M-erNeM kathoKscheWswnsMtslW Herausgegeben von der Kongregation: Mifstonäre Söhne des helligsten Herzens Jesu. Preis ganzjährig: Österreich 2-50 S, Deutschland 2 Mark, Italien 8 Lire, Ungarn 2-50 Pengö, Tschechoslowakei 12 čK, Jugoslawien 25 Dinar, Schweiz 2 50 Franken, ____________________________übriges Ausland 2 Goldmark. Unser Heiliger Vater PiuS XI. hat wie schon früher Papst Pins X. der Redaktion, den Abonnenten und Wohltätern den Apostolischen Segen erteilt, jfür Wohltäter werden täglich heilige Messen gelesen. Mit Empfehlung der hochwürdigsten Oberhirten von Brixen, Brünn, Graz, Leitmeritz, Linz, Olmütz, Marburg, Trient, Triest und Wien und Druckerlaubnis des Generalobern. Äeft 6 Juni 1935 XXXVIII. Jahrgang Menschenpläne und Gotteswege. Von Anna Kayser. Die Glocken von Eckenried läuten Primiz^ zum erstenmale seit siebenunddreißig Jahren. Damals war es der älteste Sohn von Raffenharts Hof, heute der jüngste aus dem Schreinerhäuschen gegenüber. Wäre es gekommen, wie viele, vorweg die alte Raf-senbäuerin, sich geträumt hatten, es ständen heute zwei Neupriester am Altare der Dorfkirche. Schreiner-Malters Karl und Raffenharts Gottfried. Die beiden waren int selben Monat geboren, viele Jahre hatten sie blaue Hefte und Lederhosen und Haselstöcke verschlissen. Die letzten fast ausschließlich Karl, der Schelm mit den lustigen blauen Augen und dem Überschwang von Schalk und dummen Streichen. Er wußte jedes Vogelnest in Hag und Ried, er äffte jegliches Menschen- und Tiergelaut nach, am liebsten unter Lehrers Abendfenster. Kein Hund und Vogel war bei Tag und Nacht sicher vor seinen mutwilligen Anschlägen. Er brachte von den achtunddreißig Quartanern allein den Sprung übers Hochreck zuwege. Gottfried bewunderte ihn, aber mitmachen — das schickte sich nicht für einen zukünftigen Pfarrer. Daß er das werden würde, hatte ihm seine Mutter an seinem Weißen Sonntag als Geheimnis verraten. Auch, daß er selbst ein Geschenk des Himmels sei, wie der fromme Samuel in der Biblischen Geschichte, und schon vor seiner Geburt Gott geweiht wie der junge Täufer Johannes. Dessen müsse er sich nun würdig zeigen. Von diesem Tage an nahm Gottfried ein gemessen-würdiges Wesen an. Er machte keine lauten Jungenspiele mehr mit, er pfiff nie mehr laut, er zog Schreiners Ursel nie mehr die Haarschleifen oder Schürzenbänder los. Wenn Schreiners Karl den Handball über Raffenharts höchsten Schornstein warf oder die Kameraden übers Hochreck kommandierte, saß Gottfried mit den Büchern, die noch von seinem geistlichen Ohm her in der Bodentruhe lagen, in der Hain-buchenlaube oder ging mit seiner Mutter die „Sieben Fußfälle" des Kreuzberges. Aber es konnte vorkommen, daß er solche Tage mit einem feurigen Marsch auf dem alten Flügel beschloß und Karl vor seiner „Gemeinde" mit einer regelrechten „Bergpredigt". Aber Freunde waren und blieben sie durch dick und dünn. Neun Jahre wanderten sie mit ihrem Bücherpack den anderthalbstündigen Weg zum Gymnasium der Kreisstadt. Manche Stunde saßen sie,unterwegs auf alten Bänken und Uferrändern, in Grammatik und graue Geschichte vergraben, Karl wohl mal leidenschaftlich verloren in die Tiefen der Gottesschrift. Dann war es Gottfried zumeist, der ihn mit der Mundharmonika oder einem frischen Burschenliede zur Wirklichkeit rief. Ihn lockten die Wunder der Musik mehr als die Sentenzen frommer Seher. Er verlebte alle Osterferien bei seinem geistlichen Ohm im Sachsenlande. Der alte Pfarrer mit den lebendigen blauen Augen und dem schlichten Johannessinn und sein Helles Häuschen waren ihm viel mehr Heimat als der Raffenhof und die strenge Mutter. Ein ganz anderer kam dann allemal wieder, der ließ die alten Truhenschätze liegen und sprang mit Fink und Füllen um die Wette, der spielte mit Schreiners krauser Ursel hundert Lieder zur Laute und ging der frommen Mutter in eigener Scheu aus dem Wege. Aber nach Tag und Woche spannen sie und das „Geheimnis" ihn doch wieder ein. Er brachte ein glänzendes Zeugnis der Reife mit heim. Sie schickte ihn unverzüglich damit zum Ohm. Der würde ihm nun den rechten Weg weisen. Und er wies ihn. Nach ein paar Tagen bekam sie einen Brief von ihm. Gottfried habe sich nach reifer Überlegung für das Studium der Musik entschieden. Der Schlag traf die stolze Frau ins Herz. Sie aß und schlief nicht. Sie sprach viel mit sich selber. Dann bekam sie Fieber. Der Bauer rief Gottfried telegraphisch heim. Er kam. Er war stundenlang bei ihr auf der großen Kammer. Als er herauskam, war er sich selbst und den anderen ein Fremder. Mit niemand sprach er ein Wort von der Unterredung, nicht einmal dem Pfarrer und dem Bruder. Acht Tage später ging er mit Schreiner-Malters Karl ins theologische Konvikt. Seine Mutter lebte wieder auf. Sie wurde noch frommer und noch strenger als vordem. — Pfarrer Raffenhart kam nicht mehr nach Eckenried. Ob, weil sie ihn nicht einlud —? ■ Fleißig und ernst und einsam ging Gottfried durch die Studienjahre. Seine Mutter diente ihm in den Ferien in ehrfürchtiger Liebe. Auch das Gesinde hatte in ihm schon den zukünftigen Diener Gottes zu ehren. Sie litt auch nicht, daß er mit aufs Ernte- feld oder in den Holzschlag ging, wie es seine heimliche Lust war. Mochte Schreiners Karl wie ein Geselle mit Hobel und Säge durchs Dorf marschieren und die Stare von den Dächern pfeifen, der trug nicht das Mal einer hohen Berufung. Und doch riß sich nach und nach eine Kluft zwischen sie und Gottfried. Die grämte sie bitter. Gottfried war der einzige, der ihres stolzen, frommen Blutes war. Er ging nie mehr mit ihr den Kreuzberg, er lag- ihr nicht mehr aus dem uralten Heiligenbuche vor, das so ergreifend von gottgezeichneten und gottergriffenen Menschen erzählte. Aber — war nicht auch Christus von Mutter und Brüdern weggelebt, als sein großes Werk ihn rief? Ferienlang streifte Gottfried einsam in , seinen Wäldern, dann und wann mit Karl und Ursel. Stunden saß er mit seiner Geig? an verlorenen Waldquellen und verströmte eine schweigsame Seele in seltsame Weisen. Da sang und jauchzte und