^U 49. O^ M^ 1^45. Grste und letzte Liebe. ^rste Liede — Paradicsesvogel, Lebend in der Jugend Zauberhain, Sckwebest strahlend zwischen Erd' und Himmel, Nährest dich von Mond- undTternenschein. Keine Rast kann dir die Vlume bieten. Die der West mit sanftem Säuseln küßt; Ruhlos mußt du durch die Lüfte ziehen. Weil dein Reich nicht diese Erde ist. Letzte Liebe — sanfte Friedenstaube, Bau'st dein Nestchen tief im Naldesraum, Bleibst getreu — wenn auch die Schwingen tragen Oft dich hin zum gold'nen Nolkensaum. Erste Liebe — wunderbare Pflanze, Die nur einmal - nur im Lenze sprießt, Die, vom Hauch der Wirklichkeit berühret, Ihren Kelch auf immerdar verschließt. Letzte Liebe — ephcugrüne Ranke, Die sich um die Herzen innig schlingt. Der kein Sturm — kein herbstlich rauher Odem Ihrem Hoffnungsschimmer Welken bringt. Erste Liebe — gleichst dem Meteore, Der am Himmel feurrfarbig strahlt, Und, zerstiebend in dcmant'ne Funken, Blitzgeflügelt durch den Acther wallt. Letzte Liebe — Stern in blauer Höhe! Leuchtest sanft in ewig reiner Pracht, Sey gesegnet — tausendfach gesegnet. Treuer Führer durch die Lebcnsnacht. Anna v, Fü g er-R echtbo rn, geb. Viegerist. Eine goldene HochM.nl Steinbüchel. Geschildert von Leopold Korde sch. ') cVer 25. November d. I, war für die industriellen Bewohner der betriebsamen Ortschaft Stein-büchel in Oderkram, wo sich bekanntlich ein Eisen.-, Schmelz-, mehrere Hammerwerke und Nagelschmic- ») Die nöthigen Daten zu dieser Pcschreibuna einer echt religiösen kirchliche!, Handlung und seltenen Feierlichkeit sind dem Verfasser vor 'wenigen Tagen durch die Post zugekommen. den (I Hochofen, l Zerrenfeuer, 6 Zainhämmer nnd 36 Eßfeuer) befinden, ein Tag allgemeiner Freude, ein Tag seltener, dort noch nicht erlebter Feierlichkeit. Ein ehrlich ergrautes Ehepaar dortiger Nagclschmie-dc, zusammen volle 146 Jahre zählend, feierte nach zurückgelegter fünfzigjähriger ehelicher Verbindung die sogenannte goldene Hochzeit. Der Veranstalter und Arrangeur dieses rührenden Festes, woran ganz Sreinbüchel Theil nahm, war der dortige hochwürdige Ortspfarrcr, Herr Barthelme Urschitsch, eben so bekannt durch seine Biederkeit und seltene Gastfreundschaft, als durch seine Humanität, Herzensgüte und Uneigennüßigkeit. Schon mehrere Tage früher hatte der würdige Seelsorger ganz auf seine Kosten die nöthigen Anstalten zu der Feierlichkeit vorkehren lassen, an der nicht nur seine lieben Pfarrkindcr, sondern auch Auswärtige der nachbarlichen Ortschaften, indem der Ruf davon in der Umgegend sich verbreiret hatte, lebhaften Antheil nahmen. Nachdem er die Iubilantcn und nebenbei die Verwandren und Freunde der beiden Alten vorher selbst eingeladen hatte, erschien am Morgen des 25. Novembers das greise Ehepaar sammt den übrigen Geladenen, festlich gekleidet, in dem freundlichen Pfarrhofe und Alle wurden vom Pfarrhcrru herzlich empfangen. Es waren zusammen 17 Personen, worunter 2 Söhne des Jubelpaares. Da der dicsijahrige Herbst von so seltener Milde und Schönheit ist, dasi in dem wirklich ausgezeichnet schönen Garten, desigleichcn sich vielleicht kein Pfarrhof in Krain rühmen dürfte, viele der Jahreszeit angemessene Blumen und wohlriechende Kräuter :c. !'