Nr. 291. '>;>,t,,«^ k,i?°°5H'.H ^»,,7,^" Donnerstag, 18. Dezember. <"«- »°^^„ ^°'«.:«.«'!.''.:5,; ">",.'- 1884. Amtlicher Theil. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchst unterzeichnetem Diplome dem Sectionsrathe bcs Ruhestands Franz Slarr als Ritter des Ordens °er eisernen Krone dritter Classe in Gemäßheit der vrdensstatuten den Ritterstand allergnädigst zu verleihen geruht. __________ Se. l. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 10. Dezember d. I. °em Bezirkshauvtmanne Anton Negrusz in Sereth °en Titel und Charakter eines Regierungsrathes tax< Nei allergnädigst zu verleihen geruht. __________ Taaffe m. p. Der Minister und Leiter des Justizministeriums hat die im Justizministerium in Verwendung stehenden «ezillsgerichtsadjuncten Witold Hausner des Grazer Aberlandesgerichts-Sprengels und Peter Freiherr« ttellner von Feldegg des Bezirksgerichtes in Hletzing zu Ministerial'Concipisten im Iustizministe-l'Um ernannt. __________ Der Minister und Leiter des Justizministerium» hat aus Dienstesrilcksichlen den Bezirlsgerichtsadjuncten «nton Putri von Gonobih nach Winbisch-Graz und ben Bezirksgerichlsadjuncten Michael Noväl von Wmdisch.Vraz nach Gonobitz versetzt. Der Minister und Leiter des Justizministeriums hat den Vezirlsgerichtsadjuncten Achilles Calo -9 iorgio auf sein Ansuchen von Albona nach Pola versetzt und den Auscultanten Demeter Degiovanni ^um Bezirlsgerichtsadjuncten in Albona ernannt Der Minister für Cultus und Unterricht hat den Assistenten Johann G e r st zum Abjuncten am Observatorium des physikalischen Institutes der l. t. Universität Graz ernannt. __________ Um 16, Dezember 1884 wurde in der l. k. Hof. und Staats- druclerei in Wien das I.VIII. Stück des Reichsgeschblattes, vor- läufig blos, in deutscher Ausnabe, ausgegeben und versendet. Dasselbe enthält unter "r. 189 die Verordnung des Ministers für Cultus und Unter-richt vom 26. November 1884, mit welcher im Einver» nehmen mit dem l. l. Finanzministerium die von den Candidate« der theoretischen Staatsprüfungen zu entrich» ^ tenbcn Prüfunstslaxen erhöht werden; "r. 190 die Verordnung des Ministeriums des Innern vom 1. Dezember 1884, betreffend die Arzneitaxe für da« Jahr ,„ 1885; ^r. 191 die Verordnung des Handelsministeriums vom 1, Dezember 1884. womit der Z 35 des ersten Abschnittes der Provisorischen Schiffahrt«» und Strompolizei-Ordnuna. für die ober» und niederöstcrreichlsche Strecke der Donau (Verordnung des Handelsministeriums vom 31. August 1874 R. O. Bl. Nr. 122) abgeändert wird. Nichtamtlicher Theil. Nochmals die deutsche Volksschule in Laibach. Das „Vaterland" bespricht in einer Laibacher (Korrespondenz die Angelegenheit der Errichtung einer deutschen Volksschule in Laibach. Das genannte Blatt erinnert zunächst au die Thatsache, dass sich im voligen Jahre, als der Wiener Gemeinderath der böhmischen Bevölkerung die Errichtung einer böhmischen Volksschule in Wien hartnäckig verweigerte und seine Ver-treter im Landesschulrathe demonstrativ zum Austritte zwang, sich mit Recht ein Schrei der Entrüstung in unseren slovenischen wie überhaupt in allen aulonomi-stischeu Glättern erhob, in welchen der Vorgang des Wiener Gemeinderathes als ungesetzlich und ungerecht verurlheilt wurde, und fährt dann fort: Wir dachten damals nicht, dass wir bald in die Lage kommm wü» den, über die Majorität unseres eigenen Gemeinde» rathe« ein ähnliches Urtheil zu fällen. Der Fall ist folgender: Die deutschen Bewohner Laibachs richten an den Landesschulrath eine Petition um Errichtung emer deutschen Volksschule in Laibach. Der Laudes-schulralh wendet sich. bevor er seine Entscheidung fällt, an den städtischen Aezirtsschulrath und dieser an den Gemeinderath. In der Antwort, welche der Herr Landespräsident im krainischtn Landtage auf die Inter« psllatio» Obresas gegeben und die das „Vaterland" damals vollinhaltlich abgedruckt hat, waren die diesbezüglichen Verhandlungen zwischen den verschiedenen Körperschaften übersichtlich dargestellt, weshalb ich auf dieselben nicht zurückzukommen brauche. So viel ist gewiss, dass alle gerecht und billig Denkenden vom Gemeinderathe erwarteten, dass er der gesetzlichen Vorschrift genügen und der Bitte der deutschen Vevölterug entsprechen werde. Da« Landesschulgesetz vom 29sten April 1873 ordnet nämlich übereinstimmend mit dem § 59 des ReichsschulgesehcL an, dass überall, wo es in einem Umkreise von einer Slunde nach einem fünf^ jährigen Durchschnitte wenigstens vierzig schulpflichtige Kinder gibt, eine Schule errichtet werden muss. Wei« ters bestimmt das Slaatsgrundgfsetz, die Schulen so einzurichten, dass niemand zur Erlernung der zweiten Landessprache gezwungen we>den kaun, und auch nach den gesunden Pädagogischen Grundsätzen sollen für slo-veuische Kinder slovenische, für deutsche Kinder deutsche Schulen elrichtet werden. Demungeachlet verweigerte unser Gemeinderath die Errichtung einer deutschen Volksschule in La'bach und blieb der von Dr. Blei. weis gestellte Antrag, dass mit dem Schuljahre 1885/86 deutsche Parallelclassen errichtet werden sollen, mit 7 gegen W Stimmen in der Minorität. Der Gemeinderalh behauptet nämlich, dass die Nothwendigkeit einer deutschen Schule uicht erwiesen sei und dass ihm die Zahl der schulpflichtigen Kinder nach dem fünfjährigen Durchschnitte nicht angegeben wurde. Es ist wahr, dass die Kinder in den bisherigen Aufzeichnungen und Katalogen nicht bezeichnet worden sind. aber ebenso wahr ist es, dass die Lehrer mit ziemlicher Genauigkeit das Nationale ihrer Schüler angeben können und dass sich der fünfjährige Durchschnitt, wenn man den dreijährigen kennt, ziemlich annähernd bestimmen lässt. Weiters ist es bekannt, dass es bloß in der Uebungsschule nach dem fünfjährigen Durchschnitte 79 Knaben und 45 Mädchen beutscher Mutter, spräche gab, dass also schon diese Zahl allein genügend erscheint, die Forderung nach der Errichtung einer deutschen Voltsschule zu rechtfertigen. Ebenso ist es Thatsache, dass bei der letzten Volkszählung etwas über 5000 Bewohner Laibach« die deutsche Sprache als ihre Umgangssprache bezeichnet haben und dass die Zahl der Kinder da jedenfalls eine solche ist, welche vom Gesetze behufs Errichtung einer Schule verlangt wird. Der Gemeinderath behauptet zwar — und auch ich gebe das zu — dass es unter diesen 5000 deut» schen Einwohnern viele gibt, die rein slovenischer Abkunft sind, und er meint diese Abtrünnigen dadurch wiederzugewinnen, dass ihre Kinder slovenische Schulen besuchen und nicht der Gefahr ausgesetzt werden follen, in einer deutschen Schule zur Gänze germanisiert zu werden. Angenommen, dieser Standpunkt wäre ein berechtigter, so scheint es doch, dass der Gemeinderath dieses Ziel durch die Errichtung einer deutschen Volksschule viel leichter erreichen würde, als durch die Verweigerung derselben. Wenn es städtische deutsche und slovenische Volksschulen gäbe, so würde sich der jeweilige Lehrer sogleich überzeugen, ob ein Kind der deutschen Sprache in dem Maße mächtig ist, dass