Pranumeraiions-Pretfe: Fiir Laibach: Ganzjcihrig . . . 8 fl. 40 It. Halbjiihng ... 4 „ 20 „ Vierteljahrig . . 2 „ 10 „ Mouailich • • . Laibacher Redaction : Bahnhosgosie Nr. 1BŽ. 70 M i l d e r Post: Canziahng ... 11 fl. — kr. HalbjShrig ... 5 „ 50 „ Stemtjiibnfl . 2 „ 75 „ Ftlr Zustkllung in« Ha»S vier-teljShrig 25 kr., monall. 9 kr. Cuisine -Jhimmtrn 6 kr. Tatzblalt. Anonyms Miltheilungen werden nicht berMfidbtitV; Manuscript nicht zuriickgesendei. vxptzdition- & Snjerateu-Bnreau: Songretzplatz Nr. 81 (vuch-handlung von Jgn. v. Slkin-mayr & Fed. SBambcrg., Jnfertionspreise: FUt die einspaltige Petitzeile L 4 kr., bei ;weimal;ger Ein-schallung L 7 kr., btcimaligtr i. 10 kr. Jusertiou-stempel jedesmal 30 kr Bei grvherei, Jnseralen und Sfteicr Einschaltung etifiprt; chender Sffoba't. Nr. 16. Dienstag, 21. Ianner 1873. — Morgen: Vincenz. Der osterreichische Agrar-Congrctz. Wenngleich die Landwirthschast das altcste Gewerbe ist, das die Menschheit belriebcn, so ist dennoch ihre Ausbildung zur Selbstaiidigkcit kaum tin Jahrhmidert alt. Ia die Anwendung der wissen-schastlichen Methode und die Einfluhnahme der Re-gierung auf dieselbe datiert gar erst seit ein paar Jahrzehnten. Der Aufschwung der Vandwirthschaft hielt namentlich bei uus in Oestcrrcich mit den Fortschritte!' der Gesetzgebung gleichen Schritt; von der Vefreiung beS Grundes und Bodens von Frohn-den und fasten konnen wir auch cine nene Epochc in der Entwicklung unseres landwirthschaftlichen FortschritteS rechnen. Jedoch ward noch foriwahrend in den mciftcn Landern OesterreichS, insbesondere aber in unsern srommen Alpenlandern der land-wirthschaflliche Fortschritt durch gar mancherlei Ein fltiffc und Unserlassungssunden trocken gestellt. Die aus der mangelnden Schnlbildung, der geistigen Versumpfung herriihrende Jndolenz Ser banerlichen Kreise, die mangelnde Fachkenntnis der Lehrer und vor atlem die unverantwortlichen Unterlassungssiin-deu der Regiernng find schuld, wenn anch heute noch viele Zweige der Landwirthschaft bei mis im argen liegen. Es ist wahr, man hat in neuester Zeit auch in Oesterreich an mahgebender Stelle einsehen ge-lernt, bah man fur die Hebung der bauerlichen Kreise etnias thun miisse, wenn man nicht will, dah sie wegen ihrer Unwissenheit um Had und Gut kommen und die LebenSbedingungen des StaateS selbst darunter empfindlich leiden sollen. Mein bis jetzt hat man in den entsc^eidenden Kreisen nur mit- 6. Jahrgang. unter kostspielige Bersuche angestellt und damit nir-gends eine durchgreisende Wirkung erzielt. Die vom Ackerbauininister einberuseneu Enquvten waren ganz in der Ordnung, fanben sich darin nur nicht immer jene Manner, roelche sich damit bcgnugen, Staats-subventioncn zu begehren und einzuheimsen, aber mit der Wahrheit hinter dem Berge halten. Unsere landwirthschaftlichen Zustande, durch die Brillen dieser Enquvten betrachlet, liefern nickt immer ein klares Bild, besser ware es. wenn die Regieruug einmal ohne diese Brillen, mil eigenen Angen er kennen wurde, was noth thut. Wichtiger fiir die Hebung oer wirthschaftlicheu und materiellen Jnteressen der Lanbbevolkerung kon-uen die sogenaunlen Agrar-Congresse werden, wie ein solcher durch die letzten acht Tage in Wien gctagt Hal. Der Agrar-Congretz bildet eine berathende Korperschast mit ein ein instructive« Votum, welche der Ackerbaumiuister gelegentlich berust. Obglcich von einer Analogic desselben mit den andern Ver-tretungskorpern nnscrer Konigreiche und Lanbcr nicht im entferntesten die Rede sein kann, entbehrt diese Versammlung von Bertretern der ^andwirth-schaft keineswegs jeder politischen Bedeutung. Sic ist in der Wage, dein Min.isterium gcgenubcr offent-liche Kritik zu iibeii, da sie fiber alle Angelegenhei-ten, welche die Jnteressen der Bodenkultur berichren, ihre Meinung ausspreclicn darf. Es werden ferner Vertrauensmanner auS alien im Reichsrathe vcrtrc-tenen Kiinigreichen und t'anbern dazu berufen, barum sinb auch so ziemlich utle politischen Parteistand-puufte in demselben vertreten. Bor allem verdienl bemerkt zu werden, dah in dem diesjahrigen Agrarcongrcssc Abgeordnete aus Galizicn, der Bukowina, aus Bohmen, Krain, Tirol und Borarlberg, darunter ausgesprocheue nalionale Parteiflihrer wie Costa, Petrino, an den gemeinsa-men Berathnngen, welche unter dem Borsitze deS Ackerbanministers gesuhrt wurden, gerade so theil-uahmen und abstimmten, wie die Ubrigen Oester-reicher. Es ichcint also, dah OesterreichS BSlker aller politischen Zwiespaltigkeit ungeachtet doch ein gemeinsames Band volkswirthschaftlicher und mate« rieller Jnteressen umschlinge, uud dah die Herren Foderalisten gut thaten, zu beriicksichtigen, dah, wie die Weltlage einmal ist, die wirthsckaftlichen von den politischen Jnteressen in fcinem FaUe als ge-trennt gedacht werden konnen. Denn wenn Defter* reichs Bvlker wirthschaftlich zusammenaehoren unb auf einander angewiesen sinb, wie foil ba nicht burch eine Trcnnung ber Gesetzgebung unb ber politischen Administration in 17 Brnchttieile ben ge-meinsamen Jnteressen cine arge Schadigung, ja bet vollstandige Ruin erwachsen! Ganz zwar konnlen die Foderalisten mit ihren staatsrechtlichen Marotten auch in dieser Bersarnm-lung nicht hinter dem Berge halten. Namentlich bei Berathnng ber vom Ministerium aufgeworfenen Frage: „ob bic Einberufung des agrarischen Con. gresses in bcftiimnten