Latbacher Zeitung. W6 «5 den 21. Dezember. ^ '^ p)ien den io. Dezember ^ie k. k. privilegirte Lotten«' ioll nur bis auf den 27. Oktober künftigen Jahres bestättiget seyn, sodann aber ararisch gemacht werden. Für künftiges Iabr sind wieder 3 große Lager, nämlich zu Pettau, Pest, und Iglau, festgesetzt. Bet jenem zu Pettau, welches schon Mi Monat May anfangen soll, werden Ihre Majestäten, der Kömg und die Königin von Neapel ge-Zenwartig seyn. Diese Mcrlwcb-sten Herrschaften werden aus Nea-pel zur See in den Hafen von Fiu-we einlaufen, wo zu paradieren, und ibre Majestäten zu empfanqen/ 2 Battaillons von den Karlstädtern beordert seyn sollen. 2« einer lGarde für beide königl. Majestäten sollen 2OOO die schönsten Leute von den Grenadieren ausgesucht werden. Die Regimenter, die sonst beim hiesigen Münkendorfcrlager waren muffen bis bufdas Grosherzog von Toskana Dragonerregiement nach Iglau/ das Dragonenegiment aber in das Pesterlager marschieren. ' Der Hr. Baron v. Swieten arbeitet daran, die einem kindischen Volke notluge, sonst aber sehr übcrftüßige Anstalt einer Bücherzensur vollkommen aufzuheben, besonders, weil mit unter viele Eigenmächtigkeiten der Censoren ein-schleiche»/ welche über ihre Pflicht nie ganz aufgeklart werden können. Seit einiger Zeit erqiebt sich hier und überhaupt in den kaiserl. Landern ein Mangel an Leder, es H hat daher die hiesige Lederzunft, e>ß ::en Ausschuß nach Trieft abge-!" schikt, um alldort einen Vorrach an den nöthigen Ledcr.gattun,qcn an-zukauftn, und.einige Bestellungen zu machen. l Das am 30. vorigen Monats bei dem spanischen Vothschafter gehaltene Ballfest ist überaus prächtig ausgefallen. Die Gesellschaft^ bestand aus 318. Personen von hohen Adel, Pracht und Niedlichkeit in der Bedienung, dann die seltsamste köstlichste Gerüchte streitet tcn am Geschmak in die Wette, l Unter allen soll das Desert an der^ Tafel Sr. k. Hoheiten sich aus-i gezeichnet haben, wovon nock) kei-l rics von dieser Art in Wien auf-j getischt wurde. Die Säulen wa-j rcn von schönsten Alabaster, alle-Girlanden von ausgesuchter Kolo-! rit, uno der Boden anstatt deni Spiegeln von prächtigster mosaischer Steinardeit Ende Iunius in künftigen Jahr wird der König und die Königin von Neapel sicher hier erwartet. Se. Majestät wollen selbe nach Brunn und Ofen führen, wo überall Feste angestellet werden sollen. In Wien soll ebenfalls ein überaus prächtiges Fest bestimt werden. Die kaiserl. Reitschule wird ausgeziert , zum tanzen hergerichtet, und bekommt eine Komunikation mit beiden Nedoutensalen, welcbe zum Speist« und Reftlskmen be- stimmt seyn sollen. In dem Wald oie Hochleutcn genannt/ im Pra-tcr, und. im grossen Thiergarten bei dem Auhof werden grosse Jay-den veranstaltet, und mit der kleinen IaZo, von der Sc. Majestät der ^önig ein großer Liebhaber ist, wird zu Holitsch und auf den schönen Teichen in Mähren die Veranstaltung getroffen. Die Höft 3uire von Neapel soll aus 122. Personen bestehen, die nach Briefen von Neapel schon bestimmt sein sollen / und ihre Ordre erhalten haben. ! Den 4. Iäner wird die rußi-sche Kaiserin ihre Reise nach der Krim antretten, wohin schon 32. MeZimenter beordert sind. Auch won einer grossen Reise Sr. Majestät spricht man sehr stark, und sie soll l ehestens vor sich Zehen. ! Se. k. Hoheiten unterliessen an- »sehnliche Geschenke. Jeder Hofjtab lwurde beschenkt, der Hofkontrolor «Heufcld, der Kammerfourier Ed- lersderg / und andere bekamen sehr schwere goldene Dosen. Se. Majestät haben den Verkauf des Franziskanergartens gegen deme bewilliget, daß der Kaufer mit dem Bauen, die in selbett befindliche Bäume noch so lauge schonen müsse, bis sie spater aus-gehobcn, und für den Augarlen verwendet weroen können; Em Inge-neur wird auf diesem Platz ein Aebäude von 4 Stöl herstellen n welchem unter anoern auch die. se Bequemlichkeit sein solle, daß man sogar m dem 4. Stok weder ein Wasser Heraufzuholen, noch eines hinabzutragen haben wird. Alagenfurt. Den 4» frühe um 5 Uhr gefiel es den Allmächtigen, den hochge-bohrncn