Leitung. Nr. 30«. Präuumelatiousprei«: Im Lomptoll ganzj. st. »1, halh>. N. 5.5.0. sslll die Zustellung in» Hau? halb,.5,0tt. M!t derPl>sl«l,»,j.ft. 15, halbj.fi. 7.5,c>. Dieilstag, 3l. December Inleitlonegebühr bie lo »jeilen: Imai «o ll., 5m.8«lr., 3»>. I »I.i sonft fr. >;cile im. «lr^lm.«^ , 5n>. in lr. u. s. U'. Inscrülülßftemprl jedcem. !!«l,. 1887. Prillmmemtions - Einladung. Dlit 1 INnncr 1«!'« beginnt ein ncncs Abonnement m:f die „Laibacher Zeitung." Durch Vermehrung des Blattes um ciuc Kolumne, welche einci, reicheren Inhalt ermöglicht und durch vielfältige Aufsätze über Landcsangclegcnhcitcn, hauptsächlich in laut" und forstwirtschaftlicher Beziehung sowie durch eine nichlialtiae ^ocalr»brik nnd Wochenchronil und durch .Original-ssenilletons verschiedenen, theile unterhaltenden theils belehrenden Inhaltes, waren wir bestrebt, alten Ansordernuacn ^i entsprechen Wir werden anch das Gebiet der Untcrhaltnngslcctnre nicht vernachlässigen, und demnächst unt cincr neuen spannenden Original-Novelle von einem durch seine Arbeiten vielfach bclaunlcn vaterländischen Schriftsteller beginnen und überhaupt, von mehreren vatcrläudischcu Kräften uutcrstük!, mich fcr,icrs allcft aufbieten, nm das Interesse au nuscrcm Blatte zn erhöhen. Wir crsnchen wiederholt alle freunde deS Vaterlandes und dcr Principien, welche nnser Blatt vertritt, ,nn ihre Mitwirkung. Dic Vrünumerlltilins-Dciinljunljen bleiben unverändert: Oaii^jnhnss niü P>is!, »»!l>r Echleiftn ^>«s^!ldtt . . lli fl. — lr. hall'Ml'iq' d!o. dw. dto. ... 7 ,. 50 „ , !ia»;ia!>ri^ im CmiiPlcnr iiülcr ^'oni'l'v!..... l2 „ — „ iialbjähriss dlo. d!lL ..... l'» „ — ,. («ciii^jlihri^ für ^'aibach, i»'<< Hiui^ ziiczrstl'llt , . , . >"«_<>, hc>ldjiil,v!!i dt». dw. dlo..... i im Lomploiv offen..... ll — liall'jiihriq dto. dlo....... ^ " ... " Die Pranumerations-Betrage wollen portofrei zugesendet werden. Vaibach, im December 1807. Iguaz v. Aciumayr ^ ^cdor Vamberg. IWM^ Des h. Feiertages wegezt er scheint die nächste sknmmer am Donnerstag. Nichtamtlicher Theil. Dos Zühr 1867, Laibach, 31. December. /!,': Das Jahr 18l>7 ist zu Grabe gegangen; es l>al zwar manche Verwicklungen iin Gefolge gehabl. je-!>uch glücklicher Weise nicht solche, welche sür Oesterreich ^>!,c »Älürmln dc>s FricdcnS znr Folssc gehabt haben. Gleich im Beginne desselben schien die ^ufcmlmr' gcr Augclcgcuhcit eine drohcude — den europäischen Fric-dcu gefährdende Gcslalt anzunehmen; es gelang indessen der Diplomatie ausnahmsweise, ciu Arrangement zur Beschwichtigung der bclheiligtcn Mächte zu fiudcu, uud Oesterreich darf fich rühnicu, wesentlich dazn beigetragen zu haben, daß dcr Friede erhallen blieb. Ob die Versöhnung zwischen Frankreich nud Preußen trotz des fried» lichen Eonfcrcnzrcsnltales eine anfrichtigc war, scheint noch immer sehr zweifelhaft; mau muß eben nur wün-schcn liud hoffcu, daß das Mißtraue», welchcs sich iu dem nuverkenubarcu Wetteifer uach ciucr vollkommenen HcercSorganisation uud Vcwaffnnng uud vielleicht auch in nicht 'offenen Rüstungen kuudgibt, keinen ncncn Zünd. stoss findet, uud daß daher die neu geschaffene sogcnannle deutsche Frage wenn nicht für immer, so doch für die nächste Hcit schlummern bleibt. Unsere Rcgicrnng und Reichövcrtrctnng hat die ko,t-bare FricdcnSzcit eifrig uud redlich dazu bcnützl, um die Eousolidirnng nnscrcr inneren Verhältnisse anzlislrc' btn. Die Krönung des Hcrrfchcrpaares in Ungarn, die sofortige Anbahnung des nunmehr dem Abschlüsse nahen und jedenfalls gesicherten Ausgleiche« mit Ungarn, und die Begründung des wahrhaft constitulioucllen Systems durch liberale Versassungsgesctzc, sowie die Ernennung "»es parlamentarischen Ministeriums sind Erruugcu-sch^sle», welche daS Jahr 1867 für uns stets als ein denkwürdiges crfcheiuen lafsen loerdcn. Anch' in sonstiger Beziehung kann daö Jahr 1^>7 für Oesterreich als ein segensreiches gelten. Während der Küuig uon Pienßcn iu seiner Thronrede bei Eioffnnng dcs Landtages am 15. November hervorhob, daß die ^'ntc in einem Theile seines Staates dem Äedürfuis,c Ulchl entspreche und daß dcr Druck dcr Unsicherheit au, dcui Verkehre lastet. — während dcr Kaiser der Frau« >'°scn bei Eröffnung dcr Kammern die nicht gute dritte und die damit verbundene Theuerung beklagte nnd trotz ^ Industrieausstellung in Paris zu bcdancrn and daß d'c industrielle nnd ,5andelsbcwegnng Rückschritte g«.- »'ncht hat. ^..... während endlich im Nordeu Enropa s "cgcn allgemeinen Äiißn'achses großer Noth,!a»o herrsch ,." h«t uus dcr Bimmel fast durchgehendö uud, mil 'lus»ahmc verhältniß.näßig kleiner Landstriche, nut elm schlichen Ernlc gesegnet. Wir haben dahcr anch "' sclteue. erfreuliche Schauspiel, da,i "nsere ^ca l -^'ducte ciucn masscuhafteu Absatz ius Anölauo 1 ?'. und weun eben deshalb, ungcachlel ocr gn u> , "Uc. die Preise der Lcbtusmittcl da nnd 5ort 1tt,< N s° lm,u nnd u.uß >na,i sich damit l^ftc», "! c ^'u, V<»fschnmuge »nseres Crpmlhaudels . -"' ^mtheil. wesenllich da;n beiOageu. den ^.al.oual. Wohlstand zn heben, die Valutaverhältnissc zu bcfscru uud die Sleucrkraft ini Reiche zn erhöhen. Uebcrhaupt hat sich unser Verkehr seit dem uuglücklichcu Vorjahre bedeuteud gehoben nnd selbst nnscre Eisenindustrie, die schou am Rande des Grabes stand, erblüht überall wieder zu ueucm Lcben. Die sichtliche Bcsserliug dcr volls-wirthschastlicheli Zustäude des 9^ichcc berechtiget zur Hoffnung, daß anch die Herslclluug des Gleichgewichtes im Staatshaushalte — als die Grnudbediugung geordneter Finanzznständc — so wie die Regelung unserer Finanzen überhaupt gelingen wird. ohne dcm Staats» creditc nahe zu treten. Für Oesterreich - wir müsfcu es dankbar anerkennen......war das Jahr 18('7 ein glücklicheres, alö sür maucheö andere Reich, England leidet — abgesehen von dcr kostspieligen abcssyniscycii E^cditiü» — an großer Theuerung nud an dem höchst gefährlichen Treiben der Fcnicr, welche trotz nllcr Strenge immer kecker hervortreten. Frankreich empfindet dcu Druck dcr Uusichcrhcit, über dcu dcr König vou Preußen in seiner Thronrede klagt, nicht weniger als Prcußcu. währcuo dic libcralcu Elcmcutc - alisgcschrcckt durch die römische Expedition — sich mehr nnd mehr gegen die iinperalistischc Allgewalt sträubeu, welche für Allc dcutcu uud haudelu will. Spauicu hatte anch im Jahre l8 wendig bedürfen, fu sind überdies gerade die Heere der-jciiigeu Staaten, deiicil mau kriegerische Absichtcu uuter-legt. mit den moocrucn Wafscu weder gan; vcrschcu uoch gguz vertraut, und bei der große» Rolle, welche die Waffen lind dcrcu sicherer uud fliuter (Gebrauch derzeit im Kriege spiel«, dürste selbst die größle Kampflnsl Be> denken tragcn, fich blindlings in dcn Krieg z» stürzcu. Wir schcidcn also von dcm Jahre 18l',7 mit gcgrimdr-ten Fricdeushoffliungeu für die nüchslc Znkunft, muffen jedoch gleichwohl dcu Wunsch aussprcchcn, daß mit c>c, gällzlichen Vollendnng unseres Vn'safsuugSwerleö und ,uit dcr Ordnung unserer inneren Verhältnisse nicht a,e> zögert werde, damit wir von uuvorhcrsehbarcu Errigmsfcn nicht iu unfertigen Zujländeu überrascht werden. 