es d«n Unterricht in der deutschen Sprache erhallen kann. Ist es derselben nicht hinlänglich oder nur sehr mangelhaft oder gar „icht mächtig, so würde er ein solche« Kind, weil die Unkenntnis der Unterrichtssprache dem Unterrichte nur hinderlich ist, ohue weiteres in die slovenische Abtheilung schicken, obschon sich seine Eltern als Deutsche ausgegeben haben mögen. Der Orts-jchulralh, respective der Gememderath hätte also in diesem Falle die sicherste Gewähr, dass die deutsche Schule wirklich nur von Kindern besucht wird, welche der deutschen Sprache mächtig sind, und eine künst. liche Germcmisierung slovenischer Kinder bliebe dem« nach ausgeschlossen. Wenn aber ein Kind der deut. schen und slovenischen Sprache in gleichem Maße mächtig ist, so kann man die Freiheit der Eltern doch nicht so weit beschränken, dass man sie zwingen sollte, ihre Kinder gerade in diese und in leine andere Schule zu schicken, es muss ihnen vielmehr, gleichviel ob sie Deutsche oder Slaven sind, freigestellt bleiben, ob sie ihre Kinder in die deutsche oder in die slovenische Abtheilung geben wollen. Feuilleton. Wurstpapier. Eine Maculatur» Betrachtung, Ist das das Uos bcS Schönen auf der Erden? Muss denn ein Aktenstück zum Wurstpapicre worden? Und muss der Briefe Zahl. die im Pafticrlorb weilen, Das aleichc Schicksal mit den Acten theilen? O prüfe eh' du das Papier zum Schlächter schickst. Ob du l'n ihm nichts Compromittierende» erblickst: V« wäre schlimm, wenn sich darin so was befände Und's käm' durch „Wnrsipapler" in fremde Hände. Wurstpapier! Ich habe mich wiederholt mit diesem, Heil« von Papier und theils von Wurst hergeleiteten Gegenstand, der durch sein mitunter sehr compromil. Elendes, indiscrete« Ausplaudern schon manchen Nn-!^ß erregt hat. beschäftigt, so dass es sich wohl der Muhe Mnen dürfte, das Gefährliche dieses gesellschaftllchen A'ndes etwa« näher ins Auge zu fassen. Was lst "Utftpapier? Wurstpapier ist Maculatur der v«r« 'ch'edensten Gattungen, in welchen alte. ausrangierte, Merte und aunullierle Acten den ersten Rang be-hupten. Wie manchen jungen Referendar mögen wohl lNe Acten, in deren Blätter sich der harmlose Käufer ^'" Stücklein Mettwurst einwickeln lässt, fast zur ^zweiflung gebracht haben; in welches Chaos kaum "lttvirrbarer Rechtsfragen und juridifcher Argumente ^"lo? er durch sie gestürzt, deren Lösungen ihm sicher-H nicht Wurst waren. Die Biographie der Acten bildet eine große Moralitätsstatiftil aus allen Schichten der civilisierten Menschheit — die uncivilisierte braucht Wedel Acten noch Wurstpapier und ist darum glück« licher wie wir. Ein Nctenstück ist seinem Besitzer selten ..Wurst". „Er hat seine Acten", dies ist ein vielbedeutender Ausspruch, und mit einiger Phantasie lässt sich daraus leicht ein kleiner Roman spinnen. Da ist z. V. die junge Frau X., die sich von ihrem Manne scheiden lässt, weil er ihr „Wurst" geworden — sie hat ihre Acten. Streitende Nachbarn, die wegen einer Handbreit Landes hartnäckig Tausende verprocessieren — haben ihre Acten. Der Baumeister, der im Dränge der Geschäfte vergaß, ein Fundament unter das neuerbaute Haus zu legen — hat seine Acten. Einer, der mit einem Anderen sprach und dabei zufällig an ein ge« hörnte« Schlachtlhier dachte, und zwar so laut dachte, dass der Andere es hören musste — hat seine Acten. Leute, die auf ihrer Mitmenschen Wange eine Fliege sitzen sehen und sie verscheuche,, wollen; Kausmänner. welche mit Debet und Credit in einem gespannten Verhältnisse standen; Cassierer, die aus bedenklicher Zerstreuung die Cassen ihrer Chefs für die ihren hielten; Personen, die infolge gänzlichen Mangels jed-wrden Orientierungssinnes absolut in f>emde Woh» nungen einzudringen suchen und stall de« Hausschlüs« sel« einen gebogenen Feuerhaken beoühe,,; jul'ge Mad' chen. die - kurz. alle haben ste ihre Acten, und d'ese a/hen bann später, nachdem ein Thell'hrer Bchher seine Irrthümer erkannt, den Weg alles - Uclcn- Wurstpapieres. Mit einem Viertel „Golhaer", mein lieber Leser, wirst du häufig in die verschwiegensten Mysterien und in die delikatesten Verhältnisse deiner Mitmenschen eingeweiht, welche irgend einen Punkt ihrer Vergangenheit vor aller Writ zu hüten strebten. Lebensabschnitte von drastischer Komik bis hinab, wo das Fam'liendrama beginnt — dies alles liefert dir die Lecture des gefälligen Ncten-Wurstpapieres. Ich komme nun zu der zweiten Gattung: zu dem Ieitungs-Wurstpapiere. Es rückt nach eintägigem, stellenweise ruhmvollem Wirken in die Armee de« Wurftpapieres ein, um sich bis zu seiner Metamorphose m der Papiermühle nützlich zu machen. Es ist. trotz der dominierenden und gefürchteten Rolle, die das Zeiluligbpapier im staatlichen Leben spielt, als Wurst-Papier sehr harmlos und willig und verdient nicht das herbe Los, nachdem es von seinem glänzenden Standpunkte abgetreten ist. Es ist in seinem wutt -papierenen Zustande höchst m.n'fä'hrl.ch - es müsste denn ein hallwergess-nes Steckbriefen durch Gour-mandie eine« wur,/liebenden Gendarmen m dessen ^^Nlles^dische ist vergänglich! Dieser Ausspruch l vasst trefflich auf das Zeitungswurstpapier. Ein geistvoller Leitartikel, der die Politiker in Extase versetzte, dient am folgenden Morgen, wenn sich die Scheuerfrau ihr Frühstück holt, als — Wulstpapier. Der Rentier duldet es, nachdem er Courszettel und Ver-gnügungsanzeigen studiert, dass sein Leiborgan später pro Kllo ulö Wulstpapcl vträuhert wird. Der Künstler Laibach« Zeitung Nr. 291 24N2 18. Dezember 1884. Die Gefahr einer Germanisierung slovenischer! Kinder bleibt hingegen nicht aus. wenn man durch die Verweigerung einer deutschen städtischen Schule die Errichtung einer solchen Privatschule, wie sie uon der Sparcasse angestrebt wird. fördert. In eine solche Schule würden die betreffenden Factoren alles aufnehmen , was sich immer in dieselbe melden mag, gleichviel ob es slovenisch oder deutsch ist, ja man würde den Kindern absichtlich solche Begünstigungen und Vortheile gewähren, dass die Eltern, zumal die ärmeren, ihre Kinder mit Vorliebe in dieselbe schicken würden, unbekümmert darum, ob sie dabei ihrer Nationalität abwendig gemacht werden, und dem Gemeinderathe bliebe nicht das geringste Mittel, um dies zu verhüten oder wieder gutzumachen. Deshalb bedauern wir aufrichtig de» Beschluss und die hartnäckige Opposition unseres Gemeinderathes, wrlch^r i» der Absicht, die Germanisierung unserer Kinder zu verhüten, dieselbe thatsächlich nur fördern wird. Noch mehr bedauern wir diesen Beschluss mil Rücksicht auf unsere Stammcsgenossen in anderen Ländern. Unsere politischen Veltrrier gebcn sich alle Mühe, der slovemschen Bevölkerung in Steiermark, Kärnten und dem Küstenlande zu ihren politischen Rechten zu verhelfen und ihnen speciell Schulen mit slovmischer Unterrichtssprache zu erkämpfen. Und nun fragen wir: wie können wir in diesrn Ländern für unsere Stammesgenossen etwas verlangen, was wir in Laibach den Deutschen verweigern? Und wie können wir uns im Falle einer Verweigerung unserer ganz berechtigten