die ^., nci unsercu Wcihnachtsbaum vertritt. Auf den Haus-bn- (zz"!"'"^ besondere Zeichen gemacht. Nachdem man Illcls/ " ^^" ^n Schwcin geopfert, hiclt man dcn ,G^'U"us, dcr mit cincm '..Gnt Hyl" (daher das 'Vcil^ nnscrcr Turucr) eröffnet wurdc. TlNn^ ' ^"l) uuu ^icdcr zum Preise dcr Götter, scheust ^'^ '^"!"pf"' wcttcifcrlcu. und zum Vcschlussc dciits^. ^/""^ ^^ lWcnscilig. ^loch eine andere nlt-^M'inx "" hat der Glaube ulit der Weihnacht in licht) l^, N ^bracht. Frau Huld a (dic sioldc. Freund-fons^.f,,^"'^u und Sagcu noch lauge als Frau Hollc ' 'c>g>r sich mich ^ur Wcihuachtszci!. Weuu es schneit, hieß es, so ..macht sic ihr Bttt", dic wliftru Florfeu sind die Fcdcrn. Sit bringt aber auch schöne Gcschmlc- dcu Viädchcu ciuen Mauu, dcn Fraucn Kinder, die sie noch ungeborcu in den Bergen, wo sie haust, umgeben. Frau Holle spult noch in drn Sage» dcr lansitzer Wenden als vcrzaudrrtc. dcu crlöscndcu Manu suchende Jungfrau. ^augsaul durchdraug dcr Strahl dcö dichtes auS dcr Krippe vou Bctlchcm das Dllulcl dcr dtutschcu Ol'ticrhaiuc, und lauge nachdem das Ehrislcuthnm an die Stelle der heidnischen Opfer getreten, wirkte sei» Cultus iu vcrwaudcllcr Form fort. In der Gestalt, wic das Wcihnachlsfcst jetzt gefeiert wird, hat erst Papst Gregor, ein großer Kindcrfrcuud, dcn» z'/> Ehrcn lange das Grcgorius^ oder Schulfcst gc-fcicrt wurdc, cs ciuglführt. Dic Ausstellung dcr figu» rcnreicheu Krippen ist ciuc ursprünglich italienische Sitlc. In Dcnlschland erstorbeu, hat sie sich bci uus erhalten. Merkwürdig ist m!ch dcr Gebrauch dcs Hcrumzichcus uud Siugcxs cigcurr allcr Vicdcr vor dcu Häusern. Iu Eug. land sind cs dic Kinder, welche dic Christmascarols singend hcruiu zichcu, cincs voraus mit dcm Christbaum, die anderen mit Immcrgrüu 'n dcn Händcn. Sic wcrdcn überall gern gcschcn und init llciucn Gaben beschenkt, Acpfcl, Nüsscu u. dgl. In Zusammenhänge damit mag unser ,.!v<»I !,!!" zu briugeu sciu. d. i. das vou Nicolai bis Lichtmeß hie uub da noch übliche Hcrumzichcu mil Absingcn von schr alten ^icdcln, in dcncn dcr Refrain ,.!<<>I.>,!i,« odcr »l<,>!l s!l'r>" ist. Kolcda odcr auch Kalenda hicßcu ursprüglich bci dcu Sloucucu heidnische Fcstc. wclchc noch das Concil von Constautinopcl (6'.N) uutcr< sagie. Spälcr nahm das Wort Kolcda die Bedeutung eine« NcujahrsgcschcnkcS nn, endlich wurde es in der Form: ^>I<«>."" gllichbcdrutcnd mit „ilalcndcr^. Eiue Eigenthum!ichlcit unserer Weihuachlsgebräuche isi auch das Backen eigener W e i h n a ch t 5 li r o < c >n ^ ^cgcud vm, Mottling. Man bäckt m jcdcm yaue .^ Bro.c c.ncs aus Weizen-, die nudere,, a s gcin.schtcin odcr ttornmchl. und zwar das erstere n it besonderem ^erziernugeü in Gestalt vm, vögeln Blnme u. dgl. Es heißt ..!..^'..i!<.. „nd hat einc rnndc ^ von dcm Slcbc, ln welchc» mau cs hineinzwäiwt l e.. > man es tu den Ofen schicbt. Am Wcihn^^ bnng dtc Ha.^ssran, wenn schon allcs znr Ruhe gegm gen dtc v.cr Ärotc auf dcn großen Eßtisch, das wcisc ln dcr Mttlc, nud lalzt ic dort dic Nacht i.bcr li^. Das ^olt betrachtet dicse Brole als d u ci «cwe ' und zwar bcdcutct ihm das weiße d« drcl schwarzen dtc h. drci «öuigc. Am M rq ^ « Chr.sttags werdcn dic Brotc uuangcschmttcn wi^ .- n dlc iiamn.cr odcr ln dcn Keller getragen. Dicsc Ce.7. momc wird am Vorabend des St. Stcphcms. uu^ ^e. lahrslagcs wiederholt. Am Ncnjahrstagc werden d e Brote endlich getheilt, und zwar bekommt eincu Tl, das Hmisgcsindc, ciueu das Hausvich und cincu itt> kauulc Freunds Nachbarn. Das Wcihuachtsbrol M dem ^dolk c,u Symbol dcs Friedens " . .s ?'^ ^'lMchtsgcbräuchc gleichen sich iu> allgemc.ue.. wohl überall m Europa. Nur iu Schweden Nnrm.? Däueniarl wcichen sie stark von dc./c 'ere N '? Äian hält dort am Christage schon um 1 Uhr^ , ."'' ml Fenuml, und lriukl c,u eigcns gebrautes Brau ' ?' Ehristbe.chcruug gc.ch.chl durch einen ^ malzclt Plötzlich eiutrctcudc» vcrhMrn M? ^l Abend-großcn Korbc voll e.nem "lit bnntcn Achtern crl uch ' .,^ /'''^^^'' l"'" at.f den Tischen in P n , i> '"^ S.'ßigleiic.. Ncbcrrest de, ,.i<"ckc..^ P''..ch,n'>ischr 5!0l8 Iioäki i?! u^'ill NU0^6 odouokorigtne xavoäo prav ix 1o priö^o odöns d«^lnos (liise xk dolne) v I^incu, ?02liiui (?ro3durAli) iu /a^rudu, ^iHxnicu ^Ii noriZ-nioo na ^räol^ksm, iul Oßsrskom, ^ajsrsiloin, Xo-roä^om, KrHnj^kom, ^irolskEM iu v (i^Iio^i, iu pa ot503k0 !,6Inieo Hg, Duu^i in v I'r^i, Il^kor tu«Ii voMki poko^Iiööi v Xariovill Varili in ?6^nid, lll MU0F2. Uli lWVo /2lo^6U3. «tipLQäi^iiU, M68W ?.H lwpromoxu« sirota liösr« c. il. oüoirjsv, vojil.8li raäi »vo^o 81^0 ^)0«li»i63,1i, vuoviö prilillo, ä^ n^u^iväi loxov pripomor^o k po^po^di X^'^ove^li c. !cr. as>05toi8k6<;u Vs1iöl»,n»tvu pi6!)1u,ßi!i llil!N6U0V. l'oäpi^in 36 odräiia '/ 6liMm /g,up«,n.ism kulcor pri poplL'äuik t«r ^e uad^, cla 56 )>oäo tuäi XI, 1ot.m'ijo xivo l)oz>rij»)li.^ >>^ Örm^i, ,Illt> 15. äeoomdra 1.867. Kl^o pi. ^V ^ 116 u)»6 i m >n. p., Laibach. 23. December. Der gestrige Tag ist durch die Publicaliou der neuen V crfa ss u ug Sa. ese tze ei» für jeden guten Oesterreicher unvergeßlicher geworden. Oesterreich tritt in die Neihe derconslitutiouelleu Staaten »nit der breitesten Olliudlage staatsrechtlicher Gesetze, welche ihren Ursprung dcr freien Vereinbarung beider NeichStMfteu, und ihre formelle PMenduug der freien Discussion zu dauteu haben. Sie sind somit Proouctc des Vollswillenö« i» wahrem Sinne. Die Fundameutalscche des Berfüssungsrcchtei<, das Recht der Steuer» und Nckrutenbewilliguny, der jährlichen Budgetvotirung und der Viinisteranklage sind in unserer Verfassung vollständig anerlannt und gesichert. «Hben so finden sich die allgemeinen, staatsbürgerlichen und die nationalen Rcchtc im Sinuc der gesctz« lichen Gleichberechtigung verbürgt. Nur bezüglich der Vertretung im Reichstage mußte deu besonderen Ver< hältnisscu unscrcs Vaterlandes Rechnung getragen wer» den und im Hinblick anf die historische Berechtigung der einzelnen Vänder und deren nationale Gestaltung mußte die indirectc Wahl der Voltsvertreter aus deu ^audtagen in deu ReichSrath beibehalten werdcu. Das AuSgleichswcrl hat allmälig alle seine Gegner enlw«ffnet nnd zu seinen bcgeiftertcn Freunden gemacht. Der Gedanke des Dualismus, anfangs so heftig be< kämpft uud angcgriffcn, wird jetzt allgemein als dcr allein rettende anerkannt. So äußert sich daS Organ des liberalen Vürgerthums, das „Frdblt." in einem auf die Publication der VerfassungSgesehe Bezug nehmeudcu Vcitartilel: Wir haben vollen Oruud. mit der aufrichtigsten Befriedigung auf die Verfassung zu blicken, so weil die» Alle andern Wcihnachlsbräuchc überstrahlt an wah« rer, echter, heiliger Poesie der deutsche Wcihuachtsbaum mit den vielen flammenden Lichtern uud den mannig« fachen Gaben des ChrisllindlcinS. Kinder werden durch ein Kind beglückt, welcher fchönc Gedanke, fo ganz eut» sprechend der göttlichen Menschenliebe, welche sagt: lasset die Kindlein zu mir kommen! Freue sich also, wer noch den Sinn für die reine selbstlose Frendc des BeglückeuS Anderer bewahrt hat. an dcr Freude der Kleinen! So verjüngt nnd stärkt sich das Herz iu der Sabbathstille des heiligen Tages für die harten Kämpfe und Mühen des Bebens. Es ist eine Zeit der stillen Einkehr, reich an Gedanken über Zeit uud Leben, über Werden und Vergehen, über Mcnscheubcstimmung uud Schicksal. Die Natur trägt ihr ^eichcutuch. uuter dem die Keime schlum« mern zur einstigen Auferstehung, und über diesem weiten stillen Leichentuch funkeln die Sterne der göttlichen Vcr» hcißung. Mag auch rings auf der Erde Streit und Zwietracht entbrennen, in diesen stillen Stunden verklingt ihr Lärm, wie das Rauschen dcr Blätter im Walde und tiefe Ruhe umfäugt daS hoffende Herz. Mahnt es uns doch, wie das zur Rüste gchcu uach langer Arbeit, wie erquickender Schlummer mit süßen Traumen, „daS nahr«ndste Gericht im Fest des Lcbeus" und so rufen wir denn allen unsern Freunden eine fröhliche Weihnacht! zu. Möge ihnen das schöne Fest reine uugetrüble Freude bescheren, mögen sie dabei der Armen gedenken, welchen lein Ühristbanm leuchtet und sowie unlängst in „nchahmenSwerthcr W^se geschehen, diese armen trauernden Herzen erfreuen durch eine milde Gabe; der Herr Wird es ihnen vergelten, nach den Worten der Schrift: Nnd lvas ihr dein Geringsten dcr Menschen thut. das Will ick sli ansehen, als hättet ihr es mir gethan! selbe jetzt das öffentliche Leben in der diesseitigen Reichshälfte ordnet und regelt, so fcrnc onrch diese Verfassung endlich dcr Rechtsbodcu geschaffen wird, auf dem dcr Staatsbürger sein materielles uud geistiges Wohl in freier Thätigkeit zu grüudcu vermag. Aber auch im Hinblick auf dic gcsammte Rcichsorganisation, im Hinblick auf nnscr Verhältniß zu Ungarn und zu den ciu» zelnen Königreichen und Läudcru der diesseitigen Reiche Hälfte glauben wir ohue Acsorguiß vor ucueu Eut» täuschuugen und bittern Erfahruugcu daS. heutige Ver-fasfuugswcrt betrachten zu dürfcu. Es wurde von un« garischcr Seite zwar die möglichste Sclbstäudigkcit dcr Landcsvcrwaltung gewahrt, aber auch für die einheitliche Gesammtleituug der Staatsgcschäftc uud für die Auf-rechthaltuug dcr gemcinsamcu Vcrbiudlichkciteu wurdcu sehr wcscutlichc Zugcstäuduissc gemacht. Hicbei wird allcrdiugs die Praxis des ueucu staatsrechtlichen Appa« rates weit entscheidender scin als dic jetzt vereinbarte gesetzliche Norm, und es wird alles iu allem davon ab-hängcu, ob die Eintracht und dcr opferwillige Sinn und das gemeinsame Streben für das Rcichswohl fortan durch das coustitutioncllc Zusammenwirken der beiden Vertretungen noch weilcrc Fortschritte machen werden und ob jener rcichöciuhcitliche Gedanke, der in frühern Jahren gewaltsam octroyirt werden'sollte, nunmehr von selbst aus dcr Nothwendigkeit der Verhältnisse und aus der klaren Ueberzeugung dcr einzelnen Ncichsthcile hcrauS sich entwickelu werde. Ist dies dcr Fall, wie wir auf« richtig hoffe», daun wird auch das dualistische System sich als jenes staatsrettendc Wert bewähren, als welches ^es nnnmehr uach all den vorangegangenen unglücklichen Experimenten, durch die eutschlossenc Lcituug und die ver-mittelude Haud des derzcitigcu Reichskanzlers iu's Leben gerufen wurde. Es wärc vergebliches Müheu, heute noch darüber zu spcculiren, ob diese Staatsform, wie fie heute verfaffungsmäßig besteht, dle beste, die heilsamste für Oesterreich sei. Sie ist die beste, weil jede andere unter den'Verhältnissen der Gegenwart unmöglich und uudurch» führbar ist. Uud es wärc daher auch ein freveutlichcs Äcginucu, wollte man dem nun lebendig werdenden Ver-fassuugssystem geflissentlich Hindernisse und Hemmnisse bereiten. Denn mit dem Sturze dieses Systems, mit dein Stillstand des ueueu Verfafsungswcrkcs würde auch der gauze Rcichsorganismus zum Stillstaud kommen, würde dic Staatsexistenz sofort auf das Tiefste erschuf tcrt. würde Oesterreich neuerdings iu das Ehaos der Vcrfassuugswirrcu zurücksinken und den inneren uud äußeren Feinden zur Beute werden. — Wir aber glaubcu au deu Bestand, an das Auf-blüheu Oesterreichs, wir glaube» darau trotz aller feind-scligcu, im Finstcru schleichenden Machinationen seiner iuueren und äußeren Feinde, wir glauben daran, weil wir wissen, daß auf die Nacht der Tag folgen muß, der Tag. der alle fruchtbaren Keime eutfalteu uud zur Blüthe briugen wird! 24. Sitzung des Herrenhauses voni 20. December. Auf der Miuislerbank: Se. Excellenz der Herr Minister Freiherr v. Äecke. Prtlfideut Fürst Karl AuerSperg eröffuet die Sitzung um 12 Uhr 50 Min. Schriftführer SectiouSchcf v. Hofmann verliest das Protokoll. Dasselbe wird als richtig anerkannt. Ministerialrath Kubiu verliest die Eiuläufe. Fürst IablonowSki uud Graf Blomc überreichen Petitionen für Aufrechthaltuug des Eoncordates, Hofrath HaSner nnd Graf Anton Alex. Auersfterg solche im cut< gegeugesetztcu Sinne. Werden der betreffenden Eommissiou zugewiesen. Der Berichterstatter der Commission zur Berathung des finanziellen Ausgleiches mit Ungarn, Freiherr v. Hock, ergreift das Wort zum tz 5i des bezüglichen Gefetzent-wurfeS, betreffend die Verwaltuug und Controlc dcr Staatsschuld. OberlaudcSgerichtSrath Stroynowsli zeigt au, daß cr sciuc Wahl zum Mitgliebe des Staatsgerichte. Hofes annehme. ES wird zur TageSorduung geschritten. Präsident bringt zunächst dcu gestern i» >u>-l>,)„><, gelassene» § 5 des StaatSschuldengcsetzes in Ver-handluug. Berichterstatter Frh. o. Hock erklärt, daß zwischen dcu beiderseitigen Ministerien eine Differenz übcr den Text des Art. 5 entstanden ist, diese jedoch nnnmehr glücklich gelöst sei. Die Commission schlägt folgende ncuc Textiruug dieses Paragraphs vor: Die in StaatSnotcu uud Münzscheinen bestehende schwebende Schuld von zusammen 312 Millionen Gut-den wird unter die solidarische Garantie beider Reichs« theile gestellt. Da ferner die anf den Salinen Gmuudeu, Anssee uud Hallcin einverleibten Hyftothclarscheinc im Betrage von 100 Millionen Guldcu, für deren Ziuscu uud Amor. tifation der Antheil UugarnS bereits uutcr dcu im § l und 2 festgesetzten fixen Jahresbeiträgen begriffen ist, mit dem Umlaufe der Staatsuoteu in der Art in Ver-binduug gebracht sind. daß dic Summe dcr Hypothekar-scheine uud der StaatSuoteu zusammcugenommen 4(X) Millionen Gnlden nicht übersteigen darf, dabei abe» in- nerhalb dieser Maximalgrenze dic jeweilige Vermmdcnllig im Stande der Hypothelarschcinc durch Staatsnotcu >» dcr Circulatiou zu ersetzen ist, so wird diese Garantie dcr beiden ReichSthcile auch auf dic aus diesem Verhält-nisse hervorgehende eventuelle Vermehrung dcr Staats-noten ausgedehnt. Icdc anderweitige Vermehrung dcr in Staat^nuicü oder Müuzscheincn bestehend«.» schwebenden Schuld so lvic die Maßrcgelu zu ihrer künftigen Fundirung köu'ie» li»> im gcgcuscitigeu Ciuueruehmcn der beiden Miniftttle» und nnter Geuchmiguug der bcidcu Legislativen (Reichs rath, Reichstag) staltfiudeu. Zur Äcgrüuduug erwähnt Äcrichterstatter, daß da» dritte Alinea dieser ncucn Textirnng mit der vom Äl" geordnetcnhausc beschlosseueu übereiustimmt. Das crstc Alinea cnthält einige wesentliche M' bcsserungcu dcS Textes, iudcu: uämlich außer dcu Staats' uotcu auch noch dcr Münzschcinc Erwähnung gctha» wird, hinsichtlich welcher des Wortes wegen ein Zwe>I^ entstehen konnte, ob auch dic Garantie dcr beiden ReW' Hälften auf diese sich bezicht. Die zweite wesentliche Verbesserung besteht da>^ daß die Summe dcr bcslehcndcu StaatSnoten >>» ^' trage von 312 Millionen namhaft gemacht uud fil" ist, was gewiß zur Feststellung dcr gegenseitigen M' pflichtuugeu beiträgt. WaS das zweite Aliuea betrifft, so ist zunächst ^ vorzuheben, daß nach dem Gesetze vom 25. August ^"' die sogcuauutcu Salineuhyftothckarscheiue iu engste ^>' bindung mit den bestehenden StaatSnoten gebracht n>^ den sind; iu dem Maße nämlich, als die Salincnsch^ sich vermehrcu, müßte die Summe der StaatSnoten ve>' mindert werde», avcr auch im umgekehrte» Falle in b^ Maße als die Salincnscheine aus den» Verkehre l"' rücklehren, ist eö gestattet - nnd es wird bei den ^' genwürtigen Finauzverhältnissc» auch wahrscheinlich ^' brauch davon gemacht wcrdcu — daß eine der Verin»'' dcrung entsprechende Summc von Staatsnoten auWl' ben wird. Es ist daher möglich, daß über die im Alin^ 1 uutcr die Garantie beider Reichshälften gestellte S»«"!' 