'Indcul wir somit vom Jahre 1>>07 Abschied nehmen, gedenken wir noch mit Wchmnlh dcr lranrigcn Katastrophe iu Mexiko, die ganz Oesterreich mit Schmerz erfüllt hat. Wir couslatircu, daß kaum je irgend riu Unglück eine so allgemeine Theilnahme erregt hat, als dcr Tod des heldcnmnlhigcu KaiscrS Maximilian, drssru Leichnam nun bald in dcm Hcimatlnnde rnhcn wird. Oesterreich. Mien. (Roch einmal dcr „Invalide.") Die „Wr. Abopst." schreibt' Wahrend die meiste» dcr Wiener Älältcr dcu vielbesprochenen Artikel de« „Invaliden" iu einer Weise behandeln, welche eben so schr von einem richtigen Verständniß dcr Verhältnisse als von palrio-tischer Abwehr zeugt, läßt sich ein Blatt, das sich „Das Vaterland" nennt, „vou dcr poluischeu Grenze" ^Eorrcspoudcuzortc siuo geduldig) ciucn Artikel schrcibeii, wclchcr das Echo jciics Artikels in dcn iibrigeu russischci, Blätteru behaglich wiederholt uud dabei hervorhebt, daß „eigenthümlicher Weise" dic vou uus seinerzeit als plumpe Erfindung bezeichnete Äch?luptu!ig, Freiherr v. Beul« habe gelegentlich seiuer Rcisc uuch Purio uud Voudon dic dortlgcu Enl'inctle für eine Einucrlcibnug Bosniens nnd der Herzegowina zn stimmen gesucht, doch wieder die Runde durch die russischen Blätter mache, woraus daS „Vaterland" solgert, daß jenes Dcmculi dcr „Wic ncr Zcitnug" „selbst für ocu ^caivsten kaum clwns mchr als eine officicllc Slylübuug gc>vesen sci!" Wir nehmen hievou nur deshalb ^iotiz, wcil wir dadurch Gelegenheit erhalten, das betreffende Dementi zu wiedcrhohlen und jcnc Erfindung nochinals als eine plumpe zu bezeichnen, wobei der „Raivste" begreifen wird, daß, wenn nur der geringste Schein vou Wahrheit daran gewesen wäre, eine Bestätigung sowohl iu Pnris als i» Voudon nicht ausgeblieben sciu würde. Mähren. (I u dcn 5! rc isc n d cr sl a v i sch c u Landbcvölkcr n n g) hat m'c Stimmung rincu bcdcn tcndcn llmschlag gcfnndcn. Vian ist dcr unfruchlbarcn H.tzcn nnd Agitalioucu, die von Seite dcr Ullra's nu° ! s,cstiftet wurdcu, herzlich müde gcwordr». nud begiunt nnn einzusehen, daß der eingeschlagene Weg unr dazu führen löuuc, die nintcricllcu Interessen dcr Vcuöllcruug zu schädigen. Die Masseu beginnen sich niln nllmälig vou den gefährlichen Führern loszulösen uud ciuc gcsuudc Politil zu befolgen. Mit gntem Beispiele qingen bei dm lctzlcn Wahlen iu Mähren die Bcwohucr vou Un^ garifch-Brod voran, die dcn exclusiv nntionnlei, Führer sallcu licßcu, und iu der Person des Hcrm Rad-nitzt y cineu üitann wählten, in dcssm Polit'schc». Eharal» ter sie die Bürgschaft ciner ve r s ö hnli ch c n nnd v e r miltclu dcn Richtung in dcm Äicinungsstreilc der ^latioualitälen des Laudcö crblickcu. Außcrdc/n gaben sie unt ihrcr Wahl cin lant sprechendes Zeugniß, daß sie iumittcu der allgcmrincu Bcwcgnng, wclchc die Mi sler nnifaßt Hal, um die Fcssel^ de« Eoncordail-,? abz>,-schülleln, auf jener Beitc flchcu, )vo l>ic Freiheit und di,,' EmanciplNiou dci< Gcisl^ ihr P,nnc>- ansgcschlagcn. 2050 Uusl'and. Flore»;, 28. December. (Päftstl i ch c Sta a ts-schuld.) Die „Italienische Eorrespondcnz" berichtigt die verbreiteten Gerüchte bezüglich der aus dein italienischen Staatsschätze fülligen päpstlichen Staatsschuld. Dic Rückzahlung der tilgbaren Rente im beilänsigcn Betrage von zehn Millionen hade sofort nach Abschluß der Convention vom 7. December begonnen und keine Unterbrechung erlitten; im Ncbrigen sei die nächste Verfallszeit noch einige Monate entfernt. Was die untilgbare Rente im Betrage von nngefähr sieben Millionen betrifft, fo haben dic Verhandlungen, um eine Uebertragung derselben zu bewirken, bis zur Zeit der letzten Ereignisse noch zu leinciu Ergebnisse geführt. Die Eorrcspondcnz sagt, mau lönne allerdings nicht leugnen, daß zwischen der Thci« lnng der päpstlichen Schuld und der Ränmung Romö durch die Franzosen ein Zusammenhang eristirc. -- Der ..Eteudaro" erfährt, daß trotz der Weigernng Italiens, scine eingegangene Verbindlichkeit zu erfüllen, die Päpstliche Regicruug die Coupons vollständig auszahlcu werde. — (Ueber den Stand der italienischen Min istertrisi S) theilt mau der „France" Folgen-des mit: General Meuabrca findet Schwierigkeiten in der Bildung des neuen Ministeriums iu dem Umstände, dem Minister des Innern, Guallireo, eineu Nachfolger zu geben. Dieser Minister muß jedenfalls ersetzt wcr< den, da besonders gegen ihn das Votnm gerichtet war, in Folge dessen das Ministerium Menabrea seine Ent» lassung gab. In Florenz glanbt man, Menabrea werde lanm vor dem 15. Jänner eine definitive Entscheionng treffen; um diese Zeit versammelt sich der Senat und werden anch die Debatten über die Erklärungen stattfinden, die von General Cialdini angekündigt sind. 5^hne Zweifel wird Mcnabrca in Folge dieser Debatte ein zweites Vertrauensvotum von Seite der Dcpntirtcnkam» mcr provociren; sollte anch dieses Votnm ihm nicht günstig sein, so dürfte das Parlament anfgclöst und direct au die Mcinnng des Bandes avpcllirt werden." Paris, 27. December. (Fortsetzung derSiz« zung des gesetzgebenden Körpers.) Buffet unterstützt das Amendcment Louvcts und sagt, die Aus« lassungeu dcr Regicruug bcnnrnhigcn die öffentliche Meinung. Das im Amcndcmcnt entwickelte System würde einen Effcctivstand von 500.000 Mann geben, welche genügen würden. Frankreich bcnöthige nicht unr Soldaten sondern anch Äaucrn, Handwerker und wissenschaftlich ge« bildete Lcutc. Das Land verlangt, daß es nicht gegen seinen Willen iu ciucn Krieg verwickelt werden könne. Die einzige Garantie, welche es dafür haben könne, sei die ministericile Verantwortlichkeit, welche sich, seitdem dic Minister in der Kammer anwesend sind, täglich mehr begründet. Ehcsnelong sagt, man müsse die Gründe der Regierung in Bezng anf die Eontingentshöhe acccptircn, aber er verlang!.' als Gcgcnlcislnng das Recht, die Dienstzeit zu bestimmen. Ealve^Rogniat zieht sein Amcndcmcnt zurück. Das Amcndcmcul Vouvcts wird mit 177 gcgcu <^1 Stimmen verworfen. Ä)tarscille, 28. December. (Nachrichten ans Rom) vom 2(). December znfolgc haben die Cardinäle