Briefe °in-r Bürgers in Laibach, an seinen Gvakter in Laaß über do» Betragen der Franzosen während ihrem Aufenthalt 4 L» K r a i m Laibach ^797. - - Vorrede. x^in hiesiger Bürger hat ein ordent« liebes Tagebuch über die Begebevhei- len seit dem Einmärsche der Franzosen in Laibach bis zu ihrem Rückzüge, das ist vom 28. März bis 8. May geschrie¬ ben, welches ich aus Gefälligkeit zn durchlesen erhielt. Der Inhalt dieser Briefe begreift lauter unläugbar« Thalsachen , aber mchtö beleidigendes, und vic Schreib- art ist zwar unkorrekt, jedoch launichk. Dieß brachte mich also auf den närri¬ schen Einfall, diese Briefe im Druck herauszugeben, in der Hofnung, daß selbe von manchem nicht ohne Vergnü¬ gen gelesen werden dürften, da man zugleich eine kurze, in Chronologischer Ordnung abgefaßre Uibrrsicht der sau¬ ren Geschichte erhalt» Sollte dieses erste kleine Heft nur einigen Beyfall finden ; so wird auch noch ein zweytes nächstens nachfolgen, welches einiae Vorfälle auf dem Lande, und ein verläßliches Verzeichniß aller von den französischen Truppen vier ern- sehobenen Requisitionen enthalten wird. Laibach den 26. May 1797. Der Verleger. Erster Brief Lieber Herr Gvatter ! unsrer Verabredung mechte ich dem Hern Gvattem gern alle Neuigkeiten schrei¬ ben , wenn d' Franzosen her kommen, da¬ mit ich mir die zwey versprochnen Karstner Kastreindeln verdiene; aber es ist aine harte Arbeit vor mich; denn vor 60 Jahren, als weil» >>->'' W-lt ein unvergeßlichZ G schenk mit meiner Person Macht hat, da war noch kein Nurmall Schnll, und seit 20 Jahren hab ich kaum 10 mall mein Namen gschrieben, es ist also kein Wunder, daß > daß Schreiben bey mier schlecht von Staren", geht. Ich wil mein Wort doch halten , aber der Herr Gvatter mueS mier versprechen meine Vries kamen Menschen lesen zl lasse». 6 Gestern als am 28. Marzi haben wir hiev kam kaiserligen Soldaten mehr gsehen, weil alle über die Sau hinaus g'marschjert seynd. Da wars recht langweilig, und alle waren wir in der größeste» Forcht, und Schroken, was mit uns gschehen wird, Den 2y. Marzi. Heunt seynd wenigstens 2000 Bauern von Land herein kommen, jeder mit einem leren Sack, und da hab ich glaubt, sie warten auf d' Franzosen, und werden jeder amen Franzosen in Sack flecken, den Sack zubinden, und ins Wasser werfen. Aber ich hab mich girrt, die Bau¬ ern sein nur herein kommen das Magazin helfen aus z' leren , damit d' Franzosen nichts kriegen sollen; aber d' Bauern seyn rechr gfopt gwesen, sie haben kain Kern mehr gfunden, und haben also mit den leren Söcken wieder abziehen müessen. Diesen gan¬ zen Tag ist'S so traurig gwesen, wie anKar- freytag, weil die Klocken nicht haben derfen gleitet werden. Seit Z Tagen geht das Auswandern im¬ mer fort, wenigstens der dritte Teilt der Stadt ist schon mir Sack und Backh darvon, § Einige alten Weiber haben sogar alte Beth» siavre, alte erdens Höfen, und Reindeln in die Sicherheit gbracht. Au weh ! Herr Gvat» ter, mein ceire Ehstandsporzion hat sich auch rnmer aufhalren lassen, und ist mier hennd Larvon gloffen. Ich bin über diesen Verlurst so untrestlich, das ich unmeglich mehr schrei« den kann. Ade, Laibach den 29, Marzi 1797, x Aweyter Brief. Lieber Herr Gvatter! ., - bin noch nit recht bey mier selbst, weil ich ein armes verlassenes Weisel bin. Am zv. Marzi früh um halb 8 Uhr sahen wir hier den ersten französischen Oberstleite- nant mit einem Tromenter hier ankommen, welcher mit seiner Betecknng von 5 Wurmser Hnssaren in Kvfchaus gfruegstnkt, und nach¬ her mit seinen Petetschen an den k. k. Gene¬ ral Kwchenzoler auf die Sanbrukhen abgereist ist. Um 11 Uhr war er schon wieder da, hat hier z' Mittag gcssen, und ist um 2 Uhr wi¬ der nach Oberlabach zurück greist. Mit diesen Obersileitenant seynd auch z Herren Kom¬ misarien von hier zum General Barntod ab¬ gangen , um mit ihn» voraus zum besten des Lands z' reden. y Gestern nm y Uhr früh kam ein franzö¬ sischer Richmaisier mit ein Leitenant und zcr Reiter, ( Scheißar gnant ) durch die Stadt gsprengt, welche vor dem Rathaus front machten. Der Rithwaister gieng auf das Rat¬ haus mit seinen Auftrag, wo er auch ein Štafeten ans Klangfurt von General Bona- Larrh erhielt. Indessen empfingen die zü Schei¬ ßar Vrandwein, Wein, und Bror zumFruel- fiuck, cs schmeckte ihnen so guet, das alle b'sosseii waren. Einer von diesen hat reut sch können, und hat uns unter andern auch ver¬ traut , das die Rebublig noch drenmalhundei t tausend solche Scheißar hat. Die 2 Ofiir ha¬ ken auf den Rathaus auch Ruhm und Do- keper zum Fruestnk gnommen, und um r r Ul)>' s.'ynk »^?z,on qrittcn. Hcunt in der Früh horten wir schon, daß diese nerv¬ lichen Scheißar zu BresowiZ/ Mvsital,. und Stroblhof gwefen seyndch 'und alles, was ih¬ nen zu Gficht stund, mitgnommen haben. Um 2 Uhr kamen wieder yz Mann von Frcykor zu Ford, welche durch alle Gassen mit g'fpanten Han herum grittcn seynd, hier an, und um 5 Uhr sahen wir auch Z20 Granatier mit Gogarden cinmarschieren, wel- rs , - che alle im Landhaus emkuartirt worden sind. Just hab ich von Pnchtrucker ein neues französisches Patent, oder Broglamazion be¬ kommen , welches ich dem Hrn. Gvatter also warm mitschicke, es ist in z Sprachen ge¬ druckt , der Herr Gvatter kann sich nach Be¬ lieben eine ausklaube». In dieser Broglamazion versprechen »ns die französischen Generalen die scherfeste Mannszncht z' halren, alles dein alten z' la¬ sen , uns z' schitzen, und z' schirmen, und wollen weder uns, noch unfern alten Weibern was leids thun. Nun seyn wir wider ruhig, und da auch ich mied, und schlefrig bin, so will ich für heunt auch zur Nuhe gehn. Laibach den i. April 1797. ir Dritter Brief. Den 2. April. Lieber Herr Gvatter! *^)cunt in der fikieh rmr i Uhr haben d' Franzosen dein wilten Mann die Kesten aup brechen wollen, nnd m der Gratische Vor¬ stadt habus einem Fabriganten Weib ihre Sa¬ chen gnommcn, und ihr die goldnen Ohr- gheng »m, Einem armen Madl habens anch fl. gnommen, aber der General hat ihr dafür ein Hollander Diigatcn g'schenkt. Nachmittag «m 2 Uhr- ist abermal ein