312 Millionen, vielleicht noch mehr SlaatSnott" '!^ Umlauf gesetzt werde» müßten. Bei dcr Zweideutig^ des Ausdruckes „bestehende StaatSnotcn"'' konnte ^ Zweifel entstehen, ob auch auf dieses Supcrplus sich^ beiderseitige Garantie ausdehne. Um diesen Zweifel vollständig zu beseitigen, "^,, am Schlüsse des Aliuea 2 ausdrücklich gesagt, daß ^ Garantie dcr beidcu Reichshälfteu sich auch aus die ^ dem Verhältnisse zwischeu deu Stanlsuotcu uud deu ^ lincnschcine:, hervorgehende eventuelle Vermehrung StaatSuotcu beziehe. . Dieser Beisatz ist ciu solcher, dcr dcm öffentlich! Credite zum wesentlichen Vortheile gereicht. Aber ^ dieser Ausdehuuug der Garantie beider Rcichshälften ^ wieder ein Verhältniß zwischen beiden Reichshälstc» s^ entstanden, welches in diesem Alinea eine» klare» "l» druck finden muß. ,,. Ungarn hat nemlich einen fixen Beitrag zur ^ zinsuug uud Amortisatiou dcr Staatsschuld zu tragl. In diesem Beitrage zur Verzinsuug der Sta" schuld ist auch ein Beitrag für die Verzinsung b>" Salinenscheine enthalten. . Wenn daher die Summe der Salincnschcine >^ im Laufe dcr Zeit dadurch ändern sollte, däß cin ^, derselben aus dem Verkehre zurückfließt uud statt ",^ selben StaatSnotcu ausgegeben werden müßlcu, sl> ^ dasselbe Vcrhältuiß allch hiusichtlich einer solchen ^ luellen Veru^chrung cin. ^l Dcr fixe Beitrag Ungarns zur Vcrziusung ,, Staatsschuld kann »»d darf uicht dadurch vcräudcrt ^ den, daß statt cineS Theiles dicscr Sali»e»schcint ^ verzittsliche Staats»ote» anSgcgebe» werde»; das a)l fi»det im umgelchrte» Falle statt, falls die St«" , »otcn sich ucrmi»dcr», die Sali»c»schcinc sich vern'ty sollte». k ^! stinimung zu ertheilen. Die Eommissiou l>ea weiter: ^ll!^ DaS Herrcnha»S möge beschließen, dic ^M^ zu ersuche», auch hinsichtlich der Freizügigkeit und ^ bcrcchtiguug der Bürger der cincn RcichShälftc ^ anderen uud übcr dcu cugen Zusamillcnhang l> ^,! gegenseitige llntcrstützuug der Rechtspflege in ^" r>B Reichshälftcn cin Uebcrciukolnmcn mit dcr ^M^' der Ländcr der ungarischen Krone im verfassungM Wege zu Staude zu briugcu. H„tt^ Da« Gesetz sowohl, als auch der weitere 2019 der Commission werden ohne Debatte angenommen nnd ersteres sogleich in dritter Lesung zum Vcschlnß erhoben. . Nächster Gegenstand der Tagesordnung ist der Vc-ncht der Finanzcommission übcr das Gcsctz betreffend dlt DarlehenSaugclegcuhcit der Stadt Brody. . Graf Wickcnburg erstattet dcn Bericht. Die Commission beantragt, dem Gesetzentwürfe in dcr vom Abge-ordttetcnhause angenommenen Fassung beizutreten. Wie Debatte hierüber findet nicht statt und wird °as Gesetz in zweiter und dritter Lesung sogleich zum Beschluß erhoben. Weiter refcrirt Baron Krauß über die Petition der Nechtspralticcmtcn und AnScultanten in Wien, Salzburg nnd Graz, um Betheilung mit Adjuten resp. Er. hiihung derselben. Die Commission beantragt, diese Petition dem Iu» stiztllinisterillm zur entsprechenden Amtshandlung, nnd War zur thnnlichstcn Berücksichtigung abzntretcn. (Wird angenommen.) Die Tagesordnung ist erschöpft. Präsident bestimmt b>e nächste Sitzung für dcn Sonntag, dcn 22. d. M., 7 Uhr Abends. Schluß der Sitzung 2 Uhr 15 Min. 25. Sitzung des Herrenhauses vom 22. December. Anf dcr Ministcrbank: Ihre Excellenzen die Herren Minister Freiherr v. Vcust, Graf Taaffc, Freiherr "' Bcckc, Freiherr u. John, Ritter v. Hyc. Präsident Fürst Karl Aucrspcrg eröffnet dlt Sitzuug nm ? Uhr 45 Minuten. Das Protokoll dcr lctzteu Sitzung wird vorgelesen u»d genehmigt. Sc. Excellenz RcichSlauzlcr, Ministerpräsident Freih. v. Äenjt macht dem Hanse die Mittheilung von der "folgten Allerhöchsten Sanction des Gesetzes über die Ueichsucrtrctuug, dcr StaatSgruudgcsctze und des Gesetzes über die Delegationen. Freiherr v. Pipitz erstattet hicranf dcn Acricht dcr Finanzcommission über das Gesetz betreffend die Fortcrhcbuug der Steueru und die Bestreitung des Staatsalifwnudcs im ersten Quartal l868. , Die Commission beantragt, das hohe HauS wolle dem Gcsctzc scinc Zustimmung crthcilen. Das Gesetz wird in scinm riuzclncn Thcilcn ohne Debatte angenommen und in dritter Lesung znm Beschluß crhobcu. Weiterer Gegenstand ist die Wahl dcr anf daS Herrenhaus entfallenden 20 Mitglieder dcr Delegation. Das Resultat der Wahl ist folgendes: Abgencl'cn winden 70 Stimmzettel. Gewählt wur< den: Fürst Collurcdu (00), Freiherr u. Pipitz (l!8). Niltcr v. Schmerling (l>^), Freiherr v. Hock (('»7>, Graf Nnton Auerspcrg (66), Graf Czartoryski (60)/ Fürst Iablu-nowski (66), Erzbischof ^ilwiuowicz (66), Graf Alcz,'. Mensdorff (00), Graf Mercandin (66). Altgraf Salm (65), Graf Wickcuburg (65), Graf Wrbna,i'n>. (65), Freiherr v. Doblhoff (64), Freiherr v. ^ichteufclS (64). Cardinal Ranscher (64), Freiherr v. Mrtcns (63), Graf Go«'ß (59), Fürst Adolf Schwarzenbcrg (55), Fürst Hohenlohc (57). > Es wird hicranf znr Wahl von 10 Ersatzmännern geschritten. DnS Ergebniß dieser Wahl ist folgendes: Abgegeben wurden 66 Stimmzettel; gewählt wurden: Graf Chotck (65), Graf Glcisbach (64), Frcihcrr U. Romaszkau (64-), Ritter u. Hauslab (63), Graf Lodron (63), Frcih. v. Rcycr (63), Fürst Fiirstcnbcrg (62), v. Mayer (60), Ritter v. Schöller (59), Graf Alcmc (57). Frcihcrr v. Hock refcrirt hicranf für die Finanz commisfion über das Gesetz bctrcffcnd die Hcrabsctzung der Exportbonifikation bci Zucker und Spiritus und die Aenderung dcr Vestcncrnng dcr kleineren Brennereien. Das Gesetz wird in scincn cinzclucn Thcilcn ohne Debatte angenommen und in dritter Vcsnng znm Beschluß erhoben. Vcrichtcrstaltcr Frcihcrr v. Hock theilt noch mii, daß zwei Petitionen, welche in dieser Angelegenheit an die Finanzcommission gclcitct wurdcn, durch Annahme dieses Gcsctzcö erledigt erscheinen. Sc. Ez-c. Reichskanzler. Ministerpräsident Freiherr "- Bcust theilt sodann in derselben Weise, wic in dcm Abgeordnctcnhansc dcn bevorstehenden Zusammentritt dcr Delegationen nnd dic 'Allerhöchste Ermächtignng znr Vcr-lngung dcS Ncichsrathcs mit. Präsident schließt hicranf dic Sitzung nm 10 Uhr. Dcr Tag dcr nächstcu Sitzung wird anf schrist-llchcm Wcge bekannt gegeben werden. «7. Münz des Abgeordnetenhauses am 20. December. (Schluß.) , Abg. P ctrino stellt den Antrag. dic Berathung "l« zun, Wieoerzusamlucutrilt dcS RciHsrathcs zu vcr-'Mil. Das Gesetz (über die Rückvergütung dcr Steuer ""."Branntweine) wird von den Abg. Krem er, "'«uly, Plcucr, Herbst nnd dcm Referenten 3"pfcu vertheidigt. Dic ciuzclncu Artilel ricfcu keuic ^tliatte mehr hcrvor und das Gcsctz wurde beinahe ein-NlMlmg genehmig. (Wir haben dieses Gesetz in Nr. 293 unseres Blattes bereits veröffentlicht und bemerken daher nnr, daß daSfclbe mit 1. April 1868 in Kraft zu tre-ten hat.) Der Präsideut bestimmt als nächsten Sitzung«, tag morgen 10 Uhr uud stellt auf die TagcSordnuug die im Herrcnhause in Verhandlung befindlichen eventuellen ^ Abänderungen an dem Staatsschuldeugcsetzc, ferner Berichte des vollSwirthschafllichcu u»d PetitiouS-AuSschusscS. Der Präsidcut bciucckt wcitcr, daß man mit ^ Rücksicht auf die bevorstehende längere Vertagung dcS HanseS Sonntag werde Sitznug halteu müssen. Abg. Dr. Daubcck fragt, ob cS nicht angezeigter wäre, am Samstag eine Abcndsitzung zu halten, weil sonst die Zeit zu kurz würde, um rechtzeitig zu dcn WcihnachtSfcicrtagen eintreffen zu könneu. Dcr Präsident erwidert: Die Wichtigkeit der! dcm Ncichsrathe noch zur Erledigung obliegenden Fragen dürfte bci den Mcistcu dcn Entschluß aufrecht erhalten, auch uoch deu Sountag Vormittag den Geschäften deS Reiches zu opferu, welche Worte die Zustimmuug deS HauseS finden. 68. Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 21. December. Auf dcr Ministcrbank: Ihre Excellenzen die Herren Minister Freiherr v. John. Ritter v. Hyc. Präsident Dr. Giskra eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 25 Minuten. DaS Protokoll der letzten Sitzuug wird vorgelcseu nnd genehmigt. DaS Präsidiuni des Herrenhauses theilt iu einer Zuschrift die von diesem Hause in dcr gestrigen Sitznug gefaßten Beschlüsse mit, darunter dcn im Gesetze über die Staatsschuld iu gcäüdcrtcr Fassuug augcuommcncn §5. Präsidcut theilt mit, daß er die letztere Zu» schrift gestern dcm VcrfassuugSausschnssc zumittcltc, wcl» chcr bcrcit ist, heute schon darüber Bericht zu erstatten. (ös kommt fcrucr ciuc Zuschrift dcS hohcu Finanz-Ministeriums zur Vcrlcsuug, mit welcher dasselbe eine Denkschrift, bctrcffcnd die scit dcr lctzteu Scssiou vcr^ lichcucn Eiseubahucouccssioncn überinittelt. Die eingelaufenen Petitionen werden deu betreffenden Ausschüssen zugewiesen. Sc. Excellenz Kriegsminister Frcihcrr v. John beantwortet die Interpellation wcgcn Zahlung dcr Kriegs-culschädiguug für die Fcstnug Thcrestcnstadt durch Nach-weisllng dcr geschchcucu Anwcisuug. Eö wird zur Tagesordnung geschritten. Dr. Brcstl refcrirt über den in der gestrigen ! Sitzuug von dem Hcrreuhausc augcnommeuen tz 5 dcS Staa t sschul d cugc sctzcö und empfiehlt denselben im Namen dcs VcrfassuugelaueschusscS zur Anuahmc. Da sich niemand zum Worte mcldct, wird sogleich zur Abstimmung geschritten »nd i; 5 übereinstimmend mit dcr vom Herrenhause beschlossene», Teftirung angenommen. ES folgen Berichte dcs vollSwirthschafllichcu Ausschusses über Petitionen. Abg. Dr. ÄanhanS rcfcrirt über die Petition dcr Privatingcnieurs Böhmcns uu, Durchführung der Organisation des Staatöb a u d icnstcs. Dcr Au--trag dcs Ausschusses, dicsc Pctitiou dcm Ministerium dcö Innern zur eingehendsten Berücksichtigung nud baldigsten Erledigung zu cmpfchlcu, wird augcuommcn. Derselbe Abgeordnete rcfcrirt wcitcr übcr die Petition des VorschußdaukucrciucS iu Ruinburg, dcS Anö» h i l fSca sseuvcrci ucs iu Laibach nnd dcs Vor-. schnßvcrcincs für die Gcwcrbctrcibcndcn in Wicn, „Fcls," um Veranlassung, daß allcn Volkssparbauken, rcspctt. ! Vorschußcrcditucrcincn, dieselbe Befreiung der Stcucr-l nud Etcmpclabgabcu zukommen möge, wic dcn conccs-siouirtcu Sparcasscn. Dcr Ausschuß bcautragt, es seien diese Petitionen !dcm k. k. Finanzministerium gemeinschaftlich mit dcm Handelsministerium zu übergeben, 1. damit das Finailzministcrium ehestens ein Gesetz zur verfassungsmäßigen Behandlung vorlege, durch wcl< chcs alle Voltosparbautcu und Vorschnßcrcditvcrciuc, die durch Spareinlagen ihrcr Mitglieder gebildet wcrdcn und nur dicseu ^Ititglicdcrn zeitweilige Uuterstützungcn gcwährcn, dieselbe Stcmpcl- nud Gebührenbefreiung zu-komme, wie den conccsfionirtcn Sparcasscu; 2. damit das Handelsministerium dcm Abgeordneten-hause chcslcus ein Gcsctz bcircffcnd die Privatrcchtlichc Stclluug der Erwerbs- uud Wirthschaftsgcnossenschaftcu zur verfassungsmäßigen Behandlung vorlege, wodurch zugleich die Frage, ob und inwieweit dicselbcu zur Gc-werbe- uud Einlommcnstcncr herauzuzichcu seien, znr Entscheidung zu kommen hat. Abg. Dr. Tom an ersucht die Petition dcS Aus. hilfscasscnvcrcineS vollinhaltlich vorzulesen. Berichterstatter Dr. Ban haus verliest die Pc-tition. Abg. Dr. To man erklärt, es sci <» !^ !.>!:, nicht gerechtfertigt, dicscu Vorschußcasseu die Stempel- und Steucrpflicht aufzuerlegen, und cr halte es im Interesse dieser wohlthätigen Institute für gcboten, ciuc glcichc Norm wic bci den Sparcasscu für dicfelbcu ciutrcten zu ! lasseu. Deshalb beantragt Redner, daS h. Haus wolle beschließen, die vorliegenden Petitionen dcr h. Ncgicrnng! mit dcr Bille abzutreten, dieselbe wolle die bezüglichen! Stcuerorgane anweisen, die Aushilfscassen und Svar. vereine gleich den Sparcassen rücksichtlich der EinlaaS-büchcr. dcr für dic einzelnen iu diesen Büchcln bestätia« ten Eiulageu uud der Geschäftsbücher stempelfrei und rücksichtlich dcS Reservefonds äquivalcntgcbülirenfrci n, behaudeln. (Unterstützt.) ^ ' ^' Abg. Frcih. v. Prat obcve ra findct dcn eben ae° stellten Antrag in formeller Beziehung zu weit gehend indem derselbe bereits den Inhalt des Gesetzes, zu dessen Vorlage daS Ministerium aufgefordert werden soll, skizzirt Durch Annahme dcS Antrages TomauS würde das hohe Haus über das Mcritum deS Gcfctzes bcrcit» beschließen nud dcm Ministerium uur die Formulirung überlassen Um diesen präjudicirlichcn Beschluß zu verhindern, bean-tragt Redner, das h. HauS wolle beschließen: „Es seien die vorliegenden Petitionen dem f. t. Finanzministerium gemeinschaftlich mit dcm Handelsministerium zu überge« bcu mit dcm Ersuchcu, daß ehestens eiu Gesetz vorgelegt werde, in welchem die Frage, inwieweit allcn Vollsspar. bankcn und Vorschußcreditvcreincu, welche durch Sparein. dern zeitweilige Unterstützungen und Vorschüsse gewahren dieselbe Stempel- und Gebührcnfrciheit zukomme, wie drn coucessionirten Sparcassen, zur definitiven Lösuna ae-bracht wird." " " Abg. Dr. To man meint, ein solcher Antrag, wie dcr eben vom Frcihcrrn v. Pratobcvera gestellte, könnte auch. ohne daß eine Petition in positiver Richtung Anlaß gegeben hat, im Hause eingebracht werden. Allerdings sci cS mißlich, wenn daS Parlament entscheiden solle was '!<> !<^<' !"!