Fordelungen beklagen, wenn man uns unsere eigene Handlungsweise vorhalten kann? Ist nicht die größte Gefahr vorhanden, dass man unselen Stammesgenossen in Klagenfurt, Marburg, Görz, Trieft u. f. w., sobald sie um slovenische Schulen bitten, dieselben mit Hinweis auf den Vorgang des Laibacher Gemeinderathes kurzweg verweigern wird? So werden wir demnach infolge dieses unglückseligen Be« schlusses des Laibacher Oemeinderathes zum Schaden auch noch den Spott haben! Unser Landesschulrath hat in seiner letzten Sitzung auf die Weigerung des Vcmeinderachfs mit dem Be« schlusse geantwortet, dass der Sladlgemeinde Laibach aufgetragen we«de, mit Beginn des Schuljahres 1885/86 eine deutsche Knaben» und eine deutsche Mädchen« Volksschule zu errichten. Der Landesschulrath hat ganz recht gehandelt, und dask ihm jeder Angriff auf die slovenische Nationalität und jede Verletzung oc8 nationalen Gefühles fern liegt, durch den weiteren Beschluss gezeigt. dass gleichzeitig an allen übrigen Volksschulen Laibachs für alle Gegenstände die slo» venische Unterrichtssprache eingeführt und die deutsche Sprache als obligater Lehrgegenstand crst von dcr dritten Classe an gelehrt werde. Die Majorität des Gemeinderathes ist zwar rnlschlossen, gegen diescn Beschluss sich weiter beim Ministerium zu beschweren und, falls es nothwendig wäre, selbst die Hilfe drs VerwallungZ.Gerichtshofes in Anspruch zu nehmen, doch können wir demselben auf Grund der in ähn< lichen Fällen vom Verwaltunqs'Gerichtshofe bereits wiederholt gefällten E'kenntnisse mit aller Bestimmt» heit sagen, dass er sachfällig werden wird. Der natio« nalen Sache würde demnach der Gemcinderath viel mehr nützen, wenn er sich von den Grundsätzen dcs Rechtes, der Gerechtigkeit und Billigkeit leiten liehe, als dass er erst durch Gewaltmaßregeln dazu verhalten werden muss, wiH wahrhaftig zur Förderung seines Ansehens und seiner Ehre nicht beiträgt. Die ungarische Budgetdebatte. ?. ^. Budapest. 15. Dezember, Die Budgetvorlage des Grafen Szapary war diesmal von Haus aus nicht sehr geeignet, einer großen Debatte zur Grundlage zu dienen. Die Finanzlage Ungarns bewegt sich, nachdem das Gleichgewicht im Ordinarium nicht nur hergestellt ist, sundern die Einnahmen auch noch einen Ueberschuss von über fünf Millionen aufweisen, völlig im Rahmen eines Nor. malbudgels. Die Schlussrechnungen der letzten Jahre gestatten und rechtfertigen vollauf die Annahme, dass die Voranschläge des Grafrn Szaftary auf realer Grundlage beruhen, was über die Gebarung der nächsten Zukunft jedes Bedenken ausschließt. Man begreift daher, wenn die sonst sehr redseligen Führer der gemäßigten Opposition diesmal dem Kampfe ganz ausweichen und das Budget im Gegensatze zu der uon dieser Partei in den letzten Jahren befolgten Praxis diesmal der Negierung votierten. Für die Solidität der heurigen Budgelierimg kann die zustimmende Haltung der kemähigten Opposition allerdings zum Äe« lege dienen, wenn auch eine Annäherung dieser P>^>tei an die Regierung hieraus keineswegs folgt. Im Gegentheil, die gemäßigte Opposition wird bei der sogenannten Appropriationsdeuatte ganz frisch und fröh^ lich einen Misstrauensantrag gegen das Ministerium einbringen, welcher Antrag indessen Koloman Dsza leinen besonderen Schrecken einjagt. Bei dieser Sachlage des Budgets erschün das finanzielle Moment in der mehrtägigen Debatte geradezu nur als Nebensache. Höchstens dass in dieser Beziehung nur noch dcr Antrag eines antisemitischen Abgevldneten auf die allgemeine Besteuerung der Zinsen-Coupons der Staatspapicre zu erwähnen wäre, für welchen Antrag indessen außer den Antisemiten und einigen wenigen Mitgliedern der äuhosten Linken sich keine Stimme erhob, da der Antrag sowohl seitens des Finanzministers als seitens des Referenten ener« gisch bekämpft wurde mit dem Hinweise darauf, dass Ungarn seinen Gläubigern nicht wie die Türkei oder Egypten eine Kürzung in ihren Nutznießungen auferlegen wolle. Im großen und ganzen hat die Budgetdebatte diesmal einen vollkommen objectiven Verlauf genom« men. Nach so manchen turbulenten Scenen in dcr kurz vorher ausgetragenen Adressdebatte hat dcr nüchterne Ton in der Budgetdebatte doppelt angenehm berührt. Selbst der Auftritt des bekannten rumänischen Agitators Babes, der nach zehnjähriger Abstinenz wieder einmal die Arena betritt, um den Faden dort aufzunehmen, wo er ihn vor zehn Jahren fallen ließ, hat den ruhigen Strom der Reden nicht getrübt. Babes legle sich sichtlich eine Mäßigung auf, sein Klagelied gegen das jetzige Regime tönte höchstens in einen frommen Lobgesang über den Absolutismus unter Bach aus. Selüft die engsten Mitbürger Babes' haben unter der Zeit der ultra-nationalistischen Strömung zum großen Theile den Rücken gekehrt. Der ehemalige Agitator gibt sich hierüber offenbar keiner Täuschung hin und muss daher die Segel einziehen und in seiner Opposition bescheioentlicher thun. Das interessanteste Moment in der Budgetdebatte ist wohl die Frage der ungarischen „Gesellschaft", welche von einem jungen Abgeordneten der Regierungspartei in die Debatte gezogen wurde. Derselbe erhob gegen die Gesellschaft den Vorwurf, dass sie auf cullurellem Gebiete aus eigenem Antriebe zu wenig thue und die ganze Culturarbeit der Nation vom Staate erwarte. Ein ebenfalls junger Abgeordneter der gemäßigten Opposition glaubte dem gegenüber einzuwenden, dass die ungarische Gesellschaft durch diesen Vorwurf u» gerecht getroffen wird, da die Regierung durch o^ großen Steuern die Opferwilligkeit der Nation vollends erschöpfe, daher auch der Staat allein für die nationale Cultur aufzukommen habe. Zudem unterbinde auch noch die überhandnehmende landwirtschaftliche Krise die freiere Entfaltung der Nationalt'aft auf culturellem Gebiete. Die Behandlung der gesellschaftlichen Frage befindet sich übrigens anch in der ungarischen Presse derzeit auf der Tagesordnung, und der Klärung dieser wichtigen Frage kann es allenfalls nur förderlich sein, wenn sie in ganz unbefangener und objectiver Weise im Parlamente zur Sprache gelangt. Diese Gesellschaftsfrage spielt auch bei der bevorstehenden Oberhaus'Reform eine Rolle. Bekanntlich heißt es, dass Graf Andrassy im Oberhause und der Abgeordnete Szilngyi im Unterhause für gewählte Oberhausmitglieder an Stelle dcr laut dcr Regie-rungsv0llage geplanten Ernennungen durch die Krone plaidieren werden. Man huldigt hicbei dem doctii-nären Liberalismus der sechziger Jahre, der auch in den ungarischen Maqnalenkreisen in dem Grafen A»' drassy seinm vornehmsten Repräsentanten hat. Näher betrachtet, scheitert dieser Liberalismus schon an dein Widerspruch zwischen seinen Versechtcrn aus dem aristokratischen und dem demokratischen Lager. Während Graf Anbrassy die gewählten Oberhausmitglieder ledig' lich aus den Virilisten der Municipien genommen zu sehen wünscht, will Szilagyi die Wahlen der Ober-hausmitgliedcr auf breiter demokratischer Grundlage vollzogen sehen. Hält man sich indessen vor Augen, dass die Thronrede die Reform des