Der s.. 9. ttto to, ssä'irgsng ist nocd vorrsttig und ksnn nscdbe stellt vserben. Kl mi Lrathollsche MisstonK-Lettschrtft der Söhne be£ heiligsten HerzenK Jesu. - Grxan deß aNarlen-VrrelnK für Afrika. ^ ^ -.t Der g eilige Sätet Papst Pius X. hat der Redaktion, den Abonnenten und Wohltätern den apostolischen Segen erteilt. Mit Empfehlung vieler hochwürdigster Bischöfe. Erscheint monatlich einmal unö kostet jährlich mit jpostzusenSung 2 K=2 ®fc.= 3 ff ranken. Missionshaus Milland bei Wriren, Tirol- Ein gantet 3ubrg«ng. gebunden, hostet Str. 2.SO, Inhalt: Das goldene Priesterjnbilämn Sr. Heiligkeit Papst Pius' X. in Khartum . . . . 145 Die Gefahr des Halbmonds ..... 148 Gedanken über Afrikas Zukunft .... 152 Aus dem Missionsleben: Der konservative Sinn der Schilluk . ......................154 Eine verfehlte Geisterbeschwörung . . 158 Eine Kleinigkeit genügt, um glücklich zu machen ........... 161 Verschiedenes: Ein Aufstand im Sudan unterdrückt .......... 162 Ein verschollener Bischof ...... 162 Der deutsche Protestantismus und die Heidenmissionen ......... 163 Das vorzüglichste Nachschlagebuch . . 163 Regen im Sudan...................... . 166 Wie viel Inden gibt es auf der Erde . 167 Empfehlenswerte Bücher und Zeitschriften . 167 Memento.......................... 168 Gebetserhörungen und -Empfehlungen . . 168 Abbildungen: Englische Soldaten in Khartum. — Oeffentlicher Garten in Khartum. — In der Wüste. — Arabisches Cafe. — Kanal mit Palankin. — ^xieffkaften der WebcrkLion. * Nach München. Heft nachgeschickt. Die 50 M. sind richtig angekommen; mich quittiert. Nochmals „Vergelt's Gott"! — Eibitzenstr. gern. „Stern" unter neuer Adresse erhalten? Aber kein Wort über die Reife! Hoffentlich später! — An mehrere. Den „Stern" schicken wir gern über die Ferien nach, wenn uns die Adresse bekanntgegeben wird; dabei gibt sich möglicherweise auch Gelegenheit, für den „Stern" zu agitieren. — ffl.llrenz. Die Hefte nachgeschickt; der Fehler lag in mangelhafter Adresse und so kamen die Hefte retour. - §r. 21. L. Ein Jahresbericht ist uns leider noch nicht zugegangen; warten noch immcr darauf. Auch von der neuen, resp. neueröffneten Station SPtli haben wir noch keine Nachricht: die Schiffe werden wieder zu kämpfen gehabt haben- um; aus dem Sedd herauszukommen. Redaktionsschluß 20. Juni. Kaben-Werizeichnis vorn 11. War 15. Iunr 1908. ----------- ln üronen. Opfcrstock: Aurolzmünster von mehreren 100; Brixen Se. Gn. Fürstbischof Dr. Altenweisel 500; B. F. N. 10; Eppan M. M. 10; Ernsthofen M. E. 10 ; Fulnek B. R.—.20; Hailing Benes. P. 2.50; Hartkirchen Fr. N. 1; Hausen I. Sch. 2.54; Hilsbach N. N. 2.34; Horbach I. A. 100; Jnnervillgraten Koop. J. Pl. 1; Innsbruck I. H. 11; Kirchbichl D. K. H. 4; Kohlgrub R. B. 3.51; Kotlinam: I. G. 2; Lech-Aschan J. K. 1; Marling L. A. 1; Meran R. S. 4; Milland N. 9t. 200; R. 40; Mölten I. R. 1; Obervöls (f. Klosterfrauen) - J. M. 4; Psunders A. W. 4; Pram von mehreren 100; Reichersberg von mehreren 100; Rheidt W. H. B. 1.17; Ried von mehreren 100; Rietzlern K. F. 2; Rodeneck A. Kr. 1; Rückersdorf I. SB. 3; St. Georgen i. L. C. Z. 1; St. Pölten A. B. 3 ; St. Ulrich-Gröden Th. O. 2;-; Schruns A. F. 1; Untermais R. S. 2; Villandcrs 9t. 9t. 30; Wien P. M. H. 11; item 3 ; item 2.70; d. d. Kindheit-Jesuverein 1000. Für Br. Sakristan: Götzis I. SL H. 3. Zur Persolvierung von heiligen Messen-, sandten ein: Äsers 9t. 9t. 2; Ahrweiler B. Fr.. 11.72 ; Altkrautheim E. G. 23.50; 9Jt. St. 1.17 * Au I. A. K- 6; Bochum A. L. 48.18; Dornbirn A. 9t. 5; Gauenstein K. F. SB. 61.50; Hausen I. Sch. 9.36; Kirchbichl R. H. 3.20; Mittelberg I. E. K. 117; Nassiedel P. I. A. 117; Renkte 9t. 9t. 10; Saatfelder: I. R. 2; Salzburg A. v. G. 10; Steele L. Sch. 122; Teising S. K. 5.96; Bahrn I. P. 5; Weerbera Ks. E. L. 15; Zülpich Dr. K. 32.90. Für die Missionen: Kastelruth Dekan L.. 1.62 ; Saalfeldcn I. R. 4; St. Peter Fr. R. 8; Vandans G. Sch. 1.12; I. S3. Schr. 1; Wocheiner Vellach L. D. Th. R. 100. Effekten: Innsbruck L. L.S.Bücher; Riedenburg Pens, zwei Levitenröcke, Stolen, Manipel;. Neütitschein A. L. Bücher. * * * „O Herr, verleihe allen unseren Wohltätern um deines Namens willen das ewige Leben!" TA&o tut cm eit ts-Gr-ncn crmt gen. Vom 10. SNai bis 15. Juni haben folgende Nummern ihr Abonnement erneuert: 11 339 650 773 80G 809 844 933 1020 1067 1216 1377 1582 1776 2247 2258 2397 2593 2699 2727 2763 3224 3261 3375 3388 3448 3586 3612 4019 4220 5025 5027 5097 5127 5198 5270 5451 5728 5729 5744 5751 6071 6610 6697 6934 7033 7089 7126 8036. Der „Stern der Neger" ÄnSMSS /Ißiffionstätfglitit der „Sobne des heiligsten Derzens Festl" und sudbt Verständnis und werktätige Siebe des Mistionswerkes in Mort und Sdbrlft zu fördern. — Das Arbeitsfeld dieser Missionäre ist der Sudan (Zentvatafrifoa), „Mlie schön find Sie ZfüIZe derer, die den Zfrieden, die trobe ^Botschaft des Detles verkünden!" (IRöm. 10,15.) Der „Stern der Neger" ÄäVÄSÄ Wriren (Südtiroi) berausgegcben. Abonnement ganziäbrtg mit Postversendung 2 K = 2 tob. — 3ft. Für die Mobitäter werden wödbentlidb zwei beilige Messen gelesen. Der heilige Vater Papst Pius X. hat der Redaktion, den Abonnenten und Wohltätern den apostolischen Segen erteilt. Mt Empfehlung der hochwürdigsten Gberhirten von vrixen, Brünn, Leitmeritz, Linz, Sliniitz, Marburg, Trient. Triest und Wien. Ibeft 7. Zull 1908. Xi. Zadrg. Das goldene Driesterjubilaum Beiner DeiligKeit Ipapft Pius' X. in Khartum. in Zeichen, daß katholisches Leben im Volke pulsiert, sind ohne Zweifel dessen öffentliche Kundgebungen der Liebe und Anhänglichkeit an den Heiligen Vater, den Papst. Es ist dies einer der vielen Beweise, daß die göttliche Vorsehung beständig über die heilige Kirche wacht, indem sie durch diese die geeigneten Mittel zur rechten Zeit darbietet. Je mehr gottlose Menschen gegen Christus und seine Kirche wüten, indem sie besonders ihre Angriffe gegen den Heiligen Stuhl richten und die Person des Papstes selbst zum Gegenstand des Spottes und der Verachtung machen wollen, desto mehr erkannten die Gläubigen die Notwendigkeit, sich enge an dieses ihr erhabenes Oberhaupt anzuschließen, und bezeugten demselben zu wiederholtem Male ihre Liebe und Verehrung. Der gegenwärtige Papst hat ein besonderes Anrecht auf die Anhänglichkeit seiner Herde. Einfach bei aller Pracht des Vatikans, bescheiden bei dem Glanze eines Weltreiches, ist er wirklich der Vater aller. Seine überraschende Liebenswürdigkeit, seine unüberwindliche Festigkeit, seine achtunggebietende Ruhe sagen deutlich, daß dieser Papst, auf dessen Schultern die Geschichte von 20 Jahrhunderten ruht, verfolgt werden kann, ja, getötet, aber nie besiegt! Pius X., voll des Eifers für das Haus und die Ehre Gottes, belebt durch die Ausführung seines Programms: „Restaurare omnia in Christo“ (Alles in Christo erneuern!) den kirchlichen Geist, erneuert das christliche Leben. Durch seine Enzyklika: „Pas-cendi“ zeigte er sich als unbeugsamer Verteidiger der wahren Lehre Christi, die durch den Modernismus, eine Vereinigung alter und neuer Irrtümer, bedroht erscheint. So ist Pius X. die Quelle, von der aus sich katholisches Leben auf den ganzen mystischen Leib der Kirche verbreitet; er ist eine Schutzmauer für den Glauben und die Autorität, für Freiheit und Zivilisation, die ohne Christus und seine Lehren in Wahrheit nicht bestehen kann. Diese moralische Macht des Papstes wird von allen anerkannt. Daher stammt die allgemeine Begeisterung, das goldene Priesterjubiläum Pius' X.zn feiern. Auch unser Vikariat, an der Spitze Khartum, nimmt teil an der Festfreude des katholischen Erdkreises. Schon voriges Jahr wurden die Gläubigen auf dieses Jubiläum aufmerksam gemacht. Am Neujahrstage wurde noch in besonderer Weise davon gesprochen. Am hohen Osterfeste wurden sie eingeladen, zum Peterspfennig für den Heiligen Vater beizusteuern, und nun machen die Listen die Runde und werden mit Namen angefüllt. Der 10. Mai, das Schutz fest des hl. Josef, wurde ausgewählt, um das Jubiläum in festlicher Weise zu beginnen. Da unsere Kapelle für solche Gelegenheiten viel zu klein ist, so wurden von der Regierung zwei große Pracht-Zelte ausgeliehen und vordem Missionshause aufgerichtet. Der Altar, der unter der Veranda stand, war mit dem Abzeichen des Priestertums geschmückt. Die beiden Säulen, die die Veranda tragen, die gleichsam den Eingang ins Presbyterium bildeten, waren mit Palmzweigen geziert, zwischen denen auf der einen Seite ein großes Bild Pins' X., auf der anderen Seite das päpstliche Wappen, das einer unserer Patres gemalt hatte, sich sehr gut ausnahm. Dieses Presbyterium und das Schiff, das von den beiden Zelten gebildet war, stellte eine improvisierte Kirche dar, während die Kapelle für die Sänger und Musikanten reserviert blieb. Ueber 400 Sessel und viele Bänke standen für die Gläubigen und Festteilnehmer in der Kirche. Mehrere Tage hindurch hatten sich einige Patres und Brüder bemüht, diesen Raum möglichst geschmackvoll und bequem herzurichten, so daß wir gewünscht hatten, daß derselbe bis zum Aufbau der neuen Kirche hätte dienen können. Um 7 Uhr morgens begann schon die Kirche sich zu füllen. Was uns besonders erfreute und tröstete, war die offizielle Teilnahme der Regierung an der heiligen Feier. Die Sudanregierung vertraten der Sirdar, Generalgouverneur, Sir Reginald WingatePascha, derGeneral-inspektor Sir Rudolf Baron von Slatin-Pascha und der Finanzminifter Oberst Bernard Pascha. Alle waren in voller Uniform samt ihren Auszeichnungen erschienen. Den auf Urlaub abwesenden Generalgouverneur von Khartum vertrat Mr. More. Es waren auch zwei Offiziere mit 200 katholischen Soldaten (siehe Bild Seite 148) vom irländischen Füsilierregiment Royale Dublin und ungefähr 400 Christen von Khartum und Omdurman. Die Versammlung war im vollen Sinne des Wortes katholisch. Die daselbst versammelten Gläubigen gehörten in der Tat den verschiedensten Nationen und Riten an. Außer den Schülern unserer