Zeitrciumen ober beffen Um-roanblung in eine ftehenbe Institution nothwenbig sei," kam ber politische Gesichtskreis ber FSberali-sten ziemlich unumwunden znm AnSbruck. Costa mit 19 Genossen ocrncintcn biefe Frage entschieben, wahr-scheinlich weil sie sich nicht moralifch verpflichten wollten, bit abrninistrative Ausamiuengehorigkeit aller Lander der Monarchic anzuerfennen. Zu be-bauern ist, bah bie Tragweite bieses Antrages in 3temMon. Vom fiinftigm deutschen Kaiser. (Schlutz.) Ob jedoch die sehr liberate Stellung des Prinzen in besonders klaren unb liefcii llebcrzeu-gungen wurzeit nub von besonbers ernsten iSrroti--flungen gctragen wirb, bus laht sich um so weni-flcr beurtheitcn, als bersctbe politische Gesprachc bcrmeibet und dergleichen Aeuherungen sclteii ver-(auten laht. Der verburgte Ausspruch aber, „er begreife nicht, warunt man sich das Rcgieren so schwer mache; die Sache set doch schr teicht; man brauche ja nur aus ber jebesmaligen Majoritat bit 'Jjiinifter zu wahlen" — bieser Ausspruch sprichl jedeufallS nicht fur tine abgefchloffene Doc-trin. Das bcstc, was von einer Frau, unb set es eine Kaiserin ober Konigin, gesagt mcrben famt, ist, bah sic ihren Mann gtiicflich macht unb cine licbevollc, forgfame Mutter ist; unb bieses hochste Lob gebuhrt ber Frau, welchcr das Schicksal an der Seite ihres Gatten bie erste Stelle im beut-schen Rcichc beftimmt hat. Kcinc Dame in b.r Welt konnte durch Geist und Talent zu einer so erhabenen Stellung berechtigter sein und keine durch cine weisc und' gliickliche Erziehung zu dersclben passender vorbereitet werden. Die Prinzessin spricht und schreibt verschic-Ccuc Sprachen, tcimt unb versteht bie beften Schris-ten fiber die Mehrzahl der Disciplinen unb beschaf-tigt sich vorzugsweise selbst gem mit schriftstellcri-schen Arbcitcn. In ber Malerci leistct sic Ungc-wohnlichcs. Ebcnso flcihig ist sie mit ber Nabcl, und in den verschiedenen kLniglichen Schlossern sieht man eine grohc Anzahl von Stickereien aller Art unb Grohe, bie von ber Knnstfertigkeit unb ber Thatig-fcit ber Arbeiteriu Zeugnis geben. Unb diese viel-fachen BeschaftiMigen, sowie die unabweisbaren Zerstreuungen des Hoflebens halten bennoch bie Prinzessin nicht zuriick, eine mufterhafte HauSfrau zu fein. Sie iibennacht unb leitet ben ganzen Haus-halt mit groher Sorgfalt, orbnet alles fast bis auf bas geringste an, priift bic Rechnungen unb bentiiht sich, auch vvn den Specialitaten der Wirth-schaft Kenntnis zu nehinen. Die Neigung ihre« Gatten zur Sparsamkeit thcill fie, wie fchon gesagt, in hohem Grade, und es kann in dieser Be-ziehung ber kronprinzlichc Haushalt manchem bur-gerlichcn als Bcispicl unb Biustcr vorgcstcllt wet-ben; wcnigstens wirb mit Wiffen unb Willen ber hohen Herrfchaften fein Pfennig mmiitz auSgcgeben. Auch bei groheren Fcstlichkciten ist jeber nicht noth-wenbigc Vu^us verbannt unb oft eine frappierenbe Einfachheit herrfchenb. An ihrcm Gatten hangt bie Prinjeffin mit ber grohten Zartlichkeit, unb rote bas bei gliicklichen ehelichcn Vcrhaltmffen ber Fall zu fein pflcgt, ist thr Einfluh auf ben Eheherrn ein schr bebcutcn-ber, ja, wie vielfach behaiiptet wirb, ein cntfchei-benber. Sic bctheiligt sich an allen Bcstrebungen unb Unternehmungcn beS Prinzen, amtlichen wie nichtamtlichcn, politischen unb nicht politischen, mit regem Jntereffe unb ist in allot Dingen seine nachstc unb cifrigstc Bcratherin. Die allgemeine Meinung geht daher wohl nicht irre, wenn sie an-nimmt, bah bereinft bic Kronprinzcffin ein HSchst ibtr Plenarberathung Halb berouht, Halb unberouht todtgeschwiegen und die Sache selbst wegen zweifel-hafter Abstimmung trotz ihrer Wichtigkeit unentschie-den gelassen rourbe.. Bei Bcralhung der inneren Angclegenheiten, soweit fid) selbe aus die Organisation der Lanb-wirthschafts-Gesellschaflen, die Art und Weise der Subventionen, den Verkehr zwischen dem Ackerbau-Ministerium und den LandwirthschaflS-Vereinen u. dgl. bezogcn, rourbe wenig neues zutage gefor-dert; man trat nahczn angstlich fur Erhaltung des Bestehenben ein, ja hinsichtlich ber Subventionen vermochte man sogar cine gewisse Besorgnis nicht zu unterbrucken, bie Anspriiche ber bestehenben konn-ten wohl gar burch Neubilbung von landwirthschaft-lichen Vereinen geschmalert werden. Als wirklich fordernb kann bie Regierung ben Beirath ber Agrarcongresses in ber Frage des landwirthschastlichen U n t e r r i ch t e S be-trachten. Sowohl bie Antrage, als bie im Plenum hervorgerufene Discussion zeigten, bah bit Ver-sammlung in bieser Beziehung ihrer Ausgabe ge» wachsen. In richtiger Wnrdigung von Theorie und Praxis wurden da dem Minister niitzliche Winke und Rathschlage ertheilt, von denen es nur zu wiinschen ist, bah sir allseitig beachtet werben. Aus einem ganz eigenthiimlichen Standpunkt tressen wir jedoch diese Korperschast bei der Frage, wie M e -liorationen rationed zu sordern seien. Wie soil ba bas Votum des Congresses burchdriugen, der nichts geringeres als zwanzig Mill ion en Gulben aus bent Staalssackel fur grope Meliora-tionen forbcrt ? Der Congreh ist ba mit Sack unb Pack ins Lager ber Lasalleaner fibergetreten und reilet das allerdings bequetne Paradepserd der „Hilse von oben." Noch absonderlicher nimmt sich aber dieses Votum aus, roeim man bebcnft, bah berselbe Congreh tagsbaraus, als bie Frage bes l a n b wirth schast-Iid)en