gestern nach Vccndignng der Messe den Papst znm Beginne des ncncn christlichen Jahres beglückwünscht. Der Papst antwortete ans dein Stegreife, indem er einen Vergleich zwischen der moralischen Lage Jerusalems nnd Roms zur Zeit der Geburt Christi anstellte. Damals war Judäa durch feindliche Parteien tief gespalten und zerrissen, während Rom ein Bild der Kraft und Macht darbot. Heute biete Rom noch da« Beispiel der vollkommensten Einheit, jener der Kirche dar, welche alle Kräfte der Gläubigen der ganzen Welt conccntrirc, während ihre Feinde, in Parteien gespalten, ihren eigenen Verfall bcschlcnnigcn müssen, dennoch aber ohne Zweifel einen letzten Angriff vcrsnchcn werden. Er betont die Nothwendigkeit, wachfam zu fein, zn beten und anf alles gefaßt zn fein. Er scgm'te hieranf das Ehrcnschwcrt, welches dem Fürsten angeboten wcrdcn soll, der sich als , Vertheidiger deS heiligen Stuhles am meisten verdient ! gemacht hat. Weitere Briefe aus Rom vcrsicheru, der ^preußische Gesandte sei bcanftragt worden, der päpstlichen Regieruug zn erklären, daß Preußen den Rom betreffenden Erklärungen Nonhcrs bcitretc. Madrid, 27. December. (Cortc seröffnuug.) Ihre Majestät die Königin von Spanien hat hcntc dic Cortes eröffnet. Anf der Fahrt in den Straßen Madrids wurde Ihre Majestät mit den lebhaftesten Zu« rufungcn begrüßt. Die Verlesung der Thronrede wurde zn wiederholten malen durch enthusiastische Knndgcbun-geu der Versammlung nnterbrochcn. Die Thronrede constatirt die Ruhe im Innern und die freund' schaftlichen Beziehungen zn den cnropäischcn Mächten. Spanien habe dein Kaiser der Franzosen seinen moralischen und materiellen Beistand zn Gnnsteu des Papstthumes angeboten. Die Rcgicrnng verzichtet anf alle außerordentlichen Vollmachten nnd kündigt die Einbrin-guug von Gesetzen über den öffentlichen Unterricht und das Gleichgewicht des Budgets an. Athen. (Die Entlassung des Ministe, riums KumunduroS in Athen) steht, wie der Debatte mitgetheilt wird, im genauesten Zusammenhang mit dem Programm der Enthaltung uud der Reserve, zu welchem König Gcorgios sich bekannt hat, ohne seine Sympathien mit den Candiotcn zu bcstreitcn, und ohne irgendwie den Ansprüchen zu cutsagen., welche gricchi« scher Ansicht nach für dcS Königreichs Existenz Bcdin» gnngcn sind. KumunduroS dagegen wollte die Dinge zum Bruch, zur Katastrophe treiben, und nachdem er für eiue folche Abentcurerpolitik der Kammer gegenüber sich engagirt hatte, blieb dem König nichts anders übrig, als den Minister zu deSavouircn. Es wird vielleicht nnnmehr nothwendig werdcn, die Kammer aufzulösen und an die Nation zu appelliren; der König scheint hiczn bereit zu sein, und er dürfte an Vulgaris einen Minister gefunden haben, der ein hinlängliches Anschcn genießt, um diesen Schritt zn wagen. — Die Nachricht, Königin Olga habe auf ihre Kosten Schiffe nuS» gerüstet behufs Unterstützung der candiotischen Insurgenten, wird von nnterrichteter Seite als aus der Vnft gegriffen bezeichnet. ??elv-Hl,rk, 17. December. (Congreß. --Negern n rnheu bef ü r ch t c t. ^ Hnngcrsnot h. - Fcnicr.) Der üongreß verweigert mit 8Z gegen 5)!> Stimmen die Erwägnng von Buttlers Resolution, die Staatsschuldcnschcinc nicht mit Gold einzulösen. Achnliche Resolutionen befinden sich noch vor dem Fi» nanzcomit«''. Mit Parlcivotum vou 117 gegen A2 Stim» men erklärt der Eongrcß, dic Rcconslrnctionspolitik auf« rcchtzuerhaltcn, nnd tadelt Johnson wegen dessen Antrag ans Widerruf derselben. - Die Proclamation dcS Gon-vcrncnrS von Mississippi befürchtet die Absicht der Neger, die Theilung der Länder gewaltsam vorzunehmen, falls der Cougrcß bis Ncnjahr nicht darin willfahrt. Der Gonvernenr erklärt die Unmöglichkeit der Vcrthcilnug der Grundstücke, er verheißt alle Gcwaltschrittc zu vereiteln, er crmahnt die Neger znr Arbeit nnd zum Gehorsam gcgcu die Gesetze. — Die von Gcucral Gilmcm mituntcrzcichnctc Ortsproclamation befiehlt, daß alle weißen Ncgcrdcmagogcn, wenn dieselben anfrcizcn, sofort verhaftet werden. — In Lonisiana ist das Elend groß, Tausende siud dem Hungcrtodc ausgesetzt. — Es wird dic Versöhnung der beiden streitenden Fcnicrfractioncn gemeldet^ Hagesnemsstmtm. — ((5 ine principielle Frage.) Dr. Lcwingtt hat als Anwalt der So>m- und Montags- und dcr Börsen-Zeitung da? Ersuchen gestellt, es scicn scimmlliche gcgcn dicsc Vlälter anhängigen Prchproccsse bis z»l (5'infilhrung des Institutes der Schwurgerichte zu vertagen, und molivirt dic-fei! Vegchrcn mit dem Hinweise auf die Bestimmung des Staatögrundgcsetzcs über die richterliche Gewalt, wonach Pnß< Processe vor die Schwurgerichte gehören. — (Li n Sch a k, d e r n a ch W i c n l o m m t.) Ma" schreibt au3 Hannover: Die bclühmlc hannoverische Silbcl-tammcr, in ihrcm edlen Metall und Gestein, abgesehen uo" deren Kunstsotmen, Millioncn wcrth, erstand eben wieder aus ihrem Grabgewölbe In der Nacht vor dem Einrücken der Preußen in Hannover wurden schwer beladene Wagen auö dem Schlosse an der Lcinstrahe zur (iisenbahn glfahren. 6s hieß und wurde bis zu diesem Tage geglaubt/jene Wage» hallen die Schütze der Silberlammer gerettet. Inzwischen haben sie im Souterrain des Schlosses geruht, in welchen» sie in eben jener Nacht eingemauert wurden. Wenn »na« «eih, daß in dieses Geheimnih etwa 100 Pelsoncn hineingezogen weiden mußten, und zum Theil Lcule auö den är>N< sten Classen, so muh man der Treue, mit welcher dasselbe bemahlt worden, alle Anerkennung zollen. Ictzt ist dieser reiche Schatz ebenso wie das Münzcabinct und der durck seinen Kunslwcrth berühmte Neliquicnschatz, der Jahrhunderte hindurch auf dem Lüneburgcr Schlosse aufbewahrt wurde, nach Wien übergeführt. — (Italienisches.) Der t. italienische Rechnung^ Chcs hat ermittelt, daß im Lcnlfe des Jahres 1800 von Scile der italienischen Beamten 29 Millionen Lire Staats-geloer unterschlagen wurden. — (Fenier.) Das Christfest ist bis jetzt — schreibt die „6ngl. Corr." vom 25. d. M. — ohne Störung der öffentlichen Nuhe verlausen. Weitere Verhaftungen wurden nicht vorgenommen, und von Seile crgrauler Polizisten wilv jetzt die tröstliche Ueberzeugung ausgesprochen, dc>ß von vc" längere Zeit in dcr Hauptstadt ansässigen Irla'ndern das FemcNbum Untetslützung weoer erhallen noch auch zu n-warten ha!.'e. Bereits sind über '50.000 Spccial'Coostablcl cingeschwcren, unter dcne» sich vicle Itlündcr bifind«".'. I» dcn meisten Bezirlen werden ihnen gewichtige lurze Elö<^ und Abzeichen ihrer Würde auf Gemrindelosten g'üescrt, ^ einigen haben sich hochstehende lDfficierc, Generale »nb Admirale zum freiwilligen Polizeidirnste gemeldet, nnd W» sich dic freiwilligen Schützcucorps in Masse (aber in Civil) einschwüren lassen, werd?