-' Rechtens sei, aber gewiß sei cs, das! daS HauS Beschwerden, welche iu Betreff GcsctzeSiwcr. trctungcn eingebracht werden, erledigen inüssc. Berichterstatter Dr. Banhans weist auf den U». tcrschied, der zwischen deu Sparcasscn und den Vorschuß, vereinen besteht, hin nnd glaubt, dcn letzteren würde durch die Aunahme dcs Touian'schen Antrages kein gnter Dienst crwiescu werden. Wesentlicheres werde man dic-scn leisten, wenn man die Regierung ersucht, sic möge iu dicscr Richtung ein Gesetz erlassen und in demselben anSsprcchtn, ob nnd inwieweit dcn Borschußvcreincn und Sparcasscn die Stcmpelfrcihcit zukomme. Er (Redner) werde für eine solche Vorlage, wenn sie im Hause ein. gebracht wird, gewiß stimmen. Dcr Antrag Pratobevera bringt den ersten Theil dcs AuSschnßantragcö nur iu ciucr Präciseren Fassung weshalb cr sich im Namen des Ausschusses demselben anschließe. Den zweiten Theil des AuSschußantrageS könne cr dem Hanse nnr anfs wärmste zur Annahme empfehlen. Ein solches Gcsctz sei ein ^ebcnsb-dürfmß für die arme Bevölkerung; wenn das Hans dem zweiten AnSschußantiagc beipflichte nnd dadurch das InSlcbrn-treten von Vorschußvcremcn erleichtere, so wird es für die arme Bevölkerung sehr viel aethan haben, und durch dlesc Beschlüsse dcrselbcn ciuc willkommene Weihnacht«, gabc bieten. (Beifall.) ^ ^ Bei der Abstimmung wird dcr Antrag Pratobcvcra so wie dcr zweite Theil drS AnSschußantrages anac^ nommcn. " Präsidcut theilt eine Zuschrift des Finanzmiui-stcrs nnt, wodurch dcr Gesetzentwurf wcgcn Veräuke-ruug von Staatsgütern, vorbehaltlich dcr Wicdervorlaae zurückgezogen wird. " ' Präsident gibt weiter eine Zuschrift dcs Ob-mauucs dcs SlrafgcsctzauSschuffcs bekannt, „ach welcher d'cscr Ausschuß die erste ^csnng dcS Strafgesetzes mit Ausnahme dcs EinführungsgcsctzcS beendet hat, nud dak m der nachten Sitzung, die sogleich uach den Fesltaae stattfinden w.rd, die Bcrathung über das Einführung' gesetz beginnen wird. Dicfe Mittheilung sci insoweit von Mchl.gleit als bei der zweiten Lesung dcs Gesetzes köu^n "' ''"^" °" ^" ^"'"hungen theilnehme.. Präsident proponirt die nächste Sitzunn für morgeu (Sonntag) i> Uhr Vormittags, stellt m,f T a g e So r d n n n g: Voraussichtliche Mittl ciluuge üb du Vertagung dcr S.tzuugen, uud ersucht noch um d Ermächtigung, d.e e Tagesordnung mit jcneu G neu staudcu zu a.npl>slclren, die sich bis zur moraia 37Ncu "' ""'^ude der Tage'sordnm7er" Schluß dcr Sitzung 2 Uhr 15 Minuten. «9. Sitzung des Abgeordnetenhauses VÜM 22. December Aus der Ministerbauk: Ihre Excellenzen die Herren ^7e^cr^^^^^°Ue,F^ . U^^^inmen.^'"° "'""" " ^''"^ "'" Präsident: Se. EMcnz der Herr Reichslaniler hat das Wort gewünscht. ^ ^ li..,. .?^k"lleuz Reichskanzler, Ministerpräsident Frei- b' ",^e,"st: Dcm hohcu Hause habe ich die Ehre i" l'""a°"' daß Sc. k. k. apostolische M°- S m ^, ^1°'U'"l»"8 erhebt sich) den nachbenanutt,. S a sgruudgcsctzcn. als dcm Gcsctze wcacn dcr Reich«. """tuug de,n Gcsctze wegen der Behaudl.ma dcr sämml. läcu pudern dcr Monarchie ae.ucinsamm Angehen ycltcu, dem Gcsctzc bctrcffcnd die Rcchtc dcr Slanislml' gcr, dem Gesetze bctrcffcnd die richlcrliche Gewalt, dem 2020 Gesetze betreffend die Vollzugsgewalt, dem Gesetze wegen Einsetzung eines Reichsgerichtes — wie solche aus den Beschlüssen beider hohen Häuser hervorgegangen sind — und endlich auch dcm Gesetze die allerhöchste Sanction zu ertheilen geruhten, wonach sämmtliche eben genannte Staatsgrundgcfetze mit der Publication sofort in Wirk« samkcit treten. Es sind demnach in dem heute ausgegebenen RcichS-gcsetzblattc dicse Gesetze sämmtlich erschienen nnd treten daher mit dem heutigen Tage in Wirksamkeit. (Beifall.) Präsident richtet mit Rücksicht auf die nothwendige Neuwahl des Präsidiums AbschicdSworte an die Versammlung und schließt: Erhebend wirkt wohl bei dem Blicke in die Zukunft die Vorstellung, daß an der Spitze unseres Ncichcs ein gütiger Fürst herrscht, der, wie er keinen Augcnbick gezögert hat, den von beiden Häusern beschlossenen Gesetzen die Allerhöchste Sanction zu er« theilen, gewiß nie anstehen wird, zu jeder Zeit den durch die legale Vertretung der Völker hervortretenden berechtigten Wünschen und Bedürfnissen der Völker zu will« fahren. (Beifall.) Möge so daS Werk, dessen InSlcbcntreten einen Wendepunkt in der Geschichte von Oesterreich bildet, dem Reiche zum Tcgen, dcm Fürsten zum Ruhme uud zur Ehre und dcn Völkern zum Heile gereichen. (Bravo! Bravo!) Wir aber alle, meine Herren, rufen aus vollem Herzen in diesem Momente: „Es lebe der Kaiser!" (Das HauS erhebt sich unter dreimaligen begeisterten Hochrufen.) (Der Präsident Dr. Giskra nnd die beiden Vice-präsidentcn verlassen ihre Sitze und Abg. Frcihcrr von ^cidlcr besteigt dcn Präsidcntcnstuhl.) RciäMnzlcr Freiherr v. Bcust verläßt die Mi< mslcrbank und nimmt seine» Sitz als Abgeordneter in der ersten Bank dcS Centrums ein. Alterspräsident Freiherr v. Zcidler ladet nach einigen einleitenden Worten daS Haus ein. znr Wahl des neuen Präsidenten nach der ncmn parlamentarischen Weise zu schreiten nnd die Stimmzettel abzugeben. Es wird nun znr Abgabe der Stimmzettel für die Wahl des Präsidenten geschritten. Abgcgcbcu werden 13-i Stimmzettel, davon erhal« tl,^.,'"/.in«:K^lMeü,:lz.wMcn... <"Pe.ifa,ll .von allen Seiten und Händeklatschen.) Wir schreiten uun zur Wahl der beiden Viceprä» sidcnten. Die Abgabe der Stimmzettel erfolgt. Abgegeben wcrden 130 Stimmzettel; davon erhalten für die Stelle dcS ersten Viccvrästdcnten Abg. Ritter V.Hopfen 125 Stimmen (lebhafter Beifall), Abg. Dr. v. Wafer 4 Slim, men, Dr. Ziemialkowski 1 Stimme; für die Stelle dcS zwciten'Viccpräsidcntcn Abg. Dr. Ziemiallowöki ^27 Stimmen (lebhafter Beifall), Abg. 4 r. v. Wafer 2 ^t., Graf Potocki l Stimme. Präsident: Ich cchiche nun die beiden gewählten Vicepräsidentcu, ihre Plätze einzunehmen. (Erfolgt.) Präsident: Kraft der mir gestern ertheilten Ermächtigung habe ich als Gegenstände der heutigen Ta< o.csordnuug anzusetzen befunden: deu Bericht dcS Budget« ausschusscs über den Gesetzentwurf betreffend die Fortcr« Hebung der Stcucrn und Abgaben, dann die Bestreitung dcs Staatsaufwandes für die Zeit vom I. Jänner bis Ende März 1808, dann die Delcgationöwahl. Ich ersuche dcn Berichterstatter das Wort zu uehmen. Berichterstatter Edler u. P lcne r erstattet dcn Bericht und stellt im Namen dcs Ausschusses deu Autrag, das h. Haus wolle dem Gesetzentwurf, bctreffeud die Fortcrhebung der Steuern und Abgaben, danu die Vc< streitung dcs Staatsaufwandcs für die Zeit vom 1. Jänner bis Ende März lW8, seine Zustimmung ertheilen. Die Gcucraldcbaltc wird eröffnet. Abg. Dr. Rech baner erklärt, daß die ftolitifche Nothwendigkeit für das Gesetz vorliege, er und seine Freunde können jedoch nur im Vertrauen auf daS neu zu bildcudc Ministerium in daS Gesetz willigen. Die Generaldebatte ist geschlossen nnd wird hierauf das Gcsctz in sciucn einzelnen Theilen in zweiter und dritter ^csung ^nm Beschluß erhoben. Nächster Gegenstand der Tagesordnung ist die Wahl der Delegirten. Die Abgabe der Stimmzettel erfolgt in dcr Avt, daß die Abgeordneten jedes einzelnen Kroulandcs nach erfülltem Namensaufruf ihre Stimm» zcttcl abgeben. Das Wahlresultat ist folgendes: Von dcn Abgeordneten KrainS werden 6 Stimm« zcttcl abgegeben; gewählt crschcmt Dr. Toman (mit 4 Stimmen), alS Ersatzmann Svetec. (Se. Excellenz Freiherr v. Beu st nimmt seinen Platz auf dcr Ministerbanl ein.) Präsident: Die Tagesordnung ist erledigt, der Reichskanzler wünscht das Wort. Se. Excellenz Reichskanzler, Ministerpräsident Freiherr v. Beust: Nachdem mit Rücksicht darauf, daß die Einberufung dcr Delegationen sich in nächster Zeit nothwendig macht und dieselbe bald nach Neujahr in Aussicht genommen ist, zugleich aber auch sich die Noth-« wenoigkeit herausstellt, daß deu Delegationen volle Zeit gegeben werde, sich ausschließlich, wenigstens in dcr ersten Zeit, mit dcn ihnen zugewiesenen Arbeiten zu bcschäf« rigcn, so bin ich Allerhöchster Ermächtigung zufolge im Falle, der hohen Versammlung zu eröffnen, daß eine Vcrtagnng eintreten muß und diese dcr Allerhöchsten Bcstimmnng gemäß bis zum 29. Jänner 1868 zu dauern hat. Präsident: Nach der eben erfolgten Eröffnung der kaiserlichen Regierung ist der nächste SitzungStag voraussichtlich der 29. Jänner 1868. Die Tagcöord. nung läßt sich gegenwärtig laum bestimmen, ich erlaube mir deshalb, das HauS zu bitten, dem Präsidium