GenossenschastswesenS zur Sprache kam, iiber Hals unb Kops insgesammt bent Antrage bet ffinften Section znstimmte, welche bie Amiahme ber Prinzipien bes beutschen GenossenschastswesenS empsahl. Ob bie Herren, welche tagSzuvor so uach-brficklich ffir bie „StaatShilfe" in ben Schranken gctreten, wohl auch toissen, bah das deutsche Ge-nossenschastswescn einzig unb aUein aus den Prinzipien der ..Selbsthilse" beruht, dah fie sich also mit ihren ©efchtuffen vom vorigen Tage in schreien-ben Widerspruch setzten. Auch die Frage iiber die mSgliche Schafsung unb Jpebung bes la nbw i rths chastli ch en Credit es rourbe ganz veniiinftig im Siniie ber Selbst-hilfe entschitben, roie sich uberhaupt bie Bersammlung bei ber Behanblnng bcr meisten Fragen von ber Beachtung groher okonomischcr Gesctze leiten lieh. Berficksichtigt man bie kurze Zeit seines Zusammen- beachtenswerther Factor in dem politischen Leben ber beutschen Nation sein roirb, unb bah es bes-Halb ebenso inleressant ist, ihre politischen Meinuiv gen unb Gruitdsatzc fennen zu tcrncn, roie die ihres Gemahls. Der Erziehung ihrer Kinder roidmet die Prin-zessin cine unausgesetzte Ausmerksamkeit, unb ba ber Kronprinz burch seine anberweitigen Geschaste viclfach in Anspruch genommen roirb, so hat sic dies Departement fast ausfchliehlich allein in Besitz genommen. Sie toohnt hSufig ben Unterrichtsstun-ben bei, beaussichtigt die Arbeiten unb Spiele der Kinder unb controliert sehr genau Leben unb Ttei-ben bet Lehrer unb Erzieher. Ihre Fiirsorge in bieser Richtung geht so roeit, bah sie z. B. in bent Verbachte, bah ber Gouvetneur ber flcinett Prinzen bie Nacht nicht bei benselbett zubringe, sich mit dem Lichtc in der Hand von seiner Anroesenheit fiber-zeugte. Diese vielleicht etwas roeit getriebene Vor-ficht beroog iibrigens ben Gouvetneur, urn seine Entbindung von bem Posten zu bitten, unb er be-fieibct jetzt eiue sehr hohe militariste Charge an einem ausroartigen Hose. seinS, bie mannigsachen Clemente, bie ihn zusammen-setzten, so kann man mit ben Berathungen des oster-reichischen Agrarcongresses znfrieden sein. Tiesere roissenschaftliche Grundlagen, einschneidende Reformen, Ausarbeitung von Cinzelheiten, unbcfangenes Urthcil barf man allerbings noch nicht in alien Stricken forbevn, bafiir ist das Institut selbst in Oesterteich noch zu jung. Politische Rundschau. Laibach, 21. Janner. Inland. Die galizischen Abgcorbneten beach« ten alle Bersichetungen ber Officioscn, dah bie Regierung beziiglich ber Wahlrefotm bereits bie Zu-stimuiung ber Krone besitze, nicht im ininbestcn unb geben sich noch intrner ber Selbsttanschung hin, ber Kaiser roerbe bett Polen zuliebe bas „centralistische Pwject" scheitern lassen. Die Blatter a tier Partei-schattierungen rufen fiberbies ben Abgeordneteit zn: „Nehmt Neihaus unb fehrt dem wiener Parlamente den RiicEen I" Der „Dziennik Polski" betheuert, Ga-lizien roerbe sich in ein zweites Czechien vetroandcln, das bei birecten Wahlen „keinen einzigen Veriretcr" in den Reichsrath entsenben roirb. Die Polen sollen iibrigens ihre urspriingliche Absicht, dem Wahlreform-Cntwurfe gegeniiber gleich bei dessen Einbringnng Stellung zu nehmen, ausgegeben haben ttnb gebeitfen erst bei ber zroeiten Lesung das „Attentat gegcn bie Lanbcsrechte" zu bekampsen. Solite es zu einem Strike kommen, so gibt es in Galizien, roie nicht ltiinber in Tirol unb Stain, Leute genug, unb zwar in nicht geringer Anzahl, bie nicht zum Evangelinm berjenigen schworen, welche wohl urn die ReichShilfe bei jeber Gelegenheit romseln und die ersten bei der Hand find, too es gilt Slaatssubventioncn in Ein-pfang zu nehmen, ihrer Pflicht gegeit das Reich aber in schmahlicher Weise untreu rocrben. Die Ausschrei-bung von birecten Wahlen in ben genannten Lan-bern roirb zeigen, dah die Bevolkerung fernerhin nicht roillcns :st, von den prioitigicrten Gesetzes-ticrachtern sich nafefiihren zu lassen. Wie das „Jnnsbr. Tgbl." ersahrt, steht ber Gemeinbe Roppen im Oberinnthalc, welche sich vot citiigen Wochcn rcnitent bewies, neuerbiitgs etne Schulvisitativn bebor, an welchet sich ber BezitkS-hauplmann von Jmst unb ber provisorische Bczirks-Schulinspector betheitigen werben. Fur den Fall, als sich neuerbings ein Widcrstand bemerfbar inachen solite, roirb bcr Gemeinbe angekiinbigt, bah sie so lange zwanzig Mann Genbarmerie auf ihre Kosten in Bequartierung unb Pflege zu nehmen Habe, bis es gelingt, bie Schulvisitativn ohne bie mindeste Storung, ganz genau nach ben beziiglichen von ben weltlichcn Bchorden erlasscnen Vorschristen vorzunehmcn. Achnliche Roslein sollen nothigenfalls ber Gemeinbe Landeck bluhen. — Selbst Graf Taaff e fchcint bernnad) zur Einsicht gelangt zu Der firchliche Stanbpunkt bcr Prinzcsfin ist ber bes Prvtestantenvereins; sie ist bcr orthoboyen Richtung entschiebcn abgcneigt unb hat auch ben Kronprinzcn in bieser Richtung zu geroinnett ge-sucht. In ber Politik ist bie Prinzessin ebenso fret-finnig ; sie geht roeit fiber ben Nationalliberalismus hinaus unb zeigt, roettn bie Gelegenheit sich bietet, gent unb mit ciniger Ostcnstation ihre Hinncigung zu ben rabicalereit Elementen. Aber tnehr noch als btefe tritt ihre Abneigung gegcn ben Rdchetanzler hcrvor, fi'tr welche bie Vcrschiebenheit bcr politischen Anschauungen tamn cine htnreichenbe Crtlarung gibt. Es muh also burchaus bieser Antipathic, welche burch