Isreitag, dm 12. ZSnner 187Z. XI. Jahrgang. Die „Marburger Zeitun in» a" erscheint jeden Sonntag. Mittwoch und Freitag. Preise — für Marburg: ganzjährig 6 fl., halbjährig Hau» monatlich 10 kr. — mit Postversendung: ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 fl., viertel>ährig Z fl. Ins » fl., vierteljährig 1 fl. S0 kr; für Zustellung JnsertionSgebühr Ü kr. pr. Zeile. Jur WerantworttichKeit Koymwart's. II. Marburg. 1l. Jänner. Ist dieAnklat,e das äußerste parlamentarische Mittel gegen einen rechtsbrüchigen Minister, so muffen wir auch darauf gefaßt sein, dab bei Anwendung dieses Mittels Hohenwart sich bis zum Aeußersten vertheidigt — daß er sogar mit Waffen der Verzweiflung ficht und auch die Krone nicht verschont im Wahne, sich retten zu können — aleichtvie er sich nicht gescheut, das Gewicht der-selben in die Was,schale zu legen, als er den Plan ausgkheckt. der hochadtlig-jcsuitischen Partei zum Siege zu verhelfen. Bor seinen Richtern dürfie ein Versuch, auf diese Art die Verantwortlichkeit abzuwälzen, den Schuldigen nicht entlasten — es müßte viel mehr gerade deshalb die schonungsloseste Verur-theilung erfolgen. Des Wahrspruches der Richter sind wir gewiß — allein wie steht es mit den Anklägern? Wird das Abgeordnktenhaus die Anklage erheben? Die äußerste Linke wird den Antrag stellen, daran zweifeln wir kaum; sicher jedoch ist eS noch keineswegs, daß auch die Mehr« heit des Hauses beistimmt — nicht Hohenwart zu Liebe, sondern aus unbegründeter Furcht vor der angedrohten Bertheidigung. Entschiede wirklich dieses Bedenken, so streichen wir das GesrK über die Verantwortlichkeit der Minister auS dem Rechtsbuche Oesterreichs, so streichen wir Oesterreich selbst aus den Reihen der Berfassungsstaalen: der fragliche Schreckschuß der hochadelig-jesullischen Partei hätte Oesterreich in» Herz und zu Tode getroffen. Ueuill eton. Ein Deutscher. Von E. Nuppius. (Fortsetzung). Der Kutscher versprach, sie nach einem Hause, das ihnen zusagen werde, zu bringen; die Koffer Beider waren schnell ans Land geschafft und äußerlich aus dem Fuhrwerk placirt, lvährend Reichardt einen f^in polirten Violinkasten sorg-fällig auf den Vordersitz in daS Jl,nere stellte, und bald rollte daS Paar wieder in die Stadt hinein. „Weißt Du tvohl. Bruder Max", begann Mathilde mit einem hellen Lächeln zu dem jungen Manne aufsehend, „daß e» meine liebsten Stun-den auf dem Schiffe waren, .lveun Du Abend» Deine Geige herausholtest und zu phantasiren begannst? Da ist ein Lied von Proch: „Ziehn die lieben goldnen Sterne", das sich ganz wun« derbar schön in der Durcharbeitung machte, und ich habe oft'daS Thema sekundirt, natürlich nur zwischen den Lippen — ich meinte rrst, Du müßtest Musiker sein, bis e» später hieß, Du »värst Kaufmann —" Zur Heschichte des Hages. Morgen beginnen die Sitzungen des Abgeordnetenhauses wieder und wird auch die Adresse bald zur Verhandlung gelangen. Schärfere Worte und höhere Forderungen, als jene des Entwurfes, dürften kaum beantragt werden, geschweige denn der Mehrheit belieben.! Doch würde auch nur der Wille des BolkeS, wie er in diesem Schriftstücke Ausdruck findet, zum Gesetz erHoden und das Gesetz rasch und strenge durchgeführt, so tväre dies schon ein wichtiger Fortschritt. Die französischen OrdnungSmach er 'vollen die Regierung noch immer nicht nach Paris znrückverlegen, trotzdem bei der dortigen Wahl die gemäßigte Partei gesiegt. Die frommen Herren haben den Schrecken noch in den Gliedern — trotz tillcr „Sühnungen." Vermischte Nachrichten. (Schulwesen.) Die Berliner „Demo kratische Zeitung" kündigt an, daß sic sich der Schulfrage gaitz besonders annehmen werde und formulirt ihr Programm. Sie will eintreten: „1. Für Befreiung der Schule von der Kirche und der Theologie. 2. Für Befreiung der Lehrer von Nahrungssorgen. 3. Für Befreiung deS Unterrichts vom Schulgeld bis zur Hochschule hinauf. 4. Für zeitgemäße Ausbildung der Leh-rer. 5. Gegen jede Zeitverschwendung in der Schule. 6. Für reichliche innere Ausstattung der Schule mit Lehr- und Lernmitteln und Pfieghäu-fern für schulpflichtige Kinder mittelloser Eltern. 7. Für Erweiterung de» Schulpflicht biS zum sieb' zehnten Ltbentjahre. 8. Für Verbindung der Schule mit Jnvustrieklassen. 