>l sie vom Vollc auf dcn StraheN, mit großem Jubel empfangen und mit Zurufe» begrüßl, di^ silr die Fenilr, gelinde gesagt, nicht sehr schmeichelhaft ll'N'' gen. In der Stadt Sundcrland wurden bei eincm Irl^ndtl mehrere Ccntoei Echichpuloer coxfiscill, Nicht weil cr i>N Verdachte slanb, zu dcn Feinern zu gehören, sondern ww' er etz gegen Vorschrist in seinem Slablmagazine untcrge' bracht halle. Aus Irland, und zwar au§ Mitchelitow» '". der Grafschaft Corl, werden einige neue Verhaslungen gl' nuldcl. Sonsl scheint auch dort der Christabend ruhig von'M' gfgailgcn zn sei». Tas Gtwisstu ist lti» lccitr Schall. Criiniucil ^ovl'lk uo» Leopold .^tordssch. Die Thurmglockcn einer größeren süddeutschen Stadt lauteten bei einbrechender Dämmerung eben das Abend» gcbet, als ein schwerfälliger ^tcllwagcn beim östlichen Stadthorc hiucinfuhr und vor dein Mauthschranken stehen blicb. Ei,l anständig gcklcidctcr Reisender, in den initt» lercu Jahren stchcnd, stieg vom Wagen, nahm Reisetasche und Regenschirm hcrans, empfahl fich bei dcr Wagcngcscllschaft, dic etwa noch fnnf Personen zählen mochte, nnd schritt dic Hauptstraße entlang dahin. „Gott weiß, läutct cs da mit allen Glockcn, gerade, als wenn sic Einen begraben wollten^' — mnrmcltc er vor sich hin, nnd steuerte gegen die sogenannte Marktuorstadt zu, wo cr in dem ihm schon bekannten Gasthausc ..zum wcißeu' Bock" eiukchrcu nnd Nachtquartier nehmen wollte. Dieser „weiße Voct" war ein WirthshauSlocalc mehr untergeordneten Ranges, hattc sich aber stctS vicl< fachen Zuspruches zu crfrcucu, weil Speisen nnd Gc-tränte gut und billig waren. — Obschon eigentlich nur als Gasthaus, mcht als EiukchrwirlhshauS bekannt, ent< hielt dcr „weihe Bock" im obern Geschosfe drei Frcm< dcnzimmcr zur Vcherbcrgung von Reisenden. Eines dieser Zimmer mit eleganterer Einrichtung für bcsfcrc Pasfa-gicrc lag abgesondert gcgcn die Hoffcilc, die andern zwei größcrn, welclic ^ufnmmcuhingcu. n,avcu gasseuseits situirt und enthielten jedcs vier Gelten. ' Itoch waren die Gaslatcrncn nicht angezündet, als nnscr Reisender seine Nachthcrbcrgc erreichte. Als cr dnrch das HanSthor trat, glitt cr mit dem Fnßc über etwas Schlüpferiges aus, so daß er zu Boden fiel und fich an der Stirne nnbedcutcud verwundete. „Warnm ist die Laterne im Vorhause noch nicht angezündet, du alter Manlaff?" polterte der eben heran gekommene Gastwirth gcgcn dcn Hausknecht, hob del, Gefallenen anf und führte ihn nnter Entschuldigungen höflich iu das Gastzimmer. „Ein böses Zeichen das!" bemerkte der Reisende, als er sich, die Stirne wischend, uicdcrgcsctzt hattc. „Dic Liederlichkeit deS alten S cb a stian trägt alle Schuld!" eiferte dcr Wirth, dcr beflissen war, eine ins Nasser eingetauchte Serviette dem Fremden auf die Stiruc zn legen. Die Verletzung war übrigens ohnc allc Beden« tnng. Dcr Wirth fragte den fremden Herrn, ob cr über Nacht zu bleiben wünsche, nnd als dieser cS bejahte, be» ^ fahl cr dem Kellner, die Sachen dcS Angekommenen auf das Fremdenzimmer zu tragen. Zu dcr Zcit, als dcr Fremde eingetreten war, befand fich noch niemand anderer im Vocale, als drei juuge Burschen, dic neben dem Ofen um einen kleinen Tifch saßen und Tarock spielten. Ihr Anzng sah ziemlich ab-gerissen und dürftig aus, wie von Vcuteu, die nicht viel auf sich haltcn. Bevor wir iu unserer Erzählung fortfahren, müssen wir dcn freundlichen ^cscr über die eben erwähnten drei Gesellen etwas näher aufklären. Sämmtliche drei Burscheu warcu Stadtsöhuc, aber von der liederlichsten Sorte. !Zwei derselben waren Brüder, hatten cin paar Jahre beim Militär gedient und wnrdcn von dort wegen schlechter Anffnhruug mittelst Laufpaß cntlafscn. Der Dritte hatte nach seiner Eltern Tode eine hübsche Wirthschaft famml Hans nnd Hof übernommen, aber binnen wenigen Iahtt"' durch Spiel uud liederliches ^clicn allcs vergcndct. ^'. Kneipen mit einander bekannt geworden, vereinigten s>^ die drci jungen Veutc, von dem prccären Verdienste al?,, Träger, Botcn, Eommissionärc :c. allcs zu bcflre'tc>^ was sic gcmciuschaftlich brauchten. Die bcftcn ^i"' ^ nahmen vcrfchufftc ihnen gewöhnlich das Kartenspiel "^ kleinen Wirthshäusern und geringern Kaffeehäuser», lvo'^ cs ihnen nicht selten gelang, irgend einen harmlose», Fremden „heißabznsicdcn", wie sie 's nannten. FehM andere Spieler, so spielten sie nntcr einander nnd lM' gcudctcn auf dicsc Art nutzlos die Zcit. Man nannte s" gewöhnlich nur „ daS liederliche Klccli lat t." D« sie uicht Geld gcuug bcsaßcn odcr zn unordentlich warcl^ nm eine eigene Wohnnng zn besitzen, so tam cs ihncn ga»' gelegen, iu dem ordiuären Fremdenzimmer beim „weiße" Bock" gegen tägliche Entrichtuug weniger Groschc" zwei Betten cinznnehincn, nm so mehr, als sie sich >ue^ stcnö in der Gaststnbc aufhielten, dort ihr ganzes Oel verzehrten llnd nach Mitternacht bequem ihre Schlaf' stellen im Hansc aufsuchcu tonnten. Da man ihnc» eigentlich nichts absolut Schlcchtcs zur Last legen tolN"t, der Wirth bci ihncn seinen Vortheil sah und sie au^ nur scltcu nnd höchstens anf einen Tag dic Zcchc scl)>^ dig blicbcn, so betrachtete man sic gleichsam als H"" ' genossen und dcr Wirth sah daher oft bci irgend cil>c> ihrer Spiclstrcite durch die Finger. — Die Brild" hießen Joseph uud Au ton Schulz, ersterer ^ letzterer 2^ Jahre alt. Dcr Name des dritten Splep gcscllcn war Florian Rand, cr zählte bereits « Jahre und war also Acltestcr und zugleich Anführer vc Gesellschaft. .,, Der Fremde, von dcr Rcisc crmnbct, bestellte c> reichliches 'Nachtmahl nnd bemerkte dem Wirthe, weM 2051 Locales. -^ (Land es c assc.) Gestern hat dir llrliergabe dcs Gr»nbl,'!!tlllstm!gs- und des i,'anbcefond^ an die vom ^andcsauS-schussc errichtete i,'andei>casse siattgcsnndm, so daß dicsc Fonde von ^utc an, in dcr Verwaltung dcö i'andct« sichcu. Da8 Lasscnlocale bchi'dct sich im Bnrggcbäud^, ersten Stock. "- (Th icra, u äl ere i.) Vcrwichcncn Samslag Vur-l»it!ags fuhr ein rothangcsirichcncr Einspänner, dessen Eigenthilmcr Nnch seinem Acnßeru cin ilalicnischer Pferde- odrr Viehhändler sc.n »wchtf, v^, i'aibach gegen die Schischla. Ein grosicr grancr 3c»>ghii!id war rüclivärlij am Waa.cn angcbnndeii. Dcr Eigen-lhilmcr dcö ThicrcS inns; nnscrc Vc,rsichtö!Nlls;rcgrln, das Führen "^ Hunde an dcr keine betreffend, erfahren haben nnd wolll^ ^ahrslhcinlich nni mit der Crrcniiuc dcö Wasenmcistcrö in lnnc ^^'uhrnug zu lommen, das einfachste Mittel wählen, nämlich das ^NU' an dcn