zagte und klagte und grollte es, und am Ende zerriß allemal eine Saite. Die Ostern kamen, wo' er wieder am Scheidewege stand, diesmal noch viel ernster als vormals. Da kam wieder ein Brief vom Pfarrer Raffenhart, Gottfried sei aus dem Konvikt gleich zu ihm gekommen. Er würde nun endlich den Weg gehen, den er vor Gott und seinem Gewissen als den rechten erkannt habe. Sie möge ihm ihr Einverständnis zur Übersiedlung zur Musikhochschule mitteilen. In dieser Stunde brach über der Frau vom Raffenhofe ein ganzer Lebensbau zusammen. Sie sprach zu keinem Menschen von dem unglückseligen Briefe, nicht einmal zu ihrem Stiefsohne, dem jungen Bauern. Sie weinte nicht, wenigstens nicht nach außen. Aber die Tränen, die ihr drinnen zu Salz erstarrten, zehrten ihr am Blute. Sie straffte sich unter dem Keil des Schicksals noch gerader, ihr Gesicht behielt sogar den starren Ausdruck, wenn sie stundenlang in der Grotte der Schmerzhaften kniete, die auch einen Sohn beklagte. Hätte sie den ihren auch besser so vor sich liegen, als daß sie ihn an die Welt verlieren mußte. Um Pfingsten schrieb Gottfried. Sie las ein paar Worte und warf den Brief in den Ofen. Dem Schwager schrieb sie: „Von Der Generalstatthalter Exzellenz Ryckmans von Belgisch-Kongo auf dem Weg in die Kathedrale von Elisabethoille bei Gelegenheit seines ersten Besuches in der Provinz Ca-tunga. Zur Rechten schreitet der Apostolische Vikar von Catanga, Bischof Johann de Heptinne. Dir wird Gott seine Seele fordern. Ich habe meine Pflicht getan." Im Herbst kam Gottfried mit Schreiners Karl nach Eckenried. Frau Barbara sah die beiden durchs Tal heraufkommen, Karl im ersten schwarzen Rock. Und vor Ostern hatte er noch weltliche Lieder auf der Zither gespielt und Schulten den Lattenzaun helfen anschlagen. Und ihr Einziger, das Kind des Gebetes, geht neben ihm her wie sein Vasalle. Wie möchte sie es erleben, daß er einmal — vor' ihm knien wird. _ Sie sperrte sich in ihre Kammer. Gottfried kam, er pochte. Er hielt an um ein paar Minuten. Sie rang sich drinnen Herz und Hände wund, aber sie ließ ihn stark-mutig draußen stehen. Nach kurzem sah sie ihn in Malters niederer Tür verschwinden. Die hatten nun zwei Söhne, sie keinen mehr. In diesem Augenblicke wurde sie auch am Herrgott irre. An dem Tage, als Gottfried zum Dom-Organisten ernannt wurde, erbat er ihren Segen für seinen Bund mit Schreiner-Malters Ursula. Das schlug ihr den letzten Hoffnungsrest in den Grund. Hatte sie immer noch heimlich an seine reuige Heimkehr geglaubt? Sie wußte nun, wessen hinterlistigen Anschlägen der arme Junge erlegen war. Der Himmel sollte seinen Verrat und ihren Kummer auf die da drüben laden. In derselben Stunde kündigte sie den Schreinerleuten die neun Morgen Pachtland und das Darlehen, das sie ihnen großmütig für die elektrische Motoranlage geliehen hatte. Dann ließ sie sich von einem Meister des Nachbardorfes die beiden großen Vorderkammern neu bedielen, gab dem jungen Raffeubauer die Gutsverwaltung und zog sich mit ihrem Grame ins Witwenteil. Das Fenster nach Malters hin war stets verhangen. Der Pfarrer von Eckenried fuhr zu Gottfrieds Trauung in die Stadt. Er erzählte der Raffenbäuerin nachher vom tiefen Glücke der beiden, von Gottfrieds Leistungen und besonders von seinem sozialen Wirken unter den verstreuten Schafen, die kein Hirtenwort mehr erreichte, in Höhlen der Schuld, in die sich kein Priesterrock mehr wagt. Sie hatte aus starrer Bitterkeit nur das eine Wort: „Der Knecht! Wo er der Herr sein sonnte!". „Wir alle sind Knechte, Bäuerin Raffen-hart", sagte der Pfarrer streng. „Auch ich, und gar ein unnützer." „Wenn sich damals die Zwölfe so hätten drücken wollen, als Christus rief: ,Folget mir nächst?" „Hätte Gottfried diesen Ruf gehört, er hätte sich keinen Augenblick bedacht." „Und der da drüben hätte ihn gehört, der lose Vogel?" Der Priester lächelte fein. „Oh, unsere Vögel sind alleweil gestimmt zu ,Tedeum' und ,Läudamus°. Seht drüben ^ in eurer Wiese trillert sich gerade einer schier in den Himmel." „Da kann Raffenharts Sohn ihm ja über kurz oder lang die Ehrenpforte aussetzen", entgegnete aus harter Bitternis die Frau. Und nun ist es so weit. Vor ihren Fenstern steht der Ehrenbogen. Gottfried hat ihn aufgeschlagen. Die Glocken läuten Primiz. Als hätten sie sich mit dein Jubel der Ewigkeit beladen, so erfüllen sie Dorf und Tal mit schwingendem Dreiklang. Aber nicht Raffenharts Sohne zu Ehren. Dem andern, der die Erwählung um ein Linsenmus an sich gerissen hat. Jeder Glockenschlag fällt ihr wie ein Hammer aufs Herz. Halbmast sollte der Raffenhof flaggen, weil er nicht würdig war, dem Herrgott einen Priester zu schenken. Statt dessen haben sie beide Fahnen ausgehängt. Und der Schwager ist von weither gekommen, um das Schauspiel mitzumachen. Und sie darf nicht mal ihre Sonntagsmesse haben. Der fremde Pater, zu dem sie sich gestern in unerträglicher Not gewagt hat, ist noch unverstehender gewesen als der Pfarrer und der Schwager. Wieder kein Losspruch, die dritten Ostern. Ist ihr Schmerz nicht heilig? Wer hat ihr das Schwert ins Herz gestoßen? Nicht einmal das Vaterunser soll sie noch beten dürfen. Nun, so betet sie das Ave Maria. Die Gottesmutter hat ihr Opfern und Bittgehen nicht vergessen. Seit vier Uhr geht sie rnhälos aus ihrer Kammer hin und her. Keine Stunde Schlaf. Das Herz liegt ihr wie ein heißer Stein in der Brust/ Es klopft. Sie ruft zögernd: „Herein." In der Tür steht Pfarrer Raffenhart. „Grüß dich Gott, Barbara." Er geht geradewegs zum Fenster und rafft die grünen Vorhänge weg. „Die ganze Welt ist voll Sonne heute." Sie zieht mit einem Ruck die Vorhänge wieder zu. „Habt ihr alle nur im Sinn, mich zu quälen?" „Nur du quälst dich, Barbara. Wenn du nur ein wenig guten Willen hättest." „War es etwa kein guter Wille, daß ich den: Herrgott einen Priester schenken wollte, wie es drei Raffenhartgeschlechter nacheinander getan haben? Waren die frömmer als ich?" Die herbe Stimme wird leise: „Schon am Traualtäre habe ich den Himmel um die Gnade gebeten. Jahrelang