TatbackerSettuiW, 100^ Freytag, oen iä. December 1627. Wien. den 6. December. Seine tonisch« Hoheit DemM'guel, Infant von Po u aal und A lgar dien, Regent dieser Kon'g. reiche und Stellvertreter Sr. Maj. Ihres erlauchttn Bruders deS Kaisers D. Pedro, haben vorgestern dle Reise aug dieser Hauptstadt, w° sich Höchstdiefelben. wählend eines dreyjährigen Aufenthaltes, die Liede und Achtung des AUtlhochsten Hofes und di. aufr.cht.ge Anhänglichreit aller derer, welch« das Glück hatten, sich Ihrer Perlon zu nähern, erworben haden. übe« P a» ris und London, nach Lissabon angetreten. In der Begleitung Sl. königlichen Hoheit, des Regenten, befinden sich der Graf von Villa. N«al, Pair des Königreichs, der portugiesische Minister am lalserl.ch brasilianischen Hofe. Nttter von Pe«ei«a , und d.e H«ll«n von Mello, Camarct und Saldanha. (Ost. V.) Trieft lo. December. Die Piraterie hat im Archipelagus mehr als je über, Hand genommen, und von Zante und Syra vernimmt man nichts als Plackereyen der griechischen Kolsaren. Ohngeachtet der erst vor Kurzem von den Admirälen der drey aUiirlen Flotten rücksichtlich der Seeräuberey ergangenen Bekanntmachung, wurde doch im Kanal von Corfu ein österreichisches Fahrzeug, Kap. Miovichvon «inem griechischen Korsaren nach Petala (einer unweit Uiesfolunghi gelegenen Klippe) aufgebracht, und dort seiner Ladung deraudtv Gleiches Schicksal soll eine an« dt«e österreichische Brigantine (man vermuthet es sey die nach Salornchi und Smyrna bestimmte Brigantine, der Wilde, Kap. Matthäus L e tt ls) getroffer haben. Briefe von Syra geben «in Verzeichniß der erf kürzlich von griechischen Korsa«en gekaperten und nag Aeaina aufgebrachten Handelsschiffe, unter denen sig die österreichischen Brigantinen: der Vielgeliebte der Versicherte. Mentor, und die österreichisch Gslleltt Josephine» dann die französische Vligant! ns. der Talisman, zwey sardinische Vriggs, und das schwedische Schiff Ve n u 0, befanden. Nach dee Ielseninsel Earabusa wurden gebracht, die vsterreichi» fchen Brigantinen. Apollo und Erzherzog Bt«» phan. Nicht mindere Schlupfwinkel biethen die In» feln Santorin, Scar panto, Serf? und Sisants, den Korsaren dar. Ein Schreiben aus Neapel vom 27. Nov. meldet» daß in Ver Nacht vom 25. auf den 24. November da« österreichische mit Taback und Stahl velader.e Trabakel. der Gütige, im dortigen Golf Schiffbruch gelitten habt. (". "l.) T e u t f ch l a n d. Se.'Mai. der König von Vaiern haben auf die von Seiten des in Stuttgart gebildeten Vereins zu« Errichtung eines Denkmals für Schiller, ergangene Einladung bestimmt, daß das Schauspiel „W ilhelm Tell" im großen königl. Hofe und National.Theater noch im Laufe dieses Monaths aufgeführt, und der Ertrag hievon zur Beförderung jenes National-Unter, nehmens verwendet werde« (L. Z.) Königreich Sardinien. G e n'u a, den 17. November. Auf königlichen V«» fthl ist zum Schuhe der Handelsschiffe gegen d,e immer» mehr um sich greifende Seeräuderey eine aus zwey Korvetten und einer Brigg bestehende Division von Kriegsschiffen heute nach der Levante abgtftgelt. (Wand.) Großbritannien. , L 0 nd 0 n, 26. Nov. Unsere Regierung erhielt die» sen Nachmittag von Hrn. Stratford Canning Deve» l fchen, die ebenfalls bis zum 5. November reichten. Es ) mag altz Beweis dienen, wie wenig «"fere Minister die ) Vesorgniß des Publicums wegen eines Vollsaufstandes , in Konstantinopel theilten, daß die nächsten Verwand» e ten des Hrn. Stratford Canning durchaus über fein i» Schicksal Veruhlgt