die Ermächtigung zu ertheilen, die Tagesordnung für diese nächste Sitzung festzustellen. (Hiegegen wird kein Ein« wand erhoben.) Ich erkläre daher die heutige Sitzung für geschloffen. Schluß der Sitzung 12 Uhr. Oesterreich. Wien, 20. December. (Der k. sächsische Oberb ergha uptma nn Ferdinand Freiherr v. Beust) soll, wie die „Wr. C." hört, berufcu fein, die Leitung deS österreichischen Montanwesens zn über» nehmen. Jeder Fachmann — so fährt unfcrc Quelle fort — dem es gegönnt war, daS Wirken dieses Mannes in der Nähe zn betrachten, wird die Bestätigung dcr Nachricht mit lebhaftester Befriedigung vcruchmcn. Es ist bclannt, mit welchen Schwierigkeiten die Bergindustrie Sachsens zn kämpfen hat, Schwierigkeiten, welche theils in der so bedeutenden Tiefe der Grnbcn, theils in dem sinkenden Werth der edlen Metalle bei steigenden Arbeitslöhnen begründet sind. Freiherr v. Beust wußte als Chef dcr sächsischen Staatswerke den Betrieb der Hütten in einer Weise zu vervollkommnen, daß auch arme Erze des In» nnd Auslandes in Freiberg mit Vortheil verwerthet werden konnten, er führte die Benntznng von bisher werthlosen Nebenproduclcn dcs Bergbaues trotz vieler Schwierigkeiten glücklich durch. Da nach der damaligen Organisation die Staatsbehörde auch die Oberaufsicht über die Privatwerke zu führen hatte uud durch die Verwaltung genosscuschaftlicher Cassen, auS welchen die ärmeren Gruben unterstützt worden, derfclben ein bedeutender Einfluß auf den Betrieb der Privaten eingeräumt war, drang Freiherr v. Bcust auf dic Durchführung von großartigen uud rationell angelegten Aufschlußarbci-ten und wies die Bergindustrie auf die Erzeugung von ärmeren, abcr massenhaft aMMndm.Er.^..bi,;l,.,.^x.ü-. . Herr v. Beust lounte diesen seinen Ansichten, deren Durchführuug allein dcm Bergbau dcn Charakter eincr soliden Industrie zu geben vermag, nur dadurch den nöthigen Nachdruck verleihen, daß er selbst die eiuschlü« gigcu Fachwisscnschafteu iu vollkommener Wcisc uud mit selbständiger Auffassung beherrscht. Seinen Publicationen, welche meist allgemeinen bergmännischen Inhalts sind, wird niemand dcn Vorwnrf von Oberflächlichkeit oder Unsclb» ständigkcit dcS Urtheils machen können, wenn auch mauchc dcr auögesprochtuen Ansichten nichtallgcu.ein getheilt wurden. Seine ganze Amtsführung beruhte auf klaren, dnrch die Wissenschaft begründeten Anschannngen. Ein sehr wesentlicher Theil seiner Thätigkeit bestand darin, die Nis- ^ scnschaft für die Bergindustrie dienstbar zn machen uud ' die gcwouucucu Resultate möglichst allgemein zn verbreiten. Wir fürchten keinem Widersprüche zu begegnen, wenn wir behaupten, daß dcr sächsische Bergmanustaud! bis auf seinc untersten Verzweigungen dcr gebildetste dcr Wclt ist, uud wcun auch Freiherr v. Bcust vieles schon vorfand, so ist unter seiner Leitung doch das Bedeutendste geschehen, was auf tue Fördcruug sowohl dcr uutercn, als dcr höheren Aildungsanstaltcn, auf die gründliche wissenschaftliche Untcrsuchnng dcr Lagerstätten, auf die Einsühruug rationellcr Hütteuproccssc u. s. w. Bezug hat. Welch' weites Feld in dieser Vezichuug Freiherr v. Neust uoch bei uuS vorfindet, darüber ver-licren wir keine Worte; wohl aber war bei feinem jüngsten Bcsuchc dcr wichtigsten österreichischen Montanwerke Gelegenheit, zu erkennen, daß er mit den Verhältnissen derselben kaum weniger vertraut ist, als mit jenen seines Vaterlandes. Pest, 21. Dec. (Die Depntirtentafel) nahm dcn Zoll- und Handelsvertrag in letzter Lcsnng an. — In der Magnatentafcl wurde auf Antrag des Grafen Eziraky dcr Minister Wcnckheim ersucht, Ihrer Majestät zur bevorstehenden Allerhöchsten Gcbnrtsfeicr nnd zu dem freudig erwarteten Ereignisse die Glückwünsche dcs Hau-scs darzubringen. DaS HauS nahm fcrncr das Staats-schuloengcsctz mit einem von Lonyay beantragten neucn Alinea an, in welchem die Haftung Ungarns auch anf die zur Bedeckung der Salinenschcine erforderlichen huu» dcrt Millionen Staatsnoten ausgedehnt wird. Dasselbe Alinea wird Nachmittags in den Sectioncn dcr Dcputir» tentafel und Abends um 6 Uhr in öffentlicher Sitzung verhandelt. U us land. Verlin, 21. December. (DaS Abgeordnetenhaus) nahm die Gcsctzc wcgcu dcr Behandlung der Staatsschulden der neucn Provinzen an. Nächste Sitzung 7. Jänner. Vcrn, 2l. December. (B u nbeSrath.) Dic Bundesversammlung geschlossen. Beim Schlüsse des Na» tionalrathcS wies dcr Präsident auf dic Pflicht der Schweiz hin, stets zur Vertheidigung gerüstet, scharfe Hochwacht zu halten. Florenz, 21. December. (In der Dcputir -ten kämm er) Schluß der Debatte. Es werden U1 Tagesordnungen theils für daS Ministerium und zu Gunsten Roms als Hauptstadt, theils dagegen beantragt. Crotti entwickelt eine Tagesordnung für die Proclaim-ruug Roms als Hauptstadt dcr katholischen Wclt m'd tritt für die weltliche Macht ciu. Ferraris hingegen entwickelt seine Tagesordnung, welche das Recht der Nation auf Rom erllärt und die Nothwendigkeit beweist, eine Regierung zu haben, welche der Freiheit im Innern und gründlichen Reformen günstig gestimmt sei. Sodann Debatte über die provisorische Finanzgcbahruug. Die Kammer genehmigte die von Ferraris beantragte TagcS' ordnnng, welche über die Concession uud die nach dcr Einbernfung dcS Parlamentes veröffentlichten Verfii« gungcn über größere Ausgaben Vorbehalte aussprichl-Die Kammer genehmigte gleichfalls die Tagesordnung Valeria's, welche von dcr ministcricttcu Erklärung über die Suspendirnng dcr Zahlung der päpstlichen Schuld Act nimmt: Die Commission erklärte, dies als cnic administrative Maßregel zu betrachten. Bei der Abstillt mung wurde der Gesetzentwurf mit 230 gcgen 129 StiM" men angenommen. Pariö, 21. December. (Im gesetzgebende» Körper) bekämpft Magnin den Armecgesctzenlwlirs von finanzicllcn, socialen uud ökonomischen Ocsichtspuuk-ten ans. Dcr Gesetzentwurf schade dcr Entwickelung der Bevölkerung, werde Europa beunruhigen nnd dic Production im Innern verzögern; nur die allgemeine Bewaffnung allein könne daS Staatsgebiet sicherstellen. Berichterstatter Gressicr sagt, das Gleichgewicht der Welt könne nnr durch einen Krieg wiederhergestellt wer' den. Frankreich müsse für dcn Fall eines KricgcS bereit sein. UcbrigenS sei das Gesetz nicht für einen dem-nächstigen Kricg, sondern cS sei ein ZukunftSgcsetz. /enicr-Fcucr. England, in3besondere Londo», ist tief geängstigt, be« tlemmt mdchle man sagen. Die Attentate der Fenier, ml' besondere der unheimliche Gebrauch, de» sic von ihrer Wass?, dem Sprengül (Nitroglycerin) mache», h^ben das I»sslla»d aus seiner 3tuhe gebracht. Eine unbestimmte Angst vergib" Kett noch die Äesürchtungrn, welche in fabllhaften Gerüchtt» reiche Nahruna /mdcn. Lo diel; ..<« in Lu.n.do_n..,die..