habe ich geduldig gewartet. Elisabeth ist für ihren Täufer nicht dankbarer gewesen als ich, wo der Herrgott mich endlich erhörte. Sein Vater lag schon in fauler Erde, als Gottfried geboren wurde." Sie schluchzte trocken auf. „Ich bin ihm Vater und Mutter gleicherzeit gewesen. Im heißen Sonnenbrände habe ich ihn nach dem Kreuzberge getragen, wie die Mutter des Herrn ihr Kind nach Jerusalem, Bor einigen Jahren rief Bischof Fleischer von Marianhill eine einheimische Ordensgenossenschast ins Loben, tote bereits 34 Mitglieder zählt. Einige bereiten sich auf das Priestertum vor; die Mehrzahl obliegt a-ls Laienbrüder den verschiedenen Handwerken und der Landwirtschaft. Die Genossenschaft führt den kirchlichen Titel: „Hausfreunde des hl. Josef." und habe ihn dem Herrgott aufgeopfert. Und späterhin alle Jahre zur Heimsuchung nach .Maria-Hilf". Drüben die Malters sang dem ihren unterdes Heiapopeia"." Der Priester hebt sich hoch und ernst vor ihr. „Barbara, Schreiner-Malters Mutter ist schon auch ihren Kreuzberg gegangen, Kindlein auf dem Arm und am Rock und unterm Herzen, Kindlein zehn und Sorgen hundert. Ihr Gang hat an die zwanzig Jahre gedauert, deiner Tage und Stunden. Wenn sie noch Heiapopeia" dazu gesungen hat, haben ihr die Engel die Fiedel ge'-spielt." „So Lästerliches hört man nicht leicht aus geweihtem Munde. Bald scheint's, als ob das Mädchen nicht allein die Verführerin .abgegeben hätte. Statt ihm den Kopf zurechtzusetzen, werden ihm weltliche Flöten, vorgeblasen. Da kann man begreifen . . ." „Barbara, wüßte ich nicht, daß du von einem eigensinnigen Gram ganz erstarrt bist, ich müßte dir zürnen. Du weißt, daß der Geist Gottes weht, wo er will, daß seine Gedanken und Wege nicht die unsern sind und daß es nicht nur e i n e Erwählung gibt. Der Heilige von Assisi, den du so hochhältst, beweist es. Seine Hände haben wohl die Wunden seines Herrn getragen, aber niemals ihn selber. Und, Barbara", er bannte die düstere Frau mit seinem sturen Blick, „wie war es mit Agnes und ihrer Berufung? Wie viele Jahre hast du sie um den Schleier der Anbetung kämpfen lassen!" Frau Barbara wird unsicher. „Du weißt, daß wir beiden Gottfried später den Haushalt besorgen wollten. Das wäre auch schon ein Kloster gewesen. Wie schön haben es Lehrer Toms Mutter und die Paula bei ihrem Franz in der Vikarie zu Burgerts-dors! Gärten und Obsthöfe und vier Morgen Land sind dabei, und mit dem Herrgott leben sie unter einem Dach. So hätten wir es auch haben können, statt daß man hier auf den paar engen Kammern verkümmert. Kann er zeitlebens wieder froh werden, daß er seiner Mutter so alles kaputt geschlagen hat?" Der Priester schüttelt ratlos den Kopf. Solch einen blind verbogenen Kopf kann nur einer wieder geradebringen. „Du meinst also, daß deine' Gedanken Gottes Gedanken und deine Pläne die sei-nen hätten sein müssen?" Sie preßte bitter den Mund und schwieg. Und die Glocken läuten immer jubelnder, Böller krachen vom Berge. Auf dem Kirch-platz wird es festlich lebendig. „Barbara, wie viele Male soll die Sonne noch untergehen über deinem Groll? Einmal — das war schon zuviel. Sie könnte dir mal nicht wieder aufgehen." „Ich habe mit dem Herrgott zu schaffen, nicht mit der Sonne und nicht mit Men- Jm Jahre 1923 gründete tl n iversi tätsp ro fesfo r Doktor Jnnitzer, der jetzige Kardinal-Erzbischof non Wien, die Missionsgenos-senschaft „Königin der Apostel", deren Mitglieder in Indien sowohl im Unterricht wie in der Krankenpflege tätig sind. Das _ Mutterhaus der Schwestern befindet sich in Wien. Frühling in Hon an. Die Freude am Frühling und seinen Blüten steht Len drei kleinen Chinesinnen auf dem Gesicht geschrieben! Sie stammen aus der Missionsschule von Sinyangchow im südlichen Honan, der bekannten chinesischen -Provinz. Die Missionare vom Göttlichen Worte (Steyler) und die Dienerinnen vom Heiligen Geist (Mutterhaus Steyl) Haben dort über 1200 Kinder in ihren Missionsschulen. scheu. Er weiß, was für Opfer ich gebracht habe." „Auch heute noch?" Wieder das steintrockeue Aufschluchzen. „Der letzte Witwentaler ist in der Fasten für gute Zwecke draufgegangen — daß der Herrgott Gerechtigkeit schaffen solle. Da liegen die Dankzettel mit tausendfachem ,Gott lohn'sd — Wer hat damals das weiße Meßgewand gestiftet, in dem der andere heute sein Fest feiert, und der Sohn vom Raffenhofe steht wie ein Hirtenknecht daneben? Wer opfert alle Jahre die Lichtmeßkerzen?" „Und das wagst du, Barbara? Und lässest sie nicht vor dem Altare liegen und gehst erst und versöhnst dich mit deinen Brüdern?" Seine Stimme stieg zum Drohen. „Wenn Menschen deine Opfer auch genommen haben, selbst für den Dienst des Altares, verlaß dich darauf, der Herrgott hat sie liegen lassen, bis — du weißt. — Ich sage nun nichts mehr, Gott muß es tun." Die Tür fiel zu. Frau Barbara war allein. — ' Im Hause wurde es still. Keiner will das seltene Fest versäumen. Sogar der alte Hannes-Ohm humpelt an zwei Stöcken das Kirchtreppchen hinauf. Die Sonne strahlt aus Gold und Blau, die bunten Sänger in den Kirchenlinden singen schon den großen Festchoral. Das Gewirr von Stimmen vor dem Fest-hause wird still. Da leidet es die einsame Frau nicht mehr an ihrem Platz. Sie steht auf und späht mit heißen Augen durch den Spalt des Vorhanges. Nichts als ein Gewoge von Fahnen und Kränzen und weißen Kleidern und schimmernden -Paramenten. Eben tritt der fremde Pater aus Malters bekränzter Tür. — Oh, der hat ihr gestern das Härteste angetan, den Graben noch tiefer gerissen zwischen Gott und ihr. — Dann der Pfarrer und der geistliche Schwager. Und zwischen ihnen — sie muß die Augen zumachen vor bitterem Weh — der Primiziant im grünen Myrtenkränze, die Augen auf das Kreuz in seiner Hand gesenkt. Und hinter ihm die beiden Alten, der Schreiner-Wilm und die krumme Marie. Wie prängisch sie dahergehen, als gehöre ihnen Erde und Himmel zu eigen! Anders als unter Alltagsschubkarre und Traglaken. Ohne fremde Taler hätten sie ihn schon nicht so weit gekriegt. Wie sie wohl schadenfroh an ihrem Hause vorbeigucken, die