Oberhauses ausschließlich auf „historischer Grundlage" betonte, wird man Herrn von Tisza unbedingt Recht geben müssen, Wenn er das Wahlelement für die Magnatentafel durchaus bekämpft, da diese Wahlen ein vollständiger Bruch mit der geschichtlichen Tradition in Ungarn wären. Die Wahlen für die Pairskammer würden, wie man an verschiedenen Orten mit übrigens sehr fraglicher Berechtigung angenommen hat, auch noch eine Schwächung des bisher ausschließlich vorherrschenden dynastischen Gedankens im ungarischen Oberhause bedeuten. Herr von Tisza lehrt sich wenig an uor-gefasste Schulmeinungen und zieht cs vor, indem er die erbliche Obcrhauswürde beibehält, dem zeitgemäßen Liberalismus darin zu huldigen, dass er die Ober-hauslnilglieder auch au« verdienstlichen Nürgerlreisen entnehmen lässt, dabei aber allenfalls das Ernennungs-recht der Krone sichert. Tisza hält mit dem Regierungsentwurfe die richtige Mitte; die Majorität im Abgeoidnetenhause steht ihm bei, und es wäre eine vollauf verkehrte Taktik, wenn man gerade in aristokratischen Kreisen des Oberhauses aus „gesellschaftlichen" Rücksichten, mit anderen Worten aus Popu-laritätshascherei, sich für das Wahlelrment in der ersten Kammer besonders echauffieren wollte. Inland. (Herrenhaus.) In seinem neuen prächtigen Heim hielt vorgestern das Herrenhaus die erste Sitzung ab. Der Präsident Graf Trauttmannsdorff benutzte den Anlass, um den innigen Zusammenhang zwischen dem Bau und der Befestigung unserer verfassungsmäßigen Institutionen hervorzuheben. Er gedachte lvel- liest mit stolzerfülwr B'ust in der Tagcsnummer seine lobende Eiwähiung bei Besprechung einer Novität, in der er wirkte — am Abend erhält er dieselbe Recension als Emballage eines Vintels feiner Leberwmst zur ferneren Aufmunterung. Die Näherin eilt, wenn sie von der Arbeit kommt, nach Hause und begeistert sich an dem poesiivollen Roman des Feuilletons, vergießt Zähren der Wehmuth über Herthas schroffe Kälte und Eduards glühende Liebe — sie findet beide später Wieher im Wulstpapier. N-ichsrath, verlorene Kinder und gestohlene Sachen. Dmlehen, Verlobung«, und Auctionsanzeigen. Geburt«, und St^rbefälle. alle be» grüßen sie sich nach kurzer Frist als — Wurstpaper. Wer steht dafür, das« nicht die weltbewegende Rede irgend eines großen Staatsmannes als Hülle für ein paar gemüthvoll? Eisbeine dient? Nun folgt eine lange Reihe der ve»scki,>de,mrtigst, Schlächter-, Bäcker«, Parfumeurs- und hundelt andere Mahnungen, untermischt mit einem Heer von Zlchlungibrsehlel'. plaudern indisch von der Lebensweise, den V^pflichlungen und dem fnian» ziellen Standr der Adressen. Der'Passus: „Ich muss nun endlich auf Zahlung der Miete dringen, sonst Aintliele ich." wiederholt sich in den Annalen de» Wurstpapier>'2 so oft. dass es nachgerade ermüdend wirkt. Legionen von Sleue, Mahnungen. Nrrestgesuchen und Pfändungsbrschlüsftn habe,, in dem Momente ihre directcn Schrecken verloren, indem sie sich resigniert ihrem niulstpapiernen Entwickluna.Lpsoc,?ss unterworfen — sie suchen in ihrem Zustande jedoch mit Erfolg noch indirect zu wirken. — ..Mein Fräulein, heute Abend, dritte Loge links —" „Sie wissen es, dass mich die Eifersucht wahnsinnig macht —". „Ich habe gestern meine Handschuhe liegen lassen, behalten Sie sie als Andenken, Ungetreue —". ..Meine Alte ist ein Drache und passt mir auf den Dienst, über ich komln/ doch —". „Senden Sie meinen Ring zurück. Sn>t deinem August —?" „Aber Hugo, quängele doch nicht ewig von der alten Geschichte —" und so gehts weiter. Diese einzelnen Licenz»,! sind du Hergebrachten in der Liebesbrieswurstpapierliteralur. Auch manch zierliches Liiiot äoux laust wohl m>t unter — ehemals nach Jockey duftend, jcht nach Wm!' — auf rosafarbenem Carton. Dem Papier ist es zwar Wurscht, ob es als Mantel der „Magenliebe" «m ..Frankfurter" oder „Salami" gehüllt wird — ob eS der Empfängerin einstmals auch Wurst war. das >1t freilich eine andere Frage. Auch schwärmerische Iamben-ergüsse eines licbetruntenen (lomwjg vo^^sur ">' eine „goldig Blonde mit den Lilienwangen" fand '"1 einst — sie dienten zur Umkleidung eines Paares brüderlicher ..Wiener.Neustädter", die in swmMer Vereinigung des Zeitpunktes harrten, in dem sie den Weg alles Fleisches gehen und ihre »rdische Hülle au» der Haut fahren würde. .. Doch ich vertiefe mich so tief in diesen W^ wurstpapierner Betrachtungen, dass ich fürchte, durcy meine Wurstphilosophie eine Antipathie hervorzurufen, und das wäre mir wahrlich nicht Wurst, denn es gMl nichts Deprimierendes, als wenn der Leser bereits na^ den e>sten Zeilen fatiguiert das Blatt beiseile sch»^ mit d-'in vernichtenden AuLspruche: Wurstpapier. I. Z. Giers. «aibacher Zeitnng Nr. 291 24»3 18. Dezember 1884. ^r der Verdienste aller jener, die an dem stolze Werke mitgeasbeitet haben, und eröffnete die Thätigkeit dcs Hauses w den neuen Räumlichkeiten mit einem dreimaligen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, in welches die hohe Versammlung mit Begeisterung, ein» stimmte. Was die äußere Physiognomie des Hauses anbelanc>t. so unterscheidet sich dieselbe wesentlich von lener in oen alten Localitäten. Die Pairs haben sich strenge nach Parteien geschieden. Im ständischen Saale saßen bekanntlich die Fürsten Auersperg, Graf Neip-ftera. und andere Cavaliere der Verfassungspartu aus der äußersten Rechten, während die Kirchenfürsten ziemlich weit nach links exponiert waren. Jetzt nahmen die liberalen Pairs durchwegs auf der Linken, die con» servaliven Herrenhausmilglieder auf der Rechten Platz, wahrend die Mlttelpartei dus C«ntcum occupicrle. Drei erblich? Pairs testeten die Nngelobung, die Grafen «lthan, Larisch und Harrach. (Parlamentarisches.) In der vorgestrigen Sitzung des Steuer.Ausschusses wurde der Be-licht des Subcomitez bezüglich der Petition des Ver kines der Zuckerindustriellen vorgelegt. Der Antrag des Subconules, die Regierung aufzufordern, imReichs-lathe Vorlagen zur Behebung der Zuckerlrise ein» zubringen, serner baldmöglichst eine Enquöle einzu« berufen, welche eventuell auch Aenderungen in der auHersteuer.Oesfhgebung vorzuschlagen halte, wurde "ach kurzer Debatte unveränoeit angenommen. - Der ^ewerbelasses vom 2len Dllober 1855 die Bewilligung des Ministeriums für Cultus und Unterricht erhalten haben, sich ohne voraus» gegangenen regelmäßigen Universitätsbesuch als Privat-^udierende den theoretischen Staatsprüfungen zu unter-z', haben für jede Prilfung eine Taxe von sechs« unddreißig Gulden zu entrichten." (Im ungarischen Obe r hause) wurde vorgestern das königliche Rescript verlesen, wodurch der bisherige Präsident Szögyeny enthoben und der ^uäex eurj»6 Baron Sennyei zum Präsidenten des Ober. Hauses ernannt wird. Szönyniy übergab den Vorsitz an den Vk'pläses Baron Vay und nahm in einer herzlichen Ansprache Abschied. (Aus den occupierten Provinzen.) Wie wan der »Presse- aus Sarajevo meldet, wird gegen-"lirtig im Auftrage der Landesregierung die Tracie» ^Ng der vom Reichs'Finanzminister Källay in den Alegationen angekündigten, von Doboj abzweigenden ^'lknbllhnlinie, welche die Verbindung mit Dolnja ^Uzla hetstsllen soll, vorgenommen. Die Eisenbahn, selche 7(1 bis 75 Kilometer lang sein diufte, wäre in /ster Linie bestimmt, die Verbindung mit den Salz« ^welken in Dolnja Tuzla herzustellen. Die Vohrun-^« nach Salz. welche daselbst versucht wurden, waren °" Uünstigen, Erfolge begleitet. Ausland. . (Im deutschen Reichstage) gab es vorder« wieder eine Aufsehen erregende Debatte. Es Adelte sich um die Einstellung eines Postens von ^000 Mm, sür einen zwnlcn Director im Etat des Ustvnili^^,, Amtfs. Die Culnmission b^anliagt^ uno ^ Haus be,chlojs die Ablehnung dirscs Postens, ub-dl °!n ^'^ N>'ichLlm^le A»^ll'ge>ih»'i! lüid splichen n»?.