^(i>.ier beabsichtigen einen Angriff auf die l0n!glia> Nssidcnz OSborN und es wurden daher zwei Gardecompagnien dorthin ver< legt. Ferner hieß es Manchester brenne an mehreren Eüden. In London selbst, fürchtete man die Niedeihlenüung bn Grosvenor Square, woselbst ci,!t mit Zündstoff gefüllte Flasche durch ein Fenster dc< EidgcschosjeK in die Vibliolhcl eines Hauses gewoifcn wurde! der zweite im Herzen der City, woselbst genau darsell"-' Mittel angewendet wurde, um ein Magazin in Brand z" slcclen. Noch verlautet von einer dritten Brandlegung >>" Soho'Lquare, doch ist dieler Fall nicht a/nügcnd constalirt-Die Polizei scheint die Sache vertuschen zu wallen, um nickt übermähige Besorgnisse zu erwecken, der Umstand jedoch, daß in den deioen bezeichneten Fällen flüssiger Zündstoff —" s"' genanntes Iemerfeuel — angewendet worden s»in soll, g^ »ügt volllommcn, um dcn Peidacht wach zu rufen, daß v>e Fenier nicht«! a/imgereö im Sinne tragen, olö London a» vielen Seite» in Brand zu sttcle,', sei es aus Nache, odel um in der Verwirrung ihre gefangenen Arüder zu befreie"' Zum Uebcrfluß ist in der Vorstadt ttenmngton wieder ein« mal im Dunlcln auf einen Polizeimann gefeuert worden-Kein Wunder daher, dah die Stimmung eine sehr unbchag' liche ist und die Erbitterung gegen das Femcrthum stligl' — Die Berichte au« den Hospitälern, in denen die lDps^ von Clertenwell untergebracht sind, lauten herzbrechend Außer den drei durch die Explosion auf dcr Stelle T°dl-gebliebenen ist noch cm arme» achljähiiges Mädchen s""e>' Wunoen erlegen und selbst diejenigen, welche »ur dur«) Glassvlitter getroffen wurden, leiden fürchterlich, darw'tec Kinder und Greise, die dcn Stoß vielleicht nicht übcllede> weiden. — Ulber die drei unmittelbar nach dcr That Verhaftete» weih man nach dem ersten Polizeiverhör nicht viel nichl a früher. Von tinrm dcr verhörten Zeugen wuibe i""" ^ hauptct, er habe gcfehen, wie Desmond (einer dcr Verbals teten) die Lunte im Fasfc anzündete, doch scheint die Pol'i' anderer Meinung zu sei,', da sie auf die HabhaflweidU'^ dessen, der diesen Theil der That vollzog, eine Belohn«^ von 300 Pfund Sterling aussehte und dem Angeber Stt ! 202 l loslglcit zusicherte, vorausgesetzt, daß er nicht selber TlMer sei. Ob der wahre Thcitcr je gefunden werden wild? Lr-fahreuc Polizisten zweifeln fast daran, denn nachdem er sich langem Zcit vc, steckt gehalten baden werde, wü«den seine Genoss, n Sorge tragen, ihn aus dnn Lande zu schassen. Denn dah wir es hier nicht mil einzelnen tolMhnen Gesellen sondern mit organist»ten Banden zu thun haben, beweisen bie^biöherigen Vorfälle zur Genüge._______________________ ^locales. (Philharmonisches Concert.) Die gestern zum Vcsten des Gescllschastsfondes stattgefunden Aufführung von Hnydn's „Jahreszeiten" war leider sehr schwach besucht, s° daß nicht einmal die Kosten gedeckt wurden. Wir möchten diesen Umstand wohl durch die Wahl des Tages Allüren. Aber etwas anderes können wir uns nicht erklären, und das ist der fluchtühnliche Ausbruch wahrend dc» Final» ^ors, der auf alle Jene höchst störend willte, die einem sol< Hen Misterwerlc die gebührende Pietät zu zollen entschlossen wa»cn, Was die Ausführung betrifft, so gefielen besonders d'e lecht frisch und mit Präcision ausgeführten <5höre. Herr Ander bewährte sich in den Solls wie immer als vor» züglichl-r Sänger. Frl. Eber hart enlMlc Alles durch ihren schonen Vortrag und den herrlichen Wohllaut ihres klangvollen OrgcmZ. — (Verein der Aerzte in Krain.) Nächsten Camslag, d. i. am 28. d. M., sindet um 5 Uhr Abends die Generalversammlung des Vernnö der Aerzl» in ^lai» zu Laibacd in dessen Museallocalc statt. Das dies< brzügliche Programm lautet: I. Verlesung de« letzten Siz» zungsprolotoll»; 2. Mittheilung der Einlaufe: 3. Jahres» bericht: 4. Rechenschaftsbericht: 5. Wahl der Vereinileilung: 6- Wahl von Ühren> und auswätligcn Mitgliedern: 7. Vor» «'»schlag plo 1868: 8. Feststellung der zu haltenden Zeil. lch>islen: 9. Anträge Dr. Gauster's auf SlatutenXnderung u»b zu stellende Petitionen: 10. allenfallsige Anträge d«r n welchem eine Henschasl, indem sie von ihrem zu-sammc,>HN„ac„d.n Waloconlplefe von mrhr nls 4000 Joch Über 3000 Joch alö Adloslings Aequivoltiit an die Servi-luttbcrechligten abgelrrlrn, sich selbst aber «inen serviluts-freien Wcilocomplez,' von nabezu l000 Joch voib«bc>lten halte, auch das Iagdrecht auf drm al'^elretenen Naldcompleze sich reservirte. Referent «l0rlcNt die Fragen, ob dieses Iagdrecht für sich allein verläuflich und ob es ohne Willen d,s Berechtigen abläsbar sei? sie dabin beantwortend, dah ein solches Iagdrecht nur mit dem Grundbesitze (über 200 Joch), zu welchem es vorbehalten wurde, verlauft werden könne, und tah die Ablösung nur unter Einwilligung beider Theile statthast sei. Vci der D,balle über birse Abhandlung, deren Druck' legung beschlossen wurde, bilhciligten sich die Herren Dr. Ahaac jin!,«!', Dr. v. Lehiuann, Dr. Suppan und Dr. ^chöftpl, letzterer mit der E,lüuterung, dah tas Iagdrecht nur dem B,sitze des verpflichteten Gutslüiverö vorbehalten, und das, es nur mit diesem letzteren selbst velkausl werden könnte. (i. ü) Dr. v. Schrey bedand.lle einen iiiecrlsfall über Meislbolsvnthcilunge» bei Simullanhypoth.len, die Frage bc-lassend, ob der Sinnillain'fand^lälidiger bei der gleichzeitigen ^"üuwung sämmtlicher Pjandrcalilälen sich mit der bis zur v°llcn Deckung seiner Forderung erfolgenden Anweisung auf einzelne Ne alit ä t c n m e i st b o t e zusricdengcdcn wüsse, od!'l ob er nicht vielmehr berechli^l sci, die Verwah. lung seiner Pfandrechte bli de» Mcistbottu sämmtlicher Realitäten für so lange anzusprechen, als er die wirtliche Zahlung nicht erhält. Gegen die Ansicht der beiden un« teren Instanzen entschied der oberste Gerichtshof in dem spc> ciellen Falle in dem letzteren Sm»e, welche Entscheidung von dem Referenten besprochen und näher begründet wurde. In der Debatte hierüber wurde namentlich die Frage erörtert, welcbes Rechtsmittel den, dem Simultanvfandgläu-biger vostlocirten Tabulcirgla'lidia/rn in dem Falle zustehe, wenn ersterer durch Saumseligkeit in der Einbringung der ihm zugewiesenen Mislbote den Abschluß der MeislbotS' vertheilungen willkürlich in Schwebe erhält. Gegen die Ansicht des Referenten, es stehe diesfalls die Auffordcrungsllage zu Gebole, sprachen sich die Herren Dr. Suppau und Koceoar aus. An der Debatte belheilig-ten sich übrigens auch die Herren Dr. v. Lehmann und Dr. Kaltcneggrr. Sind die Ersleher säumig, so gilt eben für alle, die ein rechtliches Interesse daran haben, daß die l5r> stehcr zahlen, das Relicitationsrecht. Ueber Antrag der Vorsitzenden wurde die Drucklegung des Aufsatzes beschlossen. l>) Herr Dr. v. Kaltengger bringt zum Vortrage eine Abhandlung über die Zulässigleit und Vedingnisse zur var-cellenwcisen exccutiven Feilbielung einer Hypothek. Herr Adjunct Hoccvar bemerkte, die parctllenweise Versteigerung werde namentlich dann zulässig sein, wenn bestimmt wird, dah nach dem AuSbielen der tinzclnen Parccllen auch die Gesammt realität um die Summe der erzielten Meist» böte feilgeboten werde. Die allgemeine Gerichtsordnung stehe nicht entgegen, da die Parcellirungsvorschriften erst später erschienen. Herr Dr. Sup pan betonte, dah gegen den Willen des Erecuten diese Parcellirung unzulässig sei. Ueber Aütrag des Herrn Dr. v. Lehmann wurde die Drucklegung der Abhandlung beschlossen. Schließlich erwähnt noch Herr Dr. Kaltencgger eines prallischen Falles, wo zur execuliveu Veräußerung einer Realität die Bedingung gestellt wurde: „Der Erstehcr ist verpflichtet, die hinter drei Jahren aushaflendcn Steuern und Grundenllastungsrückstände noch außer dem Meistbote besonders zu bcrichligen. Die Unzulässigleit einer solchen Bedingung, die den Meistbot zum Nachtheile der an der Zahlungsreihe stehenden Gläubiger hcraddrücke, erhelle aus dem Gesetze, daß der El'slcher nur aus seinem Meistbole zahlungspftichlig werde — und daß alleS, wal der (Zrstrher zu zahlen habe, nur aus Grund der MeistbotveUheilung, d. i. richterlichen Zahlungsanweisung, nach Maßgabe der pfandrechtlichün Rangordnung zu zahlen fei. ^ 7. Bei erschöpfter Tagesordnung wuide sohin dk' Ver? sammlung von dem Vorsitzenden geschlossen. Rtucsle Post. P c st, 2^i. December. Daö Ämcndcincnt zliin siinf. lci, Paragraphc dcs Staat^schnIdcngcsttzcS ist in der gestrigen ^tachtsitznug der Dcpntirlenlafcl lnit i!">() gcgcn W Stinnucn angenommen worden.