.?ch in voller Frische prangen, so wurden die Ga- ünd zwar durch einen verläßlichen Augen - und Obrenzeugen, Indem er hiermit dem Ansinnen des Herrn Einscnd.-rs unae-snumt entspricht, gesteht er zugleich, daß er dieß um so lieber lluie, als er Gelegenheit findet, einer Feierlichkeit zu erwaknen, die in seinem eigenen Geburtsorte vor sich ging. - 202 — sie mit frischen Vlumenboucmerten regalirt. Die Gesellschaft zahlce übrigens zwei Brautmütter (l«lv) und einen Brautvater und V^rschncider (.N,lll'ul'!utlu.) Die zehnte Stunde war herangekommen. Der Zug begab sich nun durch die Sacristci in die äußerst niedliche, der heiligsten Dreieinigkeit geweihte Kirche, die, im Vorbeigehen gesagt, in Bezug ihrer Zierlichkeit und gewählten Ausschmückung, ihres Gleichen auch außer Kram weit und breit sucht. Nach einer mit Orgel und Gesang begleiteten Messe hielt der Herr Ortspfarrer eine dem Feste angemessene, salbungsvolle uud herzergreifende Ncde an die zahlreiche, enggedrängte Versammlung, worin er unter Anderm berührte, daß seir dem 95jährigen Bestände der Pfarre, woun er der siebente Pfarrer sey, in Steinbüchel und auch selbst in der Umgebung keine derlei Solennitat vorgekommen sey. Nach vollendeter Fcstpredigt, die zahlreiche Thränen der Rührung unter der Menge erglänzen machte, hieß der würdige Seelsorger die zwc'i Iubilanten sammt den Eingeladenen, die sich rechts und links in den Bänken vor dem Hochaltare befanden, vor den Altar hintreten, hielt an sie eine zweite kurze Anrede und segnete sie dann nnter den vorgeschriebenen kirchlichen Gebeten ein , worauf die Geladenen nach dem gewöhnlichen Gebrauche zum Partikel-Kusse um den Altar die Runde machten. Die kirchliche Ceremonie war nun vorüber. Man begab sich im Gremio zurück in das reinliche Pfarrhaus, wo eine wohlbesetzte, reichliche Tafel der Gäste harrte. Als man sich nach einiger Zeit am Tische niederließ, war die Ordnung getroffen, daß auf eine Seite die Männer, auf die andere die Frauenspersonen zu sitzen kamen. Der hochwürdige Bewirther präsidirte obenan und legte den zwei Alten persönlich vor. Es herrschte allgemeine Heiterkeit und Freude; an Speisen und Wein war Ueberfluß, ja zuletzt wurde sogar Extrawcin scrvirt, der wohl den meisten Geladenen ihrer patriarchalischen Einfachheit wegen, etwas Besonderes , ja Neues seyn wochte. Auch an herzlichen Toasten, wie an Se. Maj. den Kaiser, den hochwürdigsten Herrn Fürstbischof von Laibach :c. !c., fehlte es nicht. Als man endlich spät von dem splendiden Male aufstand und jeder Gast nach oberkrainischem Brauche noch etwas von den Ueberbleibseln mit nach Hause bekam, wurden die greisen zwei Eheleute vom Herrn Pfarrer nach besonders mit Geld beschenkt und so entlassen. Merkwürdig bleibt es übrigens, daß der Mann in der nämlichen rothtuchenen Weste, mit den nämlichen alterthümlichen Knöpfen besetzt, und in demselben Hemde, das ihm vor 50 Jahren an seinem Ehrentage diente, erschienen war. Auch seine Lebensgefährtin blieb in dieser iHeziehung nicht hinter ihm zurück. Sie trug ein Halbhemd (ollipslol) und einen schwarzen Mes-lanrock vom Jahre 1795. Am Schlüsse mögen noch einige nähere Details über das greise