ketnc Bemfihung bishcr hat ubcrwun-bcn werben konncn, noch ein Etwas zugruitbe lie* gen, bas von niemanbetn bis jctzt hat cntzisfcrt werben konncn. Erwahnt mag znm Schlussc wcr-beit, bah bie Hypothcsc schon aufgeftellt ist, Fiirst Bismarck Habe bie neueften ffianblungen seiner Politik im Hinblick auf bie kirchlich-politischcn Ncigun-geit bes Kronprinzen unb ber Frau Kronprinzcssin eintreten lassen. sein, bah mit Den Anhangern seiner „guten Frcunde" unb „alten Bckanntcn" auf kamerabschaftlichem Wege nicht auszukommen ist. Im ungarischen Abgeorbnetenhause begann am 18. b. bie Bubget-Debatte. Priisibent Bilto unb sammtliche Minister sinb anwesenb. Referent des Finanzansschnsscs, Koloman Szell, ergreift unter allgenteiner Spannung bas Wort. In einem anberthalbstunbigen, ofter burch Beisall unterbrochetten 33ortrage racist er auf bie Bcdcu-tung ber ©ubgetbebattc hin, fittbet beittt Vcr-glciche bes biesjahrigen Bubgcts mit bem vor- tahrigen, bah bie Urfache bes grbhercn Deficits einerseits in ber richtigen Feststellung bes Orbina-rinms, anbererscits im Wcgsall verschicdcncr Bc-dcckungsposten, als Anlehen unb anbercr Fonbs, bie in ben letzten Jahrcn crschvpst tourben, liegt. Die Steucrkrast bes Landes Habe seit 1868 in bebeuten-beut Mahe zugenoirnnen. Dies bcweist ber Nettovor-anschag unb bas Neltoergebnis bcr Staatscinnahmen. Trotzbem fei bie Lage ernst, bcntt bie orbcntlichen AuS-gaben konncn nicht burch orbentliche Einnahmen gebeckt rocrben. Strcng systcmatische Glieberitng unb Einthci-lung bes Bubgets, bcsinitive Regelung ber Staatsbuch-haltung thun noth. Attsland. Am 16. b. begann im prc u -h i s ch e n Abgeorbnetenhause bie grohe Debatte fiber die kirchenrechtlichen Borlagen. Reichen-sperger eroffnele ben Reigcn. Von bent Gesetzent-rourf selbst, ber zur Berathung staitb, sprach er kciit Wort, aber er schilbcrtc bie „Unthaten", welche man an der „wehrlosen Mutter" Kirche i'tbe, unb bereicherte ben Schatz ber ungchcuerlichsten Phrasett fiber bie Kncchtung ber christlichcn Religion. Rabi« calismuS und Byzantinismus, Rcligionshah im Sinne bes sranzvsischen Convents unb absolntistischcs Staatsmanbarinenthnm — alle biesc Vorwfirse gin-gen bunt burcheittanber. Bennigsen bagegeit schil-bcrte ben Berns ber beutschen Nation, bieser ebenso wisscnschastlichcn, als christlichcn unb frontmen Nation, bie grohen Gcgcnsatze zu oermitteln, an benen eittst im Mitlelalter Kaiser unb Reich zusamrnen-brachcn. Die „Spencr'schc Zcitung" bricht in eincn Jnbelrnf aus* unb fagt eine fiberwattigenbe Ma-joritat fur bie Vorlagc voraus, roeit alle politischen Partcicn, mit Ansnahmc natfirlich des Centrums, zusammenwirken rofirben. Die „Spener'sche Zeitung" autzert in einem Seitarlifet fiber ben Fall Gram on t - Beust nach einer Bcleuchtung bes Entwicklungsprozesscs ber osterreichischeit Politik com Jahre 1866 bis 1870, bah zwischen bem neuen Deutschlanb unb Ocsterreich ein Verhiiltnis gegenseitiger Frcundschast crroachsen fei, bas kcinc nachttaglichen Enthiilluiigen trfiben rofirben. Frankrcich Habe burch die Eulhfillungcn Gramonts die schrocrstc diplvmatische Niedertage feit dem Abdruck ber fflenebcttt’fchen Vcrtragscntwfirfe crfahren. Ain 16. b. M. fanb in C h i s clh urst cine Confcrcnz statt, an roeldjer bie Exkaiscrin, Rouher, (Element Duvcntois unb Lavalcttc theilnahmen. Gc-genstanb berfetben roar bie zu erlasfeube Proclamation Napoleons IV. unb bcr Rcgentfchaft. We>itn Drcinungsbiffcrcnzen hatte bie Cvnferenz jeboch kein Resultat. Prtu,z Napoleon roirb sich nach eigener Aussagc a tier Einmischnng in bie Familienpotitit, foroie in bie Agitation enthalten unb sich als gutcr Bfirger Frankreichs bem bestehenben Regime unter-toerfcn. Gegcntheilige Gcriichte sinb unrichtig. Der Prinz fehrt nach bcr Schweiz zurfick. Es erweist sich als unwahr, bah ber Papft gelegenttich bes Tobcs Louis Napot:ons befsen Witiue gcschricbcn Habe. Im Gegentheil crroeckt sein Schroeigen in Ehiselhnrst Beunruhigung. In Ehiselhurst rourbc bie Anlegung breimonatlicher, vom 10. b. M. laufcn-ber Trailer vvrgcschrieben. Dnrch scchs Wochen tiefe, baitn Halbtraucr. Die italienischen Blatter beschaftigen sich nod) immer mit bem Tobe Napoleons III., unb mit roenigen Ausnahmen ist bas Urtheil bent Vct-storbeiiett gfittstig. Vot allcm hcrrfcht batin baS Gefuhl bet Dankbarkeit fur bit Hilfe vor, bie er im Jahre 1859 bcr Sache Jtaliens gebracht hat. Man folgl baher fast iiberall bem Beispiel ber Stabt Mailanb, fenbet ber Exkaiserin Eugenie Eon-bolenz-Tclegramme nach Chiselhurst unb sammelt Unlerschriften fur bas Denkmal, welches Napoleon III. in Mailanb errichtet werben foil. Natiirlich fehlt es auch nicht an Wibersacheru unb es hat sich eben-falls in Mailanb tin Ausschuh gebilbet, welcher vor-schlagt, anstati Napoleon III. ein Denkmal in Mailanb'zu setzen, beit im Kampfe gegen bie papstlichen Zuaven unb sraiizbsischen Chassepots gefallenen Gari-balbianern tin Monument bei Mentana zu errichlen. Der „Uiiita Rationale" von Neapel schreibl man aus Rom: „Die Nachricht von bem Tobe Napoleons III. hat auf bas Gemiith bes Pap stes einen tiefen Einbruck gemncht. Sobalb er fit burch den Carbinal Bonaparte, nicht burch bie Exkaiserin Eugenie, vernahm, senbete er an biese ein Eonbolenz-Telegramm unb las in seiner Pr.vatkapetle einc Mcssc fur bas Seelenheil bee Verstorbenm. Die trste Nachricht von betn