Batalion frischer Trupe» eingrukt, die alle bep der Sau gampieren mueßten. Den Granatier, der d' Fabrigantin hennt in der frneh ausgraubt hat, -habens ins Freie 12 heitszimmer gsezt, wo er nicht heraus darf. Der General hat diesen Granatier gleich wol¬ len maustodt schiessen lassen, wenn „ich die Stadt vor ihn vorgebetten het. Heunt ist bu- bliziert worden, daß ein jeder, der Kaiserli- ge Sachen hat, selbe hergeben soll, und daß alle Fcrd zu der Vorspan müessen gsiellt werden. Nachmittag sind 2 französische Scheißar aus Sättig glitten um d' Feld unsers Herrn Bischofs abz'holen, aber sie werden nichts finden. Den z. April. Heunt in der früeh seynd za Scheißar mit ain Wegwaiser ans Neustat- tel in Unterkran glätten. Um 12 Uhr seynd wider 2000 Mann, 2 Kompanien Grana¬ tier , und das übrige Muschketier hier ankom- men. Um 2 Uhr hat der Herr Verwalter zu Kaltenbrnn 4 Franziskerln wegen Egszeffen in d' Einsatz sichren lassen. Um i2 Uhr war der General Varntod selbst auf dem Rathaus, und hat den Ma¬ gistrat und d' Bürgerschaft versüchert, daß kamen was leids gschehen wird; er ftp zwar IZ ? als Feind da , er wolle aber zeige«,, datz er die strengste Manszücht unter seinen Vol¬ ker« halte. Wegen den Engländern hat er auch was gsagtdas hab ich aber nicht ver¬ standen. Dieser General hat auch befohlen, daß alle Ernter in ihrer Amthierung forlfah- ren sollen, und das eingfallene Geld soll zur Unterhaltung seiner Armee verwendet werden, -veil uns der General Ponabarth kaine Brant- schatzung auflegen will. Um 4 Uhr hat der General Barntod alle MagistratSpersohnen zu sich <« den Fürsterzbischbfligen Hoff kom¬ men lasse«, und hat d' neue Landstell, oder Munizibalitet eingsezt, die aus io Ratsglie¬ dern besteht. Um 5 Uhr ruckte wider eine Division Jnfantri mit Fahnen und Mischer Mnsig ein, die aufn Blatz Front machte. Der General Barntod har vleftn Leuten vor¬ der Front selbst befolen, daß sie sich ruhig verhalten soll«, sonst werd er alle Egszessen ohne Gnad und Barmherzigkeit mit den Todt strafen. Heunt hat in allen Hausern für 12000 Mann Brod g'pachen werden müessen. Die Franzosen haben 7 Wagen voll Tabak, wei¬ ten das k, k. Tabakamt forrgschikt hat, in t4 K rare ii cingholc, und nach Laibach z'ruck bracht. Den 4. April. Um 11 Uhr sind abermat zoo Mann Jufantri eingrnckt, und in der Vorstadt einkuartirt worden. Die franzbsi- scken Generals und einige Offizier haben z' Mittag auf der hiesigen Tuechfabrig gspeisit. Um g Uhr haben d' Lamber auf einmal i» allen Gassen Rebel gschlagen, und hernach ist d' Mannschaft 2 Eschkadron Scheißar, und 2 Kompanien Jufantri ausgrnckt. Ich hab nit gwußt, was das bedeiren soll. Endlich habn sie den Granatier, der d' Fabrigantin in der Eratische ausgraubt hat, vor's Rat¬ haus bracht, und habn ihm da das Todtönr- thcil vorglesen. i Herr Gvattcr > der Mensch hat Knraschi ghabt! das kumt aber daher, weil diese Leut käme Regilion habn, so fürchten sie kain Höll, kain Fögfeyer, und auch den Todt nit. Vor lauter Freud zum Sterben hat er sich ein tüchtigen Rausch angtruttken, und wie sie ihm das Urthel vorgsagt haben, ist ec ohne Forcht mit dem Huct auf dem Kopf, d' Pfeifen in Maul, und ain Rvsoliflaschel rs untern Arm da gstanden. Wie s' aber ghais- sen hat, daß er todt gschossen wird, Hal er Laö Rosoliflaschel wekg'worfen. Nachdem haben s' den armen Sinder zu der Dumkirche» gführt, aber s' mueß ihm noch z' frueh zum Sterben gwcsen seyn, weil er ihnen aus den Ka^re entwischt ist. Zum Unglück hat ihn aber ein Offizier gleich ertapt, und z'ruck bracht. Da hab» s' ihn an die Dumkirchen anglant, d' Augen verbunden, und in 7 pif Paf war er Tod. Den Toden habn s' gschwind auf einer Later auf d' Poklana Vorstadt tra¬ gen , und ihn dort auf aiu Äther eingschart. Abends um 6 Uhr haben 4 franzbsis. Sol- taten dein Reffelwürth graust, ainer ist tvdr gstvchen worde» , »nd der Theter ist in d' Ein- saz kummen. Eben jezt ist bubliziert worden Lurch Trumelschlag, daß kain Ofizier ohne Kuartierzetl soll ins Kuartier gnommen wer¬ den, daß man kain Solraten ohne Geld et¬ was geben soll , und das nach Zayfensiraich alle Würthshaiser gspert müessen seyn, und so hab ich halt auch müessen früeher schlaffen gehn, weil d' Würthshaiser zue waren. Vierter Brief. Den s, April, Lieber Herr Gvatter! »^)icr ist das gelenkte FreybcicS «ud Eleich- heitspatcnt von General Ponabarth aus Klang- furth. Darin stehts z' lesen, was wir jezt für eine Einrüchcung haben, und wie die icr Ratsglieder haissen. Das Lanthans haißt jcrr Leiiteralgubcrnum , und das Rathaus Mnnizibaliret, wie der Gvatter selbst lesen wird, Jezt bin ich ein wahrer Franzos von Lai¬ bach, gestern hab ich mit der französischen Schiltwacht Abends auf der Spiralbrucken das erstemal französisch gredt. Wie ich vor¬ bei) ging, so ruft die Wacht auf mich: Fi di? ich war zornig, weil kam WnrtshauS 17 mehr offen war, und hab gantwortet: n- wo ze, drauf hat d' Wacht gsagt, pas se, und ich ging meinen Weg nach Haus. Den h. April ist bublizirt worden, daß nie¬ mand ohne Paß auf's Land gehen soll. — Ich hab eben heunt auf's Lant verreisen wol¬ len , nach Weirsch, weil dort ein guter Tra- ga ist, und da bin ich halt auch zum Gu- bernum gangen, um ein Paß, den ich auch gleich kriegt hab. Von dem ganzen Paß hab ich aber kam Wort verstanden, weil er fran¬ zösisch gschrieben, und g'rrukr war. Ich bin fürwitzig gwesen, was doch drinn stehn mag, und da ist mier eben eingfallen, daß ain meiniger gueter Freind, der teirsch, fran¬ zösisch , welsch und italienisch spricht, dein Kreisamt als Tvllmarscher angstellt ist. Ich bin gschwind zu ihn gloffen, und hab ihn er» suechr, er sol mier egsblizieren, was in Paß steht. Aber da hab ichs wider guet gmacht, der Herr Tollmatscher kann nit lesen und nit schreiben, und so hab ich mit meiner großn Nasen wider unverrichtet' Sachen nach HauS gehn müessen. Um 12 Uhr ist wider bubli- zierr worden, das alle Ferd und Oren um z Uhr auf'n Kabuziner Blatz müessen gstettk Werden» k8 Eben haben d' Dauern von der Siska 2 Franzivkerln mit Stricken gbunden