waren, und nur die Vermuthung Hl2 äußerten, daß allenfalls einstwellige Einsperrung des Gesandten die Folge der Schreckensnachricht sen« könnte. Unsere T«fen berukigenden Resultaten nicht zufrieden, sie haben sich, weil die Canning'sche AdminiNratwn, die hen Veitrag vom 6. July unter« . noch fortdauert, unter den Noßschweif der Tür« ken geltcllc, und würden eine kleiue tülkische Rache nicht ungern gesehen baden, damit sie auf das gegenwärtig« Ministerium mit Anschein Rechtens losziehn könnten. Ihnen ist weder der S>eg bey Naoarin noch die Unab» hängigkeit dcr Griechen angenehm. Daher wünschen sie sehnlich eine Auflösung dcr freundschaftlichen ^Verhält» n>sse, die jetzt unier den drey verbündeten Mächten be> stthen, und wülden den Abfall einer Macht vom Vun« 0e, die etwa ihren eigenen Weg einschlagen möchte, mit Jubel empfangen. D>ese Schilderung ver gegen» wärci^cn Gesinnungen, unserer Toiy,s ist in keiner Ve> ziehung übcrtiicbcn. (Allg. Z) D'e ln Gibraltar für Se. marrokanische Maicstät eingekauften zwey Kciegsfch'ffe, jedes von iL Kanonen, find endlich nach Tanger abgesegelt, um bald möglichst gegen die Flaggen einiger nordischen Staaten des festen Landes zu kreuzen. Wild wohl ein solcher Unfug dieser Raubmächte noch lauge geduldet werden? Verdienen nicht diese mtt jedem Jahre sich erneuernden Schand« thaten und Angriffe auf den friedlichen Handel dl^e ernsthaftesten Betrachtungen? Jetzt, wo die großen Schutz» Herren des Islams, die Pforte und Aegypten. ihre ganze Seemacht eingebüßt haben, und die privilegirten v!er Raubslaaten allein noch einige Kriegsschiffe besitzen, die sie nur zu Kapereien der Kauffahrer mindermächti-ger europäischer Handelsstaacen gebrauchen, «etzt ist der Zeitpunct vorhanden, wo nnt vereinigtem Willen kräf» t'ge Vorstellungen gegen dieses emporende, und nur zu lange schon dauernde ^schmähliche Joch gemacht wer« ben sollten. (Prag. Z.) N u ß l a n d. Berliner Blätter melden aus St. Petersburg vom 21. November: »Nachrichten von der Armee in Georgien vom 28. October zufolge, sind unsere Trup» pen in Tauris, der Residenz des muthmaßlichcn Thronerben Persiens (A b da S Mirza) eingerückt.— Alayar Khan. Schwiegersohn, und erster Minister des Schach, war beauftragt gewesen, diesen Platz zu Vertheidigen. Als indeß unsere Truppen gegen denselben anrückten, sah er sich von den Sarbasen verlassen, und dadurch genöthigt, die Flucht zu ergreifen. Vey dem von allen Seiten erfolgten schnellen Vorgehen unserer Niitcrey konnte er jedoch nicht mehr entkommen; er versteckte sich in einem Hcmse in der Volsladt, ward da. selbst entdeckt und mußce sich den ihm nach< Tschetwerts We'hen und Gerste, KritgZmunttioa und Vorrätve <,Uer Art. — Kaum halle dcr General Paskewitfch die Nach. richt der Einnahme von Tc u r is erhalten, als auch ein Bote mit einem Ichreiden deS Abb as Mirza dey ihm eintraf, worin letzterer erklärte, er sey mit Voll» machten des Schach versehen, und wolle selbst den Fr,e» den unterhandeln. Der Oct der Verhandlungen sollte sofort besummt werden. Am 28. refand sich Gener l Paste witsch in Marand a.