9. Für zwangswei. „Und daS schien Dir sich mit einander nicht zu vertragen? hat auch anderen Leuten schon so geschienen!" lachte Reichardt auf, „ich glaube die Violine trägt eine Hauptschuld, daß ich mich über das große Wasser gemacht habe, um einmal hier mein Glück zu veisuchen. Wenn es mi,? auch nicht einfällt, meinem eigentlichen Berufe untreu zu werden, so ist man doch wenigstens außerhalb des Geschäfts fein freier Herr und kann so viel Musik und andere Alfanzereien, wie mein guter Prinzipal meine Studien titulirte. treiben als man will. Brod ist vor der Hand natürlich die Hauptsache. aber ich denke, eS soll nicht lange fehlen; ich bin doch iu meinrm Geschäfte gewiß ebenso taktfest als in dem, ivaS ich zum Vergnügen treibe!" Ueber Mathildci^s Gesicht ging es bei dcn letzten Worten ihreS Begleiters ivie eine trübe Wolke; sie ivandte daS Gesicht der Straße zu. und auch Reichardt'S Ausmerkjamkkit ivurde durch das niegeseheue Treiben von Fuhrwerken und Menschen, wie es den GeschäftStheil der großen Stadt bezeichnet, in Anspruch genommen. Vor einem leidlich anständig autsehenden Hause hielt endlich der Wagen, und der Kutscher lud ohne Weiteres das Gepäck ab. Ein warmer Speisegciuch empfing die Ankommenden beim Eintreten und vor ihnen öffnete ses Turnen der Knaben und Mädchen durch olle Klaffen; dasselbe soll bei den gesunden Knaben bis zu Waffenübungen ausgedehnt werden. 10. Für unbedingte Oeffentlichkeit des Unterrichts und außer» dem — für Leitung des Schulwesens durch Fach-Männer." (Arbeitseinstellung eines Gemein d e r a t h e S.) In der Stadt Wumledel (Ober-Franken) droht ein ganz eigenthümlicher „Ausstand": ein vom dortigen Gemeiuderath gefaßter Beschluß wegen Bewässerung sand nicht die Ziöftimmung weder bei der Kreisregierung «och bei dem Ministerium. Darob entrüstet wollen nun die Väter der Stadt ihre Thätigkeit einstellen, nöthigenfallS ihr Amt niederlegen. Staats bei träge für Eisenbahnen.) Als Beiträge für industrielle Unternehmungen find im österreichischen Voranschlage (1872) 13,221.306 Gulden eingestellt; darunter an Bahnen; Lew-berg'Czernowitz 1.800.000 fl.. Franz Josephsbahn 2,000.000 fl., Rudolfsbahn 3,300.000 fl., Kaschau-Oderberger Bahn 400.000 fl., galizische 750.000 fl., mährisch.schlesische Nordbahn 900.000 Gulden, österr. Nordwestbahn 2.000.000 fl., Linz-Budwlis 400.000 fl.. Graz-Raab 100.000 fl., PrzemhSl Luykow 600.000 fl., Vorarlberger Bahn 2ö0.000 fl., Zittau-Reichenberger Bahn 70.000 Gulden. St. Peter-Linie und Villach-Briren Bahn 6SI.306 fl. verbessertes Bajonnet.) Nach der „Mllitär-Zeituug" hat ein Offizier eine wesentliche Verdes,erung des Bajonnets erfunden. Dieses Bajonnet soll beinahe um die Hälfte weniger kosten, als dasjenige; es besttht aus eine« kinzigen geraden Stücke in gewöhnlicher gor« und Länge und wird durch eine einfache Bor-richtung an dem letzten Ringe des Gewehrlaufe» derart angebracht, daß der Vajonnetstoß nunmehr sich ein großes, von virler Benutzung zeugendes Zimmer, in drffen Hintergrunde sich ein abgebrauchtes Billard und ein mit Gläsern besetzter Schenktisch zeigten. Wae den jungen Mann indessen mit dem ersten unangenehmen Eindrucke aussöhnte, »var eine junge, knappe Frau, welche ihnen mit freundlichem Gesicht entgegentrat, und ein Piano unweit des Fensters. Seine Fragen über ein passendes Logis waren bald zur Zufriedenheit beantwortet; für die „Schwester't!ab es ein hübscheS Zlmmer dicht neben der Schlasstube der Wirthsleute, Reichardt aber sand sein Unterkommen eine Treppe höher, und als nach Besichtigung der Räumlichkeiten ihm Mathilde bejahend zunickte, übergab er daS Mäd-chen und das gemeinschaftliche Gepäck der Wirthin zur besten Fürsorge, ließ sich SUaße und Nummer der neuen Heimath bezeichnen und machte sich dann nach dem Shakcipeare-Hotel auf den Weg. „DaS ist mir ein sauberer Anfang für die amerikanische Kameradschaft," rief ihm derKupfer-schmicv entgegen, alS er nach manchem Irregehen und Wiederzurechtfragen endlich am rechten Orte in daS allgemeine Gastzimmer trat; „jetzt hierher, es gibt ganz erträgliches Bier, was mich schon einigermaßen über die Zukunft tröstet, und nun ordentlich mit der Sprache heraus — wenn sich in der „Seraden" ersolAt. Abgenommen, ist dieses Bajonaet in der Hand deS Infanteristen eine gute Stichwaffe, etwa ein verlängerter Dolch vnd liegt, da der untere Theil rund ist, fest und haad-sam in der Faust. Die Befestigung an dem Gewehrringe ist so stark, daß kein Hied das Bajon-net herauszuschlagen vermag. Seiner geraden Konstruktion zufolge kann es fabriksmäßig aus Eisen oder Stahl gewalU werden, wobei durch Zeit- und Arbeitsersparniß sich die Erzeugung sehr billig stellt. Ein wesentlicher Bortheil dieses Ba» jonnets besteht ferner darin, daß es für kurze Gewehre ohne Nachtheil und Kosten um ein ve-deutendes verlängert werden kann. Marburger Berichte ^ sLehrerverein.) In der letzten Versammlung des