herein¬ bracht. Heunt um Z Uhr her das hier lie¬ gen bliebne Tabak Mama! Küstenwciß sein liziiando verkauft werden; aber einige Herren Kaufleut haben den ganzen Vorrath nm ain billichen Preist übernummen, und verkaufen den Tabak in kleinen und in grossen wohlfei¬ ler als vorhero. — Heunt ist auch das hier bliebene k. k. Spital nach Gor; traiisprrdirt worden. — Um ss Uhr hat der General Barn- tvd ein Stafetten erhalten, daß seine Kolon- ue gleich aufbrechcn, und eiligst »ach Kiang- furlh marschieren sol. Dem Herrn Baron von Kvdelli haben d' Franzosen alle Ferd und Oren weggnommen, welche aber bezahlt werden sollen. Um 5 Uhr seynd abermal zoo Mann Jnsantri, und . bo Scheißar hier ankummen. Die erste Ka¬ len hat über bo Arrestanten ghabr. Diesen Nachmittag seynd über 4000 Man hinter der Stadt vorbei nach Klangfurth samt ihren Feldstücken marschiert. — Heunt WM früeh um 8 Uhr ist bublizirt worden, das alles Ferdgschier, und Zerdsirangen wüesien r- aufs Rathaus glifert werden. Um y Uhr seynd wider izo Scheißar ankommen. Um io Uhr ist das neue Centnergubernum auf dem Landhaus einstallirt worden. Um 11 Uhr seynd abermal Trup en nach Klangfurrh marschiert. Um 2 Uhr hat ein französischer Kvmiser den Waizen bey den Klosterfrauen dreyen hiesigen Handclsmanern verkauft, oh aber die Seck alle richtig gzehlt waren, waiß ich nit. Sonst war in diesen Tag alles ruhig und still. Den 7. April um r i Uhr ist bubliziert worden, daß 1000 bar Schueh und Srifel, wenn selbe auch nit mehr neu seynd, aufs Rathaus svln gbracht werden. Zu Mittag speisten die Centnergubernums und Munizibalites Glider mit dem General Friant und andern ftanzösis. Ofizieren aufu Rathaus, und wehrend der Tafel war tir» kische Musiss. Um g Uhr ist die Schuester Zunft aufs Rathaus berufen worden, daß sie solle» s» viel neue Schueh und Stifel machen, als sie können; Die Schuester haben aber vorgeben, daß sie ihren Vorrath schon glifert hetten, und daß sie kain Löder haben, neue Schueh machen z' können, B 2 20 Um 4 Uhr ruckten übermal zoo Mann mit klingemen Spil und fliegenden Fahne» hier ein. Abends haben d' Burger schont angfangt z' murren, daß die drey Handlsleut so viel Seck Waizen, den Sack um i. fl. zv kr. von -em Komisari g'kauft Halm. Den 8 April in der ftneh um halb 8 Uhr ist austrumelt worden, daß Abends nach 8 Uhr niemand ohne Licht auf der Gassen gehn darf, und wenn ain d' Batrol anruft, so soll man sa¬ gen : Burger; (auf französisch Krno je) ansonsten sezr man sich ainer Verantwortung aus. Auch ist bekannt gmacht worden, daß ain jeder Einwohner, der ain Dicusibothcn aufnimt oder entlast, solches der Munizibalr- tet anzeigen sol. . Um io Uhr seynd z Schis Rekonwaleszen- ten von Görz ankumen. Heunt habend' Fran¬ zosen auch Hooo bar Schueh und 2000 bar neue Stifel rekutsizionirt, welche ein hiesi¬ ger Ldderermaister z' Ufern sich anheischig machte. Nachmittag seynd 17 Wagen Brod und z Fester Brandwein von Görz hierdurch zu der Armee nach Klangfurth gführt worden, Den L. April fmeh seyn einschichtig Leut ankummen, 12 Mann habn alzeit ein Drn- mel ghabt, und um y Uhr seyn auch 12 Scheißar eingritten^ die um 12 Uhr mit 52 Mann Jufantri ihren Weg ins Unterkran gnommen haben. Abends war tirkischc Mu- sig in Fürsterzbischöfligen Hof. Da schick ich dem Herrn Gvattcrn wider ain neu getrübtes Patent von General Barn» tvd, aber es ist nur in 2 Sprachen, als teutsch und in der Landswehrung g'trukt. Drin steht, daß d' Wankozettl wider wie vorher müeffen angnommen werden. Diese Wolthat haben wir blvs den Centeralgubernum z' vertanken. Den IQ. April frneh um 7 Uhr ist unter der Schuesterbrucken ei» Schis mit Holz z* Grund gangen. Um y Uhr seynd z Wagei» Brot von Unrerkran hieher gführt worden, auch seynd einige Scheißar und Ofizier hier ankommen. Eben ist auch der spanische Kon¬ sul in Triest, der beim General Ponabarch in Jutenbnrg war um ain Nachlaß der in Triest aufgelegten Brantsteyr zu erwirken, hier anglaiigt. L L Um 10 Uhr ist austrummelt worden, daß kain Gerrad, oder andere Löbensmitl aus der Smdt, wohl aber herein gführr werden darf. Heunt seyn auch wider einige Trypert nach Klangfurth marschirt. Den ii^ April nm 8 Uhr frueh habn d' Bauern am Husarn g'bunden herein glifert, weil er auf dem Lank aine Stuetten ohne Geld kauft har. Um 2 Uhr ist ein General Mr seinem Adjutanten von Ponabarth ankommen, und der har erzehlt, daß die Kaiserligen ainen Wafenstillstand auf z Monat von General Ponobarth verlangt habn, und der General habe selben nur Z Tag bewiligt. Heunt ist wider die erste Post von Gbrz und Triest hier ankommen, auch seynd für das Spital in Görz iooo Zentner Mel vera langt worden, und unser Zenteralgubernum hat von den hiesigen Handelstant ivooo fl. nls ein Darlechen zu Bestreitung der noth- wendigen Ausgaben anverlangt. Die heutige Nacht war etwas unruhig, indem viele der hier gsiandncn Franzosen wi¬ der z'ruck nach Triest und Fiume marschirt »z seynd , weil dem Hni. Gvattern seine Nach¬ barn , die Lschitschen, sich mit den Franzose» nit vergleichen können. ' Den 12. April um 8 Uhr kam eine Stafetten, daß der Rest der Franziskerln eilends nach G'orz aufbrechcn soll. Um z Uhr ist ein Kommißari auf's Rathaus kummen, mn d' Gwehr in Empfang z' nehmen, als man ihm aber sagte, daß selbe den hiesigen Einwohnern g'hören, ging er unwillig wider fort. Um 4 Uhr seynd alle Biketer aus Unter¬ kran hier eingruckt, alles hat sich zum Ab¬ marsch bereitet, und 100 Vorspannwagen seynd dazn befielt worden. Vor dem Abmarsch aber habn d' Franzosen noch nothwendig be¬ funden z Schis Haber, gooo Metren Mä¬ zen , und 2000 Mas Wein in d' Rekwisi- zion z' setzen. Bey der Nacht um n Uhr haben sich alle Franziskerlu aus den Staub gmacht, und nun können wir wider ruhig schnaufen, 24 Fünfter Brief. iz. April war alles ruhig und still, und alle Kürchen Zeremonien bis auf die Fußwaschnng gierigen wie sonst vor sich. Hier schick ich dem Hin. Gvattern wider 2 ge- trukre Nachrichten. Eine ist, daß der Mayr markt wie gewöhnlich gehalten wird, und die zweite, daß den 21. April