Iubilantenpaar hier folgen. Der Name des Mannes ist Johann Koroschez, 76 Jahre alt; sie heißt Mi na (Maria), ist eine geborene Kozian-zhizh und zählt gerade 70 Jahre. Am 4. Mai 1795 wurden sie zu Sreinbüchel ehelich getraut. Beide sind noch so rüstig, das; sie ohne Stock herumgehen und den steilen Hügel zur Kirche noch leicht ersteigen, wa5 um so seltener ist, als beide nur arme, gemeine Arbeiter in den Nagelschmieden sind, und diese Lcute ihre mühsame Arbeit immer stehend, stets beim Feuer verrichten , an die sie überdies; gewöhnlich jede Nacht schon um l Uhr nach Mitternacht gehen müssen. Trotz dieser erörterten Umstände schmiedet das Weib noch gegenwärtig, und unter den Männern der Pfarre ist nur ein ein-ziger um 3 Jahre älter, als unser Jubilant, ein Beweis, daß Arbeit, Mäßigkeit und einfache Sitten mehr geeignet sind, das Leben zu kräftigen und zu verlängern, als alle üppige, moderne Verfeinerung. Die weichgekochte Einquartierung. Zur Zeit, als die Russen nach Deutschland kamen — es spürt's wohl noch Mancher, wenn's auch schon eine schöne Weile her ist — kam auch eine Einc,uartie« rung in ein Dorf, das aus lauter zerstreuten Häusern besteht. Der O.uartiermeister sagte beim Schulzen, wo Alles versammelt war: »Da haben wir einen Mord--kerl, mit dem ist schwer auszukommen; gebt dem Ei-nen, der ihm die Zähne weist.« Da trat ein kleines, aber klug aussehendes Väuerchen hervor und sagte: »Ich will ihn nehmen.« Der martialische Krieger geht mit dem Bäuerchen nach seinem einsamen Gehöft und flucht schon über den Weg, weil sonst nichts zu fluchen da ist. Zu Hause angelangt, schlägt der Krieger auf den Tisch und verlangt Wein, Schnapps, Fleisch u. s. w. Das Bäuerchen sagt: „Da, setzt euch hinter den Ofen, ich will Alles holen, wie der Herr befiehlt." Er geht hinaus und läßt die zwei Wolfshunde von der Kette los; die sind klug und folgsam. Er sagt zu den Hunden: «Ihr legt euch vor ihn hin und laßt ihn nicht aufstehen, nicht mucksen." Die Thüre geht auf, die Hunde springen herein und legen sich dein Fremden zu Füßen. Das Bäuerlein legt nun Holz in den Ofen, was hineingeht , und zündet es an. Dem Krieger fängt es an heiß zu werden, er will auf und hinaus, aber die Hunde lassen ihn nicht von der Stelle. Der Nüsse knöpft sich nun auf, der Schweiß läuft ihm in Strömen her» ab; aber er darf sich nicht rühren. Nach einer Stunde kommt nun das Bäuerchen und fragt: »Nun, seyd Ihr jetzt weich gekocht?« — «Ihr seyd mein Mann," er- 203 wiederte der Russe: «Ihr versieht mich. Aber nun laßt das Gethier hinaus, und gebt her, was Ihr eben habt." Sie sasien nun friedlich beisammen, und die Nachbarn, die gekommen waren, um den Spectakel mii zu genießen,, staunten, als sie durch's Fenster sahen und der Russe neben seinem Quartierherrn ganz friedlich eine Milchsuppe aß. Feuilleton. AlsHorace Vernet die Wegnahme der Smalah Abd-El-Kader's zu malen hatte, lies; er die Personen, welche im Vordergrunde zu figuriren hatten, zu sich kemmen. Darunter befand sich ein Wachtmeister X, dlm Künstler schon seit längerer Zeit bekannt. Das Gemälde war fertig und der Künstler kam damit nach Paris. Eines Tages meldete sich bei Horace V ern et eine Frau, die Mutter des Wachtmeisters. Sie hatte gehört, ihr Sohn sey auf dem Bilde und häcce ihn so herzlich gern gesehen. «Gut, Euer Wunsch soll erfüllt werden," sprach der Maler, und enthüllte das Bild. — »Ah, wie schön! wie gut getroffen!" rief die brave Frau. »Ja er ist's; ganz sein stolzes, martialisches Gesicht!" Ader unter die'Freude mengte sich ein Seufzer. — ..Warum seufzt Ihr, gute Frau?