^ft durchwegs mijibill'^iid über den von der '"loiitat des Reichstages gefassten Brschlujs aus. >,, (Die französische Abgeordnetenlam-,/') erledigte am li. d. M. dal Cultuibudget mit si^! ^'^ von Abstrichen, welche dei Senat voraus« ^Uch „ur ^um geringsten Theile genehmigen dürste. 3l l. " Budget der Ehrenlegion, das sodann an die h7> kam, befürwortete der Abg. Audifsred die Auf-^"."ll der drei Mädchen'Erziehungsanstalten der ll>,^ ^bollneui-« und die Ueberweisung der Zöglinge dein Alaochenlyceen. Er fand aber mit seincm Amen» l>»^"/ temen Anklang. Hierauf wurde das Heercs-"e"?."> Angriff genommen. Der Kliegsmmlstcr Ge» fei,,' ^"mpenon entwarf in kurzen Zügen em Bild Hett, b'sherigen Thätigkeit, bei der er in gleicher tkr l^" Grundsätze der Sparsamkeit und den steligen 'lHrm der Armee im Ange gehabt habe. Die ersten drei Capitel wurden unverändert genehmigt. In der Sitzung vom 12. d. M. wuroei, dann auch die übrigen Posten des Heeresbudgets votiert und hierauf das Budget der Marine und der Colonien in Verhandlung genommen. In der Sitzung vom 13. d. M. schilderte der Marineminister Vice-Admiral Pchron die Fort« schritte im Baue des Floltenmateriales zur Abwehr gegen die Auffassung, als seien d>e Ansprüche für die Marine übertrieben. Die Umgestaltungen müssten jedoch mit Mah betrieben werdrn. Es werde behauptet, die ^Panzerschiffe müfsten aufgegeben und durch Torpedo« boote und Kreuzelschiffe ersetzt werden; aber es sei nicht b.'^ründel, dass Panzerschiffe durch Torpedos ge» fährdet wiisd'»; Panzerschiff, würde!, durch Tmpedos nicht mehr befchäoigt als Schiffe von Holz du^ch Bomben. England setze den Bau von Panzerschiffen fort, und Frankreich könne den Bau der jetzt auf den Werften befindlichen Panzerschiffe fortsetzen und zugleich seine Bemühungen auf fchnellaufende Kreuzer und Toiftedobootc richten. Bei der Abstimmung wurde das Marinebudget mit großer Majorität bewillig». Nachdem die Deftutiertenkammer hierauf auch die Cre» dite für das Arbeitsministerium und für das Post. Wesen bewilligt hatte, wurde die Sitzung geschlossen. (Serbien und Bulgarien.) Aus Sofia schreibt man, dass die Verhandlungen zwischen Bulgarien und Serbien über den bekannten, im Frühling dieses Jahres ausgebrochenen Grenzconflict einen sehr guten Verla»f nehmen, so dass die vollständige Bei« legung des Conflicts zur Stunde bereits erfolgt sein dürfte. Man sieht in Sofia bereits dem Eintreffen des serbischen Generalconsuls und diplomatischen Agenten entgegen, durch welchen die regelmäßigen diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern wieder auf» genommen werden follen. (Aus Constantinopel) schreibt man, dass der österreichische Botschafter Baron Calice am vori-gen Dienstag eine längere Unterredung mit Ussim Pascha, dem Minister des Neußern, betreffend die ser» bischen und bulgarischen Bahnanschlüsse, gehabt habe. (Frankreich und China.) Admiral Courbet meldet in einer aus Ke derin MorinS. hat in Paris schnell Nacheiferinnen a.e-funden. Cin Telegramm von dort meldet vom 15. 0. M.: Gestern begoss eine Frau ihren Mann mit Schwefel-sgure. Ein Mädchen schoss seinem Liebhaber, einen, Studenten, auf dem Boulevard Saint Michel eine Kugel in den Hals, Morins Geliebte erklärte dem U,,ter. fuchungsrichter ihren festen Entschluss, nach ihr« ,n einigen Monaten zu erwartenden Entbindung Frau Hugues zu erschießen oder zu erstechen. — (Hadschi Loja in Mekka.) Wie der »Nchbar" berichtet, ist Hadschi Loja mit feiner Familie glücklich in Mekkd eingetroffen und richtete an den Sultan das Bittgesuch, er mvge ihm gestatten, für immer in der heiligen Stadt zu bleiben, wo ihn eine Moschee zu ihrem Vorbeter machen will. — (Aus dem Examen.) Professor: «Da« r0< mifche Recht verlangt, dass der Adoptivvater 18 Jahre älter fei, als der zu Adoptierende. Wenn nun A 37, B 20 Jahre alt ist, wie stellt sich die Sache?" — Candidat: ..Dann muss G noch ein Jahr warten." Local- und Provinzial-Nachnchten. — (..Rothes Kreuz".) Bekanntlich sind bereit» 50 Mann des Militär'Veteranenvereins in Latbach zu Zwecken der österreichischen Gesellschaft vom Rothen Kreuze fachtechnisch ausgebildet. Diese 50 Mann bilden nämlich die Blessierten-TranSportcolonne Nr. XVI. und zwar die ausgerüstete und uniformierte Feldcolonne und die Reservecolonne, Kürzlich hatten sich zur Uebernahme des freiwilligen Sauitätsdienstes neuerlich 90 Mann des hiesigen, von echt patriotischen Gesinnungen getragenen Militär-Veteranenvereins gemeldet, und begann am vori« gen Sonntag, nachmittags um 3 Uhr. im Garnisons-spitale Nr. 8 der fachtcchnische Unterricht der neu« angemeldeten Militär'Veteranen. Der Unterricht wird an sechs Sonntagen nachmittags ertheilt werben, und zwar an einem Nachmittage an circa 45 Mann in Partien zu je 15 Mann. Instructors find die Herren Militärärzte: Stabsarzt Dr. Franz Stan gel und Regimentsarzt Dr. Josef Uriel des Garnisonsspitals Nr. 8, dann Regimentsarzt Dr, Franz Haus er oe» l. l. l2. Feldartillericregiments. Die fachtechnische Ausbildung begann, wie bereits erwähnt, am vorigen Sonntag, und waren zu derselben erschienen Herr Oberstabsarzt Dr. Stawa und namens des patriotischen LandeShilfsvereines sür Kram der Präsident desselben. Herr Regierungsrath und LanbeS-Sanitatsreferent Dr. Emil Ritter von Vtöcll. Voc Beginn des Unterrichtes begrüßte Herr Dr, Ritter von Stöckl die MilitäoVeteranen in einer warmen Ansprache im Namen des patriotischen Landeshilfsvereines und. wie Rebner wiederholt betonte, im Namen aller Menschen» freunde überhaupt auf das herzlichste. Unter wiederholter Anerkennung des edlen Berufes, welchen sich die Veteranen gewählt, legte Redner auseinauder, wie wichtig und bedeutungsvoll eben die erste Hilfe ist, welche den verwundeten Kriegern auf der Wahlftlltte gespendet werden soll. Herr Dr. Ritter von Stocll schloss seine Ansprache, welche sichtlichen Eindruck auf die Anwesenden gemacht, indem er der Erwartung Ausdruck gab. dass die Militär-Veteranen ihre sich selbst gestellte schöne Aufgabe im gegebenen Momente ehrenvoll zu erfüllen imstande sein werden. Hierauf wies Herr Stabsarzt Dr. Stange! in einer kurzen Rebe auf die zwei wichtigsten Eigenschaften hin. welche den freiwilligen Sanitätsmann auszeichnen sollen, nämlich Humanität und Pflichtgefühl. Nur wenn diese beiden Eigenschaften