d' Schuller, wider anfangen. Um Z Uhr ist d' Bürgerschaft auf's Rat¬ haus berufen worden, da hat ein braver Jenreralrarh eine rirrende Anred ghalten, und har uns vorgstellt, daß wier unser Ei- genthum schitzen, und wider d' Wachten irr der Stadt und in den Vorstädten verrich¬ ten sollen, welches auch fleißig gschehen ist. Eben seyn wider 8 Husaren mit r Ofizier ankommen um uns zu bewachten, damit uns nichts Übels gschiehr, Abends haben einige ' 25 Franziskerln auf der Trießerstrassen mit den Bauten graust. Den 14. April. Gestern Abends ist ain spanischer Korier hier durchgreist der die Friedensvorschleg von Paris bracht bat. Drin soll stehn, das d' Franzosen den Abtritt der Lvwpardi, und der Niederlante verlangen, daß sie noch goo Millionen Kaisergulden ha¬ ben wollen, und daß wier ihre ganze Armee so lang selbe auf unfern Boden steht, auf unsere Unkbsten erhalten sollen. Herr Gvat- ter diese Friedensbedingnngen müessen unserm Kaiserhof wohl recht spanisch vorkommen. Heunt stueh feynd wider 50 Scheißar» und um io Uhr General Friaut mit r Obristen, i Adjutanten, und l Kommiser hier ankommen, der aber um 12 Uhr wider nach Görz abgreist ist. Nach 1 Uhr ist ain kaiserliger Herr Ma¬ jor mit ain Jnsenierhauptmann von Neustadt! hier ankommen, der mit den französischen Ofizieren dein wiltcn Mann z' Mittag gspejst hat. Diesen Herrn Major habn auch einige Zenteral Rath ihre Visit gmacht, Herr Gvat- 2Ü ter , die kaiserlige krowatische Armee ist 60 Tausend Mann stark, aber es seyn nit alle regulirt, nnd stehn von Ran über Neustadtl bis hinter Möttling hinüber , wo sie überall Verhau gmachc, Verschanzungen aufgworfen, und alle mit Kanonen b'setzt haben, so, daß sich d' Franziskerln gwiß nit hinab trauen. Diese Armee halt den Korton so gut b'setzt, dafi kam Maus weder hinab , noch herauf kann , und ich mecht den braven Hrn. Kom- mantirenden General küssen, wenn er wegen meiner kam Anstanr nehmen thet, weil er mein zertligs Weib nik mehr herauf last. Auf Neustadtl mecht ich jezt nit reifen, wenn mier der Herr Gvatter Haus und Hof schenken thet, dieses haben 2 Herren von hier probiert, sie haben aber den Prozes ver¬ loren. Einem davon haben 32 kaiserlige Hu¬ saren nachgsetzt, haben ihn aber in Wald nit erwischen können, und den andern habn'S ln Neustadtl als ein Spion veraretirt, weil er kain andern Paß , als ein französischen ghabt hat, welchen er nit hat zeigen wollen, da unsere Krowaten nit französisch verstehn. Nach 3 Uhr ist der benannte , kaiserlige Hr» 27 Major zum französischen General Friant nach Gdrz abgreist, um ihm seinen Auftrag we¬ gen den Wafenstillstand bekannt z' machen. Um 5 Uhr ist unsre ganze Besatzung wider abmarschiert. Um 7 Uhr sein schon wider Z Franziskerln da gwesen, und haben Wein, Brod und Fleisch gfaßt. Den 15. April. Die Franzosen haben uns so gern, daß sie ohne uns nit leben kön¬ nen, heunt in der frueh seyn wider los theils Jnfantri, theils Kawalleri ankommen. Eben seyn 12 Schis Getrad von Oberlabach z'rück klimmen, welches d' Franzosen weiter z' führen nit für rathsam hielten, weil sie bey Fiume von den Tschitschen seyn abklopft worden. Der z' Nenstadrl in der Einsatz gwe- sene Herr ist frey entlassen worden , und ist heunt hier ankommen. Eben ist sine Hemigrantin von Graz z'ruck kommen, und erzählt, daß der Gen. Pona- barth mit 2202 Mann in Graz eingruckt sey, auch sey sie nicht emigrirt, sondern ha¬ be blos d' Reis gmacht um den Gen. Pona- barth z' sehen. L8 Um 4 Uhr hat der französische Kommisar das Waghaus auf der Mauth aufspern las¬ sen, und hat rz Schif Getrad hinein glegt. Den i6. April in aller frueh Hahn uns die säubern Gast bis auf 20 Mann wider verlassen. Freu sich der Herr Gvatter mit mier I Vormittag um halb y Uhr kam ein kaisefti- ger Kurrier von Klangfurth hier an, und der erzehlr, daß der Wafenstillstand richtig sey, und versichert uns, daß wif in 8 Ta¬ gen den Frieden haben. Uiber disse frehliche Botschaft waren alle Einwohner Laibachs äusser sich, und ich, ich bin kreuz wohlauf, und trink mier Nachmittag gwiß ain richti¬ gen französischen Rausch, denn der kauert immer fort, und laß mier den gweichten Schunken schmecken. Heunt seynd aine Menge Emigranten aus Graz z'ruck kummen, und Abends hat der französische Kommiser ainem Madel mit Paßgcigenfarben Hahren aine tirkische Musig machen lassen. Den 17. April. Gestern und hennt war -lies ruehig weil nur 22 Franziskerln hier 2Y waren , und der gestrige französische Rausch verlaßt mich noch nit. Um 2 Uhr Nachmit¬ tag haben uns wider ain Rithmaister mit 40 Scheißar und in aiuer Stund wider iz6 Hu¬ saren mit ihrer Gegenwart beehrt. Um z Uhr kamen 2 Wagen Woll für den Edlen Hrn. v. Desselbruner von Triest hier an , und die¬ se Wagen haben wider den Weg das erstemal gebfnet. Auf morgen seyn roo Vorspanns¬ wegen begehrt worden. Den 18. April frueh um Z Uhr ftynd zf> Scheißar auf Treffen, und einige auf d' San¬ brucken glitten. Gestern haben uns d' Fran¬ zosen weiß gmacht, daß heunt zoo Mann einrucken werden, allein wir warteten den ganzen Tag, und keiner kumt. Um 12 Uhr ist ein Tromenter mit 4 Mann ins Unterkran gritten, und ZOO Vorspannswegen seyn aus morgen bestellt worden. Um 5 Uhr seynd 5 Faß Wein aus dem Graf Thurnischen Haus aufs Rathaus gführt worden. Den ty. April frueh um 4 Uhr haben d' Franzosen auf ig Vorspanswegen Getrad auf Krainburg gfübrt, um 5 Uhr kam der kro- watische Herr Major von Eorz wider zruck. Zv und ist nachmittag in Begleitung r französi¬ scher Ofizier nach Neustadl! verreist. Um io Uhr seyn yo Granatier, und 6o Muskeriec ankummen, und um n Uhr seynd auch wi¬ der iz Wagen Getrad nach Krainburg ab- gschickt worden. Den 20. April. Die heutige Nacht war sehr unruhig, d' Franzosen hahen alle vor den Rathaus gstandenen Vorspanswegen ab- gholt, und,haben d' Ferd und d^ Bauern in den Hof der k. k. Burg eingspert, damit sie ihnen nit darvon laufen, und da haben d' Bauern Tag und Nacht Kondumaz gmacht. Um r2 Uhr ist der Obriste Piccard, unser Stadtkommandant auf das Kastell gangen, um die io Kanonen, die wier zum