Lehrervereins waren fünfunddreißig Mitglieder anwesend. Nach Absingung des.Nun-deSiiedes" von Mozart eröffnete Herr Prof. Do-minkusch das neue BereinSjahr mit einer herzlichen Anrede, worin er namentlich betonte, daß der Verein im Vertrauen auf die fortschritts« sreundliche Gesinnung des Ministeriums mit neuem Eifer an seine Aufgabe gehen und die Volksschule fördern könne. Herr Zaksche erstattete sodann einen umfassenden Bericht über das letzte Vereinsjahr. Herr Prof. Dominkusch hielt einen gediegenen Vortrag über den „Geist der neuen Volksschule". Der ncugewählte Ausschuß besteht aus den Herren: Professor Dominkusch, Borsteher — Kaltenegger. erster Schriftführer — Hönig. zweiter Schriftführer — Reckheim, Bibliothekar — Pfeifer, Kassier. (Landwirthschaftliche Biblio-theken). Der Ackerbauminister hat für die Steiermark vierzehn landwirthschaftliche Biblio-theken bewilligt, darunter auch für die Lehrer-schule in Marburg, für die Lehrerbibtiotheken in den Schulbezirken Umgebung Marburg und Oberburg und für die landwirthschaftliche Filiale Cilli. (Sitzung des Gemeindeausschus-ses vom 9. Jänner.) Der Bürgermeister Herr Dr. M. Reiser beantwortet die Anfrage, welche Herr Marco in der letzten Sitzung wegen eines Schüblings gestellt; dieser ist von Marburg aus in guter Bekleidung und Beschuhung weiter geführt worden. Der Bürgermeister bringt zur Kenntniß, daß die neue Stadtordnung genehmigt worden nnd daß er die nöthipen Schritte zur Bornahme der Neuwahlen bereits getroffen. ' 3n Bezug auf die Organistrung des städti- das nämlich thun läßt, sonst mag meinetwegen-laufen, was sich nicht halten läßt l" Reichardt ließ sich nach einem unbesetzten Tische fihren.' erfrischte sich und sah dann lächelnd in dos gespannte Gesicht des Andern. „Haben Sie schon ein festes Logis. Meißner?" fragte er. „Sie Wiste« doch, daß ich seit drei Stunden hier auf Sie warte?" „Gut, so kommen Sie nach dem oberen Theile der Stadt; ich weiß dort etwas Paffendes ich wohne schon dort mit meiner Schwester". Der Kupferschmied sah ihn eine Weile mit weit aufgerisientn Augen an und ließ dann einen leisen. langen Pfiff hören. ..Mit der Schwester — so?" sagte er endlich; „ich will Ihnen sagen. Profeffor, jetzt get,e ich den Glauben an die Menschheit auf und ncnne mich selber einen Esel l" Reichardt faßte halb lachend, halb ärgerlich seinen Arm. „Denken Sie denn, ich kam' zu ZHNtN. wenn in der Sache Schlimmeres tväre, als drr ersten Klatscherei unter den Utbrigen aus dem Wege zu gehen? Ihnen sage ich's, weil Sie eine treue Haut sind. Meißner, und wir möglichst lans^e bei einander zu bleibrn gedachten". Er begann in kurzen Umrissen den Sachvrrlaus seit seiner Bestellung am Abend zuvor zu erzählen und die verlaffene Stellung der Vertvaisten. die von selbst seine Unterstützung beansprucht, darzulegen. schen Gesundheitsdienstes wird beschloffen, einen Stadtarzt mit 500 st. und einen Kommunalarzt mit 800 st. anzustellen. iZrsterer hätte besonders die Armen in der Stadt, derKommunalarzt hingegen jene der Vorstädte zu behandeln und würden letzterem auch die Leichenschau. Impfung und Fleischbeschau obliegen. Die Anstellungen sollen provisorisch sein und zur Bewerbung binnen einer Frist von vier Wochen ausgeschrieben werden. Herr Dr. Waltner berichtet, daß Frau Josephe Renner, die kürzlich gestorben, den Stadt« armen 2000 st. vermacht habe. Die Funktionszulage deS Bürgermeisters soll 500 st. betragen. Gin technischer Beamter mit 800 st. Jahresgehalt und 200 st. Quartiergeld soll angestellt werden. (Aus der 48. Hauptversammlung der LandwirthschaftS-Gesellschaft.) Bon den Filialen: Mureck, RadkerSburg, Lutten-berg und Frieda» anqeregt, hatte der Zentralausschuß der LandwirthschastS'Gesellschaft den Beschluß gefaßt, die Verleihung der goldenen Gesellschafts-Denkmünze an Herrn Dr. Mulls zu beantragen und zwar „wegen seiner Verdienste um die Errichtung der Weinbauschnle und Gründung der Weinbauvereine." Die Gesellschaft erhob diesen Antrag zum Beschluffe. Die gleiche Denkmünze lvurde Herrn Novak. Dechant ia Windisch Graz Verliehen — dem ältesten Filialvorsteher. »velcher seit der Gründung der LandwirthschastS-Gesellschaft dieser angehört. (Sitzung der B ez i rk s v e r t r e t u n g vom '10. Jänner.) Vorsitzer t Herr Bezirksobmann Konrad Seidl — Schriftführer: Herr Baron Rast — Vertreter der Regierung: Herr Bezirkshauptmann Seeder. Der Obmann verkündet: Der Bezirksarzt Herr Dr. Waltner.hat in Folge größerer Amts-thätigkeit seine Stelle als Mitglied der Lezirks-vertretung niedergelegt; die gesetzlichen Erforder-niffe für den