Knaben- und Mädchenschule samt ihren Lehrern und Schwestern waren dort zugegen Engländer, Irländer, Neger, Oesterreicher, Polen, Franzosen und Deutsche. Alle diese vom lateinischen Ritus. Aber auch andere waren vertreten, als: Griechen, Maro-niten und Melchiten. Alle diese Kinder der katholischen Kirche hatte ein Zweck zusammengeführt, nämlich: ihre aufrichtige Liebe für den römischen Papst öffentlich kundzugeben und die Fülle des göttlichen Segens anfihn herabzuflehen. Nach einer kurzen Predigt über den Papst folgte das Pontifikalamt, währenddem der Knabenchor eine Messe aufführte und die Militär-musik einige ausgewählte, andächtige Stücke spielte. Die heilige Feier schloß mit dem Gebet für den Papst. Nachdem die kirchliche Feier vorüber war, wurden der Generalgouverncurund die übrigen Persönlichkeiten seines Gefolges in den Empfangssaal geführt, wo sie sich einige Zeit in liebenswürdiger Weise mit den Patres unterhielten. Sir Wingate bat mich, sobald ich Gelegenheit haben würde, dem Heiligen Vater zu schreiben, auch seine Huldigung und Glückwünsche zum Jubiläum zu übermitteln, Noch einen anderen Trost hatte uns Gott für diesen Morgen vorbehalten. Gerade am Abend vorher war der Generalgouverneur von einer Inspektion vom Weihen Nil zurückgekehrt. Sir Wingate war deshalb sehr erfreut über die günstige Gelegenheit, die ihn gerade an diesem Tage in unser Missionshaus führte, und so konnte er uns seine größte Zufriedenheit über die Arbeit der Missionäre, besonders in den Stationen Lul und Attigo unter den Schilluk, aussprechcn. Diese beiden Stationen hatte er besucht und wünschte uns Glück zu dem großen materiellen und moralischen Fortschritt, den die Missionäre in jenen Gegenden erreicht hatten. Er war sehr erfreut über die augenscheinliche Umwandlung dieses Volkes und den großen Einfluß, den die Missionäre in jenem wilden Volksstamme errungen hatten, was, wie er sagte, der Regierung zu nicht geringem Vorteil fein werde. Er gab auch seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß auch geistliche Früchte unter jenen Wilden bald reifen werden. Auch die anderen Offiziere, die den Sirdar bei dieser Inspektionsreise begleitet hatten, drückten ebenfalls ihre Zufriedenheit aus über das, was sie gesehen hatten. Diese schmeichelhaften Worte trugen nicht wenig zu der Freude dieses schönen Festes bei. Nachdem der Gouverneur fort war, kamen auch die anderen Vertreter, um uns herzlich zu begrüßen. Bald darauf waren wir allein; allein, mit freudeerfülltem Herzen: allein, aber vollkonimen befriedigt, denn wir waren einer heiligen Pflicht nachgekommen, indem wir unsere Liebe und Anhänglichkeit und die Verehrung unserer Gläubigen für das erhabene Oberhaupt der katholischen Kirche durch diese Feier vor aller Welt kundgegeben hatten. Die päpstliche Fahne wehte den ganzen Tag auf unserem Hause in Khartum. Doch wenn auch dieses Zeichen der Verehrung nicht mehr sichtbar ist, so hat sich doch keineswegs die Liebe zu unserem Heiligen Vater Pius X. in unseren Herzen und in den Herzen aller, sowohl der Missionäre als auch der Gläubigen, in diesem Vikariate Zentralafrikas vermindert. Wir werden das Andenken an dieses Fest, das uns deshalb vereint hat, unverwischt im Gedächtnis bewahren. „Heiliger Vater, du Stellvertreter Jesu Christi auf Erden, unfehlbarer Lehrer, Beschützer des heiligen Evangeliums, Priester aller Priester, Bischof aller Bischöfe, Pius X., wir Missionäre des Vikariats des Sudan, wir sind deine Kinder, wir wollen dir immer und in allem gehorchen und vereint mit dir wollen wir leben und sterben." Khartum, den 11. Mai 1908. f Franz Xav. Gey er, apostolischer Vikar. Die Gefahr des Dalbmonds. Eine Studie des bocbw. P. Paul TIBeroni F. S. C. !. Es besteht eine mobammeöaniscbe ©etabr. Die verschiedenen Ereignisse, die sich in diesem letzten Jahre bald in Südafrika, bald Eine noch nicht geschlossene Reihe von Ereignissen, die vom Vertrage in Algeciras bis zur Besetznng Casablancas reichen, bilden nichts- Engliscbe Soldaten in IRbartum. Unter bet englisch-ägyptischen Garnison in Khartum befinden sich einige Hundert katholische Soldaten. Das Bild zeigt einen Teil derselben. Militärkaplan ist einer unserer Patres. An größeren Festtagen kommen sie in Parade samt der Militärmusik zum Gottesdienste. im äußersten Osten, bald im Innern der europäischen Staaten abspielten, haben die allgemeine Aufmerksamkeit so ans sich gezogen, daß diese fast ganz von einer Frage von äußerster Wichtigkeit abgelenkt rourbe, von einer Frage, die für die Zukunft der christlichen Nationen von größter Tragweite werden kann. destoweniger ein Faktum, das nicht wenig zu denken gibt und die Aufmerksamkeit Europas ans diese Frage lenken soll. Wenn man nur ein wenig diese Ereignisse in der Nähe betrachtet, so wird ein jeder bald wahrnehmen, daß im Grunde dieser marokkanischen Frage eine andere Frage liegt, die viel tiefer eingewurzelt ist: es ist die oben angeführte mobammebamscbe jfrage. Der Halbmond war zu anderen Zeiten der Schrecken des christlichen Europa. Wir verdanken es besonders den Päpsten, daß Europa dem Untergange und der Herrschaft dieser Barbaren entgangen ist. Wenn in einem riesenhaften Kampfe, der gegen den gemeinsamen schwunden; mit nichten, Nur zu leicht sind wir in unseren Schulen daran gewöhnt worden, das ottomanische Reich — und in diesem sahen wir den Islamismus verkörpert — wie ein morsches Gebäude zu betrachten, das sich einzig und allein des gegenseitigen Neides der europäischen Staaten aufrecht hält. Von dieser Idee, die übrigens nur bis zu einem gewissen ©effentlicber ©arten in IRbartum. j & Neu-Khartum, noch nicht zehn Jahre alt, ist schnell zu einer Weltstadt herangewachsen und hat alle modernen Einrichtungen einer Großstadt Europas: Wasserleitung, elektrische Beleuchtung und Tram, öffentliche 10 (Bärten usw. Feind geführt wurde und über unübersteigliche Hindernisse mit übergroßen Opfern durch 8 bis 10 Jahrhunderte hindurch das Interesse der Völker rege erhalten wurde, so verdanken wir es diesem. Wer gedenkt noch heute, da die Gefahr beseitigt ist, dieser unendlichen Wohltat, die das Papsttum ganz Europa erwiesen hat? Doch wenn die Gefahr auch nicht mehr so drohend ist, so ist sie nicht gänzlich ge- Punkte richtig ist, ging man dann leicht zu einer anderen über: der Islam sei schon ein schivachcr Greis, den man nur aus kriegerischem Geist die letzten Tage in Ruhe verbringen läßt lind abwartet, bis ihn einer zu seiner Zeit ehrenvoll zu Grabe trägt. Wer hingegen die Dinge besser und aus der Nähe betrachtet, denkt keineswegs so. Es ist richtig, daß der Islam nicht das jugendliche Leben der Kirche besitzt, er ist vielleicht ge- altert, aber er ist noch kein Greis und viel weniger ein schwacher Greis. Mir kommt er vor, als richte er sich schon in seiner majestätischen Person auf und eingedenk seiner ruhmreichen Vergangenheit biete er seine ernste und drohende Stirn dem christlichen Europa und werfe ihm nochmals den Fehdehandschuh zu Füßen. Es sind zweihundert Millionen Menschen, die auf das Wort ihres Propheten schwören, heute ebenso wie vor 14 Jahrhunderten. Diese verehren noch als göttlichen Koder ihres Glaubens und Moral den Koran. Diese hassen im Namen Gottes mit tiefstem Hasse die Christen, die sie Ungläubige nennen und zum Feuer verdonnert erachten, während sie sich selbst das auserwählte Volk nennen. Diese find es, die eingedenk einer glorreichen Vergangenheit noch jetzt kriegerisches Blut in sich fühlen. Können diese von Europa mit gleichgültigem Auge angesehen werden? Alle diese, zerstreut in einem Teile von Europa, fast in ganz Afrika, in Kleinasien, in Arabien, in Persien, in Indien und selbst in China und Japan, richten tagtäglich ihren Blick nach Mekka und erflehen mit lebendigem Glauben den Triumph des Islams und die Vernichtung seiner Feinde. Wer gibt uns die Versicherung, daß sie sich nicht eines Tages wie ein Mann gegen Europa erheben, zuerst zur Befreiung und dann zur Rache? Man sagt zwar, daß heute ein großer Teil ihres Landes von mächtigen, zivilisierten Nationen besetzt ist, die fähig sind, wenn es not tut, in kurzer Zeit deren kriegerischen Geist niederzuhalten. Das ottomanische Reich, obgleich verstümmelt, besteht jedoch noch unabhängig und die Muselmänner glauben, obgleich mit heimlicher Freude, daß sie den Sitz des ehemals ruhmvollen christlichen, orientalischen Reiches in ihrer Gewalt haben und daß Millionen von Christen in Europa, Asien und Afrika von ihnen in härtester Knechtschaft gehalten find. Was ferner die mohammedanischen Gegenden betrifft, die von Europäern besetzt worden sind, so glaube mau ja nicht, daß sie vollständig den Nacken unter das Joch gebeugt haben oder daß wenigstens hier sich der muselmännische Geist beruhigt habe. In diesen Gegenden hat sich vielmehr der muselmännische Geist der Auflehnung, der Unabhängigkeit, der Rache befestigt, wird immer drohender und übermütiger. Er befestigt sich durch die Rückwirkung, die in den Herzen der Mohammedaner die Besetzung ihrer Länder von seiten der Europäer natürlicherweise wachrufen mußte, er >vird drohender, denn diesem Geist haben die Europäer die Kenntnisse, die Künste, europäische Gewohnheiten, ferner den Reichtum, deren Quellen die Besitznehmer selbst ihnen zeigten, beigebracht: er wird immer kühner, denn sie konnten in der Nähe diese verhaßten Ungläubigen sehen, deren Schwachheiten entdecken und wahrnehmen, daß oft nicht die Macht der Schlüssel ihrer Erfolge sei, als vielmehr die Verschlagenheit und die Politik. Die Idee, daß in einer nicht zu entfernten Zeit sich alle vereint erheben und das verhaßte Joch abschütteln und vielleicht auch noch schreckliche Rache üben können, dringt in alle mo-hammedanischen Klassen. Auch Dr. Peters ist davon überzeugt: der Pan-Jslamismus gewinnt alle Tage neuen Boden. Was not tut, ist eine einheitliche, starke Organisation, die in einem einzigen Körper die zerstreuten Glieder vereinigt, das Losungswort gibt, die Bewegung vorbereitet und zum bestimmten Ziele mit Erfolg hinführt. Diese Organisation fehlt unter ihnen nicht: es ist die Senussie, die von vielen gelehrten Afrikaforschern als das zukünftige Zentrum des allgemeinen Aufstandes der Muselmänner betrachtet wird. II. Die Senufste. 