Hand in Hand gehen, ent» spreche der Sanitätsmann den Anforderungen, welche man an ihn stellen muss. Durch zu Welt gehende Humanität, das ist durch zu große Nachgiebigkeit ge-gegenüber den Wünschen der Verwundeten, könnten dieselben Schaden leiden, deshalb sei es unbedingt nothwendig, dass der Sanitätsmann auch von strengem Pflichtgefühl getragen sei und sich ftricte nach den An-oronungen der vorgesetzten Aerzte richte. Nach diesen Vorbemerkungen des Herrn Dr. Stange! begann Herr Dr. Ha us er mit dem Unterrichte, welchen sodann Herr Dr. Uriel durch Vorführung zweier Kranken fortsehte. Da die Ausbildung der Mi-litar-Veteranrn in so bewährte Hände gelegt wurde, so sind wir überzeugt, das» bester Erfolg das Werk lrbnen wird, welches die Herren Aerzte und die Veteranen begonnen. — (Subventionen) Das h, k. l. Ackerbauministerium hat für die projectierte Errichtung einer Eisterne in Unterberg eine Subvention von 100 fi. und für die Erweiterung eines Quellbrunnens in Schwein-berg eine Subvention von 80 st, bewilligt. — (Der Unterstütz« ngsverein für dür f-tige Lehramtszüglinge in Laibach) wirb nächsten Sonntag, den 21. d.M. vormittag» 10 Uhr im Clinferenzzimmer der l. l. Lehrer.Bilbungsanftalt seine diesjährige ordentliche Generalversammlung abhalten, wozu alle Mitglieder und Gönner freundlichst eingeladen werden. - (Ein heimatliches Kun ftwe rk) Vorgestern ist die für die Herz.Iesu-K!rche brstcllteMon-stranze hier angelangt. Dieselbe ist °u« berufter-Hand unseres Lanbsmannes. des Herrn 3ranzIe-rani i" <»c>ld. und Silberarbeiters in Wo fSberg, hervor gangen. Die Wippach an, führt unter Benützung der v0l< handenen Straße in nordöstlicher Richtung bis Storje, wendet sich sodann nach Nordwest und gelangt nach Kazle. woselbst der nordöstliche Abhang des Triester Karst.Stockes erreicht wird. An diesem Abhänge führt die Bahn auf eigenem Unterbaue an Machnitsche und Rasa vorüber, wendet sich nächst Coboill nach Westen, berührt die Ortschaften Koboli. Kooreöe und Kovoii. erreicht nächst Mautsche das Wippach-Thal und. in diesem Thale zumeist auf eigenem Unterbaue weiterführend, in Wippach den Anschluss an die Linie Görz>Wippach des projectierten Localbahnnehes. Stationen und Haltestellen sind außer in Sessana und Wippach in Storje. Kazle, Vranica und Gotsche in Aussicht genommen. Die Länge der projectierten Ergllnzungslinie betrügt 27 Kilometer. Die AusfühlUNgSlosten sind im ganzen mit 900 000 Gulden, oas ist per Kilometer mit 33 580 fl.. ver-anschlagt. — (Ein Wolf erlegt.) Aus Rudolfswert wird uns unterm 13, d. M die Mittheilung gemacht, dass vom Grundbesitzer Franz MiZmai von Ambrus in der Nähe seiner Nehansung am 9. b. M. in der Morgen« stunde ein Wolf männlichen Geschlechte«. 1 Meter 55 Centimeter lang und 80 Centimeter hoch. geschossen wurde. — (Schadenfeuer.) Am 10. d. M. vormittags brach beim Besitzer Mathias Pistotnik in Godii, poli» tischer Bezirk Stein. Feuer aus. welches dessen Stallung sammt Futtervorräthen in Asche legte. Auch ein Schwein gieng dabei zugrunde. Der Schaden beträgt circa 800 fl Asseculiert ist der Besitzer auf 200 si. — (Nächtlicher Ueberfall,) In der Nacht vom 14. d. M. wurde der Besitzer Barthelmä Nbe aus Tersein auf der Bezi,lsstrn Knalls verbrannte zu Aschc. zwei Menschen schweben, mit Wunde» bedeckt, in Todesgefahr. Wenn man bedenkt, dass neun Wirtschaften, ausschließ, lich nur aus Holz erbaut, mit der ganzen heurigen Fechsung knapp vor dem Winter bis auf den Grund dun dem Elemente verzehrt wurden, so dass die arme Bewohnerschaft kaum das nackte Leben retten konnte, so kann man sich das Elend vorstelle». Fünf Besitzer sind mit geringen Beträgen bei der wechselseitigen Ge« sellschaft versichert, die übrigen blieben leider aus Noth durch mehrere Jahre mit den Gebüren im Rückstände. Im ersten Momente hat di« Stadt Wmd'lch.Feisiriz mit Wäsche. Kleibern und Lebensmilteln ausgeholfen. Die Gemeinde Kerschbach vertheilte sogleich 50 fl unter die Verunglückten, welche im strengsten Ginne des Wortes nichts retteten, als das nackte Leben. — (Vorconcession) Das k. k. Handelsmini, sterium hat dem Cioil'Ingenieur Baron Oskar Lazarini in Wien die Bewilligung zur Vornahme technischer Vor» arbeiten für eine normalspurige Localbahn von der Südbahnstation Cilli über Sachsenfeld. St. Peter, Heilenstein. St. Martin und Goreine nach Schönstem, mit eventueller Fortsetzung über Windisch Grah nach Unter Drauburg, auf die Dauer von fechs Monaten ertheilt. Annst und Aiteratur. — (Landschaftliches Theater.) Troh der ziem» lich gelungenen Ausführung vermochte gestern „Die Prin» zessin von Trapczuut " lein Leben im allerdings schwach besuchten Haufe hervorzubringen. Die Operette hat sich eben überlebt, die Witze und tomifchen Situationen zünden nicht mehr und die Musik Meister Offenbachs, die uns in früheren Jahren entzückte, gemahnt heute an den Leierkasten. Fräulein Peters sah als „Prinz Rafael" wieder recht nett aus und sang ihre Lieder und die Romanze sympathisch. Von den komischen Rollen wurde mir jene des „Sparadrap" von Herrn Mondheim wirkungsvoll dargestellt. Wieso mag wohl. Herr Jelinet, unser distinguierter pöro nodlu im Salonstücke zu der Rolle des Seiltänzers „Capriolo" gekommen sein? An einem Samstag oder Sonntag, wo man auf ein animiertes Pnblicnm rechnen kann, hätte die Operette Erfolg gehabt. - — (Sal on ' Tanz» Album.) Die tanzlustige Welt findet in dem neuen Salon-Tanz-Album 1865, für Piano von Ed. Werner (Wien, Carl Haslinger nte,pellierte Nbg. Obelndorfer den LandesvertheidigungsMinister über einige Verord« lnma.cn, welche angeblich mit den Bestimmungen drs Wehrgesehes collidicr»«. Ein Antrag Chlumrcky?, dcn Neuwirth'schen Antrag vor dem Berichte über die Verlängerung des Localbahngesetzes zu verhandeln, wmde mit 158 gegen >36 Stimmen abgelehnt und die Generaldebatte über den erwähnten Gericht er» eröffnet. Wien, 17. Dezember. Das Abgeordnetenhaus nahm nach eina/h nder Debatte und nachdem der H.nidelsmini-ster die Nothwendigkeit der Verlängerung des Localbahn« gesetzes dargelegt und die vom Abg. Neuwirth bei Ge» legeliheit der ersten Lesung dessen Antrages vorgebrach, ten Ausführungen unttr wiederholtem, lebhaftem Bei» falle der Nechlen glänzend widerlegt hatle, die Ver« länge»ung dls Localbahngesetzes sowie den Bericht der Ausschussmajolität über den Nemviith'schen Antrag, unter gleichzeitiger Ablehnung aller eingebrachten Mi« noritalsanttäge, an. Wien, !7. Dezember. Im Gemeinderalhe theilte der Bürgermeister mit, dass nach d<.n eingelaufenen Nachrichten vorgestern abends eiue sehr bedeutende Arbeiterrevolte in Pottschach statifand. wobei auch Verwundungen vorkamen und zu Verhaftungen geschritten werden musste. Mährisch - Oftrau, 17. Dezember. Gestern nachmittags fand im fürstlich Salm'schen Siebenerschachte zu Polnifch-Ostrau eine Explosion infolge Entzündung von schlagendem Wetter statt. Drei Bergleute waren fogleich todt, mehrere andere mehr oder minder verletzt; von den Schwerverwundeten sind bereits einige gestorben. Berlin, 