- fragreV ern et. — .Warum? Ä?ein Sohn ist so brav und wacker und doch schmückt kein Kreuz seine Brust.« «Er soll es haben,« sprach der Künstler, als er die Frau hinaus begleitete. Und er, nahm den Pinsel und malte seinem Schützling das Kreuz der Ehrenlegion auf die Brust. Als nun der König das Gemälde zum ersten Male sah, rief der Kriegsminister, der ihn begleitete, aus : »V ern et, Sie haben da dem Wachtmeister 3. eine Decoration hergemalt, die er nicht har." — >-Dann war ich im Irrthum," erwiedert der Maler. »Doch dem läßt sich abhelfen, ei-mge Pinselstriche und ..." Und schon hielt er den Pinsel in der Hand und wollte ihn in die Farbe tauchen. — »Halt,« rief der König, „an einem so herrlichen Gemälde leide ich kein Uebermalen." Noch denselben Tag wurde der Schützling des berühmten Künstlers zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. ( D as a b g e k a u f te G e k l a p p e r. ) Als die Kaiserin von Rußland letzthin auf ihrerReise nach Italien in Gera übernachtete, bemerkte sie, das; in der Nahe des Gasthofes »zum russische!, Hof« sich eine Mühle befinde, und das; sie die Nacht nicht würde schlafen können. Sie ließ den Müller fragen, was er verlange, wenn er die Mühle diese Nacht still stehen lassen sollte. Er verlangte 50 Thaler, welche er auch sofort erhielt. Die Kaiserin schlief ruhig in dieser Nacht, aber der Müller konnte nicht schlafen; er war von Jugend auf an das Geklapper gewöhnt. (Verdoppelte Gabe) Dein unlängst verstorbenen Erzbischof von Bordeaur wurde eine arme Frau angemeldet, die seine Güte in Anspruch nehmen wollte. „Wie alt ist sie?« fragte der Erzbischof. »Sieben-z>g Jahre." -— Ist >'^ wirklich in einer bedrängten 3a- ge?" __ „Allem Anscheine nach« — »Nun, so gebet ihr 25 Franken.« — »Das ist wohl zu viel, gnädiger Herr, die Frau ist überdies; eine Jüdin.« — „Eine Jüdin? — Großer Gott!« — »Ja, ja, Euer Gnaden.« — »Nun, das ist etwas Anderes; gebet ihr 50 Franken, das verdient ihr Zutrauen." — (Reinigung und Regulirung derSave.) Freiherr von Zornberg befaßt sich vor der Hand bloß mir der Reinigung der Save, wozu von der Regierung einige tausend Gulden C, M, angewiesen sind. Die Regulacionsarbeiren, welche eine weit größere Summe erfordern, werden erst später vorgenommen. "(Ein großartiges Unternehmen.) Das Haus Rochschild Hai der griechischen Regierung 5,000.000 Franks angeboten, wenn es für eigene Rechnung die Schmirgel.