Austritt sind vorhanden, ich stelle somit den Antrag, die Erklärung zur Kenntniß zu nehmen. (Es wird keine Einwendung gemacht). Der frühere Thierarzt Herr Platzer ist zu-rückgetreten und wurde als Nachfolger Herr Franz Reibinger. Thierarzt in Luttenberg gewühlt; Herr Reibinger wird nächstens hieher überfiedeln und wird leine erste Arbeit einen Entwurf zur Hebung der Rindviehzucht betrrffen. DaS Landesgesetz vom 15. Dez. v. 3. über das Schubwesen legt dem Bezirk neue Lasten auf — nämlich die Tragung jener Kosten, welche „Sagen Sie mir nur", frug der Andere, das Kinn in die Hand stützend, „sind Sie in das Mädchen verliebt?" Reichardt sah zwei Sekunden wie nachdenkend vor sich hin. „Verliebt nicht. Meißner, aus mein Wort nicht", erwiderte er dann, „ich hatte vom Anfange e»n lebendiges Interesse an ihr genom-men, weil sie etwas so Besonderes war; daS ist aber auch jetzt noch AileS!" „Gut, so ist sie verliebt in Sie — glauben Sie mir l und ich möchte Sie doch sragen, was am Ende daraus werden soll. Haben Sie denn noch nicht an die schwachen Stunden gedacht, die bei einer solchen Bluder- und Schwestergeschichte ganz von selber kommen »Verden? Laufen lassen, waS sich nicht halten läßt, nicht wahr? Csmöchte Ihnen freilich siir den Anfang schmecken; aber was denn dann? Heiratizen in Ihren jungen Jahren und sich auS purer Menschenliebe die ganze Zukunst verderben?" Reichardt schüttelte lächelnd den Kops; „'S ist keine Gefahr von der Seite. Meißner," erwiderte er; .wenn ich auch einmal schwärme, so bin ich doch im näliern Umgang mit Frauen mehr als kalt, und ich k^nn Ihnen sagen, daß ich trotz meiner zivanzig Jahre und trotz mancher gebotenen Gelegenheit. eS noch nicht zu einem einzigen wirklichen LiebeSverhältniß habe bringen können." vom Tage der AnHaltung des Schüblings bis zur Fällung des SchuberkenntniffeS erwachsen. Vom LandeSauSschuß ist bereits eine Belehrung über diese Frage versandt worden mit der Aufforderung an die Bezirksvertretungen, den entsprechenden Betrag im Boranschlage anzusetzen. Der BezirkSanSschnß hat diesen Betrag unter dem Posten: „Verschiedene Ausgaben. . . . 1000 st." eingestellt, weil noch kein Anhaltspunkt für die Größe der Ziffer vorhanden. Der Landtag hat dem Laot^sausschuß einen Betrag zur Unterstützung der Blinden bewilligt und zwar in der Höhe von je 25. 15 und 5 st.; auf den Bezirk Marburg kommen 230 fl. und hat der Bezirksausschuß diese bereits vertheilt. Die Gemeinden Jahring und St. Jakob verlangen die Errichtung von Postämtern und wünscht die Postdirektion in Graz deßhalb eine gutüchlliche Aeußerung. ob Jahring oder St. Jakob bevorzugt werden soll; die BezirkShauptmann-schast hat sich für St. Jakob erklärt, der Bezirks-auSschuß glaubt aber, daß Postämter in Jahring und St. Jakob zu grüni)en seien. Vom Handelsministerium ist d^r Südbahngesellschaft der Auftrag erthcilt worden, die Haltstelle Ä. Magdalena in eine Station für Personen und Frachten nmzuwandeln; die Gesell» schast hat aber noch keine Vorbereitungen getroffen, diesem Befehle zu gehorchen. Nach diesen Mittheilungen deS ObmannS stellt Herr Baron Rast den Dringlichkeitsantrag. eine Petition an beide Häuser des Reichsrathes zu richten um ein Gesetz gegen den Mißbrauch der Kanzel zu politischen Agitationen. Nachdem dieser Antrag genügend unterstützt worden, begründet Herr Baron Rast denselben ausführlich; er sagt unter Anderem: Dnrch die neue Lehre von der päpstlichen Unfehlbarkeit ist namentlich in einem Theile Deutschlands eine Betvegung entstanden und haben sich die Altkathollken von den Neukatholiken getrennt. Die Agitationen deS KleruS haben das daierische Ministerium veranlaßt, ein Gefttz in Borschlag zu bringen, nach welchem der Mißbrauch der Kanzel zu politischen Zwecken mit Gesängniß bis »u zwei. Jahren bestraft werden könne. Der deutsche Reichstag hat zu Gunsten dieses Gesetzes entschieden. Als man in Oesterreich hievon Kenntniß erhielt, petitionirten sogleich mehrere Städte und Landgemeinden um Einführung eincs solchen Gesetzes. Die Bevölkerung der unteren Steiermark leidet ganz besonders unter den Bestrebungen der klerikal - nationalen Partei und benützen die Seelsorger die Kanzel zu politischen Agitatio- ,Auch gut. tvenn Sie das auch einem Andern nicht erzählen dürften!" brummte der Kupfer« schmied, „ich will'S Ihnen glauben, und um so eher kann ich Sie fragen: Haben Sie denn schon an den Lebensunterhalt über die nächsten paar Wochen hinaus gedacht? Sie selber haben mir einmal ges^'gt, daß bei Ihnen das Geld eben so wenig dick sitze, als bei mir. und daß Ihre