— In dcv Dcftutir-tafcl wurde hclltc das Indcmliitätsa,csctz von, cianzcn Hause, mit Ausncihmc dcr äußersten Vinkcn, und daS Gcsctz iibcr die Olcichbcvcchlignnsj dcr Iudcn cinstiinmig in lctztcr Lesung definitiv nngcnommcn. Untcr licgcistcr» tcr Zustiiumnnss dcö Hanseö ersuchte der Präsident dcn Äa< ron Eötvö,?, Ihrer Majestät die Glückwünsche des Hauses znm Allerhöchsten Gcdnrlsfcstc darzubringen. In An» gclegcichcit der Dclcgirtcnwahl findet eine geschlossene Sitzung statt. Die Maa.natcntc>scl hat den vom Grafen Anton Szccsen glänzend licfnrwortctcn Zoll« nnd Han» dclsucrtraa, cinstimmia angenoinmcn. Noin. 2!. Dccembcr. Dic officiellc Zcitnng »crüfsentlicht' die vom Papste im gestrigen Consisturinm gehaltene knrzc Allocution, Der Papst wciet auf den göttlichen Beistand hin, welcher die Trauer dnrch Freude mildert. Dic Bischöfe haben sich .;n seiner Per. thcidignng eng verbunden Mit Schrift und Wort vertheidigen Laien dic weltliche Macht; in öffentlichen Versammlungen wurde sie vertheidigt, in glänzender und prächtiger Wcise inr Senate nnd gesetzgebenden Körper in Pariö nnter dem Beifallc aller ehrenhaften Lcnte. Er hebt mit Vcgeistcrnng die Demonstrationen nnh Opsergaken der Gläubigen, dcn Eifer dcr katholische,, Schriftsteller und Redner, die Treue der römischen Unterthanen, die Tapferkeit der Armee des so mächtiaen Kalsers dcS edlen und hochherzigen Frankreichs hervor welcher, die Gefahren Roms sehend, seine tapferen Sol^ baten gesendet habe, um unter berühmten Führern bei Mcutana und Monte rotondo zu kämpfen und ihr Blut für die Sache dcs heiligen Stuhles zu vergießen Er empfiehlt sie dem Gebete, daß Gott sie gegen ihre Feinde schütze und diese letzteren bekehre, und segnet sodann alle Anwesenden. Paris, 2l. December. (Sitzuug des gesetzge. benden Körpers.) Jules Favre fordert von der Regierung Aufkläruugeu. Rouher erwidert, die Rc. gicruug werde bei Artikel I die natürliche Gelegenheit finden, sich über die Kritiken auszusvrechcn, deren Gegenstand ihre Politik gewesen ist. Abc,- schon jetzt zögere er nicht, in der unbedingtesten Weise gegen jede Au«< lcgung zu Protestiren, welche in dem Gesetze eine Bor» bcreitung zu einem mehr oder weniger nahen Kriege nachzuweisen strebt. Wenn die Regierung, Kriegsgeoanlen hegend, eine unocrwcilte Vermehrung unserer Streitlriifte fordern würde, so würde sie nicht den Gesetzentwurf ein-vrmgen, welcher in keinerlei Weise einer Kriegsabsicht entspricht und auf nichts anderes Bedacht nimmt, als das große nationale Interesse, die Unabhängigkeit des Vaterlandes zu wahren. Telegraphische Weckselcourse uom 23, Drcrmbcr. 5>ptrc. MrtalliqueS 55.60. — f.prrc. MttalliqueS mil Mm. nnd iNoUembei-Zinftn 5«. -. — 5>peic. National Anlehri, 04,K<» ..«<,„? nctieii <;?4. — Üretntaciirn 153,70. - M;0er 3laal«ai,l?t>rn 82 N» Sllber 118,25 — London 121.!«5. — K. l Ducatr» 5.75» Angekommene fremde. Am ^2, December, Ttadt Wien. Die Herren: Staudachcr, Handelsmann voi, .^raftfmfcld. - Iugiz. Handelsmann. - Fil. Iunovil). Knuf. mmin?tochter, von Strazisc, Mohren. Hrrr Berger. Productenhändler. uon Ol«nih. Haiser von Vesterreich. Hrrr Vartol. uon Gol>schel>. <;l't. Mi,. 327.1^ -9.7 W. schwach f, ganz r.cw, 23, 2 „ N. 32<;.»!< 5.» NO. schwach z.Hälfledew. O.^« !0„ Ab. ^ 327.,,z — 8.» NO. icnwack Qöl>r,»^l>sl InlensiveS Morgenroth. Tayilber meist oilnn bewüllt. Abends heiter, später dunstig, ruhige l!usl. Verantwortlicher Redacteur: Ignüz v. Kl^f > nm <» n > 5 Die Iliill'l'zrlchüftril ssrbcn hiemil schmei'znMl die Nachricht von dr», sie tief brtrilbrndrn Hnischrideii drs inliigstgfliclitcu Galten nnd rNelsichtlich Vaters, des hochwohlgeliorneu Herrn Lnklls Ritter o. Luschan, säüiüitlichcr Nüchlc Toctor?, t. l. jDbcrlnittckgcrichleialhch i,,n Äittert« dcl« Ordens dcr ciftrnr« 5».^i', als Galtin. I>l>. Hlnx lilttl' V. lvll^llnul, Hof- und Gerichts: aduocat in Wim, ^u>,velwal!rr r v. !>l<5<-linn. t. l. Kreisgerichtsratb ^ll»0sl itittor v. l^u!i«llull. l. f. Fin.-Dir.-Honc als Söhne. '' Lmill« II«'i»ri«l,ol-. l. l. LandcSgerichtsralhs-Gattiu Williolminv l'ujstt<.^ls' Gattin, (2830) als Töchter. Dörscnllcricht. Wien, 2l. December. Das Geschäft laun, nennenswerth und die Eoursc soluol^l der Papiere als der Devisen und Valute» unwesentlich verändert. Geld flllssia Veffentliche Sckuld. ^. dc« Staates (für 100 sl) Geld Waare ^l ü. W. zu 5M. fiir 100 fl 5'2,3U 52 50 5'» iistrrr. Wahru,ig stmelsrci -'>? 50 57,»>0 » Steunanl. iu 'o. ^'. v. I. . l^<>4 zu 5vCt. rilchahlbar . 88 50 8!1.— /.^t^inliuleheü iu i)st. W. . 8l).50 ft''.-- All"r-A»leheu uo.l I«.,4 . . ?s.50 73.-^"bnaiil. 1^<;5i (Fvc«,) riichahlb. ,. "'!" Jahr. z„ 5 pCl. 100 fl. 7« 25 7«,7-, "«t,.A,,l.mitI.in...Coup.z»5''/.. 65.40 0 25 « „ „ 185'l . , . 75.25 75.5N j ,. „ „ !«<;<> zu 500 sl. 82.!'0 82>i0 .. « „ I860 „ NX).. l>1,25 !<1,.">0 ^5 " ." ., „ 1«64„ 100.. 75.-- 75 20 ^'"c>')>leuleusch. zu 42 I. nu«l. !l, -'0 22. - ,7"'"a>>'e>l 5perc, in Silber 101,75 105. - »il^5/°"'"udrr (fiir 100 si.) Gr.'Entl.-Oblig. "Udero-stcncich . ^ 5'/. 8^.-- W.- Grld Waare ^lierüsterrcich . zu 5°/. 87.75 88,15 -"nllb na . >. 5 „ 86.50 «7.5l, »?e? .... „ b .. """ "9.50 Steinmarl ... „ 5 ,. 88.- ^.— Ungarn.......5 ,. '^.'><» " -^> Temcser-Äanat . . „ 5 „ 6i).- ^>,:^> Crnalie» und Slavonien „ 5 „ 70.-- /1.— Galizien...... 5 „ «3.7^ ^.2^) Siebenbürgen ... „ 5 „ ^3.7» ^4.2^. Vukouiua .... „5 „ 63,5' .4. - Unq. m. d. V.-E. 1867 ,. 5 ,. 66-"0 ^-17 Teiii.B. in. d.V.'E. 1867 „ 5 „ 65.25 6.,.75 Acticn (pr. Stilcl), , Nationalbau! (ohne Dividende) ^^,^?" K, Ferd,-N°ldb.,u 1000si. E, M. 1702.^ 170^. ^ Kredit-Anstalt i" 200 si. 0. N ^^20 l84,40 N,«,M«m.-Ges.z,.500si,°.W. 01?.-- 6U.-S E.G.zu200st.EM,o.500Fr, ^42>0 ^6-^ Kais. Elis. Bahn zu 200 fl. EM. 1^7^ ""'0 Si!d,-»oldd.Vcr,-B.200 „ ,. ^'2,->0 1.^.7^. S!dSt.-,l.-veu,u.z,-i.E.2(X>fl. 170 2^) 170..-.0 Gal.Karl-l'ud.-N.z.iiwsi.CM. ^4.2Ü W4.50 Gelb Waarej Böhm. Westbahn zu 200 fl. . I47.5l> 147 75 Oest.Doii.-Dauivfsch.-Ges. ^-« 482.- 484,- Oesterreich. Lloyd iu Triest Z<2» Ift«.— U)0.— Wicn.DamPsm.-Actg,500fl.ö.W. 460.— 465.— Pester Kettrubriicke .... 380.— 385 — Aüglo-Austria-Bllul zn 200fl. 110,25 ,10.75 Weinberger Ecrnowiher Actien . 168.— I3.— 104 — llose (pr. Sliick.) Ered .Ä.f.H.u.G.z.100fl. ö.W. 128.25 128.50 Dl"!.-Dmpfsch-G.z.100fI.LM, 86.— 57.- Sladlgem. Ofr» „ 40 „ ii. N. 25.— 25.50 Esterhazl) zu 40 ss. EM. 115.- 118— Salm « 40 „ „ . 3150 32... PaM «40« ,. . 24.25 24.75 Keglevich " ,u.....^ 21.25 Rudolf-Stiftung 10" " ' i3"" ?5... Wechsel. (3Mon°te) Augsburg flir 100 fl, siibd. W. Ml °^ ,.>, . ssraulfurla.M,100fl. detto in! .,3 ^^-4" Hamburg, silr 100 Mart Naulo ^ <-. '3'^ London für 10 Pf. Sterli?a i3, '^ ^-W ' - 48.30 4«35 <5°urs der Geldsorten Krainischc GrundentlaNung«-Obligationen, ^^j. valnotlrung: V7 Oeld, 93 Waare