- und Schwefelgrüben von Milos ausdeuten, den See bei Theben austrocknen und 500 deutsche Familien dort ansiedeln dürfe. (Telegraphische Schnelligkeit.) Durch die magnetisch - electrische Telegraphcnlinie, welche von Prag aus in die kaiserliche Hofburg nach/Wien geleitet werden soll, wird es möglich seyn, Praaer Nachrichten binnen 5 Minuten zu erhalten. Papierkorb des Amüsanten Es gibt keine häßlichen Frauenzimmer mehr! Ein Freund des Scherzes gab in ein öffentliches Intelligenz-blatc zwei Anzeigen hinsichtlich einer Haushälterin. In einer davon wurde ein Frauenzimmer gesucht, welches nicht nur alle erforderlichen Kenntnisse als Wirthsckaf-term, sondern auch ein hübsches, einnekmendes Wesen besitzen müsse; in der andern ward Häßlichkeit zur unerläßlichen Bedingung gemacht. Auf die erste Ankündigung meldeten sich 207 Concurrentinen, auf die zweite — nicht eine Einzige! Nr» c>, lzuacl erst l!6M0N8ll-»l)lj„m! — Einem zum Rade verurtheilten Juden wurde in zweiter Instanz das Schwert, und in der dritten der Galgen zuerkannt. Als ihm diese Milderung der Todesstrafe bekannt gemacht wurde, rief er ärgerlich: ^Gorr's Wunder! Was für Umstände! Erst gerädert, — dann geköpft, — endlich gehangt, —^ man hält mich da zum Besten! Nun will ich gar nicht! —« Der Wiener Stephansthurm hat sich wieder gesenkt. Man sucht nun ein discreres Erdbeben aufzurrei-ben, welches gegen ein sehr namhaftes Honorar die Schuld wegen dieser Senkung auf sich nehmen möchte. In Wien kam dieser Tage, schreibt die »Theater-zeirung" ein Bedienter auf deu Marktplatz am Schan-zel und fragte ein Weib, das Erdäpfel feil hatte, alles Ernstes: „Liebe Frau, hat sie keine kranken Kartoffeln? »nein Herr, ein junger Arzt, hat keine Patienten, und da möcht' ich ihm gerne ein Paar billige nach Hause bringen." Einem Böhmen verordnete jüngst sein Arzt Bäder. Nachdem ersterer einige davon gebraucht hatte, fragte ihn der Doctor: ..Nun, wie finden Sie die Bäder?" — ..Schaun's, Pane Doctor!" erwiederte der böhmische Patient, „bin ich bisil haiklich; seyn se mer de Bäder zu naß!>' »Ach, du lieber Gott!« betete ein Mann mir aller Inbrunnst und Andacht, „beschere mir doch hunderttausend Gulden. Ich will ja gerne und gewiß die Hälfte davon an Arme verschenken. Oder, wenn du mir das nicht glaubst, so bescher' mir gleich lieber nur fünfzigtausend." — 204 Auf cincr Treibjagd irgendwo schos; ein Graf nach einem Hasen. Er glaubt, ihn getroffen zu haben und wendet sich an den Treiber: »Habt ihr nicht gesehen, ob der Hase ichweisir?« — .Ne«, erwiederte der Treiber, „ne, Herrr Graf; aber wenn er noch lange so lauft, wird er wohl bald in Schweiß kommen. Ein amerikanischer Schiffsarzr, der avgcn alle Krankheiten Salzwasscr zu verschreiben vüegcc. siel eines Abends in die See und ertrank. Als des andern Morgens der Capitan nach dem Ar;re fragte, gab ihm ein Matrose lakonisch ;ur Antwort: «Er i,t gestern Abends in seinen ?lrzneikasten gefallen.« Theater in Laiback. Die verflossene Wocke brachte uns vier Novitäten, — ein Beweis, wie sehr und wie eifrig unser? geschätzte Theaterdire^tion ihre redliche Mühe und Sorg? um das Amüsement des Publikums bethätige, — Montag am 2'l. November zum ersten Male: „König Eduards Söhne." historisches Trauerspiel in drei Auszügen nach C- Delauigne von Dr. Ritter v, Frank. Dieses hi» storische Sujet ist bereits unter verschiedenen Titeln bearbeitet morden. Der hier in Rede stehenden Bearbeitung muß man die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß sie eine essecir,-i5e < bühncn-gemandte, und auch der in gebundener Rede