EmpsehiungSbriefe Ihr Haüpthalt seien— wissen Sie denn, ob sie etwas hat und ob sie irgend eine Arbeit v?rfteht, die hier zu Lande sich bezahlt? Ich habe in beiden Punkten meine leisen Zweifel; sie war auf dem Schiffe so wenig ver-proviantirt, daß ich eigentlich kaum weiß, wie sie hat durchkommen können — und wenn die andern Frauenzimmer die faule Zeit benutzten, um zu stricken oder sonst fi»r sich etwas zu arbeiten, war sie immer daS „gnädige Fräulein", daS spa-zieren ging oder die Sterne bei Hellem Tage suchte — wollen Sie sich denn au» purer Gut-müthigkeit eine Last auf den HalS laden, der Sie, wenn Sie nicht sehr viel Glück haben, kaum ge-wachsrn sein können?" „Werden duS AlleS srhen. Meißner; heute wenigstens will ich mir noch keine Sorge Machen l" erwiderte Reichardt, seine Haare zurückstreichend, „jetzt ist nur die Frage: wollen Sie mit mir zusammenwohnen, bis jedes seinen rechten Weg gesunden hat?" „Soll mich der Himmel bewahren, ich bin kein Mensch für Frauenzimmer und würde der nen. Ss ist daher vothweudig, dat die BevSl-terung auch hier ihren Willkn kundgibt, daß sie durch die Vkzirksvertretun^, eine Petition gegen den fraglichkn Mißbrauch an beide Häuser deS ReichsrathtS sendet. Nachdem sich die Versammlung einstimmig für die Dringlichkeit ausgesprochen, erklärt der Obmann, der Bezirksausschuß habe diesen Autrag geprüft und da der Geschäftsordnung gemäß über einen DringlichkeilSantrag noch in der betreffenden SiKuug Bericht erstattet werden müsse, so frage er. ob die Versammlung einen besonderen AuS-schuß hiemit betrauen oder sich mit drm Antrage dtS Bezirksausschusses begnügen wolle, welcher Antrag dahin gehe, die Bezirksvertretung wolle beschließen: 1. eS sei eine Petition im Sinne des Antragstellers an beide Häuser deS Reichsrathes zu erlassen. 2. Der Bezirksausschuß werde er« mächtigt, diese Petition unter Zuziehung dcs Antragstellers zu verfassen. Diesem Antrag stimmt die BertrUung einmüthig bei durch Erheben von den Sitzen. Der Obmann erstattet Bericht über den Antrag des BezirtSauSschuffeS. 1672 das Schulgeld für sämmtliche schulbesuchende Kinder deS Be-zirkes im vollen Betrage auf die Bezirkskasse zu übernehmen. Im vorigen Jahr habe di- Bezirks-Vertretung dies bereits gethan; jetzt sei auch vom Landtag ein Gesetz beschossen worden, welches die Bezirksvertretungen berechtigt, daS Schulgeld auf die Bezirkskasse zu übernehmen und habe der Landtag 184.V00 fl. gewidmet für die Ausgaben. wellhe dadurch dem LandeSfond erwachsen; denn nach diesem Geseke werden jene Kosten, die 10^/^ des SteuerordinariumS überschreiten, vom Lande getragen. 3m verflossenen Jahre haben die Schulauslagen des Bezirkes 17^/a ausgemacht; jetzt beliefen sie sich aber auf 10"/^ — waS darüber, zahle der LandeSfond. ES liege daher im Interesse jedeS Bezirks, das Schulgeld auf die Bezirkskaffe zu übernehmen; ein Bezirk, welcher dies nicht beschließen wolle, sei schlechter daran, da ja doch die Steuerzahler desselben auch zum Landesfond beitragen müssen. Uebernähme die Bezirksvertretung daS Schulgeld auf die Bezirks-kasse, dann beliefe sich die Ausgabe — 10^/^ — auf 1K.677 st., den Rest, —16.Süü fl. L8kr.— trage der LandeSfond und würde ohne letzteren der Bor-anschlag über die Schule 21^/g ausmachen. Der Antrag des Bezirksausschusses wird angenommen. Zur Verhandlung kommt der Beitrag ar» Lehrer, welche keine Unterlehrer haben. Der Obmann betont, daß solche Lehrer mehr beschäftigt Gnädigen meine Meinung gleich ganz grob herausjagen!" erwiderte der Kupferschmied in sichtllchem Aerger; „man geht nicht nach Amerika, ohne daß man nur weiß, waS dort anfangen, und hängt sich endlich an den ersten hübschen, jungen Menschen —" Reichardt griff nach seiNlM Hute und erhob sich. „Laffen Sie das Schimpfen!" sagte er, „ich hatte Sie für einen andern Menschen genommen, als der Sie sind. Meißner, und es ist nichts weiter nothwendig, als daß wir uns Adieu sagen —" „Seien Sie meinetwegen böse, ich kann mir nicht helfen l" unterbrach ihn der Andere, „ich muß mich ärgern, daß mir daS Frauenzimmer melne erste Freude im neuen Lande veidirbt. Leben Sie wohl. Professor, denn zu rathen ist Ihnen doch nicht; glauben Sie aber, daß mir die Stundeu immer die liebste Erinnerung sein tverden, in denen Sie uns auf dem Schiffe die Quartetten einpaukten l" Er hatie sich erhoben, faßte mit einem let)haften Drucke Reichardt'S Hand und wandte sich dann drm Hintergründe des langen Raumes zu, unter den üiirigen Gästen verschwindend. Reichardt hatte ihm mit einem Kopsschütteln nachgesehen und wandte sich dann langsam dem