Feuer- lerm oder bey ainer Feyrlichkeit brauchen, zu besichtigen , und hat gleich aine Wacht darzue gstellt. Dieser Obriste must Karten aufschlagen können, weil er gheime Sachen weiß, denn in Kaltenbrunn hat er wollen durchaus drey Kisten kaiserljge Gewöhr haben, hat aber nur i2 Stück, und in der Kaserm 88 Stück gfunden, und per Empfang gnommen. Bez» 3l der Nacht haben d' Franzosen ain Schis Ge- trad aus dein Schullhaus weckführen lassen. Um > i Uhr ist ein Wagen voll Sch eh nach Klangfurth gschjkr worden. Um 12 Uhr war große Wachrparad mit tirkifcher Musig, und gleich drauf ist das Feuerlöschdepositori dein Kabuzinern visitiert worden, sie haben aber kaine Gwvhr, sondern einige Söck Getrad gfunden. Heunt hat man stark von Frieden gsprochen, der zn Gdö in Steucrmarkt soll abg schloffen worden seyn. Gott gebe, daß es wahr ist. Den 2r. April. Heunt in der Nacht um r Uhr ist ain Kurrier hier durch nach Görz greift, und die frohe Botschaft bracht, daß der Frieden richtig sey. Viktoria! alles ist jetzt voller Freid und Jubel, und ich werd mier halt auch Nachmittag mein französi¬ schen Rausch wider auffrischen. Um 10 Uhr seyn 4 schwer beladene Wa¬ gen mit dem Bramsteyrgeld von Lierst hier ankummen, es sind zo Kisteln, und r Mi¬ lien zweitausend Lukan sollen drin fein, um 12 Uhr ist dieses Geld nach Klangfurth gschikt wordeu.^ 32 Heunt haben uns Z französische Ofiziers ain Unterhaltung gmacht, sie habe» Z gelbe Barabli und z grine Kellner Kapeln kauft, und sein in Sonenschein mit den Kapeln auf dem Kopf, und mit gespanten Varablien auf den Blatz auf und ab gangen. Den 22. Apri'll war der Wochenmarkt gro¬ ßer wie sunst. Ein bar Tauben kosten 8 kr. und das Pfund Kalbfleisch war um z —bis 6 kr. z' haben, das macht, weil der zu- samenflus größer gewesen ist. Um 12 Uhr war wider Wachtparade, die türgifthe Mu- sig ist zwar scheu, aber wir brauchen so ein lnstigs Elend nir. Der kreuzbrave französische Kvmmiffer hat wieder 500 Söck Waizen aus dem Ballhauß abhole» lassen. Wann wir nur den lieben Gast von Hals Herren! Heunt habens erzehlt, daß zu Breszia, und noch in 2 andern Oertern in Venizanischen Unru ausbrochen sey. Um 2 Uhr haben unsere Gast 2 Zimmer j» Schuelhaus von Habern befreut. Um 4 Uhr haben einige Offizir wider ein französischen Gspaß macht, da habens Augengleser kauft, und haben durch die Lrilleu d' Menscher an- 3Z gast- Den 2g Aprill frneh seyn gr Scheißar und 6o Man» Musketier auf Cillei Mar¬ schiert. Um y Uhr ist austrumelt worden, daß morgen wider alle Mauth - und Schran¬ zen Emter wie vorhin eröfnet werden. An weh! die Bauern werden drein schauen, sie haben glaubt, wenn d' Franzosen da seyn, so derfen's keine Gab, und kein Schranzen zahlen, rind waren der Maiuung, daß ihnen hie bratnen Vögel ins Maul fliegen werden. Um z Uhr seyn abermal 79 Jnfantristen an- glangt. Um 4. hat man den ganzen fran¬ zösischen Ofizirkor in Paron v. Zvi fischen Gar¬ ten wollen ein Unterhaltung machen, aber da hat's angfangen z' regnen, und alle Leute haben müessen in Netudensahl gehen, da war türgische Musig, rother und weiser Wein, Bikolith, Zuckerwerg, Kafe, Rosoli, Gfror- „es, Bradel, Schungen, Zungen er cetera Bundschuech gnng, aber ich hab von allen nichts kriegt, und um 8 Uhr war die Komö- di aus, und man gieng nach Haus. Den 24. April. Heunt in der Nacht ist in ein Kaufmannsgwölb an der Schuesterbru- cken einbrochen, und bei 1 ovo fl. meistens in junger, kleiner Herr, mit aingfallnen Auge», und sein G sicht ist von der Sonn ziemlich verbrent. Der General Ponabarth hat meh¬ rere Verordnungen erlassen, worunter auch diese war, daß das Zenteralgubernum auf¬ hören, und künftig k. k. Landsverwaltungs¬ amt heissen soll. Um r i Uhr hat der Ge¬ neral Ponabarth alle Ofizier zu sich b'stellt. Um y Uhr vormittag ist der General Mirha mit einem andern General hier ankummen. Um r r Uhr ist ein Rithmaister mir i b Scheißar voraus gritten, um die Sicherheit auf der Strassen z' halten , weil der General Pona¬ barth nachmittag auf Triest fahren Wird. Iu Mittag hac der Ponabarth mit einigen Generals in seinen Kuarrier gspeist, und hat ein gmeiuen Granatir von der Wacht einglatcn. Unrer andern guecen Speisen waren auch hun¬ dert Stuck auserlesene in ein hiesigen frucht- bahren Garren aufgewarene Spargel auf der Tast, welche 6 Pfund gwogen, und 6 si. kostet haben, die haben ihnen besonders guet gschmekt. Um 2 Uhr ist der General Pona- barrh mit seinen Atjudanten auf Thriest ab¬ gereist, und i2 Scheißar hat er zu seiner Lcleckung mitguommen. Heunt sepn viele ankere Generals hier durch nach Görz und Lhriest greist. Nach 6 Uhr Abents hat rin Husar sein Pferd in d' Schwem gritten, kam aber zn tief hinein, weil er z' vil Untcrkreiner aus den Schaf zogen har, und ist ertruncken. Die Schifleut haben diesen Husaren fleisig gsucht, aber sie haben ihn nic finteu können. Gegen Miternacht wars recht unruchig, die Franzosen haben- in Wirthshäuserm ain- brechen wollen, weils auf den Wein, und auf d^ Madeln ein Abbecit ghabr Haden. Den 2y April in aller frneh seyn 170 Scheißar ankummen, und haben um 7 Uhr ihren Weg weiter nach Thriest fortgsezt. Bei dieser Schwatron war ein Schöner Mohr als Rithmaistcr darbe». Um 8 Uhr seyn zo Dragoner und mehrere antere Osizir durch- marschirt. Heunt het sollen Vermarkt sein, aber eS ist wegen der großen Verwirrung nichts draus worden, und die Kramer haben ihre Waren ohne Gelt nit gebe» wollen. 