17. Dezember. Der Reichstag verwies den Antrag Iadz^wskis ni^gen Zulassung der polnischen Sprache bn den Gerichten ,n Posen an eine Con,' mission. Staatssekretär Schelling hatte erklärt, die Regierungen seien nicht geneigt, aus den Antrag ein< zugehen, und lein Grund vorhanden, am bestehenden Zustande zu rütteln, nachdem die Reichsi.ustiza.esch. gebung die polnische Spracheofrage mit dcr glbinendcn Rücksicht auf die belheiliglen Interrssm behandle. Briefkasten der Redaction. L. in Laibach nnd anderen Einsendern: Ihre Zuschriften bezüglich des überhandnehmenden anonymen Vriefschreibcns Habs» wir erhalten. Ihre Anschauungen tönneu wir selbstvec» ständisch nnr theilen und registrieren mit Vcreüwilligkcit, dass „diese Leulc zu feig sind, sür ihre schändlichen Eisinouuge» und Veclemndllngl'n mit dem Namcn einzustehen, nnd dass sie sich dieses eklen Mittels bedienen, um entweder eigene Vestrcbnugeu zu süidcni odci anderen das Leb?» zil verbittern," Auch die von Ihnru a»qrsührte Thatsache, dass dieser in Laibach uu« gewöhnlich statt betriebene llnsug leinen Kreis der Bevölkerung verschont, und dass namentlich Äräutc von diesen Leuten niedrig, sler Deutungsart mit Aufmertsamlciten überhäuft werden, 'ist uns i„M ftenid. Im übrigen trösten Tic sich damit, dass diesr Leute slch selbst richten. ' > , Volk5wkl1chaUiche5 Erster allgemeiner Bcamtcnverein dcr österreichisch-ungarischen Monarchie. Im Monate November d. I, wurden beim Veamtenvereln abgeschlossen 379 Verträge über die Capitalsversicherungssummc von 370990 sl. und 3l20 fl, Rcntensumme. Der Stand der Lebensversicherungs.Ubtheilung am 30, November d. I. bezifferte sich mit 44489 in Kraft befindlichen Polizzen über die Summe von 42885 223 fl. Capital und 178100 fl. Rente, Infolge von Todesfällen sind in diesem Jahre 500 Versicherungsverträge erloschen und daraus 421700 fl. Capital und 1209 fl. Ne»U> zahlbar geworden. An Erlebensfallversicherungen wurden auö> bezahlt 77180 fl. Seit Beginn der Vereinswirlsamkeit wnrde für abgelaufene Versicherungen die Summe von 4811000 fl, geleistet. Nie pro November fälligen Prämien betrugen 86!<58 Gulden, die Prämien seit 1. Jänner d. I. 1300000 sl. Uaibach, 17. Dezember. All» dem heutigen Markte sind erschienen: 6 Wagen mit Getreide und 12 Wagen mit Holz. Durchschnitts« Preise. Weizen pr.H,„ulil 6 34 7^13 Vutter pr. Kilo . - 64 ! ^ Korn . 5 4 5,73 Eier pr. Stück . . — 3 — Gerste . 4,71 5 2:5 Milch pr. Liter . - 8 - Hafer . 3, 9 3ii?!Rindfleisch vr.Kilo 64 — halbfrucht .-------6 27>«albsleisch . - 60 -^ Heiden . 4 71 5 43 Schweinefleisch „ - 52 ^ Hirse . 569 568zSchöpsenfleisch -33- Kukuruz „ 5 40 5 47 i'iihndcl pr, Stuck —45 Erdäpfel 100 Kilo 2 86-------Tauben „ .1? Linsen pr, HektoM, 6-------heu 100 «ilo . . 1 69 Erbsen „ 8 — - Stroh „ . . 151 -^ Fisolen . 8 50 - hl'lz. hartes, pr. —-^ Rinbsschmalz Kllc - 92------ Klafter 7 60 — ' Schweineschmalz , - 82 — - weiche«, „ .^20 ^ -^ Speck, frisch « 58-------,M'>ü, roly., 100Lit. - - 24 — ^räuchert. — 72 — — N'?lk<".' ^ 20 - «udslfswerl, 15. Dezember. Die Durchschnitts.Preise stellteli sich auf dem heutigen Markte wie folgt: Weizen pr. Hektoliter 7 58 Eier pr. Stück . . - 2j Korn .. — - Milch pr, Liter . . - « Gerste .,-------- Rindfleisch pr, Kilo , 52 Hafer „ 2 til Kalbfleisch „ 52 Halbfruch» „ —,— Schweinefleisch ., ^ Heiden ., 4 55! Schöpsenfleisch ., -" Hirse „ 4 55 j HNHndcl pr. Stück , 3l1 Kukuruz „ 4 88 Tauben „ , 20 Erdäpfel pr.Meter»Ztr, 2 80 Heu pr, l00 Kilo , - ^ Linsen pr. Hektoliter — — Stroh 100 „ Erbsen „ - — Holz. hartes. pr.Cubik. Fisolen „ - — Meter .... 2 ?l Rlndsschmalzpr.Kilo — 86 weiches, Schweineschmalz .. 86 Wein, roth,. pr,He"ltolü >6 ^ Speck, frisch, ., ,, hg — welsler. ^ 10 ^ Speck, geräuchert, ., — 80 Verstorbene. Den 16. Dezember. Josef Kaleschini. Vaumcisters» Sohn. 3'/, Monate, Tirnaucrgassc Nr. 10. Fraisen Den 17. Dezember. Josef Fraucot, Tracteursiti3 «ui)ill»ri«, — Maria Pus. Schneiders-Gattin. 27 I.. Nai» Nr. 16. O»loinum,l ulorl, - Anton Lumbar, Arbeiter, 55 I., Tirnauergasse Nr. N, Lungentuberculose. Landschaftliches Theater. Heute (ungerader Tag) zum Vortheile dcr Schauspielerin Eleonore Hardtmuth: Die Räuber. Tranerspiel in sü"> Acten von Friedrich von Schiller. Meteorologische Beobachtungen in Laibach^. " "Z W zs 3 :^ «h ____F Z5§ ß °__________°" ^ 7 U. Mg. 738.22 > 1.6 !NO. schwa< bewölkt 5ZM 17. 2 „ N. ! 733.75 ^. 2.4 SW, schwach^ bewölk! Mg"'. 9 ., Ab.! 729.98 > >l_ 24 ^^ s^^l, Regen Sch"" Tagsüber düster, öfters Regen; abends nnd nachts Ness"'- Morgens den 18. Schneefall. Das Tagssmiticl dcr WärlN« -j-2,1°, um 3.6" ülicr dem Normale, ________Verantwortlicher Redacteur: I. Naglli. J Prekrasno božicio in novoletno iarilo! % ÜyJTI Ravnokar so v naöom založništvu izišlo n» ftd rjlJJ svitlo: lUH i Poezije, ziozii S. fireoorèiè. I lljJ Drugi, pomnoženi natis. — Elegantno vezane ^J p}< in sä zlatim obrezkom stanejo 2 gold. 0 Lri Ig. v. Kleinmayr S Fed. Bamberg m (ill U^ knjigotržnioa v Ljubljani. i^#H!| Urtheilet selbst! Wie oft scheuen wir nns, ein Heilmittel zu laufe» trol^ dem wir solches von allen Scitcu loben hören, Warnm <" ^' fach well wir fürchten, dennoch ciue nlchlose Ausgabe zu « chen, so klein sie auch sein möge. Aber urtheilet selbst, ob " Ausgabe von 70 Kreuzern hätte in folgendem Falle besser n gewandt werden können: . 5..» „Nachdem ich zwölf Jahre an Stuhlverstopfung ""° ,,<,. „damit verbundenen Leiden litt und nirgends Hilfe finden l"' ^' „auch das Vad habe gebraucht, verdanke ich meine cs!lu^ „nur den Apotheker R. Brandts Schweizcrpillcn. Nach 0^. „Mrbrauch bin ich ganz frisch und gesund, was ich h'e"", ,„>.„, „stäligc. Eisendorfer Glashütte l,ei Weihlnsuls in »1"l)'" „12. Juni. Ober.Glasblasmeister Mühl Balrlc." ^.lsctle Man achte genau darauf, dass jede Schachtel als U"" ein weißes Kreuz im rothen Grunde und den "amen«« Rich. Brandts trägt. («" Laibacher Zeitung Nr. 291 2405 18. Dezember 1834. Course au der Wiener Börse vom 17. Dyember lttii4. »l war,' TjllatS.Nnlehe». Nft<«>,Nl>,!<,,>.......8I„O 81,9l^ vllbetr«i!«e.......k2?5 k»'9<, l^54« ^l> ,, Vtaal»loje . «50 st, >li> 75 I«» «s, l»M,l 5"^ ««,«.« ^nn , l»t — 1»« i5 l»«uci 5>,^ hünstcl,^ , ,41 8N 14l! »0 l'«i^l Slaatslüsl . . 1(«' „ l?! »5 171 75 "«i'T , . . nn , 17n5«1',I. »l>«0'«entibl<:nt« «°/, ... i>4 10 i»4 80 » ,. « 4«/, .... «575 85'g» » Pavier»cntc «"/„ .... »075 »»80 , Hlleub.xUnl. lullst. ö.W.G. l — — » , ^)?m 1.18?« le» — 10« 0« » Pl«mi,n««nl. k loofl.e.lw. ll5 7s. lie-- ^ht!^«eg.»i<^sz 4°/« wo st. . . n«>eo 117-to 5 co b°/, tloatlsck» und slavonische . ,ao — i»X'— " /, flcl>enb ^,.. ,,^^„ z»/^ 2«me«vor»»anatn . . . iso?5 10<.«5> , (Vllb« obcr <>« s>c »!» — b»o.'LrÜ«.len>SchUlb»«lchr.3»/<> i<«l,0 !^?'— Oefi. Hyp.'t!)elenl'anl io>. 5'/,«/', - - ------ 0es».-»"!,. Banl «nl. »"/<, . Kl i « ic» '0 dt°. . 4'/,°/» - - 101 il 1<»1 40 bto. » <°/i - - bl'i5 »7 cu NnaaUg.Vobenclcdll.ülctieugcs. W Pest w 34 I u«l. b'/,°/. . i,l ?s. 10, 50 PriorMts'vbligatione« »lifabeth'W^Nbahn l. «miifton 11^.