Ausgange zu. Er war sich vollkommen klar, daß der Kupferschmied für die Dauer keine Gesellschaft für ihn gewesen wäre, demohngeachtet that ihm sind, als die Oberlehrer. Im Bez!rk' gebe es fünf Schulen dieser Art: St. Georgen. Witschein. Ober- St. Kunigund. Unter-St. Kunigutid, Heil. Kreuz. Im vorigen Jahr habe man den Lehrern an diesen Schulen eine Funktionszulage auS Bezirksmitteln bewilligt ; der Bezirksausschuß bean-irage dieS auch sür 1872 und zwar wieder in der HSHe von je b0 fl. Diese 250 fl. seien bei den Schulkosten nicht eingerechnet worden. Die Versammlung beschließt nach dem Antrage. Ueber die Stiftplätze an der Weinbauschule erstattet Herr von Gasteiger Bericht. Bor der Errichtung der Weinbnuschule sei auch an die BezirkSvertretlmg die Anfrage gestellt »vorden, ob sie einen Beitrag leisten wolle; am 10. Dez. 1867 habe man beschlossen, drei Freiplätze für zehn Jahre und zwei für vier Jahre mit je 120 Gulden zu stiften, sich aber das Recht der Beset« zung vorzubehalten. Der Landesausschuß wolle jetzt der Bezirksvertretung nur daS BorschlagS-recht zugestehen, daS Ernennungsrecht jedoch selbst ausüben. Die Bezirksvertretung beabsichtigt, Be-tverber auS dem Bezirke zu begünstigen; in Folge der Erklärung deS LandeSausschusseS werde aber die Sache fraglich. Gegen die vom LandeSaus-schuß geforderte Prüfung der Bewerber durch den Direktor sträube sich der Bezirksausschuß nicht, wohl ober sei er der Ansicht, der frühere Beschluß müsse aufrecht bleiben. Herr Direktor Perko wünscht die Zahl der Freiplätze beizubehalten und meint, bezüglich deS CrnennungSrechteS ließe sich jeder Besorgniß vorbeugen durch die Bestimmung, daß diese Plätze nur an Bewerber auS dem Bezirke düi^fen ver-liehen werden; der Landesausschuß sei dann durch den Vorschlag des Bezirkes gebunden. Die näm» liche Ansicht werde sich höchst wahrscheinlich in allen Bezirken geltend machen. Der Antrag deS Herrn Perko wird zum Beschluß erhoben. (Schluß folgt.) (W ei n ba u v e rei n.) SamStag den 13. Jänner Abends 7 Uhr ivird im Kasino die GründungSversammlung des WeinbauvereineS ab-gehalten. Bon dem StaatSbeitrage — S00fl.— welchen das Acterbauminifterium zur Förderung dieser Bereine im Jahre 1872 bewilligt, sind für die Vereine in Marburg, Pettau und RadkerS-burg je 120 fl., für Mureck ü0 fl. bestimmt und sollen um diesen Preis Neben zur Bertheilnng an die Mitglieder angekauft weeden. Die W.-Fei' stritzer und Gonobitzer sind Willens, keinen selb. stänUgen Verein zu gründen, sie werden sich dem hiesigen anschlteßkn. Bei der hohen Bedeutung der Weinbauvereine im Allgemeinen und des Marburger Vereins nach Errichtung der Weinbauschule insbesondere ist eine zahlreiche Betheiligung zu wünschen. ?it Herreuliedertasel des Marburger Miluner-gesaug-Vereine, am 5. Iiinuer 1872.*) Wie vorauszusehen war. so zeigte sich für dieses Unternehmen eine allgemeine Theilnahme unserer Herrenwelt, welche nur ermiulternd auf den Verein rückwirken konnte. Daß dieß auch der Fall gewesen, ergab sich aus dem eifrigen und tüchtigen Vortrage aller vom Vereine gesungenen Lieder, von denen wir besonders hervorheiien: Gumperts „Ja dem Him-mel ruht die Erde", in welchem Herrn Großbauer Gelegenheit geboten war, sich durch sein Tenorsolo auszuzeichnen — und Schmelzer's „In Summa". dessen Baritonsolo in Herrn Dr. Duchatsch seinen Meister fand. Die deklamatorisch-komischen Vorträge der Herren: Professor Schaller, Schau-lpieler Stanzig und Peter waren trefflich in Auf-sassung und Wirkung. Ein neues Vereinsmitglied, Herr Adjunkt Rudolph Bäumen, bewies eine seltene Fertigkeit im Fortepianospiele und könneu wir dem Bereine zu dessen Beitritte herzlich Glück wünschen. Was schließlich die Durchführung des Uu-ternehmens betrifft, so zeigte der damit betraut gewesene Herr Hetzmaneder nicht nur großen Ei-fer. sondern auch Verständniß in solchen Mngen und müssen »vir insbesondere der Veranstaltung der „JuLlotterie" sehr lobend gedenken, deren Ausstattung eben so reichhaltig als hübsch und zweckentsprechend war. Der Turnverein war fast vollzählig erschienen und war überhaupt der Besuch sehr zahlreich. Wir glauben, daß der Männergejongverein mit der öfteren Veranstaltung solcher Abende das Richtige getroffen und sich der steten Thetlnahme aller Freunde des Gesäuges und der heiteren Ge-selligkeit versichert halten darf. S. *) Durch Zufall verspätet. Die Red. Letzte Most. Die Kler^alen in Ober Oesterreich drohen ..V' Bauernaufstand, Venn den Alt-katholiken in Stied die Benützung der Pfarr-kirche erlaubt wird. Die italienische Stegiernng ist durch die