Tobessalle wirkte roie ein Donnerschlag aus ben alten Mann, unb Pcrsonen aus seiner nachsten Umgebung vcrsichern, bah es mthrtrt Tage gebraucht Habe, ehe er seine atte gute Laune wicber sanb. Er hat es auch jetzt nicht gent, menu in seiner Gegcnwart von bem Todten gespro-chen roirb, unb rocnn bennoch bas Gesprach auf ihn kommr, so brtcht er kurz ab unb lenkt es auf einen anbern Gegenstanb. So sieht er nun seine beruhm-ten Zeitgenossen einen nach bem anbern hinsterben unb roirb so ber Welt, bie ihn umgibt, immer frem-ber. „Das roirb ber Napoleon aiigcrichtet haben," pflegte er zu fagen, so oft etwas politifch roichliges vorfiel. Rapoleons Fall roar auch ber Stnrz ber weltlichen Macht bcs Papstcs. Kaiser unb Papst verloren an eineni Tage bie Herrfchaft, unb taunt war Napoleon Gefangener bes KonigS von Preutzen geroorben unb auf Wilhelmshohe cingefchloffen, so fchloh sich ber Papst in ben Batican ein unb fagte, tt seiGefangener bcs Konigs von Jtalien." Diese Achnlichkeit ihres bciberfcitigen Schickfals mag ihm bei ber Hunbe vom Tobe Napoleons vorgefchroebt unb barurn bie Nachricht auf ihn ben tiefen Einbruck gtmacht haben." Es schtint sich doch zu btstatigen, bah ber Felb-jug Ruhlanbs gegen Khiwa fchon in biefem Mo-nate beginnen foll. „Man findet in Petersburg," wie ber „Ostsce-Zcltung" geschrieben roirb, „biefc Eile urn so auffallenber, als ein Winterfelbzug in ber Regel mit grohen Strapazen verknupft ist, bit im voritegenben Falle noch gefteigert roerben burch den langen unb bcfchroerlichen Marfcl) burch cine wiiste unb obe Gegenb. Diese Erwagungen ersullcn das Publicum mit ernsten Besorgnissen, unb man ist geneigt, ben glcichzcitig von Orenburg unb Ost-inbien vcr6reiteten ®eriicht:it, bah bcr Khan von Khiroa btn Krieg bcreils begonnen Habe unb gegen die rufsischcn Grenzfestungen vorriicke, Glauben zu fchenken. Die allgemcin herrschenben Besorgnisse werben noch gefteigert burch cine vor einigcn Tagcn hier befannt geroorbeue Nachricht beS in Eonstaii-tinopel erfcheinenben turkifchen Blattes ..Bafsiret," bit basselbe direct aus Mittel-Asien erhalten haben will. Die so alarmierenbe Nachricht (autet: „Jakub Khan sieht an ber Spitze einer mit Hiittcrlabern unb Artillerie stark beroaffnetcn Arrnce von 40000 Mann unb hat zur Seile einen tuchtigen polnifchen General, bem ts gelungen ist, aus Sibirien zu ent-lommtn. Dcrselbc befinbet sich gegenroartig auf bem Marschc gegen Taschkend, roo er bie rufsischcn Strcit-krafte, dtc dort in ber Slarke von 20.000 Mann concentriert find, zu umzingeln hofft. Jakub Khan stellt an bie Rufsen bie Forbermig, batz fie Tafch-!tnb, Uliata unb Ak-Meschdzib fofort verlaffcn, unb broht, im entgegengeje^ten Falle biese Orle mit Gewalt zu nchinen. Ueberbics hat er ben Khan von Khokanb, tbtnfalls unter Anbrohung con Waffen-geroalt, aufgeforbert, mit seinen gcsammttn Streit-traften ihm zu Hilfe zu kommen." Zur Tagesgeschichle. — Fromme Steuer- Dtfraubantcn. Der Bischof Zwerger in Graz ist befanntlich tin gar frommer Herr. Er donnert unb wettert unb flucht fchier mehr als vaticanifch. Damit abtr seine Flllche gehSrig unter bie Lente kommen, braucht er einc Zci-tung, unb bie ist bas „Grazer BolkSblatt." Da abtr patenticrt fromme Scute sich mit bem Gcbcn tange nicht fo rafch unb fo intim befreunben, rote mit bem Nehmen, so machte ben gvttcSfiirchtigcn HerauSgebern dieses srommen Blaltes ber Stempelktcuzet, ber von jedcr Rummer dem hohen Herat zu zahlen ist, lange nicht bie Frcube, wie bie Pelcrspfennige, bie in bcs heiligcn Baters BUchse flichen. Unb barurn fanneit bie hciligmatzigen ©chlaumeier auf eine erbanliche Praktik, wie fothaner Krenzer in ibrent gottgeroeihten Bentel zu behalten unb nicht in bie bobenlofen Staats-tafsen zu zahlen sei. Unb sie versielen auf ein gar sinntg Mittel. Sie lichen ihr srommcs Blatt unter brei verfchiebenen Titeln etfefeeinen. Einmal heiht es „Grazer Volksblatt," bann ,Sonutagsbote" unb enb» lich ..Chtistlicher Feierabenb." Unter jebem biefer Titel etfchien es in Jntcvallen, bie die Stempclpflicht aufhoben. Die Finanzbchocbe abet lam ihnen bahin-ter, unb — Mattytinrn ist ber Heiligcn LoS auf Etben — verurthetlte sie zu 10,000 ft. Strafe. Local- nub Provmzial-Angelegenheiten. gonliitutioneffer Iercin in Laibach. Der Ausfchuh beehrt sich hietnit bie Httrcn Vcr-einsmitglieber zur fiinftcn Jahresversammlung (44. Monatsvcrsammlung), welchc Freilag den 24, Janner 1873 alends 1 Halb 8 Uhr im Casino-Glassalon staitfinbet, hof-lichst einzulaben. X a g e i o r b n u tt g. 1. Anfprache bes ObmanncS aus Anlah bes Schlusses bes 5. Vereinsjahtcs. 2. Bcricht bes Ansschnsies liber bie Gcfammtthatigkcit bes Sereins. 3. Mitthcilung bes Rechnungsabfchlusscs unb Wahl zweier Revisorcn zur Priifung besfelben. 4. Bericht iiber bie bisherigen Ergebniffe ber Samm-lungcn zugunsten bes train. Schulpsennigs. 5. Reuroahl bcs Veteinsausschusies. 