Jungen, Knechte und Gesellen, alle vier! Und die Mädchen — wird denen der Prickel in den Köpfen spuken! Die eine dient beim Schulten, die andere in der Mühle. Der Müller wird auch den neuen schwarzen Feststaat geborgt haben. Talar und Meßkleid soll er auch gestiftet haben, ob aus gottgefälliger Meinung oder ihr zum Arger? Und die letzten — Gram und bittere Liebe pressen ihr das Herz zusammen —, Gottfried mit seinem jungen Weibe. Daß er sich heute nicht verkriecht, vor dem Herrgott und vor der Gemeinde! Seine Augen suchen scheu die Fenster des Elternhauses ab. Dann ist er vorüber. Ein selbstquälerisches Verlangen, das Schauspiel bis zum Ende zu sehen, treibt sie die Treppe hinauf zur Giebelkammer. Hier kann sie den Kirchplatz überschauen. Aber sie sieht nur noch die lange Reihe Chorknaben und Engelchen vor dem Kirchenportal und Menschen aus Dorf und Umgebung nachdrängen. Die Glocken werden still, der Kirchplatz einsam, die Dorfstraßen liegen 'tote ausgestorben. Eine unsagbare Verlassenheit fällt tote grauer Nebel über die einsame Frau. Wie heißer Brei dämpft ihr der Jammer den Atem. In plötzlicher Schwäche läßt sie sich auf die alte Truhe sinken, die, vollgestopft mit reinem Flachslinnen, neben ihr steht. — Agnes hat sie mit ins Kloster nehmen wollen. Sie hat es nicht gelitten. In Gottfrieds geistlichem Hause hat sie einmal stehen sollen. Das feinste Bildwerklinnen hat sie selbst dafür gesponnen. — Sie lehnt den Kopf an die Wand und schließt die Augen. Ein heißes Weinen brennt in ihr hoch. Sie würgt es nieder. Da wird es drinnen zu zerspringender Angst. Hat sie alles umsonst gelitten, daß sie nun, von Gott und Menschen geächtet, hier sitzt, und die, die ihr das Herz zerrissen haben, sich freuen? Gottfried war ihr Bestes, ihr Heiligtum. Sie hat ihn großmütig Gott geopfert. Aber — Gott, was sind das für Geister, die da gegen sie aufstehen und sie immer drohender umdrängen? Hat der Schwager doch recht — und Agnes in ihrem letzten Briefe —, hat sie nicht opfern dürfen, was ihr nicht gehörte? Warum dann warf der Herrgott dem andern, dem Sohne geringer Leute, unverdient und ohne Kampf in den Schoß, was er dem Sprossen des alten Geschlechtes versagte? Aber — weiß sie, daß es ohne Kampf war? Da ist der seltsame Schwindel wieder. Der Boden beginnt unter ihr zu schwingen. — Und die Wände sind mit einem Male schief. ■— Die gekalkte Decke senkt sich schwankend nieder. — Ein scharfer Schmerz durchreißt ihr die Stirn. — 'Die inwendige Not treibt sie auf. Sie sucht schwankend die Der japanische Gott Daikoku. Er ist >ber Sott des Geldsackes und leicht erkennbar an den vielen Säcken, auf denen er steht und die er auf dein Rücken trägt. (Die Originale dieses und der folgenden sechs Bilder befinden sich im Missionsmuseum des päpstlichen Werkes der Elau-bensverbreitung zu Aachen.) Tür. Wo ist die Treppe? Wo ist sie selbst? Türen sind da — Wände — Schränke — Truhen — ein wirres Durcheinander. Sie taumelt weiter. Es poltert etwas zur Erde. Der alte Haspel. Sie schreit in Todesangst und hastet weiter. Hier muß die Treppe sein, da das Geländer. Sie tastet mit dem Fuß vor. Der Grund ver-gleitet unter den Füßen. Sie greift verzweifelt nach einem Halt — ins Leere — ein erstickter Schrei — polterndes Fallen — Überschlagen — Aufprallen — ein tonloses Ächzen — und alles ist still. Ein Vogel singt einsam in der Hoflinde. Irgendwo tickt ein Wurm im Holze. — Die Chorglocke kündet Wandlung. Eine Böllersalve kracht. Durch den hingeschmetterten Körper ant Fuße der Treppe geht ein schmerzhaft langes Atmen. Ein dämmeriges Bewußtwerden hebt sich aus der tiefen Ohnmacht. Sie versucht die Glieder zu bewegen. Sie sind von Schmerz wie gelöst, als gehörte eines nicht mehr zum andern. Blut rieselt aus einer klüftigen Stirnwunde! Die Todesstille! Ist sie tot? Eine arme Seele zwischen Erde und Himmelreich? Sie zwingt mühsam die Lider hoch. Da ist die Flurwand mit den dunklen Ölbildern aus der Biblischen Geschichte. Der Täufer Johannes, Jesus tint Jakobsbrunnen. So ist sie doch noch auf der Erde. Das Erinnern zerreißt langsam die Wirrnis. Wenn sie hier sterben müßte, ganz allein, ohne Sakrament? „Gott, erbarme dich! Vater unser — der du bist im Himmel —" Sterben ohne Losspruch? — „Vergib uns — unsere Schuld, — wie auch wir — wie auch wir vergeben -----" Ach, sie darf ja nicht, der Patei hat's gesagt. „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder . . ." Werden sie sie in ungeweihter Erde begraben wie jüngst den Landfremden, der den Pfarrer mit der Wegzehr von seinem Schrägen im Spritzenhause wies? Wird der Herrgott sie in den Kerker werfen — wie den argen Knecht, bis sie . . . Aber was hat der Herrgott ihr zu verzeihen? Löwenkopf. Was haben ihr die anderen angetan? Die Zähne klappern ihr von kalten und heißen Schauern. Schmerz und Schwäche und Todesangst verwirren ihr die Sinne wieder. Gottfried Raffenhart sitzt auf der Orgel-bank und intoniert das Festlied: „Herr, segne ihn, den du erwählt ..." Ein letztes, scheues Fragen geht durch seine Seele: „Warum nicht mich —?" Wie der junge Jakob zu Bethel hat er mit sich und Gott gerungen. Gesegnet hat er ihn, aber nach seinem Sinne. In dem heilig-schweren Augenblick, da der Freund den Kelch zwischen Erde und Hinimel hob, hat er sein „Domine, non sum dignus“ gesprochen. Wenn er auch nicht hinaufsteigen durfte zur heiligen Stätte, so wird er am Fuße des Berges opfern. Überall ist Gottes Reich. Auch aus Tälern steigt sein Weihrauch. Hütten und Kammern und Herzen sind seine Altäre. Er braucht nicht nur Schnitter, auch Ährenleser, und alle ernten in seine Scheuer. Nur die Mutter! Wenn die es doch heute erkannte! Der Neupriester vorn in der Weihrauchwolke opfert für sie, und er selbst mit der Zuversicht, die zum Felsen spricht: „Stürze dich da hinab ins Meer." Nur der Zweifel kann dem Gott der Gnade noch in den Arm fallen. Ein Gedanke durchzuckt ihn — fast hätte er das „Alleluja" nach dem „Ite, missa est“ darüber vergessen. Vom Hannes-Ohm weiß er, die Mutter ist allein zu Hause. Wenn er