Grafen Fürchtgott Hrn. v. Stahrembergkaifl. königl. Kämmerer, Gubernialrath und Krcis-hauptmann, nach einer stägigcn schwer ausgestandenen Kolik, und empfangenen keil. Sakramenten zu sich abzurufen. Die vorzüglichen Verdienste, durch welche er sich die Liebe des Monarchcns erworben , der unermüdete Fleiß und thatigste Eifer (den der Abgelebte nur in Zeit von 14 Tagen, die er lebend und wirkend hier war) inz Beobachtung se ner Amtspflicht be-k wies; die Smnohaftidkeit, mitH welcher er den Tod entgegen sah,k weil er sowohl Uibcrzeugung seiner Z Religion, als Bewustseyn unsträf-Z licher Handlungen hatte, machte« sein Andenken ruhmvoll, und man bedauerte ihn um so mehr, da er als ein Mann von 3c». Jahren, und so vorzüglichen Eigenschaften, dem Staate die besten Dienste hatte leisten können. Den 6. Nachts um 1 Viertel auf 11 Uhr, langten die beiden K. H- der Erzherzog Ferdinand und die Durchlautigste Frau Gemahlin bei unserer Durchl. Frau Erzher-j zogin Marianua K. H. an der Re-< sidenz in besten Wohlseyn an; die,^ Einfahrt zur Residenz war,so, !viez das T!wr, wo die höchsten Herr-D fchaften abstiegen, niedlich beleucht, « bei der Einfahrt war vorne der z Name des Erzherzogs, rükwerts D oie Maylandi'sche Wappe, und im 1 Hofe beim Thor der Name Maria Beatrix angebracht, nach den zärtlichsten Empfang, unter welcher Zeit im Hofe türkische Musik ward, speißten oie höchsten Herrschaften ganz allein, und begaben sich dann zur Ruhe. Den 7. war Oines von 30. Couverts bei Hose, abends um halb 7 Uhr Aufwartung, dan Soupee von 12. Couverts, dm 8. lvsederum Vinöe bei Hofe von 30. Couverts, abends Cercle und Soupee pon i2Couverts. Den 9ten setzten die höchsten Herrschasten unter den wärmsten Segenswünsche« der hiesigen Innwohner ihre Reist ^wiederum Wetters nach M avland fort/ und wurden von der durch-Wuchtigsten Fmu Erzherzogin Ma-lrianna königl. Hoheit bis zur ersten Stazion Velden begleitet, ^Höchstwelche zu Mitttag wiederum -glüklich hier eintraf. ^ldria den 15. Dezember. ^ Den 3. Dezember wurde in die^ ser Bergstadt die feyerliche Einführung des ArmeninstituK_voraenoln« men. Nebst übriger Kirchenandacht wurde um 9 Uhr eine sehr bündige, lzur Sache taugende deutsche Predigt gehalten. Um io Udr folgte ieine k^inensthe Pttdigt. Nach Ze, endigtem hohen Amte wurde das Dich Gott loben wir, abgesungen. Hierauf begaben sich die ansehnlichen Anwesenden unter Bonrct-tung der Armen auf einen dazu bestimmten Saal, wo 42 Arme durch den Veitrag eines Wohlthaters sehr genüglich gespeiset, und von den ansehnlichen Anwesenden bedienet wurden. Eine Scene, die sick empfinden, aber nicht beschreiben läßt. — Jedermann seanete den Tag / und weihete manche Liebesthräne der so viele Jahre vergessenen Menschheit. — Aben^s^Melte die Jugend zum Besten des Insti-tms eine dem Tage an^ass' ce K^medie mit allgemeinem ?ei-falle. Zum Beschluß dieses in der ! Menschengeschichte unveraeßlichell ^ Tages sagte Madam Weiß einen Epilog mit aller, einer?)5erühm-Actrice eigenen, Starke dcs Geistes. Das eingefallene Almosen dieses Tages betrug uz ft. 54 kr-und wöchentliche Zuflüsse sind so r^cklich, daß man sich die sicherste Dauer dieses heil. Instituts versprechen kann« HD R^ Todtenverzeichniß. ^^RW Den 11.Maria Gregogo ein Dienstmagd alt 2s. Jahr hinter dem Schloßbcrg Nro.67. Den il. Antonia Breierin Ta,^ werkerstochter alt 2 Iabr hintcr dem Scdloßbcrg im Mulleischen Hause Nro. ?9> Den i2. dem Herrn Kasper Guß bürgerl. Handelsmann s. T-Fran- ziska alt ic>. Jahr in Gradische Nro. 49. Den 15. Wilhelm Wude Tischt s' Sohn alc 6 Tag auf i.'er St. Pe^ tersoorst wt Nro. lQ l. Den i>. Andre Ots^äct e>> Schift mann alt 7^ Jahr in Diernau Nro. 60. Den 15 demH. Io'^Nl.'s Delselbru- ner bürgerl. Handelsmann s. S. Joseph alt 2. Jahr neben der Schustcrbrüke Nro. 177. Den l>ten Iosep') Schadiwe eines Musikanten Sohn alt 9 Monat am alten Markt Nro. 152. Den 16. Maria Martinen cmMau- rerstochter alt 17 Jahr in Krakau Nro. 24. Wird alle Donnerstag auf den Platz N. 135. im Skrinkrischen Hau st im Geaölbe ausgegeben.