6. Anttage einzelner Milzlieder. — (2Begen bet brohenben B latttrn-epidemic) erlciht ber Stabtmagiflrat von Laibach sol-genbe Kunbmachung: Die Beforgnis, bah bie Blat-ternepibemie, roelche in Triest, Wien unb Graz, bann in tnehreten Orten grains graffiert, auch in Laibach ausbrechen Knttte, vcranlaht mich, mit bet allgemei-nen Jmpfung uub Rcvaccinalion nachstens zu beginnen. Es roirb baher roochenilich an cinem burch Trommelfchlag uaher zu bestimmenben Tage im ma» giftrattichen Expedite bie Jmpfung unb Revaccination unentgeltlid) vorgenommen unb jeberntann Gelegenheit geboten roerben, sich baran zu betheUtgen. Weil bie Jmpfung baS einzige prophylaktifche Mittel gegen na-tUrliche Blattern ist, fo erroarte ich es von ber ©in* ftcht ber Bevolkerung, bah sie bereitroiflig von biefem Mittel Gebtauch machen unb insbesonbere dafllt Sorge tragen roerbe, bah a lie noch nicht geimpften Kinber ungefaumt ber Jmpfung unterzogen roerben. Ich hade bie Vorkehrung gelroffen, bah echtcr, guter Kuhpocken-stoff in hinreichenber Menge vorhanben sein roirb. Der Biirgermeister: Deschmann. — (Gastvorstellung orientalischcr Z a u b e r e i e n.) Radjflen Donnerstag roirb im hie* figen Theater ber beriihmte Zauberkiinstler Louis Fig^r eine Gastvorstellung orientalischcr Zaubcteien unb Wunbetbatstellungen nach morgenlanbifchen Legen* ben unb Zaubetmatchcn geben. Das ungerobhntiche Aufsehen, welches biefer Klinstlet in ben gtohtcn Stabten bes Continents erregte, unb die Anetkennung seiner originellen Leistungen butch bie bebeutenbften Journalt EutopaS bercchttgen unS, seinen Borstellun-gcn mit befonberm Jntcrcssc entgegenzufehen. Zudem roirb der Kllnstler, ber lange Jahre Asien unb Afrika bereiste unb an ben morgenlanbifchen Hosen »seine Vorstcllungen gab — er ist dort unter bem Ramen : „el Maraphet" ober ber Refromant roeithin befannt — seine Kllnste bent Publicum umgebcn mit allem Zauber orientalischen ReichthumS vorsiihten. Die nahern AusfUhrungen roirb bas Programm enthalten. — (Entgleisung.) Der heutige wiener Postzug erlitt tine bebentenbe Verspatung infolgc citter in Salloch fiattgefunbencn Entgleisung. RahereS, na* mentlich ob Sefchabigungcn bet Passagiere ober be* Personales vorgefommen, ist bie jctzt noch nicht be-taunt. — (SanitSre«.) Wit roerben erfucht, zu constaticrcn, bah bis zum 20. laufenben MonatcS in bie syphilitische Abthcilnng bes Civilspitals nicht cine einzige Wcibspcrson aufgenommen rourbe, roebet auB bet Tabakfabtik noch anbetweitig. — (Re b enmon be.) Am Slbenbe bcs 15ten Janner zeigte sich eine mertrotlrbige unb in biefer Ausbilbnng nicht eben haufige Etschcinung am Hirnmel, niimlich bet sogenannten Rcbenmonbe, bcren viet sicht* bar waten. Der Monb war mit cinem grohen, htUen Ringe con einer bem Seise sich nahernben Ellipscn-sorm umgebcn, auf welchem oier zum Mittclpunktt symmctrisch gcstclltc Flcckcn burch hcllcres Licht het-Cortraten. Zwci berselben befanben sich in bcr burch Zenith unb Monb gebachten SBerticalebene, wahrenb bie beiben anberen auf ber Peripherie eines burch ben Monb gehenben zweiten Ktcifcs zu liegen fchietten, welcher felbft jeboch nut burch eine Serlangcrung eben biefer Flcckcn angebeutet unb nicht roeiter zu cerfolgen war. Kutz nach bem Aufgangc bes Monbes, gegen 8 Uhr war ber hcllc Lichtbogen fchon beutlid) zu erfennen, bit Rcbenmonbe felbft bagegen rourben burch leichte Wolkcn unbeutlich gemacht unb erst fpater, nachbem sich gegen 10 Uhr bie mcisten Wolkcn oerzogen hatten unb ber Hirnmel nut noch mit einem gleichmahigen, burchsichtigen Schleiet ttbet* zogen roar, in collet Klarheit sichtbat. Die Enlstehunz bieses eigenthiimlidhen PhanomenS ist noch nicht vLllig aufgeflart, boch hat bie Annahrne einige Wahtschein-lichfeit flit sich, bah basselbe seinen Ursprung einet Reflexion unb Btechung bes Lichtes in fcinen, in ben oberen Theilen unfcrcr Aimosphare schroebenben ©isnabeln oerbantt. — (Landwirthfchastlichc VerfnchS* station in Giirz.) Wic bie „Gotzcr Zcitung" cernimmt, foll bas Programm der lanbroirthfchaftlichen Berfuchsstation in Gbrz von Professor Vicrthaler in Triest bereits ausgearbeitet unb com Untcrrichtsmini* fterium auch angenommen roorbett {ein. Gorz bttrfte baher in nachfter Zcit um einc Anstalt rcichet roerben, bie in ihrer allgemeinen Wichtigkeit sttr bie Hebung ber Bobentultnr in ben fiiblichen Prvvinzen Defter* reichS roohl con tciner ber bereits bestehenben Anstal* ten tibertroffen roirb. Mit ber ©trichtung berselben sttht natiirlich auch ber Autaus eines grbheren Gtunb* complexes als Betsuchsfelb in Vctbinbung. — (Jnhaltber „R e ue n i 11 u ft r ier t en 3 e i t u ng" R r. 3 ) Jllusttationen: 8 Portraits fran* zbsifcher Ihronpratenbenten; Napoleon fammt Familit in Chiselhurst; Chiselhurst; Napoleons ErnpsangSzim-met in Chiselhurst; bie cerlotene Fahrte; Portrait bet Fiitstin Eleonora Schroarzcnbetg. Texte: Biogra* phien bcr franzosifchcn ThronprStenten; Napoleon III. t; Wiener Ehtonik; Litetarifcher JahteSbeticht; Drei Kranze (Marchen) ; Die cerlotene Fahrte; Wilbfchiitzen* Abenteucr; Die IbgrUnbe bes Herzens ; Pester Bricfe; Kleine Chtonik; Schach. — Die Unternehmung hat mit ber ncuestcn Rummer gezeigt, bah sie Etcignisscn con europaifcher Bcbcutung in ber „Reuen illuftrierten Beitung" mit Jllusttationen in Collem Mahe Rechnung ju tragen unb an Rafchheit mit jebem auslSnbifthen illustriertcn ©latte zu wetteifern oermag. Wit Knnen datum bieses Blatt unsern Lesern nut roieberholt auf* angelegentlichste empfchlen. — (Pofiroefen. Lanbbricftrfiget.) Das Hanbelsminifierium hat bie Pofibircctionen an* geroicfen, dem fraglichen Gegenstand besoudere Aus» werksamkcit zu roibmcn und die Verhandlungen mit ben Gemeindcverlrelungen und Bezirkshauplmannschas-tcn ddrch Enlsendung von geeignelen Postbeamlen zu baldigem Abschlutz zu bringen. Die Landbrieftrager mtifien