^ El beabsichtigte, den Tag darauf mit seiner Aoantgaide nach Tauris zu marschiren, und alle seine Truppen «chelonweis« nach» folgen zu lassen. — Se. Maj. der Kaiser haben dem englischen Vice, Admiral Codrington den St. G«» orgs « Orden zweyter Classe, und dem französischen Con« tlt» Admiral von Rign y, den St. Altr«n0,»Ncwyky-Orden veiliehen. Graf Heyden itt^ zum Vice»Ad> miral und Ritter des St. Georg« Ordens dritter Classe ernannt worden." Aus O 0 e si a meldet man vom 27. October: ,Dnen russi« schen Kauffahrer auS den Hcindea eines griechischen S«e» r^ubers zu retten. Capitän Sillich , der sich an 0«r Sp'ße einer Kauffahrteiflotte befand, die, um große» rer Sicherheit willen, in Gesellschaft segelte, entdeckte am ». October auf der Höhe von Sci 0 eine griechisch« Brigantine, die zu kreutzi.ach Ancona bringt, meldet, daß die ?on der zerstörten lüikifch. ägyptisch,« Flotte noch übri° gen 26 Kornetten, Vrlggs und Transportschiffe von den verbündeten A^mir^len die Weisung erhalten haben, abzusegeln und cncwcdcr nach Konstantinopcl oder Ale» randria ,urückzulchrcn. — D>e türkischen Alvaneser >.'on der Armee d?s Stroskiers sind nach ethaltener Bezahlung ihres rückständigen Scws in ihre Heunath zurückgekchrt. Der SetüZkier hat befohlen, «Uen Ein. wohne,« der ottomanmfchen Staaten unter seinem Ve» flhle, ohne Unterschied, ihr Geld, als c,ne Kricgscon. tlidution abzunehmen. Man spricht von^ einer Expedl' tion des Obriften F^boier nach Scio, die gelungen sey, von einem griechischen Angriff auf Euböa, und von Ab» fendung eine« HülfücorpS nach Candia. Ko nsta nt, no pe I 11. Nov. Gestern haben die Vothschaftcr der verbündeten Mächte der .Pforte die AntwoltSnote auf dle von lhr untecm 6. November gemachten Bedingungen überreichen ^lassen. Gi-s soll folgende Hauptpuncte enthalten: 1. der Vertrag vom 6. Julius, der bis jetzt keineswegs annullirt sey, ver« biethe den Verbündeten, die griechische Frage nachdem Wunsche der Pforte aufzugeben. 2. Die türt,sche See. macht habe das Gefecht von Navarm selbst veranlaßt, und dadurch den Anspruch der Pforte auf Schadcner. sah verwirkt. 3. Eine Genugthuung könne der Groß. Herr um so weniger erwarten, als die Pforie zu sein« Zeit benachrichtigt worden wäre, daß ein Ereigniß wie das von Navarin emlreten tonnte, im Falle die Pforte nicht dem Nathe der Mäßigung Gehör gäbe, oder ihrer, scits sich einen Angriff zu Schulden kommen licß/. Dl? Schluß dieser Note soll den Wunsch entHallen: dic Pforte möge die Pacification GriechenlandcS annehmen, und darüber endlich c>ne günstige Antwort ertheilen, So lange die Bothschast^r Englands, Frankreichs und Rußlands diese Antwort nicht erhalten haben, werden sie Konstantlnopel nicht oerlasscn. In ihren Gesand-schafcshotels sind indessen alle Anstalten zur Abreise ge« troffen. D>e Bothschafter Englands und Frankreichs, haben in Ermanglung eigner Schisse einige sardinische Fahrzeuge gemiethet. Corfu, lt. Nov. Die combinirten Escadren l/a» ben den Hafen von Navarin verlassen; Admiral Co» drington ist nach Malta, die Contre-Admirale N'gny unv Heyden slnd nach Smyrna gesegelt. Tne Türken sollen die au5 dem Treffen vom 20. October geretteten Schisse selbst zerstört haben. Ibrahim Pascha hat sich mit seiner gcsammten Macht nach Pattas begeben, und nur kleine Besatzungen in den Schlössern von Modon, Coron und Navarin zurückgelassen. Einige vermuthen, 0aZ er nach L>?adle.". üdergehn, und sich mit Ntschid Pascha vereinigen werde. Ein französisches Linienschiff und eine Fregatte sind nach Alexandrien unter Segel gegangen. Die französische Brigg Zebra und die Kor, vette Llonne wurden nach Konsiantinopel beordert, um zur Verfügung des Grafen Gmllcminot zu stehn. Der Camdnan 2000 wiirdcn noch von Cadix und den Canaeien täglich erwartet. Es hieß von neuem, dasi mil dieser he^ trächtlichcn Truppcnmacht «ine Expedition gegen Me» xic «^veranstaltet werden, solle, und