1. Was ist die Senussie. In den afrikanischen Zeitungen und besonders in denen Aegyptens spricht man oft, wenngleich manchmal in verschiedenem Sinne von der Senussie und niemand ist, der an deren Wichtigkeit zweifelt; auch tüchtige Schriftsteller über Afrika behandeln diesen Gegenstand. Erft letzthin schrieb darüber weitläufig Wilson in einer gelehrten und ernsten Abhandlung, die vor kurzem in der September-Nummer der englischen Zeitschrift „Ninteenth Century" erschien, und ich selbst schöpfte aus dieser Quelle, besonders was die Daten betrifft. Was ist also die Sennssie? Die Senussie kann man eine mächtige politische Organisation nennen, die unter den Mohammedanern stark verbreitet ist zum Zwecke, die mohammedanische Welt vom Joche der christlichen Nationen zu befreien, den Islam von den Mißbräuchen zu reinigen und zu der ehemaligen Einfachheitdes Glaubens zurückzukehren. Der Plan ist also ein zukünftiger heiliger Krieg oder Jehad aller mohammedanischen Völker gegen die Fremdherrschaft. Ihr Geist ist belebt von einem tiefen und unauslöschlichen Haß gegen die Ungläubigen, besonders Christen und Juden, die sie Cofär oder Abtrünnige nennen. Ihr Losungswort lautet: „Warte, die Stunde ist noch nicht gekommen; aber wenn sie gekommen sein wird, erhebe dich, töte und verschone niemand!" Der Ausgangspunkt dieser Bewegung ist die Zawla oder Gemeinschaft (Kloster) von Jerabul, eine Stadt im Nordosten der Oase Siwach, die an der Grenze zwischen Aegypten und Bengasi gelegen ist. Eine ungeheure Zahl von Za Wien, die in der ganzen mohammedanischen Welt zerstreut sind, stehen mit obengenanntem Zentrum in innigster Beziehung. Um aber die Wichtigkeit dieser Bewegung zu erfassen, ist es notwendig, einen Blick auf deren Geschichte zu werfen von ihrem Ursprung bis auf unsere Tage. 2. Woher stammt die Senussie? In der ganzen mohammedanischen Welt ist mehr oder weniger die Idee verbreitet, daß gegen das Ende der Welt ein neuer Prophet erscheinen muß, um den verfallenen Islam aufzurichten und die ganze Erde zum Gehorsam zu Allah hinzuführen. Da nun aber Mohammed in seinem Koran fast auf jeder Seite sagt, daß er der Letzte und die Vollendung des Propheten sei, so glauben sie, daß dieser Prophet kein anderer sein wird als Mohammed selbst, der gewissermaßen wieder Mensch werden und auf der Erde erscheinen wird. Dieser Glaube hat in allen Jahrhunderten vielen Betrügern die Gelegenheit geboten, sich für den erwarteten Propheten, den M a h d i, auszugeben. Diese Versuche haben zwar einer nach dem anderen fehlgeschlagen, wie es beim letzten Mahdi des Sudan der Fall war. Alle jedoch haben unbeschreibliches Unheil und Verwüstung angerichtet. Diese Idee ist auch der Ursprung der Senussie. 3. Der erste Scheich der Senussie. Die Sekte wurde gegründet im Jahre 1835 von Sidi-Mohammed ben Ali-es Se-nussi, sonst unter dem Namen Senussischeich bekannt. Dieser Araber stammte aus Algerien und wurde geboren in der Nähe von Moste-gamen, das an der Grenze des türkischen Gebietes liegt. Er gab vor, entweder mit Recht oder Unrecht, in gerader Linie von Mohammed selbst abzustammen. In Fes erwarb er sich den Ruf eines Heiligen, begab sich hierauf nach Mekka und fing daselbst an zu predigen. Der Erfolg, den er in kürzester Zeit errang, erregte eine große Eifersucht gegen ihn, weshalb er gezwungen wurde, nach Aegypten zu fliehen. Hier in Alexandrien gründete er eine Zawla oder Gemeinschaft (Kloster), wurde jedoch vom Scheich El-Jslam von Kairo exkommuniziert und wiederum gezwungen, durch die Flucht sich in Sicherheit zu bringen. Diesmal floh er durch die lybische Wüste nach Gebel-el Akhdar in der Nähe von Bengasi an der Nordküste Afrikas. Hier gründete er eine Zawia, gewann viele Anhänger nnd verlegte sich bnmuf, seine Seite, die Senusfie, zn gründen. Wie schon oben angedeutet, machte er zur Grundlage seiner ganzen Lehre die Notwendigkeit, alle mohammedanischen Länder von der Herrschaft der Ungläubigen zu befreien. Dieses Ziel muß erreicht werden vermittels eines allgemeinen Jehad oder heiligen Krieges, nach dem der Islam unter einen allgemeinen Führer, der der jeweilige Senussie-Scheich sein solle, geeinigt und zu seiner ursprünglichen Glanbensstrenge zurückgeführt werden sollte. Dieses ist der Hauptzweck der Sennssie, der ihren Anhängern eingeprägt und von diesen in der ganzen mohammedanischen Welt mit einem unbezwinglichen Mut und zugleich mit einer innigen Andacht und unerschütterlichen Beharrlichkeit verbreitet wird. Unter sich halten die Mitglieder der Se-nnssieamwörtlichenSinn des mohammedanischen Gesetzes und an einer großen Einfachheit des Lebens fest; sie opfern sich mit Leib und Seele der Errichtung ihres Zweckes. In der Zawia sind alle Sklaven und die Tiere mit dem Worte Allah gestempelt, was andeuten soll, daß sie alle Gott geweiht sind. Reiche Kleider und aller Schmuck sind verboten, doch dürfen die Waffen geziert sein, denn diese müssen im künftigen heiligen Krieg gebraucht werden. Sidi-Mohammed starb im Jahre 1859, nachdem er die Senustie fest begründet hatte. (Fortsetzung folgt.) C7 Gebanken über die Zukunft Afrikas läßt sich kaum etwas Sicheres sagen, zumal für Afrika das Sprichwort gilt: „Es kommt alles anders, als man denkt." Aber Gedanken lassen sich darüber machen und ein denkender Mensch denkt auch voraus. Afrika hat aufgehört, ein dunkler Erdteil zu sein. Man vergleiche nur eine Karte dieses Landes aus den sechziger Jahren mit einer neuen. Damals war außer den Küstengebieten fast alles weiß und heute gibt es kaum mehr ein Fleckchen, das nicht kartographisch aufgenommen ist. Das Dampfroß eilt über ehemals verlassene Steppen und über mächtige Brücken und ans den großen Seen des Innern ver- Bfrtkas Zukunft kehren die Dampfschiffe fast so regelmäßig wie an unseren einheimischen Gestaden. Das Land ist verteilt und nun was jetzt? Der Weiße will das Land für sich, will dessen Schätze heben und auch, wenn möglich, eine neue Heimat suchen. Ueberall da, wo das Klima ihm das Leben ermöglicht, wird das Land in absehbarer Zeit in der Hand von Weißen sein: es wird sich Handel und Verkehr entwickeln wie in Europa. Freilich nicht ganz so. Das Land erfordert eine nüchterne Lebensweise, ruhiges Blut und starke Nerven; nicht jeder kann darüber verfügen und wer es nicht kann, den wirft das Land früher oder später wieder aus oder es verschlingt ihn. Niemals wird man den Neger bei der Arbeit entbehren können, denn eine Arbeits-lcistnng wie in Europa ist. für einen Weißen auf die Dauer unmöglich. Darum entsteht die brennendste Frage: Was wird mit den Eingeborenen geschehen? Sie werden nicht so, wie die Indianer in Amerika, einfach in die Ecke gedrückt und etwa auf die unfruchtbaren Wüsteneien wie auf Reservationen angesiedelt werden können, sondern man will und muß sic als Arbeitskräfte gewinnen. Darüber herrscht in Kolonialkreisen keinZweifel, im Gegenteil denkt man viel zu einseitig an ihre Ausnutzung als Arbeitskraft. Man fragt sich nur: wie nütze ich den Schwarzen am besten aus? Und mancher denkt wohl auch mit Wehmut an die vergangenen Zeiten, wo die Pflanzer sehr billig ihre Felder durch Sklaven bearbeiten lassen konnten. Andererseits kann man es einem Pflanzer nicht verargen, daß er um jeden Preis Arbeiter erzwingen will, wenn die Arbeit eben drängt und er auch um Lohn keine Arbeiter gewinnen kann. Schulbildung der Neger hilft diesem Mangel sicher nicht ab, denn je mehr Kenntnisse sie zu besitzen glauben, um so weniger Lust zur Arbeit haben sie; ist's ja auch in vielen Fällen in Europa so. Man sieht sich daher nach Zwangsmitteln um und wünscht, die Neger müßten gezwungen werden, eine bestimmte Zeit zu arbeiten. Gezwungen gegen Lohn oder ohne Lohn? Das ist die weitere Frage. Eine höhere Besteuerung zwingt allerdings zu mehr Arbeit, ist aber nicht gerecht, wie überhaupt Arbeitszwang zugunsten anderer. Ihm aber Lohn und Reichtum aufdrängen, ihm Bedürfnisse anerziehen, damit er Arbeit sucht, ist ebenso verfehlt, wie seinen Geist mit allen Errungenschaften der Kultur auf einmal zu beglücken. Sehr leicht ist diese Frage allerdings nicht. Zunächst wird man sich hüten müssen, die Anforderungen an Negerarbeit zu hoch zu schrauben, und darf nicht erwarten, daß der Neger das ganze Jahr von früh bis spät angestrengt arbeite; dazu hat er weder physische noch die moralische Fähigkeit, wenigstens nicht die erste Generation. Wenn sich in ihm das Gefühl geltend macht, daß er als Sklave behandelt wird, dann bildet auch Sklavensinn in ihm ans: Stumpfsinn, tierische Selbstsucht und Auflehnung. Ohne Wahrung seines peinlichen Gerechtigkeitsgefühls ist an eine planmäßige Erziehung des Negers überhaupt nicht zu denken. Wenn man ihm aber Lohn für zwangsmäßig gelieferte Arbeit aufdrängt, was fängt er damit an? Seine Bedürfnisse sind bald befriedigt und den anderen Teil wird er vertändeln, verlieren und wegwerfen. Man wird sich auf den Standpunkt eines gütigen Herrn stellen müssen. Eines gütigen, d. h. der Neger muß fühlen, daß man es gut mit ihm meint. Das fühlt er auch bald und damit gewinnt er Vertrauen, auf dem man fußen kann. Der Neger wird dann anhänglich und treu wie ein Kind. Aber immerhin auf dem Standpunkt eines Herrn; denn der Neger ist noch unerzogen und hat dringend Führung nötig. Mit übermäßiger Humanität und Sentimentalität kommt man wahrlich nicht weit bei ihm. Sentimentale Güte verachtet er als Schwäche. Kein urwüchsiges Naturvolk ist sentimental. Auch die christliche Liebe, das höchste Ziel aller Erziehung, liegt nicht im Gefühl, sondern in einem wohlerzogenen starken Willen. Für die Erziehung der Neger als eines kindlichen Naturvolkes gelten dieselben Grundsätze wie bei unserer