unbescholtenen RuseS, wenigstens 18 Jahre alt, deS LefcnS und SchreibenS kundig sein. Sie werden beeidel und in der Regel vom Postmeister auf die Verantworluug desselbeu angestellt. Der Postmeister erhalt dazu von der Postverwaltung einen Pauschal-betrog. Jede Gruppe von Wohufitzen, die zu einer Ortschaft abgerundet ist, wird ut daS Landespostwesen einbezogen und ist vom Briefbotev nach enter be-stimmten Marschroute zu begehen. Auch einzelne, ge« rade auf dem Wege liegende GehLske und Anwesen sind zu betiicksichiigen. Den vom Wege abseils be-findlichen Adtessalen mutz der Landbriesbote wenigstens die Postsendung bekannt geben, und sie zu erhalten Ge-legenheit bereilen. In alien wichligeren Orlschaften werdcn Briefsammelkasten hergerichlet und txm Brief-fcoicn selbst mutz die Gemeinde oder der Marken-verschleitzer cine Amtelocaliiat bereilen. Einfache SBriese, Kreuzband- und Dtustersendungeu konnen in die Sammetkiisten gegeben oder dem Bolen anch auf seinem Umgange iiberreicht werden; Geldsendungen, Frachtstiicke, recommandierte Bricse miissen in die AmlslocalilSt des Bolen gedracht werden. Die Sam-melkasten sind auf jedem Postgange zu (eeten. Als Znstellungsffebiihr erhalt der Landbriesdoie fiic ein Stiick Brief, Kreuzband- oder Mnslersenvungen 2 kr., Zeilung 1 kr., Geldbrief 5 kr., Frachtsttick bis 3 Pfd. 6 ft., flit jede« Pfund mehr 1 kr. mehr, Aviso 2 kr., Geldanweifung samml Geldbelrag 5 kr., Relourrecepisse 2 kr. Auch fiir amkliche Slllcke mutz gezahlt werden. Bet der Einsammlungsgebiihr sind dieselben Ansatze wie bei der ZustelluugSgeblihr; jedocb ist da fiir eiu-fache Briefe, Kreuzband- und Musterfcndungen nichls zu entrichten. Der Landbriesbote mutz auch die Par-teien vom Postamte ouS mil Correfpondenzkarten, Briefmarfen, Couverlen, Postanweisungs- und Frachl-bries-Blaiiquettcn versehen und dars diese Gegenstande nur gegen Einhebung des NennwerlheS abc;eben. Laudwirthschaftliches. — ( u e b er das na turgemiihe Velse tzen der 8aume.) Die Ursache, warum nament-lich in trockenen Jahren die srisch verpflanzlen Mume so H8ufig absterben, liegt meistentheilS darin, datz beim AuSheben der zu vetsetzenden Baume mit einer grotzen Svrglosigkeit in Bezug auf die Wurzeln det-selben verfahreu wird. Es werdcn in der Regel etwa tin Futz entfernt vom Slamme die Wurzeln beim AuSheben abgehauen; wogcn die Baume jung oder alt, fchwach oder stark scin, das angewendete Versah-ren bleibt stetS dasselbe. Fernet wird auf die Psahl-wurzel niemals Rucksichl genommen, fondern dieselbe stetS so viel als mLglich verkUrzr. Auf diese Weise sell nun ein Baum mil solchen verstiimmellcn Wurzeln, welche fiir sein Leben und schnelle Enlwickluug so nolhwendig sind, gedeihen und sreudig sorlwachsen. Dieses gllt sowohl von Obst- wie ZierbLnmen. Der Giirtner stutzt nun beim Versetzen die Aeste so kurz wie mvglich ab, roeit er die Krone mit den verstiim-rnetten Wurzeln in Einklang zu bringen sucht, mei-nend, dah die verkiirzten Wurzeln nicht fiihig sind, die volle Krone ernahren zu konnen. In diefer Be- ziehnng hat er allerdings recht; er erkennt abet nicht, wiewohl der Grund ganz nahe liegt, dah, wenn man mit Borsicht den Baum mit feinen gefammlen Wurzeln, ohne eine BefchSdignng der-felben, ans dern Boden herausgrabe und namenl-lich die Pfahlwurzel ebenfo unverletzt zu erhalten suche, dann eine nur sehr kurze oder g tir (eine Ab-stutzung bet KronLste ersorderlicb sein dllrste. Wenn nun bet ans diese Art auSgehobene Baum in eine ««lsp»chrnde Grube eingesetzl wirb, so diirfen sich nicht erst nene Sangwurzetn bitdcn, was immer einett langcn Zeilraum in Anspruch nimml, wLhrend desicn der Baum leidet und so hausig abstirbt; sondern die vorhandenen unverletzten Wurzeln treten svsorl in Fnnction und lragen znm sichllichen Gedeihen des BanmeS das Meiste dei. WaS nun die Pfahlwurzel anbelangt, so bestehl dereii Nutzen darin, datz sie ein-mal dern Baume grotzeren Halt gegen StUrme gifat, und dann, datz dieselbe aus der Tiefe den ganzen Baum mit Feuchtigkeit verforgt, was bei irockener Zeit urn fo grotzeren Werth Tjat, weil dann hie obe-ren, horizontal nur roenifl unter der Oberflache fort* laufenden Wurzeln i)ie erforderliche Feuchligkeil dern Slamme und der K'.one nicht zuzufiihren vermLgen, wodurch in der Regel Sliithe odft auch die augesetzten Frllchte absallen. Promeffen auf ISOOer lOO fl -Lose fiir die Ziehung am 1. Februar d. I., Hauptlrcfset 3011.000 fl., k fl. 230 o. W. und SO kr Slempel. Prvmeffen auf ungarische Lose fiir die Ziehung am 15. Februar d. I, Haupttresser 100.000 fl., L fl. 1.75 und 50 kr. Slempel Lose der wiener Armeu-Lotterie Ziehung am 25. Februar $>. I., Hanpttceffer 1000 Stiick Ducaten, a 50 kr. (bei Abnahnie vo» ft Stiick 1 Sllick gratis) find zu beziehen durch (53 2) Rudolf Fluck, Weehselstube, Grraz, Sackstratze Nr. 4. Witterung. Laibach, 21. Jcinuer. Gksleru abends (liuniifchcr Siidwind, die ganze Nachl anhallmd. Heule der ticffie Baronielcrstand feit 18 Jahren mit 712 04 Mllliineter. Lormillags Winddrehung nach Siid-west. 9iad)mittag6 etmas gelichlel. W!ir m e: Mvrz-ns 6Ul|r + 7 G", nachmitiag« 2 Uhr +7-8° C. (1872 + 1-2", 1871 4" 2-5'). Barometer in, Sleigcn 713.59 Millimeter. Das geslrige Tngesisiitlel der Wlirmc -s- 8'1", um 10-1” ilber deni Normale. Der geslrige Niederfchlag 19.25 Millimeter. Angekommene Fremde. Am 20. I tinner Hotel Elefant. Ape, Planina. Mihlin, Trala. Zimmermann, Wien. — Rntz, Dechanl, Lillai. — Kaiser, Prival, Wicn. Hotel Stallt Wi«-n. Obach, Graz. — Glnr, Schweiz. Bauunteinebmer, Trisail. - - Dory, Kanischa- Gedcnktafel iiber die am 23. Janner 1873 stattfindenden Licitationen. 