es wagte! Der Schmerz dieses Tages hat ihr Herz und Seele durchpflügt. Er winkt den Lehrer an seinen Platz und stiehlt sich durch, die Turmtür hinaus, um den Friedhof, den Heckenpfad zum Elternhaus. Er rüttelt an den Türen. Sie sind verschlossen. Drinnen regt sich nichts. Kurzerhand stößt er eine Raute aus dem Stall-fenster und ist in großen Sprüngen im Hausflur und die Treppe hinauf. Er klopft an der großen Kammer. Keine Antwort. Hat er die Mutter erschreckt? „Mutter! Ich bin's, Gottfried!" Es bleibt todesstill. Vor drei Jahren hat er auch hier gestanden und umsonst gepocht. Er drückt sachte die Tür auf. Die Kammer ist leer. Auf dem Tisch vor dem Kreuz Holzschnitzereien der Ma-tebeles in 'Südasvikci. Dieser Stamm ist wegen seiner Holzschnitzereien sehr bekannt. liegt die aufgeschlagene Handpostille und ein Rosenkranz. Er schiebt die Tür zur Schlafkammer auf. Das Bett ist abgelegt. Wo ist die Mutter? Heimlich zur Kirche gegangen? Unruhig geht er den langen Gang zurück. Da — am Fuß der Giebeltreppe — was kauert da Dunkles gekrümmt? Er stürzt hin. „D — Mutter!" Er stürzt neben ihr hin und reißt sie auf. Sie stöhnt gequält. Da läßt er sie wieder hingleiten und bettet ihren Kopf mit der blutenden Stirnwunde behutsam auf seine Knie. Das ist seine Mutter, die gerade, stolze, ungebrochene Frau? Er muß die Zähne zusammenpressen, um nicht zu stöhnen. Sie murmelt bröckelnd. Er beugt sich nieder: ^Vergib . . . vergib uns . . . unsere Schulden . . . wie auch wir . . . auch wir . . ." Ein ächzender Atemzug. „Heilige Maria . . . Mutter Gottes . . . jetzt und in der Stunde . . . unseres Todes —" Er wischt ihr das Blut von der Stirn. „Mutter!" Sie schlägt gequält die Augen auf und sieht ihn an — und seufzt und schließt sie wieder. Er drückt ihre Hand. Ein leiser Gegendruck. Hat sie ihn erkannt? Wehmütige Freude durchschauert ihn. Die Augen quellen ihm über. Er legt das Ge- sicht an das ihre und flüstert ihr zu, was Liebe und Schmerz ihm eingeben. Da schlägt sie voll die Augen auf urtb-sieht ihn groß und lauge an und haucht fast ohne Laut: „Gott—fried." Unten gehen Türen. Schritte kommen, die Treppe herauf. Schrecken — Schreie — Laufen. Gottfried und der Bruder tragen die Verunglückte behutsam auf ihr Bett. 'Pfarrer Raffenhart kommt mit dem Arzt,, einem Fcstgast. Der schüttelt bedenklich den Kopf. Rippenbrüche, innere Blutungen. Die Glocken läuten wieder. Die Gemeinde geleitet den Primizianten zurück' ins Elternhaus. Gottfried durchschauert es. Daß sie nicht zu.Totenglocken werden. Sie werden still. Die Menschen vor dem Festhause sprechen flüsternd und sehen scheu zu Raffenharts verhangenen Fenstern hin. Geht der Geheimnisvolle mit Waage und Stundenzeiger um? Nach kaum fünf Minuten stürmt ein junger Priester im schwarzen Talar aus Malters Tür, er schiebt Pfarrer und Pater beiseite und ist im Sturm drüben, Raffenharts Treppe hinauf, in der Kammer, in der die Raffenbäuerin todbleich, mit durchbluteter Stirnbinde, auf ihrem Bette liegt. Sie schlägt mühsam die Augen auf und sieht ihn an. Ein Reißen geht durch die tiefen Furchen ihres Gesichtes und ehr Paar große Tränen. Seufzend kehrt sie es halb zur Wand. Aber es ist, als zwinge es ihr eine unsichtbare Gewalt herum. Der große, bange Blick sucht wieder den jungen Priester mit dem traurig-ernsten Gesicht. Sie hebt mühsam und gebietend die Hand gegen Gottfried und den Schwager. Die trauen ihren Sinnen nicht. Igat der Fall auch den Eiswall drinnen zersplittert? Sie gehen hinaus. Die Raffenbäue- rin und der Primiziant Karl Malter sind allein. * Die Feier in Malters Häuschen ist zerstört. Aber auf der Kammer des Raffeu-hofes wird ein anderes Fest gefeiert, auch bei diesem sind die Engel und freuen sich. „Confiteor Deo omnipotent! . . .“ „Ego te absolvo a peccatis tuis in nomine .Bates et Filii et Spiritus Sancti.“ Die Viehzucht bei den Papedi. Von Br. August Cagol. Wie die Bantu im allgemeinen sind die Bapedi mit Borliebe Viehzüchter; ihre Rinderherden sind ihr Stolz und ihr Reichtum. Sie züchten die sogenannte Afrikander-Rasse, das mittelgroße, langhörnige, Muttergottesfigur aus Elfenbein. Aus dem Stotzzahn eines Elefanten hat der Negerkünftler mit erstaunlicher Fertigkeit diese Darstellung geschnitzt. setthöckerige Sanga-Rind (Bos africanus), das vorwiegend rotbraune Färbung ausweist, sich durch große Widerstandsfähigkeit und Rührigkeit auszeichnet, aber wenig Milch liefert. Allein die Bapedi betreiben die Viehzucht nicht in vorbildlicher Weise; sie dulden zuviel Inzucht und wissen nichts von Blutauffrischung. Infolgedessen halten sie viele minderwertige Tiere. Sie geben der Menge den Vorzug vor der Güte. Die Folge ist übermäßige Inanspruchnahme der ihnen zur Verfügung stehenden Weide, Unterernährung der Tiere, Herabsinken der Widerstandsfähigkeit und Verluste durch Viehseuchen. Um erlittene Vieh-verluste auszugleichen, ziehen sie jedes Kalb auf und halten so ständig zu viel Vieh. Ihre Kühe geben sehr wenig Milch, meist nur so viel, als die Kälber brauchen. Die Bapedi hängen sehr au ihrem Vieh und zollen ihm fast Verehrung. Es ist ihr Stolz, ihr Vieh zu kennen und es behandeln zu wissen. Für die Farbe des Grases und für die des Himmelsgewölbes haben sie die gleiche Bezeichnung; die Farbentöne ihrer Rinder aber unterscheiden sie mit ausdrücklicher Genauigkeit. Sie geben ihren Kühen und Ochsen Namen, die sie zum großen Teile der „Taal" der Buren entnehmen. Ich gebe einige der Namen wieder: Skellem (Schelm), Hogmoed (Hochmut), Mooimann (Schönmann), Kortmann (Kurzmann), Vrystaat (Freistaat), Ou Bas (Alter Herr), Witvoed (Weißfuß), Ringhals (Ringhals), Blees (Scheck), Grasveld (Grasfeld), Rowland (Rotland). Für ihre Toten wissen die Bapedi keinen besseren Begräbnisplatz als die tiefen Dunghaufen ihrer Rinderpferche. Dort wird das Haupt der Familie bestattet, damit es in der Geisterwelt noch das Gestampfe seines geliebten Viehs höre, wenn es morgens auf die Weide geht und bei Sonnenuntergang zurückkehrt. Ein weißer Farmer kaufte von mehreren Pedi Mist Zur Düngung seiner