Wagen cinzubinden. Dicsc Fahrgelegenheit ucrnr-!Nch!c brrcitö ans dcr TLienrr Straße eiucn förmlichen Menschen-"»slanf, denn daS Thier schien dicsc Fessel nicht gewöhnt zu scin, ^ns arme Grschöpf wurde dnrch die Schischla buchstäblich geschleppt und erfiMte das Dorf mit seinem gräßlichen GclMl. Dcr Bich-hnndlcr ließ sich jedoch wcdcr durch dicseö, noch durch die nicht srhr schmcichrihaftcu Prädicate, welche unsere Dörfler dem Italic-»rr sprndctsn, beirren, sondern schleppte seinen vicrfllßigcn Treib-! »ehilscu in Trab weiter. * * (Sylvcstcr golteödien st.) Heute Abend um '> Uhr findet in dcr evangelischen Kirche der übliche Sylvester» Gottesdienst statt. Gcneralvcrsammlunss deS ärztlichen Vereins am H8. December ll^tzttV. Anwesend 19 Mitglieder und 1 Gast. Nachdem das Protokoll dcr letzten Siting verlesen war, berichtete dcr Obmann über dic Einlaufe, wosuuter mir Ge« schenke an Aüchern, inebrsonder^ vom Heun Prof. Sigmund i" Wien u»d dem Herr» Apotheker Schenk in Laibach, zu verzeichnen haben. Hierauf v«rla« dcr Schriftführer Prof. Valenta den Iahrctzbrricht, aus welchem wir folgende Details hervorhebe,,. Ner Vereiu zählt 4ü Mitglieder im Lande. 20 auswärtige. Äurch den Tod ue.lur der Verein 2 Mitglieder: Regiments' cirzt Scydl und Vezirlswuodarzt v. Acct in Stein, durch Austritt I Mitglicd. Der Verein hielt 8 Versammlungen, in welchen von 11 Mitgliedern 27 Vortrüge gehalten wur-de>, aus den verschicdet.en Zweigen der Medicin, Chirurgie, Geburtshilfe, Slaalsarzneikunde u. s. w. Außerdem machte der Verein eine Eingabe a>, den Landcsausschuß um Eislirung der Aushebung der Bezirks-'asfcn und verfaßte ein Gutachten über die Findclhauösrags, mn welches er vom Lcmdesausschlissc angegang/n willdc. Zum Schluss« l>»Hl!!«ln,,!,,s<<>t »»,r Ioh«o^i»«»ic<,l beu lUoloi» , zu ^cinem Aufblüben. Der Rechenschaft bericht crgab eine Summe uo» 27 fl. il, Barem und die Summe von 140 fl. in Rückständen, liclchc in der Versammlung theilwnso reclisicirt der Vereins' ' itung zur Einhcbung empsuhlen wurden. - Die Löschuer« liflung für die Witwen und Waisen ergibt cinen Stand ,^n 4,82 fl. Äei der hierauf vorgenommenen Wahl der Vereins.- ntung wurde die bisherige wiedera/wählt: Dr. Schiffer als Obmann, Prof. Valenta als Schriftführer und Matlh. Finz als Cassier. Die beiden ersten dankten für das ueucr- vings bewiesene Vertrauen. An dcr Tagesordnung stand nun die Wahl von Ehren-«Mitgliedern und auswärtigen Mitgliedern. Nachdem Dr. Stock! darauf aufmerksam machte, daß bei der uumerifchen Kleinheit des Vereins cs leicht gefchchcn könnte, daß bei fortwährender Ncucrcirung von Ehren- und auswärtigen Mitgliedern der Schwerpunkt des Vereins außer Landes verrückt werde, wurde sein Antrag, dieses Jahr gar keine Ernennungen vorzunehmen, zum einstimmigen Vcschluß erhoben. Nachdcm der Voranschlag pro 18U8 bewilligt uno die Feststellung dcr zu abonnirendrn Ziilschristtn nach kurzer Debatte beendigt war, kam der Antrag der Vercinslcitung zur Discussion, den Vcricht über die Thätigkeit des Vereines seit seinem Nestaude in Druck legen zu lassen. Dr. Stöckl brachte den Kostenpunkt zur Sprache und äußerte in dieser Richtung seine Vedcnken. Nach längerer Debatte wird ein Vermiltlungsantrag Dr. Stöctls zum Vcschlusse erhoben, nämlich die Vereinsleitung solle sich über die Kosten der verschiedenen Arten der Vervielfältigung, z. V. Lithographie, Schncllvrlssc u. s. w. insormiren und die nächste Monats« velsammlung solle erst dann den definitiven Veschluh sassen. Hierauf kamen die vorher schriftlich eingebrachten Anträge °Dr. Gauftcrs auf Abänderungen der Statuten zur Debatte. Dic Anträge Gauslers gehen dahin, die Thätigkeit des Vereins, der bisher ein wissenschaftlicher war, dahin auszudehnen, daß der Verein auch die Förderung der Stan-dcsintercsscn in den Kreis seiner Wirksamkeit zöge, sowie die Förderung dcr hygienischen Interessen des Landes Kram. Ferner enthalten seine Anträge noch weitere, jedoch unwc» scntlichere Abänderungen der Statuten, z. A. Einführung eines Censurcomit^'s für die Prüfung des Rechenschaftsberichtes u. s. w. Er motivirte seine Antrüge, respective die plincipullen Abändlrungen der Statuten, indem er hervorhob, dah dcr Verein ohnedies durch feine Gutachten und durch die Initiative in der Sache der Äeziilscassenclufhebung aus dem engen Nahmen herausgetreten sei, daß der Verein der Vertreter der Aerzte sei, daher es ihm obliege, die Standes-inlercsssn derselben zu vertreten, und daß die Fragen der öffentlichen Sanität die Aerzte fo fchr berühre», daß sie sich derselben nicht entschlagen können, hierauf nahm Dr. Keeöbachcr das Wort, indem er hervorhob, daß der Verein, nach den eigenen Worten des soclicu veilesenen Jahresberichtes, im blühenden Zustande fei, daß cv also nickt nothwendig erscheine, die Statuten zu ändein, indem sie sich ja bcwührten - r Doktoren - Collegium blskhe aus 700 Aerzten, und als sie in V''llcn!,ui!g ihrer Compctcnz zum Mmislci gingen, um ihn zu bitten, den Dr. Helm zum S.initälc^scrccilcn zu »lachen, sagte ihnen dicset: er lünnr den geäußerten Wunjch nur als die Ansicht mehrerer Aerzte betrachten. Ein Venin solle nur ctwail unternehmen, was Aussicht aus Erfolg habe: cr erinnere an den Eifolg, den ein Promemoria des Vereins an den Gemcindcrath betreffs der Errichtung einer Schwimmscbule in Laibach hatte, indem dasselbe bis heut,.' und trotz dcr Urgirung von Selte rincs Mitgliedls iu seiuer Eigenschaft ale Gemeinderatb unbccinl-worlct blieb: überhaupt könne cr dcn Verein nicht als Vertreter der Arrzlc betrachten. Außerdem mache die Organi-sirung deü Vereins demselben die Veitrelnng der ärztlichen Staudcsinteressen unmöglich, denn der Verein bestehe aus 't vor wenilien Monaten das Loral liczoa.cn hatlc, daß im ..wcißcn Äucl" lein ncncr Gast mchr sei^son- n schon öfters, wcun ihn Ocschäftc in dic Stadt f n, unter dein uorirzen Onslhanöpächtcr, »»l dcn cr ,'ch anch cvknndigtc, hicr übernachtet habc. Ein schüncv, schwerer Sigclring. eine goldcnc Uhr-Uc, der ganzc Anzng wic da^ Änschcn dcc! Antüinm-»gs ließen schließen, daß cr ein wohlhabender, wenn nicht 'cichcr Handelsmann scin müsse. Und das bewährte >lch anch. Er war Tnchhändler und Ncalitätcndesitzcr ans cincr tlcincn Vandsladt nnd hattc, wie er vorgab, in dcr neuen Tuchfabrik, die außerhalb der Stadt lag, Geschäfte. Wirth und Wirthin wetteiferten, nun dem nnschnlichcn Manne alle möglichen Aufmerksamkeiten zn erwciscn. Als dcr Kellner znrücktam uud mcldclc, cr habe die Nciscsachcn auf daö grüne Zimmcr gebracht, bcdcntctc der Gastgeber dem fremden, daß cr dac« hübsche Zimmer für sich allein habcn werde. „Ich habe zwar schon in demselben Zimmer allcin^ aber auch einige male in dein großcn, gemeinschaftlichen Zimmer nach'vorne hinanö geschlafen", meinte dieser. .,Es macht mir nicht viel, anch mit anderen Reisenden zusammen zn übernachten, indessen, wenn daö grüne Zim^ wer eben leer ist, so soll cö mir lieb scin." - - Als cr eben sein Nachtmahl eingenommen hattc, die Zcchc bezahlen uud sich zur Ruhe bcgcbcu wollte, ^fnhr ciu Wagen vor das Hans. Ein Hcrr mit cmcr man »nd einem jungen Mädchen trat cm. „Wclchc Ucbcrraschnng ucrchrtester Hanöhcrr! sagte ^"' Wirth, die ucucu Gäste frcnndlich begrüßend. ..