K'krutenaushebung in Rom sehr zufrieden der rasche Abschied fast leid, und je weiter er oeu Weg nach seiner neuen Wohnung verfolgte, je mehr wollten einzelne Aeußerungen deS Reisegefährten einen Schein von absoluter Vernunft annehmen. Seine Baarschaft war auf kaum mehr als zlvei Monate Unterhalt berechnet und von Mathildens Verhältnissen kannte er durchaus nichts-^ demohngeochtet. wenn er sich ihre ganze Haltung zurückrief, erschien eS ihm unmöglich, daß sie sich einzig auf »eine Sorge für ihren vorläufigen Unterhalt Verlassen haben konnte; und je mehr er sich des Mädchens ganzeS Wesen ver-gegenwärtigte, je mehr empfand er auch wieder den Zauber, deu sie ivählend der langen Reise auf ihn ausgeübt, und deS Kupferschmieds Voraussetzungen begannen sich in lvahre Lasterungen zu verwandeln. Als er sein BoardinghauS wieder erreicht, sandte ihn die Wirthin nach dem Zimmer der „Schwester", die längst auf ihn warte, und den Eintreteuden empfing dort bereits der süße Duft, ivelcher mit jeder eleganten Frau in ihre Wohnung einzuziehen scheint. Mathilde, ivelche die Straße beobachtet zu haben schien, eilte mit einem klaren Lächeln auf ihn zu und führte ihn nach dem zlveiten Stuhl am Fenster. Ihr Gesicht hatte hatte anFrische und Lebendigkeit geivonnen, ihr Auge leuchtete ihm in einem ungewohnten Glänze entgegen, und Reichardt meinte erst jstzt den Reiz, der in ihrer Erscheinung lag, ganz zu empfinden. „Ich denke, wir sind ganz gut angekommen," begann sie, „wennigstens scheint mir die Wirthiu eine so gutmüthige Seele, daß sie Alles thun wird, um mir die Wege für eine künftige Ezisteuz , zu zeigeil — und jetzt, Bruder Max. wollen wir gleich miteinander voll in'S Klare kommen. Du wirst mich nicht fragen: lvoher kommst Du. uud was bist Du gewesen? Ich habe seit heute Morgen abgeschlossen mit der Vergangenheit und bin nichts als Delne Schwester!" Sie reichte ihm die Hand, zog sie aber mit einem Lächeln voll leichten Erröthens zurück, als Reichardt fest seine bei-den Hände darum schloß. „Brod. sagtest Du, ist vor Allem die Hauptsache." fuhr sie fort, „und ich tvill gleich gestehen, daß mich damals über die Frage, »vie eS zu erlverben, eineArt Bangigkeit überlaufen hat — ich will arbeiten mit allen Kräften, ich verstehe Mancherlei; aber ich weiß, daß ich bei Beschäfiigunt^en, die aus dem Men-lchen eiue halbe Maschine machen, zu Gruude gehen ivürde. Ich habe nie mit der Nadel in der Hand auf dem Stuhle aushalten können — tS mag daS schlimm scheinen in einer Lage, wie Meine jetzige, aber ich denke, ich tverde darüber hinauskommen. Ich verstehe französisch, ich habe ulS vorzügliche Vorleserin gegolten, ich habe eine Schulbildung, die mich wohl zu einer Lehrerin befähigt — wir werden ja s.hen. heute will ich mir den Kopf noch nicht damit schwer machen. Fortsetzung folgt. Z. 1SS7g. Edikt. 49 Vom t. k. Bezirksgerichte Marburg wird be-kannt gemacht: ES seien in drr Exe^tionSsache deS Hrn. Heinrich Eol. v. Gasteiger durch Hrn. Dr. Berzs gegen Hrn. AndreaS Nudl in Marburg pto. 10.000 fl. s. A. zur Vornahme der Feilbie-tung der Realitäten: a) L. Nr. 168 s.ä Magistrat Marburg im Sc^werthe pr. 26.641 fl. 20 kr.. C. Nr. 171 aä Magistrat Marburg im Schäh-werthe pr. 19.063 fi. 60 kr. und d) Urb.Nt. 8 aä PfarrSgllt GamS und B.Nr. 895 aä Burg Marburg im Schä^werthe pr. 9151 fl. 44 kr. die neuerlichen Tagsaßungen auf den 19. JSnuer, SV. Februar, 2V. u. LI. Mörz 1S72 u. z. die erste und z«veite dieser Bersteige-rungS-Tagsatzuugen bezüglich der Realitäten 8ub a u. d in d,r hierortigen AmtSkanzlei. die dritte BersteigeruugS-Tagsatzung betreffend^ die Realitäten sud s. am 20. März 1872 an Ort und Stelle derselben in der Kärntnergaffe zu Marburg, betreffend die Realitäten sub b am 21. März 1872 an Ort und Stelle derselben zu Posruck, jedesmal um 10 Uhr Bormittag angeordnet, und eS erfolgt die Veräußerung dieser Realitäten bei der dritten VersteigeruugS-Tagsatzung auch unter dem oben angeführten Schiitzwerthe. Jeder Lizitant hat vor dem Anbote ein Ba. diu« von 10^»/« deS SchStzwertheS zu Händen der LizitationSkommission zu erlegen; die übrigen Li-zitationbedingnisie können Hiergerichts eingesehen oder in Abschrift erhoben werden. Marburg am 5. November 1871. Mzitatio«» - Mit Bewilligung des k. k. BezirkSgerichtkS Marburg ddo. 1. Dezember 1871 Z. 20169 werden am Samstag den IS. Janner 1872 Bormittag vvn V—I»Uhr in dem Cduard Girstmayr'schen Hause. Biktringhofgasse zu Mar-bürg, SV Startin Pupillar Weine verschiedener Jahrgänge ohne Gebinde gegen gleich bare Bezahlung deS MeistboteS im Lizitationswege ver-kauft, wozu Kauflustige hiemit eingeladen werden. Marburg am 5. Jänner 1872. Der k. k. Notar alö GerichtSkommiffär: 19) Dr. M. Reiser. _ Im Vati Merkur" Hauptplatz, 1. Stock, sind vom I.Jäqner 1872 an nachfolgende Zeitungen um den halben PrünumerationspreiS zu vergeben: Deutsche Zeitung N. fr. Presse — Fremdenblatt — Figaro — Kikeriki — Floh Marburger Zeitung — Ueber Land und Meer — Gartenlaube — Fliegende Blätter — TageS-Post — Hanns Jörgel — Böse Zungen. 