42 Bei der Nacht ist der k. k. Herr General Meerfeld, und um io Uhr 2 antere kaiserlige Ofizir hier ankummen, welche so lang hier bleiben sollen, bis alle FranziSkerln weck seyn. Nach i Uhr seyn wider 210 französische Hu¬ saren, und Scheißar mit 9 Tromenter hier eingruckt. Um z Uhr haben die Franzosen 2 Haupi- zen, und 7 Pulferkarn, wor n er 2 Päystli- ge waren, hier durch gführt. Der Turchmarsch geht heüt tropfenweis fort, so, daß über 1000 Mann schon hier sepnd. Um 4 Uhr hats den FranziSkerln beliebt bein Lebenwirt z' raufen, und ein ihrer Ka¬ meraden z' erschlagen. Den Toden habens gleich selber weckrragen , und eingschart, dein Verher haben's aber auögjagt, daß ihn eiu Roß erschlagen hab. Um 7 Uhr kam der General Varntod in Bekleittmg des General Friant, und mit Be» reckung von i2 Scheißar hier an. 43 Den zv April. Heunt war die ganze ver- wichene Nacht kein Ruch, es seyn beständig Lent ankommen, und abgangen. Um io Uhr haben die Viertlmaisier de» Befehl bckummen die Kwartier für die Man- schaft, und Pferde zn b'schreiben, und daS Brot von den Starrbockhen zstam z' führen. Um t2 Uhr haben die Franzosen das Brantsteyr Geld von Trieft auf io Wege» unter Bedeknng von goScheistärs wider aus Graz hcrbracht, und werdens wieder auf Lhriest führen. Eben haben d' Franzosen kaiserlige Lafetn von Thriest bracht um unsere Kanonen auf den Kastell auf z'iaden, und weck z'füh- ren, aber es hat sie wieder greut, und da habens die Kanonen samt den Laveten da glasten. Um r i Uhr haben die Husaren und Schei- ßar bei den Barmhcrzhigen manefrirt, -und um 12 Uhr ist der General Seraffin ankum« men, wie auch senn um diese Stunt zoo Scheißar mit y. Trvmentern nach Görz und Lhriest marschirr. 44 Um z Uhr seyn rzo blaue Tragoner mir rvthen Aufschläge» eingritten, es waren schöne Leut, und nm 6 Uhr seyn übermal izoo Fußvolk eingeruckt, die zu Lepolksrueh, un¬ tern Thurn, und in der SchiSka einkwartiert wurden. In der Statt waren heunt mehr als 40O Ofizir einkwartiert, und alle waren bsoffen. Um H Uhr wollt ein Kranatier aus ein Wirtshaus auf franze fisch , daß ist ohne z' zahlen, fortgehn, die Kellen» hat ihn aber auf den Boten gwvr'fen, daß er kaum mehr hat aufstchn können. Lu Moßthal im Gschlos haben 2 Trago¬ ner Ofizicr das Thor aufgsprengt d' Fenster eingschlagen, die Knecht abbrügelt, und ha¬ ben sich dort einkwartieren wollen. Dein Le- benwirth haben 2 Ofizier graust, wovon einer plessiert wurd, daß er hat »messen verbunten werden, und kann» war der Barer mit ihn fertig, so habeu's schont wider ein andren Franzosen, der in Gesicht und Heuten ganz gschunren war, in die Cbur bracht. Dran ist niemant als d' franzesischen Neischeln schult. Herr Gvatter! d' Suportination ist bey den, Volg wohl scheu, die Generals und O- 45 sizier derfen den Gemeinen kam Wort sagen, wenn 's nit wollen brügelt werden, das hat schont mancher Osizier erfahren. Den r. Mey in der frueh. Die ganze Nacht war wider kein Rueh, es waren Rauf- fereyen, allerhant EgSzessen, und ankere bsoft fene Moren. Es ist freylig immer d' Ba- trol herum gegangen, aber die halt selber überall mit, und kein Mensch bekumt ein EariSfarion. In der Nacht haben's wollen in ein Haus einbrechen, da hat sich aber ei» Herr von hier, der franzesisch kan, inö Mittel gl egt, hat aber ein franzesischen Straich mit den flachen Sebel auf den linken Arm erwischt. Einen Burger hat L' Barrol die ganze Nacht herumzogen. — Um rr Übr Nachts haben die Scheißar in ein Wirts- siall ein Feurwerg gmacht, es ist aber noch zeitlig gll'scht Worten. In ein Wirtshaus haben's graust, die Tochter von Haus ist aber nm Mitternacht zum General Barntod glofen, der sie selbst am Arm nach HauS gfnhrt, und Rneh gschaft hat. Jn der Schis- ka haben's auch blündert, dem Schmit ein Pfert weckgenommen, und im Gschloß Lc- pvltsrueh die Oramschrri und das Glaßhanß 4-6 gnmierl. Es weren noch eine Menge EgS zessen von den Ehrenmennern z' bschreiben. Las kan der Herr Gvatter aber -von mir nir verlangen, ich wurt in einJar nit fertig dar- mit. In der Fruch ift vi! Gawaiwri, und Jnfantri tropfenweis abmarschirt, und ver- fchietene General und Ofizir seyn schour durch- greist. Um y Uhr kam die erste Kalon von Graz besiehcnt in zoro Man hier an, mar- schirte in ^arat vor den Kwaruer deö Ge¬ neral Barntod mit z Fahnen auf, und wurt in der Kafferm einkwartirr. Um io Uhr seynt wider zovo, und in einer halben Stunt abermal looo Mann nachgfolgt, die meistens ins Schuelgebcy verlegt Worten sein. Um > Uhr seyn Z40 Mann mit 7 Tam- ber abmarschicrt.- Alles ist hier so voll Fran¬ zosen, das man nit gehn kann. Um z Uhr ruckten wider loo Mann ain, die vorn Rat, hauS gampiert haben. Heunt wind in allen Hausern angsagt,.für 20,000 Mann Brot z' buchen. Um 7 Uhr ift austrumclt wor¬ den , daß d' Franzosen nach den Zapfenstreich kaine Egszeffen machen da^fen, aber es ist blos beyn ausrrummeln bliben. Um y Uhr- Abends haben d' Franzosen amer Frau mir 47 Gwalt was ins Ohr sagen wollen, wenns iiit ein Burger grettet het, den habens aber darfür das Kleid ausklopft. Den 2. May. Gestern und hennt gehrs uns sehr übl. Eben verlangt der brave Kom- miser, dem d' Haar über d' Ohren hinab hengen als wie dem Herrn Gvattern sein schwarzen Pudel, wider 2000 bar Schueh, aber auf der Stell, tur Swit, verlangt ers, und so haben wier halt unsre Schueh, die wier uit an Füssen haben, alte und neue , zum Opfercisch briengen müessen. Um y Uhr seyn bey IOOO Mann mit z Fahnen ausmarschiert, und her General Se- rnrie ist ankummen. Hernach seyn gleich wi¬ der yoo Mann, die in der Schiska , Le- poltsrneh, und untern Thurn warn, auf- brochen, und mit ihnen auch die ganze Ato- lcrie des General Barntod besiehent aus io Stucken und 2 Pulverkarn. Der Herr Graf Maria von Auerschberg hat hennt loooo Mas Wein, gooo Bret¬ ter, nnd Ivov Zentner Stro von Sonnedk herauf liftrn müessen. 48 Heunt ist alles voll Ofizier, sie knartiern sich selbst zu 8 in ain Haus ein, unacach- tet bestanrig Trugen abmarftineren. Urn 4 Uhr ist wider ain Kolon einqruckr, und nm Z Uhr habens austrumelt, das nien ai-d von den Franzosen bey ainiahriger Zuchlhai^-ver- sorgung was kaufen rarf.- Eben l>ab -cl' aine traurige Nachricht glsirr, daß n -er unsere liben Göst erst den y. Florial, daß is den 8. May verlieren werden. Heunt hät in allen Hünsern vor 15,000 Mann Brot bachen werden mücsien , und dem Kommiser ists auch beygfalien Leinwan! zu verlangen. Z' Mittag har der H eu. Barn« tod aine Tisision auf dem Eclullbiaz gmu» stert, wo er 2 neie Ofizir ernenr , und her¬ nach gekißt hat, und diesen 2 friscven Ost» zieren haben auch alle übrige Lsizir n üeffen den Bruderkuß geben, und ich laß d' Frau Gvarterin auch kiffen. 