einheimischen Jugend: kluge Berücksichtigung aller Verhältnisse, Einheitlichkeit, Konsequenz, Gerechtigkeit und — last not least — das eigene Beispiel. Über die innere Kraft des Christentums, speziell der katholischen Kirche mit ihrem reichen Gottesdienst und ihren für die Erziehung wie geschaffenen Sakramenten, brauche ich hier nicht weiter mich zu verbreiten. Davon, in- wieweit es dem Christentum gelingt, seinen Einfluß gegenüber dem heimlich schleichenden Mohammedanismus zu heben, dem Heidentum entgegenzutreten und sich siegreich zu be-hcmpten, wird die Zukunft Afrikas abhängen. In dem Erziehungsplane der Neger wird unter allen Umständen das Christentum eine wichtige Rolle einzunehmen haben und von ihm wird schließlich die Zukunft Afrikas abhängen. Es ist nun zwar nicht zu verwundern, wenn solche, die selbst das Christentum über Bord geworfen haben, von einem Christentum der Neger nicht viel wissen wollen, und es kann verhängnisvoll werden, wenn sie diese seine Rolle verkennen. Die christliche Lehre pflanzt dem Neger ein höheres Leben ein, sie setzt ihn selbst gleichsam in ein fruchtbareres Erdreich, in die Erbschaft eines unvergänglichen Erbes rot Himmel und im Hinblick darauf wird er sich zu vielem erschwingen Der konservative Sinn der Scbilluk. Der folgende interessante Bericht aus der Feder des hochw. P. Wilhelm Bauhölzer kann als Fortsetzung des Artikels „Seltsame Anschauungen unter den Schilluk" betrachtet werden und schildert einerseits einige Schwierigkeiten, andererseits den großen Einfluß der Missionäre auf diese Neger. * * * Ich komme noch einmal auf den Konser-vatismus der Schilluk zurück, damit Sie sehen, wie langsam und schwer echte Bekehrungen find. können, wozu er sich sonst nicht erschwingen könnte, ebenso wie bei uns. Man wird dem Neger ferner eine sichere Existenz verschaffen müssen, Hungersnöten vorbeugen, eine rationelle Bewirtschaftung des eigenen Besitztums lehren und damit Liebe und Freude an seinem Besitz, die Seßhaftigkeit ihm beibringen müssen. Schiller hat gern die Idee in seine Gedichte verflochten, daß Seßhaftigkeit und Ackerbau die Grundlage jeder Kultur gewesen seien. Warum sollte das bei den Negern anders sein? Aber wenn man dem Neger etwas nachdrücklich zu seinem Besten verhilft, warum sollte man dann nicht auch dem Haupthindernis für den Eingang der christlichen Lehre, der Vielweiberei, einen Damm entgegensetzen? Wäre das gegensSitte und Regel der Neger, aber sie zur Arbeit zwingen nicht? (Aus „Missions-Blätter".) Der Boden eines Zimmers ist aus Zement und stets ftisch. Die Besuche, die ich bekomme, setzen sich darauf und sind voll des Lobes über die kühle Fläche. Aber die Begeisterung dauert nicht lange. „Mein Vater," kommt es auf einmal von den Lippen eines der Anwesenden, „warum tust du den Boden nicht wie die Schilluk mit Sand machen und schön glätten? Das gäbe dann eilt Zimmer und alle Schilluk würden sich mit Wohlbehagen darin ausstrecken!" „Und das Dach," setzt ein anderer ein, „was machst du es aus Wellblech? Du hast doch so viel Gras um dich — wir würden dir ein herrliches Dach aus Gras schaffen!" /■ m 11 Bus dem Missionsleben. =271 Das Ihrige ist das Urschöne und Urgute und der Maßstab, mit dem sie alle anderen Größen und Fortschritte der Weißen bemessen. Ja, sie sind geradezu aufdringlich mit ihrem Althergebrachten. Noch kürzlich sagte mir ein von seiner Selbstherrlichkeit durchdrungener Kerl: „Es wäre doch viel angemessener, wenn bit dich wie wir kleiden möchtest; dann wärest du ein echter Schilluk und könntest überall mittim. Eure vielen Kleider gefallen uns nicht. Niemand wird es euch nachmachen." Nicht selten koinmt es vor, daß wir, wenn wir uns in unserer Muttersprache unterhalten, angehalten werden, wir möchten uns doch in Schilluk unterhalten, das alle verstehen und eine süße Sprache sei. Zur Zeit, als die Schilluk noch allein waren itttb noch kein Fremder sich ins Land hineinwagte, wurde sehr streng darauf gesehen, daß die alten Sitten und Gebräuche unverdorben erhalten und beobachtet würden. Jede Neuerung wurde sofort dem König hinterbracht und gerügt. Ein Schilluk wußte einmal ein Angareb (arabische Bettstelle) in sein Haus zu schmuggeln. Der König erhielt Nachricht von dieser Neuerung und ließ den Dreisten rufen. „Was unterstehst du dich," schrie er ihn an, „ans einer Bettstelle zu schlafen; bist du mehr als der König und die Prinzen? Haben unsere Väter nicht auf Fellen geschlafen? Willst du den Fluch der Altväter auf dich heraufbeschwören?" — Die Bettstelle wurde in tausend Stücke geschlagen und der Mann durfte von Glück reden, daß es ihm nicht gleich erging oder er mit einer Buße von einem halben Dutzend Kühen davonkam. Die Schilluk sind in den fünfziger Jahren bis nach Kana vorgedrungen und haben dort Pferde, Kamele und Esel weggenommen. Aber kein einziges dieser Tiere gelangte in das Schillukland. Sie wurden unterwegs gegen Kühe und Schafe ausgetauscht. Wehe dem Schwarzen, der auf einem Esel sich hätte sehen lassen! Er wäre mitsamt dem Esel in den Nil gestoßen worden. Nicht einmal die Könige, von denen man meinen sollte, sie hätten mit Leichtigkeit Pferde halten können, wagten es, „fremde Sachen" einzuführen. Eine richtige Gelegenheit, Pferde, Esel und Kameele in ihren Dienst zu stellen, haben diese stockstarren Schilütk vorübergehen lassen. Weil man das Fleisch dieser Tiere nicht essen kann, hat sich niemand für sie interessieren können. Gleich unverändert sind die Schilluk gegen die sie umgebenden religiösen Einflüsse geblieben. Das Beten der Muselmänner ist bis heute noch ein Gegenstand des Lachens für sie und es möchte auch kein aus der Fremde zurückgekehrter Schilluk wagen, seine Knie zum muselmännischen Gebete zu beugen. Es haben viele Schwarze das Beten praktiziert, so lange sie in der Fremde weilten. In die Heimat zurückgekehrt, heißt es das Althergebrachte wieder annehmen. Die Schilluk wären wohl bis nach Khartum vorgedrungen, aber da begegneten sie zum erstenmale den Feuerwaffen. Die Kunde von diesen Feuerspeiern drang schnell überallhin und lehmte alle Energie. Seit jener Zeit datiert das Zurückgehen der Schilluk bis nach Kaka und das Eindringen der Fremden. Es begann die Bestechung der Könige mit Schnaps, Eisen, Perlen usw. und damit die Abnahme ihres Einflusses. Die Fremden verbanden sich mit besonders starken Distrikten und bekriegten vereint mit ihnen schwächere feindliche Distrikte. Die Könige verkauften Kinder ihnen mißliebiger Familien, um sie zu schwächen. Die Schilluk selbst stahlen einander die Kinder weg und verkauften sie. Am Ende kam die türkische Regierung und forderte als Steuer jährlich so und so viele Sklaven. Viele Schilluk gingen auch selbst zu den Türken über. Auf die Türken folgten die Derwische; diese raubten und mordeten, was sie konnten. Mit all diesen Eindringlingen stand das Gros der Schilluk auf dem Kriegsfuß und daher kann von einem Einfluß derselben auf die Schilluk nicht die Rede sein. Der König und die Großen des Landes, die sich durch den Schnaps korrumpieren ließen, verloren ganz bedeutend an Einfluß, indem Eindruck einer Macht, die keine Gewalttat duldet, die Schilluk arbeiten in drei Missionsstationen und drei Regierungsstationen und lernen Gutes und Schlechtes. Der König ist jetzt ganz ein Agent der englischen Regierung geworden und regiert nicht mehr selbständig. Das Fremde, das L, „ bev " "’S 1fn der' Das Bild ist von einem Berge (Col de Sfa) in der Sahara aufgenommen. zu kleinen Hügeln — Sanddünen — zusammengetragen. Diese die fast übernatürliche Auffassung, die die einfachen Schilluk vom Königtum hatten, verloren ging. Jetzt erst kann man sagen, daß die Einflüsse im Land arbeiten, weil das Land einen Frieden genießt, wie es ihn noch nie gesehen. Die Regierung ist eine friedliche, die Händler, die das Land durchziehen, arbeiten unter dem Nene kann jetzt ohne Strafe eingeführt werden. Der König kann es nicht strafen, weil die Annahme von etwas Neuem kein Verbrechen in sich schließt. Eine Menge ausgedienter Soldaten und freigelassener Sklaven ist von der Regierung in ihre alte Heimat zurückgebracht worden. Die Leute gingen gern, weil sie glaubten, daß das Land wie zu ihren Kindeszeiten timt Milch überfließe. Aber statt des Ueberflusses fanden sie den Hunger vor und den Viehstand auf ein Nichts reduziert. Dazu kam die kalte Aufnahme timt seiten ihrer Verwandten, die in ihnen Vaterlandsverräter erblickten. Ob sie wolltet! oder nicht, mußten sie sich wieder an ertragen, die älteren verließen wieder das Haus ihrer Verwandten und ließen sich auf den Re-gicrungsstationen nieder, um dort durch Arbeit das tägliche Brot zu verdienen und frei, ohne den einheimischen Sittendruck, leben zu können. Die Kinder dieser Schilluk haben immer mehr oder minder arabischen Anstrich. Die Müjte. Ungeheure Landflächen dehnen sich vor uns aus; der Wind hat den Zand Strecken sind oft von Felsen und Lteinblöcken unterbrochen. die Durra gewöhnen, das Feld bebauen, ihre Muttersprache wieder erlernen und sich ganz die alte Schillukmeise wieder zu eigen machen. Die Hosen und Kittel, die sie mitbrachten, dienten bald als Kopfkissen. Das Gespülte über diesen unnützen Artikel verleidete den Trägern jedwede Lust an demselben. Diese Tyrannei konnten nur noch die jüngeren Kräfte Kinder der im Lande Zurückgebliebenen werden echte Schilluk und der Vater hat mitsamt seiner arabischen Zivilisation nicht den geringsten Einfluß auf den Sohn, der ganz im Zwange der Landessitte aufwächst. So ist der Eütfluß der im Lande wohnenden alten Soldaten und Sklaven ein ganz geringer, ein Nichts. Die ans der Negierungsstation wohnen- den Kinder bleiben das Gespött ihrer Verwandten und Landsleute und haben sehr wenig Verbindung mit ihnen. Echte Schilluk haben sich noch nicht auf den Regiernngsstationen niedergelassen. Was Wunder also, wenn die Schilluk auch von uns verlangen, daß wir uns ihren Sitten und Gebräuchen anpassen! Es ist einfach großartig, was