>>cy hoffte Sie erst zu Vlarltc hier zu sehen, de,lo bcM, dnh Sie nuS schon hcntc mit Ihrem Vesnch erfreuen. .Lieber 5crr!" wandte cr sich jctzt zn dem mein- °e". ..dicscr Vxrr mit Familie hier ist mein yanShcrr, 'U Glltsbcsilier vom Vandc. Wenn cr uns das vergnü- gen schenkt, in die Stadt zu kommcu, so ist das grüne Zimmer seine Wohnung. Würden Sie daher wohl die Güte habcn"--------- .In dem großcn Zimmer zn schlafen, nicht wahr? — Nuu, das versteht sich, lieber Wirth, machen Sie sich tcinc Sorge. Unter dein frühern Gastgeber ging iu die-scm Hansc allcs chrlich und ordentlich zn, ich huffe cS nnch M so zn trqfcn." ^ „Gewiß, gewiß, verehrter .^crr! cntgcgnctc- der Wirth. .Ich werde nur das für Sie eigens hergerichtete Act't in das große Zimmer übertragen lasscu und sogleich Anstalten oazn treffen. Sie werden auch iu die. sein Zimmer wahrscheinlich allein bleiben, in dem uordern aber"schlafen die Drei, die dort Tarock splelen nnd die eigentlich vci mir wohnen, also wic zum Hause gchörcn." Gnt ich bin'3 zufrieden; nnr ein ^iachtlicht lassen Sie mir hineinstell«», ich bin es so gewohnt', sagte dcr Passagier, zahlte die Zeche wie das Nachtqnarttcr uud begab sich bald daranf mit dem voranlenchtcuden Stnbcn-mädchcn, das ein Nachtlicht umnahm, iu das obere Stockwerk. -^ „Mir ist cs so bang, s" ganz cigcn in dic^m großcn Gemache, mein Kind!' äußerte sich dcr Gast, als cr eben eingetreten war, gegen daS Dienstmädchen. „Die ^uft ist 'hier so drückend, so schwer." „Ich werde eines dcr Fenster öffnen, dann wird cs bcss'cr wcrdcn", sagte dienstbeflissen das Mädchen, that cs, räumte daS weiße einladende Äelt ab uud verließ dcn Fremden mit einem „Gute Nacht!" Das Gasthanslocalc füllte sich min, wie dcr Abend vorschrilt, mit den täglichen Gästen. Die Hausherrn« familic hattc unterdessen zn Nacht gegessen, empfahl sich bald daranf nnd bezog ihr Zimmer. lFlirlsehiiüa, f^lg!.'» zwei Stünden, deren Interessen sich geradezu diametral entgegenstehen, durch eine zufällige Majorität des einen Standes in dcr Sil'.ung werde das Interesse des andern Standes geschädigt. Wenn dcr echte Geist der CollegialilHt wieder zu Ehren tomme, seien das Ansehen und die Interessen dee Standes auch ohne Verein gewahrt. Darin fehle es eben. Und was die Fragen der Sanität anbclangc, so sei dies in großen Körperschaften etwas anderes, da berathen Fachsectioncn, in einem so kleinen Vereine sind nur 2 bis ''. Fachmänner, denn die große Majorität des Vereins seien praktische Aerzte, welche sanitütS-polilische Fragen nicht zum Gegenstände besonderer Studien machen; man wähle zudem nicht cinmal die Fachmänner in die Comites, sondern stets dieselben Aerzte, daher seien folche Aussprache des Vereins nur die Ansichten von zwei Aerzten. Dah nun die anderen Aerzte ihre Stimmen dazu legen, lei nicht nöthig, da jcr diesen Aerzten dcr Weg dcr Ocffcnllichleit, der fachmännischen und nichlfachmünnischen Presse offen stehe, und eine gediegenr Arbeit werde sich an maßgebenden Orten bemerkbar machen und durch die etlichen Unterschriften der übrigen V'rcin« Mitglieder an Nachdruck nicht gewinnen. Ein anderes sei es, wenn dcr Verein gefragt werde, aber ungefragt solle er in Verücksichligung seiner bescheidenen Dimensionen nicht sprechen. Dr. Kcesbacher beantragt schließlich, die Statuten sollen unvcrändcit e,halt,n werden. Dr. Gaustcr replicirt hieraus, daß die Statute», ad-gesehen von seinen Anträgen, unklar und mangelhaft seien, daß es unrichtig fei, daß die Thätigtnt des Vereins erfolg' los fei, indem es großenlheils dem Vereine zu danken s,i daß die Aufhebung der Bezirkscassen nslirt rvurtze; daß vie Aerzt« am Lande dem Vereine untieu werden lönnlen, wcnn der Verein den Schul» 'h"l Intcressm ablehne: derV^rcin habe bisher durch solche Initiative gegen den Wortlaut det Statuten bewiesen, daß der Nahmen zu enge sei, dat>r solle man den Wortlaut der Statuten vrcicisiren: bishcr konnte der Verein aus den Statuten heraustreten, aber nach dem Inslebentrctcn des neuen Vernnsgesctzes könne die Nrcu> rung dem Vereine entgegentreten u. s. w. Nachdcm hieraus Dr. Eisl, als Mitredacteur d.>r bisherigen Statuten den Anwurf der Unklarheit dechlbl» zurüctgewilscu balle, erwiedert Dr. Necsvache r, daß tie Abgabe eines Gutachtens, w?nn ein solches erbeten welds den wissenschaftlichen Zweck dcs Vereine«- nicht alte lire, zudlm sä für Slaal5sanitä:ssragln ohnehin die Mcdicinalcommissio» da; wenn die Regierung der Thätigkeit des V.reini uerlasfl„c Stimme eines Mitgliedes, wclches früher den Saal verlieb wurde nicht mitgezählt. An der Tagesordnung standen noch zwei Anträge Tr Ganster'^, nämlich: Antrag auf eine Petition an den Reims' rath bezüglich lüxftiger Organisation des Almensanitülsdie^ stes und der Armenhcbammcnhilfe, sowie Antrag zur Nicdet. Ichung sines Comite'S behuss Vorlage einer Petition an d.n Neichsrath bezüglich der Reform der Organisation der Mc. dicinalbcbürden. ! Tr. Gauftcr zog beide Antrüge, als in den Rad- men der Statuten nicht mehr passend, zurück, worauf dir Sitzung geschloffen wurde. 2luo der 6itzum, des Gemcinderathes vom !t. Dcccmlrr. Anwefend unter dem Vorsitze dcs berr.r Vie Meisters Dr. Orel 20 Gemeindcrälhc. von Elite d.r A glcrung Herr t. t. Reglnungssecrelür Hotschevar Der Vorsitzende theilt cine Zuschrift dc, t l Lant..-vläsid'mnz mit, wodurch der Gemcindercul, i, .ii,„'nl.>ii' . setzt wird, daß die Leiche weiland Sr. Maj.ftäl dc« « ii Marimiüan von «lo in dcr crste,, s.ä f e r.- M ''' Jänner ^.8 (der Tag kann noch ni^t ti mt fver^ in Laibach eintreffen werde und di» Epi,rn d m s ^ ' sich zu ihr.m Empfange cinfindcn weI'.' '^o'^ ch'd'r Gnmln eralh n^ladcn wi^d. Icrncr thcilt 'ders be di Antwort Er. C^.llenz des Hcrru Sta.lhalte.s von Nicd ö,te.n>ch, Graien Gustav C h o r i u s l y auf die an ibn lasscne Äeileidvadlcsse mit, dann .ine Note dcr hirsiacn t^'l' Finanznrcttion w.rnach di^legi.....g ^>,^ i., ^ Waaghaus am Nanu um den Betrag pr 8000 l Stadlgtm.inve zu überlassen und dcn Vertrag in Kürze ^.' Unlcrscrugung mülheilen w.rde, in welch,m die soal.ick bar. V.zahlnng dcs Kaufschilliugs stipuli.t ist. Der Gemeindest!' von Graz hat stincn Rcchrnfchafttzbericht für dc.