Felder und ließ ihn von seinen Leuten mit einem Fuhrwerk abholen. Da kamen in der tiefen Mistlage Knochen zutage, die nicht von Rindern stammten. Einer der Besitzer faß brütend auf der Mauer seines Viehkraals und sah mißgestimmt zu, wie die Knochen seiner Ahnen mit fortgefahren wurden. Die Sache griff sein pietätvolles Herz sichtlich an, aber die schönen Schillinge, die er für den Dünger erhielt, gaben doch den Ausschlag. Das Vieh weidet das ganze Jahr im Freien, unter der Obhut von Knaben und jungen Burschen. Bei kaltem Wetter wird das Vieh erst ausgetrieben, wenn dev Tau weg ist. Das Tränken der Tiere erfolgt beim nächstgelegenen Wasserlauf; sie suchen die Tränke meist selbst auf. Das Wildgrasland der Gegend wird ausschließlich als Hutweide verwendet. Heu--machen ist den Bapedi unbekannt; auch lassen sie der Weide keine Pflege angedeihen. In den Wintermonaten Juni und Juli wird das Grasland gewöhnlich abgebrannt.. Das veranlaßt die Grasnarbe zu schnellerem Sprossen des jungen Ausschlags, beeinträchtigt aber die besseren, empfindlicheren Grasarten zugunsten der gröberen und widerstandsfähigeren sowie der Giftpflanzen. Das Abbrennen des dürren Grases ist alljährlich eine Gefahr für das Wild, für weidendes Vieh, für Baumpflanzungen und selbst für menschliche Wohnungen. Die Grasflur des Sekukunilandes weist verschiedene Arten von Gräsern auf, die nicht alle in gleichmäßiger Mischung durcheinander wachsen. Je nach Lage und Bodenbeschaffenheit findet man oft die eine oder andere Art vorherrschend. Sehr häufig ist das kräftige Rotgras (Themeda triandra). Ferner sind vertreten: der wilde Hafer (Avena fatua), die Ber-mudaguecke (Cynodon dactylon), das Blaugras (Andropogon amplectum), das Limonengras (Elionums argenteus), das Blausaatgras (Eragrostis curvula), das Terpentingras (Cymbopogon excavatus), das Besengras (Tristachya Rehmanni), das Rotspitzengras (Tricholaena rosea), das -Speergras (Heteropogon contortus), das Büffelgras (Panicum natalense), das Fingergras (Digitaria sanguinalis) und andere. Im Wildgrase wachsen viele einjährige Pflanzen und Staudengewächse; so das wilde Eisenkraut (Verbena officinalis), die wilde Wicke (Vigna angustifo-lia), die Winde (Ipomoea Greenstockii), der Fingerpfahl (Euphorbia tmncata) und andere. Auch viele Giftpflanzen kommen in der Weide vor, wie die blaue Kaptulpe (Moraea polystachia), die gelbe Transvaal-Tulpe (Homeria pallida), der Schlangenkopf (Urginea Burkei), die wilde Mispel (Vangueria pygmaea), der Erbrechbusch (Geigeria asp era), der Teufelsdorn (Tribulus terrestris), das Giftblatt (Dichapetalum cymosum), das Auch diese Madonnenfigur hat ein Neger aus einem Clefantenzahn geschnitzt. Dieses afrikanische Ziborium zeigt, wie der Negerkünstler die europäische Form des Speise-kelches durch einheimische Gestaltung zu beleben sucht. Hundeohr (Cotyledon orbiculata), die Wildgurke (Cucumis myriocarpus), die Kokosnuß (Crotalaria burceana). Wenn die Weide knapp ist, find die Giftpflanzen eine große Gefahr für das Vieh, das dann leichter davon frißt und erkrankt. Mancherlei Viehkrankheiten werden auch übertragen durch Zecken oder Holzböcke (Ixodes ricinus), von denen die Gräser und Büsche der Weide voll find, wo sie aus warmblütige Wesen lauern, um sich mit dem Rüssel in deren Haut einzubohren und Blut zu saugen. Dieses zu den Milben gehörige Tier geht in seiner Entwicklung verschiedene Stufen durch. Das Weibchen legt Eier, aus denen Larven hervorgehen, die sogenannten „Samenzecken". Sie sind sehr klein, haben keine Beine und warten aus den Spitzen der Grashalme und Buschzweige, um sich vorüberkommenden Tieren anzuhängen. Dort saugen sie sich voll Blut, so daß sie ganz gewaltig anschwellen und bläuliche Blasen bilden. Dann verpuppen sie sich, schlüpfen endlich als fertige Milben aus und saugen auch im erwachsenen Zustand Blut. Die Weibchen verlassen das warmblütige Tier, legen ihre Eier ab und sterben. Es gibt drei Gruppen von Zecken. 1. Solche mit einem Zwischenwirt. Die Larven dieser Gruppe bleiben auf dem warmblütigen Tiere in den verschiedenen Entwicklungsstufen, bis das Weibchen es zwecks Eierablage verläßt. Zu dieser Gruppe gehört die „blaue Zecke" (Boo-philus decoloratus), die durch ihren Rüssel Rotwasser und Gallenkrankheit überträgt. Die Zecke bleibt drei bis vier Wochen auf dem Wirtstier, und die Larve kann sechs bis acht Monate auf der Weide ohne Nahrungsaufnahme leben. 2. Zecken mit zwei Zwischenwirten. Die „rote Zecke" (Rhipi-cephalus evertis) gehört zu dieser Gruppe. Sie sangt Blut als Larve, verpuppt sich, saugt sich wieder voll Blut und verläßt das Wirtstier. Die Puppe entpuppt sich auf dem Erdboden, und das fertige Tier greift einen zweiten Wirt an. Die jungen Formen befinden sich gewöhnlich in den Ohren der Säugetiere, die erwachsenen Milben häufig unter dem Schwänze. 3. Zecken mit drei Wirten. Alle übrigen Zecken benötigen drei verschiedene Wirte, da jede Stufe das warmblütige Tier verläßt, um sich am Boden zu verwandeln, während die nächste Stufe einen neuen Wirt zu finden hat. Die wichtigsten Arten dieser Gruppe find die „braune Zecke" (Rhipicephalus appendi-culatus), die Ostküstenfieber, und die „bunte Zecke" (Amblyomma hebraeum), die Herzwassersucht überträgt. Die letztere Milbe ist sehr zähe und wird nicht leicht im Gifttauchbad abgetötet. Ihre Larven und Puppen bleiben auf dem Wirte je 4 bis 20 Tage, während die erwachsenen Zecken 10 bis 20 Tage bleiben. Zur Bekämpfung der Viehseuchengefahr durch die Zecken hat die Regierung vor einer Reihe von Jahren das regelmäßige „Dippen" des Viehs angeordnet, das in einem Tauchgiftbad besteht, d. h. in einer wässerigen Lösung von arsenigsaurem Natron im Verhältnis von 1 : 200, worin die an den Tieren sitzenden Schmarotzer ge- tötet werden. Anfänglich rief das zwangsweise Viehtauchen bei den Bapedi große Unzufriedenheit hervor, beim sie verstanden den Zweck desselben nicht, sondern argwöhnten, es sei eine List der Weißen, um ihr liebes Vieh zu töten. Im Transvaal sind gegenwärtig 300 „Dipping-Tanks" (Tauchstellen) in Gebrauch. Sie wurden erbaut und werden unterhalten auf Kosten der ©angeborenen, die für das vorgeschriebene 14tägige Tauchen bezahlen müssen. . Außer Rindvieh halten die Bapedi Ziegen, Schafe, Schweine, Hühner, Hunde und Katzen. Die Schweine, ein lebhafter, zur Fettbildung neigender, schwarzborstiger Schlag, werden frei laufen gelassen; sie werden von dem, was die Weide ihnen bietet und was sie selbst finden, sett genug. Damit sie nicht in die Maisfelder laufen, werden ihnen zeitweilig die Füße zusammengekoppelt; manchen wird auch ein Kreuz mt§ Naturholz auf den Rücken gebunden, das es ihnen unmöglich macht, durch Zäune zu schlüpfen. Knaben von 7 bis 9 Jahren haben Schafe unb Ziegen zu hüten und später Rinder. Sie treiben aus, wenn das Melken erledigt ist. Am Morgen erhalten sie nur einen kleinen Imbiß und haben für ihre Hauptmahlzeit bis zum Spätnachmittag zu warten, denn das Rindvieh weidet häufig in ziemlicher Entfernung vom väterlichen Gehöft. Wenn es vorkommt, daß das Vieh aus Saatfelder gerät oder das eine oder andere Stück sich verläuft, so hat der nachlässige Hirte Prügel zu gewärtigen. Er wird ausgeschickt, um ein halbes Dutzend zähe und schmiegMne Gerten zu schneiden, die dann kräftig seinen bloßen Rücken bestreichen, während er platt ant Boden liegt, mit dem Kopfe gegen den Züchtiger. Ausschnitt aus dem Fliegeuuetz des kaiserlichen Bettes zu Peking. Interessant sind die zahlreichen Hakenkreuze, die zum Neujahrsfest als Elückwunschzeichen für den Kaiser alljährlich eingefügt wurden. Der älteste Hirtenknabe ist in erster Linie verantwortlich für das Familienvieh, aber auch die übrigen Knaben werden in Fällen von Nachlässigkeit zur Verantwortung gezogen. Das dient dazu, den Burschen Pflichtgefühl beizubringen. Sie bemühen sich, jedes Tier der Herde gründlich kennen zu lernen, und wenn ein Rind fehlt, finden sie leicht seine Spur unter den übrigen Spuren heraus. (Schluß folgt.) Im Banne der 9igiL* Ein Roman aus Kamerun von Hermann ©Master. (Fortsetzung.) Beifällig nahm die Versammlung diese Worte aus. In linger Berechnung hatte Dende einen Weg gewählt, den beide Parteien beschreiten konnten, toeil niemand be- * Der Abdruck erfolgt mit Zustimmung des Verlages Serben & Co. in Freiburg (Breisgau), Baden. vorzugt und niemand zurückgesetzt toatrbe. Jeder hoffte aus die Lösung beä Knotens in seinem Sinne. Nachdem 'öer Häuptling noch Anordnungen für einen geregelten Wacht-dienst getroffen hatte, löste Isich die Versammlung a us. 98 'stern Der 'J£ e g e r PT Am Nachmittag des übernächsten Tages mürbe Dende gemeldet, daß ein großes Kanu von Norden herannahe und der Mündung des Lahove zusteuere. Bald darauf brachte ein zweiter Bote die Nachricht, Jsaue selber sei mit mehreren Altesten gefommm; auch eine Ziege hätten sie mitgebracht. Dende war wie gewöhnlich nur mit einem Hüftentuch bekleidet. Er mußte eilen, die Gäste gebührend zu empfangen. Schnell zog er den Regenmantel an,' den er in der eng-lischm Faktorei gegen Elfenbein leingetauscht, setzte Pert Strohhut aufs Haupt, an dem die rote Feder aus dem Schwanz d>es Graupapageis steckte, ergriff den schweren, aus schwarzem Mahagoniholz kunstvoll 'geschnitzten Häuptlingsstab und schritt seinen Besuchern würdig entgejgen. Die Begrüßung war so herMch, daß die Malimba über d>en Ausgang ihres Unternehmens nicht mehr im Zweifel sein konnten. Jsaue war in wenigen Tagen um Jahve gealtert. Zu schwer war die Bürde, die auf seinen Schultern lastete. Das Dasein seines Volkes stand auf dem Spiel. Daß die Ngil alles tun würden, die Malimba zu verderben, war ihm gewiß. Kaum saß er neben Dende in der Beratungshalle, so begann er, gegen alle Gepflogenheit, sofort sein Herz auszuschütten. Ergreifend erzählte er von dem Morde, der in seinem Dorfe geschehen war. Toko habe von dem Vorgehen des Ngil nichts gewußt. Die Bakoko und Malimba seien nach wie vor die besten Freunde. Zum Schluß dankte er Dende in rührenden Worten, weil er das Ansinnen Bogles von sich gewiesen. Das habe ihn veranlaßt, nach Kribi zu kommen, um sich' mit Iben Banoho wegen der letzten Streitigkeiten zu verständigen. Während die Sprechtrommel das Volk zusammenrief, eilte die Kunde von Haus zu Haus: Bogle ist tot; Misa hat ihn ermordet, um Ntouga zu retten. Ntongas Vater wohnte in der Dorfhälfte, die auf dem rechten Ufer des Lohove lag. Nie im Leben ist Ntonga so. schnell zum Gehöft des Hätiptlings gerannt wie an diesem Nachmittag. Er wußte später nicht, wie er über den Fluß gelkommen war. „Ist es wahr", rief er Jsaue entgegen, „was man von deiner Tochter erzählt?" Müde reichte ihm der Häuptling die Hand. „Es ist wahr", sagte er. „Sie liebt dich, darum tötete sie den Ngil. Seit jener Stunde ist :ba§ arme Kind von einem wilden Wahn umfangen. Du, Ntonga, kannst dich freuen, daß es so kam; der Ngil hätte dich umgebracht. Aber meinen Schmerz, wer hilft ihn tragen?" Ntonga wollte dem gebeugten Manne ein Wort des Trostes sagen. Er brachte nichts über seine Lippen. „Ohl, Häuptling, Häuptling", stotterte er. Die Brust war ihm zu Der Fürst von Surinam mit Gefolge. Der einheimische Fürst von Surinam wird mit seinen Ratsherren, alle in voller Gala, nach einem Besuch bei Bischof Van Roosrnalen, dem Apostolischen Vikar von . Hollündisch-Enyana (Südamerika), photographiert. eng. Er mußte fort Ms der Menge, mußte allein sein. Er ging an den Strand hinaus. Zwischen den Steinblöcken setzte er sich nieder in stummem Weh. Das Zischen und Brodeln der See tat ihm wohl. war das Bild !be§ Brandens in seiner Seele. Er hegte feinen Zweifel; er selber war, ohne es zu wollen, Ursache Iber Umnachtung Misas geworden. So hatte er ihr für die Befreiung ige= dankt! . . . Hätte er sie nicht von sich ge> wiesen . . ., es wäre alles aüdevs igewor-den . . . Und doch; er durfte ihr nicht willfahren . . . War er nicht der Überzeugung nach Ehrist? . . . Die christliche Lehre verwickelte ihn überall in Widerspruch . . . Vielleicht war sie doch nur für die Weißen . . . Der Missionär hatte anders 'gesprochen . . . Wie kam