gehaltene Dialog nicht ohne Vorzüge sey. Die vier Hauptrollen waren durch Herrn Po» singer, tie Dlles. Etterich und P o si n g e r und Mad. L u -bet besetzt. Ersterer trat nach seiner Krankheit zum ersten Male auf U!'d spielte den Regenten, Herzog von Glochestel, sc>, wie >vir derlei Rollen von ihm zu sehen gewohnt sind — meisterlich. Der intriguante. grausame, herrschsücktige Charakter dieses königlichen Ungeheuers war trefflich ausa/praat in Spiel und Sprache, Die Prinzen Eduard und Richard fanden in den Dttes. Po sing er und Etterick die liebenswürdigsten Neprasentaininen. Neider Sriel war durch Anmuth und Herzlichkeit ausgezeichnet. Eine der schönsten Parthieen, wenn nicht die schönste, ist die der Königin-Witwe. Mad. Lubck war aber leider nur in der Abschiedsseene, wo sie scheidend ihre Kinder segnet, wie sie durch das ganze Stück hatte seyn sollen, in allen früheren Scenen hingegen erschien sie durck ihre tobende Emphase unerträglich. Hssr Zein er gab den Herzog von Buclingham mit Warme, Herr Pogrell, als James Tyrcl, war entsprechend. Das Stück gefiel. — Dinstag sahen wir Kotzcbue's Lustspiel: ,,Die teutschen Kleinstädter/' Dem Stücke kann man schon füglich: ^?^^»>l.>xc«t!-in seiner Rumpclkammer zurufen; die Zeilverhällnisse haben es überall schon überwachsen. Es wollte auch mit dem Spiele mitunter nicht recht fort. Herr Mayer, als Gemeinde-Vorsteher S'.aar, blieb ein Mal wirklick Narr und führte eine Pause herbei, die Mad, Etterich, als Untersteueieinnehmerin und seine Schwester echt schwesterlich und aus Achtung vor dem Publikum auf sich nahm. Erwähnungswerth ist das Spiel des Herrn K ö p p l als Bürgermeister, der Mad. Eiter ick in der bezeichneten Rolle, und des Herrn Zeiner als Olmers. Herr Posinger (Sperling) war zu viel Karrikatur, — Mittwoch am 26. November zum ersten Male: .,Der Millionär und sein Schwiegersohn," Schauspiel in fünf Akten nach dem Französischen von Lembert. Dieses Schauspiel ist sehr zeitzemäß und kann in Bezug seiner richtigen Lebens-ansickt, stiner trefflichen Moral, seiner conscquenten Durchführung, turz, seines dramatischen Werthes wegen, den besten Schau, spielen der Gegenwart bciaezahlt werden. Die Besetzung war ganz entsprechend, ja trefflich. Herr Posinger war es wieder, der als Thomassin den besten Theil zum Gelingen beitrug. Er stellte den gclbstolzcn Geschäftsmann im richtigsten, bezeichnendsten Bilde dar- Dlle, Spengler stand als seine Tochter ihm würdig zur Veit?. So richtig die Repräsentation der gefallsüchti-.cn Weltdame in den ersten Akten, so gut ausgeprägt war ihre Gefühlßinnigkeit im lebten Akt? als liebendes Weib, das den Werth des Mannes anerkennt. Dlle. Etterich (Nichte Louis?) wußte das unbefangene Mädchen, die treue Freundin und die vergessene Geliebte mit dem feinsten Takte und auf das gelungenste in einander zu verschmelzen, Herr Zeiner war ein braver Duvernay, dagegen Herr Schmidt cin widerwärtig süßlicher, tänzelnder Chr6tine, der allgemein ennuyren muhte. Das Stück ?rfreute sich mit Recht einer beifälligen Aufnahme. Die Trefflichkeit dieses neue» Stückes^ für dessen Vorführung wir der Dircction Dank wissen, hätte wohl einen zahlreicheren Besuch