1 1 elegante Wohnung im 2. Stock und mehrere «vHvttlkV find zu vergeben bei Zontana ^ Grtllwitzer. (52 III»vIiusck«rt«r Zllatz-Extract mit Nülkficht auf die Aussprüche voa Pros t)ppol»or und llvllor a« der Wiener Klinik, mit der IRttßr^schen ^ Vicht ZU verwechseln, besser als alle anderen^eht im Handel vorkommenden Mch-Cktrakte. — Aus ii Ausstellusgen prämiirt. — Für Abzehrende, Schwache, besonders I^iANAv»»» und IRaI»krai»k« IkL. Wohlschmeckender Ersatz des schwer verdaulichen Leberthranes nach Prosrffor Nie-meyer in Tübingen, nebst Skoda Deutschlands bedeutendster Lungenkliniker. 736 l. Qual, so, 75, 35 kr., fl. 1.10; II. Qual. 30, 45 kr. Anerkennung: „Ihre Malzeztrakt-Bonbon» nebst" „Ihren anderen Malzprodutten haben sich trefflich b e-" „währt; sie wären Allen, die viel sprechen müs«" „sen, sehr zu empfehlen. 2. Steinko, Koope rator" „in Böhm. Röhren, Post Kuschwarda. Depot für Al»rdurK bei k'. ^ollvtaiL, Wilhtlmbdirfer Mljpridikte» Fabrl» voll jos. Xittkoslo ^ Lo. (V/^iou). kerlize LörrsMöiäsr uva Gt»a'e zur Anfertigung in xro88er ^ii8val>I ompüslilt (790 von Wtinftti«, Hader«, Tuch- und Lederabflllt«, alt und neu, alikm Jin», Mtising, Kupfer, alle» Saltunge» ^Fellen und Sorften. Jakob Schlefinger, Manufaktur- und ProOukttnhändler, BurgplaK S. Eine Engländerin wünscht Unterricht in der ensilischen Sprache zu ertheilen. Näheres im Comptoir d. Bl. (41 Grummet u. Haferstroh M« Kllim»mi vsräsQ vaell Qsuestsm amsriIcs.Qis<:1zsm in Vullcauib sodovevÄ uuä alle 2k^ImoxvrKti«»nsQ otius uu<1 mit Aar-oo>o, so vis aueli ?1omdjrnnxon Loiioneuä voU^ogev vom 16) prslctisel^er iu 0x^2. Oräinirt: vom 10. ä. 1!l^. im Lotvl „Glück «nd Segen bei Cohn!" ! Orosse vom Ltaate Hamburg xarautirts (Fslälotteris von ükor t Million «?«,««» Thalee. Diese Vortheilhafte Eelö-Loiterie ist nener-^ dingS wiederum durch Gewinne bedeutenv ^vermehrt, sie enthält nur AS.SßVßV Loose.> und werden in wenigen Monaten in 6 Ab-! theilungen folgende Gewinne sicher gewonnen, nämlich 1 Gewinn eventuell 100,999 lhlr., spez. Thlr. 60.000, 40,000, 20,000. 16,000.^ 12.000, 10,000. 2mal 8000, 3mal 6000. 4mal 4800, Imal 4400. 4mal 4000, 5mal! 3200. 7mal 2400, 21mal2000, Smal 1600,l Aömal 1200, 102mal 800. 5ma! 600, 3mal '480. 205mal 400. 255mal 200. bmal 120 !375mal 80, 131S8mal 44. 40, 126ö0mal 20. 12, 8. 6, 4 & 2 Thaler. Die Sminn-Ziehnng der II. Abtheilunfl 'ist amtlich auf den (802 »festgestellt und kostet hierzu das ganze OriginallooS um 7 st. ö.W. !daS halbe „ nur Z V» „ „ »»aS viertel „ nur I V« „ „ und sende ich diese Original-Loose mit Negier ruugSwappen (nicht von den verbotenen Promessenl oder Privat-Lotterien) gegen frantirte Emsendung des Betrage» in Banknoten, selbst nach den ent^ ferntesten Gegenden den geehrten Auftraggebern sofort zu. Die amtliche Ziehungsliste und dir Vtrsradllug drr Vrviii«gttdtr erfolgt sofort noch jeder Ziehung an jeden de Betheiligten prompt und verschwieaen. ' Mein Geschäft ist bekanntlich da« Aeltefte un^ Allergliictlichfte, indem die bei mir Bechettigte»^ die arbKten Hauptgwinne von Thal. IVVMV, 60.V00, 50.000, oftmal» 40,000, 20,000. sehr häufigl 000 Thaler, 10.000 Tl»aler ic. ». und jüngst in den im staitgehabten Ziei »Hungen die iiHvSA^r»»liHS von »»der und schon wieder am ^ so. 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HV^vI-oni-evu«? «vi- ZKrZLÄKIunjxvn un«ll ^iiLsÄtS!«?. ^WD 8omit i8t ä,vso«ooI,onsvI,M nuklivk unä losons^ortl, fUr jvllo8 »aus unil joöo sssmilio. 8i« ist I'/, — 2 Vogen starll unli suf ilss Llogsntegto ausgs8tsttot. I^»ok6sm äis ^k'ivav-ivUen Llüttor" vsi-möxv 6es äusserst dillixvu kreivss uaä äsr xösokmsekvoUsu ^uoränuvx ävr Ill>or»to dorsit» »Il-sitix >u vvr<1su, örsvdvilisll vis ad 1. ^änusr uut^sr ^itsl: „Ainanzielle Wkätter" und „Allgemeiner Anzeiaer" ^ ^ ^ . vvä vsdmvv »oäunv »Uo vis iwmvr xsartvtsu lassi-ats »ut. - Im vorin ^vkuuiixs., Dlsustdiswusss-, llsus- uuä ««»tt- tKtov-Vvrk»ufs»n-sis^vQ u. ». k. Hvirksam ?!at2 kr»äeu Icöllnsll, virli vius 2silv mit nur Itr. dsrsokust, okvo 6»sg sivs vtsuvr ru ol»tr»oQtöa »st. Pränumerationen und Inserate werden annenommen: Herrengasse l