4- Siebenter Brief. <^)en Z. May früeh seyn bey Zoos Mann Mt »2 Kanonen auf Eörz aufbrochen. In Ler Nacht har die Batterol 7 Mann aus am Bierhaus eingführt, es war ihnen aber z' weit ins Stockhans, die Arrestanten haben sich unterwegs alle verloren. ! Herr Gvatter! jetzt ist ans mier am große Person, am Mntzizibalitets Glid worden, ich mueß als Kommiser Brot und Stro zusam führen lassen, aber den Wein lassen mich d' Herren nit zusam führen, weil sie fürch¬ ten , es mestne ain großer Kalo heraus, kommen. Heunt ist wider der Korton aus Krowaten eröfnet worden, jetzt werden wider so viel Oren herauf kummen, daß wier kam Mangel haben. In der Krawadollina ist in Zv der Nacht Feuer auskummen, aber d' Fran« zvsen habens selber wider glöschc. Um 5 Uhr har der libe Kommiser wider am Abbetir auf ain Stick! Rimfleisch von 52 bar Oren kriegt, und sie haben tut Swit müesien Lstellr werde». Eben kumt die traurige Nach» richt, daß d' Franzosen in Kraren ainen ar, rnen Bauern erschossen haben, weil er ihnen sein Ferd nit hat schenke» wollen. Den 4. Mey, um 7 Uhr in der frueh ha- bens abermal alle Schuech und Stift! aus« krümelt, aber d' Leut haben nich s mehr über- Llüßigs gfunden. Hier schück ich den Herrn Gvattern , vider ein Iirirs Vrrrenr , drin stehts, daß d' Franzosen alle Pferd, die sie von un¬ fern Bauern ausborgt haben, wider z'ruck stellen, und es soll ein Tag bestimmt wer¬ den , an welchen alle Tifisionen. miesse» ohne Gnad und Barmherzigheit gmüstert werden, und jeder Baur, der sein Pftrt siht, kann selbes zruck nehmen. Aber die Bauern wer¬ ten schlechte Augen haben werden ihre Pftrt nicht sehen, und die Franzosen werden ein schlechtes Getechtniß haben und werden auf die Musterung vergessen. Um i Uhr ist die Kalon des General Messen« hier eingrukt^ 8t und da es zum Unglück stark gregnet hat, wollten sie nir gampirrcn, sontern krvartirten sich in die Kirchen bei den Klosterfrauen, Ka¬ puzinern, und bei den Franziskanern ein, wo sie allerhant Possen tkiben haben. Bei dieser Kalo» des General Messen» sollen die schlim- sien Leut von allen seyn, Gott steh uns bei. Die Unruch ist heunt sehr groß, unt unge¬ achtet bestentig die Baterollen herumgehn, so habens doch einen Wirt aufn Bla; mishan- delr. In Paris mieffen keine so scheuen Heiser seyn wie z' Labach, der General Mir- Ha ist heunt immer auf den Dlaz auf und ab¬ gangen, und hat d' Heiser angschaut, eins har er gar einwentig besichtigt. Um 7 Uhr war Zapfenstreich, aber d' Schemen haben nichts darnach gfragt, sie haben immer fort glännt, und wie dise Leut mit Brot und Wein gwirtschaft, laßt sich nicht bschreiben. Um 9 Uhr Abents seyn 2. Hauser vor der Thriester Schranzen abbreunr, wie das Fenr auskummen ist, weiß man nit, man glaubt aber daß die drin glegnen 4 Tragoner es an- zunten haben. Es ist nit laugnen , daß die Franzose» recht sieisig da^xy garbeir und glöschr haben, sogar die Gen^l waren bein Feur, D « 5L und haben kommautiert. Ach hab halt auch der Aste wollen draussen seyn, unt weil ich uit gschwint gnug hab laufen können, hat mier einer ein Bar Srriren geben, da hab ich mich aber balc aus den Staub g'macht, denn mier will d' französische Kost nit beha¬ gen. Um ri Uhr Nachts hat der General Warnrod eine Štafeten erhalten, daß er ei- lents nach Görz klimmen soll, morgen frühe um 4 Uhr wirt er dahin abreisen. Heunt hat ein Meiner Franzos 2 Oren samt ein La-er¬ wägen ans Steyr bracht, unt als inan ihm gfragt har, wie er zu Visen Ochsen lummen sey, war sein Antwort, daß ihm selbe ein Baur gschenckt hab, aber der Baur wirt gwiß gweint haben darbey. Ich hab schont wieder ein neus Amtl, ich bin Munizibalitets Nachtwachter, unt muß die ganze Nacht herum Balrollieren, unt die meisten Burger wachten, weil d' Franzosen ein Menge Feur ghsbr haben auf den Gaffen. Die Nacht war wohl recht unruhig, unt Egs- zeffen hals gnueg geben. EinObrister hat in seinen Kwanier ein bar Leintiecher wollen umgehn lassen, wenn nit der Hausherr drü¬ ber protestirt het. 5Z Den 5 Mey um 6 Uhr in der frueh seynt Aber 2ooQ Man durch den BirnbauMer Walt auf Gör; marschirt, unt uni 8 Uhr haben d' Franzosen über zoo Oren aus Steyr hierturch nach Gor; rriben, es war ein sehr sehr schö¬ nes Bich, nut wurt unfern Magen auch gschmöckt haben. Um h Uhr seyn Z Schis mit Kranken auf Oberlabach gführr Worten. E- -en hab ich bein Franziskanern ein französische Predig, die ein gmeinxr Soltat auf der Kan¬ zel ghalten hat, ghört, ich hab zwar nichts -arvon verstanten, aber ich bild miers wohl ein, sie mueß auferbäulig gewesen seyn. Heunt um l l Uhr hat man den Husarn, der letzhin in der Labach ertrunken ist, gfun- Len, und in der Brulla begraben. Um ir Uhr war große Wachtbarad, wo 6oo Musch» ketierer und 75 Scheißär mit 40 Tamber, und der schönen Feitmusig aufzogen seyn. Der kaiserlige Herr General v. Meerfeld ist wider hier ankummen, und hat heunt in der Burg Tast geben, wo mehrere Ofizier von der Kalon des General Massen« gspeist haben. 54 Herr Gvatter ! der arme eißgraue steyri- sche Baur, von dem der Franzos gestern d' Oren gschenkr kriegt hat, ist heunt kummeu, und hat sein grösten Reichrhum zwar gfun- Len, aber hat sich nit traut selben zruck z'fo- dern. Entlich hat sich d' Frau, wo d' Oren in Kwartier waren, um den alten Man an- gnumen, und hat dem Franzosen gsagt, er soll d' Oren hergeben, witrigens sie sich beyn General bschweren wird, und auf das hat Las Franziskerl dem Kaur seine Oren zruck gschenkt. Der alte redliche Baur war äusser sich vor Freut, hat der gueten Frau auf den Knien weinent dankt, wollt ihr noch sein ganze Parscbafr von ic> kr. tckenken. die d' Frau nit angnommen hat , und so hat er seine liben Ereln ihrem ruhigen Stall zue« Sführt. 