^5 ,i« eo N«b<>lanl>>z.!i!olbba^!! iu Gilb. l«5 70 ic,«'-^ Fian, I°lcs»li>ahn.....9«- - 90-l0 0>a!>'isch,: Karl. Lubwiss. ittal,,,» /,'/»- > »9 80 »» l>« Oeftel?. Keidioefibohi, .... l«,3 lu 10» 4« V»eb«ubiiv»e» . . . . «7 ?5 »»— «el!> «»»» G»ant«bahn 1. «M'ssi<>n . . . 18» — —'— »üdbahll k «"/,......,148-—KK l»0 . »5"/»......,,3'l.o 1«t'»0 llnl......mi«n»Unlehtn ilO N. ,» - »t- Oftn« i!ose 4U st......45 ,z ., . . ^nlfid.'.'^se 4o N......,7 ,5 z7 75 «othen itteu,, 5i<. Ges.v. IU fi. 13 »5 13 5b Uudllil'Los« 10 fi...... lg— 18-50 Salm»v«s« 40 fi...... z,2>ü s.« ?5 St.<>Geno!^«^c>le i» ,l. , . . . 5^75 zi.s,n Haldftcin^'ilse 2» «..... ^7.5« z«s,o Wlnl'ilchssräh«««^ '<) «. , , , »e l,0!«7 5» »anl. Nctirn ilnglli-Oefien:. B>,nf »ao'fi. . »150 »K — U«nl-Gelells«aft, Ml«« A10 st.____— - Vll.itvtrciu, Wie, r, ,oo fl. . , ,o,..,l,100 Ndncr..Anst.,Qeft.zo0fl. E.. ^><»nb u. , U'iq. ^lü, jl, . l>! z 25 zuz-75 Depoftlenl!.. el>«»°,l. ZW». 8»0— 81« — hypotbell'nb., öff. wo fl. 25°/„ H. 5iül.....5l? — ßL» - Uuionbanl »on fi......i<>— 7» 50 Nl,ll«>, ^ Vlblecht»«ahn »»<> st. Vilber . — — .. - «lf?ld.,f!nm,^.'"i-,bn »oon.GNb, !>v> -!ii«c. z» Nusft^..Tep<. l'c!^"''. ^,^ l,-, / ^,-------—>- «öhm. «Olbbahn 150 ll. . . . 18» . liik - , Weflbahn »lt. ») «00 st. .-------..-. Donan ' Damvfschissahrt » fl.E, i»,- .!ib7c,c, ^«bina,ll!.>?lec!>b. 1000«. !lM. «»(>, «25 !franz'Io?:?.L^i! »00 ss. Vil5 »05-—,vc.8 lü Fünfii>:chtU>Vaic,7cHil,!>H'>fl,G. — - . .-V,lz.N«I»eubw<<>,« »0a?l. CM. »,?Äs, i»7 7^ Vlftttl. NllrdwcNb. «00 N. Vll^. i?i 50 l»I— dt«. «r li7« ,5 >?« 7b Pillg'Du»,« «tisenb. 15« ^l. H ill,. 3', bh! 3« " Nnboli' Äahll ^0» ff. Vllker , „c, 50 '8'.- » Siebenbülg« tzljenb. Ä st. E. ,7,— 17» üe Vtaatc^ile^babn ^oa «, ö. N. . »<<« 75 »07 — «llbb^T, ,00 ss ^'!!,e, !i4? 50 ,4,'« Hi!d N«7bb !»!crb..^. »«,N!i.'l N !il.U — 15« 5» T^ih'Oahi, 200 »I, s, Äi. . , V.!-— ,b» — Ir«M»<»i.Gt<.,W,. l70ft ii.lll). „1 _ ,,1 55 , lv? . neue lao <, . , — .. ^.^ T?»-.»^0!-t»VcsfMli ,,sl >»<, ll, , ««-, ,^__ Nnf,.»q!>I!,. Viss,:^. ?O0ss, S«u,»r ,7» 50 l?»-. Uü,,. Nolbostbü.ll ^^u st. ViNei 78« .- 1«,'I^ Industrie «etlrn Sc^hl»I'.lb. in , .. 1,7 ^. „^lb,'!Nl!l>l", P?p,<:lf. u. ?^.,cv 57 5l. ',»-5«, Mont»N'H>llells. östlrr.»»lpil! « ?„ «5 ^. P,ag« «lseil.^b..««^ »00 ft izz— is.... Vlllno»t«r', H'!^rc>ff, 100 fl. ,,», — ly'.-.. walsens.««»,, O?N. ,^, iw.iou ft-------.... lrisalle, «»hlenw.»»es. 100 ss. . >^. ^ ». Devisen. Deutsche ^l^tzc......»0»» «0Xl s,nbe«.........»58 35 l« 7l Pari«.........«70 4« ?>i Petn«burg......— - — — Valnteu. Ducalcn.......i?» »'« »0.««anc».«ta lr, und 8 Stiick Salirl)l«Mtt,>dwnsser il 5)0 kr. per Pustnachnahme baldigst z»l senden, die ich jeftt siir meine Verwandten bestelle, nnd welche ich auch jedem Menschen an-recommandieren werde Diese Mittel habe ich anch in Laibach, als ich^in der Handclslchranstalt war, stelZ gebraucht, und da ich ersehen habe. dass dieselben sehr niitzlich find, so habe ich diese auch meiucu Verwandten anrecom« mandiert. Mit aller Hochachtung Valjevo in Serbien. Obige angcslihrten Mittel, über die viele Danksagungen einliefen, siihrt stets frisch am Lager und versendet per Nachnahme sofort die (4537) 9—7 „Einhorn"-Apotheke des elui. v. Iruk0«27 WM- Jedes in der Apotheke 3r«. lbczy gelauste Driainal«Ealic,,l.Mu«d Wasser und Ealieyl.HalinPlllver hnt eiue aussiihrliche Abhandlung "b" Con« serviernna der Zähne uud der Nlnnd höhle unentgeltlich beigepackt. Ending zum Besuche fler 8 Weihnachts-Ausstellung | sowohl von luxuriösen als von praktischen, zu Gesehen- X ken sich vorzüglich eignenden Gegenständen in exqui- A siter Auswahl Q G. Karinger. R voooooooooocxxcxxxxxxxxxxxxS) Leberthran-Oel (Oleum Jecoris Asselli). Ein Ool, welches aus den frischen Lebern, welche Gadus Morrhua Linn6, oino Scliollfischart, inno hat, boi sehr gelinder Wärme im Dampfbado bereitet wird, ist bl&ssgolb, von eigenthümlichem, nicht ranzigem Geruch und Geschmack. Man unterscheidet im Handel verschiodono Thransorton: 1.) Der blanke, hollblanko oder gelbe Leberthran (der officinelle) fliesst unter gelindom Erwärmen im Waaserbado aus don Fischloborn, odor man gewinnt ihn durch Einwirken von Waasordämpfen auf dio zorkleinerto Leber (Dampfleber-thran). 2.) Der braungolbe oder blanko hollbraune Leberthran (früher ebenfalls officinoll) ist das Ool, wolchos nach Abscheiden der ersten Sorte durch stär-korea Erwärraon und Auspressen gewonnen wird. 3.) Brauner Loberthran wird aua dem Rückstände der Lebern nach d«n beiden vorgohonden Sorten durch Auskochen mit Wasser eihalten. (Freyborger, Präparate der deutseben Pharmacopoe, Ausgabe II) fisF~ Dia erste Sorte, dio auch die beste und wirksamste ist, in Flaschen a 60 kr» vorkauft (4839) 12-5 die Apotheke Piccoli „zum Engel" in Laibach, Wieneratrasse. Das Dampf-Leberthranöl nach der deutsohen Pharmaoopoe vom .Tulxi'e 1©^*3 ist unstreitig die beste und wirksamste Soite, die im Handel vorkommt; sie 1st auoh die Sorte unserer österr. Pharmacopoe vom .Tulir«' li-*<»> (naoh der Zubereitungsweise), welche jedoch bezüglich der Farbennuanoe den Unterschied der Qualitäten nioht so genau macht, wie die im Jahre 1883 ersohle-nene deutsche Pharmaoopoe, welohe mit Rttokaioht auf die seit 1860 gemachten Fortsohritte der Wissenschaften bezüglloh der Beurtheilung der Güte und Besohaffenheit der Präparate genauer unterscheidet. Das p. t. Publicum wird aufmerksam gemaoht, das Leber-thranöl, welches von <*iu**r Finnu in den hiesigen Zeitungen annonoiert und als beste Sorte angepriesen wird, nioht als solohe anzusehen, da diese nioht die beste ist. Sie wurde in die deutsohe Pharmaoopoe nioht als offloinell aufgenommen (sie ist nioht die von der österr. Pharmaoopoe gemeinte), 1st weniger wirksam und im Handel um ein Drittel »»illi^oi' als die reinere und wirksamere, von mir annonolorte Sorte. Laibaeh, 26. November 18K4. O". ZEPICCOli, Apotheker. iFfifWeiÄi K ornpfiohlt ß! 3 Rudolf Kirbisch g Ö Conditor, Congressplatz, ^ u roicho Auswalil in Christbaumconfoct, }Q S Attrapon.Bonbonniüron.Cartoimagon etc., g {] feinstes Mandolato, Kletzmibrot. Leb-ßj J5 kuchen.Pfofferkuchon, Quittonkäao, foinsto K pl Bonbons, in- und auslündor Chocolado, jjj J2 spaniacho Woine , foinston TJioe, Rum, N Ln Cognac und Liquouro. Zu don Foiertafjen n. Galle Gattungen Potizon, Gugelhupf undn (J{ Pinzo in allen Grössen vorrüthig. « (Jl Bestellungen nach auswärts prompt effec- J{ 3 (5039) 12-7 tuiort. ß Verschiedene Reste Idrianer Spitzen und Einsätze für Wäsche sind billigst zu (5118) 3-2 habon Schiesstättegasse Nr. 1Z (ebenerdig). Wei-Breiioli ganz trocken, in dickon Scheiten, zu haben (5114) 3-2 bei Josef Negri in Cilli. KXXXXXXXXXXXOXXXXXXXXKXXXXX 5 Krainische Industrie-Gesellschaft | || Laibacli. )| K Die Generalversammlung der Gesellschaft hat am j{ K 16. Oktober 1884 beschlossen, den am 2. Jänner 1885 ^ |t fälligen Dividenden-Coupon mit H 1 fl. 1O per Stück * <» einzulösen, welche Einlösung zur Verfallszeit bei der Cassa Ä 5 der'Gesellschaft stattfindet. « KKKKKXKXKXXKOKXKttXftXKKttKftXK