3. Feilb, Bidiz'ichc Real., Lrvschein, Sillich. —- 3. Feilb., Audrejlich'sch^ Real., Segvjna, BG. Nassenfutz. 31 m 2 4 J a n n e r Berstorbene. D e u 20. Janner. Maria Boriiner, Taglohncrs-roitmr, 72 I., Polanavorsiadl Nr. :)0, Asthma. Johann Cerue, Jnwohner, 71 I., Civilspilal, Darmiahmnng. Tclegraphischer Coursbericht am 21 Janner. Papier-Renic 67.00. — Silder-Renre 71.25. - lStiOer Staals-Anlehen 103.50 — Bankaeiien 960 — Credit 327 75 - London 109.—. — Silber 107.—. - K. f. Munz-Ducarerr ——. - 20-Franc-Stilcke 8.67'/2. C. I Hamann „zur golcleneu Quaste“ Laibach, Huu|)t|ihitz, empliehlt sein stels mil dem NeueSlen gut soi'timles Lager von: Seiden- und Woll-Crepin, Gallons, Quasten, Behange, Spangen, Woll-, Seiden- und Pelz-Fransen, schwarz und farbig Rep8, Atlas, Noblesse und Taffetas, schwarz. und fiirblg Seiden- und Baumwoll-Sammte, Woll- und Seiden-Pliisch, schwarz und fiirbig Noblesse, Faille, Atlas, Moiree-und Sammt-Bander, schwarz, weiss und farbig Baumwoll-, Zwirn-, Seiden- und Woll-Spitzen, weiss und schwarz, glatt und fayonniert Seiden-Tiill, und */1 Blondgrund fiir Brautschleier, Gaze, Frou-Frou, Mutschlcier, Tiill’ anglais, Batist-Clair, Moul, Crepe-Lisse, geschlungene und gestickte Moul-, Batist- und Leinen-Streifen, Mousselin, Organtin, Aermelfutter und Futterlelnen, Sarsinet, Percail, Vor-hang- und Schlafrock-Quasten, weisse Vorhang-Halter, Miibel-Chenillen-Fransen und Crepin, Wagenborten, Leinen-und Percall-BSnder, Knopfe jeder Art, Seide, Zwirn, Na-deln etc. etc. Besteliungen nach Auswiirts werden postwendend expe-dierl und Gegenstande, die nicht auf Lager, bureitwilligst besorgt. (12— 8) 3d) suche tiichtig e, iDombglid) cau Iio ns-siibige Vert re ter fiir je^tn, and) den kleinsten Ort der Mon-nrdjie. (45—2) PPiiilvie B'Vonam, 11 hren- und Goldkelleiisadrikanl, Rothenibnrmstratze 9, Wien. x. yiupuiwii BG. Tsckierncmdl. - 2. Feilb., Rost'sche Real., Grasen- brunn, BG. Feistriz. — 1. Feilb., Palernost'sche Real., AdelSberg, BG. AdelSberg. — 3. Feilb., Gregoritschilsch'sche Real., Rudolfswerlh, BG. RudolfSwerlh. -- 3. Feilb., Belle'sche Real., ičotfdje, BG. AdelSberg. — 2. Feilb., Srimschek'sche Real., Grotzmajethof, BG. AdelSberg. — 1. Feilb., Miklouischilsch'sche R^l., Blesko. «G. AdelSberg. — 3. Feilb., Sevez'sche Real., Dorn, LG. AdelSberg. Theater. Heule: Znm Vorlheile des Schauspielers Joses Rob er: DaS Abenteucr in der Waldmiihle. Posse mil Gefang in 1 Aufzng von Blank. P e r s o n e n : Adam Glauber, Der SRtiller.................Hr. Midaner. Rosel, seine Mllndel.......................Frl. Hard!. Gweigel, Orlsrichler ......................Hr. Hosbauer. Branduer, Bnchhaller.......................Hr. Ausim. Aron Katz, Speculant .............Hr. Zwerenz. Eduard, RevierjLger........................Hr. Larode. Diesem folgt: Eine aliihende Kohle. Luflspiel in 1 Akl von Wehl und Horn. P e r s o n e n: Cordelia Don Retzhosen, Prbbstiu eines Da- menstifleS...............................Fr. Kroseck. Richard von Retzhosen, ihr Nesfe . . . Hr. Rbber. Evangeline von Bevern...................Frl. Brand. Friedrich, Rick-ardS otter Diener .... Hr. Hosbauer. Znm Schlntz: DeS Lowen Erwachen Kornifche Operette in 1 Akte von Joh. Brandi. P e r s o n en: Gaston...................................Fr. Kropp. Magister Placide, dcflen Erzieher ... Hr. Ausim. S-7"'^ "..r,-; ; g'iS' Attest eines der crsten Professoren der k. k. Klinik zu Wien. Herrn k. k. Hofzahnarzt Dr. J. G. Popp in Wien, Stadt, Bognergasse Nr. 2. Jck habe Ihr ' (3—1) Anatlieriii -Mimdwasser gepriisl und empfehlenswerlh gesnnden. Wien. Prof. Oppolzer, emerilierler Rector Magnificns, Professor bet k. k. Klinik zn Wien, f. sachs. Hosralh rc. Zn haben in Laibach bei M. Golob, Petričič & Pirker, A. Krisper, Josef Karinger, Joh. Kraschowitz, Ed. Mahr, E. Birschitz, Apotheker, und F. M. Schmitt; K r a in b n r g bei F. Krisper und Seb. Schaunlg, Apotheker; Bleib u rg bei Herbst, Apotheker; Wa-ra s din bei Halter, Apotheker; Rudolfswerlh bei D. Rizzoli und J. Bergmann, Apotheker, und Josef Bergmann ; G u r k s eld bei Friedr. Bomches, Apo-tficfev ; S t e iu bei Jahn, Apotheker; Wippach bei Anton Deperis, Apotheker; G L rz bei Pontoni, Apotheker, und J. Keller ; Warle u b e r g 6ci F. Gadler; Adelsberg bei J. Kupferschmidt, Apotheker; B i s ch o s l a ck bei C. Fabiani, Apotheker; Golls ch-e e bei J. Braune, Apotheker ; J d ria in der k. k. Werks-apotheke ; 8 i 11 a i bei K. Miihlwenzel, Apotheker; R a d ni a nn dors in der Apolbeke von Sallochers Witwe. il 111 » An die Gltern!!! 1 K Sicher wirkendes Mittel gegen Eingeweide- M N Wilrmcr jeder Art ist § » U1UUUU I. U1111U11UUU1U11U, K iiisbesonderc fiir Kinder geeigiiet, da matt denselben N dies spielend beibrinqen kann. | Stefan Sipdcz, Apotheker in Flluskirchen. Preis per Stuck 56» kr. iS Zu haben bei Herrn F C. Mayerhoffer, Dro-guist in Wien; Herrn Purgleitner in Graz; Herrn Zambra in B otzen; Herrn Jos. Forok in P e ft. (590-8) 2tuck con Jgn. v. Kleinmayt & Fed. Bamberg in Laibach. Vetleget und silt die Redaction veranlwotllich: Ollomat Bam betg.