verdient- — Donnerstag am 27, November: ,,Die Tochter des Geizigen," Schauspiel in drei Akten nachdem Französischen von Kurländer. HerrKöppz ist uns als Grandet schon aus früherer Zeit bekannt, eine Par-thie, die er zu seinen besten zählen darf. Er war so durch und durch Geizhals, daß man des letzter« Bild nicht treuer und richtiger portraitirt sehen kann. Oefterer Hervorruf belohnte ihn. Dlle. " Posinger lieferte in der Parthie der Eugenie ebenfalls eine ihrer, vollendetsten Kunstproben HerrZei ncr spielte den Neffen Adolph mit gewohntem Flciß. Herr Pogrell lNotar Mcnart) verdarb nichts, was wir rom Herrn Schmidt (Philipp) nickt sagen kön- , nen, der den eben gerügten Fehler des vorigen Abends noch sicht- ' licher amplificirte, und fast wie ein Hanswurst aussah. Herr Sckmibt hat Talent und Fähigkeit, warum gefallt er sich in derlei Verrenkungen seines Partes, die nirgends ansprechen werden?—Mad. Etleria, gab die alte Haushälterin Manon mit qc» wohnler Routine. — Samstag am 2g. November: ,,Das Fest der Handwerkri" und ,,die Familie Rückeburg." zwei einaktige dramatische Bagatellen, erstere von Angely, letztere von Ca« , stelli. Herr Köppl wählte sie zu seiner Bem'fice - Vorstellung; — wir können diese Wahl nicht eben die glücklichste n?nnen. „Die, Familie Rückcburg" alsL u st sp i e l bezeichnet, ist ein ganz ernsthaftes, mattes, lcbensarmes Sckauspiel < welches der Bcncficiant durch sein gutes Spiel als Rückedurg g.,„z allein emporhielt. Schade, daß es eine solche Firma trägt! — Das alte „Fest der > Handwerker" konnte trotz allem Kraflaufwande der Herren M 0 ldt als Kluk, Posinger alb Krzepelka, und Mayer al? Hlehauf. ^ dann trotz der sichtbaren Bonhemie und guten Laune des Auditoriums an diesem Abende, sich nicht auf die Stufe des Beifalls hin« , aufpotenziren. Zu bemerken haben wir noch, daß die Parthieen der Frau Mitzel und ihrer Tochier Lenerl sich besser im Berliner" , als im Wiener Dialecle machen. Das Theater war ziemlich besuckt. — Sonnt aß am 30. November zum ersten Male: „Unverhofft!" drei»' aktiqe Posse von N e str or> Mögen die Wiener Blatter immerhin aus Leibeskräften in die Posaune des Lobes stoßen über dieses Stück ' — es strotzt von Gemeinheiten und Zwcideuiigkeiten und hat nickt ein gutes Vouplett; einige wirtlich treffliche Witzpointen aber machen ein Stück noch nicht zu einem guten, besonders, wenn es so aller Moral bar ist, als dieses. Die darin Beschäftigten thaten ihr Möglichstes, nur Herr Pogrell war als Modehändler Fall mit seinem hochnortdeutschen Accent fast ganz unverständlich. ' LeopoldKordesch. Local - ^alembourg Welchen bci'iihmieü Tchaulviflcr un? Komikel findet ma» gcgclnrärlia auf unscrei» Eclrci?c > Märkten 7 - Theater Nachricht. Samstag am ss. dieses findet die Bencsice-Verstellung unserer auc-gezcichnclen Schauspielerin Dlle. Srcnglcr Statt. — Sowohl die Wahl tes Snickeö : ,.D i e G e d > e 1 e 1 i n v c> n G a i n t Tropez", Schauspiel in fünf Akten, nach oem Französischen ^ bearbeitet von Lembert, als tie Verdilnste der beliebten und geachteten Beneficiantin, sind Bürgen für eine angenehme Abendun-terhallung und eincn zahlreichen Theaterbesuch- Verleger: Ignaz Alois Edler v. Kleinmayr.