es denn, daß,ba§ Unglück ihn verfolgte? . . . Er befand' sich im Zustande innerer Zerrissenheit lunlb Trostlosigkeit, die das klare Urteil hemmt und' alles in den schwärzesten Farben malt, wo man im Bewußtsein, recht getan zu haben, doch unzufrieden mit sich selber ist. „Ntonga!" Erschreckt blickte er auf. Das war Misas Stimme .... Es war Elesa, die ihn hatte fortgehen sehen und ihm nachgegangen war. '(Sr zog sie zu sich an seine Seite und erzählte ihr alles. Das Mädchen lauschte mit angehaltenem Atem. Als er geendet, umschlang sie seinen Nacken. „So gut war Ntonga zu mir! Er wußte doch, daß ich nicht gescholten hätte, wenn er Misa zu Willen war. ... Aber, Ntonga, du hast recht getan. Nach der Lehre der Christen durftest du es nicht tun. Nun sollst du aber nicht mehr traurig sein. Der Gott der Christen, der große, gute, der über allen Geistern herrscht, er lieh uns seine Hilfe. Siehe, welch ein Glück es für uns ist, daß der Ngil nicht mehr lebt." Leicht findet ein liebendes Weib die rechten Worte des Trostes. Ntonga fühlte, daß sie recht hatte. Er hatte recht gehandelt, mochte daraus entstehen, was da wollte. Erdrückte Elesa dankbar die Hand. Dann redeten sie von der Zukunft. Die Ermordung des Ngil brachte ihnen eine unerwartete Hilfe. Man schrieb bereits den dritten Tag nach dem Ereignis. Sicherlich würden die Ngil dem Ermordeten eine besonders große Leichenfeier veranstalten. Ihr Versammlungsort lag in den wild zerklüfteten Ngumbabergen. Bis dorthin war ein Weg von drei bis vier Tagen. Jamba-scholl durfte also nicht lange mehr verweilen, toenn er am Totenfest teilnehmen wollte, das am neunten Tag nach dem Tode stattzufinden hatte. So waren sie wenigstens für einige Zeit von ihrem schlimmsten Peiniger befreit. Was später kommen konnte, daran wagten sie nicht zu denken. Ntonga hatte Freunde. Einige waren ihm bis in den Tod ergeben. Sie hatten ihm versprochen, daß sie ihn vor Gefahren warnen, ihn mit der Kraft ihrer Arme und Waffen schützen wollten. Würden fie es vermögen? Als sich die Liebenden trennten, ergriff Mtonga des Mädchens Hand und sagte: „Elesa, wenn uns der Christengott nicht hilft, zu dem ich bete, so hilft uns niemand." -Da antwortete sie: „Auch ich werde zu ihm beten. Er hat dich glücklich aus Malimba heimgeführt, er wird uns auch ferner nicht verlassen." Dann schieden sie, um auf verschiedenen Wegen ins Dorf zurückzukehren. * Dort nahmen die Friedensverhandlungen einen gedeihlichen Verlauf. Da beide Teile zur Verständigung geneigt waren, einigte man sich. Jede Forderung der Banoho an die Malimba wurde einzeln, und eingehend besprochen. Zwei, drei Redner mußten immer dabei zu Wort kommen. Erst wurde der Tatbestand festgestellt, dann die Entschädigungssumme beantragt und lange hin und her gefeilscht, bis die Sache spruchreif war. Einige Hitzköpfe störten die Erörterung oft durch Zwischenrufe oder übergroße Forderungen. Einer, der sich in seiner Abneigung gegen die Malimba zu beleidigenden Äußerungen hinreißen ließ, wurde von Dende zur Zahlung eines Hahnes an die Gäste verurteilt. Dieser Beweis von Gerechtigkeitssinn trug nicht wenig dazu bei, die Gegenpartei zu ähnlichem Entgegenkommen anzutreiben. Da ein Teil der Forderungen, die die Banoho stellten, durch Gegenforderungen ausgeglichen wurde, war das Schlußergebnis der Verhandlungen für die Malimba sehr erträglich. Man einigte sich dahin, daß sie fünf Schafe oder Ziegen zu zahlen und außerdem die Friedensziege zu stiften hatten. Die Friedensziege hatten sie bereits mit-. gebracht. So konnte der Zwist, der jahrelang die befreundeten und verwandten Stämme getrennt hatte, endgültig beigelegt' werden. Die Ziege wurde geschlachtet. Bevor man sie enthäutete, wurden ihre Füße in den Knie- gelenken abgetrennt und auf dem Dorfplatz begraben. Das war ein durch die Gewohnheit geheiligter Brauch. Gon jetzt ab hatte niemand mehr das Recht, der alten Streitfragen zu gedenken. Sie waren für alle Zeiten tot und begraben. Bald brannte ein lustiges. Feuer auf dem Dorfplatz. Die Ziege wanderte zerteilt in mehrere Töpfe. Auch Dende ließ ein Schaf schlachten, um seine Gäste zu ehren. Durch diesen Freundschaftsbeweis angeeisert, erstand Jsaue zu üblichem Preis noch ein drittes,. das der Gesellschaft ebenfalls zum Schmause zubereitet wurde. Sobald das Fleisch, genießbar war, brachten Dendes Frauen noch einige Töpfe dampfender Malabo (Knollengewächse) und einen Stoß Kassada herbei. So konnte das Mahl beginnen. Die Leute vereinigten sich in Gruppen zu je fünf bis sieben Personen um einen großen Topf. Die meisten hockten aus den Füßen, andere saßen am Boden. Jeder langte mit den Fingern in den Fleischtopf, holte sich ein Stück heraus und aß davon oder tunkte es in die scharf gepfefferte Fleischbrühe, um es dann mit viel Behagen und großem Geräusch wieder abzulecken. Da die Frauen nicht mitaßen — von der Friedensziege zu essen war den Frauen aufs strengste verboten —, reichte die Mahlzeit völlig für die ganze Versammlung. Als der letzte Bissen verschwunden war, begaben sich die Festteilnehmer größtenteils an den Fluß, um sich Hände und Mund zu waschen. Man zog die Zahnbürste, ein am Ende ausgefranstes Mohr (timt der Lianenpalme), hervor und putzte sich die Zähne. Kleine Knaben trugen dürres Reisig herbei, und bald loderte an mehreren Stellen heller Feuerschein, um den dunklen Abend bis zum Aufgang des Mondes zu erleuchten. Aus das gute Essen folgte jetzt ein ebenso reichliches Trinken. Palmwein wurde in großen Mengen herb ei gebracht, um die Festfreude zu erhöhen. (Fortsetzung folgt.) Eigentümer. Herausgeber und Verleger: Kongregation der Misstonäre Söhne des heiligsten Herzens.Jesu. Verwaltung: Missionshaus ..Maria Fatima", Post Unterpremstätten b. Graz. Stmf. Verantwortlicher Redakteur für Österreich: P. Alois Waiting. F. S. C., Generalasfistent. Missionshaus „Maria Fatima". Post Unterpremftätten bei Graz; für Deutschland: P. Heinrich Wohnhaas.F. S. C., Misstonsseminar St. Josef. Ellwangen-Jagst. Württemberg. — Unwersitäts-Buchdruckerei ..Styria", Graz.