diese Leute nicht von sich halten. Natürlich sehen die Vernünftigen und auch die Unvernünftigen in Hellen Augenblicken ein, daß sie uns gegenüber sehr tief stehen, daß sie gar nichts verstehen, daß sie der Verachtung wert sind und nur wir alle Achtung selbst bei den Schwarzen verlieren würden, wenn wir etwas von ihren Sitten annehmen möchten. Ja, die Verständigen gestehen ein, daß sie so wie wir werden und tun müssen, wenn sie in Ruhe und Frieden miteinander weiterleben wollen. Die Schilluk haben eine sehr große Achtung vor uns und wenn sie auch über uns in Zeiten der Ausgelassenheit schimpfen und lachen, so ist das doch nicht so ernst zu nehmen. Wollten wir weggehen, die Schilluk würden uns nicht fortlassen. Wir haben einen guten Namen vor allen Fremden voraus und die Schilluk achten uns deshalb, weil wir uneigennützig arbeiten. Würden wir tun wie die andern, so wäre es mit unserer Achtung dahin. Die Schilluk sind wie ungezogene Kinder, mit denen man viel Nachsicht haben muß und die es in der Tat nicht so schlecht meinen. Sie haben eine vererbte schlechte Natur von Adam und ihren Vor- und nächsten Eltern erhalten. Wollte Gott, daß in der langsamen Entwicklung oder Umwandlung dieses Volkes unser Sauerteig einen großen Anteil habe! Die Leser müssen Geduld haben, weil alles sehr langsam geht und Eile und Drängen nur ein ganz gegenteiliges Resultat haben würde. Lul, im Mai 1908. P. TOlübclm »anbotet F. S. C. Line verfehlte Geisterbeschwörung. Aus der Station St. Franz Xaver in Kayango schreibt man uns folgende interessante Begebenheit, die uns einen Einblick in die abergläubischen Gebräuche der armen Neger gewährt. Um zu wissen, wie abergläubisch diese Eingeborenen sind, ist es notwendig, lange mit ihnen Umgang gehabt und in ihr Familienleben Einsicht genommen zu haben und so ihre Gebräuche und Sitten kennen zu lernen. Wie mannigfaltig sich auch sonst ihr Aberglaube im täglichen Leben äußert, mit ebenso größerer Zurückhaltung suchen sie ihn vor dem Fremden zu verbergen. Vor einiger Zeit ereignete sich etwas im Dorfe der Mission, was uns eine Menge ihrer abergläubischen Ansichten kennen lehrte. Einer unserer jungen Christen verheiratete sich mit einem Mädchen, das uns wie plötzlich aus dem Himmel gefallen schien: aber dann hörten wir, daß es mit ihm schon von Jugend auf verlobt worden. Die junge Braut hatte schon vor mehreren Jahren mit der Familie fliehen müssen, so daß der Bräutigam, der sich bei uns befand, seit langer Zeit nichts mehr von ihr gewußt hatte. Eines schönen Tages sagte uns Angelus — das ist der Name des jungen christlichen Mannes — daß er auf die Suche nach seiner Braut gehe. Wir machten große Augen; aber wir fanden uns bald zurecht, nachdem er uns die ganze Geschichte erzählt hatte. Angelus konnte wirklich das Mädchen finden und die Ehe wurde geschlossen trotz der großen Schwierigkeiten, die von allen Seiten sich erhoben, um sie zu hintertreiben. Es waren kaum einige Monate verstrichen, die die Neuvermählten glücklich verbrachten, als die junge Frau von einem gewissen Uebel befallen wurde, das sie Plötzlich von Sinnen brachte und in einen bedauernswerten Zustand versetzte. Sogleich verbreitete sich das Gerücht, der böse Geist sei in sie gefahren zur Strafe dafür, daß sie gegen den Willen so vieler sich mit jenem Jüngling verheiratet habe und bei der Mission wohne. Wir unsererseits konnten, nachdem wir die Symptome der Krankheit untersucht hatten, mit Sicherheit zu dem Schlüsse kommen, daß es sich um eine arme Hysterische handle, die nur einer Kur bedarf, um ihre Nerven zu stärken. Trotzdem setzte man nach dieser Entscheidung die Schwatzereien hartnäckig fort und kam immer wieder zu der Behauptung, daß sie wirklich von Baze, dem bösen Geiste, besessen sei, um für ihren Ungehorsam bestraft zu werden. Wir behaupteten ruhig das Gegenteil, aber niemand glaubte uns. Da sie einmal einen viel heftigeren Anfall als gewöhnlich hatte, stand man nicht länger an, sondern lief zum Sultan, damit er, der beim Volke auch der höchste Priester ist, sein Amt ausüben und sie befreien möge. Das Geschäft war ein wenig heikel. Man redete davon, daß er im Dorfe der Mission selbst eine feierliche Beschwörung in Gegenwart all unserer Leute vornehmen werde, diese waren jedoch schon über diese Art von Betrug aufgeklärt. Um dieser Schande zu entgehen, versuchte der Sultan die Kranke holen zu lassen, um in seinem Hause zu tun, was er für gut finde, indem er als Entschuldigung vorbrachte, daß gerade in jenem Augenblick ihm ein anderer, von demselben Geiste Besessener gebracht worden sei, weshalb er sie alle beide zusammen heilen wolle. Darauf schickte ich ihm die Antwort, das Leiden der jungen Frau habe sich verschlimmert, so daß es schwer sei, sie hinüberzuschaffen; doch würden wir uns nicht widersetzen, wenn er selbst käme, um sie zu heilen. Ich hätte nicht geglaubt, daß er den Mut hätte, sich der sicheren Gefahr auszusetzen und sich feierlich zu blamieren. Aber wie groß war nicht meine Ueberraschung, als ich ihn gerade um Mittag, während wir speisten, über den Hof gehen und schnurstracks zur Hütte der Kranken gehen sah! Sofort verließ ich alles und lief auf den Platz. Er war von verschiedenen anderen Zauberern, von seinem gewöhnlichen Gefolge und einer großen Zahl Neugieriger begleitet. Im Nu waren auch unsere Knaben und andere Leute der Mission herangekommen, alle voller Erwartung, das versprochene Zauberstück zu sehen. Der Sultan ging allen voran; er trug selbst den Talisman, den er zum Exorzismus gebrauchte, und versicherte bestimmt und mit lauter Stimme, daß die Kranke, wenn er zehn Schritte von ihr entfernt sei, ganz wütend, versuchen werde zu fliehen; man solle sich vorsehen, sie recht fest zu halten, da niemand anders als der böse Geist sein Möglichstes tun werde, um sie fortzutragen. Ich bemerkte sogleich, daß der gute Mann, um sich gegen jeden Ausgang zu sichern und Mut zu holen, eine gute Dosis Branntwein getrunken hatte. Um so besser, dachte ich; so wird er desto aufrichtiger sein und wir werden sehen, was er tun und mit welchen Ehren er sich aus der Patsche ziehen kann. Endlich war der Sultan nur mehr zehn Schritte weit entfernt. Er blieb einen Augenblick stehen, aber die Kranke gab kein Zeichen; er kam zur Tür der Hütte und die Kranke fuhr fort zu schlafen. Er probierte dann, sie mit seiner Medizin anzuspritzen, wobei er geheimnisvolle Formeln aussprach; aber nichts und wieder nichts. Die Kranke hatte von allem nichts vernommen. Hierauf wandte er sich zu den Umstehenden und mit einer erkünstelten Natürlichkeit sagte er zu ihnen: „Diese junge Frau hat den bösen Geist gar nicht in sich; denn hätte sie ihn gehabt, so wäre er jetzt davongegangen." — „Aber wenn alle sagen, daß sie einen solchen Geist hat," sagte ich, „wenn du selbst es vor kurzem behauptet hast und zu diesem Zwecke gerade diese wunderbare Medizin hergerichtet hast, wie kommt es, daß du eben jetzt erkennst, daß sie nicht vom bösen Geist besessen ist?" Unsere Knaben, welche zuvor ganz Auge waren, um zu sehen, ob jene Medizin etwas helfe oder nicht, gaben meinen Worten lebhafte Zeichen des Beifalls. Da es mir daran lag, den unsrigen die Torheit jenes Aberglaubens darzulegen, drängte ich den armen Sultan mit meinen Fragen, damit er gütigst uns seine Theorien über einen solchen Fall ein wenig klar auseinandersetze. Der Arme, der, wie ich sagte, ein wenig benebelt war, wußte nicht, wie er sich aus der Verlegenheit ziehen sollte. Er fing indessen an, all seinen Aberglauben zu erzählen, und rühmte immer wieder seine große Macht über die Geister. Kühn, ja frech vermengte er die religiösen Ideen der Golo mit den wenigen mohammedanischen, die er kennen gelernt hatte, und kam endlich zu der dreisten Behauptung, daß diese beiden Religionen miteinander verbunden ganz genau eine dritte bilden, die wir Missionäre ihnen lehren. Arme Logik! Der arme Mann ging so weit, daß sogar sein Gefolge und besonders die Zauberer von Zorn erfaßt wurden und ihn bemitleideten, da sie ihn in eine solche mißliche Lage versetzt sahen, die nicht nur sein eigenes Ansehen, sondern auch das ihre sehr beeinträchtigte. Ich hatte nur den religiösen Vorteil unserer Christen und Katechumencn im Auge und so verschonte ich ihre Zaubereien und ihren Aberglauben in keiner Weise, sondern widerlegte ihn auf eine leichte und auch lächerliche Weise, so daß auch unsere Knaben die Beweisgründe verstehen konnten und mit großer Heiterkeit die läppischen Antworten des Sultans aufnahmen. Um das Werk zu vollenden, wurde auch die berühmte Medizin in ihre Bestandteile zerlegt und untersucht und das Ergebnis war, daß dieselbe nur aus einem halben Kürbis voll Wasser mit einer Handvoll frischen Blättern bestand, die er von einer gewissen Pflanze genommen, welche die Golo Dere nennen. Diese Pflanze kennt jedoch nur er und einige alte Zauberer; im Bedarfsfall begibt er sich selbst ganz im geheimen in den Wald, um von deren Blättern zu sammeln. Auch über diese Medizin wurde bei obiger Streitfrage verhandelt und man kam zu dem Entschluß, daß mich der Sultan bei der nächsten Anwendung derselben rufen werde, damit ich selbst Zeuge ihrer Wirksamkeit sei. Ich nahm das Anerbieten an und verpflichtete mich sogar, ihm ein Geschenk zu machen, wenn ich die wunderbare Wirksamkeit des Talisman bestätigt finde. Es sind bereits mehrere Monate seit jener Herausforderung vergangen, aber eine Einladung ist noch nicht an mich ergangen und ich glaube, daß ich noch eine Weile darauf warten darf. Es war bereits 3 Uhr nachmittags und wir standen noch immer im Hofe, in lebhaftem Wortwechsel begriffen, und es schien auch sobald nicht endeit zu wollen. Da stand ein alter Zauberer, den dieser Streit sehr unangenehm berührt hatte, auf, rief den Sultan auf die Seite und flüsterte ihm einige Worte ins Ohr. Der Sultan wandte sich hierauf ganz ruhig an die Seinen und sagte: „Laßt uns nun gehen, wir haben genug geplaudert: ich habe jetzt Durst." Das