^ i«s-mi.getheilt. Vicebürgermeifter macht aufmerls m da,' die,cr Gemeinderath um V^medru-'g der ViedmH ,. Zllr Sichechellung des Fleischbcdarses' cbenfo wie ien« «/ Trieft, einschritte., s.i, wclchc Wahrnchmung ihn den Vic7 bnrgermnster) veranlaßt hade, einen ähnlich^ An r.. , Dicsigeu Magistrate zu stalle». V,.dlich c7wäb t ? "" Vicebürgcrmeiflcr, daß der Magistrat vom " .p^si^m aufgefordert wurde, die Verfügung zu wfs,.,, d ß Ue f i herumlaufen Hun^, ob'mit oder «hne Marke, vcrlil t wer en. Da ,.'doch ,>ülle vollommen, wo Hunde durch ein Vclsedeu enttomulen, so wäre der Magistrat zu b^s-rage.., au, solche ^üllc ausnahmsweise Nüclsiclt zu nehmen, Bür« germeister Tr. (5 o ft a beantragt, die Verfügung hierüdn 2052 ganz dem Magistrate zu überlassen, wogegen leine Einsprache erhoben wild. Es wird nun zur Tagesordnung geschritten. Vier neu aufgenommene Aürgcr leisten die Ali gelob ung. GN. Deschmann bringt einen Dringlichleitsanttag vor. Dutch den § 4 des Staatsgrundgesrtzes, wornach jed«r, der in einei Gemeinde vom Ncalbesihe:c. Steuer zahlt, wahlberechtigt ist, ist das Gemeindlstatut der Stadt Laibach alterirt, da obiges Gesetz sogleich mit der Publication in Kraft getreten sei. C'r stclle daher den Antrag, dic Nechtsseclion zu beauftragen, das Gcmnndeslalut einer Revision zu unterziehen und darnach die Wählerlisten zu rcctificircu. Er bezeichnet das städtische Statut als sebr mangelhast, daher dasselbe einer allseitigen gründlichen Revision zu unterziehen sei. Dr. Costa glaubt, dah, weil die Tlaatsgrundgesehe bereits in Nirlsamkcit grtreten und sie allen speciellen Gc» s.'ßen derogirrn, es tcincr Acndcrung deS Gemcindeslatuts bedürfe. Uebeldieh habe ein vor längerer Zeit zur Revision de>? Statuts niedergcjehtci Ausschub den Antrag gc-jnllt, auf line Aenderung nicht einzugehen. Er stellt daher ds>l Antiag auf Ulbcrgang zur Tagesordnung. GR. Dr. Suppan bezweifelt die Nichtigtcit der Ansicht dcs Dr. Costa und ßlaubt, dah ein Auöspruch des Gl> Mlinderathes in dilser Angelegenheit ''idcnfalls wllnschcns» w,'ltd s>i, weshalb er Di'schmann'ö Aulrag unleislützf. GR. Dr. Bleiwcis meint, es sei nicht nöthig, dem Magistrate einen Austrag bezüglich Ausstellung der Wahlerlisten zu geben, und beantragt die motivicle Tagesordnung, das; nämlich dcr Gcmeinderath über den Gegrnsland mit V«zug auf die deutliche Vorfchiijt dcs § 4 Staalsgrundgesche« zur Tagssocdining übcigll^'. Dr. Costa glaudt, das; der angcsNlbl': Zw.cl duich Revision dcs Gemeindestalul-o nicht werde cncicht wttdcn, zu dicier wäre cin Landesgeselj „oth-wendig, da abcr der Landlag vor April wohl nicht zusam» mrnlretcn wcrdc, so wiird<,n die ncucn Wahlellisl^n auch nicht slüher zu Stand.' kommen können. Die motiuirte Tagesordnung gcnüge, der Gcmeinolralh habe überdies ohnehin die Entscheidung üdcr allsällige Reclamationen auf Grund dcü § 4. — GR. Dr. Kalteneg ger slrllt den Zusahantrag, der Vcschluß des Gcmcinderalh? weide dem Magistrat zur Dar» nackachlnng mitgetheilt. Nachdcm GR. Dcschmann nock auf die Ano,nalil' hingewicsc", dah in Laibach d> n F r a u e n ! wrder actircö »och passives Wnhlrccht zuslchc, waö die Nothwendigkeit einer Revision um so einleuchtender mache, und GR. Dr. Vleiweis e.innert, dah der Wiener ^>e< meinderatb den nämlichen Gegenstand in gleicher Art be< Handell, eine Revision des Glmcindestatuls aus di»fem Grunde! aber nicht notbwcndig befunden habe, und nachdem Dr. Co st a sich der molivillen Tagesordnung angeschlossen, wird dieselbe mit Majorität angenommen. Das Amendemcnt des Herrn Dr. v. Kalten egger wild gkichsallö angenommen. GR. Deschmann bringt nun eine Stelle in dem gestrigen „uingescnvrt" der Fricdbofsvcrwalluüg zur Sprache, wo es heißt, das; „die FlieLhofsangelcgenhcitrn im Einvcr« sländnisse mit tcm Stadimagistr,te gel^it nüher injormiren zu wollen, denn eä sci die Aufgabe deZ ^ Gcmeind.>>" etthcilt wild. Was die F r ie d h o f ö-^ oronung betrifft, so s.i sie im Gemeinderalhe nie zur B.,'. rathung vorgelegt worden, wohl adcr sn der Bürgermeister zu Ratbe aezogen worden, dieselbe sn übrigens nichts als eine Combination bereits be>lcbender Vorschristen. Nachdem noch Herr Negierungssecretär Hozheuar historische Erläuterungen über die Entstehung der Fiicdhufsverwallung gegeben, aus welcher wir entnehmen, dah der Gemeinde als solcher nie, wohl aber dem Magistrat eine Ingercnz dabei zugestanden, constatirt Hr. Deschmann, das; durch diese Erläuterungen obige Behauptungen der FriedhofSverwaltung hinlänglich beleuchtet worden seien. (Schluß folgt.)_________________ Zur DclMdlmig lebender Zaunc. Dic k. k. LandwirthschaftSgesellschaft hat in ihrer Versammlung am 8. Mai 1807 den löblichen Entschluß gefaßt, Prämien für gelungc Anlagen lebender Zäune auszuschreiben. Da ich als Overveamtc der Forst- nnd Ockonoinie-zweige durch 28 Jahre in Deutschland, Böhmen, Oesterreich und Krain thätig war, so dürste meine Mnßczeit mir Gelegenheit geben, so manche Erfahrungen iu den vorbcnanntcn Zweigen der Landwirthschaft mitzutheilen. Da meine Mittheilungen zunächst nicht für den auSge« bildeten ^andwirth, soudcrn für denjenigen, der einen fachmännischen Rath draucht, bestimmt sind, so habe ich mir vorgenommen, alles, waS ich einer Behandlung un< tcrziche, gründlich zu beleuchten, damit anch der Vaie daraus Nutzen ziehen tonne. Erste Mittheilung. Der Weißdurn (t)^a/ttM.v ,^i/«la?t^/itt.