55 Achter Brief. Schon seit einigen Tagen ist immer ai« Brozes wegen ain verlohrnen französischen Ferd, die Sach war so: Ein Ofizir hat dem Knecht seines Kwar- tierherrn gschaft, er soll seine 2 Ferd inS Wasser reirren. Der Knecht sezt sich aufai- nes hinauf, nnd der Ofizir versüchcrte ihn, daß das andere selber nachlauft, aber cs seynd eben einige Scheißar in Kalop wcckgritten, und das Ferd ist mit ihnen gloffcn, daß man es nicht mehr einholen kunnte. Der Ofizir verlangte nichts weniger, als der Herr des Knechts soll ihm das Ferd zahlen, entlieh har ihm doch ein braver Herr von Labach mit einigen Dugaren das Maul gstopt. Dio Franzosen treiben bestantig Egszcssen, die man nit sagen einmal soll, 56 Bem Franziskanern in der Kirchen habens ein hilzenen Engel von Altar gnommen z» sich aufs Stro glegt, mit ein Mantel zue- dekt, und gsagt: schlaff guet Liw^en, und bey» Klosterfrauen habens der MuetergotteS ein Trumel anghengt. Den 6. May um z Uhr frueh seyn zoc> Mann, und 20 Schei- ßar abgmarschiert, und um 7 Uhr haben die Kommiser 120 Zenten Reiß, 202 Söck Ha¬ ber, 82 Stuck Or." , Kafe und Zugger Verlangt. Um 8 Uhr kam ein Adjudant von ein General auf d' Munizibalitet, und sagte daß dem General bey der Nacht 5 Ford, nngeacht er dopelte Wacht vorn Thor hat, gstohlen mvroen seyn , wosür er Zoo Duga- ten fordre, aber man hat ihm fein nichts geben. Herr Gvatter! mich haben Franzosen so brantschazt , daß ich total ruinirt bin, Awey har Stifel hab ich ghabt, und alle waren von Herumlaufen zriffen, ich hab mier also bey mein Leibschuester in der Kragga» ein bar vorschnehen lassen. Heunt schickte ich mein Kamerjungfrrl drum, und die kam weineur mit der treftligen Nachricht zruck, daß ihr d' Franzosen unterwegs meine Stifel ab¬ kauft haben. Jetz sitz ich recht in Pstfer, 57 morgen musst ich den ganzen Tag in Bött bleiben, damit mier derSchuester noch mei» rie einzigen Stift! vorschueht Um 11 Uhr war vor den Kabuzinern die Musterung der Kalon des General Messen«, und da habns z recht schöne Fahnen ghabt. Nach der Mu¬ sterung ftynd d' Soldaten gleich wider zum Schaf gloffen. Nachmittag haben 8 Fran¬ zosen hey der Schieststadr ft lang graust, bis z anghakt waren, alsdann haben sie selbe verbunten, und mit ihnen wider neue Freunt- schaft trunken. Heunt waren die meisten Wirts - und Brivarhauser gspert, unt haben sich alle französischen Fisiten verböthen. Abends hats d' Franzosen noch um yovs Maß Wein durstet, auch seyn die 5 Ferd, die dem General hetten sollen gstohlen wor¬ den ftpn, auf den Märast gfnnde» worden. 58 Neunter Brief- Den 7. Mey. Weil ich heunt aus wichtigen Ursachen nie ausgehn kann, so wird mier mein Labacher Gvayer , der Sösseltrager, d' Neuigkeiten z'satn kragen. Um z Uhr haben die Trubben angfangen auszumarschieren,; unt das hat bis um halb 5 laurt. Die ganze Messenische Kalvn mecht Leileifig koüoo Man starg sein. Um 6 Uhr kam der General Barntod aus Görz wider hier an. Heunt wurren die z Kirchen, wo d' Franzosen drin glegen seyn, nit ausgemacht, sie miessen erst > omal ausgrieben werte». Ein neues vortrefliges Hausmittl hat heint mein Trager von den Franzosen glernt. Da¬ mit sie keine Läus krigen, so Tragens ein 59 franellenen Fleg uw der» blosen Leib, wenn der voll ist, so waschen sie ihn aus, «nd wenn er a^c z' vol ist, so werfens ihn weck, und nehmen ein neuen. Solche Rutera ha¬ bens dein Kabuzinern genug zruck glasten. In der Klosterfrauen Kürchen ist nichts gruniert worden, weil der General Viktor ein Wacht zum Hochaltar hingestellt hat. Drey General waren im Kloster einkwarticrt. Heunt Abents wirt Bal in Retudensal, es seyn die Bileter schon ausgetheillt, unt wenn meine Stiferl fertig werten , so geh ich auch hinauf. Auch sol heunt Komedi seyn, es ist ein vortreflige Lrup von ü Schauspilern ankummen. Herr Gvatter! mrs der g.rnze» henntigcn Lußbahr- keit, aus der Komedi, unt aus den Bal wirt nichts, es ist eben d' Nachricht ankume rnen, daß d' Scheifiar in Dorff Möten, ober Sr. Feit ein Freybal göben haben, sie haben 5 Bauren erbärmlich z'sam ghaut, wovon 2 auf der Stell tod bliben, der zte hat ein Hant verloren, unt die 2 übrigen srynt auch gfehr» lich pleff-rt. Wär mechten also liber weinen als Tanzen. Au Tschernutsch seyn heunt auch 2 Bauren von den Franzosen grob mis- hantelt Worten. 6o Den 8 Mey frueh um 2 Uhr haben einze- lige Trubben zu Zv unt Zc, Man angfangen weck z' marschieren, unt um 7 Uhr ist der Rest auch dein Tempi hinaus. Mem Segen wirr sie auf den Weg begleiten. O Herr Gvatter! wie wohl ist mier jetzt, weil wir einmal ganz von den abscheiligeN Volg loß seyn. Ich hab schont wider ein neus angnehmes Amtl bekumen, ich muß 6c> Menscher z'sam suechen, daß sie die Kabuzi- nerkürch ausreiben. Alles ist heunt bschaftigt die Häusel von den franjüsin-l"" z' ->>->, «int ausr z'rauchen. Um zsg. auf 12 Uhr Mittags kam in der Kasserm Feur aus, unt in 2 Stunt drauf hat es in k. k. Tawakamt auch heftig angfangen -z' brennen. Dieß hette unser Un- g'ük ganz voll machen könnnen, wen nicht die lhetigste Hilf aller Labacher gleich anfangs die Flame gedempft het. Wpher dise beyten Feur enrstanten seyn, kan man mit Grunt nit sa¬ gen, so vil ist aber gwiß, daß in den Iimern diser beyten Gebau noch das Stro war, weil d' Franziskerln drin glegen seyn, unt daß man untern Srro eine Menge franzesische Da- Sl trvnen gfunten hat. Drauf ist gleich der Vesel goben worden, alle Heiser,, bsvnderS die kaiserligen gnau zu fisitire» , unl alles Stro aus der Statt zu schaffen. Abents ist bubliziert Worten, daß in jeden Haus wegen Feursgfahr einer wachten soll, aber Gott lob, es war alles ruehig. Um halb 6 Uhr Abents ist der kaiserlige Herr Gen¬ ial Meerfeld, der vor einigen Tagen wider hier eintrvffen ist, mit 6 franzesischen Schei- Har, die er zu seiner Beteckung hier behielt, nach Triest abgirisi. Um 7 Uhr kamen schon z kaiserlige Hrn. Osizir an, welche für un¬ sere Armee Vrot, Fleisch, Fmerasch, unt Kwartier bestellten. Herr Gvatter! das beste ist, daß die Franzosen kein Gelt von uns ver¬ langt chaben, aber wenns eins braucht haben, so habens ein bar Faß Wein, ein bar humere Söck Getraid in Rekwisition gsetzt, die habens aber gleich wider um ein Sportgelt verkauft, unt so seyns mit schenster Manier zum Gelt turnen. Jetz lob der Herr Gvatter recht wohl, und grieß mier der Herr Gvatter die Frau Gvatterin unt meine 2 Kastreindeln- Labach den 8- Mep 1797,