Fiasko konnte nicht vollständiger sein. Beim Abschiedsgruß erlaubte ich mir, ihm zu versichern, daß wir die kranke Frau mit unseren Medizinen geheilt hätten, und wenn niemand gekommen wäre, es ihr auszureden, bei der Mission ztt verbleiben, und wenn besonders die Eltern sie in Ruhe gelassen hätten, so wäre das die beste Medizin gewesen, um sie vor jedem Rückfall zu bewahren. Und wirklich war das der letzte Anfall der Krankheit. Wir bemühten uns nur, sie wieder zu Kräften zu bringen, was auch nicht schwer war. Die Eltern, welche sahen, daß es unnütz sei, sie von ihrem Vorhaben abzubringen, ließen sie nun in Frieden und sie lebt jetzt glücklich in unserem Dorfe. Das war auch vorauszusehen. Dieses Ereignis trug nicht wenig dazu bei, manches Vorurteil in unseren Neophyten und Katechumenen zu zerstreuen. Denn wenn unsere Behauptungen immer nur einen relativen Wert haben, wenn es sich darum handelt, aus ihren Herzen den religiösen Aberglauben herauszureißen, so ist es doch immer leichter, sie durch solche Tatsachen zu überzeugen. Möge Gott der Herr unser Werk segnen und uns genügende Gesundheit und Mittel verleihen, um noch viel Gutes unter diesen armen Negern zu wirken! Die Bewegung zum Christentum nimmt immer mehr zu und wir haben oft den Trost, der kleinen Herde ein neues Schäflein zuführen zu können. Ganze Familien verlangen, sich in unserem Dorfe niederzulassen, um daselbst unterrichtet und beschützt zu werden. Doch wie allen diesen Unterkunft bieten? Um ihnen zu helfen und allen Lebensmittel zu geben, fehlen nicht selten uns selbst die Mittel. Wir vertrauen auf die Vorsehung, daß sie uns Wohltäter erwecke, die uns zu Hilfe kommen. itr Line Kleinigkeit genügt, um glücklich zu machen. Aus Libreville schreibt ein Missionär folgende rührende Szene: Bor einiger Zeit gab mir ein guter Christ ein kleines Almosen, Es war nicht viel, aber die Gabe mußte Glück bringen, weil sie ans gutem Herzen kam. Eines Tages wickelte ich das kleine Geldstück in ein Ende meines Taschentuches ein, nahm auch einige Tabakblätter mit und ging dann in der heißen Mittagssonne ans die Suche nach einem Unglücklichen, den ich beglücken wollte. Die Vorsehung führte mich in eine elende Hütte, die voin Unglück heimgesucht war. Ein armer, junger Christ lag da auf einer Blatte: seinen Körper hatte der Aussatz schon seit einer Reihe von Jahren stark in Mitleidenschaft gezogen. Er ist ganz auf die Hilfe anderer angewiesen. Seine christliche Mutter steht ihm bei und pflegt ihn mit einer Sorgfalt, die sich kaum beschreiben läßt. Weil auch ihr zweiter Sohn die untrüglichen Merkmale des Aussatzes an sich trügt und fast nicht arbeiten kann, bestellt sie allein das Feld und sorgt allein für die Nahrung ihrer Kinder. Trotz alledem kommt über die Lippen der Armen kein Wort der Klage, Im Gegenteil, Freude strahlte auf ihren Gesichtern, wenn ihnen der Missionär einen Besuch abstattet. An jenem Tage also wurde ich in gewohnter Weise freudig empfangen. Wir unterhielten uns längere Zeit, dann hörte ich die Beichte des armen Aussätzigen. Nachher sagte ich ihm: „Da ich euch einen Besuch abgestattet habe, sollt ihr auch wissen, daß ich nicht mit leeren Händen gekommen bin. Nimm das kleine Geldstück und gib es deiner Mutter, damit sie in der nahen Faktorei trockene Fische kaufe, um die Mahlzeit zu würzen, und hier hast du auch Tabak zum Rauchen." Die Freude des armen Aussätzigen war unbeschreiblich. Er rief seine Mutter herbei und sagte ihr: „Habe ich es dir heute morgen nicht gesagt, daß der liebe Gott uns helfen wird? Du meintest, du wüßtest heute nicht, wie du uns Essen verschaffen könntest, weil noch kein Maniok geholt worden sei." (Der Maniok ist erst genießbar, wenn er zwei bis drei Tage einer besonderen Zubereitung unterworfen wird, die die gesundheitsschädlichen Eigenschaften beseitigt.) „Ja, Gott wird helfen, habe ich auch dir zur Antwort gegeben, mein Kind," sprach die Mutter. „Er kannte unsere Not und hat uns im rechten Augenblick den Pater geschickt. Nun haben wir zu essen für heute und morgen." Diese Szene, so einfach sie sich auch abspielte, hat mich fast zu Tränen gerührt. ir Verschiedenes. Lin Hufrubr in Sudan niedergeschlagen. In der ersten Hälfte des eben verflossenen April hätte ein unheilvolles Ereignis bald den Sudan um den Frieden gebracht. In Khartum verbreitete sich das Gerücht vom Erscheinen eines neuen Propheten in der Gegend zivischeit dem Weißen und Blauen Nil und von der Ermordung einiger Offiziere der Regierung. Der Verlauf der Geschichte war kurz dieser: Zu Dar Scheneina, einem Dorfe, das im Distrikt Mesfellemia südlich von Khartum liegt, erhob sich ein fanatischer Derwisch, namens Abd el Kader Jman Hab Habnba, nannte sich den Propheten Gottes und sammelte aus seinem Dorfe und dessen Umgebung Anhänger. Kaum hatte die Regierung hievon Kenntnis erhalten, so sandte sie zur Ortsbesichtigung den Inspektor der Provinz des Blauen Nil und den Mamur von Mesfellemia. Diese beiden Regierungsbeamten wurden von Abd el Kader und dessen Anhängern überfallen und ermordet. Die Nachricht dieser Mordtat wurde sofort dem Gouverneur der Provinz überbracht, der schon am nächsten Morgen mit einer Kompanie Soldaten des 13. Bataillons sich auf den Ort begab, an dem das Verbrechen verübt wurde. Es wurde auch eine telegraphische Depesche nach Khartum geschickt, von wo aus sogleich eine Abteilung Reiterei mit zwei Batterien Maxims-Kanonen abgesandt wurden. Abd el Kader, der die Streitmacht, die gegen ihn heranrückte, wahrnahm und die Unmöglichkeit voraussah, sich gegen die Regie-rungstrnppen zu halten, entschloß sich, die Soldaten des Gouverneurs, die bereits in der Nähe seines Dorfes kampiert waren, zu überfallen, bevor noch eine Verstärkung von Khartum angekommen wäre. Gedacht, getan! — Nachts warf er sich mit einem Mut, den die Verzweiflung einflößte, auf die Soldaten. Der Augenblick war günstig für ihn: doch die Soldaten standen bald in Ordnung da und mit einem erbitterten Feuer warfen sie bald Abd es Kader zurück, der sich durch die Flucht rettete, nachdem er 35 Tote und 80 Verwundete auf dem Schlachtfelde zurückgelassen. Die Regiemngstruppen hatten lOTote, darunter 2 Offiziere und 24 Verwundete. Kaum war dieser Kampf vorüber, erschien noch am gleichen Morgen die Verstärkung. Die Reiterei setzte die Verfolgung und Versprengung der Aufständischen fort, doch konnte Abd el Kader nicht gefangen werden, denn er hatte genügend Zeit, nach Süden zu flüchten und sich zu verbergen. Auf seinen Kopf wurde der Preis von 100 Pfund Sterling gesetzt für jeden, der ihn lebend oder tot ansliefere. Es fehlte auch nicht an solchen, denen nach diesem fetten Bissen gelüstete. Die Araber Dabeiba ergriffen ihn und übergaben ihn der Regierung, die nun eifrig auf der Suche nach den Mitschuldigen ist. Abd el Kader gibt als letzte Ausflucht ernstes Unwohlsein an und stellt sich krank, doch sowohl er als auch seine Anhänger wurden von der Gerechtigkeit verurteilt, an einer anderen Krankheit zu sterben. Zurzeit ist das Todesurteil an allen bereits vollzogen worden. ist Lin verschollener Bischof. Der Apostolische Vikar von Senegambien, der Bischof Künemann von den Vätern vom Heiligen Geist, gilt als verschollen. Er war am 5. Januar 1856 zu Schweighausen in Ober-Elsaß geboren, hatte im französischen Seminar zu Rom seine Studien gemacht, war dann als Missionär nach Martinique gegangen und von dort nach Senegal. Seit 1901 war er Apostolischer Vikar von Senegal und Senegambien. Er stand im 52. Lebensjahre und war ein Mann mit einer Gesundheit, die den Strapazen seines schweren Berufes unter dem Sonnenbrände des Senegal standhaft Trotz geboten hatte. Die Kongregation vom Heiligen Geist erleidet mit seinem tragischen Tod einen ungemein schweren Verlust. Denn die franzö- fische Presse glaubt, es bestehe so gut wie keine Hoffnung, daß der verschollene Dampfer „Sankt Josef", der der Kongregation der Väter vom Heiligen Geist im Senegal angehörte, wieder zum Vorschein komme. Man hält ihn für verloren. Das Schiff ging am 20. Mürz von N'Gazobil ab, mit Bischof Künemann, zwei anderen Passagieren und 5 Matrosen an Bord: es wehte ein starker Nordwind, der den Dampfer zum Scheitern brachte. Es bliebe noch eine Möglichkeit, daß der Sturm den Dampfer weit weg an die Küste von Guinea verschlagen; doch wagt man es kaum, dies zu hoffen. ★ Der deutsche Protestantismus und die Deidemntssion. Die protestantischen Missionsgesellschaften deutscher Zunge haben vor kurzem wieder ihre Jahresberichte versandt. Nach einer Zusammenstellung, die dem „Jahrbuch der vereinigten nordostdeutschen Missionskonferenzen 1908" entnommen ist, arbeiten im ganzen 23 deutsche Missionsgesellschaften am Werke der Heidenmission. Auf 661 Stationen unterhalten sie 1160 Missionen und 177 (ledige) Missionsschwestern. Die Zahl der unter ihnen lebenden getauften Heidenchristen beträgt 505.657, die der Taufbewerber 54.528. Ihre Schulen zählen 142.567 Schüler. Die Einnahmen betrugen 8,988.000 Mk., von denen 6,992.000 Mk. aus der deutschen Heimat beigesteuert wurden. Die deutschen Protestanten haben also trotz des Niederganges des kirchlichen Lebens die ganz beachtenswerte Summe von fast 7 Millionen für das Missionswerk aufgebracht. Verglichen mit dem Vorjahre, weisen die Einnahmen eine Zunahme von 184.000 Mk. auf. Unter den Gaben befanden sich ganz beträchtliche Summen; so flössen aus dem Vermächtnis eines Bremer Großkaufmanns der Norddeutschen Missionsgesellschaft (Sitz Bremen) 100.000 Mk. zu. ★ Das vorzüglichste Machsthlage-bucb, das nie im Stiche läßt, ist Herders Konversations-Lexikon, ein Riesenwerk deut- schen Wollens und Könnens. — Dasselbe gibt über alle Zweige der Wissenschaft in allgemein verständlicher Form Aufschluß. Durch Konsultierung desselben erlangt man auch eine Ge-samt-Uebersicht über die verschiedenen Missionsgebiete. Wir lassen hier eine Probe folgen, ans Herders Konversations-Lexikon entnommen, und wählten das Wort „Sudan", da der größte Teil des Sudan das Missionsgebiet unserer Kongregation bildet. * * * Sllöän, eigentlich Belad es-Sudan („Land der Schwarzen"), afrikanische Landschaft, südlich von der Sahara, im Westen bis 8 (stellenweise 6), im Osten bis etwa 5° nördlicher Breite. Orographisch ein südwärts ansteigendes Hochland, im Norden (mit Ausnahme der Dar-Fur-Schwelle, 1830 m) meist ausgedehnte, nur von Einzelhügeln und niederen Bergen unterbrochene, durchschnittlich 400 m hohe Ebene, in der Mitte und im Süden mehr Hügel- oder Gebirgsland (Futa Dschalon 1130, Nordnigeria bis 1800, Adamaua bis 3000 m usw.). Der Boden (vielfach Latent) ist großenteils fruchtbar, nicht selten aber sumpfig (am ÜJtil usw.) und streckenweise wüstenhaft, die Bewässerung im allgemeinen reichlich, in großen Teilen aber ungenügend (periodische Wasserläufe). Klima tropisch und sehr heiß (im Süden 28° Jahreswärme, in Kayes bis 43°), vielfach ungesund; Regenzeit meist im Sommer, Regenmenge 75 bis 0 0, im Süden 100 bis 200, vereinzelt im Norden 26 bis 75 cm; hier erscheint während der Trockenzeit das Land als verbrannte Steppe, im Osten als Wüste. Pflanzengeographie meist Savanne (häufig abgebrannt), im Osten und Norden (unmerklicher Nebcrgang zur Sahara) Steppe; von Bäumen besonders Akazien, Tamarinden, Dumpalmen und der Barbab usw.; eingestreut Galeriewälder, geschlossene Waldgebiete und viele lichte Wälder (namentlich Mimosen). Kulturgewächse: Negerhirse (Hauptbrotfrucht), Jams, Taro, Maniok, Baumwolle und Indigo, Bohnen, Erbsen, Kolanüsse, Mais, Reis, Weizen (im Osten usw.), Erdnüsse (im Westen usw.), Bananen usw. Tierwelt reich, namentlich Elefanten, Flußpferde, Antilopen, Giraffen, Hyänen, Wild- der Neger. Heft 7. e iS) CO Bvabisches Gafč, 26 Daß auch die Araber starke Raucher sind, zeigt obiges Bild. Das Pfeifenrohr, oft ein Schlauch, ist an einem Fäfzchen angebracht; das gibt wohl aus. - Das Kaffeehaus ist ganz primitiv eingerichtet. 2üer keinen Stuhl hat, zieht es vor, nach arabischer Art auf dem Boden zu hocken. sch weine, Löwen und Leoparden, Paviane und Meerkatzen, Strauße, Flamingo, Papageien, Schildkröten, Krokodile und Termiten; allgemeine Zucht timt Pferden, Rindern, Schafen, Ziegen, Eseln, Hühnern, im Norden auch Kamelen. Die hauptsächlich mohammedanische Bewölk erung im stark entvölkerten Osten, vieler- vonFranzösisch-Guinea, Elfenbeinküste, Dahome undFranzösisch-Kongo), Großbritannien(Aegyp-tisch-Sudan, Nordnigeria, Teile der Goldküste usw.), Deutschland (nördliches Kamerun und Togo) und Portugal (Teil von Portugiesisch-Guinea) aufgeteilt. Kirchlich das Apostolische Vikariat Sudan (gegründet 1846, Residenz Khartum, missioniert ftamel mit ipalanfcin. Das Kamel ist als Last- und Reittier durch die Wüsten unentbehrlich, da es durch seine Genügsamkeit und Fähigkeit, längere Zeit das Wasser zu entbehren, alle andern Nutztiere übertrifft. Auf dem Kamel ist ein Palankin, das ist ein Bett, für eine mohammedanische Frau bestimmt. orts nur in wenigen armseligen Städten und Dörfern, besteht vorwiegend aus Sudannegern, daneben Hamiten (Tuareg usw.), Mischvölkern, Arabern usw. Neben Feldbau Herstellung von Eisen-, Töpfer-, Web- und Wirk-, Flecht-, Drechsler- und Schnitzwaren usw. auch Jagd und Fischerei. Politisch unter Frankreich (Senegal, Teile von den Söhnen des heiligsten Herzens; Apostolischer Vikar seit 1903 Franz Taver Geyer, Titülarbischof von Trocmade, geboren zu Regen 1859), mit 12 Stationen, 28 Priestern, 26 Schwestern (Fromme Mütter von Nigritien), 5400 Katholiken. Herders Konversations-Lexikon ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen. — Ein überall willkommenes Festgeschenk. Reich illustriert durch Textabbildungen, Tafeln und Karten. Acht Bände gebunden. — Preis 100 Mark — Kronen 120. — Auch Teilzahlungen. ir Der IRegen tin Sudan. Wenn manche Leute sagen hören, daß es im Sudan bloß zwei Jahreszeiten gebe: die trockene und die Regenzeit, fragen sie, ob es in der letzteren beständig regne, und wenn sie eine verneinende Antwort bekommen, so verwundern sie sich sehr über obengenannte Bezeichnung. Aber woran kann man sonst die Jahreszeiten im Sudan unterscheiden? An dem, was die Fachgelehrten sagen: je näher man dem Aegnator kommt, um so länger dauert die Regenzeit, so daß man fast sagen kann, dieselbe habe in der Nähe des Aequators kein Ende. In der Zone, in der sich unsere Missionen befinden, nämlich zwischen dem 7. und 10. Grad nördlicher Breite, beginnt die Regenzeit im Monat April und endet int Oktober. Anfangs handelt es sich um einige kleinere Gewitter, die, nachdem sie ein wenig rumort haben, die Natur int trostlosen Zustande wie zuvor lassen. Im Mai rechnen die Eingeborenen schon auf den Regen, der dann auch häufiger fällt. Im Juni ruht die Natur fast halbwegs: aber gegen Ende des Monats beginnen die Gewitter in Menge niederzugehen. Im Juli und August fallt der Regen in Strömen, während er im September immer seltener wird und im Oktober ganz aufhört. Auch int Sudan gibt es widerliche, schlechte Tage, in denen die Sonne ein mattes, melancholisches Licht hernieder sendet; andere Male tröpfelt es zum Uebcrdruß, aber das geschieht sehr selten. Ein ordentliches Gewitter kündigt sich durch einen tüchtigen Wind von Südosten her an. Dieser fegt zuerst alle Wolken weg, die er im Umkreis findet. Ist so gewissermaßen das Feld gesäubert, so sieht man eine große, schwarze Wolke heranziehen, durch deren Mitte Blitze fahren, die immer häufiger hin-und her-zuckeu: allmählich verdeckt die Wolke den ganzen Himmel. Auf die Blitze folgt das Gekrach der Donner und dann rette sich, wer kann. Die Hirten treiben eilends ihre Tiere in die Ställe, selbst die Vögel verbergen sich: die Menschen suchen einen Zufluchtsort, aber nicht immer erreichen sie ihn, da alles mit unglaublicher Schnelligkeit aufeinanderfolgt. Ter Regenguß, den einige wenige Tropfen einleiten, verursacht eine gewaltige Heiter« slutimg, füllt auf jedes Hindernis prasselnd nieder, zerknickt die langen Aehren der Pflanzen und die Durrastengel und biegt alles bei seinem Niedergänge um, während die Sieste und Zweige der Bäume wild hin- und hergerissen werden und ächzen, als wollten sie die Gewalt andeuten, die sie erleiden. Das Wasser strömt mit aller Gewalt ohne Aufhören nieder, schlägt gegen die Dächer der Hütten, bringt das Stroh in Unordnung, richtet die Wände zugrunde, während die Wege, Wiesen und leeren Stellen sofort zu Pfützen oder reißenden Bächen werden. Ab und zu scheint der Regen ein Ende zu nehmen, aber nur, um darauf mit um so größerer Wucht niederzuströmen. Dies dauert eine, zwei und auch mehrere Stunden; schließlich legt sich der Wind, der Regen läßt nach, die Vögel kommen wieder aus ihren Schlupfwinkeln hervor und setzen ihre lustigen Sangesweisen fort. 316er die Menschen — nein, sie können nicht mehr ausgehen, sie müssen warten, bis sich das Wasser verläuft, das sich in der Zwischenzeit um die Hütten herum angesammelt hat. Glücklich die Orte, die, wie Mbiliund Wau, sich auf sandigem und au Abhängen gelegenem Terrain erheben. Da läuft das Wasser bald ab. In der Ebene aber verwandelt sich die Landschaft in einen Sumpf, wo die Schuhe desjenigen, der da zu gehen versucht, int Kote fast stecken bleiben und bei jedem Schritt unfreiwillig eine ziemliche Menge unterstehenden Bodens mitnehmen. Bertold, eine gute Seele, freute sich über die Gewitter wegen der danach hell scheinenden Sonne. Im Sudan scheint die Sonne darauf sehr glänzend und unter ihrem glühenden Lichte und ihrer Hitze nimmt die Natur nicht bloß ein fröhlicheres Aussehen an, sondern auch neue und bedeutendere Lebenskraft. ★ Mie viel Zuden gibt es auf der Erbe? Europa marschiert an der Spitze mit 8.748.000, an zweiter Stelle Amerika mit 1.556.000, Afrika zählt 354.000, Asien 342.O0O und Australien 17.000, zusammen also l 1,081.000. In Europa hat Rußland den Löwenanteil mit 5,100.000, daran reiht sich gleich Oesterreich-Ungarn, Deutschland zählt 600.000, auf die Bälkanhalbinsel kommen 400.000, Belgien mit Holland hat 105.000, 80.000 in Frankreich und 40.000 in Italien. Von den Städten geht New Jork voran mit 700.000 Inden, dann folgt Wien mit 130.< 00, Berlin hat 95.000, London mit 80.000, endlich Jerusalem mit 30.000. ★ Empfehlenswerte Bücher und Zeitschriften. 1st atboli sebe /HMITionsItatistih. Mit einer Darstellung des gegenwärtigen Standes der katholischen Heidenmission. Von H. A. Krose S. J. (Auch 97. Ergänzungsheft zu den „Stimmen ans Maria-Laach".) (Sr. =8'. (Xll und 130 S.) Freiburg, 1908, Herd ersehe Verlagshandlung. Mk. 2'40. Die Schrift zerfällt in einen kleineren, theoretischen, und in einen größeren, praktischen Teil. Im ersteren werden nach einer historischen Einleitung, die von den Hauptquellen und den bisherigen Leistungen der katholischen Missionsstatistik handelt, Begriff, Gegenstand und Nutzen der Missionsstatistik auseinandersetzt. Es war dem Verfasser darum zu tun, in diesen Ausführungen einerseits die übertriebenen Vorwürfe der Gegner gegen die katholische Missionsstatistik ans das rechte Maß zurückzuführen, andererseits aber vom Standpunkte des Statistikers aus die wirklich vorhandenen Mängel der gegenwärtig katholischen Missionsstatistik klarzulegen und durch Vorschläge zur Verbesserung derselben dem Missionswesen einen Dienst zu erweisen. Im zweiten, praktischen Teil wird ans Grund eines reichen Ouellenmaterials eine Darstellung des gegenwärtigen Standes der katholischen Heidenmission gegeben, die zwar, wie das nach Lage der Dinge nicht anders sein kann, noch manche Lücken ausweist, aber eingehender und vollständiger ist als die bisherigen Gesamtdarstellungen und jedenfalls ein annähernd richtiges Gesamtbild des katholischen Missionswesens bietet. * * * Verlag von Felizian Rauch in Innsbruck. Entwürfe zu Derz Aelu-Vredigte». Von Hugo Harter 8. J. — 140 Seiten in 8°. Broschiert Kr. 1 10. Das Buch enthält vier Zyklen. Der erste Zyklus ist betitelt: Die Gesinnungen des göttlichen Herzens Jesu; der zweite: Das königliche Herz Jesu; der dritte: Das priesterliche Herz Jesu; der vierte: Die Schule des göttlichen Herzens Jesu. (Im ganzen 34 Skizzen.) Wahrhaft kernige Predigtskizzeu, die zu einer echten Herz Jesu-Andacht anzuregen sehr geeignet sind. Entwürfe zu ^Betrachtungen für achttägige geistliche Ulebungen. Bon Hugo Harter 8. J. — 212 Seiten. Broschiert Kr. 1-60. Diese Entwürfe, welche dem Exerzitienbüchlein zugrunde gelegt sind, bergen eine reiche Fülle von Material für Exerzitien, sind aber auch außer dieser Zeit sehr verwendbar und darum auch Predigern willkommen. Sie sind zwar für Priester, Theologen und Ordenslente bestimmt, jedoch auch für Laien von großem Nutzen. — Das Werk ist eine Sammlung reicher Erfahrung; war ja und ist noch der greise Verfasser viel in dieser Hinsicht tätig. Dies bürgt besonders für den hohen Wert des Buches. Diese Werke können durch jede Buchhandlung bezogen werden. * * * „Hinter her Fahne flbarfens." Sodalen-Korre-spondenz für Marianische Kongregationen. Redigiert von P. Harasser 8. J. Jährlich 11 Hefte. Kr. 2'60, für Deutschland Mk. 2-60. Zwölf Exemplare unter einer Adresse portofrei ä Kr. 2'— — Mk. 2 —. Sobald! aufs wärmste empfohlen. „Ave flbaria.