daß der Handel«» stand vcn Cada s M!ll!onkn Pi^sttl dazu angebothen hÄbc. ,,- (Ost. B.) 4'4 Amerika. Das HandlungZ'Journal von New «Perk tntdält »we weitläufige Aufzählung der Anstrengungen, welche die Nordamerikanische Negierung fortwährend aufge, wendet hat, um von der französischen Regierung eine hinlängliche Ontschädigun., für den Verlust zu erwirken, welchen die vereinigten Staaten durch die in Folge des unter Napoleon befolgten Continental-Systems gefche, henen Confiscationen erfahren !,aben. Die Amerikaner behaupten, der Herzog von Richelieu habe 18,6 ankün, digen lassen, die französische Regierung sey bereit, den Reclamationen zu willfahren, welche Ersatz des auf dem Meere verbrannten oder in Beschlag genommenen Eigenthums zum Gegenstand hätten; allein seither habe man gar keine Achtung für ihre ernstlichen Erinnerun» gen gehabt, obgleich sse jährlich erneuert worden, noch sey jemahls auf die Omgaben ihres Gesandten an den französischen Ministe« der auswärtigen Angelegenheiten emi Antwort erfolgt. Wie ^scheint, w,ll man anfs neue auf Anerkennung dies.v Schuld, Falls sie so genannt zu werden verdienr, ?rwq September aus Bogota datirte Proclamation Bolivars, dessen erste Wiederzusammenkunft M't dem Vice-.Präsidenten Santander kalt geschildert wird. Die» se Proclamation ist an die Einwohner der im Aufstand gegen die Central.Neg:erunq befindlichen Provinz Gua« yaquil gelichtet, und drückt den Wunsch aus, es möch» ten Diejenigen, welche dlc Regierung fnbren, und das Volk auf Irrwege zu leiten suchen, von ihren Gntwür, fen abstehen. Schließlich werden die Einwohner aufge, fordert, sich von Neuem ulZ Brüder zu umarmen, die entschlossen seyen, friedl,^, nu Schooß der Gesehe und des Vaterlandes zu leben. Der Columbische General Urdaneta ist am il. Sept. mit seine« Division in Boqot^t eingezogen , und von dort am i5. nach dem Süd^, maischirt. ?lvmirat Iltnig« wath wurde zum Intendanten von Guayaquil ernannt, General Flores zum Ober» General der südlichen Pro» vinzen. Zeitungen und Briefe aus Mexico vom 22. Sept. melden, es sey der dortige General» Conqreß mit'einem Gesetze zu Austreibung der im Gebiethe der Republik Mexico wohnenden Spanier beschäftigt, welches Gesetz bereits von einem der Staaten der Republik angenom« men worden wac. Der General» Congreß ist gegen die Annahme des Gesetzes. (W. Z ) Fremden-Anzeige. A11 g e k 0 m m en d en 10. Decem ber 1627. Herr Levi Mandoiso, Handelsmann, von Tliest nach Wien. Den ii. Hr. Johann Cossich. Geistlicher, von Pog» liz^a nach Wien. — Hr. Joseph Hadin, Handelsmann, von Wien nach Trieft. — Hr, Johann Valoni, Han» delemann, von Trust nach Wten. Cours vom 7. December 1627. Mittelvrlis. Staatsschuldverschreibungen zu 5o.H. sin CM.) 89 ^,5 Darl. mit Verlos, v. 1.182a für 100 ss. (in CM.) 1441!» detto. detto. a82l für looss. (in CM.) i,5 2j4 Wicv..Stadt'Vanco-Obl. zu2l^2y. H.(in CM.) 44 ij2 Obligation der aUgem- unh Ungar. Hofkammer zu 2 i)2v. H. (in CM.) ä — — Nen.Stenermark.Kärn'l zu» v,H, 25 ij5 — ten, Kram und Görz ^u i ZV^v.H. — — Bank'Actien pr.Stück ia^L3jio in Conv. Münze. Holländer-Dueaken . . . . . H'jä vCt. Agio. Kaiserl. Mün^°Ducaten. . . . 4ij6 vCt. Agio. Wasserstand des FaibaH. Flusses am Pegel der gemauerten Eanalbrücke bey Eröffnung der Wehr: D e n i5. Dee. : «Schul), 1 Zoll, 6 L>ni«n, oder der Schleußenbettung. Theater. Morgen: Der Bürgermeister von Saardam. Sonntag: Margarethe von Anjou. Redamu«: Fr- Xa^. H «inrich. V«ll«g»; Ign«z Alvys VdUl v.Kltinmayr.