^ Der Weißdorn hat sehr t.cfgehcudc Wurzclu, ani Stamme gelbröthlichc, au den Zweigen wcißgrauc illiudc; auf die im Mai auSbrcchendc Zwittcrblüthc folgen länglich ruudc rothe Bccrcu, die zwei oiö dvei Kerne enthalten uud im October reif werden. Dicscu Strauch kann mau durch Ableger, durch Pfropfen und durch Saamcu fortpflanzen, welches letztere am gewöhnlichsten ist. Man zerreibt zn diesem Ende die völlig reifen Beeren in einem hölzernen Gefäß mit einer hölzerner Keule, gießt dann Wasser darauf uud schlemmt die Kerne rein ad. Sodann vermischt man sic mit feuchtem Sande, thut sie in einen irdenen Topf, stellt sie dc>, Winter über in ein warmes Zimmer und säet sie im Frühjahre in ein separates Beet anö. Wenn man sie ohne diese Vorbereitung säet, so gehen sie gewöhnlich erst im zweiten Jahre auf. Der vornehmste Nutzen dieses Gewächses ist seine Brauchbarkeit zu Einfricduugöhccken, nnd hierin hat es vor allen anderen einen eben fo entschiedenen Vorzug, als die Hain« buche ^lii'i'mli,-, Il.lllll^) zn ^usthcclcu. In dieser Absicht säet man, wenn kciue hinlängliche Anzahl wilder Stämme zu haben ist, den Samen auf die vorgeschriebene Wcise aus, gräbt den Boden, wo die Hecke stehen soll, ein Jahr vor der Anpflanzung gehörig nm und setzt dann die jungen Stämme, welche ungefähr daumdick sein müssen, ein. Ist der Boden sandig, so geschieht es am besten im Frühjahre; abcr in einem lehmigen Boden kommen die im Herbst gesetzten Pflänzlinge besser fort. Man muß die Pflänzlinge in gleicher Richtung, in zwei Reihen, nach meiner Behandlung ohne Verband (d. h. nicht f ch r ä g) einsetzen. Hieranf schneidet man sie bis auf eine Spanne lang über der Erde ab, gießt die Wurzeln ctwaS an uud tritt die Erde vorsichtig fest. Von Unkraut hält man sie so viel möglich rein und wiederholt das Bc-gicßcu bei anhaltender Dürre. Im folgenden Frühjahre schneidet man die Stämme mit ihren Schößlingen dicht über der Wurzel ab und bedeckt den Schnitt mit Erde. Hierdurch bekommen nicht nur die Wurzeln mehr Kraft, sondern sie treiben anch mehr nnd stärkere Sproßcn als an den alten Stämmen nnd die Hecke wird gleich von unten an selbst dem llciusien Vichc undurchdringlich. Nach zwei Iahreu fängt mau au, die neuen Schößlinge kreuzwcis zu durchflcchten und so die Hecke zu vildcu. Dieses Dnrchflcchtcn geschieht noch etliche Jahre nacheinaudcr, daher mau die Spitzen der Reiser ja nicht abschneiden darf, lind selbst wenn die Hecke schon hoch genug ist, biegt mau die Spitzen lieber herunter und versteckt sie. Endlich nach einer Zeit von 8 bis 10 Jahren, wird die Hcckc jährlich nach Iohannis mit der Schccre beschnitten. Sie dauert über XX) Jahre. Wenn umn fleißig nachbessert, wo Lücken entstehen, so braucht incm sie nie auszurotten und von Grund ans neu anzulegen. Gewöhnlich zieht man sie 4 bis 5 Schuh hoch, ob sie gleichwohl uoch einmal so hoch geführt werden kann. So lange die Hecke juug ist, mnß sie von mW mit einem trockenen Zaun gegen Beschädigungen vel' wahrt wcrdeu. Laivach, am 25. December 1867. Adolf Gandill. Telegramme. (Original-Telegramm der „Laibachcr Zeitung.") Wien, 5iO. Dccbr., Abends. Die Abendblätter mclden officiös: Te. Majestät der Kai ser ernannte gestern den Fürsten (Carlos Aucrs-per,,, zum Ministerpräses, Grafen Taaffe z«'" Stellvertreter, dann fnr ztandeSvertheidi«,«««? » Landeöpolizci, (Hiskra flir Inneres, Herbst N" Justiz, Vrcstl für Finanzen, HaSner für Cultus «nd Unterricht, Plener für den Handel, Potoeki für den Acterbau, Verier als Mini' ster ohne Portefeuille. ?lom, 28. December. Das „Giornale di Rom"" bestätigt den Empfang von 58.150 Francs, welche >»>t anderen wcrthvollcn Gegenständen, gelegentlich dcS Wcih nachtsfcstcs, von der „Uuita Eatwlica" übersendet win'' den. Dicsc nnd andere Gaben bezeuge», daß die Hal^ inscl dem Papstthnme ergeben sei. Der Papst segiutc die Spender, Der Papst empfing anläßlich des sscM St. Johann - seines Patrons - nnd deS Beginnes dcS nencn Jahres, das gcsammlc päpstliche Osficicrcorps und die einzelnen Mitglieder dcs diplomatischen Eorps> Paris. 2<). December. Es ist von hier die Andeutung nach Florenz ergangen, daß die Räumung des Kirchenstaates auch noch vor der Erncucruug der ScP-tembcrä) dazu verstände, in bindender Form sich zur Politit dcr unbedingten Neutralität zn bekennen. sDaß also Frai'l' reich sicher ist, Italien werde weder mit Preußen, noch mit Nußland sich verbinden.) (Wr. Tagbl.) Helegr.lphische Wechselcourse vom !l0. December. 5perc. Ml-lalliqms 55. — 5prrc. Ml-lalliqur« mil Mai' »»d 'ilovcmbl-l-.Zmsm 57.?s). — 5prrc, !iilll,m,al A?ü>,'hcii tt1,^<». - Nü"^ !'ctim<:?:l. .....srn'al!''^ «an Thm'!,, -- Dcisi,iaut. Dic Hl'rrci,: Sridl, l. l. Odcrlimtt'imut, von Wu^ iNiulara, ^tcalilätcnlirsihrr, von Caslrl üuovo. -- Kapu^ Aviiül'r, von 2l<.'>!>biichl'l. Wilder Manu. Herr Valla, Slatlh -Official, von Oraz. Vaii,'rischl'V >>>of. Dil> H^-rc,,: Iscminrl, Vultocollrclnltt, ^l! Klci!,. — Spiiiolli, Ag>»l, vuii Trieft. - Oams, Vi>^ar '»" Wermiilh, Pl'r,;,-2tm>'^Anl!!tcn, vou Gra^, — Eida, Pmwl>'' von (5rlachsts!!!, — Pollal, .^ai!del<üna»n, von ^ie,imarlll. , Molircu. Dic Harren: Älii^ -- ^nlal«, l. t. Fcldprcdiqrr, von Grnz. 3 ^ Lutz! L« , c. , "L ! ,:^x <)U.'M^."^2Z?0?'''^^'.I^""ws!l^M trtld"" !!<». 2 „ N/ 323..,.; ->- <».^ >OSO. s.sch. f. ganz l,e>v., ""' 10 „ Ab. > 32.^.80 ^ — 1.» ! O. mäßiq trildc Tnciübrr die Wullcüolckc »icis! ^schlassm, Wtchftludcv^^' l^iizu^. ^inchmittasi Aiiflhaiuiü^, AIimnü scharfer Ost, Vcralilwariltchcr Ncdacl^lr: IMa, «. K l e i « m a n r Dürsenbericht. Nlicn, ^. December. Die Vürsc war auch hmte sian für Papiere und fcst für Dcuiscn n>,d Vallilcii, doch blicb dcr Umsatz sehr limitirl i,»d der (^eldiiiartl mindcr ft"' ' )veffel,tliche Hchulv. /^. de« Staaieö (für 100 fl) Geld Waare In ü. W. zn 5pCl. fiir 100 sl 51.5)5 /il 75 In ostcrr. 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Escom.-Gcs.zi'500si. ij.W. 615.-- 017.— S.-E.-G.zu2(M.CM, o.500Fr. ^39.40 23!»,5>» Kais. Ttis. Bahn zu 2W sl. TM. 138.— 138.->0 Süd-n°rdd,Vcr.-N,200 „ „ 131.- !3l.50 <2Ud,St.-,l.-ve!i,u,z,-,.E.200fl. 100.75 10?.— Gal.Karl-l'nd,-«. z.2Wfl.!iM. 2(»225 202.- Gcld Waarr Biihm. Wcslbahn zn 200 sl. . 140.5', 140 75 Ocst.Don.-Dampfsch,-Gcs. ^ 480. - 48l.- Orsterrrich. ^.'loyd in Trirst Z ^ 180. - 182.— Wic!l,Dampfm.-Aclss,500fl.ü.W. 400.— 405.— Pcstcr Kcllluliritckc .... 380.- 3^5.— Anglo-Anslria- Van! zu 200 sl, 1l^,50 )W.- Lcmbcrger Eernowitzcr Actien . I07.5<> 1«i8.— Pfandbriefe (für 100 fl.) National- l baul ans Z. vcrlosbar zu 5'7« 90 50 90,70 l5. M. j Natioualb.aufü.W uerlosb.5„ 91.80 92, Unc;.Bud.-Ercd.-Aust. zu5V, „ 89.85 9",-Allg. öst. Bodnl-Crcdit-'Austlllt ucrlosbar zu 5"/, iu Silber 1"2.50 103 50 i!ose (pr. Slüct.) (!red,-A.s.H,u.G.z.100st.tz.W. 128.25 128.75 Dou.-Dmpfsch.-G.z.100fl. 1<^ Waldstciu „ 20 „ „ . 20.75 ^'" Kcglcvich „ 10 ,. „ , 14.50 -'-_' Rudolf-Sliftnug 10 „ „ . 13.-- '''' W e ch se l. (3 M°natt) Augsburc, für 100 fl siidd. W. IM."' ^''^ ssraulfmta.M 100 fl. dello UN.'" «M-^ Hamburg, filr 10,» Marl Banto 90 " ^"^ ^ondou für 10 Pf. Sterling . U«I 70 l^>' Pari« filr 100 Frank« . .' . 4«.35 4«,<> (sonrs der (Yeldsortc,, Geld Waa" K. Müuz-Dncaten 5 si. 78 lr. 5 ft- ^ ^^ ^iapoleousd'or . . 9 „ 72 „ ^ " " " Rufs. Imperials . 10 „ 5 „ W „ "' " Vcrciuslhaler . . ' „ 79 „ ) " "'" Silber . . ,20 ,. 25 «120. "> " Ki-amische GrxudslillasluugS Oblilintlone«. 0ll«»o!n>l»q: 8? O^ld. 93 Waa«