“ Marienzeitschrift, redigiert vom geistlichen Rat Fr. Pesendorfer. — Jährlich 12 Hefte. Kr. 1'8ö, nach Deutschland Kr. 2-52, mit dem „Kleinen Ave" Kr. 2'56, nach Deutschland Kr. 3 24. „Elisabetb=JßIatt.“ Illustrierte Monatschrift für Hausfrauen, Mütter und Erzieherinnen. Sehr empfehlenswert. Jährlich 12 Hefte. Kr. 2 —, franko Kr. 2'24. -i- * -k- Verlag der katholischen Missionsfreunde für Indien, Wien, VIII/1, Strozzigasse 28. Ilnöten, das uralte XlOlunöerfanb. Die kolossale Riesenwelt von 300 Millionen (Einwohnern) Heiden. Hell beleuchtet mit Wahrheit und Klarheit für denkende und fühlende Christen von Freunden Indiens. Mit oberhirtlicher Genehmigung. Preis Kr. 1, mit Postzusendüng Kr. 1-10. Dieses hochinteressante und belehrende Büchlein ist mit großer Wärme und Begeisterung geschrieben und hat zugleich die Aufgabe, die große Not Indiens überall bekannt zu machen und so nach Kräften zur Linderung derselben beizutragen, verdient deshalb die weiteste Verbreitung. Bei Abnahme von 100 Stück wird ein Rabatt von 40°/0 gewährt und noch fünf I Freiexemplare. Dem Memento der hochw. Missionäre und dem Gebete aller Leser werden die folgenden Verstorbenen empfohlen: Frau Maria Falken-stciiicr (Ehrenburg); Frau Maria Willcit (Ehrenburg); Hochw. Herr Dekan Alois Saiiderell (St. Gallenkirch); Hochw. Msgr. Wilhelm Michele, Dompredigcr (Wien). „Herr, gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen!" Gebetserhörungen und -Empfehlungen liefen ein aus: Au — Hilsbach — Innsbruck — Klobenstein — Markt Wald — Milland — St. Michael-Eppan — Untermais — Bahrn. Dem heiligsten Herzen Jesu, der seligsten Jungfrau Maria, beut hl. Josef, dem heiligen Antonius und den armen Seelen sei Dank gesagt: für erlangte Hilfe — für Erhörung in einem wichtigen Anliegen — für teilweise Erhörung (bittet um weiteres Gebet). Man bittet ums Gebet: für eine geisteskranke Mutter — in einem großen Anliegen — mit guten Fortgang im Geschäfte — um Segen in der Ehe — in verschiedenen Familienangelegenheiten und besonders, die ein schweres Kreuz zu tragen hat — daß uns Gott den Frieden schenkt und uns vor bösen Menschen bewahrt — um Segen int Geschäfte zu erlangen. Im Falle der Erhörung haben mehrere Veröffentlichung versprochen. Gebet um die Bekehrung der Cbamtten von Zentra^Hfnka zu erlangen. Beten wir für die unglücklichen Negervölker Zentral-Afrikas, damit Gott, der alles vermag, von ihren Herzen einmal den Fluch Chams hinwegnehme und ihnen jenen Segen verleihe, den man nur int Namen Jesu Christi, unseres Herrn und Gottes, erlangen kann. Gebet. O Herr Jesus Christus, alleiniger Erlöser des ganzen Menschengeschlechtes, der du bereits herrschest von einem Meere zum andern und vom Flusse bis zu den Grenzen des Erdkreises: öffne erbarmungsvoll dein heiligstes Herz auch den unglücklichsten Seelen von Zentral-Afrika, welche noch in der Finsternis und im Todesschatten sitzen, auf daß durch die Fürbitte der gütigen Jungfrau Maria, deiner tmbefleckten Mutter, und ihres glorreichen Gemahls, des heiligen Josef, die Negervölker ihre Götzen verlassen, vor dir sich niederwerfen und deiner Kirche zugesellt werden. Der du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 500 Tage Ablatz; vollkommener Ablatz einmal im Monate. Verantwortlicher Schriftleiter tRektor P. Dr. /D. IRaffelner F. S. C. — preBveretn0=3Bucbt>rucfcerel Srlren, Südtirol. Kongregation der „Löhne des heiligsten Derzens Zesu" ~ ~ ^ fliMsfionäre für Zentralafrika, Außer Priestern und Theologen, welche Neigung und Beruf zum Ordensstande haben und sich dieser Mission widmen wollen, finden in dieser Kongre-gaüon Aufnahme Studenten der oberen Gymnasialklassen, welche in entsprechendem Alter stehen und Neigung zum Ordensstande haben; endlich sind auch Laien (als Handwerker, Sauern usw st als Ordensbrüder sehr erwünscht und für das Wirken der Kongregation von großer Wichtigkeit. — Es werden auch brave und talentierte Anaben aufgenommen und zu Missionspriestern ausgebildet, sowohl solche, welche noch keine, als solche, welche bereits eine oder mehrere Gymnasialklassen gemacht haben. Wegen der sonstigen Aufnahmsbedingungen wende man sich vertrauensvoll an den Obern des Missionshauses der „Söhne des heiligsten Herzens Jesu" in Milland bei Vrixen, Tirol. flDlsslOnSfVCUltbCt abonniert und verbreitet den „Stern der Aeger". Der „Stern der Neger" erscheint jährlich zwölfinal. preis pro Jahrgang für Oesterreich-Ungarn Kr. 2.-, für Deutschland Mk. 2.-, für die übrigen Länder des Weltpostvereins Frk. 3. — . Missionshaus in Milland bei Brixen in Tirol. In jedem Hause, wo gute Musik gepflegt wird, sollte auch eine Daus-Orgel ptsr Herrlicher, orgelähnlicher Ton. Prächtige Ausstattung. Ein Schmuck für jedes Zimmer. Billigste Preise, von Mk. 78 an. Illustrierte Kataloge gratis. Alois Maier, Hulda, Hoflieferant. Gegründet 1846. — Illustrierte Prospekte auch über den neuen Spiclapparat „Hnrmonista", mit dem jedermann ohne Notenkcnntnisse sofort vierstimmig Harmonium spielen kann. Freiburg im Breisgau Berlin, Karlsruhe, München, Strahburg.IDien, Stsouis.mo. Konoersations* Lexikon Dritte fiuflage. ficht Bänbe. Reid) illuftr. Mark 100.— Kr 120.— Teilzahlungen Durd) alle BudihanDlungen zu beziehen ll^tlftFifrrnnhv seien auf den neuen, unentgeltlich zur Verfügung stehenden Prachtkatalog siwunnj n UUUl- j)er als gediegen bekannten Firma Alois Maier in Fulda, Hoflieferant (gegründet 1846), aufmerksam gemacht. Besonders hervorzuheben sind die zahlreich abgebildeten Salon-Orgel-Harmoniums, anerkannt die scclcn- und gemütvollsten aller HanSinstrnmcntc. Zn ihrer Herstellung wird nur das allerbeste, dauerhafteste Material verwendet. Ueber ihre sachgemäße Behandlung wird in der Preisliste Belehrung erteilt. Schul- und Hausorgeln sind in den verschiedensten Ausstattungen verzeichnet, für die einfachsten tote auch für die verwöhnteren Anforderungen. Den Instrumenten der Firma wird leichte Spiclbarkeit, vollkommen reine Intonation und ein Ton nachgerühmt, der sich stets und ganz und gar mit der Registcrbezeichmmg deckt. Sie sind bereits in allen Weltteilen verbreitet. Die Preise müssen als sehr mäßig bezeichnet werden. Zu Zwecken der /nMsfions==propagan&a fjbt geeignet! Die Anszsbe kt katholischen Frauen int MWonsnierke. Von einem ehemaligen afrikanischen Missionär. — Vreis 10 h, 10 lpfg. ===== Zu beziehen in Oesterreich von der 8t. Petrus Llaver-8odalit8t, 8alzburg, Dreifaltigkeitsgasse 12, mtb deren Filiale: In Deutschland: München, Türkenstraße 15/11. - - pr Knaben, welche Grdem- undMfsionspriester werden Wollen. W fl In unserem laBEiEuraa in Siitonü m werden brave und talentierte Knaben aufgenommen und zu Missionspriestern herangebildet. = Bedingungen der Aufnahme sind: ===== 1. Selbständige Neigung und sonstige Zeichen des Berufes zum Ordensund Missionspriesterstand. 2. Gelehriger, lebhafter, offener Charakter, energischer, standhafter, opferfreudiger Wille; sittliche Unverdorbenheit. 3. Gesundes Urteil und gutes Talent, das befähigt, leicht und ohne Anstand die ganzen Gymnasialstudien durchzumachen. 4. Gute Gesundheit und kräftiger Bau, frei von körperlichen Fehlern. 5. Alter von ungefähr zwölf Jahren. Für die erste Klasse wird ein Alter nicht unter zehn und nicht über zwölf Jahre erfordert. 6. Pensionsbeitrag nach Uebereinkommen mit den Eltern oder deren Stellvertretern. Weitere Aufschlüsse werden bereitwilligst vom 06ent des Missionshauses erteilt. Man wende sich vertrauensvoll an die Adresse: P. Obere des Missionshauses in Milland bei Brixen, Tirol. W iS m W 11 ill m « j*- sinnt Strnn| mn Mnrinibliiincn uns xrsikstnniislht« Sirttn bringt in höchst interessanten Zitaten die schon in 25.000 Exemplaren verbreitete und beliebte Familienzeitschrift „Ave Maria" (Preßverein, Linz; jährlich 12 Hefte, Kr. 1.84, nach Deutschland Kr. 2.42). Die Schilderung der Wallfahrt Frauenstein ist mit 3 Originalbildern geschmückt. Ein sehr interessanter Artikel behandelt einen Berjehgang in Lainbach, Imt einem Originalbild aus. der Stiftsbibliothek in Lambach, darstellend, wie auf der alten Pferdceisenbahn der Bater des Kaisers Franz Josef, Erzherzog Franz Karl, einem Priester begegnet, den Wagen halten läßt und kniend dem Allerheiligsten seine Ehrfurcht bezeugt. Der Redakteur Pesendorfer bringt eilte glänzende Schilderung der Ruinenstadt Pomp ei. Zwei Erzählungen und zahlreiche ernste und heitere Beiträge erhöhenden Wert des mit 17 prächtigen Illustrationen geschmückten Heftes. Die IRmOerjettsCbtift „IKleines ave /IMrta“ bringt im Maiheftchen die lieben und ersten Frühlingsblumen, ein Ostergeschichtlein, eine kindlich gehaltene Lebensbeschreibung des hl. Johannes von Nepomuk, aus betn Leben des Heiligen Vaters und allerlei Lustiges usw.